Schöne Scham
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Description
Book Information
Author Description
Bianca Nawrath ist Autorin und Schauspielerin mit polnischen Wurzeln. 1997 in Berlin geboren, stand sie als Moderatorin einer Jugendsendung mit 14 Jahren das erste Mal vor der Kamera. 2018 gab sie ihr Schauspieldebüt und spielte seitdem unter anderen an der Seite von Judi Dench und Jürgen Vogel. 2021 erschien ihr erster Roman »Iss das jetzt, wenn du mich liebst«, es folgte der Roman »Wenn ich dir jetzt recht gebe, liegen wir beide falsch« (2023). Bianca Nawrath lebt und arbeitet in Berlin.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Frauen und Schmetterlinge
"Wenn man bei Frauen davon spricht, dass ihre Hormone sie kontrollieren, dann, weil man sich über sie lustig machen will. Bei Männern geht es darum, sie in Schutz zu nehmen." Dieses Buch ist recht kurz und handelt von einer Freundesgruppe, die zusammen eine kleine Auszeit in einem Ferienhaus macht. Die Gruppe besteht aus den beiden Pärchen Lenny und Kata sowie Amalia und Christian, die schon öfter was zu viert unternommen haben, und Ola. Ola ist Katas Cousine und zum ersten Mal mit von der Partie. Sie ist Feministin, sagt ihre Meinung und ist selbstbewusst. Die eingespielte Konstellation der zwei Pärchen wird durch sie aufgebrochen, es fängt an zu brodeln und es wird immer offensichtlicher, dass Amalia in einer gewälttätigen Beziehung steckt, was Kata und Lenny nicht wahrhaben wollen. Abwechselnd wird aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt. Die Perspektiven wechseln sich sehr häufig ab, wodurch der Einstieg in die Geschichte etwas Konzentration erfordert. Das gibt sich aber schnell. Wir bekommen einen guten Einblick in die Gefühls- und auch Beziehungslage. Die Figuren sind authentisch gezeichnet, wobei Entwicklungen etwas schnell und Charakterzüge etwas überspitzt dargestellt wurden, da sich alles in diesem komprimierten Zeitraum von wenigen Tagen abspielt. Zu Beginn der Kapitel werden die verschiedenen Stadien der Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling beschrieben, welche sinnbildlich für die Entwicklung stehen, die Amalia im Laufe des Buches macht. Am Ende verwandelt sich der Schmetterling in eine Hexe (früher dachten die Menschen, Hexen könnten sich in Schmetterlinge verwandeln). Auch hier wieder ein Sinnbild dafür, wie Frauen, die sich nicht anpassen, oft als Hexen verschrien wurden, obwohl sie eigentlich nur im Einklang mit sich und der Natur lebten. Das Symbol des Schmetterlinges zieht sich durch das gesamte Buch. Der Schreibstil ist nüchtern und fängt die leisen zwischenmenschlichen Töne trotzdem sehr gut ein. Was ich ebenfalls mochte, ist die Verwendung von Gendersternchen. Durch die Kürze des Buches werden viele Themen nicht tiefgreifend behandelt, trotzdem werden wichtige und aktuelle Themen wie gewalttätige Männer, Scham, Feminismus und Solidarität unter Frauen behandelt und die grundlegende Frage: Ab wann wird Nicht-Einmischen zur Komplizenschaft?
Dynamisches Beziehungsdrama um Liebe, Schmerz und Scham
Fünf Freunde, die sich mehr oder weniger kennen - darunter zwei Pärchen - auf dem Weg in ein Ferienhaus. Was auf dem Weg noch kleine Kabbeleien sind, wächst sich schnell zu tiefer gehenden Konflikten aus. Es brodelt unter den perfekten Fassaden, bis es eskaliert. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mochte sehr den analytischen Blick der Autorin, die die Beziehungen zunächst vorsichtig abklopft, bevor sie sie auf eine Belastungsprobe stellt. Die sehr unterschiedlichen Charaktere tragen zu einer sich beschleunigenden Dynamik bei. Anfangs hatte ich mit den Perspektivwechseln der weiblichen Protagonistinnen etwas Probleme. Jedoch gelingt es besser, sie auseinander zu halten, je besser man sie kennenlernt.
Exzellentes Kammerspiel
Ich muss zugeben, dass mich das Cover eher etwas abgeschreckt hat und daher hat es etwas gedauert, ehe ich zu diesem Buch gegriffen habe. Aber das Lesen hat sich gelohnt. Ich bin total begeistert. 2 Paare und eine Single-Frau verbringen gemeinsam ihren Urlaub in einem Ferienhaus. Doch so entspannt der Urlaub beginnt, zeigen sich schnell die ersten Spannungen und Risse im Miteinander. Zwischen Unsicherheiten, Suche nach Bindung, Liebe und Anerkennung, toxischen Verhaltensmustern und Schuldgefühlen eskaliert der Urlaub zusehends. Zwischen Schuld und Scham behandelt Bianca Newrath wichtige Themen wie Freundschaft und toxische Beziehungen. Und es stellt sich die Frage: Wann macht man sich durch Wegsehen mitschuldig? Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Frauen erzählt. Was die unterschiedlichen Blickwinkel auf dieselbe Situation sehr gut veranschaulicht, die Spannbreite zwischen Wut und Nicht-wahr-haben-wollen sehr gut abdeckt und die inneren Widersprüche der Figuren beleuchtet. Für mich ein sehr gutes und wichtiges Buch, das leicht zu lesen war und mich gefesselt hat. Lesen!
Große Empfehlung!
Ich möchte gar nicht zu viel vorwegnehmen, weil die Wirkung genau darin liegt, wie sich alles langsam entfaltet. Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen. Es ist kurz und begleitet eine kleine Freundesgruppe, die sich für ein paar Tage in ein Ferienhaus zurückzieht. Zwei eingespielte Paare und Ola, die als neue Person in dieser Konstellation sofort etwas verschiebt. Ich mochte sie besonders; sie ist direkt, reflektiert und spricht Dinge aus, die andere lieber übersehen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was am Anfang kurz Konzentration verlangt, aber schnell einen Sog entwickelt. Dadurch bekommt man einen intensiven Einblick in die Beziehungen, in das, was gesagt wird und in das, was unausgesprochen bleibt. Das Setting hat mir sehr gefallen; dieses abgeschlossene Ferienhaus, in dem sich Spannungen nicht wirklich entziehen lassen. Was mir beim Lesen immer wieder aufgefallen ist, ist diese feine Beobachtung von Emotionen und Dynamiken. Es geht viel um Wahrnehmung und darum, wie sehr wir uns an bestimmte Bilder gewöhnen, selbst wenn sie uns eigentlich irritieren sollten und wie leicht man Dinge hinnimmt. Insgesamt ein sehr sehr eindringliches Buch, das mehr unter der Oberfläche arbeitet, als es auf den ersten Blick zeigt. Ganz große Empfehlung!

Eines meiner Jahreshighlights
Ein wunderbarer Roman der ab Minute eins für mich packend war. Die Stimmung, die Schwingungen, die feinen Nuancen zwischen den fünf Protagonisten sind sofort bei mir angeklungen und ich konnte das Hörbuch kaum stoppen! Ein großartiger Roman zu Selbstbestimmung, Befreiung aus einer toxisch-gewalttätigen Beziehung, Feminismus und Emanzipation. Echt super geschrieben und gesprochen!
Schöne Empfehlung
Schöne Scham ist eine absolut realistische und zugleich wunderschöne Geschichte, die mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Der moderne, leicht verständliche Schreibstil und die wechselnden Perspektiven machen es unglaublich einfach, der Handlung zu folgen und sich tief in die Figuren hineinzuversetzen. Gerade durch diese verschiedenen Blickwinkel werden nicht nur die Ereignisse greifbar, sondern auch die Gedanken und inneren Beweggründe hinter jeder Handlung. Selbst das, was von außen betrachtet irrational oder widersprüchlich wirken könnte, erscheint plötzlich logisch, menschlich und nachvollziehbar. Das Buch erzählt vom feministischen Wandel – leise, intensiv und konsequent, wie die Verwandlung eines Schmetterlings. Es ist ehrlich, verletzlich und dabei nie überladen oder künstlich dramatisch. Mich hat Schöne Scham zu 100 % überzeugt und ist aktuell meine liebste Geschichte aus 2026. Eine große Empfehlung für alle, die tiefgehende, moderne Literatur mit emotionaler Klarheit lieben.
Zwei befreundete Paare und eine Singlefreundin machen zusammen Urlaub. Was eine entspannte und fröhliche Zeit werden sollte, entpuppt sich als emotionaler Eiertanz. Der Mann des einen Paares verhält sich manipulativ und jähzornig seiner Frau und zum Teil auch der Gruppe gegenüber, die Frau versucht die Situation zu überspielen und wegzulächeln. Entsetzt und zugleich peinlich berührt, machen die Freund*innen mit. Sie versuchen den Aggressor immer wieder bei Laune zu halten und abzulenken. Doch schließlich eskaliert die Situation während eines gemeinsamen Uno- Spiels. Ein Buch über toxische Männlichkeit, physische und psychische Gewalt innerhalb der Partnerschaft und die Scham und Lähmung des Umfelds der Betroffenen. Auch die Charaktere sind mit Empathie und Feingefühl beschrieben. Ein wirklich tolles Buch - ich habe es als Hörbuch gehört, von der Autorin gelesen - sehr empfehlenswert!
Nichts besonderes
- Hörbuchversion & abgebrochen nach 47% - Eigentlich breche ich sehr selten Hörbücher ab, aber das Buch war einfach nichts für mich 😅 ich fand die ganze Geschichte unsagbar langweilig. Hinzu kamen noch viele Wiederholungen. Das ganze hat so vor sich hingeplätschert und mich hat es leider nicht erreicht und ich bin mit den Charakteren absolut nicht warm geworden, weil ihre Probleme wirklich so banal waren. Außerdem finde ich Miscommunication schlimm wenn es nicht elegant gemacht ist. Das war es hier für mich leider nicht. Schade, ich wollte es wirklich gerne mögen 🥺
Es wirkt banal: zu viel Butter. Und genau darin zeigt sich, wie leise Kontrolle beginnen kann.
„Schöne Scham“ beginnt fast harmlos: Ein gemeinsames Wochenende, zwei Paare und eine Freundin in einem Ferienhaus an der Ostsee. Gespräche, Nähe, Vertrautheit. Und doch liegt von Anfang an etwas in der Luft, das sich nicht richtig greifen lässt. Ich dachte lange, das Buch würde in eine ganz andere Richtung gehen – ruhiger, fast beiläufig. Und dann kam diese Wendung. So ein richtiger „was?!“-Moment, der plötzlich alles in ein anderes Licht rückt. Erzählt wird aus den Perspektiven von drei Frauen – Kata, Amalia und Ola. Dieser Wechsel macht den Roman so stark, weil man dieselben Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt. Was von außen vielleicht noch „normal“ wirkt, fühlt sich von innen längst falsch an. Besonders eindringlich fand ich, wie subtil hier Gewalt dargestellt wird. Nicht laut, nicht offensichtlich – sondern leise, schleichend, eingebettet in Alltäglichkeit. Genau das macht es so erschreckend real. Und genau hier setzt das Buch an: Wann ist Wegsehen noch Unwissen – und wann wird es zur Komplizenschaft? Die Dynamik zwischen den Frauen hat mich total gefesselt. Zwischen Unsicherheit, Beobachtung und dem Bedürfnis, einzugreifen. Zwischen Solidarität und Zweifel. Vor allem Ola bringt dabei eine ganz eigene Perspektive mit hinein – klar, direkt, unbequem. Und so wichtig. Auch die Themen haben mich sehr beschäftigt: toxische Beziehungen, Machtgefälle, Scham, weibliche Solidarität, gesellschaftliche Strukturen – und die Frage, warum es oft so schwer ist, Dinge beim Namen zu nennen. Der Schreibstil ist ruhig, fast nüchtern – und genau dadurch so wirkungsvoll. Kein großes Drama, sondern ein stetiges Gefühl von Unbehagen, das sich langsam zuspitzt. Für mich war das ein Buch, das unter die Haut geht. Und eines, das zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen.

