Swans Song - Buch 2: Das scharlachrote Auge
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Posts
Die Reise lohnt sich, aber Band 2 opfert die harte Dystopie für Magie und bequeme Schwarz-Weiß-Lösungen.
Vorweg eine kurze Anmerkung: Die deutsche Ausgabe teilt Swan Song in zwei Bände auf. Diese Rezension deckt also die zweite Hälfte ab – aber unweigerlich auch ein Stück das Gesamtwerk. Das scharlachrote Auge setzt sieben Jahre nach dem Fall der Bomben an, und dieser Zeitsprung zündet sofort. McCammon nutzt den zeitlichen Abstand geschickt: Die Welt hat sich in ihrer eigenen, düsteren Logik eingerichtet, Gemeinschaften sind aus dem Nichts entstanden, und das schiere Gewicht der verstrichenen Zeit verleiht allem eine Ernsthaftigkeit, die das unmittelbare Chaos des ersten Bandes so nicht bieten konnte. Ein wirklich gelungener Einstieg. Das Problem ist eher das, was passiert, wenn man erst einmal mittendrin steckt. Ungefähr ab der Hälfte lässt sich die Story zu offensichtlich in ihre Karten blicken – und ändert daran auch nichts mehr. Die Figuren treffen eher die Entscheidungen, die der Plot gerade braucht, als jene, die sich echt anfühlen. Die Guten strahlen praktisch vor Reinheit. Die Bösen entstellen sich im Laufe der Zeit buchstäblich selbst, sodass ihr Äußeres perfekt zu ihrem Inneren passt – nur für den Fall, dass man noch irgendwelche Zweifel daran hatte, auf wessen Seite sie stehen. Jede moralische Grauzone, die im ersten Band noch aufblitzte, ist hier weitgehend verschwunden. Der übernatürliche Erzählstrang – schon im ersten Band mein größter Kritikpunkt – nimmt hier noch mehr Raum ein. Swans Kräfte, der Mann ohne Gesicht, die finale Auflösung des Ganzen: Alles fügt sich am Ende so allzu glatt und sauber zusammen, dass es sich eher nach Autoren-Bequemlichkeit als nach einer verdienten Entwicklung anfühlt. Ecken und Kanten werden nach und nach weggeschliffen, bis das Finale schließlich näher an einem Märchen als an einem postapokalyptischen Thriller landet. Zusammengenommen ist Swan Song die Reise definitiv wert – besonders der erste Band. Aber der gesamte Handlungsbogen endet letztlich zahmer und vorhersehbarer, als es diese düstere, dystopische Welt verdient gehabt hätte.

Highlight Reihe und perfekter Showdown!
Wow, nach dem fulminant überragenden ersten Teil, musste natürlich gleich der Zweite in Angriff genommen werden. Ich verzichte an dieser Stelle auf einen inhaltlichen Überblick um nicht zu spoilern, aber so viel vorweg, es steht dem ersten Band in Nichts nach. Auch werden hier ganz toll die Charaktere weiter ausgebaut und die Stimmung untereinander und vor allem miteinander erwärmen einen stellenweise das Herz. Klar hat man auch wieder ganz kategorisch und ohne Luft die Seiten von Gut und Böse, aber trotzdem habe ich jede Seite geliebt. Es hat mich wieder von Anfang an ganz fest im Griff gehabt und ich konnte es einfach nicht beiseitelegen und so gingen viele Nachtstunden ins Lesen und der Schlaf bliebt aus. Wie könnte ich auch schlafen, wenn so viele spannende Sachen auf mich warten und einfach gelesen werden musste, wer weiterlebt oder tragisch von uns scheidet. Was auch ein großer Bonus für mich in diesem Band war, war alles rund um die Hiobsmaske und deren Folgen, das fand ich auch so gut und passte perfekt zu der Geschichte. Die verschiedenen Handlungsstränge vereinen sich wie von selbst und bis zum Schluss ist der Spannungsbogen weit gespannt. Auch der kleine Coming-of-Age Schwank finde ich so gut und ich musste mir ganz oft ein "ooohhh, wie niedlich" verkneifen. Also ihr habt hier ganz großes Kino in so vielen Gefühlsebenen und noch dazu Spaß, eine grandios durchdachte Endzeit-Dystopie und für mich definitiv ein Jahreshighlight. Warum es nicht ein 1000 Seiten Buch geworden ist, weiß ich nicht, aber beide Teile gehen nahtlos ineinander über und verschlingen alle restlichen Sorgen um dich rum! Also unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen und genießen.

