Adressat unbekannt
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Description
Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein betreiben in den USA eine gut gehende Kunstgalerie. 1932 entscheidet sich Schulse, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Eisenstein betreibt die gemeinsame Galerie in San Francisco weiter. Die beiden Männer bleiben in Kontakt und tauschen sich in ihren Briefen über Berufliches und Privates aus. Zunächst scheint die Freundschaft nicht unter der räumlichen Trennung zu leiden. Doch Schulse, der die politischen Entwicklungen in Deutschland anfangs noch kritisch betrachtete, entwickelt sich nach und nach zum bekennenden Nationalsozialisten.
Adressat unbekannt, 1938 erstmals veröffentlicht, ist ein Buch von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert dieses Meisterwerk die dramatische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache. »Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen. Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zuviel, keines fehlt ... Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben«, resümiert Elke Heidenreich in ihrem Nachwort.
Book Information
Author Description
Kathrine Kressmann Taylor, 1903 in Portland geboren, arbeitete nach dem Studium als Journalistin und Werbetexterin. 1938 veröffentlichte sie den Briefroman Adressat unbekannt, der über sechzig Jahre später auch in Frankreich und Deutschland zum Bestseller wurde. Ihr zweiter Roman Bis zu jenem Tag (1942) mehrte ihren Ruhm, und sie lehrte fortan am Gettysburg College. Später lebte sie abwechselnd in Minneapolis und in Florenz. Sie starb 1996.
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Beklemmend, fesselnd und dramatisch. Jeder sollte es gelesen haben.
Ich bin selten nach so wenigen Seiten so sprachlos zurückgeblieben. „Adressat unbekannt“ ist kurz, aber unglaublich stark, dramatisch und beklemmend. Mit erstaunlich wenigen Worten schafft es die Autorin, eine Atmosphäre aufzubauen, die einen sofort fesselt. Besonders beeindruckt hat mich, wie klar und eindringlich die Botschaft ist. Das Thema wirkt heute noch genauso aktuell und ich habe viele Parallelen zur Gegenwart gesehen. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Muss. Es sollte meiner Meinung nach sogar Schullektüre sein, denn diese Geschichte und ihre Botschaft sollte wirklich jeder einmal gelesen haben.
So kurz, aber so wichtig!
Man rechnet nicht damit, wie sehr einen dieses dünne Büchlein treffen kann. Die Wandlung von Martin ist erschreckend – plötzlich ist da Kälte, Fanatismus, ein Sohn namens Adolf. Und das alles in nur wenigen Briefen. Gerade das Format macht es so intensiv. Man liest mit, fühlt sich fast wie ein stiller Mitleser – und spürt mit jedem Brief, wie sich alles verändert. Das Ende trifft still, aber gezielt. Kein lauter Knall, sondern pure Gerechtigkeit. Ein Buch, das ich jedem empfehlen. Es ist wichtig und leider aktueller denn je.

Pflichtlektüre!
Kressmann Taylors Adressat unbekannt ist eine der kraftvollsten und zugleich kürzesten Novellen des 20. Jahrhunderts und sie gewinnt seit ihrer Erstveröffentlichung 1938 Jahr für Jahr an Bedeutung. Was zunächst wie ein unscheinbarer Briefwechsel beginnt, entfaltet sich rasch zu einer Geschichte von Verrat, Ideologie und menschlicher Verantwortung. Im Zentrum stehen zwei Freunde: Der amerikanische Jude Max Eisenstein und der Deutsche Martin Schulse, die zusammen eine Galerie in San Francisco betreiben. Als Martin nach Deutschland zurückkehrt, bleibt der enge Kontakt über Briefe bestehen. Doch mit Hitlers Machtergreifung verändert sich die Tonlage. Martin gleitet zunehmend in die Denkweisen des Nationalsozialismus ab, während Max verzweifelt die Ausbreitung des Antisemitismus und die Gefahren für seine Familie erkennt. Schließlich kulminiert der Briefwechsel in einer bitteren Wendung, die so erschütternd wie unausweichlich wirkt. Die Novelle ist ein Meisterwerk der Verdichtung: In nur wenigen Briefen wird der geistige Abgrund sichtbar, den die Ideologie des Nationalsozialismus aufriss. Die knappen, präzisen Schreiben zeigen, wie vertraute Nähe in Fremdheit und schließlich in Verrat kippt. Kressmann Taylor zwingt die Lesenden in eine aktive Rolle. Man wird Zeuge einer Eskalation, die sprachlos macht und zugleich zu Wachsamkeit aufruft. Genau in dieser Klarheit und Reduktion liegt die universelle Kraft des Textes. Adressat unbekannt ist nicht nur ein literarisches Dokument, sondern eine moralische Mahnung. Es zeigt, wie Worte Taten vorbereiten, wie Freundschaft zerbrechen kann und wie schnell Humanität verloren geht, wenn Hassideologien dominieren. Gerade weil der Text so schmal ist, entfaltet er eine ungeheure Wucht. Man liest ihn in kurzer Zeit, aber er hallt lange nach. Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben. Es ist ein zeitloses Meisterwerk, das mahnt, warnt und dazu aufruft, nicht wegzusehen. Ein literarisches Kleinod, das damals wie heute und ganz sicher auch morgen seine erschütternde Aktualität behält.

Ich kann eigentlich nur eins schreiben:Lest bitte alle dieses Buch! ☺️
Auf so wenigen Seiten, wird die grausame Entwicklung und Stimmung in Deutschland nach der Machtergreifung 1933 auf sehr eindringliche Weise deutlich. Wie in wenigen Monaten eine innigen Freundschaft zwischen dem Deutschen Martin Schulse und dem Juden Max Eisenstein zerbricht ja „vergiftet“ wird, wird hier eindrücklich geschildert. Und gleichzeitig wie Worte auch „Macht“ haben können. Und wir vielleicht doch die Chance haben, dass „damals nie wieder kommt“. Sehr spannenden Geschichte, die sehr schnell an Fahrt aufnimmt und deren Ende ich nicht erwartet habe. Große Empfehlung!
Eindrücklich, beeindruckend, beängstigend. Dieser kleine Briefroman zwischen einem jüdischen und einem nicht-jüdischen Deutschen, die vor der Ermächtigung der Nationalsozialisten 1933 Freunde waren, offenbart die Fähigkeit des Menschen, moralische Fragen dem Zeitgeist zu unterwerfen und die eigene Integrität im Angesicht von Populismus und Hetze wie ein Gummiband zu verformen. Was für ein relevantes Buch. Man möchte "Nie wieder!" schreien, auch in dem Wissen, dass dies nur ein frommer Wunsch ist, wie die Geschichte und die Gegenwart zeigen.