Es enthält eine wichtige Thematik und war Stellenweise ganz interessant. Am Anfang empfand ich das Wechseln der Charaktere sehr verwirrend. Schlußendlich war es für mich einfach nicht das richtige im Bereich der Thematik. Es flatterte so dahin und die Gedanken schweiften eher ab ,als sich mit der Geschichte zu beschäftigen. Was genau fehlte, kann ich nicht genau sagen.
Ein Roman, für den sich niemand schämen muss
Der Roman braucht etwas Anlauf, aber genau dieses langsame Erzählen zahlt sich aus. Nach und nach wird klar, worum es eigentlich geht und ab da entfaltet die Geschichte ihre Wirkung. Besonders überzeugt haben mich die wechselnden Perspektiven der drei Frauen. Jede hat eine eigene Stimme und keine wirkt weniger interessant. Die unterschiedlichen Blicke auf Scham und toxische Beziehungsdynamiken sind klar, eindringlich und stellenweise erschreckend nah. Ein lesenswertes Buch, das nachwirkt.
Ein tolles Hörbuch mit Humor und dennoch Tiefgang. Inhalt: Vier Freunde verbringen mit einer neuen Bekannten, Ola, ein Wochenende an der Ostsee. Schnell brechen unterschwellige Spannungen auf – über Beziehungen, Macht, Sexualität und Scham. Für mich ein gelungener Roman, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

Schmetterlinge und Hexen „Ich spüre, dass ich eine Veränderung in meinem Leben will, aber hier und heute ist nicht der richtige Tag, um sie umzusetzen.“ Bianca Nawrath‘s „Schöne Scham“ handelt von einem Ostseetrip zweier Pärchen, Amalia&Christian und Kata&Lenny, sowie Ola, der Cousine von Kata. Am Anfang werden typische Stereotype angerissen, Ola, die moderne bisexuelle Frau, die sich nicht zurücknimmt, ihre Meinung frei heraus zu sagen und deshalb verrufen ist und aneckt. Amalia und Christian, das Bilderbuch-Pärchen voller Liebe, Harmonie und Zuneigung. Lenny und Kata, bei welchen in jedem Satz Vorwürfe mitschwingen, die den Eindruck erwecken, dass ihre Liebe bereits ausgebrannt ist und die Frage aufkommt, wie die beiden zusammenpassen. Was mit einer „simplen“ Erzählung eines Trips beginnt nimmt schnell die Kurve zu viel größeren Themen und Fragen. Politik, Feminismus, Manipulation und Misskommunikation. Dabei wird auch klar, dass vor allem die anfänglich vermittelten Bilder der beiden Beziehungen eher vertauscht sind… Bianca Nawrath hat es geschafft mit einer der simpelsten Geschichten, so viel Tiefe zu erzeugen. Die Geschichte selbst ist nicht was sie erzählen will. Es schwingt viel wichtigeres in und zwischen den Zeilen mit. Und dieser Schwere verleiht sie durch ihren Schreibstil so viel Leichtigkeit beim Lesen. Man fliegt förmlich durch die Kapitel, obwohl nach quasi jedem Satz so viel im eigenen Kopf passiert. Ist laut sein wirklich immer anstrengend? Oder bedeutet dies einfach nur einstehen für sich und andere? Ist leise sein wirklich immer schwach und langweilig? Oder gibt es einfach zu viele Gründe die einen zurückhalten? Ab wann ist nichts sagen eine Mittäterschaft? Ist das „nicht mitbekommen“ wirklich immer ein versehen oder ein aktives wegschauen und die Augen verschließen? Und ist der erste Eindruck wirklich immer der richtige? Oder gibt es Menschen, die genau dies ausnutzen, um dich vom Gegenteil zu überzeugen? All das und noch so viel mehr bringt Nawrath in ihre, am Anfang noch so einfach wirkende, Geschichte. Mithilfe des Schreibens aus drei Sichtweisen, Kata, Ola und Amalia, setzt sie nicht nur ein Statement, sondern beantwortet genau die oben genannten Fragen. Besser hätte niemand Themen mit solcher Tiefe und Bedeutung in ein Buch einfädeln können. Niemand wird dieses Buch lesen, und danach nicht über sein ganzes Leben nachdenken. Niemand wird nach diesem Buch die Augen verschließen. Und niemand wird nach diesem Buch den Mund halten, sondern aufstehen und laut sein. Nawrath schreibt mit diesem Buch einen Protest und ein Aufwachen für alle die, die bis jetzt nicht verstanden haben, was für eine Macht mit Liebe kommt.

Ein Roman der Verwandlung
„Schöne Scham“ ist ein still brennender Roman, der sich wie ein Sommerurlaub liest, unter dessen Oberfläche das Meer unruhig tobt. Zwei Paare und eine starke, unabhängige Frau fahren gemeinsam ans Meer – eine Konstellation, die zunächst leicht und unbeschwert wirkt, wie Schmetterlinge, die über einer sonnigen Küste tanzen. Doch schon bald zeigt sich: Dieser Urlaub ist kein Ort der Erholung, sondern ein Kokon, in dem sich Verdrängtes sammelt, zuspitzt und schließlich aufbricht. Was zunächst harmlos scheint, entwickelt schnell Risse. Ungesagte Erwartungen, alte Verletzungen und unausgesprochene Sehnsüchte kommen ans Licht. Die Autorin lässt die Perspektiven aller fünf Figuren lückenlos ineinanderfließen und erzeugt so ein dichtes, vielschichtiges Bild dieses Kurzurlaubs. Jede Figur trägt ihre eigene Last, jede kämpft mit persönlichen Konflikten – und über allem liegt ein zentrales Thema wie feiner Sand auf der Haut: Scham. Scham über den eigenen Körper, über Wünsche, über Entscheidungen, über verpasste Chancen. Immer wieder stellt der Roman unausweichliche Fragen: Wofür schämen wir uns eigentlich? Wer oder was hat uns diese Scham beigebracht? Und wie bestimmen diese Gefühle unser Handeln? Besonders eindrucksvoll ist dabei der innere Fokus auf die drei Frauenfiguren. Ihre Perspektiven verleihen der Geschichte emotionale Tiefe und machen die innere Bewegung sichtbar, die sich im Laufe der Tage vollzieht. Wie Raupen, die sich zurückziehen, verkriechen sie sich zunächst in ihren inneren Kokon aus Anpassung, Schuld und Selbstzweifeln. Doch mit jeder Konfrontation, jedem unausweichlichen Gespräch beginnt sich etwas zu verändern. Schicht für Schicht fällt ab, was sie klein gehalten hat. Die Verwandlung geschieht leise, aber unaufhaltsam – bis am Ende nicht mehr dieselben Frauen ans Meer zurückblicken, die dort angekommen sind. „Schöne Scham“ lebt nicht nur von der Dynamik der Gruppe, sondern vor allem von seiner schonungslosen Ehrlichkeit. Der Roman urteilt nicht, sondern beobachtet, tastet sich vor, hält aus. Gerade darin liegt seine Stärke. Am Ende steht kein lauter Befreiungsschlag, sondern ein zarter Aufbruch: der Moment, in dem sich die Flügel entfalten. Ein Aufbruch in ein selbstbestimmteres Leben, noch wackelig, noch verletzlich – aber frei genug, um sich vom Boden zu lösen.
2025_#Hörbuch 🎧🏡
Anfangs fiel es mir ein bisschen schwer, die einzelnen Charaktere durch die wechselnden POVs auseinanderzuhalten, aber als ich das langsam raus hatte, hat mir die Geschichte richtig gut gefallen und das Hörbuch war sehr kurzweilig.Trotz des relativ kurzen Buchs hatten die Charaktere alle eine schöne Tiefe. Insgesamt ein tolles Buch mit wichtiger Botschaft!
wow sehr positiv überrascht! -Rezensionsexemplar-
Aufgrund des Klappentextes war ich mir nicht sicher wohin die Reise geht und wurde positiv überrascht! Ich mochte den Schreibstil und die 3 POVs der drei Freundinnen, vor allem Ola, sehr. Ich kanns sehr empfehlen wer über Gefühle wie Wut und Scham lesen möchte, toxische Beziehung und Freundschaft! & was Hexen, Butter und Schmetterlinge miteinander zutun haben, erfahrt ihr auch! :)
Aufgrund des Themas habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, leider hat es mir aber nicht gefallen.
Alle Charaktere der Geschichte haben einen sehr offensichtlichen Zweck für den Plot, vor allem Ola, die als ausstehende Instanz ‚den Durchblick‘ hat. Dazu kommt, dass die Figuren sehr platt sind und kaum Tiefgang haben, vor allem Christian selbst ist SEHR überzeichnet. Das Ende war einerseits viel zu schnell und vorhersehbar, andererseits auch noch völlig drüber und hätte nicht not getan. Die gesellschaftskritischen Themen, vor allem die feministischen, wurden einfach in der Geschichte platziert, um da zu sein, wurden aber nicht mit der Geschichte verwoben. Auch der Schreibstil ist nichts besonderes, bei dem darüber hinaus nichts Zwischen den Zeilen stehen bleibt, sondern alles vorgekaut wird. Das Thema, welches hier bearbeitet wird, ist sehr wichtig und sollte öfter Teil von Literatur sein.
Ola, du Ikone
Liebe Ola ja Der Rest ist ein reiner Albtraum :') mir tun hetero Frauen extrem leid, weil sie nichts dafür können, dass sie auf Männer stehen... wäre Sexualität wirklich eine Wahl würde man sich einen Mann doch nicht freiwillig geben :'))) Das Buch hat das wirklich sehr gut reflektiert. Es beginnt bei der Vernachlässigung der Frau im sexuellen Kontext, verbale Gewalt und Kontrolle, bishin zur körperlichen Übergriffigkeit ! Und das unsere Gesellschaft immernoch an dem Punkt ist , all die Scheiße die Männer Frauen antun als "normal" abzustempeln.
Dieses Buch würde ich jedem empfehlen, der oder die am Anfang von Informationen über Machtspiele, toxisches Verhalten und Gewalt in Beziehungen (in welcher Form auch immer) stehen. "Schöne Scham" geht nicht tief in die Materie, ist aber völlig ausreichend, um Mechanismen rund um die o.g. Themen zu verstehen und einen Anfang zu machen, um sich zu informieren. Absolute Empfehlung!
Zwei Paare, eine Single Frau und ein Wochenende an der Ostsee. Doch die entspannte Atmosphäre zu Beginn fängt langsam am zu bröckeln.
"Schöne Scharm" war für mich ein tolles Leseerlebnis, da es mich direkt von Beginn an gepackt und mich zu Fragen geführt hat, die noch nachhallen. Wir begleiten zwei Paare und eine Single Frau, die entweder verwandtschaftlich oder freundschaftlich miteinander verbunden sind, auf einen Kurz-Urlaub an die Ostsee. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen, sodass wir ihre Ansichten, inneren Konflikte und Gedanken hautnah miterleben können. Was ganz entspannt und locker beginnt - mit Gesprächen über Job und Lieblingsserien, gemütlichen gemeinsamen Mahlzeiten und Spaziergängen - wird dann doch mit und mit ungemütlicher. Und ich frage mich im Nachhinein, ob es etwas über mich aussagt, dass ich erst relativ spät gemerkt habe, wohin die Reise geht. Fragen, die mich auch nach dem Ende des Buchs begleiten sind zum Beispiel: Wie viel Einblick hat man in befreundete Paar-Beziehungen? Kann man von außen einschätzen, wie Beziehungen funktionieren? Ist ein Hinterfragen übergriffig? Und wann ist der Moment in dem das "Einmischen" in eine Beziehung eine Hilfestellung ist? Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Danke für dieses Buch, dass ich in wenigen Tagen verschlungen habe und: Guten Flug, kleine Hexe!
Schöne Scham ist eine Art Kammerspiel mit fünf Protagonisten, die gemeinsam Urlaub im Ferienhaus der Familie einer der Frauen machen. Auf der Hinfahrt wirkt noch alles entspannt, aber bereits kurz nach Ankunft im Haus, entstehen die ersten Spannungen und es wird mit jeder Seite deutlicher, dass die gemeinsame Zeit alles andere als harmonisch enden wird. Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte rein zufinden und Interesse an den Figuren zu entwickeln. Nach einer Weile hat es mich dann aber doch reingezogen. Die Dynamiken der Beziehungen zwischen den Protagonisten werden mit Fortschreiten der Story immer deutlicher in ihrer Komplexität und ihren Herausforderungen. Insbesondere die Frage, ob und ab wann es angebracht ist, sich in die Paarbeziehungen anderer einzumischen, wird verhandelt. Gleichzeitig wird empathisch gezeigt, wie schwierig es sein kann, ungesunde Beziehungsmuster zu erkennen und entsprechend zu handeln. Durchaus lesenswert.
Lesenswert!!
Das Buch war ein Cover-Kauf. Finde das Cover wundervoll. Tatsächlich habe ich bei dem Titel und Klappentext intuitiv irgendwie an ein sexuelles Abenteuer gedacht: eine Single-Freundin, die sich bei einem gemeinsamen Wochenende auf einen Dreier mit einem befreundeten Paar einlässt. Aber nein, darum geht es ganz und gar nicht. Es geht um eine toxisch-narzisstische Beziehung und das erschreckende Verhalten der Freunde, die das einfach hinnehmen, wegsehen und die Eskapaden schönreden. Lediglich Ola, die Single-Freundin, die ausnahmsweise dabei ist, ist wirklich aufmerksam, erkennt das und setzt sich für das Opfer ein. Ola ist eine wahnsinnig starke Protagonistin! 🫶🏼 Das Buch hat mich somit überrascht. Man merkt im Laufe der Geschichte, wie man selbst Pärchen falsch eingeschätzt hat, weil die tatsächliche Situation nicht der Außenwirkung entspricht. Nach und nach bekommt man Einblick hinter die Kulissen. Der Wechsel zwischen den Perspektiven aller Beteiligten ist wertvoll. Die Dynamik in den Dialogen der Freundesgruppe ist sehr amüsant! Fazit Ich liebe alles an dem Buch. Die Schmetterlingsmetapher, die sich über die ganzen Kapitel zieht. das zum Inhalt passende Cover, die starke Protagonistin Ola. Es ist kurzweilig, lässt sich gut weglesen und ist wahnsinnig spannend geschrieben. Es ist ein Buch das dafür sensibilisiert, die kleinsten Anzeichen einer toxischen Beziehung zu erkennen und dazu aufruft, einzuschreiten anstatt wegzusehen. Eine Empfehlung für alle!
Im Moment greife ich besonders gern zu Büchern, die sich schnell lesen lassen. Geschichten, in die man ohne große Anstrengung eintaucht und die einen für ein paar Stunden woanders hinbringen – weg vom grauen Alltag, hin zu einem anderen Ort. So ein Buch war »Schöne Scham« von Bianca Nawrath für mich. Im Mittelpunkt stehen die Paare Kata und Lenny sowie Amalia und Christian und die Singlefreundin Ola, die gemeinsam ein Wochenende in einem Sommerhaus an der Ostsee verbringen. Was als entspannte Auszeit geplant ist, gerät schnell ins Wanken. Vor allem mit Olas Ankunft verändert sich die Dynamik der Gruppe. Sie ist neu dabei, queer, feministisch, direkt, stellt Fragen und bringt damit vieles ins Rutschen, was zuvor stillschweigend akzeptiert wurde. Schon früh liegt eine spürbare Spannung in der Luft. Gespräche kippen, kleine Bemerkungen bekommen Gewicht, Situationen lassen sich nicht mehr weglächeln. Aus dem harmlosen Kurzurlaub wird nach und nach eine dichte, psychologisch erzählte Geschichte, in der toxische Beziehungen sichtbar werden und Dynamiken, in denen Macht ungleich verteilt ist. Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven der drei Frauen Ola, Amalia und Kata. Dieser Perspektivwechsel gehört für mich zu den stärksten Momenten des Romans. Einerseits erlebt man eine toxische Beziehung von innen mit all den Selbstzweifeln, Rechtfertigungen und der Unsicherheit darüber, was noch normal ist und was längst nicht mehr. Andererseits zeigt sich der Blick der Außenstehenden, die spüren, dass etwas nicht stimmt, aber zögern einzugreifen. Schließlich handelt es sich dabei doch um den Schulfreund, und der könnte so etwas ja niemals machen. Genau dieses Spannungsfeld macht den Roman so eindringlich. Die Scham ist hierbei ständiger Begleiter. Sie erscheint nicht nur als individuelles Gefühl, sondern als etwas gesellschaftlich Erlerntes, als Mechanismus, der Frauen klein hält, zum Schweigen bringt und Verantwortung verschiebt. Eine Scham, die oft dort liegt, wo sie eigentlich nicht hingehört, und die dennoch wirkt. Der Roman stellt genau diese Scham infrage und zeigt, wie notwendig es ist, sie sichtbar zu machen. Besonders mochte ich, wie leise dieser Roman ist. Die Spannungen entstehen nicht plötzlich, sondern ganz allmählich. Vieles bleibt angedeutet, zwischen den Zeilen. Genau dadurch wirkt das Geschehen so realistisch. Vielleicht hat mich deshalb auch das Ende ein wenig enttäuscht. Dort verliert der Text für mich etwas von dieser Offenheit. Dinge werden klarer benannt, stärker zugespitzt, als es zuvor der Fall war. Ich hätte mir gewünscht, länger in diesem Ungefähren zu bleiben, in dem nicht alles erklärt wird und man selbst weiterdenken kann, was mit den Figuren passiert. Dass Raum bleibt für eigene Gedanken, für Unsicherheit und für das, was über die letzte Seite hinaus nachhallt. Trotz meiner Kritik habe ich »Schöne Scham« gern gelesen. Es ist ein kurzweiliger Roman, sprachlich zugänglich und spürbar in unserer Zeit verankert. Ein echtes Snackbuch, das schnell gelesen ist und gerade deshalb viele Menschen erreichen kann. Besonders für Leser:innen, die beginnen möchten, sich mit feministischer Literatur auseinanderzusetzen, bietet das Buch einen niedrigschwelligen, eindringlichen Einstieg. Ein Roman, der hinschaut, Fragen stellt und deutlich macht, wie viel Mut es braucht, nicht länger wegzusehen.
Schöne Scham von Bianca Nawrath Dieses Buch hat mich wirklich überrascht, weil es ein Thema aufgreift, über das viel zu selten offen gesprochen wird. Bianca Nawrath gelingt es, Scham aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten – mal persönlich, mal gesellschaftlich, mal fast poetisch. Dabei habe ich mich oft selbst ertappt gefühlt und gleichzeitig gemerkt, wie universell viele Erfahrungen sind. Besonders stark fand ich die Ehrlichkeit, mit der die Autorin an das Thema herangeht. Sie benennt Dinge, die man sonst eher verdrängt, und schafft es trotzdem, dabei eine Leichtigkeit zu behalten. Viele Passagen haben mich zum Nachdenken gebracht, manche sogar richtig berührt. Kleinere Längen waren zwar da, aber insgesamt ist es ein mutiges, wichtiges und zugleich zugängliches Buch, das zeigt, dass Scham kein Tabu sein muss, sondern ein Gefühl, das uns alle verbindet. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

