Die Kinder sind Könige
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Book Information
Author Description
DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman ›No & ich‹ (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman ›Nach einer wahren Geschichte‹ (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihre Romane ›Dankbarkeiten‹ (2019) und ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2020). Die Autorin lebt mit ihren
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Absolut am Puls der Zeit. Was bewirkt die permanente Exposition von Kindern in sozialen Netzwerken ?
Mein 3. Buch der Autorin und gleichzeitig für mich das bislang " schwächste" . Vielleicht habe ich mich schwergetan mit dem Aufbau - den eingeschobenen "Protokollen" der Kriminalpolizei.....um in einen guten Lesefluss zu kommen. Oder gar die Verknüpfung mit Elementen des Krimi Genres überhaupt. Sehr fundierte Recherche, gut entwickelte Personen - sprachlich bin ich ohnehin 100% er Fan der Autorin. Bin auf weitere Bücher gespannt.

Ein besonderer und wichtiger Blick auf die Sozialen Netzwerke!
Die Lesenden begleiten die Familie Diore, die ihr Leben in diversen sozialen Netzwerken mit ihren Followern teilen. Dabei stehen insbesondere die Kinder Kimmy und Sammy im Mittelpunkt. Sie werden auf perfekte aber auch verstörende Art und Weise in allen möglichen Situationen durch die Eltern Bruno und Mélanie exponiert. Insbesondere die Mutter definiert sich und ihre Mutterrolle über die täglichen Posts und Stories. Darüber erhält sie die so sehr benötigte Anerkennung. Die Kinder bewerkstelligen Challenges, leben aufgrund der vielen Werbeverträge im Überfluss und werden von einem Millionenpublikum in ihrem Alltag begleitet. Dann ein jeher Bruch. Kimmy verschwindet plötzlich beim Versteckspiel. Es ist lange nicht klar was passiert ist und ich werde es an dieser Stelle natürlich auch nicht verraten. Im letzten Drittel des Buchs werden die Lesenden ca. 15 Jahre weiter versetzt, in das Jahr 2031. Es ist spannend zu lesen, welche Auswüchse es in den Sozialen Medien noch geben könnte und wie es die Kinderstars der Anfangszeit verkraftet haben. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es macht die Entwicklungen und die Gefahren im Internet deutlich. Durch die detaillierte Protokollierung der Vernehmungen im Vermisstenfall Kimmy Diore und die genaue Schilderungen der Stories und Videos wird klar, was alles schief geht und welche skurrilen Wege der Kommunikation wir mittlerweile eingeschlagen haben. Und es legt den Finger in die Wunde, durch welche Formen Menschen zwischenzeitlich zu wahnsinnig viel Geld und Ruhm kommen. Von mir eine klare Leseempfehlung. 💯
Den Nerv der Zeit getroffen
Delphine de Vigan erzählt in „Die Kinder sind Könige“ die Geschichte zweier Frauen, deren Wege sich zwar im Hier und Jetzt kreuzen, die aber ansonsten kaum etwas gemeinsam haben: Clara ist Polizistin durch und durch, lebt eher eigenbrötlerisch und zurückgezogen. Mélanie hingegen betreibt mit ihrer Familie ein Influencer-Werbeimperium, in dessen Zentrum ihre Kinder Sammy und Kimmy stehen. Bis Kimmy eines Tages spurlos verschwindet und Clara und ihre Kolleg:innen mit dem Fall betraut werden… Die Grundgeschichte ist ein Vermisstenfall, jedoch spielt die Frage, was mit Kimmy passiert ist, eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen erzählt Vigan einfühlsam und vielschichtig, was hinter der Fassade von Mélanies scheinbar perfektem Influencerleben steckt, welche Auswirkungen dieses auf sie selbst und ihre Familie hat und wie schwer all das für Außenstehende wie Clara zu durchschauen ist. Das Buch behandelt damit ein unglaublich wichtiges und aktuelles Thema: Ob und wie Kinder im Netz zur Schau gestellt werden dürfen, um Geld zu verdienen. Das ist sehr authentisch gelungen und gerade bei den Passagen in der Gegenwart sicher kein bisschen überspitzt dargestellt, sondern sehr gut aus der echten Welt beobachtet und eingefangen. Der Schreibstil war im ersten Moment etwas ungewohnt, denn er ist durchzogen von etwas komplizierten Formulierungen und verschachtelten Sätzen. Ich vermute, dass die Übersetzung sich sehr nah am französischen Originaltext bewegt. An manchen Stellen ist das Buch außerdem fast ein wenig zu ausführlich beschreibend. Ich habe mich jedoch schnell an diese beiden kleinen Schwächen gewöhnt und mein Lesefluss war nur minimal langsamer als gewöhnlich. Das Ende konnte mich schließlich nicht hundertprozentig abholen. Trotzdem eine klare Leseempfehlung: Ich hoffe, dass nach diesem Buch jede:r das persönliche Konsumverhalten in den sozialen Medien zumindest ein wenig überdenkt…
Erschreckender Roman über virtuellen Missbrauch an Kindern
Der Roman "Die Kinder sind Könige" von Delphine De Vigan handelt von dem Missbrauch an Kindern, deren Eltern sie von klein auf den sozialen Medien ausgesetzt haben. Mélanie ist Mutter der kleinen Kimmy und dem Bruder Sammy. Das Leben der beiden Kinder verfilmt die Mutter und lädt es erfolgreich auf Youtube und Instagram hoch, wofür sie Millionen Klicks und Likes bekommt. Die Geschwister müssen auch Challenges machen, wie zB blind bei McDonalds zu bestellen oder in einem bestimmten Zeitraum möglichst viel mit dem gleichen Anfangsbuchstaben einzukaufen. Außerdem müssen die Kinder massenhaft "unboxings" drehen, wo sie Süßigkeiten, Spielzeug und Bekleidung von Sponsoren auspacken und dabei in Begeisterung ausbrechen (müssen). Kimmy wird immer unwillig, wovor Mélanie die Augen verschließt...bis Kimmy eines Tages verschwindet. Ich kenne solche Familien von Youtube, die ihr ganzes Leben präsentieren und die mit der Plattform quasi verschmelzen. Die Eltern geben ihre Berufe auf und widmen sich nur noch den lukrativen Videos, und die Kinder haben zu funktionieren. Ist das wirklich lustig, wenn das erwachsene Ich irgendwann sich selbst im Netz sieht, wie es als Kind "geprankt" wurde und zB Katzenfutter auf einer Pizza isst? Wenn das ganze Leben der Öffentlichkeit preisgegeben wurde, man keinerlei Privatsphäre mehr hat, man Hass und Häme online und offline ausgesetzt ist? Delphine De Vigan geht dieser Frage nach, gibt den Kindern eine Stimme und prangert die virale Welt an, die uns mit virtueller Zuneigung durch likes emotional zukleistert und durch Dopaminkicks abhängig macht. Ein wichtiges Buch was uns zum Nachdenken über unseren virtuellen Fußabdruck und unseren Medienkonsum bringt!
Das Thema an sich (Die Tochter einer Influencer Mum, die ihre beiden Kinder tagtäglich im Internet zur Show stellt, wird entführt) hätte 5-Sterne-Potential. Mir blieben nur die Figuren etwas fern und zwischendrin hatte die Geschichte auch Längen. Der Sprung in die Zukunft am Ende kam sehr plötzlich, hat dann aber noch Mal einen interessanten Twist ergeben. In Summe dennoch ein gutes Buch, ich hatte nur noch mehr Drama erwartet.
🎥👀🕵️♂️
Ein spannendes Buch, das sehr zum Nachdenken anregt. Und eine tolle und wertvolle Mischung aus Roman und Sachbuch. 💭 Es geht um eine kleines Mädchen, das auf den sozialen Medien sehr bekannt ist und ganz plötzlich verschwunden ist. Vorallem geht es um das Teilen der eigenen Kinder auf den Sozialen Medien und die daraus resultierenden Folgen - Mobbing, Psychische Störungen, Sucht,… Dieses Buch regt sehr zum Nachdenken an und es ist unfassbar erschreckend, wie unbedacht wir mit unserer- und anderer Privatsphäre umgehen. Man sollte viel Achtsamer und Überlegter teilen und veröffentlichen und sich im Klaren sein: was einmal im Internet ist, ist immer im Internet. Anfangs war es etwas schwer ins Buch reinzukommen, aber nach ein paar Seiten fand ich den Aufbau sehr spannend und abwechslungsreich. Es wurde immer wieder zwischen der Sicht von Clara, der Polizeimitarbeiterin, Melanie, der Mutter der kleinen Kimmy und den Verhöre und Analysen der Polizei abgewechselt, was das ganze für mich sehr besonders und gut verständlich machte. Kann das Buch sehr empfehlen! 💭

Mit ihrem neusten Roman zeigt uns Delphine de Vigan wieder auf, was für eine begnadete und facettenreiche Autorin sie ist. Delphine de Vigan Die Kinder sind Könige Mélanie wollte immer ein Reality-Star sein, doch ihre einzige Chance konnte sie als Jugendliche nicht nutzen. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder wird aus Mélanie eine bekannte Youtuberin mit Millionen von Followern. Alles was die Kinder machen, jedes Essen, unboxing (Auspacken von Päckchen, Spielzeug und Süssigkeiten) oder shoppen, wird gefilmt und auf ihren Channel gepostet. Aufgrund ihres Erfolges, hat ihr Ehemann bereits seinen Beruf aufgeben können, um seine Frau zu unterstützen. Doch deren gemeinsame Tochter Kimmy verliert den Spaß an der Sache und ist immer unfreiwilliger dabei. Die zweite Protagonistin in diesem Buch ist Clara, Polizisten in Paris. Beide Frauen begegnen sich zum ersten Mal als Kimmy während eines Versteckspiels mit ihren Freunden, im Vorgarten, spurlos verschwindet… De Vigan spricht ein super zeitgenössisches und hochexplosives Thema an: Darf man Kinder dazu benutzen selber ein YouTube Star zu werden? Und darf man in der heutigen Zeit Kinderbilder und Videos unverpixelt ins Netz stellen? Die Nutzung privater Bilder durch Pädophilennetze ist bewiesen und trotzdem laden Tausende von Eltern täglich die Fotos ihrer Kinder ins Netz hoch. ‚Glauben sie etwa, die (Kinder) dürften sagen >>Nein, ich kann nicht mehr, ich höre auf<<, wenn die ganze Familie von den Einkünften aus Videos lebt? (…) Ich glaube nicht, dass ein dreijähriges Kind davon träumt, YouTube-Star zu werden … Sie werden von klein auf rekrutiert wie in einer Sekte. Und die Grundregeln stehen von Anfang an fest: Ich bin YouTuber, also bin ich glücklich. Ich nenne das Totalitarismus. Mélanie Claux hat ihnen möglicherweise gesagt, dass ich ihr Feind bin. Das stimmt. Ihr Feind und der Feind aller Eltern, die ihre Kinder ausbeuten. (…)' S.108/Tolino Und welcher Schaden entsteht eigentlich den Kindern, die diese Art von ‚Werbung‘ jeden Tag anschauen? ‚Das sind nicht nur ein paar Dutzend Kinder, das sind Hunderttausende. Big Macs futtern, Haribo-Bonbons kauen, Cola und Fanta trinken… Das stellt man ihnen als Ideal hin. Tolles Ideal, oder?‘ S109/Tolino (Markennamen sind aus dem Buch zitiert und nur deshalb genannt) Fazit: No futher comments needed! Super Buch! De Vigan ist und bleibt meine Lieblingsautorin
Erschreckend realistischer Roman über die Gefahren von Social Media Mélanie hat den Traum, den so viele junge Menschen heute träumen: berühmt zu werden. Nachdem sie beim Versuch, in einem Reality-TV-Format diesem Traum näher zu kommen scheitert, führt sie zunächst ein normales Leben, heiratet, bekommt Kinder. Doch sie ist unglücklich und gelangweilt. So kommt sie auf die Idee, Videos ihrer Kinder auf youtube zu veröffentlichen. Damit beginnt ihr neues Leben: Mélanie wird erfolgreiche youtuberin, ihr Sohn Sammy und vor allem Tochter Kimmy werden wahre kleine Stars. Doch der Ruhm hat seinen Preis: während immer neue Videos gedreht werden müssen, um Follower und Sponsor zufrieden zu stellen, wird Kimmy immer unwilliger. Als das kleine Mädchen schließlich beim Spielen verschwindet, taucht die Polizistin Clara in die ihr bis dahin unbekannte der Social Media ein und stellt schnell fest, dass es fast unmöglich ist, einen Verdächtigen zu finden, wenn Tausende jede kleine Einzelheit des Lebens der Verschwunden kennen. Die Kinder sind Könige ist ein erschreckend realistischer Roman über die schöne neue Welt der Social Media und ihrer Gefahren. Vor allem Eltern, die ihre Kinder der Öffentlichkeit aussetzen, sie zum Teil regelrecht ausnutzen, ihr gesamtes Einkommen vom Auftritt der Kinder in der Öffentlichkeit beziehen, gehen ein hohes Risiko ein. Es geht hier nicht nur um die Gefahren des Stalkings oder des Neides. Vielmehr geht es um die Folgen, die ein Fehlen an Privatsphäre und Kind sein dürfen mit sich ziehen. Das ist authentisch und einfühlsam beschrieben. Ein Roman, der eine eigene Sogwirkung entfaltet und sehr nachdenklich stimmt. Mein Fazit: ein wichtiger, hoch aktueller und stellenweiser schmerzhafter Roman. Absolut lesenswert!
Über dieses Buch hatte ich im Vorfeld schon viel Gutes gehört und mich dementsprechend sehr gefreut, dass ich es lesen und rezensieren durfte. Und das schon vorneweg: mir hat das Buch auch gut gefallen! Es geht um eine junge Mutter, die sich eigentlich schon ihr ganzes Leben lang wünscht, "berühmt" zu sein. Es gelingt ihr, als ihre Kinder zur Welt kommen und sie einen "Mamablog" aufzieht. Besonders die YouTube Videos der Kinder haben Millionen Abonnenten und dementsprechend verdient sie daran. Doch ihre Vermarktung der Kinder stößt nicht nur auf positives Feedback, und eines Tages verschwindet die 6 jährige Tochter.... Das Ende des Buches ist ein Blick in die Zukunft, die zeigt, wie die Zeit als YouTube-Kinderstar die Kinder (und auch die Mutter) geprägt, beeinflusst und verändert hat. Die Kinder reflektieren als Erwachsene, was dieses Leben mit ihnen gemacht hat. Ich fand es sehr interessant, das zu lesen. Es ist ein Thema, das ja auch immer wieder in den Medien präsent ist und über das ich mir auch schon oft Gedanken gemacht habe. Und mir gefällt es sehr gut, wie die Autorin sich damit auseinander gesetzt hat. Von mir eine deutliche Leseempfehlung!
Ein aktuelles Thema, dass so gut in diesem Roman verpackt wurde!
Dieses Buch fand ich so fesselnd. Alleine schon von der Thematik und auch von den verschiedenen Gesichtspunkten. Grundsätzlich geht es um Mélanie und ihre Famile. Die jeden Tag mit den sozialen Medien aufwachen und zu Bett gehen. Mehr Klicks und mehr Abonnenten, so lautet das Ziel. Hier sind natürlich die beiden Kinder mit dabei. Dabei geht es auch viel um die Rechte der Kinder und und und. Und was dann noch passiert, die Tochter wird entführt. Lest bitte alle dieses Buch! Einfach so so toll!
Posten, liken, posten, liken in Endlosschleife
Interessantes Buch über die Geltungssucht einer Mutter, die auf Kosten der Kindheit ihres Nachwuchses ein gläsernes Leben führt. Jeder Schritt wird im Internet mit "ihren Lieben" geteilt. Influencer- Kinder, ein Erfolgsrezept, schnelles und ausreichend Geld, nach außen ein glückliches und nachahmenswertes Leben... bis eines Tages das 6 jährige Mädchen verschwindet.
Die sechsjährige Kimmy Diore verschwindet beim Versteckspielen spurlos. Zurückbleiben ihr älterer Bruder Sammy sowie die Eltern Bruno Diore und Mélanie Claux. Die Familie ist mit über 5 Millionen Followern der Hit auf YouTube. Im Mittelpunkt stehen fast ausschließlich die Kinder. Ist hier vielleicht der Grund für Kimmy's Verschwinden zu suchen? Hatte sie keine Lust mehr und ist ausgerissen oder will jemand Geld von der reichen Familie erpressen oder steckt der Neid anderer YouTuber dahinter oder gar ein Kritiker? Die Brisanz der Thematik ist klar: Wir leben in einer Zeit der selbstgewählten Überwachung durch die sozialen Medien. Selbstgewählt jedoch nicht von den Kindern; sie werden von Influencer-Familien von Beginn an vor die Kamera gezerrt ohne jegliches Mitspracherecht und ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein, die das gesamte Leben des Sprösslings betreffen können. Delphine de Vigan trifft in ihrem neuen Roman den Nerv der Zeit und führt uns die Gefährlichkeit der sozialen Medien vor Augen - sowohl physisch als auch psychisch! Der Text entwickelt sofort einen starken Sog, sodass man es nicht schafft, das Buch aus der Hand zu legen. Ein starkes Stück Literatur, das bitte bitte bitte, jede*r Influencer*in mit Kindern vor der Linse einmal lesen sollte - und jeder andere auch!
