Wenn die Kraniche nach Süden ziehen

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen

Ebook
4.6381

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Description

»Eines dieser Bücher, die dich zum Lachen und Weinen bringen und die du am liebsten allen schenken möchtest, die du liebst.« The New Yorker

Bo ist 89, und ihm läuft die Zeit davon. Andererseits ist Zeit wenigstens etwas, das er noch zur Genüge hat. Denn seit seine Frau in einem Pflegeheim für Demenzkranke lebt, sind Bos Tage viel zu lang. Sein Kontakt beschränkt sich auf seinen Hund Sixten und die täglichen Besuche vom Pflegedienst. Hans, sein Sohn, kommt dagegen nur selten vorbei und traut ihm vor allem gar nichts mehr zu. Jetzt will er ihm auch noch den Hund wegnehmen. Dabei braucht Bo seinen geliebten Vierbeinigen so dringend wie noch nie. Warum versteht das niemand? Der drohende Verlust seines Hundes bringt Bo dazu, die Schlüsselmomente seines Lebens zu überdenken. Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein brillant geschriebener, weltweit gefeierter Roman voller Witz und Wärme über das, was im Leben wichtig ist und uns mit Zuversicht erfüllt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
384
Price
23.99 €

Author Description

Lisa Ridzén, geboren 1988, ist Doktorandin der Soziologie und erforscht Männlichkeitsnormen in den ländlichen Gemeinden im hohen Norden Schwedens, wo sie selbst aufgewachsen ist. Heute lebt sie mit ihrem Hund in einem kleinen Dorf außerhalb von Östersund. Die Idee zu ihrem Debütroman »Wenn die Kraniche nach Süden ziehen« entstand, als sie ein Heft mit Notizen entdeckte, die das Pflegeteam ihres Großvaters der Familie nach dessen Tod hinterlassen hatte. Während des Schreibens besuchte Lisa Ridzén die Långholmen Writers Academy. Ihr Roman wird von Presse und Leser*innen weltweit gefeiert, erhielt zahlreiche Preise (2024 Best Book of the Year und Swedish Bookseller Award) und erscheint in 42 Ländern.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
90%
16%
N/A
N/A
65%
N/A
90%
90%
N/A
85%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
91%
N/A
N/A
N/A

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)

Posts

113
All
2

Sehr einseitig und festgefahren

✨Rezensionsexemplar✨ Heute habe ich ein extrem gehyptes Bookstagram Buch für Euch, das mich leider nicht überzeugen konnte. Das war mein erstes Buch der Autorin und vielleicht kommt man irgendwann nochmal zusammen. Natürlich freue ich mich für alle, die das Buch mochten, Geschmäcker sind nun mal verschieden. ✨Zitat „Hagebuttensuppe gehört zu den wenigen Dingen, die ich immer noch mag. Die Lebensmittel schmecken heute anders. Sahnegebäck kriegt man nicht mehr hinunter, es schmeckt nach Schimmel. Trotzdem bringt Hans weiterhin hartnäckig Sahnetorte mit.“ ✨Inhalt Bo ist fast 90 Jahre als und ihm soll sein Hund weggenommen werden, weil er dem Tier nicht mehr gerecht wird. Bo reflektiert sein Leben, seine Ehe und insbesondere sein schwieriges Verhältnis zum eigenen Vater und zu seinem Sohn Hans. ✨Meinung Ich werde Euch nichts spoilern und möchte mit den positiven Aspekten beginnen. Das Buch behandelt mit Alter, Krankheit, Tod und dem Verlust der eigenen Selbständigkeit sehr wichtige Themen. Die Autorin schreibt roh und beschönigt nichts, das fand ich gut. Auch war das Ende in Ordnung, also wie zum Schluss alles gelöst wurde für Bo und Sixten. Meine Kritik: Der Klappentext drückt einem bereits ein festgefahrenes Narrativ auf und dieses wird auch so durchgesetzt. Dieses Buch hatte eine Chance zwischen den Generationen und auch zwischen Patienten und Pflegern zu vermitteln und hat diese Chance überhaupt nicht ergriffen. Ich bin normalerweise sehr sensibel und weine recht leicht bei Büchern, hier hatte ich nicht mal einen Kloß im Hals, eigentlich habe ich mich nur geärgert. ❤️Kleine Ausnahme bildet der gewichtige Erzählstrang rund um Sixten, auch für mich sind meine Tiere meine Kinder und ich habe den Konflikt verstanden und gefühlt. Dafür vergebe ich meine Sterne.❤️ Ansonsten war Bo nicht mein Fall, aber ein recht stereotypischer Vertreter der Generation. Ja, die Generation ist durch eigene Traumata, wie auch im Buch geschildert, so geworden, aber hat sich eben auch entschieden, den Teufelskreis nie zu durchbrechen. So abfällig wie er stets über seinen Sohn Hans, die „Jugend“ im Allgemeinen, Fortschritt, Technik, mentale Gesundheit spricht, braucht er sich nicht wundern. Es ist eine Generation, die tatsächlich nur ihre Enkel mag, wenn überhaupt, auch weil diese sich noch formen und manipulieren lassen. Auch das kommt im Buch genauso vor, es war wirklich wie im Handbuch. Tatsächlich konnte ich von Anfang an vorhersehen, wie es laufen wird. Bei ihm früher im Sägewerk gab es kein Burnout, dann muss es ja etwas Ausgedachtes sein. Und ich könnte Euch 1000 weitere Beispiele liefern. Und Hans hat sich trotzdem bemüht. Auch der Pflegedienst tat mir stellenweise Leid. Versteht mich nicht falsch, auch Bo tat mir leid! Aber: Wenn man viel Glück hat, dann darf man alt werden und man kann sich darauf vorbereiten und kann ja evtl. mit den eigenen Kindern kooperieren. Ist natürlich schwer, wenn man die eigenen Kinder immer nur beleidigt und runtergemacht hat. Es ist für beide Seiten nicht so toll!!!! Leider war das Buch extrem einseitig und ließ eigentlich gar keinen Raum für andere Meinungen. Aber Rezensionen sind zum Glück zur freien Meinungsäußerung da. Auch der Schreibstil war abgesehen von der ungeschönten Rohheit eher nicht meins und das gleiche gilt auch für die schnellen Zeitsprünge, das hat den Lesefluss nochmal negativ beeinflusst. ✨Fazit Leider hat mich das Buch emotional überhaupt nicht erreicht, was mich überrascht hat und was ich so auch nicht erwartet habe. ❣️Dennoch und das möchte ich klarstellen, bin ich nicht „auf einen Hype reingefallen“. Das empfinde ich immer als falsch, wenn das gesagt wird.❣️ ‼️Auch von dem Totschlagargument der „ehrlichen“ Rezension möchte ich mich an der Stelle distanzieren und die Gelegenheit mal nutzen. Auch die positiven Rezensionen sind ehrlich 🤗🤗🤗, Menschen haben aber unterschiedliche Geschmäcker und verschiedene Brillen durch die sie die Geschichten lesen.‼️ Macht Euch gern ein eigenes Bild! 2/5⭐️⭐️

Sehr einseitig und festgefahren
5

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen.... 🌄🪽

Die Geschichte rund um Bo und Sixten hat mich einfach erfüllt beim Lesen ❤‍🩹🤧 Es war definitiv eine schlechte Idee, das Buch im Zug zu beenden, denn es hat mich beendet 🥹 Ich finde das Buch ist ein Weckruf, um sich einmal mehr daran zu erinnern worauf es im Leben eigentlich wirklich ankommt und dass es nie zu spät ist, etwas in seinem Leben zu ändern ❤‍🩹 Für alle die auch einen Hund wie Sixten zu Hause haben, dass ist euer Buch ❤🤧 Flüssiger Schreibstil mit kurzen Kapiteln inklusive!

