So finster die Nacht

So finster die Nacht

Hardback
3.971

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Book Information

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Format
Hardback
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4.67 €

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21
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4

Er schloss seinen Mund. Dann drückte er einen Kuss auf Oskars Lippen. Ein paar Sekunden lang sah Oskar durch Elis Augen. Und was er sah, war ... er selbst. Nur viel besser, schöner, stärker als das, was er von sich dachte. Mit Liebe gesehen.

Ich liebe Vampire. Und darum auch 4 Sterne. Der ganze Roman war gut. Lang aber gut. Zeitweise etwas verwirrend, da mehrere Handlungsstränge parallel laufen und am Ende zusammen kommen. Was es wieder klar macht. Oskar ist aber unser Hauptprotagonist. Zusammen mit Eli. Ich mochte diese Passagen am meisten. Die zwei entwickeln eine Freundschaft. Sie ist besonders. Am besten gefällt mir, dass der Autor die kindliche Art sehr gut getroffen hat. Sind wir doch in der Zeit zwar naiv, aber auch freier von unseren Vorurteilen. Viele stellen im Buch sind auch grausam und nichts für schwache Nerven. Aber ich mag das. Das Ende war mir etwas zu schnell und auch nicht so richtig befriedigend. Ich hätte wohl gerne erfahren wie es weiter geht. Aber alles in allem... Eine besondere Geschichte die man durchaus lesen kann wenn man Vampire mag.

Er schloss seinen Mund. Dann drückte er einen Kuss auf Oskars Lippen. Ein paar Sekunden lang sah Oskar durch Elis Augen. Und was er sah, war ... er selbst. Nur viel besser, schöner, stärker als das, was er von sich dachte. Mit Liebe gesehen.
3

Ich habe mich ganz schön durch das Buch gequält. Hauptsächlich lag das an dem Schreib- und Erzählstil von Lindqvist mit dem ich, warum auch immer, nicht richtig warm wurde. Was mich dann doch an diesem Buch hielt, war die kleine Geschichte zwischen den vielen Worten. Diese lässt sich für mich, trotz der ganzen Gräueltaten und Morde drum herum, nur mit zart, schön und liebevoll beschreiben. In "so finster die Nacht" geht es um durchschnittliche Menschen mit teilweise verkorksten Lebensgeschichten. Zum einen ist da der pädophile Ex-Lehrer, eine Gruppe von vor sich hinlebenden, teilweise arbeitslosen, perspektivlosen Erwachsenen und der 13jährige Oskar, der von seinen Mitschülern gemobbt und drangsaliert wird. Und mitten drin, als Verbindungsglied zwischen all diesen Personen ist da Eli. Ein scheinbar 12 jähriges, zartes Mädchen, zwischen dem und Oskar sich im Laufe des Buches eine vorsichtige Freundschaft entwickelt. Doch an Eli ist nicht alles so, wie es scheint ... Lindqvist ist hier eine Vampirgeschichte gelungen, die irgendwie nur latent vorhanden ist. Man nimmt sie kaum als solche war und hat eher das Gefühl, im ganz alltäglichen Wahnsinn vor sich her zu dümpeln. Letztendlich ist das auch der Grund, warum es irgendwie schwer fällt, das Buch einem Genre wirklich einzuordnen. Thriller irgendwie nicht, wenn die Morde auch sehr präsent sind, scheinen sie doch irgendwie auch nur nebensächlich. Fantasy? Auch eher nicht, dafür wirkt alles viel zu alltäglich und normal. Man staunt irgendwie nicht wirklich ... was ich aber nicht als negativ beurteilen würde. Vielleicht lässt man sich einfach mit dem Gedanken an die etwas andere Vampirgeschichte auf das Buch ein.

4.5

Das war mal wieder ein richtiges Highlight! An manchen Stellen war es mir zu brutal und zu explizit, daher ein halber Stern Abzug. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da stand es nun etwa 12 Jahren ungelesen in meinem Bücherregal :) einfach großartig!