Meine Meinung bezieht sich auf das Hörbuch! 19 Briefe in knapp einer Stunde, gesprochen von zwei Männern mit sehr unterschiedlichen Stimmen, die sich der Situation anpassen. Genial vertont von Matthias Brand (Stimme zu Max Eisenstein) und Stephan Schad (Stimme zu Martin Schulse) Bereits 1938 erstmals veröffentlicht zeigt die Autorin Kathrine Kressmann Taylor, dass die Situation in Deutschland weltweit Besorgnis erregte und manche Dinge bekannt waren. Martin Schulse und Max Eisenstein sind Freunde. Leiten in San Francisco gemeinsam eine recht erfolgreiche Galerie und 1932 beschließt Martin mit seiner Familie nach Deutschland zurück zu kehren. Man verspricht sich die jahrelange Freundschaft mittels Briefen nicht zu verlieren und so gehen anfangs ungemein freundliche und wunderbare Briefe hin und her. Doch je länger (nicht wirklich viele Monate) Martin in Deutschland weilt, wird seine Gesinnung deutlich und der Ton in den Briefen ändert sich. Begrüßung und Abschiedsworte werden harsch und dazu kommen auch noch die passenden Stimmen. Gänsehautmomente, die mich schwer erschüttert haben. Dazu noch die Kürze und das Ende, es war einfach ungemein berührend. Wer sich näher mit diesem Briefwechsel beschäftigen will, es gibt dazu Theaterstücke bzw. Lesungen und es wurde bereits 1944 verfilmt. Ich wusste bis vor einigen Monaten noch gar nichts über diesen Briefroman und bin so froh, dass ich ihn entdecken durfte.
Ein herzerreisender Briefroman mit tragischen Ereignissen
Martin ist Deutscher, Max ist Jude. Sie sind beste Freunde, bis der Nationalsozialimus alles zerstört und Max seinen Freund nicht mehr wiedererkennt...alles verändert sich zwischen den beiden. Der Buchumschlag gefällt mir gut, weil ich Briefe einfach liebe. :) Während des Lesens wird man überschüttet von Gefühlen, wie Spannung, Traurigkeit, Enttäuschung, Schock, Verblüffung und vorallem an manchen Stellen sogar Verachtung. Am Anfang alles perfekt, am Ende Chaos, Betrug, schlimmer Verrat und das Bedürfnis von Rache. Ich find es verblüffend wie wirklich bei jedem der Briefe sich kleine, aber wichtige Details verändern. Die Sprache, die Stimmung und auch das Datum ist wichtig. Jeder Buchstabe erzählt seine Geschichte. Auf den Punkt gebracht und perfekter Schreibstil. Man merkt wie gut die Autorin die Charaktere beschreibt. Man hat ein klares Bild von beiden. Jedes Umblättern eine Enttäuschung und ein Entsetzen nach dem anderen. Einfach gut geschrieben! Eine brutale, aber auch realistische Nachricht für diese Zeit. Sie betohnt wie sehr der Nationalsozialismus die Menschen verändern kann und ihnen eine Gehirnwäsche verpasst. Danke an meinem Lehrer, der es für die Klasse gekauft hat. Ich schätze das sehr. Auf jeden Fall: 5💫

Dieser kleine Briefroman hat es mehr als in sich. Auf circa 60 Seiten wird intensiv der Niedergang einer tiefen Freundschaft zwischen einem amerikanischen Juden und einem in die Heimat zurückgekehrten Deutschen während Anbruch des Dritten Reiches erzählt. "Adressat unbekannt" zeigt, wie bitter "süß" Rache allein durch geschriebene Worte sein kann und verdeutlicht das Schreckensbild der damaligen Zeit.
Unbedingt lesen!
Gerade mal 60 Seiten lang ist dieser Briefroman, aber der Sog entwickelt sich so irre schnell, mit jeder Seite wird man sprachloser. Was für ein Schatz! Alleine die Tatsache, dass dieser Roman 1938 (!) veröffentlicht wurde, ist beeindruckend. Ich bin absolut begeistert und teile Elke Heidenreichs Meinung, dass er viel mehr gelesen werden sollte und sich vermutlich noch nie ein Drama auf weniger Seiten entwickelt hat. Absolute Empfehlung!
Über das Buch bin ich zufällig in der Onleihe gestolpert und eigentlich wollte ich gar keine Rezension dazu schreiben. Ein kurzer Briefroman. Was soll ich dazu schon großartig sagen? Allerdings merkte ich schnell, dass die Briefe von Martin und Max mich bewegen und meinen Kopf mit Gedanken füllen. Kressmann Taylor schafft es mit wenig Worten so viele Gefühle in mir auszulösen. Während der Briefwechsel recht locker startet, merkt man sehr schnell Veränderungen im Ton der Beiden. Max zeigt sich schon im ersten Brief leicht besorgt und ich als Leser kenne die Geschichte ja bereits. Ich weiß, dass seine Sorge berechtigt ist. Und ich hoffte. Hoffte, dass Martin ihn beruhigen kann und ihre Freundschaft bestehen bleibt. Aber Martin schreibt selbst "Überwundene Verzweiflung treibt die Menschen oftmals in törichte Richtungen." und auch so erfahren wir Leser schneller als uns lieb ist, dass auch Martin törichte Richtungen eingeschlagen hat. Schnell wird klar, dass er sich den Nationalsozialisten angeschlossen hat. Dass er Hitler unterstützt und nicht mehr hinterfragt, obwohl auch er zuvor Zweifel geäußert hat. Dass er seine Stellung rechtfertigt, in dem er meint "Vierzehn Jahre lang haben wir unseren Kopf unter der Schmach der Niederlage gebeugt." Mit "Wir" sind natürlich die Deutschen gemeint. Und genau da liegt der Punkt, denn Martin hat in den USA gelebt und seinen Kopf überhaupt keiner Schmach gebeugt. Von Brief zu Brief wurde die Spannung größer und greifbarer. Wut, Enttäuschung, leise Trauer und Resignation sind aus den Briefen zu lesen. Man hört förmlich, wie spottend Martin über Max spricht und ich war wirklich schockiert, welche Worte er seinem alten und doch guten Freund schreibt. Der Höhepunkt des Briefwechsels kommt schnell und ich war wirklich getroffen. Das Buch redet nichts schön und zeigt eine Geschichte auf, die so tatsächlich hätte passieren können. Die vielleicht auch so stattfand? Wer weiß das schon. Wie viele Freundschaften aufgrund der damaligen Politik zerbrochen sind, weil Menschen wie Martin sich einlullen und mitreißen lassen. Ich war so bestürzt von seiner unglaublichen Abgebrühtheit, dass ich nicht glauben konnte, dass wirklich Martin diese Worte schrieb. Seine Wendung zum Ende hin konnte ich dann nur mit ähnlichem Spott verfolgen, den er zuvor Max entgegenbrachte. Das Nachwort von Elke Heidenreich ist wirklich grandios und sie trifft mit ihren Worten mitten ins Schwarze, denn sie fasst genau das zusammen, was auch ich beim Lesen dachte. Ich kann mich ihr nur anschließen, wenn sie sagt, dass "Adressat unbekannt" unbedingt überall Pflichtlektüre werden sollte, denn so gerne ich die Zeit des Zweiten Weltkrieges im Unterricht auch behandelt hätte, noch interessanter wäre es mit dieser Lektüre geworden, denn trotz ihrer Kürze bewegt sie und drückt unheimlich viel aus.
