Absalom, Absalom!

Absalom, Absalom!

Hardback
3.47
HerrenhausLiteraturnobelpreisträgerSutpenYoknapatawpha

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

In neuer Übersetzung von Nikolaus Stingl: «Absalom, Absalom», der vielleicht berühmteste und beste Roman aus dem Faulkner'schen Mythos des Yoknapatawpha Cunty in Mississippi.


Aus der biblischen Geschichte von Absalom, in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs versetzt, wird die Geschichte der Sutpens, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt.
Thomas Sutpen stammt aus einer armen weißen Familie, heiratet auf Haiti die reiche Eulalia Bon und taucht 1833 plötzlich mit einem Haufen schwarzer Sklaven in Jefferson auf, wo er Land kauft, ein Herrenhaus errichtet, ein zweites Mal heiratet und gesellschaftliches Ansehen erwirbt. Er hat aus dieser Ehe zwei Kinder, Judith und Henry, aber er hat eben auch einen Sohn aus der ersten Ehe, Charles Bon, einen Studienfreund Henrys, der sich ahnungslos in Judith verliebt.

Nach Ende des Bürgerkriegs, der die Liebenden für eine Weile trennt, kommt es zu einer fatalen Begegnung zwischen Charles und Henry, in deren Verlauf Henry seinen Halbbruder erschießt – nicht etwa wegen des drohenden Inzests, sondern wegen des möglichen «Negerbluts» in den Adern von Charles. Henry flieht und lässt seinen Vater ohne männlichen Erben zurück, womit der Niedergang der Familie Sutpen besiegelt scheint ...



All das kommt bruchstückhaft vor die Augen des Lesers, mit großen Zeitsprüngen und einer Erzähltechnik, die den amerikanischen Roman revolutioniert und zahlreiche Schriftsteller weltweit beeinflusst hat. Es geht um Schuld und Schuldgefühle der Sklavenhaltergesellschaft, den unmöglichen Versuch, die Niederlage im Bürgerkrieg als notwendig zu erkennen, die Macht des Geldes und die Verwüstungen, die es anrichtet. Es ist ein phantastisches Zeitbild, heute so modern und aktuell wie damals.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Generational Novels
Format
Hardback
Pages
480
Price
25.70 €

Author Description

William Faulkner, am 25. September 1897 in Albany, Mississippi, als William Cuthbert Falkner geboren, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Neben seinem umfänglichen Werk, einer Chronik von Glanz und Verfall der Südstaaten, verfasste er Drehbücher, unter anderem zu Raymond Chandlers «The Big Sleep» und Ernest Hemingways «To Have and Have Not», beide unter der Regie von Howard Hawks. Faulkner wurde zweimal mit dem Pulitzer-Preis und dem O'Henry Award ausgezeichnet, erhielt den National Book Award und 1950 den Nobelpreis für Literatur. Er starb am 6. Juli 1962.

Posts

2
All
3

Der Roman „Absalom, Absalom!“ von Faulkner erschien erstmals 1936 und erzählt in einer hochkomplexen Erzählstruktur, den Aufstieg und Fall einer Südstaatendynastie - der Sutpens -, welche als Analogie des Zeitgeists, des amerikanischen Südens verstanden werden darf. Faulkner zeichnet hier in düsteren Farben ein Porträt, in dessen Zentrum die perniziöse Last der Vergangenheit, die malignen Rassentheorien - sowie Ideologien -, die kulminierende zerstörerische Macht des amerikanischen Bürgerkriegs, Inzest und die despotische Natur des Patriarchats stehen. Absalom - eine biblische Figur und der aufwieglerische Sohn König Davids -, der seinen Bruder ermordet, dient hier als titelgebende Analogie. Die Abfolge der Ereignisse wird in nicht linearen Kapiteln transmittiert, welche den Zeitraum zwischen den 1830er Jahren und dem Jahr 1910 umfassen. Stellenweise ist das Leseerlebnis recht anstrengend, da Faulkner mit ausufernden Hypotaxen, welche stellenweise über mehrere Seiten gestreckt werden, arbeitet. Der Inhalt bleibt durch die wechselnden Perspektiven, Zeitsprünge und persönlich geprägten Assoziationen der Figuren, bis zum Ende schwer zu greifen. Trotz der intrikat-diffizilen Erzählweise - oder genau aufgrund dieser -, bleibt mir das Werk als ein absolutes Unikum im Gedächtnis.