Ich liebe die (Hör-)Bücher von Bianca Nawrath! In ihrem neusten Roman zeigt sie, was passiert, wenn Männer nicht in Therapie gehen und wie sehr Gewalt in unserer Gesellschaft akzeptiert ist. Ihr Buch wirft viele Fragen auf, wie beispielsweise: Wie nehmen wir die zwischenmenschlichen Beziehungen in unserem Umfeld war und wo schauen wir hin, ohne die offensichtlichen Probleme zu sehen? Zudem geht es um die Scham, die längst die Seite hätte wechseln müssen.
Freundschaft zwischen Liebe und Macht
Bianca Nawrath entwirft in ihrem Roman ein komplexes Geflecht von Beziehungen. Das Setting einer Freundesclique, die ein Wochenende an der Ostsee verbringt, bietet einen großen Raum verschiedenster Konstellationen. Mit Feingefühl und psychologischer Tiefe entblättert sich ein Bild von Gegensätzen: Liebe und Hass, Neid und Freundschaft, Unterordnung und Dominanz, Selbstaufgabe und Eigenliebe. Ganz unweigerlich stellt sich die Frage, wie lange kann ich wegschauen und wann muss ich eingreifen und was bin ich bereit zu ertragen. Wohin führen Prägung, Tradition und wie weit geht weibliche Solidarität? Dieses Buch habe ich sehr gern gelesen und empfehle es allen, die sich mit diesen Themen auf eine eindrückliche aber auch immer wieder amüsante Weise auseinandersetzen möchten. Die Autorin versteht es mit ihren Figuren glaubwürdig und einfühlsam den Finger genau dahin zu legen, wo es wehtut und auch das Ende hat mich überzeugt.
Unerwartet heftig und richtig wichtig
Schöne Scham hat mich wirklich umgehauen. Fünf Personen fahren gemeinsam in ein Ferienhaus (zwei Paare und eine Single-Frau). Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der drei Frauen, mit vielen Wechseln. (Als Hörbuch fand ich das teilweise etwas schwierig zu verfolgen, weil alles von einer Sprecherin gelesen wird.) Inhaltlich geht es um Freundschaft, Beziehungen und vor allem um toxische Dynamiken, wie man sie erkennt und wie schwer es ist, damit umzugehen, egal ob man selbst betroffen ist oder von außen zuschaut. Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, wie intensiv und auch schockierend sich das Ganze entwickelt. Das hat mich richtig gepackt. Ein super wichtiges Thema, stark umgesetzt!
Schneller facettenreicher Roman
Ich fand das Buch toll. Nicht nur, weil das Buch eine gute Freundin von mir geschrieben hat, sondern weil es so gut zeigt, wie untätig sein genauso schädlich ist wie selbst ein Täter zu sein. Es beschreibt fantastisch wie Freundschaft nicht das Maß aller Dinge sein kann, sondern gesunder Menschenverstand dazu gehört Situationen adäquat einschätzen zu können. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Heilung zeigt einmal mehr - nichts davon verläuft linear. Das ist in Ordnung.
Ein Sommerhaus an der Ostsee, zwei Paare, eine Single-Freundin – klingt nach entspannter Auszeit, nach Grillen, Strand und Wein. Doch in Bianca Nawraths Roman „Schöne Scham“ ist dieses Setting nur die Bühne für ein Kammerspiel über Macht, Scham, Abhängigkeit und Solidarität. Im Zentrum steht Ola, die als „fünfte im Bunde“ mit feministischer Klarheit und unerschrockenem Humor in die eingespielte Dynamik der Freundesgruppe einbricht. Ihr Gegenüber: Christian, der in seiner Rolle als fürsorglicher, aber kontrollierender Partner zunehmend toxische Züge offenbart. Zwischen den Dialogen über Selbstbefriedigung, Rollenbilder und Begehren liegen die feinen Risse, die sich bald zu offenen Brüchen ausweiten. Als Amalia und Ola verschwinden, kippt die Stimmung endgültig – und das Sommerwochenende wird zur Eskalation. Nawrath schreibt direkt, dialogreich und temporeich, mit einem Gespür für die Grauzonen zwischen Nähe und Macht, zwischen Schweigen und Einmischung. Ihre Figuren sind glaubwürdig gezeichnet: Ola als Katalysator für Veränderung, Christian als Inbegriff internalisierter Männlichkeitsmuster, Amalia zerrissen zwischen Anpassung und Selbstbefreiung. Auch die Nebenfiguren Kata und Lenny spiegeln, wie schwer es fällt, sich in toxische Dynamiken einzumischen, ohne selbst Kompliz*in zu werden. Besonders stark ist, wie Nawrath Scham ins Zentrum rückt: nicht nur als lähmendes Gefühl, sondern auch als Impuls, der zu Selbstermächtigung und Solidarität führen kann. Dabei schafft sie es, ernste Themen wie Machtmissbrauch, Geschlechterrollen und weibliche Lust mit Leichtigkeit, Witz und psychologischer Spannung zu verbinden. „Schöne Scham“ ist ein präzises, kluges Kammerspiel, das unterhält, provoziert und nachwirkt. Bianca Nawrath trifft damit einen Nerv unserer Zeit: Privates ist politisch. Und Schweigen macht mitschuldig. Ein unterhaltsamer und zugleich unbequemer Roman, der zeigt, wie subtil Macht wirkt – und wie befreiend weibliche Solidarität sein kann. Unbedingt lesenswert!

