Antike Mythen ohne Männer
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
MARA GOLD promoviert derzeit in Klassischer Philologie und Literatur am St Hilda’s College der Universität Oxford. Sie ist spezialisiert auf die Rezeption klassischer Literatur im Zusammenhang mit modernen Konzepten von Geschlecht, Sexualität und Feminismus.
Posts
Als großer Griechenland Fan fasziniert mich natürlich auch die griechische Mythologie. Schon lange wollte ich mich intensiver mit ihren Geschichten und Figuren beschäftigen - und genau deshalb werde ich 'Antike Mythen ohne Männer' - definitiv noch öfter zur Hand nehmen. Dieses Sachbuch liest sich erfreulicherweise überhaupt nicht trocken. Es ist in die Kapitel Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme fatale, Hexe, Wahnsinnige und Monster unterteilt und bietet eine spannende neue Perspektive auf die Frauen der griechischen Mythologie. Die zahlreichen Illustrationen, kombiniert mit den meist kurzen Textpassagen, sorgen dafür, dass man zügig vorankommt. Auch die Gestaltung des Buches ist ein großer Pluspunkt und macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Besonders gut gefallen hat mir der feministische Ansatz, der das gesamte Buch prägt. Viele Frauenfiguren der griechischen Mythologie haben bis heute ein eher negatives Image. Hier wird nicht nur mit Vorurteilen aufgeräumt, sondern auch nachvollziehbar erklärt, wie diese Darstellungen überhaupt entstanden sind. Durch die vielzahl an Namen, Verwandtschaftsverhältnissen und komplexen Verbindungen ist es nicht immer leicht, dem Inhalt zu folgen. Ohne größere Vorkenntnisse bleibt beim ersten Lesen vermutlich nicht alles hängen. Genau das macht aber auch den Reiz des Buches aus: Es weckt Neugier, regt zu eigener Recherche an und motiviert dazu, tiefer in einzelne Mythen einzutauchen. Mir hat das Buch von Mara Gold sehr gut gefallen, und ich bin sicher, das es mich noch lange begleiten wird.

Dieses Buch fühlt sich beim Lesen weniger wie ein klassisches Sachbuch an und viel mehr wie ein klug kuratiertes, feministisches Nachschlagewerk, das man tatsächlich verstehen will. Strukturiert nach Archetypen – Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme Fatale, Hexe, Wahnsinnige, Monster – entfaltet Gold eine Galerie weiblicher Figuren der Antike. Diese Frauen werden nicht einfach nur vorgestellt, sondern neu gelesen. Der männliche Blick wird nicht ausgeblendet, sondern analysiert, entschärft und an den entscheidenden Stellen entkräftet. Die einzelnen Kapitel sind kurz, präzise und erstaunlich zugänglich. Gold schafft es, komplexe mythologische und kulturhistorische Zusammenhänge so herunterzubrechen, dass sie klar und greifbar werden, ohne an Tiefe zu verlieren. Großes Lob auch an die Übersetzung von Gabriele Stein – sie trägt maßgeblich dazu bei, dass der Text so flüssig und nahbar bleibt. Was dieses Buch besonders macht, ist seine Lesbarkeit. Es lädt dazu ein, sich treiben zu lassen, zwischen Figuren zu springen, Verbindungen zu entdecken. Gleichzeitig fordert es heraus – vor allem durch die schiere Fülle an Namen und Geschichten. Hier sind die Stammbäume zu Beginn mehr als nur ein Extra. Sie sind ein notwendiges Werkzeug, um sich in diesem dichten Geflecht zu orientieren. Und ja, auch das Ästhetische spielt eine Rolle: Die Illustrationen, die Farbgestaltung – dieses markante Lila in Kombination mit Orange – machen das Buch zu einem Erlebnis, das über den Text hinausgeht. Inhaltlich zeigt Gold eindrücklich, wie antike Normen weibliches Verhalten geprägt haben und wie gerade das „Abweichende“, das „Unkontrollierbare“, heute als Quelle von Stärke und Identifikation dient. Für alle, die sich für Mythologie, kulturelle Entwicklung oder feministische Perspektiven interessieren, ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Und für alle, die mythologische Retellings lieben: Die Kombination aus fiktionaler Neuerzählung und dieser analytischen Rückbindung ist schlicht unschlagbar.