Post image
4

Absalom, Absalom! - Was hat der Ausruf eines biblischen Königs, mit welchem dieser den tragischen Tod seines Rebellensohnes beklagt, mit einem Südstaatenepos zu tun? Mit einer Geschichte, die rund um den amerikanischen Bürgerkrieg in der fiktiven Kleinstadt Jefferson in Mississippi angesiedelt ist? Eilfertig ist der Klappentext mit einer möglichen Verbindung aus dem Leben des unglücklichen Absalom mit dem Romantext zur Hand: aber würde es uns der Nobelpreisträger William Faulkner (1897-1962), der für seine komplexen Werke bekannt ist, wirklich so leicht gemacht haben? Was mit der Totenklage aber auf jeden Fall zum Ausdruck gebracht wird, ist der schmerzliche und unwiderbringliche Verlust. Und auch die Hauptperson dieses Dramas, Thomas Sutpen, der eigentlich mit eisener Willenskraft (und dem Einsatz von Sklaven) ein eigenes Imperium erschaffen wollen, muss diese Schmerzen erdulden, die er (wie auch sein biblisches Vorbild) zum großen Teil selbst verschuldet. ..., und so kam die Geschichte... in Umlauf: dass in der Nacht vor Weihnachten ein Streit, nicht zwischen Bon [verheimtlichter Sohn aus 1. Ehe] und Henry [Sohn aus 2. Ehe] oder Bon und [Thomas] Sutpen [Vater], sondern zwischen Sohn und Vater ausgebrochen war und dass Henry seinen Vater und das Dach, unter dem er geboren war, verflucht und sein Geburtsrecht verworfen hatte und dass er und Bon in der Nacht fortgeritten waren, während die Mutter zusammenbrach - die letztere nicht, so glaubte man in der Stadt, wegen der aufgeflogenen Heirat, sondern wegen der erschreckenden Wirklichkeit die in ihr Leben eintrat: so wie ein Tier, ehe ihm die Kehle durchgeschnitten wird, den barmherzigen Schlag der Axt empfängt. So viel also hörte Miss Rosa. Was sie sich dabei dachte weiß niemand. Die Stadt meinte, dass Henrys Handlungsweise seiner leicht entflammbaren Jugend entsprach, zumal er ja ein Sutpen war, und dass die Zeit alles in Ordnung bringen würde. - Zitat, Seite 83 Aber natürlich irrt die Stadt - nichts kommt wieder ins Lot bei dieser Geschichte. Und was würde man auch anderes erwarten von einem Roman in dem es namentlich um die Themen Inzest, Gewalt, Verrat und Rassismus geht ... Und wer jetzt denkt, dass die Thematik ja schon denkbar schwer bis problematisch ist und der Schreibstil wahrscheinlich nun die kleinere Herausforderung - der irrt gewaltig. Verworren und verschachtelt kreisen die unterschiedlichen Erzählstimmen um die Geschichte, schmücken diese nach Gutdünken aus und fügen eigene Überlegungen in die Fragmente der Erinnerungen ein. Und weil dies noch nicht genug an Beiträgen ist, mischt sich dann auch noch zwischendurch ein auktorialer Erzähler ein, um die Intention der Beteiligten zu kommentieren. Und warum lohnt es sich, trotz allem am Ball zu bleiben? - Weil William Faulkner einfach ein begnadeter Schriftsteller ist, dessen Sprache, die nicht selten lyrisch anmutet, unglaublich faszinierend und wandelbar zugleich ist. FAZIT Holy moly - selten habe ich solche Schwierigkeiten mit einer Lektüre gehabt, wie mit diesem Roman. Die Struktur hatte ihre Herausforderungen, aber hier waren es vor allem der Rassismus in der Geschichte, der schwer zu ertragen war. Immer wieder musste ich die Lektüre unterbrechen, weil diese extrem abwertenden Begriffe gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe und die Aussagen über Blut und Rasse mir großes Unbehagen und zum Teil auch tatsächliche Übelkeit verursachten. Dennoch halte ich diesen Roman gerade zeitgeschichtlich für relevant. William Faulkner zeichnet ein sehr realistisch wirkendes Bild seiner Geschichte und der damaligen Gesellschaft. Seine Protagonisten sind ambivalent gestaltet und deren Wahrnehmungen sind durch den Zeitgeist beeinflusst. Wer jedoch sensibel auf Rassismus oder kritische Begriffe wie das N-Wort reagiert, sollte es sorgfältig erwägen, ob er zur Lektüre greift. Dazusagen sollte ich außerdem, dass ich die ältere Ausgabe des Rowohlt Verlags mit der Übersetzung von Hermann Stresau gelesen habe. Mittlerweile liegt eine Neuübersetzung von Nikolaus Sting aus dem Jahre 2015 vor, die vielleicht etwas leichter zugänglich ist. Für dieses Buch vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung.

Create Post