Ich hatte nicht erwartet, daß Du für mein Volk zur Waffe greifen würdest, weil es mein Volk ist, sondern weil Du ein Mann warst, der die Gerechtigkeit liebte. (Buchzitat Seite 41) Adressat unbekannt von Kathrine Kressmann Taylor ist ein kurzweiliger, aber äußerst eindringlicher Briefroman, der die zerstörerische Kraft von Ideologien und die Tragik einer zerbrochenen Freundschaft thematisiert. Die 1903 geborene Autorin war Journalistin und Werbetexterin und veröffentlichte 1938 diesen Kurzroman, der weltweit große Beachtung fand, jedoch lange in Vergessenheit geriet. Erst in den 1990er-Jahren wurde das Werk wiederentdeckt und erfreut sich seither wachsender Aktualität. Worum geht's genau? Der Roman erzählt in nur 18 Briefen und einem Telegramm die Geschichte zweier Männer, deren Freundschaft durch die politische Radikalisierung in den Jahren um Hitlers Machtergreifung zerbricht. Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein, früher Geschäftspartner und enge Freunde, tauschen sich über Briefe aus. Doch mit der Zeit zeigt sich, wie die nationalsozialistische Ideologie Martin verändert – bis hin zu Verrat und letztlich bitterer Rache. Trotz seiner Kürze entfaltet der Roman eine enorme emotionale Tiefe und beleuchtet auf schockierende Weise die Verführbarkeit durch totalitäre Systeme. Meine Meinung Das Buch wurde mir von einer Bekannten empfohlen, und obwohl ich zunächst nicht wusste, worum es ging, habe ich es kurzerhand bestellt. Schon das Vorwort von Elke Heidenreich hat mich begeistert: Die Autorin gibt darin interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die Bedeutung des Romans. Heidenreichs Resümee zum Buch: „Wenn es auf Leben und Tod geht, das zeigt die Autorin, dann geht es nur noch ums Überleben. Dann spielt Menschlichkeit keine Rolle mehr, auf beiden Seiten nicht. “ Beim Lesen war ich tief erschüttert. Es ist unglaublich, wie Kathrine Kressmann Taylor es schafft, auf nur knapp 50 Seiten eine derart kraftvolle und tragische Geschichte zu erzählen. Der kurze, prägnante Stil lässt kein Wort zu viel erscheinen, kein Detail fehlt. Die Entwicklung von Martin, der zunehmend den Ideologien des Nationalsozialismus verfällt, und der verzweifelte, verletzte Ton in Max' Briefen sind aufwühlend und schockierend zugleich. Mich hat die schlichte, aber umso beklemmendere Art, mit der Taylor zeigt, wie schnell politische Überzeugungen Freundschaften zerstören können, nachhaltig beeindruckt und zum Nachdenken gebracht – nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Gegenwart. Es verdeutlicht auf erschreckende Weise, wie Ideologien Menschen verändern können und wie gefährlich es ist, sich von ihnen einnehmen zu lassen. Die Botschaft ist universell und zeitlos: Adressat unbekannt ist ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Plädoyer für Wachsamkeit gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Fazit Adressat unbekannt ist ein literarisches Meisterwerk, das trotz seiner Kürze eine enorme Wucht entfaltet. Kathrine Kressmann Taylor zeigt in bewegender Schlichtheit, wie Ideologien Freundschaften zerstören und Leben ruinieren können. Für alle, die sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Gegenwart besser verstehen wollen, ist dieses Buch ein absolutes Muss. 5 von 5 Sternen.
Kurz und eindringlich
Wow, was für ein Briefwechsel! Es wurde mir richtig kalt beim Hören. Toll dass Max und Martin von unterschielichen Sprechern vorgelesen wurden. Beide Stimmen sind passend, sie bekommen die sich ändernde Tonalität gut dargestellt. Absolute Hörempfehlung! Sicher auch als Buch lesenswert, auch für Jugendliche zu empfehlen.
Ein zeitloses Buch, das man gelesen haben muss
"Adressat unbekannt" ist ein kurzer, aber intensiver Roman. Wer nach einer emotional ergreifenden und gesellschaftlich relevanten Lektüre sucht, wird mit diesem Buch eine außergewöhnliche Entdeckung machen. Ein Meisterwerk der Verdichtung und ein literarisches Mahnmal gegen Intoleranz. 🖤
Intensiv erzählter, bewegender Briefwechsel um eine Freundschaft und ihren Verrat
Übersetzt von Dorothee Böhm Martin Schulse führt gemeinsam mit seinem jüdischen Freund Max Eisenstein eine Kunstgalerie in San Francisco. Im Jahr 1932 entschließt Martin sich mit seiner Familie in seine Heimat, nach Deutschland, zurückzukehren. Die beiden Freunde bleiben über Briefe in Kontakt. Mit der Machtergreifung Hitlers gibt es eine dramatische Entwicklung in dieser so gefestigt erscheinenden Freundschaft. Der im Roman beschriebene Briefwechsel ist fiktiv und wurde das erste Mal 1938 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift "Story" veröffentlicht; kurz danach geriet er in Vergessenheit. Angesichts der zunehmenden weltweiten Fremdenfeindlichkeit und des wachsenden Antisemitismus, veröffentlichte dieselbe Zeitschrift im Jahr 1992 die Geschichte erneut. Das Buch umfasst inklusive des Nachworts nur knapp 70 Seiten. Diese wenigen Seiten entfalten aber eine Wucht, die es in sich hat: Der Briefwechsel hat mich sehr berührt und regt zum Nachdenken an. Und auch, wenn es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, so kann man sich sehr gut vorstellen, dass die ein oder andere Freundschaft zu dieser Zeit einen ähnlich dramatischen Verlauf genommen hat. "Die zeitlose Botschaft von 'Adressat unbekannt' wendet sich an unser moralisches Empfinden, und nicht zuletzt deshalb hat dieser Band einen Platz in jedem Bücherregal verdient." (aus dem Nachwort von Lois Rosenthal, Herausgeberin der Zeitschrift "Story") Dem Zitat von Lois Rosenthal folgend, kann ich abschließend deswegen nur schreiben: Lest dieses Buch!
Worum geht´s? Der Deutsche Martin und der amerikanische Jude Max sind Geschäftspartner. Als Martin sich 1932 entscheidet, mit seiner Familie zurück nach Deutschland zu kehren, verkehren die beiden in einem Briefwechsel miteinander. Meine Meinung: Wie will man solch ein Buch bewerten, wenn man keine Worte findet, die ihm gerecht werden. Auf gerade einmal 64 Seiten taucht man hier in die Zeit des Nationalsozialismus ein und erfährt, wie unmenschlich und grausam dies für die Menschen dieser Zeit sein musste. Eine Freundschaft, die auseinander bricht, Menschen, die sich verändern und vor nichts zurückschrecken, Leben, die vergeudet werden. Es ist immer wieder grausam, diese Schilderungen zu lesen und sich vorzustellen, was es bedeutet, in einer solchen Zeit zu leben. Ich möchte zu diesem Buch nicht viele Worte verlieren. Ich kann nur sagen, dass es mich wieder einmal sprachlos und berührt zurück gelassen hat und ich es Jedem von Euch ans Herz legen kann.
