»Wir haben es nicht gut gemacht.«

»Wir haben es nicht gut gemacht.«

CD-Audio
4.721

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Description

Frühjahr 1958: Ingeborg Bachmann ist gefeierte Lyrikerin, Preisträgerin der Gruppe 47 und ›Coverstar‹ des Spiegel. Nun wird ihr Hörspiel »Der gute Gott von Manhattan« gesendet. Max Frisch, in dieser Zeit mit Inszenierungen von »Biedermann und die Brandstifter« beschäftigt, schreibt der jungen Dichterin, wie begeistert er von dem Hörspiel und wie wichtig der Blickwinkel der Frau, die Beleuchtung der »anderen Seite« sei. Mit Bachmanns Antwort im Juni 1958 beginnt ein Briefwechsel, der – vom Kennenlernen bis lange nach der Trennung – in fast 300 überlieferten Schriftstücken Zeugnis ablegt vom Leben, Lieben und Leiden eines der bekanntesten Paare der deutschsprachigen Literatur: Nähe und Distanz, Bewunderung und Rivalität, Eifersucht, Fluchtimpulse und Verlustangst, aber auch die Schwierigkeiten des Arbeitens in einer gemeinsamen Wohnung und die Spannung zwischen Schriftstellerexistenz und Zweisamkeit – die Themen der autobiografischen Zeugnisse sind zeitlos. Die Briefe zeigen einmal mehr, dass Leben und Werk nicht zu trennen sind, sie sind intime Mitteilungen und zugleich Weltliteratur. Kommentiert von den Herausgeberinnen Barbara Wiedemann und Renate Langer, eröffnet dieser Briefwechsel eine neue und überraschende Perspektive auf die Beziehung von Ingeborg Bachmann und Max Frisch.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Diaries & Letters
Format
CD-Audio
Pages
N/A
Price
36.30 €

Posts

3
All
5

Der Briefwechsel zwischen Bachmann und Frisch liegt mir als Print-Vorgabe sowie als Hörbuch vor. Die Printausgabe umfasst zunächst über 578 Seiten den eigentlichen Briefwechsel sowie über weitere fast 500 Seiten Kommentare, Nachweise, Zeittafeln, Fotos, Namensregister und Werkregister. Alles in allem ein monumentales Werk, welches hier von Suhrkamp und PIPER gemeinsam herausgegeben wurde. Im Abitur habe ich (klassischerweise) Homo Faber gelesen und war schockverliebt. Stiller, Andorra, Gantenbein etc. - wie man heute sagen würde - habe ich gefeiert. Über das Privatleben von Max Frisch habe ich mir damals wenig Gedanken gemacht - Google gab es noch nicht. Somit wusste ich über Ingeborg Bachmann und die Beziehung der beiden nichts. Im Laufe der Jahre stand Frisch (mit seinen Gesammelten Werken) in meinem Regal - aber es gibt ja noch weiteren guten Lesestoff. Dann fand ich zufällig das hier besprochene Buch und musste es haben Ich hatte mich bereits an die ersten Seiten gemacht, als ich auf das Hörbuches aufmerksam wurde - umgesetzt von Lowspeak - grandios gelesen von Johanna Wokalek und Matthias Brandt. —— Zum Inhalt Im Frühjahr 1958 schreibt Max Frisch an die „junge Dichterin“ Ingeborg Bachmann einen Brief, weil er von ihrem Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ begeistert ist. Mit Bachmanns Antwort beginnt ein Briefwechsel, der in fast dreihundert überlieferten Schriftstücken Zeugnis ablegt von der bis 1963 währenden schwierigen Liebe eines der bekanntesten deutschen Schriftstellerpaare. Nähe und Distanz, Bewunderung und Rivalität, Eifersucht, Fluchtimpulse und Verlustangst prägen die intimen Mitteilungen, die zugleich Weltliteratur sind. Eine Anmerkung des Verlags Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2024 in der Kategorie "Das besondere Hörbuch" Begründung der Nominierungsjury: "Um diese Briefe vortragen zu können, die zwei Menschen sich schrieben, die einander verzweifelt geliebt und dabei tief verletzt haben, sind Johanna Wokalek und Matthias Brandt in die innersten Winkel eigener innerer Wahrhaftigkeit und Abgründe gestiegen. Beim Lesen der Briefe könnte man auf Distanz bleiben, beim Hören dieses außergewöhnlichen Kunstwerks entfaltet sich eine Ahnung von Liebesunfähigkeit, die nicht nur Ingeborg Bachmann und Max Frisch betrifft, sondern uns alle." —— Ich kann zum Inhalt eigentlich kaum mehr sagen. Zur Beziehung zwischen den beiden, kann man viele Quellen bemühen (heutzutage auch Google); die Tiefe, Komplexität und Kompliziertheit ergibt sich aber erst aus diesen Briefwechseln. Ich würde vorgreifen, wenn ich eine Färbung meiner Meinung äußern würde. Jedoch kann ich sagen, dass ich schwer beeindruckt, zum Teil erschüttert zugehört, gelesen habe, in welcher Form Bachmann und Frisch sich missverstanden haben, in welcher eigenen Welt (heute würde man sagen Bubble) sie sich jeweils bewegt haben, während die sie glaubten, den anderen zu verstehen, selbst aber missverstanden zu werden - und später ernüchtert oder auch weiterhin fehlgeleitet die Realität oder auch die Gedankenwelt des/der anderen wieder anders zu verstehen - und auch die eigene. Man sieht, ich finde kaum die Worte, hier etwas zusammenzubringen, ohne dass ich den vielleicht interessierten Leser oder Hörer beeinflussen würde. Von meiner Warte aus kann/muss ich sagen, dass ich Frisch noch einmal anders erleben durfte; und auch Bachmann, deren Werke mir bis dato nicht bekannt waren/sind. Beide zeigen sämtliche menschliche Facetten der Liebe und der Beziehungskrisen auf - wobei man auch gut erkennt, dass Liebe, Sehnsucht, Hass, Misstrauen, Verzweifung und Hoffnung verdammt eng beieinander liegen können. Als Print - mit dem immens großen Anhang - ein große Leistung! Als Hörbuch - mit zwei Stimmen, die sehr überzeugen und eingestreuten richtig gesetzten Kommentaren - noch einmal mehr eine grandiose Leistung! Die Nominierung für den Hörbuchpreis ist mehr als gerechtfertigt! Von meiner Seite 10/10 - in beiden Fällen.

5

Was für ein großartiges Hörbuch! Sehr einfühlsam gelesen. Wir tauchen ein in die deutschsprachige Literaturwelt der 50er/60er Jahre in Deutschland, Bachmann und Frisch zerfleischen sich in einer OnOff-Beziehung und wir erleben anhand ihrer Briefe auch die Entstehung der eigenen Bücher und ihre Kontakte zu anderen Autor*innen. Sehr sehr empfehlenswert

4.5

Intimer Briefwechsel

Beim hören stellt sich ein voyeuristisches Gefühl über kurz oder lang ein… man ist dabei wie zwei großartige Schriftsteller zueinander finden & aufgrund tragischer Umstände doch nicht zusammen bleiben können… wurde wunderbar eingelesen… die Einordnungen zwischendurch waren sehr hilfreich um die Beziehung von Bachmann & Frisch nachvollziehen zu können

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