After Woke

After Woke

Softcover
4.322

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Description

Angesichts mancher Reaktionen auf das von unfassbarer Grausamkeit gekennzeichnete Massaker der islamofaschistischen Terrorgruppe Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel stellt sich vielerorts die Frage: Ist es an der Zeit, sich von jeder Art von »Wokeness« konsequent zu verabschieden? Oder gilt es nicht vielmehr, wie Jens Balzer mit kenntnisreichem Blick auf die Geschichte dieses umkämpften Begriffs darlegt, sich auf die ursprünglichen Impulse der postkolonialen und queerfeministischen Theorien zu besinnen: auf das kritische Bewusstsein für das grundsätzlich Werdende, Hybride, Mannigfaltige, Ambivalente, das aller Formierung von Identität vorausgeht?

Eindrücklich weist After Woke einen Weg vorbei an erstarrten, essenzialistischen Identitätskonzepten und zeigt: Nur indem Identität allzeit als fiktiv, fragil, fluide begriffen wird, kann sie zu einem dringend benötigten Gegenentwurf werden zu den reaktionären Kräften des identitären Denkens, die sich gerade anschicken, die Herrschaft über die Welt zu übernehmen.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
105
Price
12.40 €

Author Description

Jens Balzer, geboren 1969, lebt in Berlin und ist Autor im Feuilleton von DIE ZEIT.

Posts

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All
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Von der Lesbarkeit her unterteile ich Sachtexte gerne in „populärwissenschaftlich“, „akademisch“ und „wissenschaftlich“. (Selbstverständlich können auf jedem Niveau die Texte sehr gut sein.) Der Essay hier von Balzer ist so im oberen „akademisch“ Niveau. Vielleicht mal als Hinweis für Leute die überlegen das Buch zu lesen. Er nimmt inhaltlich eine mehr als überfällige Nachjustierung der „woken“ Denkschulen vor. Alles vor dem Hintergrund des Überfalls der Hamas auf Israel. Natürlich hat der Text auch ein paar blinde Flecken, besonders in Richtung der israelischen Regierung. Aber insgesamt ein mehr als wichtiger Beitrag in dieser ganzen manchmal sehr weirden Diskussion.

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Mal wieder ein unnötig verkompliziert ausgedrücktes Textstück

Bookthreads Die interessenteste Seite in "After Woke" von Jens Balzer ist die letzte. Ich bin ja kein großer Freund von dem intellektualistierten (=Schlaumeier) Sprech vieler Linker, die sich mit Theorie auseinandersetzen. Wie oben von mir selbst beispielhaft angeführt, lassen sich viele dieser Begriffe relativ einfach herunterbrechen und weniger komplex ausdrücken. Klingt dann halt nicht so schlau. Leider ist auch hier der Drang zur sprachlichen Selbstdarstellung sehr hoch. Es stellt sich die Frage, welche Zielgruppe dieser Text hat. Die Ausführungen zur Denkweise woker, postmoderner und antikolonialistischer Bewegung und Theorie sind meiner Meinung nach Susan Neiman in "Links ≠ woke" deutlich besser und lesbarer gelungen. Es gibt in Jens Balzers Buch kurze Bezüge zur indigenen und schwarzen Bewegung, die im Gesamtkontext zwar interessant sind. Aber auch wieder unnötig mit lateinischen Vokabeln und Bandwurmsätzen gespickt. Die letzten Sätze im Buch sind für mich die Essenz und der Denkanstoß, den ich mitnehme.

Mal wieder ein unnötig verkompliziert ausgedrücktes Textstück
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Balzer hat hier einen sehr wichtigen Text geschrieben, indem er die Frage behandelt, wieso ausgerechnet diejenigen, die sich am empathischsten und sensibelsten für Diskriminierung so kalt, abwesend und feindselig gegenüber Jüdinnen und Juden nach dem Massaker der Hamas geben. Dafür befasst er sich mit den Ursprüngen der ‚Wokeness‘ und fragt, ob und wenn ja wie man zu einer woken Geisteshaltung zurückkehren kann, wenn ‚die‘ woke Bewegung sich auf so eklatante Weise selbst beschädigt hat. Balzers Text ist gut geeignet, um über diese Frage nachzudenken, weist aber auch Schwächen auf. Die historische Kontinuität antisemitischer Einstellungen in der Linken bleibt beispielsweise stark unterbelichtet und auch die Auseinandersetzung mit dem Auftreten der von ihm kritisierten woken Linken hätte mehr ‚show‘ und weniger ‚tell‘ vertragen können. Dennoch ein gutes, ein wichtiges Buch.

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Ein interessanter Essay. Besonders gelungen ist die kritische Einordnung der Position Judith Butlers.

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