5

Ein kleines ganz ruhiges Juwel

Was bleibt am Ende? Was hat Bedeutung, an was und an wen erinnern wir uns? Wenn die Kraniche nach Süden ziehen behandelt dieses Thema auf eine sehr gefühlvolle und ruhige Weise. Ganz leise und manchmal doch auch recht laut wird von Bo erzählt, der zu Hause gepflegt wird und dessen Frau in einer Alzheimerpflege untergebracht ist. Wir erfahren nicht nur, wie es ihm in seinem letzten Jahr geht und wie ihm immer mehr seiner Eigenständigkeit abhanden kommt, und teils auch genommen wird, sondern durch Erinnerungen und Träume auch, wie sein Leben bis hierhin verlaufen ist. Besonders berührt hat mich seine Beziehung zu seinem Hund Sixten und wie er (innerlich) darum kämpft, dass dieser bei ihm bleiben kann. Klare Leseempfehlung!

5

Schon lange hat mich kein Buch so tief berührt wie dieses. Und es stellt sich mir die Frage, wie gehen wir mit unseren alt gewordenen Eltern und Kindern um und wie möchten wir selbst die letzte Wegstrecke im Leben bewältigen. Wohin mit all den Gefühlen, wie geklärt Verhältnisse schaffen, solange man noch kann. Lisa Ridzėn schafft in Bo reinen Charakter, in dem so viel zum Ausdruck kommt. Bo, ein alter, gebrechlicher Schwede lebt allein mit seinem Hund in seinem kleinen, einsam gelegenen Haus. Drei Mal täglich kommt der Pflegedienst hin und wieder kommt Hans der Sohn. Seine Frau lebt im Pflegeheim und ist in der Demenz gefangen. In seinen einsam Stunden lässt Bo sein Leben Review passieren, wenn er nicht gerade einschläft. Und so erfahren wir Bo's Lebensweg. Diesen erzählt er -innerlich in seinen Gedanken seiner verschwunden Frau oder seinem Sohn. Aber er spricht seine Gedanken nicht aus. Und er beginnt über sein Verhältnis zum eigenen Vater und allen Menschen, die ihm nahe waren, nachzudenken. Bo, der kleine fleißige Junge, der kauzige Patient und Nachbar, der liebevolle Vater und Ehemann, der strenge, ungeduldige Vater, stolze Großvater und sieche alte Mann. So viele Facetten eines Menschen, so wunderbar beschrieben. Man meint fast ihn so gut zu kennen und ihm beim Schläfchen auf der Küchenbank zu beobachten. Faszinierend erzählt Lisa Ridzėn von Leben in ländlicher Landschaft, von Liebe und Zuneigung, Veränderungen und Stillstand. Gekonnt wird die Geschichte von Sixten, dem Hund, hineingewebt. Der Schreibstil passte hervorragend. Die Gedankensprünge, das ineinander fließen, dies passte perfekt zu einem sehr alten Menschen. Mir hat diese stille und doch so lebendige Geschichte ausgezeichnet gefallen. Auch das drumherum, die Sozialleistungen in Norwegen, Nachbarschaftshilfe und die Art, wie Bo seine Geschichte durchdenkt mit allen Konsequenzen haben mich berührt. Ich habe geschmunzelt, war traurig und habe mitgelitten. Eine berührendes, besonderes Buch.

5

Einfach nur schön!

Am Ende ging es nicht ganz ohne Tränen, aber ich habe dieses Buch sehr genossen!

Einfach nur schön!
5

Ein leises Buch, das mitten ins Herz getroffen hat

Mit „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ von Lisa Ridzen erwartet einen kein lauter, spannungsgeladener Roman , sondern eine stille, zutiefst berührende Geschichte über ein gelebtes Leben. Über das Verhältnis zwischen Vater, Kind und Enkelkind. Über das, was gesagt wurde und all das, was unausgesprochen bleibt. Über den Wandel von Generationen und darüber, wie der eigene Körper einen irgendwann zwingt, Abschied von dem Leben zu nehmen, das man kannte. Dieses Buch ist ruhig und gerade darin liegt seine ganze Kraft. Ja, es ist unfassbar traurig. Ich habe mehr als einmal nach einem Taschentuch greifen und bitterlich weinen müssen. Es gab so viele Momente, die mich tief im Innersten getroffen haben... weil sie so ehrlich sind, so nahbar, so schmerzhaft vertraut. Besonders intensiv wurde das Lesen für mich durch meine eigene Erfahrung: Ich musste mich im Februar von meiner Oma verabschieden, die an Demenz erkrankt war. Und während ich diese Geschichte gelesen habe, habe ich mich so oft wiedergefunden. In diesem schleichenden Abschied, der eigentlich schon viel früher beginnt. In dem Gefühl, dass der Mensch, den man liebt, nach und nach verschwindet und man irgendwann vor jemandem steht, der einem gleichzeitig vertraut und fremd ist. Wie oft habe ich mich gefragt, was in ihrem Kopf vorgeht. Warum Erinnerungen aus der Vergangenheit so viel präsenter waren als das Hier und Jetzt. Warum Gespräche weniger wurden, stiller, brüchiger. Dieses Buch hat genau dafür Worte gefunden, wo mir selbst oft die Sprache fehlte. Und so schmerzhaft viele Seiten auch waren, sie hatten gleichzeitig etwas Tröstliches. Etwas, das sanft ist. Fast wie eine leise Umarmung. Als ich die letzte Seite gelesen und das Buch geschlossen habe, war da nicht nur Traurigkeit. Da war auch Ruhe. Eine Art inneres Aufatmen. Vielleicht sogar so etwas wie Versöhnung. Ein Gefühl von Abschluss, das sich kaum greifen, aber deutlich spüren lässt. DANKE DAFÜR ❤️ Für mich wird dieses Buch unvergesslich bleiben. Ein absolutes Herzensbuch.

5

Was war das für ein emotionales Buch 😭😭😭😭😭😭

Wenn man denkt : Ohhh man , das ist ein Seitenhieb. Aber hier ist Heulen vorprogrammiert 😭😭😭😭 definitiv nicht zu empfehlen, wenn man selber grad mit Trauer / Vermissen zu kämpfen hat. Ich habe sehr oft geweint 😭😭😭😭 Lisa hat es hier auf dem Punkt gebracht.