In „Schöne Scham“ erzählt Bianca Nawrath – Schauspielerin und Autorin mit polnischen Wurzeln – von einem Wochenende, das harmlos beginnt und mit einem Knall endet. Zwei Paare, eine Singlefreundin, ein Sommerhaus an der Ostsee: Grillabende, Gespräche, Nähe, Streit. Doch unter der scheinbaren Leichtigkeit brodelt es. Das Buch ist am 28.08.2025 bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen. Meine Meinung Nawrath schreibt mit einem klaren, unaufgeregten Ton, der gerade dadurch unter die Haut geht. Ihre Figuren sind keine Klischees, sondern vielschichtige Menschen voller Widersprüche. Besonders die Figur Amalia, gefangen in einer Beziehung mit dem kontrollierenden Christian, ist eindrucksvoll gezeichnet: „Für die Scham hat Christian mit seinem Verhalten gesorgt, für die Schuld meine stumme Akzeptanz.“ (S. 148). Was mich beeindruckt hat, ist, wie fein Nawrath die Dynamik zwischen den Figuren beobachtet. Wie aus kleinen Kommentaren, Schweigen und Gesten Macht entsteht. Wie Scham zum Werkzeug wird, besonders für Frauen. Gleichzeitig ist da Ola, die Feministin und Freundin, die mit Humor, Mut und einem gesunden Maß an Widerspruch auftritt. Sie bringt Licht und Reibung zugleich und stellt unbequeme Fragen: „Ich möchte am liebsten einwerfen, dass es einen Unterschied gibt, ob man zu jemandem gehört oder jemandem gehört.“ (S. 152) Der Roman ist leicht zu lesen, sprachlich zugänglich, und doch voller kluger Gedanken über Geschlechterrollen, Herkunft und Selbstermächtigung. Manchmal hätte ich mir noch mehr Tiefe oder Perspektivwechsel gewünscht, aber die psychologische Spannung, die Dialoge und die Ehrlichkeit machen das mehr als wett. Fazit Ein Buch, das zeigt, wie komplex Beziehungen sind – und wie unbewusst Gewalt geschehen kann. Für alle, die sich für feministische Themen, Machtstrukturen und psychologische Spannung interessieren. Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges Buch. Danke an Frankfurter Verlagsanstalt und netgalley.de für das Rezensionsexemplar.
Hat mir sehr gut gefallen, hab es als Hörbuch gehört. Kann ich sehr empfehlen! Und darum geht’s: Ein Wochenende an der Ostsee bringt zwei Paare und ihre Freundin Ola in eine angespannte Situation. Ola, offen feministisch und bisexuell, stößt auf Widerstand, besonders bei Christian. Zwischenmenschliche Konflikte, Machtspiele und unausgesprochene Spannungen eskalieren, als zwei Frauen plötzlich verschwinden.

"Das Wort Fremdscham war zum Beispiel neu für mich. Ich kannte es aus der polnischen Sprache nicht und verstand so mehr und mehr, dass ich mich in eine Kultur integrierte, in der den Menschen die eigene Scham nicht reicht, sodass sie sich sogar für andere mitschämen." (S. 21) Dieser Gedanke prägt Bianca Nawraths neuen Roman, in dem es genau um diese doppelte, manchmal zerstörerische Scham geht – die eigene und die fremde. Besonders verbreitet ist dieses Phänomen in Paarbeziehungen, bestehend aus je einem Teil toxischer Männlichkeit und einem Teil toxischer Weiblichkeit. Christian und Amalia sind ein solches Paar. Gemeinsam mit Kata und Lenny sowie Katas Cousine Ola - unbequeme Single-Frau - machen sie einen Kurztripp an die Ostsee. Man hat sich im Sommerhaus von Katas Eltern einquartiert und dort geht es ähnlich niveaulos zu wie im gleichnamigen Assi-TV-Format, inklusive Klischees und Stereotypen. Was zunächst nach einer harmlosen Auszeit klingt, entpuppt sich schnell als Bühne für Machtspiele, unterdrückte Konflikte und die Frage, wie viel Schweigen eine Freundschaft erträgt. Direkt bei Abfahrt bahnt sich bereits eine ungute Dynamik zwischen Christian und Ola an. "Ola traut sich Widersprüche zu, innere wie äußere, und wirkt dabei nicht mal, als wäre Widerspruch etwas, das man sich trauen müsste." (S. 189) Christian ist wohl das, was man einen Macho nennt. Obwohl er sich selber niemals so bezeichnen würde. Allerdings fühlt er sich auffallend häufig provoziert und in seiner Männlichkeit verletzt. Zum Beispiel wenn eine Frau ihm erklärt, wie man einen Grill richtig bedient, oder wenn sie sich über seinen Berufsstand (Polizist - gehobener Dienst) abfällig äußert. Ola ist jedenfalls ordentlich auf Krawall gebürstet und sucht schon fast die Konfrontation. Amalia und Kata sind auf unterschiedliche, aber gleichermaßen ungesunde Weise, verhaftet in Mädchen- und Pärchen-Klischees. Ein permanentes Rollenspiel: Was muss ich tun, damit; wie muss ich gucken, wenn; was muss ich sagen, um. An-streng-end! Sie ignorieren konsequent, was sie selber wollen, weil einzig zählt, dem Partner zu gefallen. Vor allem Amalia scheint geradezu drum zu betteln: Bitte stopft mir doch rosa Watte in die Ohren und füttert mich mit Kreide, damit ich immer schön lieb und angepasst sein kann. Das für alle offensichtliche Fehlverhalten Christians wird nicht nur geduldet, Amalia ist an einer Tour damit beschäftigt, ihn zu beschwichtigen, Wogen zu glätten und sein Verhalten zu erklären und zu entschuldigen. Und das doch eigentlich nur, weil sie sich für ihn schämt. Ihre Scham ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Strategie des Überlebens in einer ungleichen Beziehung. Lediglich Ola bietet Christian die Stirn und auf einmal bricht auch Amalia aus ihrem engen Kokon aus. "Mir war nicht bewusst, dass das Fallen zum Fliegen dazugehört." (S. 245) Psychologisch dicht, wenn auch nicht wahnsinnig tief, stellt der Roman einiges an Fragen: Wann wird Nicht-Einmischung zur Komplizenschaft? Wie kann man sich aus einer selbstzerstörerischen Beziehung lösen? Und was bedeutet Solidarität im Angesicht toxischer Strukturen? Ola ist in dieser Konstellation nicht nur Störfaktor, sondern auch Katalysator. Ich mochte ihre Art, wie sie den anderen so ein subtil unangenehmes Gefühl vermittelt. Durch Ola brechen Muster auf, ihre Freunde stellen ihr eigenes Verhalten und ihre Beziehungen infrage. „Schöne Scham“ ist ein literarisches Kammerspiel, das mit wenigen Figuren die ganze Spannweite zwischen Anpassung, Scham und Befreiung auslotet. Nawrath rückt den schönen Schein ins grelle Licht, denn: "Disney hat uns einfach allen ins Hirn geschissen." (S. 98)
. Die Themen aus dem Buch sind So wichtig sie laut auszusprechen : Die toxische Beziehung, die Scham, die einen oft als Frau eingeredet wird, andere Menschen die aus Scham auch nichts unternehmen... Usw. Einfach brillant geschrieben , es wird immer jeweils aus der Sichtweise einer d3r 3 weiblichen Hauptfiguren erzählt und macht im Nachgang ein schamhaftes Gefühl, weil man schon mindestens eine der Denkweisen in der Vergangenheit war. So geht es mir zumindest. Als ich jung war hatte ich selbst so einen Christian und hätte mir im Nachhinein eine Ola gewünscht, und nicht eine Kata und einen Lenny, die sich auch nicht einmischen wollen Toller Roman!!!
Ein eindringliches, wichtiges und sehr bewegendes Buch, das lange im Kopf bleibt
Schöne Scham“ ist eines dieser Bücher, das nicht nur gelesen wird, sondern nachhallt. Es beleuchtet auf eine unglaublich feinfühlige und zugleich schonungslose Weise, wie Gewalt in Beziehungen entstehen und bestehen kann, ohne dass sie von außen sofort als solche erkannt wird. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass das Buch etwas sichtbar macht, das im echten Leben oft im Verborgenen bleibt: die leisen Verschiebungen, die kleinen Grenzüberschreitungen, das langsame Gewöhnen an etwas, das eigentlich nicht normal ist. Genau darin liegt für mich eine große Stärke dieses Buches. Es zeigt, wie schwer es für Betroffene sein kann, die Situation selbst klar zu erkennen, weil Gewalt selten plötzlich und offensichtlich beginnt. Besonders berührt hat mich auch die Perspektive auf das Umfeld. Das Buch macht deutlich, wie schwierig es für Außenstehende sein kann, richtig zu reagieren. Man spürt vielleicht, dass etwas nicht stimmt, aber Unsicherheit, Höflichkeit oder Angst, sich einzumischen, halten viele Menschen zurück. Gleichzeitig wird klar: Nicht zu reagieren ist letztlich auch keine Lösung. Für mich hat „Schöne Scham“ eine wichtige, fast aufklärerische Funktion. Es öffnet den Blick für Dynamiken, die oft übersehen werden, und zeigt, wie komplex und vielschichtig solche Situationen sind. Ich hätte mir gewünscht, ein Buch wie dieses früher gelesen zu haben – und ich wünsche mir, dass viele andere Menschen es lesen. Vielleicht hilft es manchen, Warnzeichen früher zu erkennen. Vielleicht ermutigt es andere, nicht wegzusehen.
„Das Wort Fremdscham war zum Beispiel neu für mich. Ich kannte es aus der polnischen Sprache nicht und verstand so mehr und mehr, dass ich mich in eine Kultur integrierte, in der den Menschen die eigene Scham nicht reicht, sodass sie sich sogar für andere mitschämen.“ Fünf Freund:innen verbringen ein Wochenende in einem Sommerhaus an der Ostsee. Was erst ganz entspannt beginnt, schaukelt sich schnell hoch und es entstehen Konflikte. Hat Lenny Kata mit seiner Ex betrogen? Wie bringt sich Ola als Neue der Gruppe ein? Und was ist eigentlich Christians Problem? Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich auf Bianca Nawraths Buch hiiiingefiebert habe. Autorin, Cover, Klappentext — hat mich alles abgeholt und auch nicht enttäuscht. Die Geschichte rund um Kata, Ola, Amalia, Christian und Lenny wird abwechselnd aus den Perspektiven der weiblichen Figuren erzählt. Das und ihre ganz verschiedenen Charakter machen das Erzählte abwechslungsreich. Wie der Titel suggeriert, ist das übergreifende Motiv die Scham. Und das sowohl im s*xuellen Sinn als auch in weiteren patriarchalen Mustern: Welche unterschiedliche Scham existiert zwischen den Gendern und woher stammt sie? Wie weit pushen patriarchale Strukturen unsere Scham? Was Bianca Nawrath hier gut gelingt, ist, sowohl strukturelle als auch individuelle Gründe für Scham aufzuzeigen und welche (extremen) Auswirkungen diese haben kann. Dabei werden die Themen Herkunft, Sozialisierung, Klasse, mental health und Familie behandelt. Und auf die schönste Weise schafft es der Roman, das alles mit Humor zu erzählen. Ich möchte euch allen dieses ganz ganz tolle Buch ans Herz legen, lest es und lacht und leidet mit den Protagonist:innen. Ihr werdet ne super Zeit haben. 🦋🧈
Schöne Scham von Bianca Nawrath ist ein starkes, eindringliches Buch über emotionale und körperliche Gewalt in Beziehungen. Es zeigt, wie subtil Missbrauch beginnen kann und wie schwer es ist, sich daraus zu lösen. Besonders berührend und interessant fand ich die Frage nach der Verantwortung der Menschen im Umfeld , Freundinnen, Bekannte, die etwas ahnen, aber schweigen. Nawrath schreibt klar, direkt und ohne Pathos, was das Ganze nur noch näher gehen lässt. Ein wichtiges, schmerzhaft ehrliches Buch.
Ich hatte was anderes erwartet, wurde aber mit dem worum es letztlich ging keineswegs enttäuscht. Ich mochte die kurzen Abschnitte und dass das Buch aus der Sichtweise der drei Frauen geschrieben wurde.
Es folgen Spoiler: Puh, das Buch hat mich sehr überrascht. Mit der Thematik hatte ich nicht gerechnet, aber es hat mir sehr gefallen. Ich wünsche mir mehr Olas auf dieser Welt. Und ich wünsche mir das die Lennys und Katas dieser Welt aufhören wegzuschauen und den Olas Glauben. Und vor allem das die Amalias dieser Welt unterstützt werden, denn ihnen gehört unser Rückhalt. Und an die Christians dieser Welt: Schämt euch!!! Die Scham muss die Seite wechseln! Im Buch wird dieses Zitat ebenfalls erwähnt. Es ist mehr als nicht in Ordnung Gewalt anzuwenden, Gewalt in jeglicher Hinsicht. Und auch hier geht es um eine strukturelle Gewalt. Diese Gewalt ist kein Einzelfall, und vor allem: SIE DARF NICHT PRIVAT BLEIBEN! Das ewige "man darf sich nicht in die Beziehung anderer einmischen" ist ein Problem. Man muss, man sollte sich einmischen wenn man sowas mitbekommt. Diese Scham müssen wir ablegen. Diese Scham dazu keine Stellung zu beziehen! Und noch eine Ergänzung: Christian wird hier zunächst als netten Mann dargestellt, hat einen 'angesehenen' Beruf, war in der Schule beliebt, macht seiner Partnerin Geschenke und sagt sie sei die beste. Dennoch ist er Gewalttätig. Es sind auch die netten Männer. Man kann ihnen nicht ansehen was sie zuhause machen, was in geschlossenen Zimmern passiert. Frauen verdienen es das man ihnen glaubt, auch wenn der Mann doch so nett zu sein scheint. Denn der Schein trügt. Vielleicht auch weil sie sich nicht schämen, weil es so einfach ist mit allem durch zu kommen. Weil es so einfach ist wenn man doch nach außen hin nett ist und sich zu benehmen weis.
Unterhaltsames Hörbuch, wichtige Thematik, die mehr Raum finden sollte, konnte mich jedoch nicht ganz abholen. Ich kann gar nicht so genau benennen, was mir gefehlt hat. Ich habe lange auf dieses Buch hingefiebert und war dann leider etwas enttäuscht von der Umsetzung. Vielleicht hätten ein paar mehr Seiten der Geschichte gut getan und für eine noch tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik gesorgt.
Grandios geschrieben!
Worum geht’s? Zwei Paare, bestehend aus langjährigen Freunden, machen gemeinsam Urlaub in einem Ferienhaus an der Ostsee. Zum ersten Mal ist Ola als einzige Single dabei und wird schon während der Autofahrt zum „Störfaktor“ für Christian. Christian, der die perfekte Beziehung mit Amalia führt und dies in großen Worten und Gesten überbetonen muss. Kata und Lenny sind in der Paarkonstellation eingespielt, finden Olas Spitzen irritierend, doch bevor sie reflektieren, ob an ihren Bemerkungen vielleicht etwas dran sein könnte, sind sie schon eifrig am Beschwichtigen. Unter der freundlichen Oberfläche beginnt es zu brodeln, zwischen den Freunden, aber auch innerhalb der Paarbeziehungen. Mein Leseeindruck: Grandios. Das Buch ist grandios geschrieben, mit sprachlichen Bildern, die einem das Herz öffnen, und Charakteren, die so greifbar werden, als wäre man tatsächlich mit ihnen bekannt. Ola ist, wer hätte es gedacht, meine Lieblingsfigur. Feministin, gesellschaftskritisch, viele ihrer Kommentare hätten von mir sein können. Ihre Beobachtungen wären mir vermutlich genauso ins Auge gesprungen. Auf eindringliche Art wirft Bianca Nawrath immer wieder die Frage auf: Wann ist es angemessen, sich der eigenen Scham zu stellen, in anderer Leute Beziehung einzudringen, Unfairness aufzudecken, Kontra zu geben und wann ist es für die Situation besser, den Mund zu halten? Durch die verschiedenen POVs wird deutlich, dass Scham für jeden etwas anderes bedeutet. Zugleich stellt Bianca die Mechanismen einer toxischen Beziehung so real dar, dass ich mich an eigene und Erfahrungen von Freundinnen erinnert fühlte. Zu guter Letzt wird weibliche Solidarität in den Fokus gerückt und mit der Bezeichnung Hexe gespielt. Als Eigen- und Fremdbezeichnung wird das Wort Hexe zunehmend mit Kraft gefüllt, und ich liebe es.Wieso auf dem Cover Butter und ein Schmetterling abgebildet sind – dafür müsst und solltet ihr das Buch lesen. Oder das Hörbuch von Bianca selbst gelesen hören – es ist eine Wonne.

