Abschied vom Phallozän

Abschied vom Phallozän

Hardback
4.58

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Description

Der Showdown des Anthropozäns scheint nah: Vor der Kulisse aus Klimakrise und Kriegen droht eine Handvoll machttrunkener und skrupelloser Politiker im Verein mit rücksichtslosen Techmilliardären die Welt gegen die Wand zu fahren. Was all diese Akteure von nie dagewesener globaler Wirkmacht gemein haben? Es sind ausnahmslos Männer. Ignoriert man diesen weißen Elefanten im Raum, hilft auch aller Aktivismus nicht, denn: Nicht der Mensch hat die Erde im Würgegriff, sondern das Patriarchat! Es zu überwinden hieße, den gröbsten globalen Problemen gebündelt entgegenzutreten. Sklaverei, Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus schienen bis vor Kurzem noch »alternativlos«, doch sie konnten weitestgehend aufgearbeitet werden, weil sie entlarvt wurden: als Missstände, die der Spezies Mensch unwürdig sind. Warum sollte das mit dem Patriarchat nicht auch gelingen?

Gertraud Klemm nimmt sich in ihrem leidenschaftlichen Essay matriarchale Gesellschaften aus Vergangenheit und Gegenwart zum Vorbild für ihre Ankündigung des Abschieds vom Phallozän – ein kraftvolles Gedankenspiel über matriarchale Inspiration, patriarchale Dekonstruktion und die Notwendigkeit der kolonialen Schubumkehr.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Politics
Format
Hardback
Pages
142
Price
20.60 €

Author Description

Gertraud Klemm, 1971 in Wien geboren, wuchs in Baden bei Wien auf, studierte Biologie und arbeitete bis 2005 als hygienische Gutachterin bei der Stadt Wien. Seither lebt sie mit ihrer Familie als freie Autorin in Pfaffstätten, Niederösterreich. Sie schreibt Romane, Theaterstücke, Gastkommentare und Essays für österreichische Zeitungen, und hält Reden zur aktuellen Lage der Frauenpolitik.

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Vertraut mir, LEST es

Es ist HAMMER. Zeigt auf, erklärt, gibt Denkanstöße zur Lösungsfindung und lädt dazu ein Lösungen zu finden. Ja, es richtet sich gezielt an die Leser, darüber nachzudenken, wie wir aus diesem, so ve rfahrenen Gesellschaftsmodell ausbrechen und es nachhaltig ändern können. Außerdem macht es Lust sich weiter, noch mehr mit dem Thema Gesellschaft- Paterichat- Ökonomie zu beschäftigen. MIR jedenfalls. Das werde ich auch tun. Das ist eines jener Lektüren, die IN JEDES GUT sortierte Buchregal/ Buchsammlung gehört. EHRLICH. Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG.

Vertraut mir, LEST es
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Wichtige Lektüre!

Gertraud Klemm ist eine sehr intelligente mutige Frau. Sie hat meinen größten Respekt! Diese Lektüre sollte jeder lesen, jeder.