Zeitlos und tiefgründig
Dieser hochgradig aktuelle, bereits aber 1938 erstmals in den USA erschienene Roman sollte meiner Meinung nach unbedingt in der Schule behandelt werden. Die Autorin zeigt hier, komprimiert auf wenigen Seiten, eine Wende von Freundschaft hin zu Feigheit und Verrat, dass man sie dafür einfach nur bewundern kann. Martin Schulse kehrt zurück nach Deutschland und wird zunehmend vom antisemitischen Gedanken geprägt. So kündigt er ohne Skrupel aus purem Eigennutz die Freundschaft zu dem Juden Max, mit dem er jahrelang in Amerika ein Geschäft geleitet hat. Er geht sogar soweit, die einstige Geliebte, die Schwester von Max, zu opfern, wohlwissend, was ihr Schicksal ist, um seine Karriere zu retten und erwartet von Max dann auch noch Verständnis. Die folgende Rache, die auf eine wahnsinnig subtile Art und Weise erfolgt, ist mehr als verständlich, trägt sie doch einen für alle Menschen beherrschenden Gerechtigkeitsgedanken. Kopfschüttelnd erlebt der Leser dann einen Martin, der sich plötzlich auf die Freundschaft beruft, als es ihm selbst an den Kragen geht. An dieser Stelle kann man einfach nur pfui sagen, denn es zeigt eindrucksvoll, wie manche Menschen in solchen Situationen ticken, in denen Feigheit und Verrat einen höheren Stellenwert einnehmen als Freundschaft und Loyalität. Kressmanm Taylor kratzt mit ihrer zeitlosen Botschaft an unser moralisches Empfinden und schafft es, auf wenigen Seiten in einer literarisch grandiosen Art aufzuzeigen, wie Mitläufertum und Unaufrichtigkeit sich in Schuld und Täterschaft verwandeln. Meiner Meinung ein Roman, der in jedes Bücherregal und in der Oberstufe behandelt gehört.
So viel immense Brillianz, Wichtigkeit, Aktualität und Schock in so wenigen Worten, Sätzen. Eine Briefnovelle einer quasi unbekannten Autorin aus dem Jahre 1938. Ich stimme Elke Heidenreich zu, dieses Buch sollte jeder gelesen haben, Schullektüre werden - ganz im Sinne des "NIE WIEDER". Das ist unsere Verantwortung! Politisch, genial und brisant.
Ich bin hin- und hergerissen. Das Thema ist ein bedeutendes, der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die klare Erkennungsgabe der Autorin ist bemerkenswert, der Stil eines Briefromans lässt einerseits gerade so viel Nähe aufkommen, dass die Leserin/der Leser in die Geschichte hineinfindet, andererseits aber durch die Kürze wiederum so viel Distanz, dass die Leserin/der Leser schockiert zurückweichen kann, der Wandel ist (zumindest auf jüdischer Seite) überraschend, als Leser/in schwankt man zwischen Genugtuung aufgrund der gerecht erscheinenden Rache und Erschrecken, der Briefroman weckt so viele Gefühle auf einmal: am Anfang noch warm, dann befremdlich, dann schockierend, dann abstoßend, Unverständnis hervorrufend, Abscheu weckend und ja, was dann? Freude über die Gerechtigkeit, Verständnis für den trauernden Bruder oder ebenso Abscheu? - Und doch finde ich es im Gesamten ein wenig plump.
Spannend, fesselnd, großartig
Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich dieses kleine Buch empfehle. Einfach lesen und sich eine eigene Meinung bilden. Es ist unfassbar, auf welche Weise es hier geschafft wurde, eine Brücke in diesen Zeitabschnitt zu schlagen. Das Nachwort erzeugte Gänsehaut. Ganz klare Buchempfehlung!
Briefwechsel im 2. Weltkrieg: Eine Reise durch eine zerbrechende Freundschaft
Ihr solltet das Buch lesen wenn ihr: • Lust auf eine sehr kurze und trotzdem intensive Leseerfahrung habt, die sich thematisch mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt • den Briefaustausch einer alten Freundschaft mitverfolgen möchtet, die sich Stück für Stück verändert und zu Hass wird Was mir gut (+) gefallen hat: + die Geschichte ist einerseits kurzweilig , andererseits steckt viel emotionale Wucht drin: die Veränderung der Freundschaft der beiden Männer hat sich langsam aber stetig angebahnt und hat mich als es dann passiert ist ziemlich erschüttert + die Briefe haben mich auf eine intensive Reise geschickt: ich habe mich erschrocken, entrüstet den Kopf geschüttelt und Gänsehaut bekommen; und das alles in unter einer Stunde Leseerfahrung
Briefaustausch mit Power
Ich habe noch nie zuvor auf so wenig Seiten so einen großen, emotionalen Konflikt niedergeschrieben gesehen. Der Umbruch der deutschen Gesellschaft im Nationalsozialismus, die Verzweiflung der jüdischen Bevölkerung und letztendlich auch die Macht geschriebener Worte werden hier in einem zweiseitig Briefaustausch meisterhaft lesbar gemacht. In meinen Augen sollte es eine Pflichtlektüre an jeder Schule sein.
Es ist 1932 der Deutsche Martin Schulse und der Jude Max Eisenstein haben zusammen eine gut laufenden Kunstgalerie in Amerika und Martin zieht mit seiner Familie zurück nach Deutschland, während Max weiterhin die Galerie führt und Geld überweist. Wie sich die Freundschaft entwickelt solltet ihr selbst lesen. ACHTUNG SPOILER! Am Anfang merkt man in den Briefen wie gut die beiden befreundet sind. Relativ schnell merkt man das Martin sich dem Nationalsozialismus anschließt und versucht den Briefwechsel mit einem Juden zu beenden. Als Max Schwester, die in Deutschland ist, verschwindet bittet er Martin um Hilfe. Martin erklärt ihm dann das sie bei ihm Unterschlupf gesucht hat die er ihr verwehrt hat, weshalb sie getötet wurde. Nach diesem Brief nimmt Max Rache auf seine eigene Art. Bis der letzte Brief an Max zurück kommt mit der Begründung 'Adressat unbekannt'. Wow. Diese Briefe wurden 1938 von einer sehr unbekannten Autorin, über die man nicht viel weiß, eigentlich in einer Zeitung veröffentlicht. Sie sind frei erfunden aber es gab einen so großen Anklang das man es auch als Buch veröffentlichte. Erschreckend wie sie schon damals die Ereignisse des Holocaust so auf Papier gebracht hat. Heftig wie Max nach dem Tod seiner Schwester zurückschlägt und Martin auf einmal versucht seine Haut zu retten und auf die 'Freundschaft' plädiert. Ich habe dieses Buch durch Zufall vor einer Woche in einem Second Hand Buchladen mit und ich möchte es eigentlich gar nicht mit Sternen bewerten. Aber da man was angeben muss bekommt es 5 von 5.