4.5

Heute möchte ich euch das Buch „So finster die Nacht“ (orig. Lat den rätte komma in) von John Ajvice Lindqvist, erschienen im Jahre 2004, vorstellen. Die deutsche Übersetzung ist von Paul Berf. Dieses Buch ist ein spannender Mix aus Entwicklungsroman, Kriminal- und Vampirgeschichte. Gleichzeitig ist es der Debütroman des Autors und thematisiert Prostitution, Drogen und Pädophilie. Das Buch wurde bereits im Jahre 2008 durch den Regisseur Tomas Alfredson in die Kinos geführt. In einem kleinen schwedischen Ort lebt Oskar, der durch die ständigen Mobbingattacken seiner Mitschüler leidet. Auf dem Gelände des Wohnkomplexes trifft er eines nachts die mysteriöse Eli und freundet sich mit ihr an. Doch die Treffen kommen nur in der Dunkelheit zustande, außerdem hat sie einige Merkwürdigkeiten an sich. Zwischenzeitlich passieren immer mehr Morde in der Umgebung, bei denen die Opfer ausgeblutet sind. Was hat es damit auf sich? Dieses Buch ist geprägt von einer atmosphärischen Dichte und einer durchziehenden melancholischen Stimmung. Der Autor nutzt eine klare und präzise Sprache, die durch poetische Elemente den Höhepunkt findet. Die Umgebung, Charaktere, usw. werden detailreich beschrieben und schaffen es, dass sich die Lesenden alles sehr gut in ihrer Fantasie ausmalen können. Lindqvist kombiniert Elemente des Horrors mit tiefgründigen Emotionen, was es den Lesern ermöglicht, sich in die Charaktere hineinzuversetzen und die wiederkehrenden Konflikte nachzuvollziehen. Die Erzählungweise ist meistens ruhig und gut durchdacht, dadurch kommt es zu einem Spannungsaufbau, der die Atmosphäre immer weiter verstärkt. Ich war durchweg von diesem Buch gefesselt und habe über einige Themen nachdenken müssen. Von mir gibt es daher 4,5 von 5 Sternen. ✨️

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3

Über 10 Jahre lag dieses Buch auf meinem SUB. Durch eine Challenge kam es jetzt doch endlich mal dazu, dass ich es lese. Eines Tages findet man einen blutleere Leiche. Es geht also um Vampire. Zeitgleich zieht ein merkwürdiges Mädchen in das Wohngebiet von Oskar, welches man aber immer nur abends bzw. nachts zu sehen bekommt. Bei ihr befindet sich noch ihr "Vater". Dazwischen lernen wir einen Gruppe alter Säufer kennen. Nach und nach verbinden sich die Geschichten der verschiedenen Gruppen und lernt alle Charaktere besser kennen. Bei dem Mädchen Eli handelt es sich um den Vampir, bei ihrem "Vater" um ihren Helfer, der ihr Blut besorgt. Vielleicht merkt man, dass mich das Buch nicht wirklich mitgerissen hat.

Abgebrochen bei 23%. Auf dem Cover steht „Thriller“, aber die Spannung ist nicht da. Oft wird dieses Buch dem Horror zugeordnet. Aber gruseln musste ich mich nicht. Wenn ein Thriller mich nicht soweit fesselt, dass ich ihn jede freie Minute in die Hand nehmen will, dann muss ich es leider abbrechen.

3.5

Das war schon ein atmosphärisches Vampirebuch, aber leider nichts neues. Ich mochte sehr die coming of age Einschübe und auch die Geschichte vom Außenseiter dahinter. War auch gut geschrieben und schlussendlich hat der Hörbuch Sprecher das Buch zur Freude gemacht. Ich weiß zwar nicht, ob es wirklich ungeschnitten war, weil mir die Länge etwas kurz vorkam für 500 Seiten, aber den Sinn habe ich verstanden. Vielleicht nehme ich mir nächstes das Buch noch einnal zur Hand, aber dann lesend... ☺️