Die Geschichte dreht sich um Mélanie, eine erfolgreiche Family-Influencerin, deren Kinder Sammy und Kimmy die Stars ihrer Inhalte sind. Doch plötzlich verschwindet Kimmy. Das Buch behandelt die Psychologie der Menschen hinter den Social-Media-Acounts: Warum entscheiden sich Menschen dafür, ihr Leben und ausgewählte Szenen davon mit der Öffentlichkeit zu teilen? Welche Auswirkungen hat es auf eine Person, ihr Privatleben und Berufliches, Künstliches und Echtes miteinander zu vermischen? Und was passiert, wenn eine ganze Familie von diesem Influencer-Dasein abhängig ist? Mélanie ist nicht unbedingt eine sympathische Protagonistin, dennoch ist es faszinierend, ihre Geschichte zu verfolgen. Wir sehen, wie sie Influencerin wird und darin ein vermeintliches Mittel gegen ihre Einsamkeit findet. Außerdem begleiten wir die Polizistin Clara, die in dem Vermissten-Fall ermittelt und ebenfalls einsam ist, jedoch ganz andere Wege beschreitet, um damit umzugehen. Die aufgeworfenen Fragen sind nicht neu, aber immer noch aktuell und wichtig. Die Handlung ist fesselnd, die düstere Atmosphäre eindringlich. Ein nachdenklich stimmendes Buch, das nachhallt.
Mélanie betreibt einen sehr erfolgreichen Familienkanal auf Youtube, „Happy Récré“. Hauptakteur*innen dieser Kanäle sind ihre Kinder Sammy und Kimmy. Nach jahrelangem Hinhecheln auf Ruhm und Moneten hat Mélanie den Durchbruch geschafft, zwar mit ihren Kindern, dennoch flattern die Scheinchen und die Bekanntheit täglich schwer bei der Tür herein. Millionen Follower*innen und extrem einträgliche Sponsoringverträge machen die Familie reich. Als Tocher Kimmy älter wird hat sie immer weniger Lust sich dauernd filmen zu lassen und nett in die Kamera zu lächen. Doch Mommy-Influencerin Mélanie übersieht den Unmut und psychische Belastung ihrer Tochter, ignoriert sie förmlich, da sie die Sichtbarkeit, Klicks und Likes für ihren Selbstwert braucht. Doch eines Tages ist Kimmy verschwunden und Mélanie verfällt in einen weiteren, ganz persönlichen Wahnsinn, der auch ihre Familie in die Tiefe reißt. Die Realität rauscht bei der Türe herein wie ein ICE und mit ihr die Polizeibeamtin Clara. Aktueller, notwendiger, eindringlicher, gefährlicher denn je – sind die realen digitalen Situationen um die neue Lektüre von Delphine de Vigan. Wie oft sehen wir sie auf Instagram … die Mommy-Influencerinnen, die laut mutmaßen, wie gerne ihre Kinder sich online zeigen und wie wichtig den Kindern das auch ist. Was für ein B.U.LL.SH.I.T. Die Unschuld der Kleinen wird bis in die persönlichen Tiefen ausgenutzt, einzig und allein, um es sich in den Dagobert-Talern gemütlich zu machen. Die Autorin schreibt sehr stark und raffiniert über das Mysterium der heutigen Zeit, in dem Fame-Mütter ihre Kinder instrumentalisieren und diese finanziell melken, ohne Rücksicht auf Verluste. Protokollartig werden das Verschwinden und die letzten Tage im Buch beschrieben. Und das hat mich extrem gefesselt. Den Schreibstil mag ich sowieso sehr gerne und den Aufbau der Bücher auch. Wir lernen Mélanie in drei Erzählsträngen kennen, die sehr interessant die Geschichte verweben: als Jugendliche, zum Verschwinden ihrer Tochter im Jahr 2019 und in der Zukunft, im Jahr 2031. Lesend streifen wir aus verschiedenen Perspektiven der Handlungsträger*innen durch den Roman. Da die Mutter ihre Kinder wie Kamele verhökert, ist der Titel sehr passend: Die Kinder sind Könige! … im Sinne von königlichen Melkkühen & der Ausbeutung selbiger im Netz. Gesellschaftskritik verpackt in eine Art Krimi – well done! Ich bin total begeistert und daher eine große Leseempfehlung!
Wichtiges Thema
Das Buch 'Die Kinder sind Könige' von Delphine de Vigan ist meiner Meinung nach ein wichtiges Buch und gerade zu dieser Zeit, wo Influencer wie Pilze aus dem Boden schießen aktueller denn je. Es gibt 2 Handlungsstränge die sich im Laufe des Buches verbinden. Einmal die Sicht von der Polizeibeamtin Clara, die null mit Social Media am Hut hat und Mèlanie, die süchtig danach ist und irgendwann anfängt ihre Kinder mit reinzuziehen. Das was das Buch so besonders macht, ist das es einem zeigen soll was so ein öffentliches "zur Schau" stellen gerade mit Kindern machen kann. Was einem vielleicht oftmals nicht bewusst ist...einige Videos, Tik Toks usw sind auch auf eine bestimmte Art entwürdigend. Speziell für Kinder die sich der breiten Masse , die die Videos schauen, noch nicht bewusst sind. Ein gutes Buch, von mir eine klare Leseempfehlung.
Wichtige Thematik, müsste viel öfter aufgegriffen werden! Die Umsetzung hat mich aber leider nicht ganz überzeugt Der protokollhafte, distanzierte Schreibstil hat mir zwar gut gefallen und ich empfand ihn als sehr passend, aber das Ende war mir dann irgendwie zu bunt und durcheinander gewürfelt und erschien mir teilweise als etwas übereilt und lieblos runtergeschrieben (ich kanns nicht besser beschreiben)
Delphine de Vigan habe ich durch den Buchclub gemeinsam.mitlesen im Februar entdeckt. Nach „Loyalitäten“ habe ich mich sehr gefreut im März „Die Kinder sind Könige“ gemeinsam zu lesen. Leseeindruck Die Autorin hat in klarer und schnörkelloser Sprache in ihrem sozial-kritischen Roman ein sehr wichtiges und top-aktuelles Thema hart, ehrlich, aber auch gleichzeitig auf der einen Seite bewegend und auf der anderen Seite erschütternd dargestellt: Die Gefahren der Zurschaustellung von Kindern in Social Media und die Auswirkungen auf die Kinder selbst, aber auch deren Familien, sozialen Umgang und auch die Gesellschaft an sich. „Die Kinder sind Könige“ ist in zwei Zeitebenen gegliedert, wobei der erste, um einiges längere Teil die Geschehnisse rund um das Verschwinden von Kimmy einem Internet-Kinder des YouTube-Kanals „Happy Recré“ im Jahr 2019 und die damit einhergehenden polizeilichen Ermittlungen beschreibt. Die Autorin hat in diesem Teil für mich beeindruckend die aktuellen Geschehnisse um die Ermittlungen durch Transkripte verschiedener „Happy Recré“ Videos und Vernehmungen mit Rückblicken in Geschickte des Kanals und seine Entstehung, der Jugend der der beiden Protagonistinen Mélanie und Clara verwoben. So erfährt man mehr über Antriebe und Ziele der beiden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dabei schafft es die Autorin auch eine auf gewisse Art fesselnde Nähe zu ihren Figuren zu erzeugen. Mit „Kinder sind Könige“ schreibt die schreibt am Puls der Zeit und arbeitet ein Phänomen, das zwar den Meisten, Vielen ist, aber wenig, zu wenig Aufmerksamkeit erfährt. In ihre starke Gesellschaftskritik hat die Autorin sehr wichtige Themen wie in Bezug auf die Gefahren von Social Media, insbesondere für Kinder, (digitale) Freiheit und Datenschutz, aber auch psychische Erkrankungen oder und mit der Berühmtheit auf Social Media einhergehende Einsamkeit auf erschütternde und alarmierende Art und Weise verwoben. Durch die Erzählung in einer Art Krimi, welche mir sehr gut gefallen hat, konnte man dennoch noch eine gewisse emotionale Distanz bewahren, was für sehr gut war. Das Thema hätte mich sicherlich sonst noch mehr mitgerissen und bewegt. Noch Tage später hat mich der Roman zum Nachdenken über (Medien-)Konsum im Allgemeinen und besonders die Gefahren für Kinder und Jugendlichen angeregt. Fazit Gern möchte ich heute dazu nur sagen: „Eine starke, ehrliche, bewegten, erschütternde und zugleich alarmierende Gesellschaftskritik - jeder, ob mit oder ohne Kinder sollte es lesen“ „Die Kinder sind Könige“ von Delphine de Vigan gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights 2022. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung „Beklemmend und brilliant - ein wichtiges Buch für unsere Kinder, für unsere Gesellschaft“ Bewertung 5/5 ★
„Inzwischen jedoch waren die Likes, die Herzchen, der virtuelle Applaus zu ihrem Motor, zu ihrem Lebenszweck geworden: so etwas wie die Rendite einer emotionalen und effektiven Investition, auf die sie nicht verzichten konnte.“ Schon immer fand Mélanie Menschen in der Öffentlichkeit faszinierend, auch sie wollte berühmt werden. Eine Teilnahme bei einer Reality-Show war leider nicht erfolgreich, aber dann wurde sie Mutter von zwei Kindern und stellte die ersten Videos ins Netz. Die Spirale begann sich zu drehen, bald schon erfolgreiche Youtuberin konnte man Melanies Kinder bald auf Schritt und Tritt durch den Alltag begleiten. Werbegeschenke trudelten ein und die Unternehmen wurden bald feste Vertragspartner. All die eingeheimste Anerkennung gab Mélanie das ersehnte Gefühl der Wertschätzung. Ihre Familie war ihr Unternehmen geworden. Welch ein Wahnsinn! Selten wusste eine Geschichte so zu fesseln, mochte ich die Protagonistin aus dem Buch reißen und schütteln. Natürlich, wir alle haben schon mal die süßen Kleinen auf Instagram, Facebook & Co. bewundert. Niedlich, knuffig, talentiert mögen sie sein, aber Erfolg hat seinen Preis. Und es ist der Erfolg der Eltern, der auf der harten Arbeit der Kinder fußt. Man möge meinen, das Buch sei nur auf die Spitze getrieben, zu realistisch allerdings scheint die Entwicklung der Familie. Nachdem die Autorin die Leser an der verlorenen Kindheit von Sam und Kim teilhaben lässt, gibt es einen Zeitsprung und wir treffen alle Protagonisten im Jahr 2031 wieder. Überraschungen gab es für mich dabei keine, ein normales Leben war für Melanies Familie kaum vorstellbar. Mit diesem Buch ist ein Roman gelungen, der nachdenken lässt. Schnell scheint Mélanie verurteilt, aber natürlich sind es wir alle, die das Leben anderer konsumieren. Aufrütteln muss diese Geschichte, um Kindern ihre Kindheit, ihre Privatsphäre und ihre Unbeschwertheit zu erhalten. Kinderarbeit gibt es nicht nur in armen Ländern, sondern hat sich mit den sozialen Medien längst auch einen Platz in unserer Welt geschaffen. Absolute Leseempfehlung!
„Eine Zeit, die sie auszuradieren versucht, über die sie nicht zu sprechen bereit ist. Denn wenn man weitermachen will, muss man manchmal so handeln, als hätte es die Dinge nie gegeben.“ Happy Récré, also "glückliche Erholung" verspricht Mélanie Diore den Followern ihres gleichnamigen YouTube Kanals. Mélanie war schon als Kind Fans von Reality TV Formaten wie Big Brother, ist mit den sozialen Medien aufgewachsen. Und stellt nun ihre Kinder als Stars ins Internet. Der Kanal wird ein Erfolg, Millionen von Zuschauern schauen Sammy und Kimmy dabei zu, wie sie Geschenke auspacken, Fastfood blind bestellen müssen, Klamotten anziehen, die von den Zuschauern ausgesucht werden. Bis eines Tages Kimmy verschwindet. Die Polizeibeamtin Clara ermittelt mit in diesem Fall mit und entdeckt eine Online Parallelwelt, die ihr bislang nicht bewusst war Autorin Delphine de Vigan thematisiert ein sehr aktuelles Problem. Den Schutz der Persönlichkeitsrechte von Kindern, besonders im WWW. Auch ich erwische mich dabei, wie sorglos ich manchmal mit privaten Dingen im Internet umgehe, fühlt man sich doch in einer sicheren Blase. Aber gerade professionelle Influencer gehen ja noch viel weiter, breiten ihr Leben vor der Online Welt aus. Und präsentieren dort auch ihre Kinder. Der Roman hat mich viel gelehrt und die Rechte im Internet und darüber, wie wenig Schutz es für Kinder im Internet gibt. Und wie sehr Kinder darunter leiden können und welche Folgen dieses mediale Auftreten für sie haben kann. Das Thema ist durchaus wichtig und es war für mich auch der erste Roman, der diese Thematik so beleuchtet. Dennoch konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Ich war nie nah an den Personen dran,und ich mochte keine der handelnden Personen. Der Schreibstil ist mir hier viel zu unterkühlt und faktenbezogen, die Sozialkritik bleibt kommt an aber bleibt mir zu oberflächlich. Auch wenn mehrere Seiten beleuchtet werden, fehlt mir die Tiefe im Roman. Der vemeintliche Kriminfall bringt etwas Spannung hinein, verläuft sich dann aber auch immer wieder in ergebnislosen Recherchen. Ein nachdenklich machender Roman, der sich durchaus gut lesen lässt, für mich aber Schwächen in der Umsetzung hat.
„Inzwischen konnte sich jeder vorstellen, sein Leben verdiene das Interesse der anderen, und den Beweis dafür ernten. Jeder konnte sich als Persönlichkeit, als celebrity, betrachten und entsprechend verhalten.“ „In fast zehn Jahren hatte Clara oft genug feststellen können, dass Barberei durchaus auch ohne Blutvergießen auskommen konnte.“ Ein hochaktuell und brisantes Thema welches Delphine de Vigan hier literarisch verarbeitet. Die nicht seitenstarke, dafür aber sehr dichte Geschichte rund um Kimmy & Sammy, welche von ihrer Mutter Melanie zu YouTube-Stars gemacht werden und welche Folgen das hat, zog mich komplett in ihren Bann. Mit Kimmys Verschwinden kommt Clara als Polizistin hinzu, welche in die für sie zuerst unverständliche Welt der „Familien-YouTuber“ eintaucht. Und wir als Leser tauchen in diese Abgründe mit ab; schütteln den Kopf und wissen aber doch so gut, dass dies absolute Realität für viele Kinder auf dieser Welt ist. Welche Folgen das in den kommenden Jahren noch haben wird zeigt die Autorin für mich überraschend in einem Zukunftspart, welcher über psychologische Folgen dieser Kinderarbeit spricht. Dabei bin ich besonders den Kindern noch einmal sehr nahe gekommen. Von Anfang bis Ende hat mich das Buch begeistert, obwohl die Sprache recht klar & nüchtern war. Aber das passte für mich einfach auch sehr gut zu der Geschichte. Ich mochte es, wie wir durch Melanies Vergangenheit die Hintergründe ihres Handelns erfuhren und welche unerfüllten Wünsche dazu führten, dass sie all dies in ihre Kinder projiziert, welche sich nicht wehren können. Die während Kimmys Verschwinden immer wieder eingeschobenen Protokolle zu Vernehmungen und auch Berichten zu den YouTube Videos haben mir stilistisch sehr gut gefallen. Das Buch hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor und ich hoffe viele Eltern lesen dies und hinterfragen ihr eigenes Verhalten. Denn man muss kein YouTube-Familienblogger sein, um die Rechte der eigenen Kinder zu missachten und ihnen Schaden zuzuführen. Wer das Thema „Familienblogger/-youtuber“ als überspitzt dargestellt sieht, dem empfehle ich - nein, nicht solche Videos zu schauen, denn die haben Eure Klicks nicht verdient - sondern sich die Videos von Alicia Joe zu dem Thema anzuschauen: Kinderinfluencer: Zu jung, zu fame, zu freizügig?: https://www.youtube.com/watch?v=bK055_gAXdg Familienblogger: Wenn Unterhaltung Jugendschutz gefährdet…: https://www.youtube.com/watch?v=03_Jm883nAM
Delphine de Vigan hat den Nagel auf den Kopf getroffen! "Die Kinder sind Könige" zeigt die Auswirkungen vom Leben IN und MIT sozialen Medien, insbesondere von Kindern, die dem Handeln ihrer Eltern untergestellt sind. Dieses Buch ist super aktuell und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit Instagram, YouTube und co. An einigen Stellen war mir das Buch ein wenig zu sachlich und trocken. Auch war ich insgesamt weniger an dem Leben von Polizeibeamtin Clara interessiert, sondern viel mehr an dem Ausgang der Geschichte. Das tut der Thematik insgesamt aber keinen Abbruch. Richtig spannend fand ich das Buch übrigens ab der zweiten Hälfte, das den Auswirkungen gewidmet war. "Die Kinder sind Könige" ist ein Buch, das jeder von uns gelesen haben sollte: jung und alt, mit Kindern und kinderlos. Es ist so wichtig, dass den Menschen aufgezeigt wird, was Social Media anrichtet, wie uns die sozialen Medien verändern und was nach all dem noch bleibt...