Konnte mich überzeugen
Nach dem stellenweise zähen ersten Band hat mich Band 2 von Swan Song überraschend stark abgeholt – für mich ist er deutlich besser als Band 1. Während der Auftakt vor allem Zerstörung, Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit schildert, rückt der zweite Band endlich das in den Mittelpunkt, worum es eigentlich geht: Hoffnung. Was diesen Band so besonders macht, ist die Art, wie Hoffnung nicht als großes Wunder dargestellt wird, sondern als etwas, das Menschen miteinander verbindet. Die Figuren handeln nicht mehr nur aus Angst oder Überlebensinstinkt, sondern beginnen, einander zu vertrauen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an eine Zukunft zu glauben. Swan selbst wirkt reifer und greifbarer. Ihre Rolle als Hoffnungsträgerin ist nicht mehr nur symbolisch, sondern zeigt ganz konkret, welchen Preis Hoffnung haben kann – und warum sie trotzdem notwendig ist. Im Vergleich zu Band 1 ist die Handlung fokussierter und emotionaler. Die vielen Figurenstränge laufen sinnvoll zusammen, und selbst schmerzhafte Verluste fühlen sich erzählerisch notwendig an. Das Ende ist nicht kitschig, sondern ruhig und nachdenklich – gerade dadurch bleibt es im Kopf. Band 2 hat mir das Gefühl gegeben, dass selbst nach dem völligen Zusammenbruch etwas Neues entstehen kann, wenn Menschen sich gegenseitig Hoffnung geben. Für mich ist dieser Teil der stärkere, weil er nicht nur zeigt, wie die Welt untergeht, sondern wie sie – vielleicht – wieder anfangen kann.
Meine Bewertung des Textes (Minimum 1 Punkt / Maximum 5 Punkte): ➡️ Schreibstil/Sprache: 5 ➡️ Charaktere: 4 ➡️ Geschichte: 4 ➡️ Überraschungen/Wendungen: 4 ➡️ Spannung/Atmosphäre/Lebendigkeit: 4 ➡️ Faszination/Magnetische Wirkung: 4 ➡️ Gewichtung/Ausgewogenheit: 3 ➡️ Anspruch/Tiefe/Botschaft: 3 Gesamtbewertung: 4 ⭐⭐⭐⭐️ Das gewisse Etwas (+ oder -):➕ Besonderheiten: Prototyp eines dystopischen Romans (Teil 2 von 2)
Description
Book Information
Posts
Die Reise lohnt sich, aber Band 2 opfert die harte Dystopie für Magie und bequeme Schwarz-Weiß-Lösungen.
Vorweg eine kurze Anmerkung: Die deutsche Ausgabe teilt Swan Song in zwei Bände auf. Diese Rezension deckt also die zweite Hälfte ab – aber unweigerlich auch ein Stück das Gesamtwerk. Das scharlachrote Auge setzt sieben Jahre nach dem Fall der Bomben an, und dieser Zeitsprung zündet sofort. McCammon nutzt den zeitlichen Abstand geschickt: Die Welt hat sich in ihrer eigenen, düsteren Logik eingerichtet, Gemeinschaften sind aus dem Nichts entstanden, und das schiere Gewicht der verstrichenen Zeit verleiht allem eine Ernsthaftigkeit, die das unmittelbare Chaos des ersten Bandes so nicht bieten konnte. Ein wirklich gelungener Einstieg. Das Problem ist eher das, was passiert, wenn man erst einmal mittendrin steckt. Ungefähr ab der Hälfte lässt sich die Story zu offensichtlich in ihre Karten blicken – und ändert daran auch nichts mehr. Die Figuren treffen eher die Entscheidungen, die der Plot gerade braucht, als jene, die sich echt anfühlen. Die Guten strahlen praktisch vor Reinheit. Die Bösen entstellen sich im Laufe der Zeit buchstäblich selbst, sodass ihr Äußeres perfekt zu ihrem Inneren passt – nur für den Fall, dass man noch irgendwelche Zweifel daran hatte, auf wessen Seite sie stehen. Jede moralische Grauzone, die im ersten Band noch aufblitzte, ist hier weitgehend verschwunden. Der übernatürliche Erzählstrang – schon im ersten Band mein größter Kritikpunkt – nimmt hier noch mehr Raum ein. Swans Kräfte, der Mann ohne Gesicht, die finale Auflösung des Ganzen: Alles fügt sich am Ende so allzu glatt und sauber zusammen, dass es sich eher nach Autoren-Bequemlichkeit als nach einer verdienten Entwicklung anfühlt. Ecken und Kanten werden nach und nach weggeschliffen, bis das Finale schließlich näher an einem Märchen als an einem postapokalyptischen Thriller landet. Zusammengenommen ist Swan Song die Reise definitiv wert – besonders der erste Band. Aber der gesamte Handlungsbogen endet letztlich zahmer und vorhersehbarer, als es diese düstere, dystopische Welt verdient gehabt hätte.