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein betreiben in den USA eine gut gehende Kunstgalerie. 1932 entscheidet sich Schulse, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Eisenstein betreibt die gemeinsame Galerie in San Francisco weiter. Die beiden Männer bleiben in Kontakt und tauschen sich in ihren Briefen über Berufliches und Privates aus. Zunächst scheint die Freundschaft nicht unter der räumlichen Trennung zu leiden. Doch Schulse, der die politischen Entwicklungen in Deutschland anfangs noch kritisch betrachtete, entwickelt sich nach und nach zum bekennenden Nationalsozialisten.
Adressat unbekannt, 1938 erstmals veröffentlicht, ist ein Buch von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert dieses Meisterwerk die dramatische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache. »Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen. Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zuviel, keines fehlt ... Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben«, resümiert Elke Heidenreich in ihrem Nachwort.
Book Information
Author Description
Kathrine Kressmann Taylor, 1903 in Portland geboren, arbeitete nach dem Studium als Journalistin und Werbetexterin. 1938 veröffentlichte sie den Briefroman Adressat unbekannt, der über sechzig Jahre später auch in Frankreich und Deutschland zum Bestseller wurde. Ihr zweiter Roman Bis zu jenem Tag (1942) mehrte ihren Ruhm, und sie lehrte fortan am Gettysburg College. Später lebte sie abwechselnd in Minneapolis und in Florenz. Sie starb 1996.
Posts
Beklemmend, fesselnd und dramatisch. Jeder sollte es gelesen haben.
Ich bin selten nach so wenigen Seiten so sprachlos zurückgeblieben. „Adressat unbekannt“ ist kurz, aber unglaublich stark, dramatisch und beklemmend. Mit erstaunlich wenigen Worten schafft es die Autorin, eine Atmosphäre aufzubauen, die einen sofort fesselt. Besonders beeindruckt hat mich, wie klar und eindringlich die Botschaft ist. Das Thema wirkt heute noch genauso aktuell und ich habe viele Parallelen zur Gegenwart gesehen. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Muss. Es sollte meiner Meinung nach sogar Schullektüre sein, denn diese Geschichte und ihre Botschaft sollte wirklich jeder einmal gelesen haben.
So kurz, aber so wichtig!
Man rechnet nicht damit, wie sehr einen dieses dünne Büchlein treffen kann. Die Wandlung von Martin ist erschreckend – plötzlich ist da Kälte, Fanatismus, ein Sohn namens Adolf. Und das alles in nur wenigen Briefen. Gerade das Format macht es so intensiv. Man liest mit, fühlt sich fast wie ein stiller Mitleser – und spürt mit jedem Brief, wie sich alles verändert. Das Ende trifft still, aber gezielt. Kein lauter Knall, sondern pure Gerechtigkeit. Ein Buch, das ich jedem empfehlen. Es ist wichtig und leider aktueller denn je.

Pflichtlektüre!
Kressmann Taylors Adressat unbekannt ist eine der kraftvollsten und zugleich kürzesten Novellen des 20. Jahrhunderts und sie gewinnt seit ihrer Erstveröffentlichung 1938 Jahr für Jahr an Bedeutung. Was zunächst wie ein unscheinbarer Briefwechsel beginnt, entfaltet sich rasch zu einer Geschichte von Verrat, Ideologie und menschlicher Verantwortung. Im Zentrum stehen zwei Freunde: Der amerikanische Jude Max Eisenstein und der Deutsche Martin Schulse, die zusammen eine Galerie in San Francisco betreiben. Als Martin nach Deutschland zurückkehrt, bleibt der enge Kontakt über Briefe bestehen. Doch mit Hitlers Machtergreifung verändert sich die Tonlage. Martin gleitet zunehmend in die Denkweisen des Nationalsozialismus ab, während Max verzweifelt die Ausbreitung des Antisemitismus und die Gefahren für seine Familie erkennt. Schließlich kulminiert der Briefwechsel in einer bitteren Wendung, die so erschütternd wie unausweichlich wirkt. Die Novelle ist ein Meisterwerk der Verdichtung: In nur wenigen Briefen wird der geistige Abgrund sichtbar, den die Ideologie des Nationalsozialismus aufriss. Die knappen, präzisen Schreiben zeigen, wie vertraute Nähe in Fremdheit und schließlich in Verrat kippt. Kressmann Taylor zwingt die Lesenden in eine aktive Rolle. Man wird Zeuge einer Eskalation, die sprachlos macht und zugleich zu Wachsamkeit aufruft. Genau in dieser Klarheit und Reduktion liegt die universelle Kraft des Textes. Adressat unbekannt ist nicht nur ein literarisches Dokument, sondern eine moralische Mahnung. Es zeigt, wie Worte Taten vorbereiten, wie Freundschaft zerbrechen kann und wie schnell Humanität verloren geht, wenn Hassideologien dominieren. Gerade weil der Text so schmal ist, entfaltet er eine ungeheure Wucht. Man liest ihn in kurzer Zeit, aber er hallt lange nach. Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben. Es ist ein zeitloses Meisterwerk, das mahnt, warnt und dazu aufruft, nicht wegzusehen. Ein literarisches Kleinod, das damals wie heute und ganz sicher auch morgen seine erschütternde Aktualität behält.

Ich kann eigentlich nur eins schreiben:Lest bitte alle dieses Buch! ☺️
Auf so wenigen Seiten, wird die grausame Entwicklung und Stimmung in Deutschland nach der Machtergreifung 1933 auf sehr eindringliche Weise deutlich. Wie in wenigen Monaten eine innigen Freundschaft zwischen dem Deutschen Martin Schulse und dem Juden Max Eisenstein zerbricht ja „vergiftet“ wird, wird hier eindrücklich geschildert. Und gleichzeitig wie Worte auch „Macht“ haben können. Und wir vielleicht doch die Chance haben, dass „damals nie wieder kommt“. Sehr spannenden Geschichte, die sehr schnell an Fahrt aufnimmt und deren Ende ich nicht erwartet habe. Große Empfehlung!
Eindrücklich, beeindruckend, beängstigend. Dieser kleine Briefroman zwischen einem jüdischen und einem nicht-jüdischen Deutschen, die vor der Ermächtigung der Nationalsozialisten 1933 Freunde waren, offenbart die Fähigkeit des Menschen, moralische Fragen dem Zeitgeist zu unterwerfen und die eigene Integrität im Angesicht von Populismus und Hetze wie ein Gummiband zu verformen. Was für ein relevantes Buch. Man möchte "Nie wieder!" schreien, auch in dem Wissen, dass dies nur ein frommer Wunsch ist, wie die Geschichte und die Gegenwart zeigen.