Gertraud Klemm hat mit „Abschied vom Phällozän“ eine leidenschaftliche, wütende und zugleich hellsichtige Streitschrift verfasst, die keine Ausflüchte mehr erlaubt: Nicht „der Mensch“ an sich ist verantwortlich für die Zerstörung der Welt – es ist das Patriarchat, das als globales Machtprinzip seit Jahrtausenden Gewalt legitimiert, Ungleichheit zementiert und die Erde an den Rand des Zusammenbruchs geführt hat. Klemm stellt eine der provokantesten Fragen unserer Zeit: Wessen Anthropozän ist das eigentlich? Sie dekonstruiert den scheinbar neutralen Begriff als verharmlosendes Narrativ, das suggeriert, die ganze Menschheit habe gemeinsam die Verantwortung für Klimakrise, Kriege, Kapitalismus und globale Ungleichheit zu tragen. Dabei, so Klemm, ist die Welt vor allem von einer kleinen, mächtigen, meist männlichen Elite an den Abgrund geführt worden – skrupellose Politiker, technokratische Milliardäre, autoritäre Ideologen. Und es ist kein Zufall, dass all diese Akteure ein tradiertes, toxisches Männerbild verkörpern: aggressiv, machthungrig, empathielos, süchtig nach Dominanz. Ihr Gegenbegriff zum Anthropozän: Phällozän – das Zeitalter des übermächtigen Phallus, der politischen, ökonomischen und kulturellen Allgewalt der Männer. Dieser Begriff trifft ins Mark: zugespitzt, bildmächtig und zugleich analytisch treffsicher. Klemm gelingt mit „Abschied vom Phällozän“ ein bemerkenswerter Spagat: Ihr Text ist ein wütender Weckruf, aber er bleibt nie platt. Ihre Kritik ist durchdacht, kenntnisreich und durchzogen von historischen, philosophischen und soziologischen Bezügen. Sie nimmt das Patriarchat auseinander, nicht bloß als ideologisches Konstrukt, sondern als konkrete, strukturell gewachsene Machtform, die in allen gesellschaftlichen Bereichen operiert – von der Religion über die Wissenschaft bis zur Klimapolitik. Besonders eindrucksvoll ist ihre Entlarvung der gegenwärtigen Machtelite: Musk, Trump, Tate, Zuckerberg – sie erscheinen in Klemms Essay nicht nur als Einzelfiguren, sondern als Symptome eines Systems, das sich selbst immunisiert hat gegen Kritik. Ihre Männlichkeit ist schmalspurartig, eindimensional, infantilisierend – ein Phällozän im permanenten Erregungszustand. Was Klemms Essay so wirkungsvoll macht, ist seine kompromisslose Klarheit. Sie hat keine Geduld mehr für halbherzige Analysen, die den männlichen Machtfaktor ausklammern. Sie spricht aus, was oft im Subtext verbleibt: Dass das Patriarchat nicht „irgendwie da“ ist, sondern ein tief verwurzelter, systemischer Fehler in unserem zivilisatorischen Code – einer, der aufgearbeitet und überwunden werden muss, wie auch andere strukturelle Gewaltformen zuvor. Und doch ist ihr Vorschlag nicht destruktiv, sondern konstruktiv: Klemm plädiert für eine radikale geistige Neuorientierung, eine globale „Schubumkehr“, inspiriert von matriarchalen Gesellschaftsformen, die nicht romantisiert, sondern als reale, historische Alternativen gewürdigt werden. Es geht ihr nicht um Umkehr in die Vergangenheit, sondern um die Vorstellung, dass eine andere Welt nicht nur möglich, sondern dringend notwendig ist. „Abschied vom Phällozän“ ist keine einfache Lektüre – und das ist gut so. Gertraud Klemm zwingt uns, wegzusehen von „menschlichen Fehlern“ und hinzusehen auf ein Machtregime, das sich über Jahrtausende hinweg in unser Denken, unsere Institutionen und unser Selbstbild eingeschrieben hat. Sie benennt die Zusammenhänge, die zu oft ausgeblendet werden: zwischen Patriarchat und Ökokollaps, zwischen Männlichkeitsidealen und Gewalt, zwischen Macht und Entmenschlichung. Dieser Essay ist ein Manifest der Gegenwart – zornig, klug, unbequem und notwendig. Wer die globalen Krisen wirklich verstehen und verändern will, kommt an dieser Perspektive nicht mehr vorbei. Eine notwendige Streitschrift, die genau zur richtigen Zeit kommt!

