In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg.

In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg.

Hardback
3.611

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Als schreibende Reporterin war die Erzählerin auf allen Kontinenten der Erde unterwegs. In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. Nun verabschiedet sie sich von einer Welt, die einmal die eigene war.

Aus dem Radio erfährt Gabriele Riedles Erzählerin vom gewaltsamen Tod des berühmten britischen Kriegsfotografen Tim H. in Libyen. Nicht lange zuvor war sie mit ihm als schreibende Reporterin unterwegs im Bürgerkriegsland Liberia. Anlass für sie, von ihm zu erzählen, von seinem Leben und von seinem Sterben, aber auch von ihren eigenen Erfahrungen in allen möglichen Winkeln der Erde, in Afghanistan und im Dschungel von Papua-Neuguinea, im Inneren der Mongolei und im Kaukasus, von den Höhen des Himalaya und der Reise nach Liberia.

In ihre Erzählung fließen die Bilder und Beschreibungen der Welt, die die internationalen Berichterstatter den Medienhäusern in Hamburg und in Manhattan liefern – diejenigen, die unsere globale Gegenwart deuten. Ihre Berichterstattung in Bildern und Texten unterliegt ästhetischen und ökonomischen Zwängen, die vom Zustand der Welt und der Krise der westlichen Zivilisation künden.

Gabriele Riedle hat selbst über 20 Jahre Erfahrung als Reporterin. In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. Ist jedoch originäre Prosa, eine kunstvolle Literatur, die zu ihrer eigenen Stimme kommt, weit weg vom Reportage-Realismus, voller eindrucksvoller Bilder. Das Nachdenken ihrer Ich-Erzählerin und ihr persönlichstes Erleben kombiniert sie in einem mäandernden Bewusstseinsstrom in weit ausschwingenden musikalischen Sätzen.

Und die Autorin hieße nicht Gabriele Riedle, wenn die Reisen durch Raum und Zeit nicht auch durch die Zettelkästen der Weltliteratur führten, durchweht vom »Hegelschen Weltgeist«.

Sie nennt ihr Buch »eine Art Abenteuerroman« und knüpft damit spielerisch an eine Tradition an, die sie jedoch zugleich hinter sich lässt.

In In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. lässt Gabriele Riedle eine Frau sprechen in einem durch und durch männlichen Genre. Das weltumspannende Romanabenteuer ist hochaktuell nicht nur im Blick auf die Mechanismen, die zu den Fälschungen des Spiegel-Reporters Relotius führten, sondern auch angesichts der Verunsicherung des Westens nach dem Rückzug aus Afghanistan, mit dem der Roman endet.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
264
Price
24.70 €

Author Description

Gabriele Riedle ist 1958 in Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Sie veröffentlichte vielfach ausgezeichnete Reportagen von allen Kontinenten, vor allem aus Krisen- und Konfliktgebieten zwischen Afghanistan und Libyen, Darfur und Tschetschenien. 1986 und 2001 war sie unter anderem Kulturredakteurin bei der taz und bei der Woche, 2001 bis 2016 Redakteurin und Reporterin bei GEO. 2017 gewann sie den Bayrischen Fernsehpreis und den Juliane-Barthel-Medienpreis für die Dokumentation Die heimliche Revolution. Frauen in Saudi-Arabien. 2018 war sie Gastprofessorin an der University of Virginia in Charlottesville, USA, und lehrte zur Geschichte der Kriegsberichterstattung. 1998 erschien Fluss, ein Roman, der gemeinsam mit Viktor Jerofejew entstand. Über ihren Roman Versuch über das wüste Leben (2004, AB-Band 238) schrieb Hans Magnus Enzensberger: »Riedles Prosa ist mit allen Wassern der Reflexion gewaschen und voller übermütiger Kapriolen, ihr Tempo ist furios und ihre Ambition vermessen.« Ihr Roman Überflüssige Menschen (2012, AB-Band 327) machte »mit rhetorischer Verve und nicht ohne Selbstironie einem westdeutschen Bildungsroman den Prozess« (Der Spiegel).

Posts

3
All
3

3,5⭐️ „ Helden allenfalls in Bronze und ohne Hemd auf Muschelkalksockel oder als ebenso donnernde wie knödelnde Tenöre auf Opernbühnen gehörten, ansonsten passten sie aber nicht in die bürgerlichen Zeiten, und in den Rechtsstaat passten sie schon gar nicht, wobei hier in Kabul natürlich weder Rechtsstaat noch Bürgertum waren, sondern Steinzeit und Afghanistan, aber wer hatte damals am Hegelplatz schon an Afghanistan und an die Steinzeit gedacht, überdies hatte man inzwischen sowohl in Berlin als auch in Stuttgart sogar das postheroische Zeitalter ausgerufen, weil angeblich überhaupt niemand mehr Lust hatte, sich für irgendetwas zu opfern, und zu solchen Totalverweigerinnen gehörte auch ich.“ Von solch sarkastisch/zynischen Konstruktionen wimmelt dieses Buch und das liebe ich sehr daran. Das Buch beginnt sprachlich mega stark, in Form eines Requiems. Sie taucht dann recht zügig in eine essayistische Form ab, in der sie durch verschiedene Ereignisse, Orte und Reflexionen mäandert. Der Dierke Weltatlas von 1973 spielt eine wichtige Rolle sowie die Frage ob Gérard Depardieu etwas mit einem Bombenattentat in Inguschetien zu tun hat oder ob die Kriegsreporter den Vietnamkrieg beendet haben. Aber an aller erster Stelle möge der Wille der Chefredakteure erfüllt werden, die hier derbe einen ab bekommen. Sie stellt die Frage nach dem Weltgeist. Weshalb ich dem Buch nicht mehr als 3 Sterne gebe: Ihr besonderer Ton ermüdet auf die Strecke des Buches. Das funktioniert für mich nicht auf 260 Seiten. Sie überspannt an vielen Stellen den Bogen, lamentiert auch ein 20. Mal über diese Chefredakteure in Hamburg und Manhattan und andere Dinge. 100 Seiten weniger, dichter und knackiger wäre das ein 5 Sterne Kandidat gewesen. Obwohl sie an der ein oder anderen Stelle etwas tiefer in ein Ereignis einsteigt, bleibt mir vieles zu sehr an der Oberfläche. Man merkt, dass sie auf vieles selbst keine Antworten hat und nur ein schales Gefühl der Sinnlosigkeit, des Irrsinns bleibt. Dennoch hätte ich mir mehr Details aus den Gegenden gewünscht und weniger Systemkritik. Die Balance stimmt für mich nicht.

4

Tolle schreibhaltung. Sehr meta. Im guten Sinne abschweifend. Vielleicht hätte es doch ein Mü mehr Handlungsgetrieben sein sollen; aber sonst top.

2

Ich wäre gerne tiefer in die Erlebnisse der Reporterin eingetaucht. Stattdessen verschachtelte Sätze über 8-10 Zeilen, viel zu viel Systemkritik und weniger tiefe Einblicke als erhofft. Auf Seite 54 habe ich beschlossen mich nicht weiter zu quälen und das Buch auf meine Liste mit den abgebrochenen Büchern zu packen.

Create Post