Seegang
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Description
Tabitha Lasley ist Mitte 30, Journalistin, und hat sich für ein paar Monate in einem zwielichtigen Viertel in Aberdeen, Schottland, verschanzt, um ein Buch über Bohrinseln und die Männer, die auf ihnen arbeiten, zu schreiben – und sie kommt ihrem Thema gefährlich nahe. Sie taucht tief ein in die Welt der Schlägereien, Konkurrenz, harten Arbeit. Sie nimmt Drogen, tanzt exzessiv die Nächte durch und bemerkt: Je länger sie bleibt, desto destabilisierender wirkt ihre bloße Anwesenheit auf diese Welt - und auf sie selbst. Und dann gibt es da noch Caden: einen verheirateten Bohrarbeiter. Allein und zunehmend prekär lebend taucht Tabitha Laysley in die dunkle Tiefe einer rücksichtslosen, explosiven Beziehung, die sie beide bloßlegt.
Book Information
Author Description
Tabitha Lasley ist Journalistin. Sie hat in London, Johannesburg und Aberdeen gelebt. »Seegang« ist ihr erstes Buch.
Posts
Über die Anziehungskraft von Bohrinseln
Schon ein paar Mal habe ich mich gefragt, wie wohl das männerdominierte Leben auf einer Bohrinsel abläuft - und was die Männer mit ihrem Leben anfangen, wenn sie festen Boden unter den Füßen haben. Genau diese Fragen stellt sich auch die Journalistin und Protagonistin dieser Geschichte und trifft dabei auf den Offshore-Arbeiter Claden, der ihr mehr gibt als nur Informationen über das Leben auf den härtesten Inseln der Welt. Tabitha Lasley hat es geschafft, eine Art Liebesgeschichte mit spannenden Informationen über Bohr-Inseln zu verbinden. Teile des Buches sind offenbar biografisch inspiriert, einiges sicher auch fiktionalisiert oder aber auch einfach sachlich wiedergegeben - und diese Mischung machte für mich die Besonderheit der Lektüre aus. Wir begleiten die Protagonistin nach der Suche nach Interviewpartnern aus der Offshore-Branche. Die Berichte über miserable Zustände auf den Plattformen, Sicherheitsrisiken, Unfälle oder die explosive Mischung aus einer Menge Testosteron waren schockierend aber auch fesselnd. Besonders gelungen ist Lasley dabei die Charakterisierung ihrer Figuren. Die Männer sind alle auf ihre Art gezeichnet von der Arbeit auf unterschiedlichen Bohr-Inseln, oft etwas ruppig aber auch auf ihre Art sympathisch. Trotzdem gab es einige Stellen, in denen ich den Atmen anhielt und eine Katastrophe erwartete. Denn die Protagonistin hat ihren ganz eigenen Witz, ist schlagkräftig aber auch naiv in ihrer Lebensart. Dies zeigt sich vor allem zum Ende der Geschichte, als sie ihre Affäre mit dem Offshore-Arbeiter Claden reflektiert und sich selbst in die Rolle der Berichtenden begibt. Auch, wenn ich Liebesgeschichten sonst eher meide, hat mich die Gestaltung und Konstruktion dieses Textes wirklich überzeugt und wird mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben.
Außergewöhnlich - aber kein Highlight
Ja was ist Seegang überhaupt für ein Buch? Ein Sachbuch? Ein Roman? Laut Lasley ist es „eine Art Rätsels Lösung“ (S.298), oder sollte dies zumindest werden. Außergewöhnlich ist es auf jeden Fall. Die Journalistin Tabitha Lasley zieht für einige Monate nach Aberdeen um ein Buch über die Männer zu schreiben, die auf den Bohrinseln der Nordsee arbeiten. Ihren Interviewpartnern nährt sie sich in Bars und auf ausufernden Partys. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben, sodass sie bereits nach kurzer Zeit eine Affäre mit dem verheirateten Caden beginnt. Diese entwickelt sich für sie, nicht zuletzt wegen dem Verhalten von Cadens Frau, äußert schwierig und kräftezehrend. Ihre Recherchen führt sie währenddessen weiter und sie geben ihr tiefe Einblicke in die raue und oft einsame Welt der Offshore-Arbeiter. Irgendwie war mir beim Lesen dieses Buches die ganze Zeit kalt. Und schwer. Schwer und kalt. Vielleicht lag es an Aberdeen oder den Orten, an denen die Plattformen zu finden sind. Oder aber die bedrückende Emotionalität Lasleys ist „Schuld“. Ich empfand dieses Buch einerseits als lehrreich und sachlich, andererseits sehr offen und persönlich. Seegang ist dabei wirklich gut recherchiert. Die Einblicke, die man in die Branche und das was sie mit ihren Arbeitern macht erhält, sind äußerst interessant. Leider passte die Kapitelaufteilung für mich überhaupt nicht. Sie waren zu lang und ich denke, es hätte durchaus Szenen gegeben, die sich besser als Cut geeignet hätten. Am Ende ist dieses Buch sowohl Sachbuch als auch Roman und vor allem Zeugnis einer Branche und vielen Leben, die zumindest meine Aufmerksamkeit erst durch Lasleys Buch erfahren haben.