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“(...) die vaterrechtliche Männlichkeit hat sich ihre erhabene Position durch Erniedrigung alles Weiblichen ertrampelt. (...) Sie ist der Grundstein für eine Vaterschaft, die die Mutterschaft ausbeutet, für eine Herrschaft, die Gewalt und Ungerechtigkeit legitimiert, für eine Wissenschaft, die das Weibliche pathologisiert hat, für eine Religion, die sich Götter ohne Penis nicht vorstellen kann und will.” Großartige Streitschrift! Gertraud Klemm holt zum Rundumschlag aus, stellt jede Menge Fragen, wünscht und hofft. Sie zeigt sehr gut auf, dass Matriarchate eben keine umgekehrten Patriarchate sind, sondern unser Weg raus aus Kapitalismus, Gewalt, Umweltzerstörung, Einsamkeit, Ungleichheit. Die aktuelle Situation, Kriege und auch den Klimawandel sollte man eben nicht nur dem Kapitalismus andichten, sondern explizit dem Patriarchat! Besonders gefallen hat mir die allumfassende Religionskritik, ohne Spiritualität an sich gänzlich zu verteufeln. Klemm versteht den Wunsch nach großen Festen, Abschieden, Hoffnung, Versöhnung mit der eigenen Sterblichkeit. Allerdings haben wir momentan keine Religion, die nicht zutiefst frauenfeindlich und patriarchal ist! Und ja, die Linke hat einen blinden Fleck, was den Islam angeht. Überhaupt stimme ich Klemm zu, dass wir Linken uns zu sehr von inneren Grabenkämpfen um korrekte Wörter ablenken lassen. Es wäre viel sinnvoller, sich auch bei kleinen Unstimmigkeiten klar und solidarisch zueinander zu stellen. Das Fortbestehen unserer Menschheit und Freiheit ist zu wichtig, um sich von solchen Streitigkeiten entzweien zu lassen. Scharfsinnig zeigt die Autorin außerdem auf, wie akzeptiert viele Formen von Misogynie gegenüber anderen Diskriminierungsformen noch sind. Indem sie uns Lesende darum bittet, sich mal vorzustellen an Feiertagen würden Schwarze Menschen statt Frauen gejagt und verprügelt werden (Klaasohm und andere Traditionen dieser Art), legt sie den Finger in die Wunde aus Akzeptanz eines unbändigen Frauenhasses, der uns vollkommen normal erscheint. Kritik an der nuklearen Kleinfamilie, die komplett ins “Private” verschoben wird, ist ebenfalls super wichtig. Die klassische Großfamilie ist bereits ausgestorben, die Kleinfamilie macht vor allem Frauen unglücklich und führt zu Einsamkeit. Deshalb entscheiden sich immer mehr von ihnen dagegen. Allerdings ist Individualismus keine Lösung und uns fehlen Konzepte, die die Paarbeziehung mit ein oder zwei Kindern ablösen. Unsere patriarchale Weltsicht hindert uns daran, dieses Thema neu zu denken. Matriarchate können da doch zumindest einen Versuch wert sein. Hoffnung bietet die Erkenntnis, dass das Patriarchat zwar grade ähnlich unausweichlich scheint wie der Kapitalismus, aber das galt einst auch für reine Monarchien, in denen das Volk kein Mitspracherecht hatte, und den Sklavenhandel, die wir erfolgreich überwunden haben. Eine andere, gerechtere Welt ist also möglich! “Zu den größten Errungenschaften des Patriarchats gehört die akribische Ausblendung von allem, was unseren patriarchalen Tunnelblick erweiterten und unsere Weltsicht infrage stellen könnte.” Was Mutterschaft angeht, bin ich nicht ganz bei Klemm, denn ich finde nicht, dass diese aus dem Feminismus rausgehalten wird. Im Gegenteil ist Mutterschaft hier eines der zentralen und wichtigsten Themen und der Großteil der publizierenden und lauten Feministinnen sind selbst Mütter. Tatsächlich wird mittlerweile sogar von feministischer Seite, die sich “Feminismus für alle” auf die Fahnen schreibt, auf bösartige Weise gegen kinderfreie Frauen gehetzt. Die wiederum zeigen sich zu Recht entsetzt, waren sie doch eigentlich Allys, die ebenfalls für eine bessere Welt für Kinder eingestanden sind (dafür braucht man nämlich gar keine eigenen, krass, ich weiß). Kinderfreie Frauen sind eine Minderheit, die von allen Seiten kritisiert, lächerlich gemacht und teilweise sogar bedroht wird. Dass Feministinnen dort jetzt mitmischen und sich (wie Rechte) pronatalistisch positionieren, kann nur als sehr gruseliger Teil des patriarchalen Backlashes verstanden werden. Ich muss Klemm aber nicht in allem zu 100 Prozent zustimmen, um diese Streitschrift zu mögen und die Autorin zu bewundern. Bitte lest sie!

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Feiern wir Mut & Klarheit hin zu neuen, geschlechtlich humanistisch gleichgestellten & gemeinwohl orientierten Strukturen

„Die einzige reale Macht, die wir kurzfristig haben, ist […]: uns zu bilden, zu vernetzen, zu empören und verweigern.“ Gertraud Klemm steigt ausreichend tief in die Thematik des sozialisierten, etablierten und verherrlichten Kultus & Systems des Patriachats ein. Sie skizziert die Domänen, die wir glaubten, ausgeglichen zu haben, und stellt uns damit vor ihr krasses Urteil: nichts ist besser, und wenn es uns so vorkommt ist es Teil des Systems, also wacht endlich auf! Ich teile viele ihrer Perspektiven, und sehe trotzdem wenig Chance & Attraktivität in radikalen Exit-Strategien, auch wenn wir sie in Utopien & Dystopien denken sollten, ernsthaft durchgehen und entscheiden. Ihr Buch rüttelt einen durch alle Themen einer gegensätzlichen Ordnung zu der jetzigen, und ich feiere ihren Mut und ihre Klarheit. Jeder sollte eine Streitschrift wie ihre gelesen haben, denn sie speicht den Mut an, uns nicht aus dem Konzept reden zu lassen von jenen, die verharren in dekonstruktiven und anti-humanistischen Systemen. (Anm.: Ich habe bewusst versucht das Wort Feminismus aus dieser Rezession zu entfernen, da dieser meiner Ansicht nach lediglich als Bewegung der angesprochenen Gruppen beschrieben wird, und den Kern nicht annähernd beschreibt)

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