Meine Lieben, gerne teile ich meine Rezension zu Delphine de Vigans „Die Kinder sind Könige“ mit Euch und bitte schenkt mir ein Like, wenn sie Euch gefällt…so würde sich wahrscheinlich Mélanie Claux Anfang einer Buchbesprechung lesen. Mélanie ist die Protagonistin des neuen Romans von de Vigan. Als junge Frau war sie süchtig nach Reality-TV- Formaten und nachdem sie selbst in einer Show sehr kläglich scheiterte, strebt sie nach Ruhm, Liebe und Followern auf Social-Media-Plattformen. Schnell erkennt sie, dass ihre Kinder die Stars sind und so beginnt sie ihre Kinder mehr oder weniger rund um die Uhr zu filmen, zu streamen, herauszufordern auf der Jagd nach Abonnenten und Likes. Als ihre Tochter verschwindet, nimmt sich die gewissenhafte Procédurière Clara des Falls an und entdeckt die Schattenseiten der Internetberühmtheit. Ich mag grundsätzlich eigentlich keine Romane, die mir klar und deutlich etwas vermitteln wollen, mir ihre Weltsicht aufzwingen und dazu auch noch zu recht überspitzten Maßnahmen greifen. „Die Kinder sind Könige“ fällt in jeglicher Hinsicht in diese Kategorie, aber dennoch hat er mir ausgesprochen gut gefallen. So muss ich als erstes zugeben, dass ich mir nach der Lektüre gar nicht mal so sicher bin, dass das Leben der Instagram-Ikone Mélanie wirklich übertrieben dargestellt wird. Die Selbstinszenierung, das Teilen und Teilhabenlassen sind wesentlich, um den Algorithmus und die Abonnenten glücklich zu machen und bei Mélanie entwickelt sich das zu einer Sucht, die ein Teil ihres Lifestyles zu sein scheint. Die begründet und angerbrachte Kritik, die der Roman in den Mittelpunkt stellt, ruht natürlich besonders auf der Tatsache, dass die Protagonistin ihre Kinder gnadenlos zur Schau stellt. Hier haben mich besonders die Blindheit der Mutter für die Bedürfnisse ihrer Kinder erschreckt und die geschilderten potenziellen (fiktiven?) psychologischen Folgeerscheinungen der dauerhaften Ausstellung bei Instagram und Co. sehr fasziniert. De Vigan bringt gerade diesen psychologischen Kontext so überaus glaubhaft zur Darstellung, dass einem schon angst und bange werden kann. Als Kommentar zu unserer heutigen medienhörigen Zeit, in der ein Leben nur eine Wertigkeit zu haben scheint, wenn es öffentlich gelebt wird, funktioniert der Roman in seiner ganzen Bitterkeit trotz seiner Holzhammermethode sehr gut. Die Figurenkonzeption ist insofern spannend, als dass sie zwar auf eine starke Kontrastierung zwischen der Polizistin Clara und der Influencerin Mélanie setzt, aber eine allzu deutliche Gut-Böse-Differenz ausgespart wird. Auch wenn die Autorin mit stereotypen, genretypischen Merkmalen (die einsame, arbeitswütige Polizistin und die oberflächliche, gefilterte Fee) arbeitet: aber die Innensichten in die beiden Frauenfiguren sind glaubwürdig und dienen natürlich auch wieder der nachdrücklichen Darstellung des eigentlichen kritischen Ansinnens des Romans. Der Roman ist gut geschrieben und sehr lesbar, das Verschwinden des Mädchens ausgezeichnet und spannend inszeniert, sodass man mit großem Interesse der Handlung folgt. Hierzu tragen auch die eingefügten Polizeiberichte Claras bei und Aufteilung der Handlung auf verschiedenen Zeitebene. Ein nachdenklich stimmender Roman, den ich trotz seiner allzu bekannten und offensichtlichen Kritik empfehlen kann, weil er einfach gut zu lesen ist.
"Die Kinder sind Könige", übersetzt von Doris Heinemann, ist der neue Roman von Delphine de Vigan und für mich das dritte Buch der Autorin. Allein der Klappentext hat mich bei diesem Buch bereits so angesprochen, dass mir klar war, ich muss es lesen. Wir bekommen zunächst Einblicke in das Leben von Mélanie als Jugendliche und wie sie an einer TV-Show teilnimmt. Mélanie wünscht sich ein Leben mit Aufmerksamkeit und hat diese dann mit ihrem YouTube-Account Happy Récré erreicht, bis die junge Kim entführt wird und sich das Leben der jungen Familie auf den Kopf stellt. Doch auch nach Wiederauftauchen von Kim ändert sich Mélanie wenig. In dem Roman hält uns de Vigan den Spiegel vors Gesicht und zwingt uns, mit absolut grandiosen Worten, genauer hinzusehen. Die Kinder sind Könige liest sich wie einen Krimi, sehr spannungsgeladen mit Einbezug von Verhören und Polizeiarbeit. Außerdem wird im letzten Drittel auf die späteren Folgen und Probleme der mittlerweile erwachsenen Kindern Kim und Sam eingegangen. Der Roman ist hart, ehrlich, bewegend, top aktuell, erschütternd und auch alarmierend. Die ganze Situation und Geschichte wird von dem eindringlichen Schreibstil von de Vigan abgerundet. Mich konnte der Roman zutiefst überzeugen, ich habe jede Seite geliebt und inhaliert. Ein wichtiges, erschreckendes und aufrüttelndes Buch - ganz klar: große Leseempfehlung.
Grandios!
Es geht um Kinder in den sozialen Medien. Melanie vermarktet ihre eigenen Kinder, indem sie ihr ganzes Leben mit der Kamera begleitet und alles mit ihren Abonnenten teilt. Die Kinder haben glücklich und froh darüber zu sein, so ein „Privileg genießen zu dürfen“. Sie werden von anderen bewundert, sind hoch angesehen und verdienen massig Geld. Sie kriegen Spielzeug ohne Ende für Werbezwecke gestellt. Wie könnten sie sich darüber beschweren wollen? Melanie ist total vernarrt in den Gedanken, sie tue nur das beste für ihre Kinder. Sie sehnt sich nach Anerkennung und Ruhm und projektiert das auch auf ihre Kinder. Sie schließt die Augen vor der Realität und will es einfach nicht sehen, dass ihre Kinder unglücklich sind. Einfach nur Privatsphäre und echte Liebe wollen anstelle von Klicks und Fake-Gute-Laune für die Kamera. Ich finde die Thematik „Kinder in sozialen Netzen“ grundsätzlich sehr interessant und sie wird in diesem Buch so gut umgesetzt. Es regt zum Nachdenken an, ist wahnsinnig informativ und erschreckend zugleich. Ich kann dieses Buch jedem nur wärmstens ans Herz legen.
Eigentlich erstaunlich, dass das Thema der Mamiblogger / YouTubeKids literarisch noch niemand vorher aufgegriffen hat... um so wichtiger, dass Delphine de Vigan dieses nun kritisch tut. Melanie ist als Mutter in ihrer Passion für ihre Videos etwas stereotypisch beschrieben und nicht ganz glaubwürdig. Zwischendurch war mir nicht klar ob nicht sogar bei ihr eine große psychische Störung vorliegt, aber da bin ich keine Fachfrau, daher lasse ich das lieber andere beurteilen. Immerhin betont sie ständig und überall, dass sie nur das Beste für ihre Kinder möchte. In Kim und Sam ( die Kinder) konnte ich mich allerdings sehr gut hineinversetzen und die Folgen des jahrelangen Missbrauchs ihres Rechts an Fotos und Filmen kamen in diesem Buch klar zur Geltung. Super war auch der letzte Teil des Buches, auf den ich allerdings nicht näher eingehen kann ohne zu spoilern. Aber sicher ist, DAS hab ich nicht erwartet. Die Sichtweise von Clara, der ermittelnden Polizistin, fand ich spannend, da es sicherlich viele Menschen gibt, denen Youtube/ Instagram und Co ebenso fern sind wie Clara auch. Sie muss sich komplett in die für sie neue Materie einarbeiten und nimmt den Leser mit. Für mich gab es hier keine neuen Erkenntnisse, aber für viele mag ihre Erzählperspektive sehr spannend sein. Der Schreibstil ist gut lesbar und schnörkellos, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen.
Im Roman geht es um Mélanie, die ihre beiden Kinder seit frühester Kindheit an zu Youtubestars macht und wirklich alles mit ihren Followern teilt. Solange bis eines Tages die kleine Tochter Kimmy entführt wird. Ein Schicksalsschlag für die Familie, der Konsequenzen haben wird. Doch der eigentliche Kern der Geschichte befasst sich mit dem Thema, was so eine Kinderkarriere mit den Kleinen macht, in jungen Jahren und auch wenn sie zu Erwachsenen heranreifen. Eine hoch aktuelle und wirklich spannende Frage. Die Geschichte hat mich wirklich von Anfang an abgeholt. De Vigans Art zu schreiben hat mich absolut gepackt und das Buch in kürzester Zeit beenden lassen. Ich wollte einfach durchweg wissen, wie die Geschichte für unsere Protagonisten endet. Und das Ende fand ich auch wirklich nochmal sehr gut getroffen! Dies war mein erstes Buch von Delphine de Vigan, aber ich werde mir nun sicherlich noch weitere Bücher der Autorin ansehen. 5 Sterne! Zu empfehlen!
Ein wichtiges Buch über die Folgen von Social Media. Sehr gelungen. Empfehlenswert und hochaktuell.
Da ich Delphine de Vigan mag, war das aktuelle Buch natürlich ein Muss☺️. Wer auf Social Media viel unterwegs ist, bekommt hier einen Spiegel vorgehalten. Die Geschichte war für mich sehr spannend und ich konnte mich gut in die Situation der Protagonisten einfühlen. Ein kritischer Blick auf die Probleme der heutigen digitalen Zeit. Es kann aufwühlen und auch manchmal verstörend sein. Auf jeden Fall Empfehlenswert. Ihr Roman „ Nach einer wahren Geschichte „ ist ebenso empfehlenswert und spannend👍.
Ein Buch, dass Augen öffnen und Kameralinsen schließen sollte 
Dies ist mein erstes Buch der Autorin, deshalb habe ich keine Vergleichsmöglichkeit, was ihren Stil angeht. Sind alle Bücher von ihr so klar, minimalistisch und aus der Rolle des Beobachters geschrieben? Mélanie führt ein Leben in der Öffentlichkeit. Sie vermarktet sich und besonders ihre beiden Kinder, Kimmy und Sammy, über diverse Internetportale. Sie ist, eine verblendete Frau, die mangelndes Selbstbewusstsein, in der Öffentlichkeit umkehrt und sich im scheinbaren Glanz des Konsums sonnt. Eines Tages verschwindet die Tochter. Eine Suche beginnt. Die Ermittlerin Clara arbeitet sich intensiv in die Thematik, der so genannten „Mommy Blogger“ ein. Wird Kimmy gefunden werden? Was sich wie ein Thriller anhört, ist die Studie einer Gesellschaft, die sich dem Voyeurismus verschrieben hat. Aus diversen Perspektiven wird dieser „Fall“ beleuchtet. Aus Protokollen erfahren wir viel aus dem „Berufsfeld“ von Influencern, die sich in erster Linie damit beschäftigen, ihr Familienleben gläsern zu machen. Außerdem wird der Werdegang der Mélanie erzählt. Ihre Kinder, obwohl Hauptakteure in den Videos, scheinen nur Randfiguren in ihrem Dasein zu sein. Das gleiche trifft für ihren Mann zu. Man bekommt ziemlich schnell mit, dass die vermeintliche Freude an den Videos nur bei der wenig selbstbewussten Frau entsteht, die die Liebe ihrer Follower*innen über alles stellt. Die Kapitel sind in klarer, deutlicher Sprache geschrieben und minimalistisch gehalten. Manchmal wirkt es, als wenn wir das Geschehen von oben, aus einer Drohne, aus beobachten würde. die episodenhaften Erzählungen, Ausschnitte und Berichte sind sachlich erzählt. Emotionen kommen trotzdem spürbar durch. Mir haben die verschiedenen Blickwinkel, die wie Scheinwerfer oder Kameras auf das Geschehen gerichtet waren gut gefallen. So erfahren wir natürlich die innere Motivation, von Melanie, die wachsende Skepsis der Kinder, die Entrüstung des Umfeldes und auch das Nichtwissen um diese „Szene“ bei der Polizei. Auch das Leben, der“Flic“ Clara wird in einzelnen Episoden aufgerollt. Das ist eine Stränge im Buch, die sich mir nicht wirklich erklären. Warum ist ihre Rolle in dem Buch so groß? Ich vermute zwar, dass die Autorin einen Gegenpol zu der exhibitionistischen Familie schaffen wollte, Wirklich gebraucht hat die Geschichte das aber nicht. Sollte mir da etwas entgangen sein, schreibt es mir gerne in die Kommentare. Vielleicht verstehe ich es dann besser. Zum Ende hin wird der Plot leicht dystopisch, wenn auch sehr an dem, was ich als Realität erwarte, und teilweise auch erhoffe. Manchmal blieb mir das sarkastische Lachen im Hals stecken, z.B. Als mir die Absurdität der Algorithmen bewusst wurde, wenn russische Botts konstruiert kommentieren oder Plattformen gratulieren, obwohl sich in der Familie die Welt von oben nach unten dreht. Oder wenn Mélanies narzisstischer Charakter Oberhand gewinnt und sie in kleinen Blitzlichtern, zwischen Trauer und Sorge, an ihre „ Lieben“ denkt. und damit meint sie nicht ihre Kinder! Die Frau ist wirklich jenseits von gut und böse, und hat jegliche Wahrnehmung für die Zeichen und Symptome ihrer Kinder verloren. Wer, wie ich, im Kinderschutz tätig ist, wird vieles in dem Buch mit Wut und Magenschmerzen lesen, weil wir wissen, dass so vieles davon im alltäglichen Leben nicht weniger Familien passiert. Man muss nicht unbedingt 5 Million Follower haben. Es reicht schon, wenn Kinderfotos in WhatsApp Gruppe oder Status gestellt werden. Wir Erwachsenen vergessen so leicht, dass diese vermeintlich zuckersüßen Momente für die Ewigkeit im Netz sind und wir keinerlei Kontrolle mehr darüber haben, wer diese wem weiterleitet. Und deshalb ist für mich die Moral aus dem Ende des Buches eine Hoffnung für die Zukunft. Wer aber nach dem Lesen der Lektüre immer noch seine Kamera ständig auf sein Kind hält, um jeden „ach so wichtigen Moment“ für die Nachwelt fest zu halten und mit wem auch immer zu teilen, hat nichts begriffen.
