Lost Boy
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Description
Kurz vor seinem 30. Geburtstag steckt Filmemacher Hubertus Koch in einer weiteren ausgebrannten Episode seines Lebens. Enttäuscht von den Klischees der Medienwelt und den leeren Glücksversprechen einer Leistungsgesellschaft kündigt er von einem Tag auf den anderen seinen Job und steigt in ein Flugzeug Richtung Osteuropa. Weit weg von zu Hause – in Bosnien, Montenegro und Albanien -, wo ihn niemand kennt und niemand etwas von ihm will, versucht er, sich selbst einzuholen. Auf seiner Reise reflektiert er das Leben und die Themen seiner Generation: die Bedeutung von Arbeit, die Täuschungen auf Social Media, Weltschmerz, Drogenexzesse und die Schwierigkeit, echte Beziehungen einzugehen. In Zeiten durchorganisierten Reisens und optimierten Lebens ist LOST BOY zugleich schroffe Abrechnung und zarter Love-Song, eine Ode an das Chaos und das analoge, ungeplante Reisen voller ehrlicher Begegnungen. LOST BOY zeigt, dass diese hässliche Welt so viel Schönes zu bieten hat: wenn man nichts von ihr will und statt auf etwas hinzuarbeiten, einfach nur beobachtet.
Book Information
Author Description
Hubertus „Hubi“ Koch, geboren 1989, ist freier Journalist, Autor und Filmemacher. Bekannt wurde er vor allem durch seine Syrien-Dokumentation „Süchtig nach Jihad“ (2014), die mit dem Deutschen Fernsehpreis 2016 ausgezeichnet wurde. Als Gründungsmitglied baute er den Reporterverbund Y-Kollektiv mit auf, für das er von 2016 bis 2019 tätig war und mit dem er den Webvideo-Award gewann. Für sein eigenes Format „Einigkeit & Rap & Freiheit“ wurde er 2019 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. Seit 2019 arbeitet er wieder freiberuflich und deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlicht er in unregelmäßigen Abständen Videos zu den Themen Sucht und mentaler Gesundheit – selten auch Dokumentationen, die er per Crowdfunding finanziert.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Auf dem Weg aus der Sucht zurück zu sich selbst.
Hubi Koch erzählt von Sucht, von seinen inneren Kämpfen und vom Wieder-Aufstehen – und tut das mit einer Wärme, die das Publikum spürbar mitnahm. Das Buch berührt durch seine authentische Schreibweise, was er in seiner Lesung noch einmal deutlich unterstreicht.

Hubis Reise zur Selbstfindung
Ich kannte "Hubi" Koch schon vorab von seinen Reportagen und verschiedensten Videos. Daher war ich sehr an seinem Buch interessiert und was soll ich sagen: Ich wurde absolut nicht enttäuscht. Es mag wie ein einfaches Reisetagebuch wirken, beinhaltet aber so viel mehr. Fragen, die sich vermutlich schon jeder in seinem Leben gestellt hat (was mache ich eigentlich mit meinem Leben? wie geht man mit Einsamkeit um?). Und ganz nebenbei schafft er es wunderbar die Tücken der heutigen Welt, inklusive Schnelllebigkeit und Social Media Wahnsinn einzufangen. Klare Empfehlung!
"Don't skip this German"
- Hubi Koch ist nicht nur auf Instagram oder in seinen diversen anderen Beiträgen sondern auch in seinem Reisebericht sympathisch, authentisch, ehrlich, humorvoll, ungeschönt, nahbar und einfach menschlich - In seinem Reisebericht erzählt er davon, wie er vor seinen Lebensfragen und Sehnsüchten und besonders vor sich selbst in den Balkan flüchtet, um dort festzustellen, dass die Probleme mit ihm reisen, da sie vor allem in ihm selbst sind Hubi schreibt wie er redet und das macht das ganze Lesen so direkt, einfühlsam, unterhaltsam und ebenso heilsam, weil man mit ihm leidet, liebt, genießt und lernt - Es geht um den allgemeinen Weltschmerz, den man erfährt, wenn man hinguckt; nach Syrien, in die Vergangenheit von Bosnien und Albanien oder den Rechtsruck und die Ignoranz in westlichen Ländern; aber ebenso um persönlichen Leistungsdruck in einer kapitalistischen Gesellschaft, das Ausbrennen durch Arbeit mit ausbleibenden Glücksversprechen oder schlichtweg die Einsamkeit durch oberflächliche nicht-intime Beziehungen. - immer wiederkehrende Motive und Metaphern, die einen grundlegend zum Nachdenken anregen, (z.B. dass sich irgendwie alles “lohnen” muss, Dementoren als Symbol für depressive Gedanken) - Große Lese-/Hörempfehlung (Er liest es selbst als Hörbuch)!
