Nil

Nil

Hardback
2.56
KrokodilWahrheitGeschichteVerhör

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Description

»Am Ende trifft alles zu, gerade das Ausgedachte.« Über die prophetische Kraft des Schreibens. Eine Geschichtenerfinderin wird beauftragt, ihre Fortsetzungsstory für ein Frauenmagazin in der nächsten Ausgabe zu Ende zu bringen. Fieberhaft entwirft sie ein Endszenario, vernichtet aber die Notizen - nicht, weil es misslungen wäre, sondern aus Furcht, es bewahrheitete sich. Was, wenn sich das Geschriebene als biografisch erwiese - aber nicht rückwärtsgerichtet, nicht memoirenhaft aus dem Leben gegriffen, sondern wahrsagerisch, mitten ins Leben hinein? Existiert die Erzählerin nur in ihrer Geschichte? Gibt es daraus ein Entkommen? Ein hochliterarischer Roman über das Verhältnis von Realität und Fiktion, Erzählen und Erinnern - sprachlich virtuos und packend geschrieben. »Wir werden unsere Geschichten nicht los, ob wir sie nun erzählen oder nicht, manchmal rutscht etwas davon heraus, mitten ins Schweigen hinein, in die stehengebliebene Zeit, zu einem Schwank gekürzt, einer Kurzfilmsequenz. Kann sein, wir tun was hinzu, oder wir lassen was aus, spielen uns zu Helden auf, spielen die andern herunter. Wir stolpern, fallen uns ins Wort. Am Ende trifft alles zu, gerade das Ausgedachte.« Jurybegründung zur Shortlist des Österreichischen Buchpreis 2021: „Ein kleiner, verspielt hintersinniger Roman über die Kraft wie die Untiefen guter Geschichten, mal traurig, mal fröhlich, nachdenklich oder sentimental, aber immer unvorhersehbar. Die Ich-Erzählerin des Romans, Autorin von Fortsetzungsgeschichten, bekommt vom Chefredakteur den Auftrag, das Ganze bald einmal zu beenden, und sei es, indem sich das zentrale Liebespaar „ein Herz nimmt und von der Klippe springt“. Anna Baar vertraut auf die Kraft des Erzählens, so sehr, dass sie ihr fast selbst schon unheimlich wird. Da gibt es die Erzählerin als kleines Mädchen, deren Vater Direktor eines Zoos ist, aus dem ein Krokodil verschwindet. Es gibt eine Frau, die in einem Lokal einem fremden Mann aus ihrem Leben diktiert, zum Aufschreiben. Dieser Mann, Sobek mit Namen, ist dann auch schon bald wieder Geschichte, im doppelten Sinne. Als Leser weiß man manchmal nicht, was man noch glauben darf, und eben darum geht es. Schreiben schafft Leben, kann aber auch den Tod bedeuten. Das geliebte, wohlig unheimliche Krokodil wird schließlich ausgestopft und verkauft, als der Vater den Zoo aufgeben muss. Dieser schmale Roman ist eine literarische Selbstbefragung und eine poetische Umkreisung der Macht des Erzählens, geschrieben von einer Autorin, die immer stilsicher ist und feinfühlig in der Wahl ihrer Worte. Manche schönen Sätze bleiben auch noch im Kopf, wenn man das Buch schon ausgelesen hat.“

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
148
Price
22.70 €

Author Description

Anna Baar wurde in Zagreb (ehem. Jugoslawien) geboren und lebt in Klagenfurt und Wien. Ihre Romane, Kurzgeschichten, Erzählungen und Essays wurden vielfach ausgezeichnet. Ihr Debütroman »Die Farbe des Granatapfels« stand drei Monate auf der ORF-Bestenliste, ihr Roman »Nil« auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises 2021. 2022 erhielt sie den Großen Österreichischen Staatspreis und 2023 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau.

Posts

2
All
3

Sprachlich grandios, inhaltlich verwirrend und abwegig. Ich mochte besonders den Beginn des Buches, mit der Zeit wurde es immer verworrener, sodass ich am Ende nicht ganz weiß, was ich von dem Buch halten soll. Der Schreibstil und die Kunst, mit Worten umzugehen und Sätze zu konstruieren hat mich beeindruckt, es sind viele wunderschöne Zitate dabei - und viele Sätze die eine ganze gesellschaftliche Diskussion enthalten können. Die Story ist mir aber leider zu abgedreht und ich kam irgendwann nicht mehr mit. Ist also nicht für jede*n was, würde ich sagen.

2

Virtuose, teils witzige Sprache, Realität oder (und?) Fiction. Gegenwart kollidiert mit Kindheitserinnerungen der Erzählerin und mixt sich in einer unfertigen Fortsetzungsgeschichte die die Erzählerin / Autorin fertigstellen muss, doch alles könnte wahr werden, die Notizen werden desshalb wieder vernichtet. Oder ist schon alles wahr, wer ist wer etc.. etc. ?? Trotz einigen gelungenen Textpassagen (siehe unten) habe ich das Buch abgebrochen. [..Natürlich zeigte Mama wieder den Videofilm: Das Kind an seinem Geburtstag, kurz nach dem langen Fieber. Sie nippte nervös am Schnaps, wiegte bedrückt den Kopf. Schau wie blass du noch warst! und kommentierte noch alles - wohl weil es ein Stummfilm ist. In einer längeren Szene sieht man das Kind mit verbundenen Augen, einen Kochlöffel in der Hand, über den Teppich krabbeln, unentwegt klopft es dabei auf den Wohnzimmerboden. Zweimal, dreimal stösst es wo an, am Tischbein, am Divan, zuletzt am Klavier. Dann grinst es und schlägt in die Luft. Schau wie lustig du warst! Aber das Kind ist nicht ich. Zwar besitzt es ähnliche Züge, doch ist es mir völlig fremd, wie es sich durch den Raum bewegt als gehöre mein Leben ihm, ohne mich darum zu bitten. Sicher, es sieht die Zeit nicht voraus in der sich sein eigenes Schicksal vollzieht, sieht noch nicht das es gebrochen wird, damit ein anderer aus ihm entsteht und wieder ein neuer und wieder ein Häuten, Knacken und Schälen bei lebendigem Leib bis sich der letzte in Falten legt und das Zeitliche segnet. Geht da einer verloren, kommt da einer hinzu? Hat das Kind eine Ahnung? Vielleicht weiss das Kind mehr als ich..]

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