5

Eine Geschichte, die weh tut und genau deshalb wichtig ist

Bo ist 89 Jahre alt. Sein Körper wird schwächer, seine Tage länger. Seit seine Frau in einem Pflegeheim für Demenzkranke lebt, ist sein Alltag von Einsamkeit geprägt. Wirkliche Nähe erfährt er nur noch durch seinen Hund Sixten und die kurzen, funktionalen Besuche des Pflegedienstes. Sein Sohn Hans kommt ab und an vorbei und wenn, dann mit Sorge im Blick und Misstrauen im Herzen. Er traut seinem Vater immer weniger zu, will Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen. Jetzt soll Bo auch noch seinen Hund abgeben. Aus Fürsorge, aus Angst. Doch für Bo ist Sixten weit mehr als ein Haustier. Er ist Halt. Sinn. Verbindung zum Leben. Die Angst, auch ihn zu verlieren, bringt Bo dazu, zurückzublicken: auf seine Kindheit mit einem strengen, wütenden Vater, auf eine liebevolle Mutter, auf seine große Liebe, auf Freundschaften, verpasste Chancen und Fehler, die bis heute nachwirken. Dieses Buch hat mich komplett erwischt. Ich habe beim Lesen geweint. Immer wieder. Weil alles daran so nah an der Realität ist. Weil es an eigene Erinnerungen rührt. An die eigenen Eltern. An die Angst vor dem Altwerden. An die Zerbrechlichkeit des Menschen, die uns irgendwann alle einholt. Bo ist hilfsbedürftig, abhängig von anderen und gleichzeitig voller Würde. Genau das macht diese Geschichte so schmerzhaft. Zu sehen, wie einsam viele alte Menschen werden. Wie sehr sie auf Hilfe angewiesen sind. Und wie wenig Zeit wir ihnen oft geben, obwohl sie uns einmal alles gegeben haben. Es gab so viele Momente, die mich innehalten ließen: Bos Freude über den Besuch seiner Enkelin. Die Geduld, die es braucht, wenn alte Menschen Geschichten mehrfach erzählen. Das schlechte Gewissen, das sich einschleicht, weil man selbst so oft gestresst ist, im eigenen Alltag gefangen. Dieses Buch zwingt einen, hinzuschauen. Und das tut weh. Bo denkt zurück. An seine Ehe. An seine Freundschaft mit Ture. An die komplizierte Beziehung zu seinem Sohn Hans. Und man spürt in jeder Zeile: Altwerden ist demütigend. Nicht, weil man weniger wert ist, sondern weil man so viel verliert. Hans will seinen Vater schützen. Bo will seine Selbstbestimmung behalten. Zwischen beiden steht eine Geschichte voller Missverständnisse, unausgesprochener Gefühle und alter Wunden. Bo erkennt seine eigenen Fehler und wünscht sich nichts sehnlicher, als diese Verbindung noch einmal zu heilen, bevor es zu spät ist. Die Rückblenden empfand ich nicht als störend, sondern als unglaublich authentisch. Genau so fühlt sich Erinnern im Alter an: bruchstückhaft, kreisend, irgendwo zwischen Wachen und Träumen. Die Beziehung zwischen Bo und seinem Hund hat mir das Herz gebrochen. Wer selbst ein Haustier hat, weiß, was es bedeutet: bedingungslose Nähe, Verantwortung, Liebe. Familie. Der Gedanke, dass Bo in seiner letzten Lebensphase auch diesen Halt verlieren könnte, ist kaum auszuhalten. Natürlich ist Hans’ Sorge nachvollziehbar. Aber was passiert mit einem Menschen, wenn ihm genau das genommen wird, was ihn noch am Leben hält? Diese Frage zieht sich schmerzhaft durch das gesamte Buch. Jedes Kapitel endet mit einer kurzen Notiz des Pflegedienstes nüchtern und sachlich. Und genau dadurch entfaltet sich die volle Wucht der Geschichte. Der Roman ist roh, ehrlich und schonungslos. Ein realistischer Blick auf das Altern, auf Einsamkeit, auf Verlust. Aber auch auf Liebe, Erinnerung und das Bedürfnis, gesehen zu werden. Das Ende ist leise. Und trotzdem überwältigend. Es regt nicht nur zum Nachdenken an, es reißt einem das Herz auf. „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ ist wunderschön und grausam zugleich. Herzlich und zutiefst traurig. Es ist kein Buch, das man einfach liest. Es ist ein Buch, das man fühlt. Eines, das Taschentücher verlangt. Und Zeit. Und Offenheit. Ich würde es jedem empfehlen. Gerade weil es weh tut. Gerade weil es uns daran erinnert, wie wichtig Nähe, Geduld und Mitgefühl sind, besonders gegenüber denen, die langsam leiser werden.

5

Emotional und sehr berührend

Sehr feinfühlig erzählt Lisa Ridzén in ihrem Roman “Wenn die Kraniche nach Süden ziehen” vom letzten Sommer des 89 jährigen Bo. Während seine Frau ihn nicht mehr erkennt und bereits in einem Pflegeheim lebt, werden ihm die Tage allmählich lang. Geblieben sind ihm sein Sohn, der ihm die Küchenschränke füllt, tägliche Besuche des Pflegedienstes, sein treuer Hund Sixten und der bevorstehende Abschied. Ich finde, mit dem Cover wurden sowohl die Geschichte, als auch die vorherrschende Stimmung ganz hervorragend getroffen. Einerseits leicht, andererseits getrübt, aber unheimlich echt und ergreifend. Ich bin selbst Hundebesitzerin, so dass ich sehr gut nachfühlen konnte, was es heißt, dass einem der Hund und Sozialpartner genommen wird. Zudem habe ich einen Großvater im selben Alter und konnte mir, anhand des wundervoll einfühlsamen und dennoch so ehrlichen Schreibstil, nur allzu gut vorstellen, was jetzt wohl in ihm, so kurz nach Omas Tod vorgehen muss. Vielleicht hat mich die Geschichte gerade deshalb so ergriffen, Tränen kullern lassen und zum Nachdenken gebracht. Sowohl dem Altern aus Bos Sichtweise, als auch den Gedanken seines Sohnes zu folgen, haben sich unheimlich bereichernd angefühlt und die Eintragungen des Pflegepersonals im Journal, haben dem Ganzen auch nochmal Nachdruck verliehen, einen ausdrucksstarken Kontrast gesetzt. Selten hat mich ein Buch gefühlsmäßig so hin und her gerissen, zumal die Protagonisten sehr authentisch gezeichnet sind und das Herz berühren. Fazit: Ein wahnsinnig schönes, wenn auch trauriges Buch, das unheimlich viel gibt.

5

Ein trauriger Aufenöffner

Erstaunlich authentisch und emotional beschreibt die Autorin den letzten Sommer des sympathischen Bo's und lässt dabei die Unannehmlichkeit des Alterns in wahrhaftiger Weise Eintritt in unsere Gedanken. Vermissen, Verzeihen, Verdruß - toll auf den Punkt gebracht und am Ende muß nicht nur ein Tränchen verdrückt werden.

5

Das Buch hat mich traurig, aber auch erleichtert hinterlassen. Als Pflegende dachte ich viel von der Gedankenwelt meiner Mama zu verstehe, doch Bo‘s Geschichte zu lesen , hat mich eines besseren belehrt. Es is unglaublich, wie Lisa Ridzén es geschafft hat mich so sehr zu berühren. Jeder solle dieses Buch lesen, um vieles über das Ende des Lebens zu verstehen .

4.5

Ein sehr berührendes Buch! Ich konnte mich so sehr in die Protagonisten hineinversetzen. Bo hätte mein Vater sein können, der in seinen letzten drei Lebensjahren immer mehr pflegebedürftig wurde. Es war nicht schön mitansehen zu müssen wie ein einst köperlich wie auch geistig sehr dominanter Mensch immer mehr abgebaut hat. Auch mein Vater hatte einen Vierbeiner an seiner Seite. Allerdings hätte ich ihm diesen NIEMALS weggenommen obwohl er selber nicht mehr ausreichend für ihn sorgen konnte. Es gibt immer eine Möglichkeit für eine tiergerechte Lösung ohne Herrchen und Hund zu trennen auch wenn diese für die Pflegenden sehr zeitintensiv sein kann. Ansonsten konnte ich das Verhalten seines Sohnes Hans sehr gut nachvollziehen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das Buch für jemanden der noch nie mit der Thematik pflegebedürftige Eltern in Berührung kam, nicht so gut ankommt wie bei mir.

5

Dieses Buch nimmt einen von Anfang an gefangen

4

Eine stille, eindringliche Reise an das Lebensende

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen erzählt aus der Perspektive des 89‑jährigen Bo Andersson, der nach dem Umzug seiner demenzkranken Frau ins Pflegeheim allein mit seinem Hund Sixten lebt. Die ruhige, unaufgeregte Erzählweise wechselt sich ab mit Tagebucheinträgen des Pflegedienstes – ein Kunstgriff, der Bo’s Innenwelt mit der nüchternen Außenperspektive verbindet. Das Hörbuch ist angenehm und warm vorgelesen, dennoch brauchte ich etwas Zeit, um eine echte Beziehung zu Bo aufzubauen. Vielleicht gerade deshalb hat mich das Ende umso stärker getroffen: Es ist eines der wenigen Bücher, die mich zum Weinen gebracht haben. Lesenswert ist es vor allem wegen seines seltenen Blickwinkels. Literatur widmet sich nur selten der Lebensphase, in der Rückschau, Verlust und Würde so eng beieinanderliegen. Bo’s Gedanken haben meinen Blick auf das Lebensende verändert – leiser, respektvoller, menschlicher.

4

Ganz leise schleicht sich dieses Buch ins Herz und lässt einen lachen und weinen.