Schnell und leicht an einem Tag durchgehört.
5 Freunde fahren gemeinsam in den Urlaub, 2 Paare, 1 Singlefrau. Es tun sich verschiedene Charaktere und Beziehungsdynamiken auf. Schnell wird deutlich wie patriarchale Strukturen einige der Beziehungen untereinander prägen. Es scheint als wäre Ola, die Single ist, die einzige, die das sieht und eine Problematik erkennt. Könnte das ein Grund dafür sein, dass sie Single ist? Insgesamt habe ich nach Lesen des Klappentext tatsächlich etwas mehr von dem Buch erwartet. Ich weiß aber nicht genau was, vielleicht einen größeren Wowfaktor? Letztlich ist das Hörbuch mit knapp fünfeinhalb Stunden Recht kurz und kann meine Erwartungen vermutlich nicht erfüllen. Kurzweiliges Hörbuch, was patriarchale Muster aufdeckt und zum nachdenken anregen kann, wenn man sich noch nie mit diesen Themen beschäftigt hat. Für mich war tatsächlich nichts neues dabei. Dennoch würde ich das Buch empfehlen.
Macht vs. Selbstverantwortung
2 Paare, eine Singlefreundin und ein Wochenende, das seicht beginnt, aber schnell an Fahrt aufnimmt. Für mich fast schon eine Art Kammerspiel, in dem nach und nach die Masken fallen und wichtige Themen wie toxische Beziehungen, Macht und vor allem eben auch Scham freigelegt werden. Die Geschichte entwickelt sich langsam, steigert sich aber zum Ende hin deutlich. Definitiv lesens- bzw. hörenswert!
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Bianca Nawrath ist Autorin und Schauspielerin mit polnischen Wurzeln. 1997 in Berlin geboren, stand sie als Moderatorin einer Jugendsendung mit 14 Jahren das erste Mal vor der Kamera. 2018 gab sie ihr Schauspieldebüt und spielte seitdem unter anderen an der Seite von Judi Dench und Jürgen Vogel. 2021 erschien ihr erster Roman »Iss das jetzt, wenn du mich liebst«, es folgte der Roman »Wenn ich dir jetzt recht gebe, liegen wir beide falsch« (2023). Bianca Nawrath lebt und arbeitet in Berlin.
Posts
Frauen und Schmetterlinge
"Wenn man bei Frauen davon spricht, dass ihre Hormone sie kontrollieren, dann, weil man sich über sie lustig machen will. Bei Männern geht es darum, sie in Schutz zu nehmen." Dieses Buch ist recht kurz und handelt von einer Freundesgruppe, die zusammen eine kleine Auszeit in einem Ferienhaus macht. Die Gruppe besteht aus den beiden Pärchen Lenny und Kata sowie Amalia und Christian, die schon öfter was zu viert unternommen haben, und Ola. Ola ist Katas Cousine und zum ersten Mal mit von der Partie. Sie ist Feministin, sagt ihre Meinung und ist selbstbewusst. Die eingespielte Konstellation der zwei Pärchen wird durch sie aufgebrochen, es fängt an zu brodeln und es wird immer offensichtlicher, dass Amalia in einer gewälttätigen Beziehung steckt, was Kata und Lenny nicht wahrhaben wollen. Abwechselnd wird aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt. Die Perspektiven wechseln sich sehr häufig ab, wodurch der Einstieg in die Geschichte etwas Konzentration erfordert. Das gibt sich aber schnell. Wir bekommen einen guten Einblick in die Gefühls- und auch Beziehungslage. Die Figuren sind authentisch gezeichnet, wobei Entwicklungen etwas schnell und Charakterzüge etwas überspitzt dargestellt wurden, da sich alles in diesem komprimierten Zeitraum von wenigen Tagen abspielt. Zu Beginn der Kapitel werden die verschiedenen Stadien der Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling beschrieben, welche sinnbildlich für die Entwicklung stehen, die Amalia im Laufe des Buches macht. Am Ende verwandelt sich der Schmetterling in eine Hexe (früher dachten die Menschen, Hexen könnten sich in Schmetterlinge verwandeln). Auch hier wieder ein Sinnbild dafür, wie Frauen, die sich nicht anpassen, oft als Hexen verschrien wurden, obwohl sie eigentlich nur im Einklang mit sich und der Natur lebten. Das Symbol des Schmetterlinges zieht sich durch das gesamte Buch. Der Schreibstil ist nüchtern und fängt die leisen zwischenmenschlichen Töne trotzdem sehr gut ein. Was ich ebenfalls mochte, ist die Verwendung von Gendersternchen. Durch die Kürze des Buches werden viele Themen nicht tiefgreifend behandelt, trotzdem werden wichtige und aktuelle Themen wie gewalttätige Männer, Scham, Feminismus und Solidarität unter Frauen behandelt und die grundlegende Frage: Ab wann wird Nicht-Einmischen zur Komplizenschaft?
Dynamisches Beziehungsdrama um Liebe, Schmerz und Scham
Fünf Freunde, die sich mehr oder weniger kennen - darunter zwei Pärchen - auf dem Weg in ein Ferienhaus. Was auf dem Weg noch kleine Kabbeleien sind, wächst sich schnell zu tiefer gehenden Konflikten aus. Es brodelt unter den perfekten Fassaden, bis es eskaliert. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mochte sehr den analytischen Blick der Autorin, die die Beziehungen zunächst vorsichtig abklopft, bevor sie sie auf eine Belastungsprobe stellt. Die sehr unterschiedlichen Charaktere tragen zu einer sich beschleunigenden Dynamik bei. Anfangs hatte ich mit den Perspektivwechseln der weiblichen Protagonistinnen etwas Probleme. Jedoch gelingt es besser, sie auseinander zu halten, je besser man sie kennenlernt.
Exzellentes Kammerspiel
Ich muss zugeben, dass mich das Cover eher etwas abgeschreckt hat und daher hat es etwas gedauert, ehe ich zu diesem Buch gegriffen habe. Aber das Lesen hat sich gelohnt. Ich bin total begeistert. 2 Paare und eine Single-Frau verbringen gemeinsam ihren Urlaub in einem Ferienhaus. Doch so entspannt der Urlaub beginnt, zeigen sich schnell die ersten Spannungen und Risse im Miteinander. Zwischen Unsicherheiten, Suche nach Bindung, Liebe und Anerkennung, toxischen Verhaltensmustern und Schuldgefühlen eskaliert der Urlaub zusehends. Zwischen Schuld und Scham behandelt Bianca Newrath wichtige Themen wie Freundschaft und toxische Beziehungen. Und es stellt sich die Frage: Wann macht man sich durch Wegsehen mitschuldig? Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Frauen erzählt. Was die unterschiedlichen Blickwinkel auf dieselbe Situation sehr gut veranschaulicht, die Spannbreite zwischen Wut und Nicht-wahr-haben-wollen sehr gut abdeckt und die inneren Widersprüche der Figuren beleuchtet. Für mich ein sehr gutes und wichtiges Buch, das leicht zu lesen war und mich gefesselt hat. Lesen!
Große Empfehlung!
Ich möchte gar nicht zu viel vorwegnehmen, weil die Wirkung genau darin liegt, wie sich alles langsam entfaltet. Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen. Es ist kurz und begleitet eine kleine Freundesgruppe, die sich für ein paar Tage in ein Ferienhaus zurückzieht. Zwei eingespielte Paare und Ola, die als neue Person in dieser Konstellation sofort etwas verschiebt. Ich mochte sie besonders; sie ist direkt, reflektiert und spricht Dinge aus, die andere lieber übersehen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was am Anfang kurz Konzentration verlangt, aber schnell einen Sog entwickelt. Dadurch bekommt man einen intensiven Einblick in die Beziehungen, in das, was gesagt wird und in das, was unausgesprochen bleibt. Das Setting hat mir sehr gefallen; dieses abgeschlossene Ferienhaus, in dem sich Spannungen nicht wirklich entziehen lassen. Was mir beim Lesen immer wieder aufgefallen ist, ist diese feine Beobachtung von Emotionen und Dynamiken. Es geht viel um Wahrnehmung und darum, wie sehr wir uns an bestimmte Bilder gewöhnen, selbst wenn sie uns eigentlich irritieren sollten und wie leicht man Dinge hinnimmt. Insgesamt ein sehr sehr eindringliches Buch, das mehr unter der Oberfläche arbeitet, als es auf den ersten Blick zeigt. Ganz große Empfehlung!