Highlight Reihe und perfekter Showdown!
Wow, nach dem fulminant überragenden ersten Teil, musste natürlich gleich der Zweite in Angriff genommen werden. Ich verzichte an dieser Stelle auf einen inhaltlichen Überblick um nicht zu spoilern, aber so viel vorweg, es steht dem ersten Band in Nichts nach. Auch werden hier ganz toll die Charaktere weiter ausgebaut und die Stimmung untereinander und vor allem miteinander erwärmen einen stellenweise das Herz. Klar hat man auch wieder ganz kategorisch und ohne Luft die Seiten von Gut und Böse, aber trotzdem habe ich jede Seite geliebt. Es hat mich wieder von Anfang an ganz fest im Griff gehabt und ich konnte es einfach nicht beiseitelegen und so gingen viele Nachtstunden ins Lesen und der Schlaf bliebt aus. Wie könnte ich auch schlafen, wenn so viele spannende Sachen auf mich warten und einfach gelesen werden musste, wer weiterlebt oder tragisch von uns scheidet. Was auch ein großer Bonus für mich in diesem Band war, war alles rund um die Hiobsmaske und deren Folgen, das fand ich auch so gut und passte perfekt zu der Geschichte. Die verschiedenen Handlungsstränge vereinen sich wie von selbst und bis zum Schluss ist der Spannungsbogen weit gespannt. Auch der kleine Coming-of-Age Schwank finde ich so gut und ich musste mir ganz oft ein "ooohhh, wie niedlich" verkneifen. Also ihr habt hier ganz großes Kino in so vielen Gefühlsebenen und noch dazu Spaß, eine grandios durchdachte Endzeit-Dystopie und für mich definitiv ein Jahreshighlight. Warum es nicht ein 1000 Seiten Buch geworden ist, weiß ich nicht, aber beide Teile gehen nahtlos ineinander über und verschlingen alle restlichen Sorgen um dich rum! Also unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen und genießen.

Konnte mich überzeugen
Nach dem stellenweise zähen ersten Band hat mich Band 2 von Swan Song überraschend stark abgeholt – für mich ist er deutlich besser als Band 1. Während der Auftakt vor allem Zerstörung, Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit schildert, rückt der zweite Band endlich das in den Mittelpunkt, worum es eigentlich geht: Hoffnung. Was diesen Band so besonders macht, ist die Art, wie Hoffnung nicht als großes Wunder dargestellt wird, sondern als etwas, das Menschen miteinander verbindet. Die Figuren handeln nicht mehr nur aus Angst oder Überlebensinstinkt, sondern beginnen, einander zu vertrauen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam an eine Zukunft zu glauben. Swan selbst wirkt reifer und greifbarer. Ihre Rolle als Hoffnungsträgerin ist nicht mehr nur symbolisch, sondern zeigt ganz konkret, welchen Preis Hoffnung haben kann – und warum sie trotzdem notwendig ist. Im Vergleich zu Band 1 ist die Handlung fokussierter und emotionaler. Die vielen Figurenstränge laufen sinnvoll zusammen, und selbst schmerzhafte Verluste fühlen sich erzählerisch notwendig an. Das Ende ist nicht kitschig, sondern ruhig und nachdenklich – gerade dadurch bleibt es im Kopf. Band 2 hat mir das Gefühl gegeben, dass selbst nach dem völligen Zusammenbruch etwas Neues entstehen kann, wenn Menschen sich gegenseitig Hoffnung geben. Für mich ist dieser Teil der stärkere, weil er nicht nur zeigt, wie die Welt untergeht, sondern wie sie – vielleicht – wieder anfangen kann.
Meine Bewertung des Textes (Minimum 1 Punkt / Maximum 5 Punkte): ➡️ Schreibstil/Sprache: 5 ➡️ Charaktere: 4 ➡️ Geschichte: 4 ➡️ Überraschungen/Wendungen: 4 ➡️ Spannung/Atmosphäre/Lebendigkeit: 4 ➡️ Faszination/Magnetische Wirkung: 4 ➡️ Gewichtung/Ausgewogenheit: 3 ➡️ Anspruch/Tiefe/Botschaft: 3 Gesamtbewertung: 4 ⭐⭐⭐⭐️ Das gewisse Etwas (+ oder -):➕ Besonderheiten: Prototyp eines dystopischen Romans (Teil 2 von 2)







