Abschied leben
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Description
Abschied ist immer.
Abschied ist der Ort im Jetzt.
Wir verabschieden uns an Haustüren, auf Bahnhöfen, im eigenen Kopf, verabschieden uns von Menschen, die sterben, von Geliebten, die weiterziehen, von Kindern, die erwachsen werden. Von Wohnungen, Städten, Jobs. Aber auch von Meinungen und Prägungen, von früheren Ichs, von der Friedens- wie der Demokratiegewissheit. Abschiede sind Kummer oder auch Lust. Sind Schmerz und Mut. Wege und Irrwege. Abschied heißt nicht nur Beraubung und Trauer, sondern auch Verwandlung, Aufbruch, Abenteuer. Abschiede sind auch Wege in die Freiheit der Ungewissheit.
In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.
Book Information
Author Description
Gabriele von Arnim wurde 1946 in Hamburg geboren. Sie hat studiert, promoviert und zehn Jahre als freie Journalistin in New York gelebt. Danach schrieb sie u.a. für DIE ZEIT und SÜDDEUTSCHE, BR und WDR und arbeitete als Moderatorin für ARTE, SDR/SWR und SF. Ihre Bücher Das Leben ist ein vorübergehender Zustand und Der Trost der Schönheit waren SPIEGEL-Bestseller.
Posts
„Wir sind geschwächt, trauen wir uns nicht morgens die Nachriten zu lesen oder zu hören. Die Bilder will man schon gar nicht sehen. Wir klagen oder verstummen. Aber was passiert, wenn wir uns abwenden, das Herz verschließen, geht es uns dann besser? Leben wir dann geschützter, unbeschwerter? Heute habe ich einen Satz gehört, der nur auf den ersten Blick paradox erscheint: Der beste Schutz ist das geöffnete Herz. Die Welt nicht nur durch Spalten wahrnehmen, sondern die Herzfenster offen lassen. Das geöffnete Herz kann zwar schneller getroffen, empfindlicher verletzt werden, aber es fühlt und ist auch empfänglicher für Schönheit und Trost, für Freundlichkeit und Mitgefühl und kann Schmerz verwandeln in Führsorge, Hinwendung, Zärtlichkeit. Das geöffnete Herz ist beweglich, beatmet und wenn es leidet, weiß es, dass es lebendig ist und schöpft daraus Kraft. Der beste Schutz ist das geöffnete Herz. Wenn es weh tut, heilt es.“
Stellenweise berührend, aber zu politisch orientiert
„Was prägt uns mehr - unsere Vergangenheit oder die Erinnerungen an das, was wir für unsere Vergangenheit halten.“ Nach einem einführenden Prolog entfaltet sich eine lose Folge von Tagebucheinträgen, die sich über ein Jahr strecken. Sie nähern sich dem Thema „Abschied“ aus unterschiedlichen Perspektiven: persönlich, materiell, politisch. Die Autorin geht dabei der Frage nach, welchen Sinn Abschiede haben und warum sie von Beginn an zum Leben dazugehören. Besonders stark sind meines Erachtens die Passagen, in denen persönliche und philosophische Gedanken ineinandergreifen. Hier entsteht eine Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, die zum Nachdenken einlädt, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Weniger überzeugend wirkt hingegen die wiederkehrende Einbindung aktueller politischer Ereignisse rund um die erneute Präsidentschaft Donald Trumps. Diese Einschübe erscheinen stellenweise etwas aufgesetzt und durchbrechen den ansonsten sehr intimen Ton des Buches. Statt die Reflexion zu vertiefen, lenken sie teilweise davon ab. Die Autorin reflektiert zwar ihre sehr häufige Verwendung des Namens Trumps, findet aber keine Lösung außer, dass es nunmal zu viel „Trump“ auf der Welt gebe. Darüber hinaus bleibt die Struktur der Tagebucheinträge nicht immer ganz greifbar. Manche Gedanken wirken eher angedeutet als konsequent ausgeführt, wodurch ein gewisser roter Faden fehlt. Auch wiederholen sich einzelne Motive und Überlegungen, ohne dabei neue Perspektiven zu eröffnen.

Ein Buch, das den Blick weitet und nachklingt, für alle, die literarische Tagebücher und Essays lieben.
Über ein Jahr hinweg führt Gabriele von Arnim Tagebuch über das Abschiednehmen: vom Tag, von der Jugend, von der Kraft des eigenen Körpers, von sterbenden Menschen und vom letzten, unausweichlichen Abschied. Zugleich verabschiedet sie sich von Gewissheiten wie Frieden und liberaler Demokratie und sucht nach Zuversicht. Abschied, so ihre Grundidee, ist nicht nur Verlust, sondern auch Aufbruch und Freiheit. Von Arnims Sprache ist eine eigene Welt: bildstark, rhythmisch, voller erfundener Wortschöpfungen. Sie denkt nie abstrakt, sondern entlang konkreter Szenen, und die vielen literarischen Bezüge wirken wie ein Gespräch unter Freunden. Obwohl es um Vergänglichkeit geht, ist das Buch nie trostlos, sondern eine Einladung zum Staunen. Man sollte es allerdings langsam lesen, denn es ist assoziativ und sehr dicht.