"Wenige Sekunden später erschienen die ersten Herzen und Küsschen-Emoticons auf dem Bildschirm. Innerhalb weniger Minuten hatte sie siebenhundertachtzehn Likes erhalten. Sie lächelte." (S. 218) Schon als junges Mädchen war Mélanie fasziniert von den Reality Shows im Fernsehen und fieberte allabendlich gemeinsam mit ihrer Familie vor dem Bildschirm mit, wer gewinnen würde – und schon damals wusste sie: das will ich auch. Berühmt, überall erkannt werden. Doch noch viel eher: Geliebt werden. Jahre später hat sie sich diesen Traum erfüllt: Nach der Geburt ihrer zwei Kinder Sammy und Kimmy gründet sie nach Vorbild zahlreicher Youtuber den Kanal „Happy Recré“, der schon kurz nach der Veröffentlichung der ersten Videos mehrere Millionen Follower hat. Beinahe täglich postet sie Videos aus ihrem Familienalltag, teilt jeden Schritt, jedes Wort ihrer Kinder mit der ganzen Welt. Drei Jahre besteht der Kanal schon, alle Menschen lieben ihre Challenges, die Unboxings, diese ach so glückliche Vorzeigefamilie – doch irgendwas stimmt nicht. Kimmy wirkt in sich gekehrt, abweisend, scheint keine Lust mehr zu haben, auf Knopfdruck in die Kamera zu lächeln und ihren Followern Schmuseküsse zu schicken. Bestimmt nur eine Phase, die vorüber geht, denkt sich Mélanie, warum sollte ihr all das keinen Spaß mehr machen bei all der Liebe, die sie bekommt? Kurze Zeit später verschwindet Kimmy spurlos. Und die Suche nach Verdächtigen erweist sich für die ermittelnde Polizeibeamtin Clara als ein scheinbar undurchdringbares Netz in der digitalisierten Welt. In ihrem Roman "Die Kinder sind Könige" (OT: Les enfants sont rois, aus dem Französischen von Doris Heinemann) zeigt Delphine de Vigan eindringlich, inwiefern und mit welchen Folgen (kleine) Kinder im Internet, speziell in den sozialen Medien zu Konsumzwecken von ihren Eltern zur Schau gestellt, ausgebeutet werden, ohne jemals ein Mitspracherecht zu haben, nein: Sie müssen funktionieren, zu jeder Tag- und Nachtzeit lächeln, perfekt sein. Erniedrigt und bloßgestellt trifft es in manchen Fällen vielleicht eher. Sind es all die Likes, die digitale Liebe und die Umsätze in Millionen, die durch minutiös gescriptete Stories, Unboxings oder den Verkauf von Merchandising generiert werden, wert, seine Kinder zu Marionetten zu degradieren, sie durch die frühe mediale Präsenz krank zu machen, ihnen jegliches Mitspracherecht untersagt? . Mit der Spannung eines Krimis, der detaillierten Nüchternheit eines wissenschaftlichen Artikels und der liebevollen Zeichnung eines Romans beschreibt die Autorin ausgehend der Kindheit der beiden Protagonistinnen Mélanie und Clara, wie ihre von Grund auf unterschiedliche Erziehung und Kindheit ihre späteren Lebenswege prägen würde, es die eine in die Öffentlichkeit zieht, während die andere sich im Hintergrund hält. Allmählich erhält man einen Eindruck, aus welchen Gründen Mélanie sich dazu entschloss, Videos ihrer Kinder auf YouTube zu posten, immer öfter, immer professioneller – bis ihr Mann Bruno schließlich sogar seinen Job kündigt, weil die Produktion zunehmend zeitaufwändiger und die Verträge mit ihren Werbepartnern immer ertragreicher werden. All die Likes und die bewundernden Kommentare geben ihr die Anerkennung, ja, Liebe, wenn man so mag, nach der es sie seit ihrer Kindheit verlangte, ihr aber nie zuteilwurde. Doch die Bekanntheit hat auch ihre Schattenseiten: Die Stimmen ihrer Neider werden immer lauter, und die öffentliche Kritik an der „Kinderarbeit“ wächst, erste Gesetzesentwürfe zum Schutz der „kleinen Stars“ warten auf die Verabschiedung. Für die Polizistin Clara ist es eine völlig neue Welt, die sie im Rahmen der Recherchearbeit im Fall Kimmy entdeckt – und was sie über die Hintergründe des Geschäfts mit den sozialen Medien herausfindet, ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend. Ebenso wie die Folgen des frühen Ruhms, die viele Jahre nach Abschluss des Falls am späteren Leben der einstigen Kinderstars ersichtlich werden. . Selten hat mich eine Geschichte so viel mit mir gemacht wie „Die Kinder sind Könige“. Ich war regelrecht beklommen ob der Beschreibungen des Verhaltens Mélanies, die letztlich nicht mehr als ein realistisches Abbild dessen sind, was mir täglich in den sozialen Medien vorgeschlagen wird – und ich schon vor diesem Buch mehr als fraglich fand. (2/2) Es ist pervers, anders kann ich es nicht beschreiben, und die Folgen können für die Kinder dramatisch sein. Von psychischen wie Erkrankungen wie Angststörungen und soziale Phobien wird berichtet, neurologischen Ausfälle, Symptomen von Stress und Überforderung bis hin zum Burn Out. Und wofür das alles? Für Likes, digitale Liebe und den Ruhm des Augenblicks. Gerade in der heutigen Zeit und der zunehmenden Digitalisierung, die seit Beginn der Corona-Pandemie an Stellenwert gewonnen hat, ist es wichtig, sich und seinen Umgang mit den sozialen Medien zu reflektieren, sich selbst und andere zu schützen, denn was einmal im Netz ist, bleibt da auch. Darüber soll gar nicht vergessen werden, welche Vorteile das Internet und die soziale Medien auch mit sich bringen können, doch sollte eine gesunde Balance gewährt werden. . Delphine de Vigan hat mit diesem Buch ein Abbild unserer Gesellschaft geschaffen, das mich in seiner Härte, Aktualität und Schonungslosigkeit begeistert und gefordert hat und noch lange beschäftigen wird. Unbedingte Empfehlung!
Gesellschaftskritik auf hohem Niveau und mit Suchtfaktor Mein erstes Buch der Autorin und bestimmt nicht mein letztes! Da ich das Buch zeitig zurück in die Bücherei geben musste, habe ich es innerhalb von zwei Tagen durchgesuchtet. Die Thematik der Gefahren des Influencer*innen-Daseins für die Influencer*innen selbst, insbesondere die Kinder, als auch die Zuschauer*innen und Fans hat mich sofort angesprochen. In Ausschnitten lesen wir, wie das Leben von Mélanie Claux und Clara Roussel bis zu einem bestimmten Ereignis verlaufen ist. Als Melanies durch Social Media berühmt gewordene 6-jährige Tochter plötzlich verschwindet, kreuzt sich ihr Weg mit der Ermittlerin Clara, die das ziemliche Gegenteil von ihr verkörpert. Wir bekommen Einsicht in Melanies (kranke) Gedankenwelt, und zugleich anhand von Transkriptionen und Auswertungen aus Mélanies Instagram-Storys von der Kriminalpolizei, Vernehmungsprotokollen und ähnlichem immer mehr Einblicke in deren komplett öffentliches Leben – und die Auswirkungen dessen auf ihre Tochter. Es geht um so viel Wichtiges: Kinderlosigkeit, den äußeren Schein, Kindererziehung oder vielmehr Instrumentalisierung, Kinder von Influencer*innen oder anderen Berühmtheiten, die in einer virtuellen Parallelwelt aufwachsen, Konsum im Überfluss, kapitalistische Extreme, Muttersein als einzige Erfüllung im Leben, die Einsamkeit hinter dem Erfolg und zugleich dessen Suchtfaktor, die Wirkung von Werbung, einen nicht zu gewinnenden Wettkampf um vermeintliche Liebe und und und Während die fiktive, aber dennoch sehr realitätsnahe Geschichte die meiste Zeit eher etwas von einem Krimi hat, driftet sie am Ende aus dem Jahr 2019 in die Zukunft ins Jahr 2031. Eben diesen Teil hätte ich persönlich nicht noch gebraucht, auch wenn ich die Aussage dahinter verstehe. Vermutlich kommt hier nur meine Dystopie-Abneigung zum Vorschein. Insgesamt kann ich euch dieses Buch aber nur ans Herz legen! Es ist erschreckend, aber auch aufrüttelnd. Übersetzt wurde diese Ausgabe aus dem Französischen von Doris Heinemann. TW: Kindesentführung/verschwundenes Kind, Instrumentalisierung und Ausbeutung von Kindern, Aneurysma, Unfalltod, Misshandlung, Folter, Pädophilie, Ehebruch, Ableismus, psychische Störung
Muss man gelesen haben!
Super spannende Thematik, vorallem in der heutigen Zeit. Dieses Buch ist echt jedem zu empfehlen, denn SocialMedia und co. ist in der jetzigen Zeit präsenter denn je. Ich habe auch selber noch nie darüber nachgedacht, wie es den sogenannten Kidfluencern heute geht bzw. wenn sie erwachsen sind. Mit welchen Problemen sie vielleicht auch zu kämpfen haben… Das Buch regt definitiv zum nachdenken an!
Eine Geschichte, um die mehr gesprochen werden sollte
In den letzten Jahren ließ sich auf Social Media ein Trend erkennen, der das Unbehagen in mir aufstiegen ließ. Immer mehr Eltern vermarkten ihre Kinder auf Social Media, binden sie in ihrem Content ein und halten ihnen in zahlrechen Lebenssituationen die Kamera vor die Nase. Zahlreiche, komplett Fremde Menschen, kennen ihren Namen, ihr Aussehen und können auch über Umwege die Adresse herausfinden. Das die Kinder nicht nur in Situationen gebracht werden, die ihnen in dem sozialen Umfeld schaden können, sondern auch Kriminelle anlocken können, wird in den seltensten Fällen als sachliche Kritik von den Influencern angenommen. „Die Kinder sind Könige“ befasst sich genau mit dieser Thematik und liefert anhand eines Vermisstenfalles eines Mädchens, welches schon im jungen Alter von ihrer Mutter vermarktet wurde, viel wichtige und vor allem richtige Kritik und befasst sich ebenso mit den Folgen, die auch Jahre später auftreten können. Schon von der ersten Seite konnte mich dieses Buch direkt begeistern und auch wenn mein Unbehagen aufgrund der bitteren Realität von Seite zu Seite größer wurde, fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Charaktere waren interessant und insbesondere Melanie hat mein Interesse erweckt. Wir erhalten mit ihr nicht nur eine Mutter, die einfach berühmt werden möchte, sondern erfahren auch die Hintergründe hierfür. Clara selbst ist das genaue Gegenteil von der Social Media verrückten Melanie, denn sie hat mit diesem Thema nichts zu tun. Der Kontrast der Ermittlerin und der Mutter gefiel mir besonders gut, da selbst ein Leser, der mit dieser Grundthematik nicht viel zu tun hat, in diese vernünftig eingeführt wird. Normalerweise versuche ich eher Bücher in denen es um Kinder geht, zu vermeiden, da die Angst vor darstellender Gewalt vorhanden ist, war ich sehr froh, dass ich dieses nicht gemieden wird. Ohne unnötige Gesamtdarstellung schafft es das Buch, eine sehr authentische Geschichte zu erzählen, die gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig ist.
Leseempfehlung
Datum : 13.08.2025 ✨Handlung✨ Die Tochter einer Influencerin wird entführt und wir können hinter die Fassade der Influencerin gucken. (Bisschen Krimi, bisschen Familiendrama) ✨Protagonisten✨ Charaktere : 3,5 / 5 Wir haben die Sicht von Clara (Polizistin) und Melanie (Mutter und Influencerin) und Auszüge aus der Polizeiakte. Wir sehen, weshalb Melanie so handelt (woher kommt dieser Egoismus, fehlende Selbstreflexion), wie das Leben hinter der Kamera aussieht (nämlich gar nicht mal so rosig. Claras Part war mir ein wenig unklar in der Thematik. Klar, sie war die Ermittlerin, aber ich fand ihre Erläuterungen doch eher unnötig. ✨Setting✨ Unterhaltung : 3,5 / 5 Ein sehr wichtiges und vorallem aktuelles Thema ! Clara ihr Privatleben wurde mir in ihren Kapiteln zu sehr in den Vordergrund gerückt (hat den Fall nicht nicht weitergebracht). Es ging ja grundsätzlich um das Thema Social Media und deren Gefahren und nicht darum, ob die Eltern von der Polizistin gerne auf Demos gingen. Die Geschichte spielt in Frankreich. ✨Schreibstil✨ Spannung : 3,5 / 5 Bis zum Ende wusste man nicht, wieso weshalb warum Kimmy entführt wurde, von wem, freiwillig, was ihr geschah usw. Das hatte eine Sogwirkung. Die Kapitel hatten eine sehr angenehme Länge. Die Autorin hat mir leider zu oft schwadroniert. ✨Fazit✨ Das Thema ist so so wichtig ! Ich hätte es mir allerdings pointierter gewünscht. Ein Buch, welches aufzeigt, wie wichtig es ist den Kindern selbst die Möglichkeit eines digitalen Fußabdruckes zu ermöglichen und nicht vorweg zu nehmen. Und was passiert, wenn man Kinder ins Rampenlicht stellt (wobei dies ja nichts Neues ist, das Medium hat sich nur geändert .. siehe Lindsay Lohan, Macaulay Culkin, Amanda Bynes).. schade das die Menschen nicht daraus lernen und es immernoch welche (viele) gibt, die den Profit auf den Rücken der Kinder sammeln .. Ich selber habe kein Social Media (mehr), würde aber (wenn ich es wieder hätte) keinen Family Influencer mehr folgen und trauen.
Schon lange hat mich kein Buch mehr so fassungslos und wütend gemacht, denn diese umfassende Vermarktung von unmündigen Kindern durch ihre eigenen Eltern in den sozialen Netzwerken YouTube etc. zum Broterwerb ist schamlos. Auch die Zuschauer verstehe ich nicht, zumal sie sich langweilige Alltagssituationen von unbekannte Menschen zum Zeitvertreib einverleiben.
Ein grausames Buch, das sehr treffend eine mögliche Zukunft beschreibt. Vielleicht ist diese Zukunft für einige auch schon die Realität. Mir hat die Beschreibung der Social Media Nutzung und des sich darin verlierens sehr gut gefallen. Sicher auch deshalb, weil ich mir selbst viele Gedanken darum mache. Gegruselt hat mich die Entführung. Bis dieser Teil der Geschichte zu einem Ende kam, habe ich fast buchstäblich den Atem angehalten. Mir war das Ende der Entführungsgeschichte fast zu einfach. Ich war aber trotzdem überrascht. Den letzten Teil des Buches konnte ich zunächst nicht einordnen. Nachdem die Spannung vorbei war, kam mir dieser Teil der Geschichte zunächst fast langweilig und überflüssig vor. Aber je mehr ich gelesen habe, um so interessanter wurde dieser Teil. Die rechtliche Seite, die dort beschrieben wird war sehr aufschlussreich.
Das im Roman behandelte Thema ist für sich genommen immens wichtig und wird gefühlt immer wichtiger, da eine ganze Generation von Lifestyle-, Mama- und Familienblogger*innen ihre Babys und Kinder ungefiltert ins Netz stellt. Ob ich den Roman als lesenswert bezeichnen, oder weiterempfehlen würde? Eher nein. Meine Hauptkritikpunkte kurz zusammengefasst: - Den Schreibstil empfinde ich als sperrig und als wenig besonders. Berücksichtigt man andere Rezensionen auf goodreads, scheint der Stil von anderen Romanen der Autorin negativ abzuweichen. - Viele Punkte bleiben mir zu oberflächlich. Allen voran die Figuren selbst, die mehrheitlich blass bleiben und ein Mitfühlen bzw. Mitleiden erschweren. - Die Autorin bedient sich bei der Protagonistin Clara vieler unnötiger Stereotype. So ist sie bspw nicht nur die alleinstehende Polizistin, die sich voll in den Job reinkniet und daher keine Zeit für Privates hat, sie stellt sich auch allen Ernstes 3 mal im Roman die Frage, ob sie als kinderfreie Frau (ich mag die Formulierung kinderlos nicht) überhaupt an Kriminalfällen mitarbeiten darf, bei denen Kinder involviert sind. Äh ja, okay… das lasse ich mal so stehen ;-) - Der Kriminalfall, der sich kurzzeitig rund um das Verschwinden des Kinder-Youtube-Stars Kimmy aufspannt, nimmt dem eigentlichen Thema des Romans zu viel Raum weg. Vor allem, wenn man bedenkt, wie sich die Entführung dann am Ende auflöst. Diese Seiten wären besser in den Ausbau der Figuren und ein tieferes Beleuchten der Thematik investiert gewesen. Thema: Unendlich wichtig. Umsetzung eher so: mäh. Demnach kein Buch, das ich verschenken oder weiterempfehlen würde. Schade, echt!
Mutter angefixt von Big Brother stellt Fotos und Filme ihrer Kinder ins Netz.
Wer keine Ahnung hat, was eine Mumfluenzerin ist, oder wer eine solche ist, sollte unbedingt diesen Krimi lesen . Am Rand der allgemeinen Aufmerksamkeitsblase spielt sich ein Netzphänomen ab, das schlimmste Auswirkungen auf die Psyche von Kindern hat. Durchaus spannend und mit glaubwürdigem Personal wird das Phänomen beschrieben und auch die psychologischen Aspekte kommen nicht zu kurz. Lesenswert
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman ›No & ich‹ (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman ›Nach einer wahren Geschichte‹ (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihre Romane ›Dankbarkeiten‹ (2019) und ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2020). Die Autorin lebt mit ihren
Posts
Absolut am Puls der Zeit. Was bewirkt die permanente Exposition von Kindern in sozialen Netzwerken ?