Bo, der mit seinem 89 Jahren alleine mit seinem Hund Sixten lebt. Durch ein Pflegeteam wird er regelmäßig betreut und sein Sohn Hans und die Enkelin tun ihr Bestes für ihn. Seine Frau Frederika lebt in einem Pflegeheim für Demenzkranke. Ein Tuch, was er in einem Einmachglas aufbewahrt, erinnert Bo an seine Frau und ihren Duft. Gerade diese kleinen Details machen dieses Buch für mich so liebevoll. Aber es zeigt auch, welche Entscheidungen müssen Angehörige treffen, um das Leben lebenswert zu machen und gleichzeitig Mensch und auch in diesem Fall, dem Haustier gerecht zu werden. Mich hat die Geschichte sehr berührt.

5

Der 89 jährige BO lebt allein mit seinem Hund Sixten und wird täglich vom Pflegedienst betreut. Seine langjährige Ehefrau Fredrika lebt in einem Heim für Demenzkranke und bei Besuchen erkennt sie leider ihren geliebten Bo nicht mehr. Sohn Hans kümmert sich liebevoll um seine Eltern, unterstützt von seiner Tochter Ellinor, liebevoll *Hummelchen* mit Spitznamen genannt. Ein kompetentes Pflegeteam und Bo's langjähriger Freund Ture gehören zu den Menschen, die Bo noch viel bedeuten. Der Kontakt zu Ture ist Bo nur noch telefonisch möglich. Bo und sein Hund Sixten sind eine verschworene Einheit, teilen alles , erleben alles zusammen und sind unzertrennlich. So erfahren wir einiges von diesen beiden *Helden des Alltags* durch den flüssigen, klaren und liebevollen Schreibstil der Autorin. Doch dieser Alltag wird immer beschwerlicher für Bo. Sei es beim Spazieren, Verrichten der täglichen Aufgaben wie dem Füttern des Hundes und seiner persönlichen Selbstfürsorge. Sohn Hans will dem Tier ein artgerechtes Leben ermöglichen, es in einer anderen Familie unterbringen und Bo so entlasten. Damit ist Bo überhaupt nicht einverstanden! Er liebt Sixten über alles und das Tier verkörpert für ihn eine Verbindung zu seiner gesamten gelebten Vergangenheit. Die Autorin zeigt die Problematik des Alterns in diesem Buch aus vielen Sichtweisen auf. Wir steigen tief in die Gedankenwelt des alten Mannes ein, erleben seine Kindheit mit dem strengen Vater, der geliebten Mutter sowie der harten Arbeit in der dörflichen Abgeschiedenheit Schwedens. Seine liebevolles Verhalten gegenüber Frederika und Sohn Hans berühren das Herz und man spürt wieviel Liebe in Bo steckt und wie er sie verschenkt hat an seine kleine Familie. Der langjährige Freund Ture gehört ebenso dazu wie die harten, arbeitsreichen Jahre in einem Sägewerk. Bo träumt sein Leben noch einmal, schläft viel, kehrt in die reale Wirklichkeit zurück und hadert mit dem Verfall seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Seine Angst den geliebten Hund zu verlieren lähmt ihn, er kann sich schwer sprachlich ausdrücken gegenüber Hans und leidet. All das erlesen wir zwischen den Zeilen. Zusätzlich hat die Autorin die nüchtern gehaltenen Zustandsberichte des Pflegeteams zwischen Bo's Empfindungen eingestellt. Das ermöglicht den Leser*innen einen objektiven Eindruck über den geistigen und körperlichen Zustand des alten Mannes zu bekommen. Dieser Roman zeigt die Verletzlichkeit der Würde eines alten Menschen, seine immer noch bestehenden letzen Sehnsüchte und Wünsche, seine Ängste , Bedenken und letztendlich die ANNAHME einer unbekannten Entwicklung bis zum Ende des Lebens, die jedem von uns irgendwann bevorsteht. Es ist eine das Herz berührende Lektüre durch die feinfühlige und lebensnahe Art und Weise der Darstellung durch die Autorin. Vielen lieben Dank für diese Lektüre. Herzlichen Dank an die Autorin und den btb-verlag für die Bereitstellung des gebundenen Rezensionsexemplar. Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese aussergewöhnliche Lektüre.

5

Ein sehr berührendes Buch. Es beleuchtet die Perspektive älterer Menschen, die damit zurecht kommen müssen, immer mehr eingeschränkt zu sein und zu werden. Letzteres sicher aus gut gemeinten Gründen, aber wie wir wissen: gut gemeint, nicht immer gut gemacht. Kann es allen empfehlen, die sich um ihre Eltern kümmern oder gekümmert haben. Die Schriftstellerin hat sich wirklich gut reingedacht. Toll.

5

REZENSION Wenn die Kraniche nach Süden ziehen Autorin: Lisa Ridzén Verlag: btb ET: 21.01.2026 Meine Meinung: Schon allein der Klappentext reichte mir, um festzustellen, das ich hier wohl direkt Taschentücher bereitlegen sollte. Ich habe ein paar Seiten gebraucht um in der Geschichte ankommen zu können. Die Autorin hat einen flüssigen und angenehmen Schreibstil, die Kapitellänge ist kurz und enthält kleine Notizen. Bo und sein Hund Sixten haben mein Herz im Nu erobert. Man konnte richtig das Band zwischen den beiden fühlen, merken wie sehr er an seinem geliebten Hund hängt. Ich hatte unwahrscheinlich viel Verständnis und Empathie für Bo der sein selbstbestimmtes Leben mochte und auf keinen Fall aufgeben wollte. Diese Empathie war fast schon schmerzhaft. Ich habe so mitgelitten. Gut gefallen haben mir auch die Rückblenden in sein früheres Leben welches auch absolut nicht leicht und manchmal schwer zu ertragen war. Bitter aufgestoßen dagegen ist mir sein Sohn Hans, der unbedingt meinte er wüsste besser was seinem Vater gut tut und das auch recht monoton zur Sprache brachte. Hier rollte ich an manchen Stellen nur mit den Augen wenn sein Name auftauchte. Die Atmosphäre und die Stimmung war stellenweise beklemmend, manchmal traurig, manchmal aber auch voller Wärme und Liebe. Das Pflegepersonal wurde so liebevoll und warmherzig beschrieben und dargestellt. Fazit: Dieses Buch wird mich in Gedanken und emotional noch sehr lange begleiten. Die Autorin hat hier ein unglaublich berührendes, nachdenkliches und feinfühliges Werk über das älter werden, loslassen, Verzeihen und Sterben geschrieben. Manche Zeilen klangen laut und eindringlich, andere wiederum leise und sanft. Ich habe an manchen Stellen geschmunzelt und an anderen Tränen vergossen. Und ich hielt Bo‘s Hand in meiner als die Kraniche anfingen nach Süden zu ziehen. 5/5 ⭐️

5

Ein Buch das einem das Herz bricht...

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén ist eines dieser seltenen Bücher, die man mit einem Kloß im Hals liest und mit Tränen in den Augen zuschlägt. ​Dieses Buch ist wunderschön, aber es ist zutiefst traurig. Es ist eine Hommage an das Leben, die Würde im Alter und die kleinen Momente, die am Ende zählen. Wer eine Geschichte sucht, die einen emotional völlig entwurzelt und noch lange im Gedächtnis bleibt,muss diesen Roman lesen.

5

Eine neue Perspektive!

Wow, was für eine spannende und herzzerreißende Perspektive auf das Älter werden. Mir haben die Erzählungen von Bo das Herz erwärmt und mir das Herz (auch durch einen persönlichen Bezug) schmelzen lassen. Ein toller Einblick in die Gedankenwelt im Alter und ein wundervoller Ansatz um sich im Leben in Toleranz zu üben.