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Abschied ist immer.
Abschied ist der Ort im Jetzt.
Wir verabschieden uns an Haustüren, auf Bahnhöfen, im eigenen Kopf, verabschieden uns von Menschen, die sterben, von Geliebten, die weiterziehen, von Kindern, die erwachsen werden. Von Wohnungen, Städten, Jobs. Aber auch von Meinungen und Prägungen, von früheren Ichs, von der Friedens- wie der Demokratiegewissheit. Abschiede sind Kummer oder auch Lust. Sind Schmerz und Mut. Wege und Irrwege. Abschied heißt nicht nur Beraubung und Trauer, sondern auch Verwandlung, Aufbruch, Abenteuer. Abschiede sind auch Wege in die Freiheit der Ungewissheit.
In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.
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Author Description
Gabriele von Arnim wurde 1946 in Hamburg geboren. Sie hat studiert, promoviert und zehn Jahre als freie Journalistin in New York gelebt. Danach schrieb sie u.a. für DIE ZEIT und SÜDDEUTSCHE, BR und WDR und arbeitete als Moderatorin für ARTE, SDR/SWR und SF. Ihre Bücher Das Leben ist ein vorübergehender Zustand und Der Trost der Schönheit waren SPIEGEL-Bestseller.
Posts
„Wir sind geschwächt, trauen wir uns nicht morgens die Nachriten zu lesen oder zu hören. Die Bilder will man schon gar nicht sehen. Wir klagen oder verstummen. Aber was passiert, wenn wir uns abwenden, das Herz verschließen, geht es uns dann besser? Leben wir dann geschützter, unbeschwerter? Heute habe ich einen Satz gehört, der nur auf den ersten Blick paradox erscheint: Der beste Schutz ist das geöffnete Herz. Die Welt nicht nur durch Spalten wahrnehmen, sondern die Herzfenster offen lassen. Das geöffnete Herz kann zwar schneller getroffen, empfindlicher verletzt werden, aber es fühlt und ist auch empfänglicher für Schönheit und Trost, für Freundlichkeit und Mitgefühl und kann Schmerz verwandeln in Führsorge, Hinwendung, Zärtlichkeit. Das geöffnete Herz ist beweglich, beatmet und wenn es leidet, weiß es, dass es lebendig ist und schöpft daraus Kraft. Der beste Schutz ist das geöffnete Herz. Wenn es weh tut, heilt es.“
Stellenweise berührend, aber zu politisch orientiert
„Was prägt uns mehr - unsere Vergangenheit oder die Erinnerungen an das, was wir für unsere Vergangenheit halten.“ Nach einem einführenden Prolog entfaltet sich eine lose Folge von Tagebucheinträgen, die sich über ein Jahr strecken. Sie nähern sich dem Thema „Abschied“ aus unterschiedlichen Perspektiven: persönlich, materiell, politisch. Die Autorin geht dabei der Frage nach, welchen Sinn Abschiede haben und warum sie von Beginn an zum Leben dazugehören. Besonders stark sind meines Erachtens die Passagen, in denen persönliche und philosophische Gedanken ineinandergreifen. Hier entsteht eine Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, die zum Nachdenken einlädt, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Weniger überzeugend wirkt hingegen die wiederkehrende Einbindung aktueller politischer Ereignisse rund um die erneute Präsidentschaft Donald Trumps. Diese Einschübe erscheinen stellenweise etwas aufgesetzt und durchbrechen den ansonsten sehr intimen Ton des Buches. Statt die Reflexion zu vertiefen, lenken sie teilweise davon ab. Die Autorin reflektiert zwar ihre sehr häufige Verwendung des Namens Trumps, findet aber keine Lösung außer, dass es nunmal zu viel „Trump“ auf der Welt gebe. Darüber hinaus bleibt die Struktur der Tagebucheinträge nicht immer ganz greifbar. Manche Gedanken wirken eher angedeutet als konsequent ausgeführt, wodurch ein gewisser roter Faden fehlt. Auch wiederholen sich einzelne Motive und Überlegungen, ohne dabei neue Perspektiven zu eröffnen.

Ein Buch, das den Blick weitet und nachklingt, für alle, die literarische Tagebücher und Essays lieben.
Über ein Jahr hinweg führt Gabriele von Arnim Tagebuch über das Abschiednehmen: vom Tag, von der Jugend, von der Kraft des eigenen Körpers, von sterbenden Menschen und vom letzten, unausweichlichen Abschied. Zugleich verabschiedet sie sich von Gewissheiten wie Frieden und liberaler Demokratie und sucht nach Zuversicht. Abschied, so ihre Grundidee, ist nicht nur Verlust, sondern auch Aufbruch und Freiheit. Von Arnims Sprache ist eine eigene Welt: bildstark, rhythmisch, voller erfundener Wortschöpfungen. Sie denkt nie abstrakt, sondern entlang konkreter Szenen, und die vielen literarischen Bezüge wirken wie ein Gespräch unter Freunden. Obwohl es um Vergänglichkeit geht, ist das Buch nie trostlos, sondern eine Einladung zum Staunen. Man sollte es allerdings langsam lesen, denn es ist assoziativ und sehr dicht.