Meine Meinung bezieht sich auf das Hörbuch! 19 Briefe in knapp einer Stunde, gesprochen von zwei Männern mit sehr unterschiedlichen Stimmen, die sich der Situation anpassen. Genial vertont von Matthias Brand (Stimme zu Max Eisenstein) und Stephan Schad (Stimme zu Martin Schulse) Bereits 1938 erstmals veröffentlicht zeigt die Autorin Kathrine Kressmann Taylor, dass die Situation in Deutschland weltweit Besorgnis erregte und manche Dinge bekannt waren. Martin Schulse und Max Eisenstein sind Freunde. Leiten in San Francisco gemeinsam eine recht erfolgreiche Galerie und 1932 beschließt Martin mit seiner Familie nach Deutschland zurück zu kehren. Man verspricht sich die jahrelange Freundschaft mittels Briefen nicht zu verlieren und so gehen anfangs ungemein freundliche und wunderbare Briefe hin und her. Doch je länger (nicht wirklich viele Monate) Martin in Deutschland weilt, wird seine Gesinnung deutlich und der Ton in den Briefen ändert sich. Begrüßung und Abschiedsworte werden harsch und dazu kommen auch noch die passenden Stimmen. Gänsehautmomente, die mich schwer erschüttert haben. Dazu noch die Kürze und das Ende, es war einfach ungemein berührend. Wer sich näher mit diesem Briefwechsel beschäftigen will, es gibt dazu Theaterstücke bzw. Lesungen und es wurde bereits 1944 verfilmt. Ich wusste bis vor einigen Monaten noch gar nichts über diesen Briefroman und bin so froh, dass ich ihn entdecken durfte.
Ein herzerreisender Briefroman mit tragischen Ereignissen
Martin ist Deutscher, Max ist Jude. Sie sind beste Freunde, bis der Nationalsozialimus alles zerstört und Max seinen Freund nicht mehr wiedererkennt...alles verändert sich zwischen den beiden. Der Buchumschlag gefällt mir gut, weil ich Briefe einfach liebe. :) Während des Lesens wird man überschüttet von Gefühlen, wie Spannung, Traurigkeit, Enttäuschung, Schock, Verblüffung und vorallem an manchen Stellen sogar Verachtung. Am Anfang alles perfekt, am Ende Chaos, Betrug, schlimmer Verrat und das Bedürfnis von Rache. Ich find es verblüffend wie wirklich bei jedem der Briefe sich kleine, aber wichtige Details verändern. Die Sprache, die Stimmung und auch das Datum ist wichtig. Jeder Buchstabe erzählt seine Geschichte. Auf den Punkt gebracht und perfekter Schreibstil. Man merkt wie gut die Autorin die Charaktere beschreibt. Man hat ein klares Bild von beiden. Jedes Umblättern eine Enttäuschung und ein Entsetzen nach dem anderen. Einfach gut geschrieben! Eine brutale, aber auch realistische Nachricht für diese Zeit. Sie betohnt wie sehr der Nationalsozialismus die Menschen verändern kann und ihnen eine Gehirnwäsche verpasst. Danke an meinem Lehrer, der es für die Klasse gekauft hat. Ich schätze das sehr. Auf jeden Fall: 5💫

Dieser kleine Briefroman hat es mehr als in sich. Auf circa 60 Seiten wird intensiv der Niedergang einer tiefen Freundschaft zwischen einem amerikanischen Juden und einem in die Heimat zurückgekehrten Deutschen während Anbruch des Dritten Reiches erzählt. "Adressat unbekannt" zeigt, wie bitter "süß" Rache allein durch geschriebene Worte sein kann und verdeutlicht das Schreckensbild der damaligen Zeit.
Unbedingt lesen!
Gerade mal 60 Seiten lang ist dieser Briefroman, aber der Sog entwickelt sich so irre schnell, mit jeder Seite wird man sprachloser. Was für ein Schatz! Alleine die Tatsache, dass dieser Roman 1938 (!) veröffentlicht wurde, ist beeindruckend. Ich bin absolut begeistert und teile Elke Heidenreichs Meinung, dass er viel mehr gelesen werden sollte und sich vermutlich noch nie ein Drama auf weniger Seiten entwickelt hat. Absolute Empfehlung!
Über das Buch bin ich zufällig in der Onleihe gestolpert und eigentlich wollte ich gar keine Rezension dazu schreiben. Ein kurzer Briefroman. Was soll ich dazu schon großartig sagen? Allerdings merkte ich schnell, dass die Briefe von Martin und Max mich bewegen und meinen Kopf mit Gedanken füllen. Kressmann Taylor schafft es mit wenig Worten so viele Gefühle in mir auszulösen. Während der Briefwechsel recht locker startet, merkt man sehr schnell Veränderungen im Ton der Beiden. Max zeigt sich schon im ersten Brief leicht besorgt und ich als Leser kenne die Geschichte ja bereits. Ich weiß, dass seine Sorge berechtigt ist. Und ich hoffte. Hoffte, dass Martin ihn beruhigen kann und ihre Freundschaft bestehen bleibt. Aber Martin schreibt selbst "Überwundene Verzweiflung treibt die Menschen oftmals in törichte Richtungen." und auch so erfahren wir Leser schneller als uns lieb ist, dass auch Martin törichte Richtungen eingeschlagen hat. Schnell wird klar, dass er sich den Nationalsozialisten angeschlossen hat. Dass er Hitler unterstützt und nicht mehr hinterfragt, obwohl auch er zuvor Zweifel geäußert hat. Dass er seine Stellung rechtfertigt, in dem er meint "Vierzehn Jahre lang haben wir unseren Kopf unter der Schmach der Niederlage gebeugt." Mit "Wir" sind natürlich die Deutschen gemeint. Und genau da liegt der Punkt, denn Martin hat in den USA gelebt und seinen Kopf überhaupt keiner Schmach gebeugt. Von Brief zu Brief wurde die Spannung größer und greifbarer. Wut, Enttäuschung, leise Trauer und Resignation sind aus den Briefen zu lesen. Man hört förmlich, wie spottend Martin über Max spricht und ich war wirklich schockiert, welche Worte er seinem alten und doch guten Freund schreibt. Der Höhepunkt des Briefwechsels kommt schnell und ich war wirklich getroffen. Das Buch redet nichts schön und zeigt eine Geschichte auf, die so tatsächlich hätte passieren können. Die vielleicht auch so stattfand? Wer weiß das schon. Wie viele Freundschaften aufgrund der damaligen Politik zerbrochen sind, weil Menschen wie Martin sich einlullen und mitreißen lassen. Ich war so bestürzt von seiner unglaublichen Abgebrühtheit, dass ich nicht glauben konnte, dass wirklich Martin diese Worte schrieb. Seine Wendung zum Ende hin konnte ich dann nur mit ähnlichem Spott verfolgen, den er zuvor Max entgegenbrachte. Das Nachwort von Elke Heidenreich ist wirklich grandios und sie trifft mit ihren Worten mitten ins Schwarze, denn sie fasst genau das zusammen, was auch ich beim Lesen dachte. Ich kann mich ihr nur anschließen, wenn sie sagt, dass "Adressat unbekannt" unbedingt überall Pflichtlektüre werden sollte, denn so gerne ich die Zeit des Zweiten Weltkrieges im Unterricht auch behandelt hätte, noch interessanter wäre es mit dieser Lektüre geworden, denn trotz ihrer Kürze bewegt sie und drückt unheimlich viel aus.