Mein 3. Buch der Autorin und gleichzeitig für mich das bislang " schwächste" . Vielleicht habe ich mich schwergetan mit dem Aufbau - den eingeschobenen "Protokollen" der Kriminalpolizei.....um in einen guten Lesefluss zu kommen. Oder gar die Verknüpfung mit Elementen des Krimi Genres überhaupt. Sehr fundierte Recherche, gut entwickelte Personen - sprachlich bin ich ohnehin 100% er Fan der Autorin. Bin auf weitere Bücher gespannt.

Ein besonderer und wichtiger Blick auf die Sozialen Netzwerke!
Die Lesenden begleiten die Familie Diore, die ihr Leben in diversen sozialen Netzwerken mit ihren Followern teilen. Dabei stehen insbesondere die Kinder Kimmy und Sammy im Mittelpunkt. Sie werden auf perfekte aber auch verstörende Art und Weise in allen möglichen Situationen durch die Eltern Bruno und Mélanie exponiert. Insbesondere die Mutter definiert sich und ihre Mutterrolle über die täglichen Posts und Stories. Darüber erhält sie die so sehr benötigte Anerkennung. Die Kinder bewerkstelligen Challenges, leben aufgrund der vielen Werbeverträge im Überfluss und werden von einem Millionenpublikum in ihrem Alltag begleitet. Dann ein jeher Bruch. Kimmy verschwindet plötzlich beim Versteckspiel. Es ist lange nicht klar was passiert ist und ich werde es an dieser Stelle natürlich auch nicht verraten. Im letzten Drittel des Buchs werden die Lesenden ca. 15 Jahre weiter versetzt, in das Jahr 2031. Es ist spannend zu lesen, welche Auswüchse es in den Sozialen Medien noch geben könnte und wie es die Kinderstars der Anfangszeit verkraftet haben. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es macht die Entwicklungen und die Gefahren im Internet deutlich. Durch die detaillierte Protokollierung der Vernehmungen im Vermisstenfall Kimmy Diore und die genaue Schilderungen der Stories und Videos wird klar, was alles schief geht und welche skurrilen Wege der Kommunikation wir mittlerweile eingeschlagen haben. Und es legt den Finger in die Wunde, durch welche Formen Menschen zwischenzeitlich zu wahnsinnig viel Geld und Ruhm kommen. Von mir eine klare Leseempfehlung. 💯
Den Nerv der Zeit getroffen
Delphine de Vigan erzählt in „Die Kinder sind Könige“ die Geschichte zweier Frauen, deren Wege sich zwar im Hier und Jetzt kreuzen, die aber ansonsten kaum etwas gemeinsam haben: Clara ist Polizistin durch und durch, lebt eher eigenbrötlerisch und zurückgezogen. Mélanie hingegen betreibt mit ihrer Familie ein Influencer-Werbeimperium, in dessen Zentrum ihre Kinder Sammy und Kimmy stehen. Bis Kimmy eines Tages spurlos verschwindet und Clara und ihre Kolleg:innen mit dem Fall betraut werden… Die Grundgeschichte ist ein Vermisstenfall, jedoch spielt die Frage, was mit Kimmy passiert ist, eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen erzählt Vigan einfühlsam und vielschichtig, was hinter der Fassade von Mélanies scheinbar perfektem Influencerleben steckt, welche Auswirkungen dieses auf sie selbst und ihre Familie hat und wie schwer all das für Außenstehende wie Clara zu durchschauen ist. Das Buch behandelt damit ein unglaublich wichtiges und aktuelles Thema: Ob und wie Kinder im Netz zur Schau gestellt werden dürfen, um Geld zu verdienen. Das ist sehr authentisch gelungen und gerade bei den Passagen in der Gegenwart sicher kein bisschen überspitzt dargestellt, sondern sehr gut aus der echten Welt beobachtet und eingefangen. Der Schreibstil war im ersten Moment etwas ungewohnt, denn er ist durchzogen von etwas komplizierten Formulierungen und verschachtelten Sätzen. Ich vermute, dass die Übersetzung sich sehr nah am französischen Originaltext bewegt. An manchen Stellen ist das Buch außerdem fast ein wenig zu ausführlich beschreibend. Ich habe mich jedoch schnell an diese beiden kleinen Schwächen gewöhnt und mein Lesefluss war nur minimal langsamer als gewöhnlich. Das Ende konnte mich schließlich nicht hundertprozentig abholen. Trotzdem eine klare Leseempfehlung: Ich hoffe, dass nach diesem Buch jede:r das persönliche Konsumverhalten in den sozialen Medien zumindest ein wenig überdenkt…
Erschreckender Roman über virtuellen Missbrauch an Kindern
Der Roman "Die Kinder sind Könige" von Delphine De Vigan handelt von dem Missbrauch an Kindern, deren Eltern sie von klein auf den sozialen Medien ausgesetzt haben. Mélanie ist Mutter der kleinen Kimmy und dem Bruder Sammy. Das Leben der beiden Kinder verfilmt die Mutter und lädt es erfolgreich auf Youtube und Instagram hoch, wofür sie Millionen Klicks und Likes bekommt. Die Geschwister müssen auch Challenges machen, wie zB blind bei McDonalds zu bestellen oder in einem bestimmten Zeitraum möglichst viel mit dem gleichen Anfangsbuchstaben einzukaufen. Außerdem müssen die Kinder massenhaft "unboxings" drehen, wo sie Süßigkeiten, Spielzeug und Bekleidung von Sponsoren auspacken und dabei in Begeisterung ausbrechen (müssen). Kimmy wird immer unwillig, wovor Mélanie die Augen verschließt...bis Kimmy eines Tages verschwindet. Ich kenne solche Familien von Youtube, die ihr ganzes Leben präsentieren und die mit der Plattform quasi verschmelzen. Die Eltern geben ihre Berufe auf und widmen sich nur noch den lukrativen Videos, und die Kinder haben zu funktionieren. Ist das wirklich lustig, wenn das erwachsene Ich irgendwann sich selbst im Netz sieht, wie es als Kind "geprankt" wurde und zB Katzenfutter auf einer Pizza isst? Wenn das ganze Leben der Öffentlichkeit preisgegeben wurde, man keinerlei Privatsphäre mehr hat, man Hass und Häme online und offline ausgesetzt ist? Delphine De Vigan geht dieser Frage nach, gibt den Kindern eine Stimme und prangert die virale Welt an, die uns mit virtueller Zuneigung durch likes emotional zukleistert und durch Dopaminkicks abhängig macht. Ein wichtiges Buch was uns zum Nachdenken über unseren virtuellen Fußabdruck und unseren Medienkonsum bringt!
Das Thema an sich (Die Tochter einer Influencer Mum, die ihre beiden Kinder tagtäglich im Internet zur Show stellt, wird entführt) hätte 5-Sterne-Potential. Mir blieben nur die Figuren etwas fern und zwischendrin hatte die Geschichte auch Längen. Der Sprung in die Zukunft am Ende kam sehr plötzlich, hat dann aber noch Mal einen interessanten Twist ergeben. In Summe dennoch ein gutes Buch, ich hatte nur noch mehr Drama erwartet.
🎥👀🕵️♂️
Ein spannendes Buch, das sehr zum Nachdenken anregt. Und eine tolle und wertvolle Mischung aus Roman und Sachbuch. 💭 Es geht um eine kleines Mädchen, das auf den sozialen Medien sehr bekannt ist und ganz plötzlich verschwunden ist. Vorallem geht es um das Teilen der eigenen Kinder auf den Sozialen Medien und die daraus resultierenden Folgen - Mobbing, Psychische Störungen, Sucht,… Dieses Buch regt sehr zum Nachdenken an und es ist unfassbar erschreckend, wie unbedacht wir mit unserer- und anderer Privatsphäre umgehen. Man sollte viel Achtsamer und Überlegter teilen und veröffentlichen und sich im Klaren sein: was einmal im Internet ist, ist immer im Internet. Anfangs war es etwas schwer ins Buch reinzukommen, aber nach ein paar Seiten fand ich den Aufbau sehr spannend und abwechslungsreich. Es wurde immer wieder zwischen der Sicht von Clara, der Polizeimitarbeiterin, Melanie, der Mutter der kleinen Kimmy und den Verhöre und Analysen der Polizei abgewechselt, was das ganze für mich sehr besonders und gut verständlich machte. Kann das Buch sehr empfehlen! 💭

Mit ihrem neusten Roman zeigt uns Delphine de Vigan wieder auf, was für eine begnadete und facettenreiche Autorin sie ist. Delphine de Vigan Die Kinder sind Könige Mélanie wollte immer ein Reality-Star sein, doch ihre einzige Chance konnte sie als Jugendliche nicht nutzen. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder wird aus Mélanie eine bekannte Youtuberin mit Millionen von Followern. Alles was die Kinder machen, jedes Essen, unboxing (Auspacken von Päckchen, Spielzeug und Süssigkeiten) oder shoppen, wird gefilmt und auf ihren Channel gepostet. Aufgrund ihres Erfolges, hat ihr Ehemann bereits seinen Beruf aufgeben können, um seine Frau zu unterstützen. Doch deren gemeinsame Tochter Kimmy verliert den Spaß an der Sache und ist immer unfreiwilliger dabei. Die zweite Protagonistin in diesem Buch ist Clara, Polizisten in Paris. Beide Frauen begegnen sich zum ersten Mal als Kimmy während eines Versteckspiels mit ihren Freunden, im Vorgarten, spurlos verschwindet… De Vigan spricht ein super zeitgenössisches und hochexplosives Thema an: Darf man Kinder dazu benutzen selber ein YouTube Star zu werden? Und darf man in der heutigen Zeit Kinderbilder und Videos unverpixelt ins Netz stellen? Die Nutzung privater Bilder durch Pädophilennetze ist bewiesen und trotzdem laden Tausende von Eltern täglich die Fotos ihrer Kinder ins Netz hoch. ‚Glauben sie etwa, die (Kinder) dürften sagen >>Nein, ich kann nicht mehr, ich höre auf<<, wenn die ganze Familie von den Einkünften aus Videos lebt? (…) Ich glaube nicht, dass ein dreijähriges Kind davon träumt, YouTube-Star zu werden … Sie werden von klein auf rekrutiert wie in einer Sekte. Und die Grundregeln stehen von Anfang an fest: Ich bin YouTuber, also bin ich glücklich. Ich nenne das Totalitarismus. Mélanie Claux hat ihnen möglicherweise gesagt, dass ich ihr Feind bin. Das stimmt. Ihr Feind und der Feind aller Eltern, die ihre Kinder ausbeuten. (…)' S.108/Tolino Und welcher Schaden entsteht eigentlich den Kindern, die diese Art von ‚Werbung‘ jeden Tag anschauen? ‚Das sind nicht nur ein paar Dutzend Kinder, das sind Hunderttausende. Big Macs futtern, Haribo-Bonbons kauen, Cola und Fanta trinken… Das stellt man ihnen als Ideal hin. Tolles Ideal, oder?‘ S109/Tolino (Markennamen sind aus dem Buch zitiert und nur deshalb genannt) Fazit: No futher comments needed! Super Buch! De Vigan ist und bleibt meine Lieblingsautorin
Erschreckend realistischer Roman über die Gefahren von Social Media Mélanie hat den Traum, den so viele junge Menschen heute träumen: berühmt zu werden. Nachdem sie beim Versuch, in einem Reality-TV-Format diesem Traum näher zu kommen scheitert, führt sie zunächst ein normales Leben, heiratet, bekommt Kinder. Doch sie ist unglücklich und gelangweilt. So kommt sie auf die Idee, Videos ihrer Kinder auf youtube zu veröffentlichen. Damit beginnt ihr neues Leben: Mélanie wird erfolgreiche youtuberin, ihr Sohn Sammy und vor allem Tochter Kimmy werden wahre kleine Stars. Doch der Ruhm hat seinen Preis: während immer neue Videos gedreht werden müssen, um Follower und Sponsor zufrieden zu stellen, wird Kimmy immer unwilliger. Als das kleine Mädchen schließlich beim Spielen verschwindet, taucht die Polizistin Clara in die ihr bis dahin unbekannte der Social Media ein und stellt schnell fest, dass es fast unmöglich ist, einen Verdächtigen zu finden, wenn Tausende jede kleine Einzelheit des Lebens der Verschwunden kennen. Die Kinder sind Könige ist ein erschreckend realistischer Roman über die schöne neue Welt der Social Media und ihrer Gefahren. Vor allem Eltern, die ihre Kinder der Öffentlichkeit aussetzen, sie zum Teil regelrecht ausnutzen, ihr gesamtes Einkommen vom Auftritt der Kinder in der Öffentlichkeit beziehen, gehen ein hohes Risiko ein. Es geht hier nicht nur um die Gefahren des Stalkings oder des Neides. Vielmehr geht es um die Folgen, die ein Fehlen an Privatsphäre und Kind sein dürfen mit sich ziehen. Das ist authentisch und einfühlsam beschrieben. Ein Roman, der eine eigene Sogwirkung entfaltet und sehr nachdenklich stimmt. Mein Fazit: ein wichtiger, hoch aktueller und stellenweiser schmerzhafter Roman. Absolut lesenswert!
Über dieses Buch hatte ich im Vorfeld schon viel Gutes gehört und mich dementsprechend sehr gefreut, dass ich es lesen und rezensieren durfte. Und das schon vorneweg: mir hat das Buch auch gut gefallen! Es geht um eine junge Mutter, die sich eigentlich schon ihr ganzes Leben lang wünscht, "berühmt" zu sein. Es gelingt ihr, als ihre Kinder zur Welt kommen und sie einen "Mamablog" aufzieht. Besonders die YouTube Videos der Kinder haben Millionen Abonnenten und dementsprechend verdient sie daran. Doch ihre Vermarktung der Kinder stößt nicht nur auf positives Feedback, und eines Tages verschwindet die 6 jährige Tochter.... Das Ende des Buches ist ein Blick in die Zukunft, die zeigt, wie die Zeit als YouTube-Kinderstar die Kinder (und auch die Mutter) geprägt, beeinflusst und verändert hat. Die Kinder reflektieren als Erwachsene, was dieses Leben mit ihnen gemacht hat. Ich fand es sehr interessant, das zu lesen. Es ist ein Thema, das ja auch immer wieder in den Medien präsent ist und über das ich mir auch schon oft Gedanken gemacht habe. Und mir gefällt es sehr gut, wie die Autorin sich damit auseinander gesetzt hat. Von mir eine deutliche Leseempfehlung!
Ein aktuelles Thema, dass so gut in diesem Roman verpackt wurde!
Dieses Buch fand ich so fesselnd. Alleine schon von der Thematik und auch von den verschiedenen Gesichtspunkten. Grundsätzlich geht es um Mélanie und ihre Famile. Die jeden Tag mit den sozialen Medien aufwachen und zu Bett gehen. Mehr Klicks und mehr Abonnenten, so lautet das Ziel. Hier sind natürlich die beiden Kinder mit dabei. Dabei geht es auch viel um die Rechte der Kinder und und und. Und was dann noch passiert, die Tochter wird entführt. Lest bitte alle dieses Buch! Einfach so so toll!
Posten, liken, posten, liken in Endlosschleife
Interessantes Buch über die Geltungssucht einer Mutter, die auf Kosten der Kindheit ihres Nachwuchses ein gläsernes Leben führt. Jeder Schritt wird im Internet mit "ihren Lieben" geteilt. Influencer- Kinder, ein Erfolgsrezept, schnelles und ausreichend Geld, nach außen ein glückliches und nachahmenswertes Leben... bis eines Tages das 6 jährige Mädchen verschwindet.
Die sechsjährige Kimmy Diore verschwindet beim Versteckspielen spurlos. Zurückbleiben ihr älterer Bruder Sammy sowie die Eltern Bruno Diore und Mélanie Claux. Die Familie ist mit über 5 Millionen Followern der Hit auf YouTube. Im Mittelpunkt stehen fast ausschließlich die Kinder. Ist hier vielleicht der Grund für Kimmy's Verschwinden zu suchen? Hatte sie keine Lust mehr und ist ausgerissen oder will jemand Geld von der reichen Familie erpressen oder steckt der Neid anderer YouTuber dahinter oder gar ein Kritiker? Die Brisanz der Thematik ist klar: Wir leben in einer Zeit der selbstgewählten Überwachung durch die sozialen Medien. Selbstgewählt jedoch nicht von den Kindern; sie werden von Influencer-Familien von Beginn an vor die Kamera gezerrt ohne jegliches Mitspracherecht und ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein, die das gesamte Leben des Sprösslings betreffen können. Delphine de Vigan trifft in ihrem neuen Roman den Nerv der Zeit und führt uns die Gefährlichkeit der sozialen Medien vor Augen - sowohl physisch als auch psychisch! Der Text entwickelt sofort einen starken Sog, sodass man es nicht schafft, das Buch aus der Hand zu legen. Ein starkes Stück Literatur, das bitte bitte bitte, jede*r Influencer*in mit Kindern vor der Linse einmal lesen sollte - und jeder andere auch!