4

„So finster die Nacht“ John Ajvide Lindqvist Kurz zum Inhalt: In Blackeberg, einem Vorort von Stockholm, wird eine blutleere Leiche eines Jungen gefunden. Polizei und Journalisten gehen von einem Ritualmörder aus. Auch Oskar, ein 12 Jahre alter Junge verfolgt mit großem Interesse die Berichterstattung. Dann taucht ein neues Mädchen in der Nachbarschaft auf. Ein Mädchen, dass sich nur Nachts blicken lässt. Dieses Buch ist kalt! Nicht nur, weil es in Schweden mitten im Winter spielt, auch weil die Thematiken mir immer wieder kalte Schauer über den Rücken gejagt haben, die nicht immer wohlig waren. Um ehrlich zu sein, hatte ich auch einige Probleme mit manchen Themen. Aber der Reihe nach: Oskar, 12 Jahre jung, steht im Mittelpunkt der Geschichte. Er kommt aus einer zerrütteten Familie und ist selbst eher der ruhige Typ, der sich noch dazu für Serienmörder und Gewaltverbrechen interessiert. Auch leidet er unter ständigen Mobbing Attacken seiner Mitschüler. Dies führt ihn zu, sagen wir „dunklen Gedanken“, die ihm helfen, die nicht sehr einfache Realität zu überstehen. Zu einer Zeit, als ein Mörder in der gröberen Umgebung seines Dorfes sein Unwesen treibt, taucht ein neues Mädchen (Eli) in seiner direkten Nachbarschaft auf. Ein seltsames Mädchen, mit dem sich Oskar sonderbar verbunden fühlt. Dass dieses Mädchen scheinbar nur Nachts auftaucht scheint ihm Anfangs nicht aufzufallen. Es ist kein Spoiler, wenn man an dieser Stelle erwähnt, dass dieses Mädchen nicht so ganz menschlich ist. Jedoch kann man glücklicherweise sagen, dass hier keine Glitzerwesen vorkommen :P Nun gut, wir haben es mit einem Horrorroman zu tun. Aber nicht im gewöhnlichen Sinn, wie ich sagen möchte. Die Geschichte ist kälter, düsterer und grausamer als vergleichbare Romane, und gleichzeitig so viel wärmer und schöner. Auf der einen Seite haben wir (sehr reelle) Grausamkeiten wie Mobbing und Missbrauch. Auch Pädophilie ist ein Teil der Geschichte, was der Teil ist, den ich nicht unbedingt brauchen würde und der mich etwas (viel) angeekelt hat. Auch viele der Gewalttaten sind teilweise mit vielen Details angereichert, hier wird an nichts gespart. Dann haben wir auf der anderen Seite eine Geschichte über Freundschaft und Treue, man möchte fast „Liebe“ sagen. Und dieser Teil der Geschichte macht das Buch erst zu dem, was es ist, nämlich zu etwas ganz Besonderem. Die Interaktionen zwischen Oskar und Eli haben so viel Herz, es ist fast wie eine Kerze, die in einem sonst dunklem Raum steht und Licht spendet. Dass diese Freundschaft einige Hürden zu überwinden hat, ist von Anfang an klar, aber niemand kann sich ausdenken, welche Hürden dann tatsächlich auf einen zukommen. Selbst ich als Leser wurde ein paar mal sauber überrascht. Ich habe den Roman sehr genossen. Und auch wenn einige Stellen nicht in mein Schema passten, und sehr schmerzhaft waren, muss ich doch sagen, dass sie in mir Emotionen und Gefühle ausgelöst haben, und wenn es Ekel, Angst und Wut waren. Und ein Buch kann nicht schlecht sein, wenn es einen mitfühlen lässt, oder? Anmerkung: Dieser Roman wurde 2x verfilmt! 2008 als „So finster die Nacht“ (Originaltitel: Låt den rätte komma in), eine Schwedische Produktion, die wirklich toll ist! (Ein Filmtip von mir!) Und dann gibt es das amerikanische Remake unter dem Namen „Let me in“ von 2010 (,das meiner Meinung nach ziemlich abgeka**t hat).

3

Vampierthriller mit einigen Unklarheiten

5

>>Wenn das Unfassbare Einzug hält, nimmt es anfangs niemand wahr ...<Leseabschnitten wohldosiert war und umso dankbarer war ich mich intensiv mit Leilani austauschen zu können! Danke meine Liebe für diesen wieder einmal sehr intensiven und tiefgreifenden Austausch! Fazit: Wer das Besondere sucht, wird hier ein außergewöhnliches, besonderes Werk erleben können, aber Vorsicht, es ist absolut nichts für schwache Nerven!