Main Character Energy
Wir schreiben das Jahr 2006, ich sitze im Klassenraum und im Lateinunterricht übersetzen wir Vergils Aeneis. Wie konnte es dazu kommen, dass ich mit Aeneas und nicht mit weiblichen Figuren wie Dido oder Iuno mitfiebere? Die Antwort lautet wie so oft: Unbewusst verinnerlichte Denkmuster des Patriarchats made me do it. Damals hätte ich ein Buch wie „Antike Mythen ohne Männer“ von Mara Gold, übersetzt von Gabriele Stein und erschienen im DuMont Verlag, gebraucht, um hinter den femininen Randfiguren mehr als die Archetypen, auf die sie reduziert werden zu sehen und mich stattdessen zu fragen, wie die Geschichten aus ihrer Sicht und mit ihrer Main Character Energy erzählt worden wären. Einen gelungenen Einstieg für alle, die sich dieser Frage stellen, stellt dieses enzyklopädisch anmutende Übersichtswerk dar. Anhand der tradierten Rollenbilder, auf die Frauen seit je her reduziert werden (Mutter, Hexe, Jungfrau etc.), gegliedert reißt die Autorin verschiedene mythologische Charaktere an und vermittelt uns einen ersten Überblick. Wer auf der Suche nach tiefergehenden Neuerzählungen ist, kann anhand dieses Werks Figuren herausfiltern, sollte dann aber zu umfangreicheren Retellings greifen, um nachhaltiger in die Mythen einzutauchen. Optisch stellt dieses Buch zweifelsohne ein echteres Schmuckstück dar, die Illustrationen und auch das ästhetische Farbschema verwandeln es in einen starken Geschenktipp für alle, die einen ersten Schritt in das Reich der Mythologie aus einem anderen Blickwinkel wagen und gewohnte Denkmuster reflektieren wollen. Wer bereits über fundiertes Vorwissen verfügt, sollte womöglich zu Alternativen greifen.
Description
Book Information
Author Description
MARA GOLD promoviert derzeit in Klassischer Philologie und Literatur am St Hilda’s College der Universität Oxford. Sie ist spezialisiert auf die Rezeption klassischer Literatur im Zusammenhang mit modernen Konzepten von Geschlecht, Sexualität und Feminismus.
Posts
Als großer Griechenland Fan fasziniert mich natürlich auch die griechische Mythologie. Schon lange wollte ich mich intensiver mit ihren Geschichten und Figuren beschäftigen - und genau deshalb werde ich 'Antike Mythen ohne Männer' - definitiv noch öfter zur Hand nehmen. Dieses Sachbuch liest sich erfreulicherweise überhaupt nicht trocken. Es ist in die Kapitel Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme fatale, Hexe, Wahnsinnige und Monster unterteilt und bietet eine spannende neue Perspektive auf die Frauen der griechischen Mythologie. Die zahlreichen Illustrationen, kombiniert mit den meist kurzen Textpassagen, sorgen dafür, dass man zügig vorankommt. Auch die Gestaltung des Buches ist ein großer Pluspunkt und macht das Lesen zu einem echten Vergnügen. Besonders gut gefallen hat mir der feministische Ansatz, der das gesamte Buch prägt. Viele Frauenfiguren der griechischen Mythologie haben bis heute ein eher negatives Image. Hier wird nicht nur mit Vorurteilen aufgeräumt, sondern auch nachvollziehbar erklärt, wie diese Darstellungen überhaupt entstanden sind. Durch die vielzahl an Namen, Verwandtschaftsverhältnissen und komplexen Verbindungen ist es nicht immer leicht, dem Inhalt zu folgen. Ohne größere Vorkenntnisse bleibt beim ersten Lesen vermutlich nicht alles hängen. Genau das macht aber auch den Reiz des Buches aus: Es weckt Neugier, regt zu eigener Recherche an und motiviert dazu, tiefer in einzelne Mythen einzutauchen. Mir hat das Buch von Mara Gold sehr gut gefallen, und ich bin sicher, das es mich noch lange begleiten wird.