4.5

Habe das Buch gerade vor 10 Minuten beendet und muss jetzt erstmal "klarkommen".... Ein sehr stilles Buch über das Altwerden, über das, was es mit einem macht und was es mit anderen macht und ein Buch über Selbstbestimmung im Alter und wie weit wir gehen dürfen oder vielleicht auch nicht, wenn unsere Eltern nicht mehr so können, wie sie gerne möchten ... Bo ist 89 Jahre alt und kann so gut wie gar nicht mehr das Haus verlassen. Der Pflegedienst kommt mehrmals am Tag, sein Sohn zwei- bis dreimal die Woche... seine Frau lebt schon länger im Heim für Demenzkranke. Aber Bo ist zufrieden mit seinen Möglichkeiten, die er noch bewältigen kann, bis sein Sohn ihm seinen Hund nehmen will, weil er der Meinung ist, dass sein Vater das nicht mehr bewältigen kann. Doch Sixten ist sein ganzer Lebensantrieb ... Wieviel dürfen wir zum Wohle unserer Eltern für sie entscheiden, wer entscheidet überhaupt, was richtig und falsch ist und müssen wir vielleicht manchmal besser hinhören, auch wenn die Generation unserer Eltern nicht viel erzählt. Ich hatte gerade am Ende echt mit den Tränen zu kämpfen... ein Buch, was in jedem Fall nachdenklich stimmt und lange nachhallt ...

4

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen Lisa Ridzén Ihr seht - nach all der Fantasy wollte ich mal wieder ein wenig geerdet werden - joa, Spoiler: done ✅ Ich fand in diesem wirklich tollen Buch einen stillen, eindringlichen Roman, der sich leise unter die Haut schleicht. Die Geschichte entfaltet sich nicht laut oder dramatisch, sondern in feinen Zwischentönen – genau das macht sie auch so besonders. Im Mittelpunkt stehen Verlust, Erinnerung und die Frage, wie man mit dem weiterlebt, was bleibt. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Figuren, lässt sie atmen, zweifeln, stolpern. Gerade diese Ruhe sorgt dafür, dass die Emotionen umso stärker wirken. Die Sprache ist poetisch, aber nie überladen – oft sind es kleine Beobachtungen, die lange nachhallen. Besonders gelungen fand ich, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben werden, ohne dass es konstruiert wirkt. Außerdem hat mir neben den langen Passagen aus Bos Perspektive oder letztendlich aus seiner Gedankenwelt besonders gefallen, dass kleine Einschübe aus dem Pflegejournal der Betreuenden das Ganze ziemlich aufgelockert haben und für (mehr oder weniger) sachliche Unterbrechungen zwischen den Emotionen gesorgt haben - das war stellenweise mehr als nötig für mich 😢 ✨ Fazit: ⭐️⭐️⭐️⭐️ 
Ein leiser, melancholischer Roman über Abschied und Neuanfang, der nicht auf schnelle Spannung setzt, sondern auf Gefühl und Tiefe. Perfekt für alle, die Geschichten mögen, die nachklingen.

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5

Wer ohne Großeltern aufgewachsen ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen! 💯

Gerade für mich, der nie mit Großeltern aufgewachsen ist, ist das Buch ein hilfreicher Einblick in das Altern und das Lebensende. Durch das Buch wurde mir bewusst, wie sehr die kleinen Dinge an Bedeutung gewinnen, wenn man - körperlich bedingt - nicht mehr den riesigen Lebensradius besitzt. Auch wird einem vor Augen geführt, wie wichtig Biografiearbeit (auch wenn sie nicht Teil der Geschichte ist) mit älteren Menschen sein kann. Ich denke, dass viele Bewohner von Altenheimen Bos „aufdringliche“ Gedanken sehr gut nachvollziehen können und sich sehr freuen würden, sie mit jemandem teilen zu können.

5

Schmerzlich, traurig und unglaublich tröstend. Ein Buch über das Leben, das Altwerden, das Loslassen, die Wut und die Versöhnung.

5

Der 89 jährige BO lebt allein mit seinem Hund Sixten und wird täglich vom Pflegedienst betreut. Seine langjährige Ehefrau Fredrika lebt in einem Heim für Demenzkranke und bei Besuchen erkennt sie leider ihren geliebten Bo nicht mehr. Sohn Hans kümmert sich liebevoll um seine Eltern, unterstützt von seiner Tochter Ellinor, liebevoll *Hummelchen* mit Spitznamen genannt. Ein kompetentes Pflegeteam und Bo's langjähriger Freund Ture gehören zu den Menschen, die Bo noch viel bedeuten. Der Kontakt zu Ture ist Bo nur noch telefonisch möglich. Bo und sein Hund Sixten sind eine verschworene Einheit, teilen alles , erleben alles zusammen und sind unzertrennlich. So erfahren wir einiges von diesen beiden *Helden des Alltags* durch den flüssigen, klaren und liebevollen Schreibstil der Autorin. Doch dieser Alltag wird immer beschwerlicher für Bo. Sei es beim Spazieren, Verrichten der täglichen Aufgaben wie dem Füttern des Hundes und seiner persönlichen Selbstfürsorge. Sohn Hans will dem Tier ein artgerechtes Leben ermöglichen, es in einer anderen Familie unterbringen und Bo so entlasten. Damit ist Bo überhaupt nicht einverstanden! Er liebt Sixten über alles und das Tier verkörpert für ihn eine Verbindung zu seiner gesamten gelebten Vergangenheit. Die Autorin zeigt die Problematik des Alterns in diesem Buch aus vielen Sichtweisen auf. Wir steigen tief in die Gedankenwelt des alten Mannes ein, erleben seine Kindheit mit dem strengen Vater, der geliebten Mutter sowie der harten Arbeit in der dörflichen Abgeschiedenheit Schwedens. Seine liebevolles Verhalten gegenüber Frederika und Sohn Hans berühren das Herz und man spürt wieviel Liebe in Bo steckt und wie er sie verschenkt hat an seine kleine Familie. Der langjährige Freund Ture gehört ebenso dazu wie die harten, arbeitsreichen Jahre in einem Sägewerk. Bo träumt sein Leben noch einmal, schläft viel, kehrt in die reale Wirklichkeit zurück und hadert mit dem Verfall seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Seine Angst den geliebten Hund zu verlieren lähmt ihn, er kann sich schwer sprachlich ausdrücken gegenüber Hans und leidet. All das erlesen wir zwischen den Zeilen. Zusätzlich hat die Autorin die nüchtern gehaltenen Zustandsberichte des Pflegeteams zwischen Bo's Empfindungen eingestellt. Das ermöglicht den Leser*innen einen objektiven Eindruck über den geistigen und körperlichen Zustand des alten Mannes zu bekommen. Dieser Roman zeigt die Verletzlichkeit der Würde eines alten Menschen, seine immer noch bestehenden letzen Sehnsüchte und Wünsche, seine Ängste , Bedenken und letztendlich die ANNAHME einer unbekannten Entwicklung bis zum Ende des Lebens, die jedem von uns irgendwann bevorsteht. Es ist eine das Herz berührende Lektüre durch die feinfühlige und lebensnahe Art und Weise der Darstellung durch die Autorin. Vielen lieben Dank für diese Lektüre. Herzlichen Dank an die Autorin und den btb-verlag für die Bereitstellung des gebundenen Rezensionsexemplar. Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese aussergewöhnliche Lektüre.

5

Traurig, realistisch, schonungslos ehrlich und immer respektvoll! Hatte eine Fülle von Emotionen und am Ende auch Tränen.

5

„Es ist verflucht noch eins nicht leicht, ein Mensch zu sein.“ ❤️‍🩹

Was zählt am Ende? Davon handelt dieser emotionale Debüt-Roman. Es geht um Bo, der seine letzten Jahre mit seinem Hund Sixten verbringt, nachdem seine an Demenz erkrankte Frau in ein Pflegeheim gekommen ist. Man taucht nicht nur in Bo‘s Leben ein, sondern auch in seine Gedankenwelt, die sich oftmals mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Was hätte man anders gemacht? Was vielleicht wieder ganz genau so? Welche Dinge sind noch ungesagt? Diese Geschichte trifft einen mitten ins Herz und lässt einen mehr als nachdenklich zurück.

5

Leise Gedanken

Ein traumhaftes Buch – leise, ehrlich und voller Menschlichkeit. Gerade im Kontext der ambulanten Pflege zeigt es eindrucksvoll, wie viel Würde, Beziehung und Verständnis in dieser Lebensphase liegen können und wieviel Nähe und Halt ein Haustier geben kann.