1

📚 Inhalt In einem kleinen Stockholmer Vorort wird die blutleere Leiche eines Jungen gefunden. Zunächst deutet alles auf einen Ritualmord hin, doch niemand ahnt, was wirklich geschehen ist. Der 12-jährige Oskar verfolgt fasziniert die Nachrichten über den grausamen Fall und fragt sich, wer der Mörder sein könnte. Auf einmal findet er seine Nachbarn verdächtig, denn diese haben immer die Fenster mit Vorhängen verhangen. 📖 Meinung Mehr von meiner Lebenszeit möchte ich nicht in dieses Schundwerk investieren. Entdeckt habe ich es leider im offenen Bücherschrank in meinem Quartier und wieder hat mich der skandinavische Fluch getroffen. Ich sollte nicht einfach in den Namen vertrauen, sondern mir überlegen, ob mich das Thema wirklich anspricht. Ich sage euch ehrlich, der Anfang ist okay und hat mich neugierig auf mehr gemacht. Aber was dann passiert, ist einfach nur ein Fiebertraum. Es ist furchtbar auf allen Ebenen. Die Story spacet ab in Dimensionen, die ich nicht nachvollziehen kann oder will. Der Plot ist an den Haaren herbei gezogen und absolut lächerlich. Schade um meine Lebenszeit, Finger weg von diesem Buch. Es ist direkt wieder im Bücherschrank gelandet.

4

Beide Verfilmungen des Stoffes (2008, 2010) finde ich sehr spannend und mitreißend und sie gehören zu meinen Lieblings-Vampirfilmen. Da es ja auch nicht allzu oft ist, dass sowohl Original als auch Remake überzeugen können, war ich nun sehr gespannt auf die Romanvorlage (mal der umgekehrte Weg, sonst lese ich zumeist den Roman , sehe dann die Verfilmung und bin enttäuscht...). Tatsächlich ist auch der Roman ganz großartig. Auf seinen knapp 600 Seiten bietet er noch viel mehr Platz für Nebengeschichten (bspw. die von Elis Gehilfen oder die der "Säufer" im Häuserblock). Vor allen bekommt man aber viel mehr Innensichten. Durch wechselnde Perspektiven erlangt man Einblick in viele unterschiedliche Gefühlswelten. Besonders eindrucksvoll finde ich die Beschreibung der Gefühle und Gedanken während der Vampirwerdung einer Figur. Das habe ich so noch nie gelesen. Insgesamt ist "So finster die Nacht" ein eindrucksvoller, aber auch sehr bedrückender Vampir- und Comic-of-Age-Roman, der das Bild einer äußerst kaputten und düsteren Welt zeichnet.

5

Vampir-Roman der besonderen Art.

„So finster die Nacht“ 🧛🏻‍♂️🩸 Klappentext 📖>>> Wenn das Unfassbare Einzug hält, nimmt es anfangs niemand wahr… In dem Stockholmer Vorort Blackeberg wird die Leiche eines Jungen gefunden. Sein Körper enthält keinen Tropfen Blut mehr. Alles deutet auf einen Ritualmörder hin. Noch ahnt niemand, was tatsächlich geschehen ist. Auch der zwölfjährige Oskar verfolgt fasziniert die Nachrichten. Wer könnte der Mörder sein? Und warum sind in der Nachbarwohnung die Fenster stets verhangen ... Fazit 📖>>> Ein Vampir-Roman der ohne großen Aufwand und Trubel auskommt, der eine unheimliche, dichte Atmosphäre um die Geschehnisse in dem kleinen Vorort Blackeberg spinnt und dafür sorgt, das sich dem Leser die Nackenhaare stellen werden. Der kleine Oskar ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen, ich habe intensiv mitgefiebert und war sein Sitznachbar in der Gefühlsachterbahn die der kleine Junge im Verlauf der Geschichte durchlebt hat. Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln diverser Protagonisten erzählt, die das Grauen natürlich alle auf andere Art und Weise erleben. Hier handelt es sich jedoch nicht um stumpfe, schnell niedergeschriebene Charaktere. Der Roman braucht auch keine übertriebene Darstellung von Blut und Gewalt um die Geschehnisse gruselig zu gestalten. Flüssiger und leicht zu lesender Schreibstil lassen einen durch die Seiten fliegen und macht stets Lust nach mehr. Das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen und war für mich so nicht vorhersehbar. Wem ruhiger Horror und Grusel taugt, macht hier nichts falsch! 5/5⭐️