Die Geschichte dreht sich um Mélanie, eine erfolgreiche Family-Influencerin, deren Kinder Sammy und Kimmy die Stars ihrer Inhalte sind. Doch plötzlich verschwindet Kimmy. Das Buch behandelt die Psychologie der Menschen hinter den Social-Media-Acounts: Warum entscheiden sich Menschen dafür, ihr Leben und ausgewählte Szenen davon mit der Öffentlichkeit zu teilen? Welche Auswirkungen hat es auf eine Person, ihr Privatleben und Berufliches, Künstliches und Echtes miteinander zu vermischen? Und was passiert, wenn eine ganze Familie von diesem Influencer-Dasein abhängig ist? Mélanie ist nicht unbedingt eine sympathische Protagonistin, dennoch ist es faszinierend, ihre Geschichte zu verfolgen. Wir sehen, wie sie Influencerin wird und darin ein vermeintliches Mittel gegen ihre Einsamkeit findet. Außerdem begleiten wir die Polizistin Clara, die in dem Vermissten-Fall ermittelt und ebenfalls einsam ist, jedoch ganz andere Wege beschreitet, um damit umzugehen. Die aufgeworfenen Fragen sind nicht neu, aber immer noch aktuell und wichtig. Die Handlung ist fesselnd, die düstere Atmosphäre eindringlich. Ein nachdenklich stimmendes Buch, das nachhallt.
Mélanie betreibt einen sehr erfolgreichen Familienkanal auf Youtube, „Happy Récré“. Hauptakteur*innen dieser Kanäle sind ihre Kinder Sammy und Kimmy. Nach jahrelangem Hinhecheln auf Ruhm und Moneten hat Mélanie den Durchbruch geschafft, zwar mit ihren Kindern, dennoch flattern die Scheinchen und die Bekanntheit täglich schwer bei der Tür herein. Millionen Follower*innen und extrem einträgliche Sponsoringverträge machen die Familie reich. Als Tocher Kimmy älter wird hat sie immer weniger Lust sich dauernd filmen zu lassen und nett in die Kamera zu lächen. Doch Mommy-Influencerin Mélanie übersieht den Unmut und psychische Belastung ihrer Tochter, ignoriert sie förmlich, da sie die Sichtbarkeit, Klicks und Likes für ihren Selbstwert braucht. Doch eines Tages ist Kimmy verschwunden und Mélanie verfällt in einen weiteren, ganz persönlichen Wahnsinn, der auch ihre Familie in die Tiefe reißt. Die Realität rauscht bei der Türe herein wie ein ICE und mit ihr die Polizeibeamtin Clara. Aktueller, notwendiger, eindringlicher, gefährlicher denn je – sind die realen digitalen Situationen um die neue Lektüre von Delphine de Vigan. Wie oft sehen wir sie auf Instagram … die Mommy-Influencerinnen, die laut mutmaßen, wie gerne ihre Kinder sich online zeigen und wie wichtig den Kindern das auch ist. Was für ein B.U.LL.SH.I.T. Die Unschuld der Kleinen wird bis in die persönlichen Tiefen ausgenutzt, einzig und allein, um es sich in den Dagobert-Talern gemütlich zu machen. Die Autorin schreibt sehr stark und raffiniert über das Mysterium der heutigen Zeit, in dem Fame-Mütter ihre Kinder instrumentalisieren und diese finanziell melken, ohne Rücksicht auf Verluste. Protokollartig werden das Verschwinden und die letzten Tage im Buch beschrieben. Und das hat mich extrem gefesselt. Den Schreibstil mag ich sowieso sehr gerne und den Aufbau der Bücher auch. Wir lernen Mélanie in drei Erzählsträngen kennen, die sehr interessant die Geschichte verweben: als Jugendliche, zum Verschwinden ihrer Tochter im Jahr 2019 und in der Zukunft, im Jahr 2031. Lesend streifen wir aus verschiedenen Perspektiven der Handlungsträger*innen durch den Roman. Da die Mutter ihre Kinder wie Kamele verhökert, ist der Titel sehr passend: Die Kinder sind Könige! … im Sinne von königlichen Melkkühen & der Ausbeutung selbiger im Netz. Gesellschaftskritik verpackt in eine Art Krimi – well done! Ich bin total begeistert und daher eine große Leseempfehlung!
Wichtiges Thema
Das Buch 'Die Kinder sind Könige' von Delphine de Vigan ist meiner Meinung nach ein wichtiges Buch und gerade zu dieser Zeit, wo Influencer wie Pilze aus dem Boden schießen aktueller denn je. Es gibt 2 Handlungsstränge die sich im Laufe des Buches verbinden. Einmal die Sicht von der Polizeibeamtin Clara, die null mit Social Media am Hut hat und Mèlanie, die süchtig danach ist und irgendwann anfängt ihre Kinder mit reinzuziehen. Das was das Buch so besonders macht, ist das es einem zeigen soll was so ein öffentliches "zur Schau" stellen gerade mit Kindern machen kann. Was einem vielleicht oftmals nicht bewusst ist...einige Videos, Tik Toks usw sind auch auf eine bestimmte Art entwürdigend. Speziell für Kinder die sich der breiten Masse , die die Videos schauen, noch nicht bewusst sind. Ein gutes Buch, von mir eine klare Leseempfehlung.
Wichtige Thematik, müsste viel öfter aufgegriffen werden! Die Umsetzung hat mich aber leider nicht ganz überzeugt Der protokollhafte, distanzierte Schreibstil hat mir zwar gut gefallen und ich empfand ihn als sehr passend, aber das Ende war mir dann irgendwie zu bunt und durcheinander gewürfelt und erschien mir teilweise als etwas übereilt und lieblos runtergeschrieben (ich kanns nicht besser beschreiben)
Delphine de Vigan habe ich durch den Buchclub gemeinsam.mitlesen im Februar entdeckt. Nach „Loyalitäten“ habe ich mich sehr gefreut im März „Die Kinder sind Könige“ gemeinsam zu lesen. Leseeindruck Die Autorin hat in klarer und schnörkelloser Sprache in ihrem sozial-kritischen Roman ein sehr wichtiges und top-aktuelles Thema hart, ehrlich, aber auch gleichzeitig auf der einen Seite bewegend und auf der anderen Seite erschütternd dargestellt: Die Gefahren der Zurschaustellung von Kindern in Social Media und die Auswirkungen auf die Kinder selbst, aber auch deren Familien, sozialen Umgang und auch die Gesellschaft an sich. „Die Kinder sind Könige“ ist in zwei Zeitebenen gegliedert, wobei der erste, um einiges längere Teil die Geschehnisse rund um das Verschwinden von Kimmy einem Internet-Kinder des YouTube-Kanals „Happy Recré“ im Jahr 2019 und die damit einhergehenden polizeilichen Ermittlungen beschreibt. Die Autorin hat in diesem Teil für mich beeindruckend die aktuellen Geschehnisse um die Ermittlungen durch Transkripte verschiedener „Happy Recré“ Videos und Vernehmungen mit Rückblicken in Geschickte des Kanals und seine Entstehung, der Jugend der der beiden Protagonistinen Mélanie und Clara verwoben. So erfährt man mehr über Antriebe und Ziele der beiden, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Dabei schafft es die Autorin auch eine auf gewisse Art fesselnde Nähe zu ihren Figuren zu erzeugen. Mit „Kinder sind Könige“ schreibt die schreibt am Puls der Zeit und arbeitet ein Phänomen, das zwar den Meisten, Vielen ist, aber wenig, zu wenig Aufmerksamkeit erfährt. In ihre starke Gesellschaftskritik hat die Autorin sehr wichtige Themen wie in Bezug auf die Gefahren von Social Media, insbesondere für Kinder, (digitale) Freiheit und Datenschutz, aber auch psychische Erkrankungen oder und mit der Berühmtheit auf Social Media einhergehende Einsamkeit auf erschütternde und alarmierende Art und Weise verwoben. Durch die Erzählung in einer Art Krimi, welche mir sehr gut gefallen hat, konnte man dennoch noch eine gewisse emotionale Distanz bewahren, was für sehr gut war. Das Thema hätte mich sicherlich sonst noch mehr mitgerissen und bewegt. Noch Tage später hat mich der Roman zum Nachdenken über (Medien-)Konsum im Allgemeinen und besonders die Gefahren für Kinder und Jugendlichen angeregt. Fazit Gern möchte ich heute dazu nur sagen: „Eine starke, ehrliche, bewegten, erschütternde und zugleich alarmierende Gesellschaftskritik - jeder, ob mit oder ohne Kinder sollte es lesen“ „Die Kinder sind Könige“ von Delphine de Vigan gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights 2022. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung „Beklemmend und brilliant - ein wichtiges Buch für unsere Kinder, für unsere Gesellschaft“ Bewertung 5/5 ★
„Inzwischen jedoch waren die Likes, die Herzchen, der virtuelle Applaus zu ihrem Motor, zu ihrem Lebenszweck geworden: so etwas wie die Rendite einer emotionalen und effektiven Investition, auf die sie nicht verzichten konnte.“ Schon immer fand Mélanie Menschen in der Öffentlichkeit faszinierend, auch sie wollte berühmt werden. Eine Teilnahme bei einer Reality-Show war leider nicht erfolgreich, aber dann wurde sie Mutter von zwei Kindern und stellte die ersten Videos ins Netz. Die Spirale begann sich zu drehen, bald schon erfolgreiche Youtuberin konnte man Melanies Kinder bald auf Schritt und Tritt durch den Alltag begleiten. Werbegeschenke trudelten ein und die Unternehmen wurden bald feste Vertragspartner. All die eingeheimste Anerkennung gab Mélanie das ersehnte Gefühl der Wertschätzung. Ihre Familie war ihr Unternehmen geworden. Welch ein Wahnsinn! Selten wusste eine Geschichte so zu fesseln, mochte ich die Protagonistin aus dem Buch reißen und schütteln. Natürlich, wir alle haben schon mal die süßen Kleinen auf Instagram, Facebook & Co. bewundert. Niedlich, knuffig, talentiert mögen sie sein, aber Erfolg hat seinen Preis. Und es ist der Erfolg der Eltern, der auf der harten Arbeit der Kinder fußt. Man möge meinen, das Buch sei nur auf die Spitze getrieben, zu realistisch allerdings scheint die Entwicklung der Familie. Nachdem die Autorin die Leser an der verlorenen Kindheit von Sam und Kim teilhaben lässt, gibt es einen Zeitsprung und wir treffen alle Protagonisten im Jahr 2031 wieder. Überraschungen gab es für mich dabei keine, ein normales Leben war für Melanies Familie kaum vorstellbar. Mit diesem Buch ist ein Roman gelungen, der nachdenken lässt. Schnell scheint Mélanie verurteilt, aber natürlich sind es wir alle, die das Leben anderer konsumieren. Aufrütteln muss diese Geschichte, um Kindern ihre Kindheit, ihre Privatsphäre und ihre Unbeschwertheit zu erhalten. Kinderarbeit gibt es nicht nur in armen Ländern, sondern hat sich mit den sozialen Medien längst auch einen Platz in unserer Welt geschaffen. Absolute Leseempfehlung!
„Eine Zeit, die sie auszuradieren versucht, über die sie nicht zu sprechen bereit ist. Denn wenn man weitermachen will, muss man manchmal so handeln, als hätte es die Dinge nie gegeben.“ Happy Récré, also "glückliche Erholung" verspricht Mélanie Diore den Followern ihres gleichnamigen YouTube Kanals. Mélanie war schon als Kind Fans von Reality TV Formaten wie Big Brother, ist mit den sozialen Medien aufgewachsen. Und stellt nun ihre Kinder als Stars ins Internet. Der Kanal wird ein Erfolg, Millionen von Zuschauern schauen Sammy und Kimmy dabei zu, wie sie Geschenke auspacken, Fastfood blind bestellen müssen, Klamotten anziehen, die von den Zuschauern ausgesucht werden. Bis eines Tages Kimmy verschwindet. Die Polizeibeamtin Clara ermittelt mit in diesem Fall mit und entdeckt eine Online Parallelwelt, die ihr bislang nicht bewusst war Autorin Delphine de Vigan thematisiert ein sehr aktuelles Problem. Den Schutz der Persönlichkeitsrechte von Kindern, besonders im WWW. Auch ich erwische mich dabei, wie sorglos ich manchmal mit privaten Dingen im Internet umgehe, fühlt man sich doch in einer sicheren Blase. Aber gerade professionelle Influencer gehen ja noch viel weiter, breiten ihr Leben vor der Online Welt aus. Und präsentieren dort auch ihre Kinder. Der Roman hat mich viel gelehrt und die Rechte im Internet und darüber, wie wenig Schutz es für Kinder im Internet gibt. Und wie sehr Kinder darunter leiden können und welche Folgen dieses mediale Auftreten für sie haben kann. Das Thema ist durchaus wichtig und es war für mich auch der erste Roman, der diese Thematik so beleuchtet. Dennoch konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Ich war nie nah an den Personen dran,und ich mochte keine der handelnden Personen. Der Schreibstil ist mir hier viel zu unterkühlt und faktenbezogen, die Sozialkritik bleibt kommt an aber bleibt mir zu oberflächlich. Auch wenn mehrere Seiten beleuchtet werden, fehlt mir die Tiefe im Roman. Der vemeintliche Kriminfall bringt etwas Spannung hinein, verläuft sich dann aber auch immer wieder in ergebnislosen Recherchen. Ein nachdenklich machender Roman, der sich durchaus gut lesen lässt, für mich aber Schwächen in der Umsetzung hat.
„Inzwischen konnte sich jeder vorstellen, sein Leben verdiene das Interesse der anderen, und den Beweis dafür ernten. Jeder konnte sich als Persönlichkeit, als celebrity, betrachten und entsprechend verhalten.“ „In fast zehn Jahren hatte Clara oft genug feststellen können, dass Barberei durchaus auch ohne Blutvergießen auskommen konnte.“ Ein hochaktuell und brisantes Thema welches Delphine de Vigan hier literarisch verarbeitet. Die nicht seitenstarke, dafür aber sehr dichte Geschichte rund um Kimmy & Sammy, welche von ihrer Mutter Melanie zu YouTube-Stars gemacht werden und welche Folgen das hat, zog mich komplett in ihren Bann. Mit Kimmys Verschwinden kommt Clara als Polizistin hinzu, welche in die für sie zuerst unverständliche Welt der „Familien-YouTuber“ eintaucht. Und wir als Leser tauchen in diese Abgründe mit ab; schütteln den Kopf und wissen aber doch so gut, dass dies absolute Realität für viele Kinder auf dieser Welt ist. Welche Folgen das in den kommenden Jahren noch haben wird zeigt die Autorin für mich überraschend in einem Zukunftspart, welcher über psychologische Folgen dieser Kinderarbeit spricht. Dabei bin ich besonders den Kindern noch einmal sehr nahe gekommen. Von Anfang bis Ende hat mich das Buch begeistert, obwohl die Sprache recht klar & nüchtern war. Aber das passte für mich einfach auch sehr gut zu der Geschichte. Ich mochte es, wie wir durch Melanies Vergangenheit die Hintergründe ihres Handelns erfuhren und welche unerfüllten Wünsche dazu führten, dass sie all dies in ihre Kinder projiziert, welche sich nicht wehren können. Die während Kimmys Verschwinden immer wieder eingeschobenen Protokolle zu Vernehmungen und auch Berichten zu den YouTube Videos haben mir stilistisch sehr gut gefallen. Das Buch hält unserer Gesellschaft den Spiegel vor und ich hoffe viele Eltern lesen dies und hinterfragen ihr eigenes Verhalten. Denn man muss kein YouTube-Familienblogger sein, um die Rechte der eigenen Kinder zu missachten und ihnen Schaden zuzuführen. Wer das Thema „Familienblogger/-youtuber“ als überspitzt dargestellt sieht, dem empfehle ich - nein, nicht solche Videos zu schauen, denn die haben Eure Klicks nicht verdient - sondern sich die Videos von Alicia Joe zu dem Thema anzuschauen: Kinderinfluencer: Zu jung, zu fame, zu freizügig?: https://www.youtube.com/watch?v=bK055_gAXdg Familienblogger: Wenn Unterhaltung Jugendschutz gefährdet…: https://www.youtube.com/watch?v=03_Jm883nAM
Delphine de Vigan hat den Nagel auf den Kopf getroffen! "Die Kinder sind Könige" zeigt die Auswirkungen vom Leben IN und MIT sozialen Medien, insbesondere von Kindern, die dem Handeln ihrer Eltern untergestellt sind. Dieses Buch ist super aktuell und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit Instagram, YouTube und co. An einigen Stellen war mir das Buch ein wenig zu sachlich und trocken. Auch war ich insgesamt weniger an dem Leben von Polizeibeamtin Clara interessiert, sondern viel mehr an dem Ausgang der Geschichte. Das tut der Thematik insgesamt aber keinen Abbruch. Richtig spannend fand ich das Buch übrigens ab der zweiten Hälfte, das den Auswirkungen gewidmet war. "Die Kinder sind Könige" ist ein Buch, das jeder von uns gelesen haben sollte: jung und alt, mit Kindern und kinderlos. Es ist so wichtig, dass den Menschen aufgezeigt wird, was Social Media anrichtet, wie uns die sozialen Medien verändern und was nach all dem noch bleibt...