Ich hatte nicht erwartet, daß Du für mein Volk zur Waffe greifen würdest, weil es mein Volk ist, sondern weil Du ein Mann warst, der die Gerechtigkeit liebte. (Buchzitat Seite 41) Adressat unbekannt von Kathrine Kressmann Taylor ist ein kurzweiliger, aber äußerst eindringlicher Briefroman, der die zerstörerische Kraft von Ideologien und die Tragik einer zerbrochenen Freundschaft thematisiert. Die 1903 geborene Autorin war Journalistin und Werbetexterin und veröffentlichte 1938 diesen Kurzroman, der weltweit große Beachtung fand, jedoch lange in Vergessenheit geriet. Erst in den 1990er-Jahren wurde das Werk wiederentdeckt und erfreut sich seither wachsender Aktualität. Worum geht's genau? Der Roman erzählt in nur 18 Briefen und einem Telegramm die Geschichte zweier Männer, deren Freundschaft durch die politische Radikalisierung in den Jahren um Hitlers Machtergreifung zerbricht. Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein, früher Geschäftspartner und enge Freunde, tauschen sich über Briefe aus. Doch mit der Zeit zeigt sich, wie die nationalsozialistische Ideologie Martin verändert – bis hin zu Verrat und letztlich bitterer Rache. Trotz seiner Kürze entfaltet der Roman eine enorme emotionale Tiefe und beleuchtet auf schockierende Weise die Verführbarkeit durch totalitäre Systeme. Meine Meinung Das Buch wurde mir von einer Bekannten empfohlen, und obwohl ich zunächst nicht wusste, worum es ging, habe ich es kurzerhand bestellt. Schon das Vorwort von Elke Heidenreich hat mich begeistert: Die Autorin gibt darin interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die Bedeutung des Romans. Heidenreichs Resümee zum Buch: „Wenn es auf Leben und Tod geht, das zeigt die Autorin, dann geht es nur noch ums Überleben. Dann spielt Menschlichkeit keine Rolle mehr, auf beiden Seiten nicht. “ Beim Lesen war ich tief erschüttert. Es ist unglaublich, wie Kathrine Kressmann Taylor es schafft, auf nur knapp 50 Seiten eine derart kraftvolle und tragische Geschichte zu erzählen. Der kurze, prägnante Stil lässt kein Wort zu viel erscheinen, kein Detail fehlt. Die Entwicklung von Martin, der zunehmend den Ideologien des Nationalsozialismus verfällt, und der verzweifelte, verletzte Ton in Max' Briefen sind aufwühlend und schockierend zugleich. Mich hat die schlichte, aber umso beklemmendere Art, mit der Taylor zeigt, wie schnell politische Überzeugungen Freundschaften zerstören können, nachhaltig beeindruckt und zum Nachdenken gebracht – nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Gegenwart. Es verdeutlicht auf erschreckende Weise, wie Ideologien Menschen verändern können und wie gefährlich es ist, sich von ihnen einnehmen zu lassen. Die Botschaft ist universell und zeitlos: Adressat unbekannt ist ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Plädoyer für Wachsamkeit gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Fazit Adressat unbekannt ist ein literarisches Meisterwerk, das trotz seiner Kürze eine enorme Wucht entfaltet. Kathrine Kressmann Taylor zeigt in bewegender Schlichtheit, wie Ideologien Freundschaften zerstören und Leben ruinieren können. Für alle, die sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Gegenwart besser verstehen wollen, ist dieses Buch ein absolutes Muss. 5 von 5 Sternen.
Kurz und eindringlich
Wow, was für ein Briefwechsel! Es wurde mir richtig kalt beim Hören. Toll dass Max und Martin von unterschielichen Sprechern vorgelesen wurden. Beide Stimmen sind passend, sie bekommen die sich ändernde Tonalität gut dargestellt. Absolute Hörempfehlung! Sicher auch als Buch lesenswert, auch für Jugendliche zu empfehlen.
Ein zeitloses Buch, das man gelesen haben muss
"Adressat unbekannt" ist ein kurzer, aber intensiver Roman. Wer nach einer emotional ergreifenden und gesellschaftlich relevanten Lektüre sucht, wird mit diesem Buch eine außergewöhnliche Entdeckung machen. Ein Meisterwerk der Verdichtung und ein literarisches Mahnmal gegen Intoleranz. 🖤
Intensiv erzählter, bewegender Briefwechsel um eine Freundschaft und ihren Verrat
Übersetzt von Dorothee Böhm Martin Schulse führt gemeinsam mit seinem jüdischen Freund Max Eisenstein eine Kunstgalerie in San Francisco. Im Jahr 1932 entschließt Martin sich mit seiner Familie in seine Heimat, nach Deutschland, zurückzukehren. Die beiden Freunde bleiben über Briefe in Kontakt. Mit der Machtergreifung Hitlers gibt es eine dramatische Entwicklung in dieser so gefestigt erscheinenden Freundschaft. Der im Roman beschriebene Briefwechsel ist fiktiv und wurde das erste Mal 1938 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift "Story" veröffentlicht; kurz danach geriet er in Vergessenheit. Angesichts der zunehmenden weltweiten Fremdenfeindlichkeit und des wachsenden Antisemitismus, veröffentlichte dieselbe Zeitschrift im Jahr 1992 die Geschichte erneut. Das Buch umfasst inklusive des Nachworts nur knapp 70 Seiten. Diese wenigen Seiten entfalten aber eine Wucht, die es in sich hat: Der Briefwechsel hat mich sehr berührt und regt zum Nachdenken an. Und auch, wenn es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, so kann man sich sehr gut vorstellen, dass die ein oder andere Freundschaft zu dieser Zeit einen ähnlich dramatischen Verlauf genommen hat. "Die zeitlose Botschaft von 'Adressat unbekannt' wendet sich an unser moralisches Empfinden, und nicht zuletzt deshalb hat dieser Band einen Platz in jedem Bücherregal verdient." (aus dem Nachwort von Lois Rosenthal, Herausgeberin der Zeitschrift "Story") Dem Zitat von Lois Rosenthal folgend, kann ich abschließend deswegen nur schreiben: Lest dieses Buch!
Worum geht´s? Der Deutsche Martin und der amerikanische Jude Max sind Geschäftspartner. Als Martin sich 1932 entscheidet, mit seiner Familie zurück nach Deutschland zu kehren, verkehren die beiden in einem Briefwechsel miteinander. Meine Meinung: Wie will man solch ein Buch bewerten, wenn man keine Worte findet, die ihm gerecht werden. Auf gerade einmal 64 Seiten taucht man hier in die Zeit des Nationalsozialismus ein und erfährt, wie unmenschlich und grausam dies für die Menschen dieser Zeit sein musste. Eine Freundschaft, die auseinander bricht, Menschen, die sich verändern und vor nichts zurückschrecken, Leben, die vergeudet werden. Es ist immer wieder grausam, diese Schilderungen zu lesen und sich vorzustellen, was es bedeutet, in einer solchen Zeit zu leben. Ich möchte zu diesem Buch nicht viele Worte verlieren. Ich kann nur sagen, dass es mich wieder einmal sprachlos und berührt zurück gelassen hat und ich es Jedem von Euch ans Herz legen kann.