Reiseerlebnis
Ich verfolgte Koch sehr gerne auf seiner Reise und war mehrfach froh, nur als Leserin dabei gewesen zu sein. Habe mich sehr oft ertappt gefühlt, wenn es um Handyabhängigkeiten, Unvorhersehbarkeiten und "Fresse halten" (obwohl man sie aufmachen sollte) ging. Man könnte meinen, dass das unangenehm wäre, sich selbst beim Lesen zu reflektieren, aber da Koch seine eigenen Doppelmoralitäten in roher Ehrlichkeit darlegt, kann man sich selbst besser verzeihen. Außerdem fand ich es einfach fantastisch, mal eine Reise ohne Filter zu erleben. Sei es die gewählte Erzählart, die komplett umgangssprachlich ist oder die Beschreibung der Menschen. Dass man eben auch was gutes für sich tun kann, wenn man das Handy weglässt und nicht irgendwelche Coachings oder Saftkuren bei Instagram vorgeschlagen bekommt mit einem normschönen Lächeln untermalt. Es kann so einfach sein. Während ich die rohe Sprache im Buch lobe, fand ich sie auch krass sexistisch gegenüber Frauen. An sich, hey, wenn das deine Gedanken sind, okay. ABER DANN ORDNE DAS BITTE AUCH EIN. Es ist nämlich nicht normal, bzw leider schon, sollte es aber nicht. Ganz stark fand ich, wie nebenher die großen Krisen unserer Realität mit aufgenommen wurden. Sie gehören dazu und ich persönlich habe mich beim Lesen ermächtigt gefühlt, auch einen positiven Beitrag zu leisten und sei es nur das Buch zu empfehlen oder Freund:innen outzucallen oder tatsächlich auf die Straße zu gehen oder zu spenden. Insgesamt war es eine aufwühlende und aufregende Erzählung mit den verschiedensten Charakteren, mal lustig, traurig oder einfach nur dumm. Klare Empfehlung.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Kurz vor seinem 30. Geburtstag steckt Filmemacher Hubertus Koch in einer weiteren ausgebrannten Episode seines Lebens. Enttäuscht von den Klischees der Medienwelt und den leeren Glücksversprechen einer Leistungsgesellschaft kündigt er von einem Tag auf den anderen seinen Job und steigt in ein Flugzeug Richtung Osteuropa. Weit weg von zu Hause – in Bosnien, Montenegro und Albanien -, wo ihn niemand kennt und niemand etwas von ihm will, versucht er, sich selbst einzuholen. Auf seiner Reise reflektiert er das Leben und die Themen seiner Generation: die Bedeutung von Arbeit, die Täuschungen auf Social Media, Weltschmerz, Drogenexzesse und die Schwierigkeit, echte Beziehungen einzugehen. In Zeiten durchorganisierten Reisens und optimierten Lebens ist LOST BOY zugleich schroffe Abrechnung und zarter Love-Song, eine Ode an das Chaos und das analoge, ungeplante Reisen voller ehrlicher Begegnungen. LOST BOY zeigt, dass diese hässliche Welt so viel Schönes zu bieten hat: wenn man nichts von ihr will und statt auf etwas hinzuarbeiten, einfach nur beobachtet.
Book Information
Author Description
Hubertus „Hubi“ Koch, geboren 1989, ist freier Journalist, Autor und Filmemacher. Bekannt wurde er vor allem durch seine Syrien-Dokumentation „Süchtig nach Jihad“ (2014), die mit dem Deutschen Fernsehpreis 2016 ausgezeichnet wurde. Als Gründungsmitglied baute er den Reporterverbund Y-Kollektiv mit auf, für das er von 2016 bis 2019 tätig war und mit dem er den Webvideo-Award gewann. Für sein eigenes Format „Einigkeit & Rap & Freiheit“ wurde er 2019 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. Seit 2019 arbeitet er wieder freiberuflich und deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlicht er in unregelmäßigen Abständen Videos zu den Themen Sucht und mentaler Gesundheit – selten auch Dokumentationen, die er per Crowdfunding finanziert.
Posts
Auf dem Weg aus der Sucht zurück zu sich selbst.