5

Ein Debüt, das unter unter die Haut geht

Es geht um Bo. Und Bo ist alt und wir erleben mit ihm verbleibende Zeit im jetzt und in seinen Erinnerungen. Es ist das erste Debüt, das ich mit 5 Sternen bewerte. Ich kann gar nicht anders. Es ist beeindruckend geschrieben. Es ist, als wäre man zu Gast in der Küche bei Bo. Und auch ein wenig in seinen Erinnerungen. Es ist ein Buch über Abschied nehmen, über Erleben im Alter, über Alleinsein. Ein leises und ruhiges Buch und doch beeindruckend laut und eindringlich.

4

Das regt zum nachdenken an, zeigt dass der Schlüssel in der Kommunikation liegt und es sehr viele transgenerationaöe Traumata gibt

5

Extrem emotional… hat mich gepackt wie selten ein Buch

War das Buch spannend… nicht wirklich. War das Buch reißerisch… nein… Was fand ich an dem Buch gut? Die Schreibweise, die Perspektive, die Emotionen uvm! Bo ist verwirrt, er ist traurig, er ist wütend. Bo ist 89 Jahre alt, seine Frau die er über alles liebt, ist im Pflegeheim für Demenerkrankte und erkennt ihn nicht mehr. Sein Sohn Hans möchte ihm seinen einzig verbliebenen Gefährten, seinen Hund Sixten abnehmen. Alle haben sich gegen ihn gestellt… In einer ungeheuer interessanten Perspektive wird die Welt von Bo erklärt. Sein Leben, seine Vergangenheit, die traurige verwirrende Gegenwart. Es ist mit Abstand das langsamste, leiseste und traurigste Buch, dass ich je gelesen habe, aber ich habe es sehr gerne gelesen!

5

Taschentuchalarm

Ich habe ja schon geahnt, dass mich dieses Buch berühren wird, aber dass ich das Buch am Ende weinend beenden werde, hätte ich nicht erwartet.🥹 Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein tief bewegender Roman, der sich mit den Themen Altern, Selbstbestimmung und Sterben auseinandersetzt. Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig und authentisch die Autorin Bo’s Verletzlichkeit, seine Scham, aber auch seine Wut und Hilflosigkeit einfängt. Der Fokus liegt dabei auf Bo’s Alltag – zwischen Pflegedienst, Besuchen seines Sohnes und den stillen Momenten, in denen ihm immer deutlicher bewusst wird, wie sehr sich sein Leben verändert. Gerade diese ruhigen, oft schmerzhaften Gedanken machen die Geschichte so eindringlich und nahbar. Aber es gab auch Lichtblicke neben seinem Hund Sixteen. So fand ich die Beziehung zu seinem langjährigen Freund sehr berührend, ebenso wie die Pflegerin Ingrid. Ein Buch, das nachhallt, zum Nachdenken anregt und emotional lange bei mir geblieben ist. Gerade die letzten Seiten haben mich emotional total eingenommen und einige Tränen gekostet. Wer eine tiefgründige und ruhige Geschichte sucht oder sich mit dem Thema Altern beschäftigt und vor emitionalen Büchern nicht zurückschreckt, dem kann ich Bo's Geschichte wirklich ans Herz legen.

4.5

Mitreißende Lektüre

Wir lernen Bo kennen, einen alten Mann, dessen Frau wegen einer starken Demenz im Heim wohnt. Er selbst wird von Sohn Hans, Enkelin Ellinor und dem Pflegedienst in seinem Haus versorgt. Doch nach und nach baut Bo ab, er kann sich nicht mehr um seinen Hund Sixten kümmern, Hans will ihn in einer anderen Familie unterbringen. Doch der Hund und die Telefonate mit seinem besten Freund Ture halten Bo am Leben. Ein unheimlich tiefgehend geschriebenes Buch, erzählt wird in der Du-Perspektive, da Bo direkt mit seiner in die Demenz abgeglittenen Ehefrau spricht. Er lässt die Vergangenheit Revue passieren, hadert mit seinen Gefühlen gegenüber Hans und dem Leben allgemein. Zwei Szenen brechen Hundeliebhabern das Herz, auch das Ende sollte kein Auge trocken lassen. Leseempfehlung!

5

Berührend, ohne jemals auch nur anflugsweise kitschig zu sein, echt, wunderbar. Ich wünschte, ich hätte es gelesen, bevor meine Eltern gestorben sind. Vielleicht hätte ich sie noch ein bisschen besser verstehen können. Man will helfen, man macht, erledigt, besorgt, organisiert. So war es bei mir. Ein bisschen mehr innehalten, stil sein und zuhören, das hätte ich wohl noch besser machen können. Das Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen. Was für ein Debut! Leseempfehlung!

4.5

Eine sehr berührende Geschichte über das Altern, Loslassen und Lieben.

5

Wenn die Kraniche nach Süden fliegen

So ein mega tolles Buch!!!! Einfühlsam geschrieben, mit tollen Momentaufnahmen und schönen Rückblicken! Ich konnte alles absolut mit fühlen und hatte manchmal Tränen in den Augen! Unglaublich wie mich dieses Buch mitgenommen hat!

5

Bo ist 89 Jahre alt und lebt mittlerweile alleine zu Hause. Seine Frau erkennt ihn nicht mehr, lebt im Pflegeheim. Viel passiert nicht mehr in seinem Leben. Am liebsten bleibt er direkt in der Küche, schläft auf der harten Küchenbank. Sein Sohn kommt ab und an zu Besuch und die Enkelin auch. Sie kümmern sich um ihn. Regelmäßig telefoniert er mit seinem alten Freund Ture. Die Pflegekräfte kommen regelmäßig und sind ihm teilweise auch sehr wichtig geworden. Aber das wichtigste, das ist sein Hund Sixten. Er ist immer an seiner Seite, ist sein treuer Begleiter. Doch Bos Körper lässt ihn immer mehr im Stich. Es fällt ihm immer schwerer mit Sixten lange Spaziergänge zu unternehmen. Sein Sohn Hans will Sixten weggeben aber was ist mit Bo? Wie soll er ohne Sixten weiterleben? Dieser Roman hat mich komplett zerstört. Ab ca. der Hälfte liefen mir immer wieder die Tränen. So traurig und doch so schön sind die Worte, die Liza Ridzen hier gefunden hat. Zu lesen wie Bos Welt immer kleiner wird, sein Körper immer weniger macht was er soll, ist so unglaublich traurig. Aber zu lesen wie viel Liebe in seinem Leben war, ist so unglaublich schön. Seine Frau, sein Sohn, die Enkelin, Sixten. Auch die meisten Pflegekräfte sind so warmherzig und verständnisvoll. Bo reflektiert sein Leben, denkt auch über seine Eltern nach. Zu seinem Vater hatte er ein schwieriges Verhältnis. Einfach war es nicht. Bo ist authentisch, hat Ecken und Kanten. Er vermisst seine Frau so sehr, sie war seine große Liebe. Es ist so zauberhaft wie er über sie spricht. Die Sprache ist ruhig und poetisch, die Atmosphäre manchmal beklemmend, manchmal liebevoll. Bos innere Stimme voller Wut, Verzweiflung, Bitterkeit aber auch voller Wärme. Das Buch macht was mit dem Leser und das ist gut so. Was ist am Ende wichtig? Was bleibt, wenn fast nichts mehr übrig ist vom einstigen Leben? Ein grandioser Roman über Verlust, Einsamkeit und Tod. Erzählerisch eine absolute Wucht. Ich kann ihn euch gar nicht einfach nur empfehlen. Jeder, der lesen kann, muss dieses Buch lesen!!!!