Eines meiner Jahreshighlights
Ein wunderbarer Roman der ab Minute eins für mich packend war. Die Stimmung, die Schwingungen, die feinen Nuancen zwischen den fünf Protagonisten sind sofort bei mir angeklungen und ich konnte das Hörbuch kaum stoppen! Ein großartiger Roman zu Selbstbestimmung, Befreiung aus einer toxisch-gewalttätigen Beziehung, Feminismus und Emanzipation. Echt super geschrieben und gesprochen!
Schöne Empfehlung
Schöne Scham ist eine absolut realistische und zugleich wunderschöne Geschichte, die mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Der moderne, leicht verständliche Schreibstil und die wechselnden Perspektiven machen es unglaublich einfach, der Handlung zu folgen und sich tief in die Figuren hineinzuversetzen. Gerade durch diese verschiedenen Blickwinkel werden nicht nur die Ereignisse greifbar, sondern auch die Gedanken und inneren Beweggründe hinter jeder Handlung. Selbst das, was von außen betrachtet irrational oder widersprüchlich wirken könnte, erscheint plötzlich logisch, menschlich und nachvollziehbar. Das Buch erzählt vom feministischen Wandel – leise, intensiv und konsequent, wie die Verwandlung eines Schmetterlings. Es ist ehrlich, verletzlich und dabei nie überladen oder künstlich dramatisch. Mich hat Schöne Scham zu 100 % überzeugt und ist aktuell meine liebste Geschichte aus 2026. Eine große Empfehlung für alle, die tiefgehende, moderne Literatur mit emotionaler Klarheit lieben.
Zwei befreundete Paare und eine Singlefreundin machen zusammen Urlaub. Was eine entspannte und fröhliche Zeit werden sollte, entpuppt sich als emotionaler Eiertanz. Der Mann des einen Paares verhält sich manipulativ und jähzornig seiner Frau und zum Teil auch der Gruppe gegenüber, die Frau versucht die Situation zu überspielen und wegzulächeln. Entsetzt und zugleich peinlich berührt, machen die Freund*innen mit. Sie versuchen den Aggressor immer wieder bei Laune zu halten und abzulenken. Doch schließlich eskaliert die Situation während eines gemeinsamen Uno- Spiels. Ein Buch über toxische Männlichkeit, physische und psychische Gewalt innerhalb der Partnerschaft und die Scham und Lähmung des Umfelds der Betroffenen. Auch die Charaktere sind mit Empathie und Feingefühl beschrieben. Ein wirklich tolles Buch - ich habe es als Hörbuch gehört, von der Autorin gelesen - sehr empfehlenswert!
Nichts besonderes
- Hörbuchversion & abgebrochen nach 47% - Eigentlich breche ich sehr selten Hörbücher ab, aber das Buch war einfach nichts für mich 😅 ich fand die ganze Geschichte unsagbar langweilig. Hinzu kamen noch viele Wiederholungen. Das ganze hat so vor sich hingeplätschert und mich hat es leider nicht erreicht und ich bin mit den Charakteren absolut nicht warm geworden, weil ihre Probleme wirklich so banal waren. Außerdem finde ich Miscommunication schlimm wenn es nicht elegant gemacht ist. Das war es hier für mich leider nicht. Schade, ich wollte es wirklich gerne mögen 🥺
Es wirkt banal: zu viel Butter. Und genau darin zeigt sich, wie leise Kontrolle beginnen kann.
„Schöne Scham“ beginnt fast harmlos: Ein gemeinsames Wochenende, zwei Paare und eine Freundin in einem Ferienhaus an der Ostsee. Gespräche, Nähe, Vertrautheit. Und doch liegt von Anfang an etwas in der Luft, das sich nicht richtig greifen lässt. Ich dachte lange, das Buch würde in eine ganz andere Richtung gehen – ruhiger, fast beiläufig. Und dann kam diese Wendung. So ein richtiger „was?!“-Moment, der plötzlich alles in ein anderes Licht rückt. Erzählt wird aus den Perspektiven von drei Frauen – Kata, Amalia und Ola. Dieser Wechsel macht den Roman so stark, weil man dieselben Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebt. Was von außen vielleicht noch „normal“ wirkt, fühlt sich von innen längst falsch an. Besonders eindringlich fand ich, wie subtil hier Gewalt dargestellt wird. Nicht laut, nicht offensichtlich – sondern leise, schleichend, eingebettet in Alltäglichkeit. Genau das macht es so erschreckend real. Und genau hier setzt das Buch an: Wann ist Wegsehen noch Unwissen – und wann wird es zur Komplizenschaft? Die Dynamik zwischen den Frauen hat mich total gefesselt. Zwischen Unsicherheit, Beobachtung und dem Bedürfnis, einzugreifen. Zwischen Solidarität und Zweifel. Vor allem Ola bringt dabei eine ganz eigene Perspektive mit hinein – klar, direkt, unbequem. Und so wichtig. Auch die Themen haben mich sehr beschäftigt: toxische Beziehungen, Machtgefälle, Scham, weibliche Solidarität, gesellschaftliche Strukturen – und die Frage, warum es oft so schwer ist, Dinge beim Namen zu nennen. Der Schreibstil ist ruhig, fast nüchtern – und genau dadurch so wirkungsvoll. Kein großes Drama, sondern ein stetiges Gefühl von Unbehagen, das sich langsam zuspitzt. Für mich war das ein Buch, das unter die Haut geht. Und eines, das zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen.

Es enthält eine wichtige Thematik und war Stellenweise ganz interessant. Am Anfang empfand ich das Wechseln der Charaktere sehr verwirrend. Schlußendlich war es für mich einfach nicht das richtige im Bereich der Thematik. Es flatterte so dahin und die Gedanken schweiften eher ab ,als sich mit der Geschichte zu beschäftigen. Was genau fehlte, kann ich nicht genau sagen.
Ein Roman, für den sich niemand schämen muss
Der Roman braucht etwas Anlauf, aber genau dieses langsame Erzählen zahlt sich aus. Nach und nach wird klar, worum es eigentlich geht und ab da entfaltet die Geschichte ihre Wirkung. Besonders überzeugt haben mich die wechselnden Perspektiven der drei Frauen. Jede hat eine eigene Stimme und keine wirkt weniger interessant. Die unterschiedlichen Blicke auf Scham und toxische Beziehungsdynamiken sind klar, eindringlich und stellenweise erschreckend nah. Ein lesenswertes Buch, das nachwirkt.
Ein tolles Hörbuch mit Humor und dennoch Tiefgang. Inhalt: Vier Freunde verbringen mit einer neuen Bekannten, Ola, ein Wochenende an der Ostsee. Schnell brechen unterschwellige Spannungen auf – über Beziehungen, Macht, Sexualität und Scham. Für mich ein gelungener Roman, den ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

Schmetterlinge und Hexen „Ich spüre, dass ich eine Veränderung in meinem Leben will, aber hier und heute ist nicht der richtige Tag, um sie umzusetzen.“ Bianca Nawrath‘s „Schöne Scham“ handelt von einem Ostseetrip zweier Pärchen, Amalia&Christian und Kata&Lenny, sowie Ola, der Cousine von Kata. Am Anfang werden typische Stereotype angerissen, Ola, die moderne bisexuelle Frau, die sich nicht zurücknimmt, ihre Meinung frei heraus zu sagen und deshalb verrufen ist und aneckt. Amalia und Christian, das Bilderbuch-Pärchen voller Liebe, Harmonie und Zuneigung. Lenny und Kata, bei welchen in jedem Satz Vorwürfe mitschwingen, die den Eindruck erwecken, dass ihre Liebe bereits ausgebrannt ist und die Frage aufkommt, wie die beiden zusammenpassen. Was mit einer „simplen“ Erzählung eines Trips beginnt nimmt schnell die Kurve zu viel größeren Themen und Fragen. Politik, Feminismus, Manipulation und Misskommunikation. Dabei wird auch klar, dass vor allem die anfänglich vermittelten Bilder der beiden Beziehungen eher vertauscht sind… Bianca Nawrath hat es geschafft mit einer der simpelsten Geschichten, so viel Tiefe zu erzeugen. Die Geschichte selbst ist nicht was sie erzählen will. Es schwingt viel wichtigeres in und zwischen den Zeilen mit. Und dieser Schwere verleiht sie durch ihren Schreibstil so viel Leichtigkeit beim Lesen. Man fliegt förmlich durch die Kapitel, obwohl nach quasi jedem Satz so viel im eigenen Kopf passiert. Ist laut sein wirklich immer anstrengend? Oder bedeutet dies einfach nur einstehen für sich und andere? Ist leise sein wirklich immer schwach und langweilig? Oder gibt es einfach zu viele Gründe die einen zurückhalten? Ab wann ist nichts sagen eine Mittäterschaft? Ist das „nicht mitbekommen“ wirklich immer ein versehen oder ein aktives wegschauen und die Augen verschließen? Und ist der erste Eindruck wirklich immer der richtige? Oder gibt es Menschen, die genau dies ausnutzen, um dich vom Gegenteil zu überzeugen? All das und noch so viel mehr bringt Nawrath in ihre, am Anfang noch so einfach wirkende, Geschichte. Mithilfe des Schreibens aus drei Sichtweisen, Kata, Ola und Amalia, setzt sie nicht nur ein Statement, sondern beantwortet genau die oben genannten Fragen. Besser hätte niemand Themen mit solcher Tiefe und Bedeutung in ein Buch einfädeln können. Niemand wird dieses Buch lesen, und danach nicht über sein ganzes Leben nachdenken. Niemand wird nach diesem Buch die Augen verschließen. Und niemand wird nach diesem Buch den Mund halten, sondern aufstehen und laut sein. Nawrath schreibt mit diesem Buch einen Protest und ein Aufwachen für alle die, die bis jetzt nicht verstanden haben, was für eine Macht mit Liebe kommt.