Hubi Koch erzählt von Sucht, von seinen inneren Kämpfen und vom Wieder-Aufstehen – und tut das mit einer Wärme, die das Publikum spürbar mitnahm. Das Buch berührt durch seine authentische Schreibweise, was er in seiner Lesung noch einmal deutlich unterstreicht.

Hubis Reise zur Selbstfindung
Ich kannte "Hubi" Koch schon vorab von seinen Reportagen und verschiedensten Videos. Daher war ich sehr an seinem Buch interessiert und was soll ich sagen: Ich wurde absolut nicht enttäuscht. Es mag wie ein einfaches Reisetagebuch wirken, beinhaltet aber so viel mehr. Fragen, die sich vermutlich schon jeder in seinem Leben gestellt hat (was mache ich eigentlich mit meinem Leben? wie geht man mit Einsamkeit um?). Und ganz nebenbei schafft er es wunderbar die Tücken der heutigen Welt, inklusive Schnelllebigkeit und Social Media Wahnsinn einzufangen. Klare Empfehlung!
"Don't skip this German"
- Hubi Koch ist nicht nur auf Instagram oder in seinen diversen anderen Beiträgen sondern auch in seinem Reisebericht sympathisch, authentisch, ehrlich, humorvoll, ungeschönt, nahbar und einfach menschlich - In seinem Reisebericht erzählt er davon, wie er vor seinen Lebensfragen und Sehnsüchten und besonders vor sich selbst in den Balkan flüchtet, um dort festzustellen, dass die Probleme mit ihm reisen, da sie vor allem in ihm selbst sind Hubi schreibt wie er redet und das macht das ganze Lesen so direkt, einfühlsam, unterhaltsam und ebenso heilsam, weil man mit ihm leidet, liebt, genießt und lernt - Es geht um den allgemeinen Weltschmerz, den man erfährt, wenn man hinguckt; nach Syrien, in die Vergangenheit von Bosnien und Albanien oder den Rechtsruck und die Ignoranz in westlichen Ländern; aber ebenso um persönlichen Leistungsdruck in einer kapitalistischen Gesellschaft, das Ausbrennen durch Arbeit mit ausbleibenden Glücksversprechen oder schlichtweg die Einsamkeit durch oberflächliche nicht-intime Beziehungen. - immer wiederkehrende Motive und Metaphern, die einen grundlegend zum Nachdenken anregen, (z.B. dass sich irgendwie alles “lohnen” muss, Dementoren als Symbol für depressive Gedanken) - Große Lese-/Hörempfehlung (Er liest es selbst als Hörbuch)!
Reiseerlebnis
Ich verfolgte Koch sehr gerne auf seiner Reise und war mehrfach froh, nur als Leserin dabei gewesen zu sein. Habe mich sehr oft ertappt gefühlt, wenn es um Handyabhängigkeiten, Unvorhersehbarkeiten und "Fresse halten" (obwohl man sie aufmachen sollte) ging. Man könnte meinen, dass das unangenehm wäre, sich selbst beim Lesen zu reflektieren, aber da Koch seine eigenen Doppelmoralitäten in roher Ehrlichkeit darlegt, kann man sich selbst besser verzeihen. Außerdem fand ich es einfach fantastisch, mal eine Reise ohne Filter zu erleben. Sei es die gewählte Erzählart, die komplett umgangssprachlich ist oder die Beschreibung der Menschen. Dass man eben auch was gutes für sich tun kann, wenn man das Handy weglässt und nicht irgendwelche Coachings oder Saftkuren bei Instagram vorgeschlagen bekommt mit einem normschönen Lächeln untermalt. Es kann so einfach sein. Während ich die rohe Sprache im Buch lobe, fand ich sie auch krass sexistisch gegenüber Frauen. An sich, hey, wenn das deine Gedanken sind, okay. ABER DANN ORDNE DAS BITTE AUCH EIN. Es ist nämlich nicht normal, bzw leider schon, sollte es aber nicht. Ganz stark fand ich, wie nebenher die großen Krisen unserer Realität mit aufgenommen wurden. Sie gehören dazu und ich persönlich habe mich beim Lesen ermächtigt gefühlt, auch einen positiven Beitrag zu leisten und sei es nur das Buch zu empfehlen oder Freund:innen outzucallen oder tatsächlich auf die Straße zu gehen oder zu spenden. Insgesamt war es eine aufwühlende und aufregende Erzählung mit den verschiedensten Charakteren, mal lustig, traurig oder einfach nur dumm. Klare Empfehlung.