5

Herzensbuch 🥺🙏🏽✨

📖 Wenn die Kraniche nach Süden ziehen 📝 Lisa Ridzén 🔍 Inhalt : Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén erzählt die Geschichte des 89-jährigen Bo, der seit der Demenz seiner Frau allein lebt. Sein Hund Sixten ist sein wichtigster Halt. Als sein Sohn ihm den Hund wegnehmen will, wird Bo gezwungen, sich mit seinem Leben, seiner Familie und dem Älterwerden auseinanderzusetzen. 🖊️ Rezension Was für ein leises, berührendes Buch. 💛 Im Roman begleiten wir den 89-jährigen Bo, der seit der Demenz seiner Frau allein lebt. Sein Hund ist sein letzter Halt – bis sein Sohn entscheidet, dass er sich nicht mehr um ihn kümmern kann. Mit viel Feingefühl erzählt die Autorin von Einsamkeit im Alter, von verpassten Chancen, Vater-Sohn-Konflikten und der großen, stillen Liebe eines langen Lebens. Der Roman ist ruhig erzählt, aber voller Gefühl. Er zeigt auf eine ehrliche und sensible Weise, wie es ist, alt zu werden, loszulassen und trotzdem an der Liebe festzuhalten. Fazit: Ein Roman über Würde, Erinnerung und die Frage, was am Ende wirklich zählt ! Mich hat das Buch noch lange beschäftigt….!

5

Ein leises Buch über Liebe und Abschied und allem was dazu gehört. Es lässt mich tief berührt und mit Tränen im Auge zurück.

5

Ein sehr bewegendes Buch. Wir verbringen mit Bo seinen Tagesablauf der durch Pflegedienst usw geprägt ist. Wir erleben authentisch wie er immer mehr dem Alter verfällt. Bo nimmt uns mit in die Vergangenheit und erzählt von seinem Leben und den Beschwerden des Alterns. Ein trauriges und emotionales Buch das zum Denken anregt.

5

Soooo schön!

Leise, berührende Geschichte um den 89-jährigen Bo. Ihn begleitet man als Leser beim Träumen von seinem früheren Leben und beim Altern. Das ist so sanft und ehrlich geschrieben und hat sofort Bilder entstehen lassen. Die letzten Seiten waren herzergreifend und sehr besonders.

4.5

Dieses Buch hat mir unglaublich viel abverlangt. • Bo ist 89 Jahre alt. Er lebt allein mit seinem Hund Sixten, während seine Frau, die an Demenz erkrankt ist, im Pflegeheim untergebracht ist. Sein Alltag besteht aus Routinen, dem täglichen Besuch des Pflegedienstes, gelegentliche Besuche seines Sohnes, Telefonate mit seinem besten Freund Ture und doch passiert so viel mehr zwischen diesen scheinbar stillen Momenten. • Bo beobachtet die Jahreszeiten, während seine Gedanken immer wieder in die Vergangenheit abdriften. Erinnerungen vermischen sich mit der Gegenwart, verschwimmen, kehren zurück, manchmal klar, manchmal bruchstückhaft. Dabei spürt man mit jeder Seite, wie ihm nicht nur die Zeit, sondern auch sein Körper und seine Selbstbestimmung mehr und mehr entgleiten. • Die Geschichte entfaltet sich aus Bos eigener Perspektive, ergänzt durch Einträge aus dem Pflegetagebuch. Diese Kombination macht sein Innenleben greifbar, seine Zerrissenheit, seine Ängste, seine Wut, aber auch seine Liebe und Sehnsucht. Manche Rückblicke wirken auf den ersten Blick unspektakulär, doch genau sie sind es, die Bos Leben formen und uns ihn wirklich verstehen lassen. • Ich habe mit ihm gelitten. So oft wollte ich ihn einfach in den Arm nehmen, ihn festhalten, ihm sagen, dass er nicht allein ist und gleichzeitig spürt man diese schmerzhafte Wahrheit, er kann sich eigentlich nicht mehr richtig um Sixten kümmern. Diese Erkenntnis trifft hart und steht für etwas viel Größeres... für das Gefühl, noch zu wollen, aber nicht mehr zu können. • Dieses Buch hat mich tief erschüttert, weil es sich so vertraut angefühlt hat. Es hat Erinnerungen an meine eigenen Großeltern und Eltern geweckt, an Gespräche über das Älterwerden, über das Verlieren, vor allem dann, wenn der geliebte Partner nicht mehr an der Seite ist. Wenn das Leben Stück für Stück Dinge nimmt, die einmal selbstverständlich waren. Immer wieder bin ich gedanklich abgeschweift, in eigene Erinnerungen, eigene Gefühle. Das war einerseits schön, andererseits unglaublich intensiv und schmerzhaft. Dieses Buch hat mein Herz schwer gemacht und ich habe viel geweint. • Die Thematik ist keine leichte. Sie fordert, manchmal überfordert sie sogar, aber sie ist zutiefst menschlich, ehrlich und ungeschönt. Sie zeigt das Leben, wie es ist, das Altern, das langsame Loslassen, den Verlust von Autonomie und die stille Würde, die trotzdem bleibt. Ein Buch, das lange nachhallt. Vielleicht auch, weil wir alle irgendwann an diesen Punkt kommen.

5

Das war mit Abstand das bewegendste Buch, das ich bisher gelesen habe

Dieses Buch lässt mich atemlos und ergriffen zurück. Das Menschsein, das Leben, die Vergänglichkeit. Durch mein Ehrenamt in einer Einrichtung für ältere Menschen und persönliche Verlusterfahrungen hat mich jede Seite in diesem Buch abgeholt und berührt. Die letzten 100 Seiten waren für mich eine Zerreißprobe. Ob ich wollte oder nicht - die Tränen kamen. Ich musste sehr oft an die Menschen denken, denen ich im Altenheim begegnet bin und deren Leben im alltäglichen Trubel dort hinter ihren nun gebrechlichen Körpern oft ungesehen blieben. All die Geschichten, die Erfahrungen und das ganze Leben dieser Menschen, die es verdient haben gesehen zu werden, schwinden im alltäglichen "Pflegestress". Das Altern und die Gefühle der Betroffenen, der Familien werden in diesem Buch meines Erachtens lyrisch einzigartig und wunderbar dargestellt. Humorvoll, liebevoll und echt. Ein Buch, das ich von Herzen empfehlen kann.

Das war mit Abstand das bewegendste Buch,  das ich  bisher gelesen habe
3.5

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen - Wenn das eigene Leben langsam entgleitet

Viele Rezensionen zu Wenn die Kraniche nach Süden ziehen beschreiben recht genau die äußere Handlung – alter Mann, Hund, Konflikt mit dem Sohn. Doch eigentlich greift das zu kurz. Denn im Kern geht es weniger um das, was passiert, sondern um das, was man dabei fühlt: das langsame, kaum greifbare Verlieren von Kontrolle über das eigene Leben. Bo ist keine klassische Sympathiefigur. Er ist stur, manchmal ungerecht und klammert sich an seinen Hund Sixten. Gerade dadurch wirkt er aber sehr echt. Man spürt, warum er so handelt – weil ihm vieles bereits entglitten ist und er festhält, was ihm noch bleibt. Besonders stark ist der Roman in seinen leisen Momenten: Alltagsbeobachtungen, Erinnerungen und Gedanken, die sich wiederholen und verdichten. Das schafft eine intensive, fast greifbare Atmosphäre. Die ruhige Erzählweise verlangt zwar Geduld, belohnt aber mit einer emotionalen Tiefe, die lange nachwirkt. Die Geschichte entfaltet ihre Wirkung nicht durch Tempo oder große Wendungen, sondern durch Nähe und Stimmung. Wer sich darauf einlässt, erlebt ein sehr eindringliches Porträt eines Menschen, der mit dem Älterwerden und dem Verlust von Selbstbestimmung ringt. Am Ende bleibt vor allem dieses Gefühl – und genau darin liegt die Stärke des Buches. Nicht jede Passage ist gleich intensiv, doch insgesamt entsteht ein berührendes und stimmiges Gesamtbild. Fazit: Ein ruhiger, einfühlsamer Roman, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre überzeugt und emotional lange nachhallt. Von mir daher 7 von 10 P. (abgeschlossen 15.04.2026)

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen - Wenn das eigene Leben langsam entgleitet
3.5

Berührend, aber kein Highlight

Ich verstehe total, warum dieses Buch gerade so viel Aufmerksamkeit bekommt, denn es ist wirklich sehr fein und realistisch erzählt. Im Mittelpunkt steht ein sehr alter Mann, der auf sein Leben zurückblickt und spürt, dass seine Zeit langsam zu Ende geht. Allein diese Perspektive fand ich schon besonders und berührend! Gleichzeitig muss man aber auch sagen: Es passiert nicht wahnsinnig viel. Das passt zwar zur Geschichte und zu dieser ruhigen, nachdenklichen Erzählweise, aber für meinen Geschmack hätte die Handlung trotzdem noch etwas vielschichtiger sein dürfen. Auch die vielen Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit waren für meinen Geschmack etwas zu willkürlich. Für mich ein gutes, besonderes Buch, aber kein absolutes Highlight.