Dieses Buch fühlt sich beim Lesen weniger wie ein klassisches Sachbuch an und viel mehr wie ein klug kuratiertes, feministisches Nachschlagewerk, das man tatsächlich verstehen will. Strukturiert nach Archetypen – Jungfrau, Hausfrau, Kriegerin, Femme Fatale, Hexe, Wahnsinnige, Monster – entfaltet Gold eine Galerie weiblicher Figuren der Antike. Diese Frauen werden nicht einfach nur vorgestellt, sondern neu gelesen. Der männliche Blick wird nicht ausgeblendet, sondern analysiert, entschärft und an den entscheidenden Stellen entkräftet. Die einzelnen Kapitel sind kurz, präzise und erstaunlich zugänglich. Gold schafft es, komplexe mythologische und kulturhistorische Zusammenhänge so herunterzubrechen, dass sie klar und greifbar werden, ohne an Tiefe zu verlieren. Großes Lob auch an die Übersetzung von Gabriele Stein – sie trägt maßgeblich dazu bei, dass der Text so flüssig und nahbar bleibt. Was dieses Buch besonders macht, ist seine Lesbarkeit. Es lädt dazu ein, sich treiben zu lassen, zwischen Figuren zu springen, Verbindungen zu entdecken. Gleichzeitig fordert es heraus – vor allem durch die schiere Fülle an Namen und Geschichten. Hier sind die Stammbäume zu Beginn mehr als nur ein Extra. Sie sind ein notwendiges Werkzeug, um sich in diesem dichten Geflecht zu orientieren. Und ja, auch das Ästhetische spielt eine Rolle: Die Illustrationen, die Farbgestaltung – dieses markante Lila in Kombination mit Orange – machen das Buch zu einem Erlebnis, das über den Text hinausgeht. Inhaltlich zeigt Gold eindrücklich, wie antike Normen weibliches Verhalten geprägt haben und wie gerade das „Abweichende“, das „Unkontrollierbare“, heute als Quelle von Stärke und Identifikation dient. Für alle, die sich für Mythologie, kulturelle Entwicklung oder feministische Perspektiven interessieren, ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Und für alle, die mythologische Retellings lieben: Die Kombination aus fiktionaler Neuerzählung und dieser analytischen Rückbindung ist schlicht unschlagbar.
Main Character Energy
Wir schreiben das Jahr 2006, ich sitze im Klassenraum und im Lateinunterricht übersetzen wir Vergils Aeneis. Wie konnte es dazu kommen, dass ich mit Aeneas und nicht mit weiblichen Figuren wie Dido oder Iuno mitfiebere? Die Antwort lautet wie so oft: Unbewusst verinnerlichte Denkmuster des Patriarchats made me do it. Damals hätte ich ein Buch wie „Antike Mythen ohne Männer“ von Mara Gold, übersetzt von Gabriele Stein und erschienen im DuMont Verlag, gebraucht, um hinter den femininen Randfiguren mehr als die Archetypen, auf die sie reduziert werden zu sehen und mich stattdessen zu fragen, wie die Geschichten aus ihrer Sicht und mit ihrer Main Character Energy erzählt worden wären. Einen gelungenen Einstieg für alle, die sich dieser Frage stellen, stellt dieses enzyklopädisch anmutende Übersichtswerk dar. Anhand der tradierten Rollenbilder, auf die Frauen seit je her reduziert werden (Mutter, Hexe, Jungfrau etc.), gegliedert reißt die Autorin verschiedene mythologische Charaktere an und vermittelt uns einen ersten Überblick. Wer auf der Suche nach tiefergehenden Neuerzählungen ist, kann anhand dieses Werks Figuren herausfiltern, sollte dann aber zu umfangreicheren Retellings greifen, um nachhaltiger in die Mythen einzutauchen. Optisch stellt dieses Buch zweifelsohne ein echteres Schmuckstück dar, die Illustrationen und auch das ästhetische Farbschema verwandeln es in einen starken Geschenktipp für alle, die einen ersten Schritt in das Reich der Mythologie aus einem anderen Blickwinkel wagen und gewohnte Denkmuster reflektieren wollen. Wer bereits über fundiertes Vorwissen verfügt, sollte womöglich zu Alternativen greifen.