Meine Lieben, gerne teile ich meine Rezension zu Delphine de Vigans „Die Kinder sind Könige“ mit Euch und bitte schenkt mir ein Like, wenn sie Euch gefällt…so würde sich wahrscheinlich Mélanie Claux Anfang einer Buchbesprechung lesen. Mélanie ist die Protagonistin des neuen Romans von de Vigan. Als junge Frau war sie süchtig nach Reality-TV- Formaten und nachdem sie selbst in einer Show sehr kläglich scheiterte, strebt sie nach Ruhm, Liebe und Followern auf Social-Media-Plattformen. Schnell erkennt sie, dass ihre Kinder die Stars sind und so beginnt sie ihre Kinder mehr oder weniger rund um die Uhr zu filmen, zu streamen, herauszufordern auf der Jagd nach Abonnenten und Likes. Als ihre Tochter verschwindet, nimmt sich die gewissenhafte Procédurière Clara des Falls an und entdeckt die Schattenseiten der Internetberühmtheit. Ich mag grundsätzlich eigentlich keine Romane, die mir klar und deutlich etwas vermitteln wollen, mir ihre Weltsicht aufzwingen und dazu auch noch zu recht überspitzten Maßnahmen greifen. „Die Kinder sind Könige“ fällt in jeglicher Hinsicht in diese Kategorie, aber dennoch hat er mir ausgesprochen gut gefallen. So muss ich als erstes zugeben, dass ich mir nach der Lektüre gar nicht mal so sicher bin, dass das Leben der Instagram-Ikone Mélanie wirklich übertrieben dargestellt wird. Die Selbstinszenierung, das Teilen und Teilhabenlassen sind wesentlich, um den Algorithmus und die Abonnenten glücklich zu machen und bei Mélanie entwickelt sich das zu einer Sucht, die ein Teil ihres Lifestyles zu sein scheint. Die begründet und angerbrachte Kritik, die der Roman in den Mittelpunkt stellt, ruht natürlich besonders auf der Tatsache, dass die Protagonistin ihre Kinder gnadenlos zur Schau stellt. Hier haben mich besonders die Blindheit der Mutter für die Bedürfnisse ihrer Kinder erschreckt und die geschilderten potenziellen (fiktiven?) psychologischen Folgeerscheinungen der dauerhaften Ausstellung bei Instagram und Co. sehr fasziniert. De Vigan bringt gerade diesen psychologischen Kontext so überaus glaubhaft zur Darstellung, dass einem schon angst und bange werden kann. Als Kommentar zu unserer heutigen medienhörigen Zeit, in der ein Leben nur eine Wertigkeit zu haben scheint, wenn es öffentlich gelebt wird, funktioniert der Roman in seiner ganzen Bitterkeit trotz seiner Holzhammermethode sehr gut. Die Figurenkonzeption ist insofern spannend, als dass sie zwar auf eine starke Kontrastierung zwischen der Polizistin Clara und der Influencerin Mélanie setzt, aber eine allzu deutliche Gut-Böse-Differenz ausgespart wird. Auch wenn die Autorin mit stereotypen, genretypischen Merkmalen (die einsame, arbeitswütige Polizistin und die oberflächliche, gefilterte Fee) arbeitet: aber die Innensichten in die beiden Frauenfiguren sind glaubwürdig und dienen natürlich auch wieder der nachdrücklichen Darstellung des eigentlichen kritischen Ansinnens des Romans. Der Roman ist gut geschrieben und sehr lesbar, das Verschwinden des Mädchens ausgezeichnet und spannend inszeniert, sodass man mit großem Interesse der Handlung folgt. Hierzu tragen auch die eingefügten Polizeiberichte Claras bei und Aufteilung der Handlung auf verschiedenen Zeitebene. Ein nachdenklich stimmender Roman, den ich trotz seiner allzu bekannten und offensichtlichen Kritik empfehlen kann, weil er einfach gut zu lesen ist.
"Die Kinder sind Könige", übersetzt von Doris Heinemann, ist der neue Roman von Delphine de Vigan und für mich das dritte Buch der Autorin. Allein der Klappentext hat mich bei diesem Buch bereits so angesprochen, dass mir klar war, ich muss es lesen. Wir bekommen zunächst Einblicke in das Leben von Mélanie als Jugendliche und wie sie an einer TV-Show teilnimmt. Mélanie wünscht sich ein Leben mit Aufmerksamkeit und hat diese dann mit ihrem YouTube-Account Happy Récré erreicht, bis die junge Kim entführt wird und sich das Leben der jungen Familie auf den Kopf stellt. Doch auch nach Wiederauftauchen von Kim ändert sich Mélanie wenig. In dem Roman hält uns de Vigan den Spiegel vors Gesicht und zwingt uns, mit absolut grandiosen Worten, genauer hinzusehen. Die Kinder sind Könige liest sich wie einen Krimi, sehr spannungsgeladen mit Einbezug von Verhören und Polizeiarbeit. Außerdem wird im letzten Drittel auf die späteren Folgen und Probleme der mittlerweile erwachsenen Kindern Kim und Sam eingegangen. Der Roman ist hart, ehrlich, bewegend, top aktuell, erschütternd und auch alarmierend. Die ganze Situation und Geschichte wird von dem eindringlichen Schreibstil von de Vigan abgerundet. Mich konnte der Roman zutiefst überzeugen, ich habe jede Seite geliebt und inhaliert. Ein wichtiges, erschreckendes und aufrüttelndes Buch - ganz klar: große Leseempfehlung.
Grandios!
Es geht um Kinder in den sozialen Medien. Melanie vermarktet ihre eigenen Kinder, indem sie ihr ganzes Leben mit der Kamera begleitet und alles mit ihren Abonnenten teilt. Die Kinder haben glücklich und froh darüber zu sein, so ein „Privileg genießen zu dürfen“. Sie werden von anderen bewundert, sind hoch angesehen und verdienen massig Geld. Sie kriegen Spielzeug ohne Ende für Werbezwecke gestellt. Wie könnten sie sich darüber beschweren wollen? Melanie ist total vernarrt in den Gedanken, sie tue nur das beste für ihre Kinder. Sie sehnt sich nach Anerkennung und Ruhm und projektiert das auch auf ihre Kinder. Sie schließt die Augen vor der Realität und will es einfach nicht sehen, dass ihre Kinder unglücklich sind. Einfach nur Privatsphäre und echte Liebe wollen anstelle von Klicks und Fake-Gute-Laune für die Kamera. Ich finde die Thematik „Kinder in sozialen Netzen“ grundsätzlich sehr interessant und sie wird in diesem Buch so gut umgesetzt. Es regt zum Nachdenken an, ist wahnsinnig informativ und erschreckend zugleich. Ich kann dieses Buch jedem nur wärmstens ans Herz legen.
Eigentlich erstaunlich, dass das Thema der Mamiblogger / YouTubeKids literarisch noch niemand vorher aufgegriffen hat... um so wichtiger, dass Delphine de Vigan dieses nun kritisch tut. Melanie ist als Mutter in ihrer Passion für ihre Videos etwas stereotypisch beschrieben und nicht ganz glaubwürdig. Zwischendurch war mir nicht klar ob nicht sogar bei ihr eine große psychische Störung vorliegt, aber da bin ich keine Fachfrau, daher lasse ich das lieber andere beurteilen. Immerhin betont sie ständig und überall, dass sie nur das Beste für ihre Kinder möchte. In Kim und Sam ( die Kinder) konnte ich mich allerdings sehr gut hineinversetzen und die Folgen des jahrelangen Missbrauchs ihres Rechts an Fotos und Filmen kamen in diesem Buch klar zur Geltung. Super war auch der letzte Teil des Buches, auf den ich allerdings nicht näher eingehen kann ohne zu spoilern. Aber sicher ist, DAS hab ich nicht erwartet. Die Sichtweise von Clara, der ermittelnden Polizistin, fand ich spannend, da es sicherlich viele Menschen gibt, denen Youtube/ Instagram und Co ebenso fern sind wie Clara auch. Sie muss sich komplett in die für sie neue Materie einarbeiten und nimmt den Leser mit. Für mich gab es hier keine neuen Erkenntnisse, aber für viele mag ihre Erzählperspektive sehr spannend sein. Der Schreibstil ist gut lesbar und schnörkellos, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen.
Im Roman geht es um Mélanie, die ihre beiden Kinder seit frühester Kindheit an zu Youtubestars macht und wirklich alles mit ihren Followern teilt. Solange bis eines Tages die kleine Tochter Kimmy entführt wird. Ein Schicksalsschlag für die Familie, der Konsequenzen haben wird. Doch der eigentliche Kern der Geschichte befasst sich mit dem Thema, was so eine Kinderkarriere mit den Kleinen macht, in jungen Jahren und auch wenn sie zu Erwachsenen heranreifen. Eine hoch aktuelle und wirklich spannende Frage. Die Geschichte hat mich wirklich von Anfang an abgeholt. De Vigans Art zu schreiben hat mich absolut gepackt und das Buch in kürzester Zeit beenden lassen. Ich wollte einfach durchweg wissen, wie die Geschichte für unsere Protagonisten endet. Und das Ende fand ich auch wirklich nochmal sehr gut getroffen! Dies war mein erstes Buch von Delphine de Vigan, aber ich werde mir nun sicherlich noch weitere Bücher der Autorin ansehen. 5 Sterne! Zu empfehlen!
Ein wichtiges Buch über die Folgen von Social Media. Sehr gelungen. Empfehlenswert und hochaktuell.
Da ich Delphine de Vigan mag, war das aktuelle Buch natürlich ein Muss☺️. Wer auf Social Media viel unterwegs ist, bekommt hier einen Spiegel vorgehalten. Die Geschichte war für mich sehr spannend und ich konnte mich gut in die Situation der Protagonisten einfühlen. Ein kritischer Blick auf die Probleme der heutigen digitalen Zeit. Es kann aufwühlen und auch manchmal verstörend sein. Auf jeden Fall Empfehlenswert. Ihr Roman „ Nach einer wahren Geschichte „ ist ebenso empfehlenswert und spannend👍.
Ein Buch, dass Augen öffnen und Kameralinsen schließen sollte 
Dies ist mein erstes Buch der Autorin, deshalb habe ich keine Vergleichsmöglichkeit, was ihren Stil angeht. Sind alle Bücher von ihr so klar, minimalistisch und aus der Rolle des Beobachters geschrieben? Mélanie führt ein Leben in der Öffentlichkeit. Sie vermarktet sich und besonders ihre beiden Kinder, Kimmy und Sammy, über diverse Internetportale. Sie ist, eine verblendete Frau, die mangelndes Selbstbewusstsein, in der Öffentlichkeit umkehrt und sich im scheinbaren Glanz des Konsums sonnt. Eines Tages verschwindet die Tochter. Eine Suche beginnt. Die Ermittlerin Clara arbeitet sich intensiv in die Thematik, der so genannten „Mommy Blogger“ ein. Wird Kimmy gefunden werden? Was sich wie ein Thriller anhört, ist die Studie einer Gesellschaft, die sich dem Voyeurismus verschrieben hat. Aus diversen Perspektiven wird dieser „Fall“ beleuchtet. Aus Protokollen erfahren wir viel aus dem „Berufsfeld“ von Influencern, die sich in erster Linie damit beschäftigen, ihr Familienleben gläsern zu machen. Außerdem wird der Werdegang der Mélanie erzählt. Ihre Kinder, obwohl Hauptakteure in den Videos, scheinen nur Randfiguren in ihrem Dasein zu sein. Das gleiche trifft für ihren Mann zu. Man bekommt ziemlich schnell mit, dass die vermeintliche Freude an den Videos nur bei der wenig selbstbewussten Frau entsteht, die die Liebe ihrer Follower*innen über alles stellt. Die Kapitel sind in klarer, deutlicher Sprache geschrieben und minimalistisch gehalten. Manchmal wirkt es, als wenn wir das Geschehen von oben, aus einer Drohne, aus beobachten würde. die episodenhaften Erzählungen, Ausschnitte und Berichte sind sachlich erzählt. Emotionen kommen trotzdem spürbar durch. Mir haben die verschiedenen Blickwinkel, die wie Scheinwerfer oder Kameras auf das Geschehen gerichtet waren gut gefallen. So erfahren wir natürlich die innere Motivation, von Melanie, die wachsende Skepsis der Kinder, die Entrüstung des Umfeldes und auch das Nichtwissen um diese „Szene“ bei der Polizei. Auch das Leben, der“Flic“ Clara wird in einzelnen Episoden aufgerollt. Das ist eine Stränge im Buch, die sich mir nicht wirklich erklären. Warum ist ihre Rolle in dem Buch so groß? Ich vermute zwar, dass die Autorin einen Gegenpol zu der exhibitionistischen Familie schaffen wollte, Wirklich gebraucht hat die Geschichte das aber nicht. Sollte mir da etwas entgangen sein, schreibt es mir gerne in die Kommentare. Vielleicht verstehe ich es dann besser. Zum Ende hin wird der Plot leicht dystopisch, wenn auch sehr an dem, was ich als Realität erwarte, und teilweise auch erhoffe. Manchmal blieb mir das sarkastische Lachen im Hals stecken, z.B. Als mir die Absurdität der Algorithmen bewusst wurde, wenn russische Botts konstruiert kommentieren oder Plattformen gratulieren, obwohl sich in der Familie die Welt von oben nach unten dreht. Oder wenn Mélanies narzisstischer Charakter Oberhand gewinnt und sie in kleinen Blitzlichtern, zwischen Trauer und Sorge, an ihre „ Lieben“ denkt. und damit meint sie nicht ihre Kinder! Die Frau ist wirklich jenseits von gut und böse, und hat jegliche Wahrnehmung für die Zeichen und Symptome ihrer Kinder verloren. Wer, wie ich, im Kinderschutz tätig ist, wird vieles in dem Buch mit Wut und Magenschmerzen lesen, weil wir wissen, dass so vieles davon im alltäglichen Leben nicht weniger Familien passiert. Man muss nicht unbedingt 5 Million Follower haben. Es reicht schon, wenn Kinderfotos in WhatsApp Gruppe oder Status gestellt werden. Wir Erwachsenen vergessen so leicht, dass diese vermeintlich zuckersüßen Momente für die Ewigkeit im Netz sind und wir keinerlei Kontrolle mehr darüber haben, wer diese wem weiterleitet. Und deshalb ist für mich die Moral aus dem Ende des Buches eine Hoffnung für die Zukunft. Wer aber nach dem Lesen der Lektüre immer noch seine Kamera ständig auf sein Kind hält, um jeden „ach so wichtigen Moment“ für die Nachwelt fest zu halten und mit wem auch immer zu teilen, hat nichts begriffen.