Vampir-Roman der besonderen Art.
5

Wurde nie langweilig

4

Schwedisches Holzhaus, grammatikalisch unsinniger Buchtitel und den Genre "Thriller" auf dem Buchcover: alles ließ einen üblichen, unspektakulären skandinavischen Krimi mit gedämpften Unterhaltungswert erwarten. Tatsächlich ist es aber Horror und das vom Feinsten, eine Vampirgeschichte und die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem menschlichen Außenseiter und einem blutsaugenden Pendant. Das war hervorragend aufgebaut mit gut entwickelte Personen und einem Gespür für zwischenmenschliche Tiefe. Die Gedanken und Ängste des jugendlichen Protagonisten waren für ein Buch aus diesem Genre ungewöhnlich eindringlich zu Papier gebracht. Allenfalls der absehbare Schluss konnte das etwas die Euphorie bremsen. Aber ich habe lange nichts mehr so etwas Mitreißendes gelesen. Ärgerlich ist aber diese Unsitte von deutschen Verlagen, einen Nebensatz zu einen Buchtitel zu machen, noch dazu wie in diesem Fall einen Konzessiven, ohne Sinn und Gespür für die Geschichte. Was soll das heißen: So finster die Nacht? Wie soll der Hauptsatz lauten, der diesem Satz entgegensteht. So finster die Nacht, ich muss jetzt leider zu zubeißen? Das Buch heißt im Orginal "Let the right one in", was wesentlich stärker im Kontext mit dem Inhalt steht, denn Vampire können nicht unaufgefordert die Räume der Menschen betreten. Sie müssen hereingebeten werden. Es wird dem Buch wirklich unrecht getan, wenn man ihm einen Martha Grimes-ähnlichen Buchtitel gibt.

4

Schwedisches Holzhaus, grammatikalisch unsinniger Buchtitel und den Genre "Thriller" auf dem Buchcover: alles ließ einen üblichen, unspektakulären skandinavischen Krimi mit gedämpften Unterhaltungswert erwarten. Tatsächlich ist es aber Horror und das vom Feinsten, eine Vampirgeschichte und die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem menschlichen Außenseiter und einem blutsaugenden Pendant. Das war hervorragend aufgebaut mit gut entwickelte Personen und einem Gespür für zwischenmenschliche Tiefe. Die Gedanken und Ängste des jugendlichen Protagonisten waren für ein Buch aus diesem Genre ungewöhnlich eindringlich zu Papier gebracht. Allenfalls der absehbare Schluss konnte das etwas die Euphorie bremsen. Aber ich habe lange nichts mehr so etwas Mitreißendes gelesen. Ärgerlich ist aber diese Unsitte von deutschen Verlagen, einen Nebensatz zu einen Buchtitel zu machen, noch dazu wie in diesem Fall einen Konzessiven, ohne Sinn und Gespür für die Geschichte. Was soll das heißen: So finster die Nacht? Wie soll der Hauptsatz lauten, der diesem Satz entgegensteht. So finster die Nacht, ich muss jetzt leider zu zubeißen? Das Buch heißt im Orginal "Let the right one in", was wesentlich stärker im Kontext mit dem Inhalt steht, denn Vampire können nicht unaufgefordert die Räume der Menschen betreten. Sie müssen hereingebeten werden. Es wird dem Buch wirklich unrecht getan, wenn man ihm einen Martha Grimes-ähnlichen Buchtitel gibt.

2

400 Seiten hab ich lesend geschafft, dann hab ich mir das deutlich gekürzte Hörbuch zur Hilfe genommen, weil ich doch irgendwie wissen wollte, wie es weiter geht… aber noch nie zuvor hat mir ein Buch so ein unangenehmes Gefühl gegeben.