Berührend, aber kein Highlight
5

Leise, schön und sehr berührend

Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr so geweint, ich war mir zweitweise unsicher, ob ich es überhaupt beenden kann. Schön und schmerzhaft zugleich. „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ erzählt die Geschichte von Bo, der neunundachtzig Jahre alt ist. Seine Frau lebt im Pflegeheim, er selbst ist allein mit seinem Hund, der für ihn mehr ist als nur ein Haustier. Als sein Sohn entscheidet, Bo könne sich nicht mehr ausreichend um den Hund kümmern, gerät sein ohnehin fragiler Alltag ins Wanken. Was folgt, ist das stille Porträt eines alten Mannes, dessen Tage lang sind und dessen Welt immer kleiner wird. Wir begleiten Bo durch seinen Alltag, durch seine gegenwärtigen Sorgen und Einschränkungen. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Erinnerungsräume: Episoden aus seiner Kindheit, aus seinem Erwachsenenleben, aus der gemeinsamen Zeit mit seiner Frau und aus der Beziehung zu seinem Sohn. Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind fein austariert und verleihen der Geschichte eine große Tiefe. Das Buch ist sehr emotional, ohne jemals kitschig zu werden. Es ist sanft, warm und schmerzhaft zugleich. Ein Wohlfühlbuch im besten Sinne, das tief ins Herz trifft und lange nachhallt. Mich hat es schon auf den ersten Seiten erwischt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Ein sehr schönes, berührendes Buch und eine große Empfehlung. Taschentücher bereithalten.

5

Bo Andersson lebt zurückgezogen mit seinem Hund Sixten, nachdem seine Ehefrau Fredrika in ein Pflegeheim ziehen musste. Mithilfe des Pflegedienstes, die für ihn kochen, Wäsche und Haushalt erledigen, ihn pflegen und auch mal mit Sixten spazieren gehen, kann Bo überhaupt noch zu Hause leben. Sohn Hans, der sich ebenfalls kümmert, muss ihm nun Sixten weg und in gute Hände geben. Doch Sixten ist alles, was Bo geblieben ist und wofür es sich lohnt zu leben. Durchgehende Hauptperson in der Geschichte ist Bo Andersson. Der 89-Jährige leidet unter allerlei Altersgebrechen, musste seine geliebte und an Demenz erkrankte Fredrika ins Pflegeheim geben. Inzwischen sind ihm nur noch genau zwei Freunde geblieben. Mit einem dieser Freunde, Ture, kann er zuerst noch telefonisch Kontakt haben, weil dieser auch gebrechlich ist. Der andere Freund, Sixten, ist sein Hund, der treu an seiner Seite ist. Ja, Sixten ist sein Lebensinhalt und wortwörtlich alles, was ihm geblieben ist. Bo hat zwar einen Sohn, Hans, der sich auch kümmert. Aber Vater und Sohn verstehen sich nicht gerade gut. Ihre Vermittlerin, Fredrika, die Hans und Bo verbunden hat, fehlt. Bo ist ein Mann "alter Schule", der nie gelernt hat über Gefühle zu sprechen und dem vieles im zwischenmenschlichen Bereich schwerfällt. Doch auch Hans hat mir die Augen geöffnet. Denn Hans spielt betreffend Agilität, Tempo und auch Organisation in einer ganz anderen Liga als Bo. Und das überfordert den alten Mann regelmässig. Ich hoffe, dass ich mich daran erinnere, sollte ich einmal in Hans Situation sein. Mich hat die Geschichte berührt und ich habe mit wachsendem Interesse die Gedanken von Bo gelesen. Der alte Mann denkt nämlich oft zurück an vergangene Zeiten, als Hans noch klein oder in der Pubertät war. Oder aber an seine Kindheit, mit einem strengen, ja fast herrischen Vater, den er "der Alte" nennt. Die Autorin hat mit ihrem Debütroman schonungslos angesprochen, wie es ist alt zu sein. Würde, Selbstbestimmung, Gebrechen und Loslassen sind tief gehende Themen. Bo ist komplett vom Pflegedienst und seinem Sohn abhängig und möchte so viel mehr. So versucht er mit seinem Hund spazieren zu gehen oder selbst Brennholz ins Haus zu schaffen. Erschreckend fand ich die Beschreibung der Einsamkeit, in der der alte Mann lebt. Seine körperliche Verfassung hat das soziale Leben auf Sparflamme schrumpfen lassen. Umso dankbarer ist er, dass sein Hund bei ihm ist. Die Verbindung mit Sixten hat mich im Herzen getroffen. Man muss sich bewusst sein, dass in dieser Geschichte das Thema Sterben allgegenwärtig ist. Dies auf eine authentische und bewegende Art und Weise. "Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" ist für mich ein Highlight. Die Autorin hat es geschafft, dass ich völlig abgetaucht bin in Bos Leben und sein langsames Losloslassen.

4

Der 89-jährige Bo fühlt sich zunehmend allein, seit seine Frau vor einiger Zeit aufgrund der Diagnose Demenz in einem Pflegeheim untergebracht ist. Und auch wenn sie ihn nicht mehr erkennt, er hat sie sehr wohl im Herzen, spricht mit ihr, versucht die Erinnerung an sie mit dem nach ihr duftenden Schal in einem Schraubglas zu konservieren. Was ihm bleibt, sind tägliche Besuche des Pflegedienstes und sein geliebter Hund Sixten, den Bos Sohn Hans ihm wegnehmen will. Und so hören wir, was Bo zu erzählen hat, wie sein Alltag aussieht, was ihn glücklich und wütend macht. Nun, da man ihm das wichtigste nehmen will, denkt er zurück an die Stationen seines Lebens, an seine Mutter und 'den Alten', an seine Frau in jüngeren Jahren, zu der er immer wieder direkt spricht, und an seinen Sohn Hans. Wie kann er ihm das alles nur antun? Ihn übergehen und das einfach entscheiden? Mal muss ich schlucken und mal schmunzeln, manchmal an meine Oma zurückdenken. Bos Geschichte rührt mich und gibt dem Blick aufs Altwerden nochmal eine neue Perpektive. Wie fühlt es sich an, wenn der Körper nicht mehr kann wie er soll? Wenn andere einem plötzlich sagen, was angeblich richtig und das beste ist? Wie traurig es macht, nicht mehr auf den Tisch hauen zu können und zu sagen "das ist mein Leben und ich weiß, was richtig ist". Sondern nur noch zu fühlen 'ich will nicht mehr'. Eine Geschichte über das Altern, das Loslassen, das Erinnern und Verzeihen. Aber auch über das Lieben. Geradlinig, direkt aus dem Alltag, warmherzig und liebevoll erzählt Lisa Ridzén hier, was es heißt, mit sich und allem, bereit zur sein für den letzten Weg. Ganz wundervoll gelesen von Walter Kreye- diese Stimme ist ein perfect match!

4

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen thematisiert das Alter, Demenz, Pflegebedürftigkeit, Familienkonflikte und Freundschaft auf liebevolle Weise. Die Charaktere und ihre Gedankengänge sind sehr nachvollziehbar beschrieben. Tolles Buch!

4

Berührend. Am Ende habe ich dann wirklich eine Träne verloren.

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