"Wenige Sekunden später erschienen die ersten Herzen und Küsschen-Emoticons auf dem Bildschirm. Innerhalb weniger Minuten hatte sie siebenhundertachtzehn Likes erhalten. Sie lächelte." (S. 218) Schon als junges Mädchen war Mélanie fasziniert von den Reality Shows im Fernsehen und fieberte allabendlich gemeinsam mit ihrer Familie vor dem Bildschirm mit, wer gewinnen würde – und schon damals wusste sie: das will ich auch. Berühmt, überall erkannt werden. Doch noch viel eher: Geliebt werden. Jahre später hat sie sich diesen Traum erfüllt: Nach der Geburt ihrer zwei Kinder Sammy und Kimmy gründet sie nach Vorbild zahlreicher Youtuber den Kanal „Happy Recré“, der schon kurz nach der Veröffentlichung der ersten Videos mehrere Millionen Follower hat. Beinahe täglich postet sie Videos aus ihrem Familienalltag, teilt jeden Schritt, jedes Wort ihrer Kinder mit der ganzen Welt. Drei Jahre besteht der Kanal schon, alle Menschen lieben ihre Challenges, die Unboxings, diese ach so glückliche Vorzeigefamilie – doch irgendwas stimmt nicht. Kimmy wirkt in sich gekehrt, abweisend, scheint keine Lust mehr zu haben, auf Knopfdruck in die Kamera zu lächeln und ihren Followern Schmuseküsse zu schicken. Bestimmt nur eine Phase, die vorüber geht, denkt sich Mélanie, warum sollte ihr all das keinen Spaß mehr machen bei all der Liebe, die sie bekommt? Kurze Zeit später verschwindet Kimmy spurlos. Und die Suche nach Verdächtigen erweist sich für die ermittelnde Polizeibeamtin Clara als ein scheinbar undurchdringbares Netz in der digitalisierten Welt. In ihrem Roman "Die Kinder sind Könige" (OT: Les enfants sont rois, aus dem Französischen von Doris Heinemann) zeigt Delphine de Vigan eindringlich, inwiefern und mit welchen Folgen (kleine) Kinder im Internet, speziell in den sozialen Medien zu Konsumzwecken von ihren Eltern zur Schau gestellt, ausgebeutet werden, ohne jemals ein Mitspracherecht zu haben, nein: Sie müssen funktionieren, zu jeder Tag- und Nachtzeit lächeln, perfekt sein. Erniedrigt und bloßgestellt trifft es in manchen Fällen vielleicht eher. Sind es all die Likes, die digitale Liebe und die Umsätze in Millionen, die durch minutiös gescriptete Stories, Unboxings oder den Verkauf von Merchandising generiert werden, wert, seine Kinder zu Marionetten zu degradieren, sie durch die frühe mediale Präsenz krank zu machen, ihnen jegliches Mitspracherecht untersagt? . Mit der Spannung eines Krimis, der detaillierten Nüchternheit eines wissenschaftlichen Artikels und der liebevollen Zeichnung eines Romans beschreibt die Autorin ausgehend der Kindheit der beiden Protagonistinnen Mélanie und Clara, wie ihre von Grund auf unterschiedliche Erziehung und Kindheit ihre späteren Lebenswege prägen würde, es die eine in die Öffentlichkeit zieht, während die andere sich im Hintergrund hält. Allmählich erhält man einen Eindruck, aus welchen Gründen Mélanie sich dazu entschloss, Videos ihrer Kinder auf YouTube zu posten, immer öfter, immer professioneller – bis ihr Mann Bruno schließlich sogar seinen Job kündigt, weil die Produktion zunehmend zeitaufwändiger und die Verträge mit ihren Werbepartnern immer ertragreicher werden. All die Likes und die bewundernden Kommentare geben ihr die Anerkennung, ja, Liebe, wenn man so mag, nach der es sie seit ihrer Kindheit verlangte, ihr aber nie zuteilwurde. Doch die Bekanntheit hat auch ihre Schattenseiten: Die Stimmen ihrer Neider werden immer lauter, und die öffentliche Kritik an der „Kinderarbeit“ wächst, erste Gesetzesentwürfe zum Schutz der „kleinen Stars“ warten auf die Verabschiedung. Für die Polizistin Clara ist es eine völlig neue Welt, die sie im Rahmen der Recherchearbeit im Fall Kimmy entdeckt – und was sie über die Hintergründe des Geschäfts mit den sozialen Medien herausfindet, ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend. Ebenso wie die Folgen des frühen Ruhms, die viele Jahre nach Abschluss des Falls am späteren Leben der einstigen Kinderstars ersichtlich werden. . Selten hat mich eine Geschichte so viel mit mir gemacht wie „Die Kinder sind Könige“. Ich war regelrecht beklommen ob der Beschreibungen des Verhaltens Mélanies, die letztlich nicht mehr als ein realistisches Abbild dessen sind, was mir täglich in den sozialen Medien vorgeschlagen wird – und ich schon vor diesem Buch mehr als fraglich fand. (2/2) Es ist pervers, anders kann ich es nicht beschreiben, und die Folgen können für die Kinder dramatisch sein. Von psychischen wie Erkrankungen wie Angststörungen und soziale Phobien wird berichtet, neurologischen Ausfälle, Symptomen von Stress und Überforderung bis hin zum Burn Out. Und wofür das alles? Für Likes, digitale Liebe und den Ruhm des Augenblicks. Gerade in der heutigen Zeit und der zunehmenden Digitalisierung, die seit Beginn der Corona-Pandemie an Stellenwert gewonnen hat, ist es wichtig, sich und seinen Umgang mit den sozialen Medien zu reflektieren, sich selbst und andere zu schützen, denn was einmal im Netz ist, bleibt da auch. Darüber soll gar nicht vergessen werden, welche Vorteile das Internet und die soziale Medien auch mit sich bringen können, doch sollte eine gesunde Balance gewährt werden. . Delphine de Vigan hat mit diesem Buch ein Abbild unserer Gesellschaft geschaffen, das mich in seiner Härte, Aktualität und Schonungslosigkeit begeistert und gefordert hat und noch lange beschäftigen wird. Unbedingte Empfehlung!
Gesellschaftskritik auf hohem Niveau und mit Suchtfaktor Mein erstes Buch der Autorin und bestimmt nicht mein letztes! Da ich das Buch zeitig zurück in die Bücherei geben musste, habe ich es innerhalb von zwei Tagen durchgesuchtet. Die Thematik der Gefahren des Influencer*innen-Daseins für die Influencer*innen selbst, insbesondere die Kinder, als auch die Zuschauer*innen und Fans hat mich sofort angesprochen. In Ausschnitten lesen wir, wie das Leben von Mélanie Claux und Clara Roussel bis zu einem bestimmten Ereignis verlaufen ist. Als Melanies durch Social Media berühmt gewordene 6-jährige Tochter plötzlich verschwindet, kreuzt sich ihr Weg mit der Ermittlerin Clara, die das ziemliche Gegenteil von ihr verkörpert. Wir bekommen Einsicht in Melanies (kranke) Gedankenwelt, und zugleich anhand von Transkriptionen und Auswertungen aus Mélanies Instagram-Storys von der Kriminalpolizei, Vernehmungsprotokollen und ähnlichem immer mehr Einblicke in deren komplett öffentliches Leben – und die Auswirkungen dessen auf ihre Tochter. Es geht um so viel Wichtiges: Kinderlosigkeit, den äußeren Schein, Kindererziehung oder vielmehr Instrumentalisierung, Kinder von Influencer*innen oder anderen Berühmtheiten, die in einer virtuellen Parallelwelt aufwachsen, Konsum im Überfluss, kapitalistische Extreme, Muttersein als einzige Erfüllung im Leben, die Einsamkeit hinter dem Erfolg und zugleich dessen Suchtfaktor, die Wirkung von Werbung, einen nicht zu gewinnenden Wettkampf um vermeintliche Liebe und und und Während die fiktive, aber dennoch sehr realitätsnahe Geschichte die meiste Zeit eher etwas von einem Krimi hat, driftet sie am Ende aus dem Jahr 2019 in die Zukunft ins Jahr 2031. Eben diesen Teil hätte ich persönlich nicht noch gebraucht, auch wenn ich die Aussage dahinter verstehe. Vermutlich kommt hier nur meine Dystopie-Abneigung zum Vorschein. Insgesamt kann ich euch dieses Buch aber nur ans Herz legen! Es ist erschreckend, aber auch aufrüttelnd. Übersetzt wurde diese Ausgabe aus dem Französischen von Doris Heinemann. TW: Kindesentführung/verschwundenes Kind, Instrumentalisierung und Ausbeutung von Kindern, Aneurysma, Unfalltod, Misshandlung, Folter, Pädophilie, Ehebruch, Ableismus, psychische Störung
Muss man gelesen haben!
Super spannende Thematik, vorallem in der heutigen Zeit. Dieses Buch ist echt jedem zu empfehlen, denn SocialMedia und co. ist in der jetzigen Zeit präsenter denn je. Ich habe auch selber noch nie darüber nachgedacht, wie es den sogenannten Kidfluencern heute geht bzw. wenn sie erwachsen sind. Mit welchen Problemen sie vielleicht auch zu kämpfen haben… Das Buch regt definitiv zum nachdenken an!
Eine Geschichte, um die mehr gesprochen werden sollte
In den letzten Jahren ließ sich auf Social Media ein Trend erkennen, der das Unbehagen in mir aufstiegen ließ. Immer mehr Eltern vermarkten ihre Kinder auf Social Media, binden sie in ihrem Content ein und halten ihnen in zahlrechen Lebenssituationen die Kamera vor die Nase. Zahlreiche, komplett Fremde Menschen, kennen ihren Namen, ihr Aussehen und können auch über Umwege die Adresse herausfinden. Das die Kinder nicht nur in Situationen gebracht werden, die ihnen in dem sozialen Umfeld schaden können, sondern auch Kriminelle anlocken können, wird in den seltensten Fällen als sachliche Kritik von den Influencern angenommen. „Die Kinder sind Könige“ befasst sich genau mit dieser Thematik und liefert anhand eines Vermisstenfalles eines Mädchens, welches schon im jungen Alter von ihrer Mutter vermarktet wurde, viel wichtige und vor allem richtige Kritik und befasst sich ebenso mit den Folgen, die auch Jahre später auftreten können. Schon von der ersten Seite konnte mich dieses Buch direkt begeistern und auch wenn mein Unbehagen aufgrund der bitteren Realität von Seite zu Seite größer wurde, fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Charaktere waren interessant und insbesondere Melanie hat mein Interesse erweckt. Wir erhalten mit ihr nicht nur eine Mutter, die einfach berühmt werden möchte, sondern erfahren auch die Hintergründe hierfür. Clara selbst ist das genaue Gegenteil von der Social Media verrückten Melanie, denn sie hat mit diesem Thema nichts zu tun. Der Kontrast der Ermittlerin und der Mutter gefiel mir besonders gut, da selbst ein Leser, der mit dieser Grundthematik nicht viel zu tun hat, in diese vernünftig eingeführt wird. Normalerweise versuche ich eher Bücher in denen es um Kinder geht, zu vermeiden, da die Angst vor darstellender Gewalt vorhanden ist, war ich sehr froh, dass ich dieses nicht gemieden wird. Ohne unnötige Gesamtdarstellung schafft es das Buch, eine sehr authentische Geschichte zu erzählen, die gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig ist.
Leseempfehlung
Datum : 13.08.2025 ✨Handlung✨ Die Tochter einer Influencerin wird entführt und wir können hinter die Fassade der Influencerin gucken. (Bisschen Krimi, bisschen Familiendrama) ✨Protagonisten✨ Charaktere : 3,5 / 5 Wir haben die Sicht von Clara (Polizistin) und Melanie (Mutter und Influencerin) und Auszüge aus der Polizeiakte. Wir sehen, weshalb Melanie so handelt (woher kommt dieser Egoismus, fehlende Selbstreflexion), wie das Leben hinter der Kamera aussieht (nämlich gar nicht mal so rosig. Claras Part war mir ein wenig unklar in der Thematik. Klar, sie war die Ermittlerin, aber ich fand ihre Erläuterungen doch eher unnötig. ✨Setting✨ Unterhaltung : 3,5 / 5 Ein sehr wichtiges und vorallem aktuelles Thema ! Clara ihr Privatleben wurde mir in ihren Kapiteln zu sehr in den Vordergrund gerückt (hat den Fall nicht nicht weitergebracht). Es ging ja grundsätzlich um das Thema Social Media und deren Gefahren und nicht darum, ob die Eltern von der Polizistin gerne auf Demos gingen. Die Geschichte spielt in Frankreich. ✨Schreibstil✨ Spannung : 3,5 / 5 Bis zum Ende wusste man nicht, wieso weshalb warum Kimmy entführt wurde, von wem, freiwillig, was ihr geschah usw. Das hatte eine Sogwirkung. Die Kapitel hatten eine sehr angenehme Länge. Die Autorin hat mir leider zu oft schwadroniert. ✨Fazit✨ Das Thema ist so so wichtig ! Ich hätte es mir allerdings pointierter gewünscht. Ein Buch, welches aufzeigt, wie wichtig es ist den Kindern selbst die Möglichkeit eines digitalen Fußabdruckes zu ermöglichen und nicht vorweg zu nehmen. Und was passiert, wenn man Kinder ins Rampenlicht stellt (wobei dies ja nichts Neues ist, das Medium hat sich nur geändert .. siehe Lindsay Lohan, Macaulay Culkin, Amanda Bynes).. schade das die Menschen nicht daraus lernen und es immernoch welche (viele) gibt, die den Profit auf den Rücken der Kinder sammeln .. Ich selber habe kein Social Media (mehr), würde aber (wenn ich es wieder hätte) keinen Family Influencer mehr folgen und trauen.
Schon lange hat mich kein Buch mehr so fassungslos und wütend gemacht, denn diese umfassende Vermarktung von unmündigen Kindern durch ihre eigenen Eltern in den sozialen Netzwerken YouTube etc. zum Broterwerb ist schamlos. Auch die Zuschauer verstehe ich nicht, zumal sie sich langweilige Alltagssituationen von unbekannte Menschen zum Zeitvertreib einverleiben.
Ein grausames Buch, das sehr treffend eine mögliche Zukunft beschreibt. Vielleicht ist diese Zukunft für einige auch schon die Realität. Mir hat die Beschreibung der Social Media Nutzung und des sich darin verlierens sehr gut gefallen. Sicher auch deshalb, weil ich mir selbst viele Gedanken darum mache. Gegruselt hat mich die Entführung. Bis dieser Teil der Geschichte zu einem Ende kam, habe ich fast buchstäblich den Atem angehalten. Mir war das Ende der Entführungsgeschichte fast zu einfach. Ich war aber trotzdem überrascht. Den letzten Teil des Buches konnte ich zunächst nicht einordnen. Nachdem die Spannung vorbei war, kam mir dieser Teil der Geschichte zunächst fast langweilig und überflüssig vor. Aber je mehr ich gelesen habe, um so interessanter wurde dieser Teil. Die rechtliche Seite, die dort beschrieben wird war sehr aufschlussreich.
Das im Roman behandelte Thema ist für sich genommen immens wichtig und wird gefühlt immer wichtiger, da eine ganze Generation von Lifestyle-, Mama- und Familienblogger*innen ihre Babys und Kinder ungefiltert ins Netz stellt. Ob ich den Roman als lesenswert bezeichnen, oder weiterempfehlen würde? Eher nein. Meine Hauptkritikpunkte kurz zusammengefasst: - Den Schreibstil empfinde ich als sperrig und als wenig besonders. Berücksichtigt man andere Rezensionen auf goodreads, scheint der Stil von anderen Romanen der Autorin negativ abzuweichen. - Viele Punkte bleiben mir zu oberflächlich. Allen voran die Figuren selbst, die mehrheitlich blass bleiben und ein Mitfühlen bzw. Mitleiden erschweren. - Die Autorin bedient sich bei der Protagonistin Clara vieler unnötiger Stereotype. So ist sie bspw nicht nur die alleinstehende Polizistin, die sich voll in den Job reinkniet und daher keine Zeit für Privates hat, sie stellt sich auch allen Ernstes 3 mal im Roman die Frage, ob sie als kinderfreie Frau (ich mag die Formulierung kinderlos nicht) überhaupt an Kriminalfällen mitarbeiten darf, bei denen Kinder involviert sind. Äh ja, okay… das lasse ich mal so stehen ;-) - Der Kriminalfall, der sich kurzzeitig rund um das Verschwinden des Kinder-Youtube-Stars Kimmy aufspannt, nimmt dem eigentlichen Thema des Romans zu viel Raum weg. Vor allem, wenn man bedenkt, wie sich die Entführung dann am Ende auflöst. Diese Seiten wären besser in den Ausbau der Figuren und ein tieferes Beleuchten der Thematik investiert gewesen. Thema: Unendlich wichtig. Umsetzung eher so: mäh. Demnach kein Buch, das ich verschenken oder weiterempfehlen würde. Schade, echt!
Mutter angefixt von Big Brother stellt Fotos und Filme ihrer Kinder ins Netz.
Wer keine Ahnung hat, was eine Mumfluenzerin ist, oder wer eine solche ist, sollte unbedingt diesen Krimi lesen . Am Rand der allgemeinen Aufmerksamkeitsblase spielt sich ein Netzphänomen ab, das schlimmste Auswirkungen auf die Psyche von Kindern hat. Durchaus spannend und mit glaubwürdigem Personal wird das Phänomen beschrieben und auch die psychologischen Aspekte kommen nicht zu kurz. Lesenswert





















