Ein Roman der Verwandlung
„Schöne Scham“ ist ein still brennender Roman, der sich wie ein Sommerurlaub liest, unter dessen Oberfläche das Meer unruhig tobt. Zwei Paare und eine starke, unabhängige Frau fahren gemeinsam ans Meer – eine Konstellation, die zunächst leicht und unbeschwert wirkt, wie Schmetterlinge, die über einer sonnigen Küste tanzen. Doch schon bald zeigt sich: Dieser Urlaub ist kein Ort der Erholung, sondern ein Kokon, in dem sich Verdrängtes sammelt, zuspitzt und schließlich aufbricht. Was zunächst harmlos scheint, entwickelt schnell Risse. Ungesagte Erwartungen, alte Verletzungen und unausgesprochene Sehnsüchte kommen ans Licht. Die Autorin lässt die Perspektiven aller fünf Figuren lückenlos ineinanderfließen und erzeugt so ein dichtes, vielschichtiges Bild dieses Kurzurlaubs. Jede Figur trägt ihre eigene Last, jede kämpft mit persönlichen Konflikten – und über allem liegt ein zentrales Thema wie feiner Sand auf der Haut: Scham. Scham über den eigenen Körper, über Wünsche, über Entscheidungen, über verpasste Chancen. Immer wieder stellt der Roman unausweichliche Fragen: Wofür schämen wir uns eigentlich? Wer oder was hat uns diese Scham beigebracht? Und wie bestimmen diese Gefühle unser Handeln? Besonders eindrucksvoll ist dabei der innere Fokus auf die drei Frauenfiguren. Ihre Perspektiven verleihen der Geschichte emotionale Tiefe und machen die innere Bewegung sichtbar, die sich im Laufe der Tage vollzieht. Wie Raupen, die sich zurückziehen, verkriechen sie sich zunächst in ihren inneren Kokon aus Anpassung, Schuld und Selbstzweifeln. Doch mit jeder Konfrontation, jedem unausweichlichen Gespräch beginnt sich etwas zu verändern. Schicht für Schicht fällt ab, was sie klein gehalten hat. Die Verwandlung geschieht leise, aber unaufhaltsam – bis am Ende nicht mehr dieselben Frauen ans Meer zurückblicken, die dort angekommen sind. „Schöne Scham“ lebt nicht nur von der Dynamik der Gruppe, sondern vor allem von seiner schonungslosen Ehrlichkeit. Der Roman urteilt nicht, sondern beobachtet, tastet sich vor, hält aus. Gerade darin liegt seine Stärke. Am Ende steht kein lauter Befreiungsschlag, sondern ein zarter Aufbruch: der Moment, in dem sich die Flügel entfalten. Ein Aufbruch in ein selbstbestimmteres Leben, noch wackelig, noch verletzlich – aber frei genug, um sich vom Boden zu lösen.
2025_#Hörbuch 🎧🏡
Anfangs fiel es mir ein bisschen schwer, die einzelnen Charaktere durch die wechselnden POVs auseinanderzuhalten, aber als ich das langsam raus hatte, hat mir die Geschichte richtig gut gefallen und das Hörbuch war sehr kurzweilig.Trotz des relativ kurzen Buchs hatten die Charaktere alle eine schöne Tiefe. Insgesamt ein tolles Buch mit wichtiger Botschaft!
wow sehr positiv überrascht! -Rezensionsexemplar-
Aufgrund des Klappentextes war ich mir nicht sicher wohin die Reise geht und wurde positiv überrascht! Ich mochte den Schreibstil und die 3 POVs der drei Freundinnen, vor allem Ola, sehr. Ich kanns sehr empfehlen wer über Gefühle wie Wut und Scham lesen möchte, toxische Beziehung und Freundschaft! & was Hexen, Butter und Schmetterlinge miteinander zutun haben, erfahrt ihr auch! :)
Aufgrund des Themas habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, leider hat es mir aber nicht gefallen.
Alle Charaktere der Geschichte haben einen sehr offensichtlichen Zweck für den Plot, vor allem Ola, die als ausstehende Instanz ‚den Durchblick‘ hat. Dazu kommt, dass die Figuren sehr platt sind und kaum Tiefgang haben, vor allem Christian selbst ist SEHR überzeichnet. Das Ende war einerseits viel zu schnell und vorhersehbar, andererseits auch noch völlig drüber und hätte nicht not getan. Die gesellschaftskritischen Themen, vor allem die feministischen, wurden einfach in der Geschichte platziert, um da zu sein, wurden aber nicht mit der Geschichte verwoben. Auch der Schreibstil ist nichts besonderes, bei dem darüber hinaus nichts Zwischen den Zeilen stehen bleibt, sondern alles vorgekaut wird. Das Thema, welches hier bearbeitet wird, ist sehr wichtig und sollte öfter Teil von Literatur sein.
Ola, du Ikone
Liebe Ola ja Der Rest ist ein reiner Albtraum :') mir tun hetero Frauen extrem leid, weil sie nichts dafür können, dass sie auf Männer stehen... wäre Sexualität wirklich eine Wahl würde man sich einen Mann doch nicht freiwillig geben :'))) Das Buch hat das wirklich sehr gut reflektiert. Es beginnt bei der Vernachlässigung der Frau im sexuellen Kontext, verbale Gewalt und Kontrolle, bishin zur körperlichen Übergriffigkeit ! Und das unsere Gesellschaft immernoch an dem Punkt ist , all die Scheiße die Männer Frauen antun als "normal" abzustempeln.
Dieses Buch würde ich jedem empfehlen, der oder die am Anfang von Informationen über Machtspiele, toxisches Verhalten und Gewalt in Beziehungen (in welcher Form auch immer) stehen. "Schöne Scham" geht nicht tief in die Materie, ist aber völlig ausreichend, um Mechanismen rund um die o.g. Themen zu verstehen und einen Anfang zu machen, um sich zu informieren. Absolute Empfehlung!
Zwei Paare, eine Single Frau und ein Wochenende an der Ostsee. Doch die entspannte Atmosphäre zu Beginn fängt langsam am zu bröckeln.
"Schöne Scharm" war für mich ein tolles Leseerlebnis, da es mich direkt von Beginn an gepackt und mich zu Fragen geführt hat, die noch nachhallen. Wir begleiten zwei Paare und eine Single Frau, die entweder verwandtschaftlich oder freundschaftlich miteinander verbunden sind, auf einen Kurz-Urlaub an die Ostsee. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen, sodass wir ihre Ansichten, inneren Konflikte und Gedanken hautnah miterleben können. Was ganz entspannt und locker beginnt - mit Gesprächen über Job und Lieblingsserien, gemütlichen gemeinsamen Mahlzeiten und Spaziergängen - wird dann doch mit und mit ungemütlicher. Und ich frage mich im Nachhinein, ob es etwas über mich aussagt, dass ich erst relativ spät gemerkt habe, wohin die Reise geht. Fragen, die mich auch nach dem Ende des Buchs begleiten sind zum Beispiel: Wie viel Einblick hat man in befreundete Paar-Beziehungen? Kann man von außen einschätzen, wie Beziehungen funktionieren? Ist ein Hinterfragen übergriffig? Und wann ist der Moment in dem das "Einmischen" in eine Beziehung eine Hilfestellung ist? Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Danke für dieses Buch, dass ich in wenigen Tagen verschlungen habe und: Guten Flug, kleine Hexe!
Schöne Scham ist eine Art Kammerspiel mit fünf Protagonisten, die gemeinsam Urlaub im Ferienhaus der Familie einer der Frauen machen. Auf der Hinfahrt wirkt noch alles entspannt, aber bereits kurz nach Ankunft im Haus, entstehen die ersten Spannungen und es wird mit jeder Seite deutlicher, dass die gemeinsame Zeit alles andere als harmonisch enden wird. Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte rein zufinden und Interesse an den Figuren zu entwickeln. Nach einer Weile hat es mich dann aber doch reingezogen. Die Dynamiken der Beziehungen zwischen den Protagonisten werden mit Fortschreiten der Story immer deutlicher in ihrer Komplexität und ihren Herausforderungen. Insbesondere die Frage, ob und ab wann es angebracht ist, sich in die Paarbeziehungen anderer einzumischen, wird verhandelt. Gleichzeitig wird empathisch gezeigt, wie schwierig es sein kann, ungesunde Beziehungsmuster zu erkennen und entsprechend zu handeln. Durchaus lesenswert.
Lesenswert!!
Das Buch war ein Cover-Kauf. Finde das Cover wundervoll. Tatsächlich habe ich bei dem Titel und Klappentext intuitiv irgendwie an ein sexuelles Abenteuer gedacht: eine Single-Freundin, die sich bei einem gemeinsamen Wochenende auf einen Dreier mit einem befreundeten Paar einlässt. Aber nein, darum geht es ganz und gar nicht. Es geht um eine toxisch-narzisstische Beziehung und das erschreckende Verhalten der Freunde, die das einfach hinnehmen, wegsehen und die Eskapaden schönreden. Lediglich Ola, die Single-Freundin, die ausnahmsweise dabei ist, ist wirklich aufmerksam, erkennt das und setzt sich für das Opfer ein. Ola ist eine wahnsinnig starke Protagonistin! 🫶🏼 Das Buch hat mich somit überrascht. Man merkt im Laufe der Geschichte, wie man selbst Pärchen falsch eingeschätzt hat, weil die tatsächliche Situation nicht der Außenwirkung entspricht. Nach und nach bekommt man Einblick hinter die Kulissen. Der Wechsel zwischen den Perspektiven aller Beteiligten ist wertvoll. Die Dynamik in den Dialogen der Freundesgruppe ist sehr amüsant! Fazit Ich liebe alles an dem Buch. Die Schmetterlingsmetapher, die sich über die ganzen Kapitel zieht. das zum Inhalt passende Cover, die starke Protagonistin Ola. Es ist kurzweilig, lässt sich gut weglesen und ist wahnsinnig spannend geschrieben. Es ist ein Buch das dafür sensibilisiert, die kleinsten Anzeichen einer toxischen Beziehung zu erkennen und dazu aufruft, einzuschreiten anstatt wegzusehen. Eine Empfehlung für alle!
Im Moment greife ich besonders gern zu Büchern, die sich schnell lesen lassen. Geschichten, in die man ohne große Anstrengung eintaucht und die einen für ein paar Stunden woanders hinbringen – weg vom grauen Alltag, hin zu einem anderen Ort. So ein Buch war »Schöne Scham« von Bianca Nawrath für mich. Im Mittelpunkt stehen die Paare Kata und Lenny sowie Amalia und Christian und die Singlefreundin Ola, die gemeinsam ein Wochenende in einem Sommerhaus an der Ostsee verbringen. Was als entspannte Auszeit geplant ist, gerät schnell ins Wanken. Vor allem mit Olas Ankunft verändert sich die Dynamik der Gruppe. Sie ist neu dabei, queer, feministisch, direkt, stellt Fragen und bringt damit vieles ins Rutschen, was zuvor stillschweigend akzeptiert wurde. Schon früh liegt eine spürbare Spannung in der Luft. Gespräche kippen, kleine Bemerkungen bekommen Gewicht, Situationen lassen sich nicht mehr weglächeln. Aus dem harmlosen Kurzurlaub wird nach und nach eine dichte, psychologisch erzählte Geschichte, in der toxische Beziehungen sichtbar werden und Dynamiken, in denen Macht ungleich verteilt ist. Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven der drei Frauen Ola, Amalia und Kata. Dieser Perspektivwechsel gehört für mich zu den stärksten Momenten des Romans. Einerseits erlebt man eine toxische Beziehung von innen mit all den Selbstzweifeln, Rechtfertigungen und der Unsicherheit darüber, was noch normal ist und was längst nicht mehr. Andererseits zeigt sich der Blick der Außenstehenden, die spüren, dass etwas nicht stimmt, aber zögern einzugreifen. Schließlich handelt es sich dabei doch um den Schulfreund, und der könnte so etwas ja niemals machen. Genau dieses Spannungsfeld macht den Roman so eindringlich. Die Scham ist hierbei ständiger Begleiter. Sie erscheint nicht nur als individuelles Gefühl, sondern als etwas gesellschaftlich Erlerntes, als Mechanismus, der Frauen klein hält, zum Schweigen bringt und Verantwortung verschiebt. Eine Scham, die oft dort liegt, wo sie eigentlich nicht hingehört, und die dennoch wirkt. Der Roman stellt genau diese Scham infrage und zeigt, wie notwendig es ist, sie sichtbar zu machen. Besonders mochte ich, wie leise dieser Roman ist. Die Spannungen entstehen nicht plötzlich, sondern ganz allmählich. Vieles bleibt angedeutet, zwischen den Zeilen. Genau dadurch wirkt das Geschehen so realistisch. Vielleicht hat mich deshalb auch das Ende ein wenig enttäuscht. Dort verliert der Text für mich etwas von dieser Offenheit. Dinge werden klarer benannt, stärker zugespitzt, als es zuvor der Fall war. Ich hätte mir gewünscht, länger in diesem Ungefähren zu bleiben, in dem nicht alles erklärt wird und man selbst weiterdenken kann, was mit den Figuren passiert. Dass Raum bleibt für eigene Gedanken, für Unsicherheit und für das, was über die letzte Seite hinaus nachhallt. Trotz meiner Kritik habe ich »Schöne Scham« gern gelesen. Es ist ein kurzweiliger Roman, sprachlich zugänglich und spürbar in unserer Zeit verankert. Ein echtes Snackbuch, das schnell gelesen ist und gerade deshalb viele Menschen erreichen kann. Besonders für Leser:innen, die beginnen möchten, sich mit feministischer Literatur auseinanderzusetzen, bietet das Buch einen niedrigschwelligen, eindringlichen Einstieg. Ein Roman, der hinschaut, Fragen stellt und deutlich macht, wie viel Mut es braucht, nicht länger wegzusehen.
Schöne Scham von Bianca Nawrath Dieses Buch hat mich wirklich überrascht, weil es ein Thema aufgreift, über das viel zu selten offen gesprochen wird. Bianca Nawrath gelingt es, Scham aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten – mal persönlich, mal gesellschaftlich, mal fast poetisch. Dabei habe ich mich oft selbst ertappt gefühlt und gleichzeitig gemerkt, wie universell viele Erfahrungen sind. Besonders stark fand ich die Ehrlichkeit, mit der die Autorin an das Thema herangeht. Sie benennt Dinge, die man sonst eher verdrängt, und schafft es trotzdem, dabei eine Leichtigkeit zu behalten. Viele Passagen haben mich zum Nachdenken gebracht, manche sogar richtig berührt. Kleinere Längen waren zwar da, aber insgesamt ist es ein mutiges, wichtiges und zugleich zugängliches Buch, das zeigt, dass Scham kein Tabu sein muss, sondern ein Gefühl, das uns alle verbindet. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