Zeitlos und tiefgründig
Dieser hochgradig aktuelle, bereits aber 1938 erstmals in den USA erschienene Roman sollte meiner Meinung nach unbedingt in der Schule behandelt werden. Die Autorin zeigt hier, komprimiert auf wenigen Seiten, eine Wende von Freundschaft hin zu Feigheit und Verrat, dass man sie dafür einfach nur bewundern kann. Martin Schulse kehrt zurück nach Deutschland und wird zunehmend vom antisemitischen Gedanken geprägt. So kündigt er ohne Skrupel aus purem Eigennutz die Freundschaft zu dem Juden Max, mit dem er jahrelang in Amerika ein Geschäft geleitet hat. Er geht sogar soweit, die einstige Geliebte, die Schwester von Max, zu opfern, wohlwissend, was ihr Schicksal ist, um seine Karriere zu retten und erwartet von Max dann auch noch Verständnis. Die folgende Rache, die auf eine wahnsinnig subtile Art und Weise erfolgt, ist mehr als verständlich, trägt sie doch einen für alle Menschen beherrschenden Gerechtigkeitsgedanken. Kopfschüttelnd erlebt der Leser dann einen Martin, der sich plötzlich auf die Freundschaft beruft, als es ihm selbst an den Kragen geht. An dieser Stelle kann man einfach nur pfui sagen, denn es zeigt eindrucksvoll, wie manche Menschen in solchen Situationen ticken, in denen Feigheit und Verrat einen höheren Stellenwert einnehmen als Freundschaft und Loyalität. Kressmanm Taylor kratzt mit ihrer zeitlosen Botschaft an unser moralisches Empfinden und schafft es, auf wenigen Seiten in einer literarisch grandiosen Art aufzuzeigen, wie Mitläufertum und Unaufrichtigkeit sich in Schuld und Täterschaft verwandeln. Meiner Meinung ein Roman, der in jedes Bücherregal und in der Oberstufe behandelt gehört.
So viel immense Brillianz, Wichtigkeit, Aktualität und Schock in so wenigen Worten, Sätzen. Eine Briefnovelle einer quasi unbekannten Autorin aus dem Jahre 1938. Ich stimme Elke Heidenreich zu, dieses Buch sollte jeder gelesen haben, Schullektüre werden - ganz im Sinne des "NIE WIEDER". Das ist unsere Verantwortung! Politisch, genial und brisant.
Ich bin hin- und hergerissen. Das Thema ist ein bedeutendes, der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die klare Erkennungsgabe der Autorin ist bemerkenswert, der Stil eines Briefromans lässt einerseits gerade so viel Nähe aufkommen, dass die Leserin/der Leser in die Geschichte hineinfindet, andererseits aber durch die Kürze wiederum so viel Distanz, dass die Leserin/der Leser schockiert zurückweichen kann, der Wandel ist (zumindest auf jüdischer Seite) überraschend, als Leser/in schwankt man zwischen Genugtuung aufgrund der gerecht erscheinenden Rache und Erschrecken, der Briefroman weckt so viele Gefühle auf einmal: am Anfang noch warm, dann befremdlich, dann schockierend, dann abstoßend, Unverständnis hervorrufend, Abscheu weckend und ja, was dann? Freude über die Gerechtigkeit, Verständnis für den trauernden Bruder oder ebenso Abscheu? - Und doch finde ich es im Gesamten ein wenig plump.
Spannend, fesselnd, großartig
Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich dieses kleine Buch empfehle. Einfach lesen und sich eine eigene Meinung bilden. Es ist unfassbar, auf welche Weise es hier geschafft wurde, eine Brücke in diesen Zeitabschnitt zu schlagen. Das Nachwort erzeugte Gänsehaut. Ganz klare Buchempfehlung!
Briefwechsel im 2. Weltkrieg: Eine Reise durch eine zerbrechende Freundschaft
Ihr solltet das Buch lesen wenn ihr: • Lust auf eine sehr kurze und trotzdem intensive Leseerfahrung habt, die sich thematisch mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt • den Briefaustausch einer alten Freundschaft mitverfolgen möchtet, die sich Stück für Stück verändert und zu Hass wird Was mir gut (+) gefallen hat: + die Geschichte ist einerseits kurzweilig , andererseits steckt viel emotionale Wucht drin: die Veränderung der Freundschaft der beiden Männer hat sich langsam aber stetig angebahnt und hat mich als es dann passiert ist ziemlich erschüttert + die Briefe haben mich auf eine intensive Reise geschickt: ich habe mich erschrocken, entrüstet den Kopf geschüttelt und Gänsehaut bekommen; und das alles in unter einer Stunde Leseerfahrung
Briefaustausch mit Power
Ich habe noch nie zuvor auf so wenig Seiten so einen großen, emotionalen Konflikt niedergeschrieben gesehen. Der Umbruch der deutschen Gesellschaft im Nationalsozialismus, die Verzweiflung der jüdischen Bevölkerung und letztendlich auch die Macht geschriebener Worte werden hier in einem zweiseitig Briefaustausch meisterhaft lesbar gemacht. In meinen Augen sollte es eine Pflichtlektüre an jeder Schule sein.
Es ist 1932 der Deutsche Martin Schulse und der Jude Max Eisenstein haben zusammen eine gut laufenden Kunstgalerie in Amerika und Martin zieht mit seiner Familie zurück nach Deutschland, während Max weiterhin die Galerie führt und Geld überweist. Wie sich die Freundschaft entwickelt solltet ihr selbst lesen. ACHTUNG SPOILER! Am Anfang merkt man in den Briefen wie gut die beiden befreundet sind. Relativ schnell merkt man das Martin sich dem Nationalsozialismus anschließt und versucht den Briefwechsel mit einem Juden zu beenden. Als Max Schwester, die in Deutschland ist, verschwindet bittet er Martin um Hilfe. Martin erklärt ihm dann das sie bei ihm Unterschlupf gesucht hat die er ihr verwehrt hat, weshalb sie getötet wurde. Nach diesem Brief nimmt Max Rache auf seine eigene Art. Bis der letzte Brief an Max zurück kommt mit der Begründung 'Adressat unbekannt'. Wow. Diese Briefe wurden 1938 von einer sehr unbekannten Autorin, über die man nicht viel weiß, eigentlich in einer Zeitung veröffentlicht. Sie sind frei erfunden aber es gab einen so großen Anklang das man es auch als Buch veröffentlichte. Erschreckend wie sie schon damals die Ereignisse des Holocaust so auf Papier gebracht hat. Heftig wie Max nach dem Tod seiner Schwester zurückschlägt und Martin auf einmal versucht seine Haut zu retten und auf die 'Freundschaft' plädiert. Ich habe dieses Buch durch Zufall vor einer Woche in einem Second Hand Buchladen mit und ich möchte es eigentlich gar nicht mit Sternen bewerten. Aber da man was angeben muss bekommt es 5 von 5.





















