4

Kurzbeschreibung: Wenn das Unfassbare Einzug hält, nimmt es anfangs niemand wahr... In dem Stockholmer Vorort Blackeberg wird die Leiche eines Jungen gefunden. Sein Körper enthält keinen Tropfen Blut mehr. Alles deutet auf einen Ritualmörder hin. Noch ahnt niemand, was tatsächlich geschehen ist. Auch der zwölfjährige Oskar verfolgt fasziniert die Nachrichten. Wer könnte der Mörder sein? Und warum sind in der Nachbarwohnung die Fenster stets verhangen... *Quelle* Zum Autor: John Ajvide Lindqvist, geboren 1968, ist aufgewachsen in Blackeberg, einem Vorort von Stockholm. Dort leben auch Oskar und Eli, die Helden seines Romandebüts So finster die Nacht. Nach einer Karriere als TV-Standup-Comedian hat er mit dem Schreiben von Thrillern mit Horrorelementen begonnen. Mit großem Erfolg. Der vorliegende Roman wurde von Lesern und Kritikern mit Begeisterung aufgenommen, und John Ajvide Lindqvist gilt in Schweden als eines der größten Talente der Literaturszen. So finster die Nacht wird in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt und verfilmt. Meinung: Blackeberg, ein Vorort von Stockholm, im Jahr 1981. In dieser Stadt, die vor Tristesse und Eintönigkeit nur so wimmelt, lebt der 12-jährige Oskar mit seiner alleinerziehenden Mutter. In der Schule ist er ein Außenseiter, wird gemobbt und hat keine Freunde. In die Nachbarwohnung zieht eines Tages das Mädchen Eli mit seinem Vater. Schon bald freunden sich die beiden an. Doch dann häufen sich merkwürdige Morde, die sich niemand erklären kann. Und Oskar merkt, dass mit seiner neuen Freundin irgendetwas nicht stimmt. Laut Cover wird der Roman als Thriller bezeichnet, was aber so gar nicht zutrifft, denn der Leser bekommt es hier mit einem Mix aus verschiedenen Genres zu tun. Auffällig ist natürlich vor allem der Horroranteil, denn das hier Vampire ihr Unwesen treiben, ist sehr schnell erkennbar. Zugleich behandelt So finster die Nacht aber auch die Themen des Erwachsenwerdens, der Freundschaft, der ersten Liebe und ebenso Gesellschaftsstudie. Lindqvist versteht es sehr gut, die Tristesse und Hoffnungslosigkeit in dem grauen Vorort Blackeberg zu beschreiben. Alle Figuren sind irgendwie vom Leben gezeichnet und haben ihr Schicksal zu tragen. Aber auch die Brutalität kommt hier nicht zu knapp, so dass das Buch nicht für zartbesaitete Leser zu empfehlen ist. Hier ist der Vampir kein romantischer Held, sondern Lindqvist nimmt sich auch der Themen der Pädophilie, des sozialen Absturzes und der Einsamkeit an, die er anhand von verschiedenen Charakteren skizziert. Vor allem der junge Oskar konnte mich begeistern. Anfangs als Mobbingopfer in der Schule dargestellt, mausert er sich dank der neuen Freundschaft mit Eli zu einem unerschrockenen Jungen, der sich nicht mehr alles anstandslos gefallen lässt und zurückschlägt. Allerdings war mir der Schluss ein wenig zu dick aufgetragen, denn dieser mündet dann doch schon in einen wahren Roman mit Splatterelementen, auf die man getrost hätte verzichten können, da dies meiner Meinung nach nicht zum Rest des Romans passte. Für Leser, die einen Genremix bevorzugen und nicht vor drastischen Szenen zurückschrecken, kann ich das Buch aber nur empfehlen. Fazit: So finster die Nacht hebt sich überaus angenehm von der momentan gängigen Vampirliteratur ab. Eine hoffnungslose und triste Atmosphäre mit Charakteren, die teils bereits am Leben gescheitert sind, runden diesen Genremix gekonnt ab.

4

Eine Vampirgeschichte. Aber so anders. Gruselig, teilweise blutig, manchmal verstörend (noch mehr da die Protagonisten Kinder sind) und definitiv nichts für empfindliche Gemüter. Aber eine spannende und irgebdeie traurig-berührende Geschichte mit einem unerwarteten Ende...

5

Wenn du einen Vampirroman in deinem Leben lesen willst, DANN LIES DAS HIER! Seit Stephanie Meyers Wurf (den ich mit 13 auch hart abgefeiert habe!) haftet dem Vampirgenre so was... Kitschiges an. Sicherlich spielen da auch ein "Interview mit einem Vampir" und weitere Bücher/Filme/Serien, die ich alle nicht aufzählen kann mit rein, jedenfalls motiviert mich dieser ganze Rattenschwanz zumindest nicht dazu, noch weiter über Vampire zu lesen. Aber Lindqvist geht genau diesen Spagat zwischen Originalität, Innovation und Traditionalismus und schreibt richtig, richtig tollen Horror. Lindqvist gelingt es, alle Sinne anzusprechen und von Angst bis Ekel ist wirklich das gesamte Spektrum der Horrorliteratur vertreten - eine richtige Meisterleistung. Er wird ja oft mit King verglichen, aber ich behaupte, dass er besser schreibt. All seine Charaktere haben Tiefgang und die Geschichten entwickeln sich anders als man zuerst erwartet und passen sich doch charmant in alte Traditionslinien ein (hier zum Beispiel all die Rückgriffe auf "Dracula"). Ich wünsche ihm richtig, dass er den gleichen Kultstatus wie King erreicht, denn nichts anderes hätte er verdient.

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