Description
Tabitha Lasley ist Mitte 30, Journalistin, und hat sich für ein paar Monate in einem zwielichtigen Viertel in Aberdeen, Schottland, verschanzt, um ein Buch über Bohrinseln und die Männer, die auf ihnen arbeiten, zu schreiben – und sie kommt ihrem Thema gefährlich nahe. Sie taucht tief ein in die Welt der Schlägereien, Konkurrenz, harten Arbeit. Sie nimmt Drogen, tanzt exzessiv die Nächte durch und bemerkt: Je länger sie bleibt, desto destabilisierender wirkt ihre bloße Anwesenheit auf diese Welt - und auf sie selbst. Und dann gibt es da noch Caden: einen verheirateten Bohrarbeiter. Allein und zunehmend prekär lebend taucht Tabitha Laysley in die dunkle Tiefe einer rücksichtslosen, explosiven Beziehung, die sie beide bloßlegt.
Book Information
Author Description
Tabitha Lasley ist Journalistin. Sie hat in London, Johannesburg und Aberdeen gelebt. »Seegang« ist ihr erstes Buch.
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Über die Anziehungskraft von Bohrinseln
Schon ein paar Mal habe ich mich gefragt, wie wohl das männerdominierte Leben auf einer Bohrinsel abläuft - und was die Männer mit ihrem Leben anfangen, wenn sie festen Boden unter den Füßen haben. Genau diese Fragen stellt sich auch die Journalistin und Protagonistin dieser Geschichte und trifft dabei auf den Offshore-Arbeiter Claden, der ihr mehr gibt als nur Informationen über das Leben auf den härtesten Inseln der Welt. Tabitha Lasley hat es geschafft, eine Art Liebesgeschichte mit spannenden Informationen über Bohr-Inseln zu verbinden. Teile des Buches sind offenbar biografisch inspiriert, einiges sicher auch fiktionalisiert oder aber auch einfach sachlich wiedergegeben - und diese Mischung machte für mich die Besonderheit der Lektüre aus. Wir begleiten die Protagonistin nach der Suche nach Interviewpartnern aus der Offshore-Branche. Die Berichte über miserable Zustände auf den Plattformen, Sicherheitsrisiken, Unfälle oder die explosive Mischung aus einer Menge Testosteron waren schockierend aber auch fesselnd. Besonders gelungen ist Lasley dabei die Charakterisierung ihrer Figuren. Die Männer sind alle auf ihre Art gezeichnet von der Arbeit auf unterschiedlichen Bohr-Inseln, oft etwas ruppig aber auch auf ihre Art sympathisch. Trotzdem gab es einige Stellen, in denen ich den Atmen anhielt und eine Katastrophe erwartete. Denn die Protagonistin hat ihren ganz eigenen Witz, ist schlagkräftig aber auch naiv in ihrer Lebensart. Dies zeigt sich vor allem zum Ende der Geschichte, als sie ihre Affäre mit dem Offshore-Arbeiter Claden reflektiert und sich selbst in die Rolle der Berichtenden begibt. Auch, wenn ich Liebesgeschichten sonst eher meide, hat mich die Gestaltung und Konstruktion dieses Textes wirklich überzeugt und wird mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben.
Außergewöhnlich - aber kein Highlight
Ja was ist Seegang überhaupt für ein Buch? Ein Sachbuch? Ein Roman? Laut Lasley ist es „eine Art Rätsels Lösung“ (S.298), oder sollte dies zumindest werden. Außergewöhnlich ist es auf jeden Fall. Die Journalistin Tabitha Lasley zieht für einige Monate nach Aberdeen um ein Buch über die Männer zu schreiben, die auf den Bohrinseln der Nordsee arbeiten. Ihren Interviewpartnern nährt sie sich in Bars und auf ausufernden Partys. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben, sodass sie bereits nach kurzer Zeit eine Affäre mit dem verheirateten Caden beginnt. Diese entwickelt sich für sie, nicht zuletzt wegen dem Verhalten von Cadens Frau, äußert schwierig und kräftezehrend. Ihre Recherchen führt sie währenddessen weiter und sie geben ihr tiefe Einblicke in die raue und oft einsame Welt der Offshore-Arbeiter. Irgendwie war mir beim Lesen dieses Buches die ganze Zeit kalt. Und schwer. Schwer und kalt. Vielleicht lag es an Aberdeen oder den Orten, an denen die Plattformen zu finden sind. Oder aber die bedrückende Emotionalität Lasleys ist „Schuld“. Ich empfand dieses Buch einerseits als lehrreich und sachlich, andererseits sehr offen und persönlich. Seegang ist dabei wirklich gut recherchiert. Die Einblicke, die man in die Branche und das was sie mit ihren Arbeitern macht erhält, sind äußerst interessant. Leider passte die Kapitelaufteilung für mich überhaupt nicht. Sie waren zu lang und ich denke, es hätte durchaus Szenen gegeben, die sich besser als Cut geeignet hätten. Am Ende ist dieses Buch sowohl Sachbuch als auch Roman und vor allem Zeugnis einer Branche und vielen Leben, die zumindest meine Aufmerksamkeit erst durch Lasleys Buch erfahren haben.