Ich liebe die (Hör-)Bücher von Bianca Nawrath! In ihrem neusten Roman zeigt sie, was passiert, wenn Männer nicht in Therapie gehen und wie sehr Gewalt in unserer Gesellschaft akzeptiert ist. Ihr Buch wirft viele Fragen auf, wie beispielsweise: Wie nehmen wir die zwischenmenschlichen Beziehungen in unserem Umfeld war und wo schauen wir hin, ohne die offensichtlichen Probleme zu sehen? Zudem geht es um die Scham, die längst die Seite hätte wechseln müssen.
Freundschaft zwischen Liebe und Macht
Bianca Nawrath entwirft in ihrem Roman ein komplexes Geflecht von Beziehungen. Das Setting einer Freundesclique, die ein Wochenende an der Ostsee verbringt, bietet einen großen Raum verschiedenster Konstellationen. Mit Feingefühl und psychologischer Tiefe entblättert sich ein Bild von Gegensätzen: Liebe und Hass, Neid und Freundschaft, Unterordnung und Dominanz, Selbstaufgabe und Eigenliebe. Ganz unweigerlich stellt sich die Frage, wie lange kann ich wegschauen und wann muss ich eingreifen und was bin ich bereit zu ertragen. Wohin führen Prägung, Tradition und wie weit geht weibliche Solidarität? Dieses Buch habe ich sehr gern gelesen und empfehle es allen, die sich mit diesen Themen auf eine eindrückliche aber auch immer wieder amüsante Weise auseinandersetzen möchten. Die Autorin versteht es mit ihren Figuren glaubwürdig und einfühlsam den Finger genau dahin zu legen, wo es wehtut und auch das Ende hat mich überzeugt.
Unerwartet heftig und richtig wichtig
Schöne Scham hat mich wirklich umgehauen. Fünf Personen fahren gemeinsam in ein Ferienhaus (zwei Paare und eine Single-Frau). Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der drei Frauen, mit vielen Wechseln. (Als Hörbuch fand ich das teilweise etwas schwierig zu verfolgen, weil alles von einer Sprecherin gelesen wird.) Inhaltlich geht es um Freundschaft, Beziehungen und vor allem um toxische Dynamiken, wie man sie erkennt und wie schwer es ist, damit umzugehen, egal ob man selbst betroffen ist oder von außen zuschaut. Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, wie intensiv und auch schockierend sich das Ganze entwickelt. Das hat mich richtig gepackt. Ein super wichtiges Thema, stark umgesetzt!
Schneller facettenreicher Roman
Ich fand das Buch toll. Nicht nur, weil das Buch eine gute Freundin von mir geschrieben hat, sondern weil es so gut zeigt, wie untätig sein genauso schädlich ist wie selbst ein Täter zu sein. Es beschreibt fantastisch wie Freundschaft nicht das Maß aller Dinge sein kann, sondern gesunder Menschenverstand dazu gehört Situationen adäquat einschätzen zu können. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Heilung zeigt einmal mehr - nichts davon verläuft linear. Das ist in Ordnung.
Ein Sommerhaus an der Ostsee, zwei Paare, eine Single-Freundin – klingt nach entspannter Auszeit, nach Grillen, Strand und Wein. Doch in Bianca Nawraths Roman „Schöne Scham“ ist dieses Setting nur die Bühne für ein Kammerspiel über Macht, Scham, Abhängigkeit und Solidarität. Im Zentrum steht Ola, die als „fünfte im Bunde“ mit feministischer Klarheit und unerschrockenem Humor in die eingespielte Dynamik der Freundesgruppe einbricht. Ihr Gegenüber: Christian, der in seiner Rolle als fürsorglicher, aber kontrollierender Partner zunehmend toxische Züge offenbart. Zwischen den Dialogen über Selbstbefriedigung, Rollenbilder und Begehren liegen die feinen Risse, die sich bald zu offenen Brüchen ausweiten. Als Amalia und Ola verschwinden, kippt die Stimmung endgültig – und das Sommerwochenende wird zur Eskalation. Nawrath schreibt direkt, dialogreich und temporeich, mit einem Gespür für die Grauzonen zwischen Nähe und Macht, zwischen Schweigen und Einmischung. Ihre Figuren sind glaubwürdig gezeichnet: Ola als Katalysator für Veränderung, Christian als Inbegriff internalisierter Männlichkeitsmuster, Amalia zerrissen zwischen Anpassung und Selbstbefreiung. Auch die Nebenfiguren Kata und Lenny spiegeln, wie schwer es fällt, sich in toxische Dynamiken einzumischen, ohne selbst Kompliz*in zu werden. Besonders stark ist, wie Nawrath Scham ins Zentrum rückt: nicht nur als lähmendes Gefühl, sondern auch als Impuls, der zu Selbstermächtigung und Solidarität führen kann. Dabei schafft sie es, ernste Themen wie Machtmissbrauch, Geschlechterrollen und weibliche Lust mit Leichtigkeit, Witz und psychologischer Spannung zu verbinden. „Schöne Scham“ ist ein präzises, kluges Kammerspiel, das unterhält, provoziert und nachwirkt. Bianca Nawrath trifft damit einen Nerv unserer Zeit: Privates ist politisch. Und Schweigen macht mitschuldig. Ein unterhaltsamer und zugleich unbequemer Roman, der zeigt, wie subtil Macht wirkt – und wie befreiend weibliche Solidarität sein kann. Unbedingt lesenswert!

In „Schöne Scham“ erzählt Bianca Nawrath – Schauspielerin und Autorin mit polnischen Wurzeln – von einem Wochenende, das harmlos beginnt und mit einem Knall endet. Zwei Paare, eine Singlefreundin, ein Sommerhaus an der Ostsee: Grillabende, Gespräche, Nähe, Streit. Doch unter der scheinbaren Leichtigkeit brodelt es. Das Buch ist am 28.08.2025 bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen. Meine Meinung Nawrath schreibt mit einem klaren, unaufgeregten Ton, der gerade dadurch unter die Haut geht. Ihre Figuren sind keine Klischees, sondern vielschichtige Menschen voller Widersprüche. Besonders die Figur Amalia, gefangen in einer Beziehung mit dem kontrollierenden Christian, ist eindrucksvoll gezeichnet: „Für die Scham hat Christian mit seinem Verhalten gesorgt, für die Schuld meine stumme Akzeptanz.“ (S. 148). Was mich beeindruckt hat, ist, wie fein Nawrath die Dynamik zwischen den Figuren beobachtet. Wie aus kleinen Kommentaren, Schweigen und Gesten Macht entsteht. Wie Scham zum Werkzeug wird, besonders für Frauen. Gleichzeitig ist da Ola, die Feministin und Freundin, die mit Humor, Mut und einem gesunden Maß an Widerspruch auftritt. Sie bringt Licht und Reibung zugleich und stellt unbequeme Fragen: „Ich möchte am liebsten einwerfen, dass es einen Unterschied gibt, ob man zu jemandem gehört oder jemandem gehört.“ (S. 152) Der Roman ist leicht zu lesen, sprachlich zugänglich, und doch voller kluger Gedanken über Geschlechterrollen, Herkunft und Selbstermächtigung. Manchmal hätte ich mir noch mehr Tiefe oder Perspektivwechsel gewünscht, aber die psychologische Spannung, die Dialoge und die Ehrlichkeit machen das mehr als wett. Fazit Ein Buch, das zeigt, wie komplex Beziehungen sind – und wie unbewusst Gewalt geschehen kann. Für alle, die sich für feministische Themen, Machtstrukturen und psychologische Spannung interessieren. Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges Buch. Danke an Frankfurter Verlagsanstalt und netgalley.de für das Rezensionsexemplar.
Hat mir sehr gut gefallen, hab es als Hörbuch gehört. Kann ich sehr empfehlen! Und darum geht’s: Ein Wochenende an der Ostsee bringt zwei Paare und ihre Freundin Ola in eine angespannte Situation. Ola, offen feministisch und bisexuell, stößt auf Widerstand, besonders bei Christian. Zwischenmenschliche Konflikte, Machtspiele und unausgesprochene Spannungen eskalieren, als zwei Frauen plötzlich verschwinden.

"Das Wort Fremdscham war zum Beispiel neu für mich. Ich kannte es aus der polnischen Sprache nicht und verstand so mehr und mehr, dass ich mich in eine Kultur integrierte, in der den Menschen die eigene Scham nicht reicht, sodass sie sich sogar für andere mitschämen." (S. 21) Dieser Gedanke prägt Bianca Nawraths neuen Roman, in dem es genau um diese doppelte, manchmal zerstörerische Scham geht – die eigene und die fremde. Besonders verbreitet ist dieses Phänomen in Paarbeziehungen, bestehend aus je einem Teil toxischer Männlichkeit und einem Teil toxischer Weiblichkeit. Christian und Amalia sind ein solches Paar. Gemeinsam mit Kata und Lenny sowie Katas Cousine Ola - unbequeme Single-Frau - machen sie einen Kurztripp an die Ostsee. Man hat sich im Sommerhaus von Katas Eltern einquartiert und dort geht es ähnlich niveaulos zu wie im gleichnamigen Assi-TV-Format, inklusive Klischees und Stereotypen. Was zunächst nach einer harmlosen Auszeit klingt, entpuppt sich schnell als Bühne für Machtspiele, unterdrückte Konflikte und die Frage, wie viel Schweigen eine Freundschaft erträgt. Direkt bei Abfahrt bahnt sich bereits eine ungute Dynamik zwischen Christian und Ola an. "Ola traut sich Widersprüche zu, innere wie äußere, und wirkt dabei nicht mal, als wäre Widerspruch etwas, das man sich trauen müsste." (S. 189) Christian ist wohl das, was man einen Macho nennt. Obwohl er sich selber niemals so bezeichnen würde. Allerdings fühlt er sich auffallend häufig provoziert und in seiner Männlichkeit verletzt. Zum Beispiel wenn eine Frau ihm erklärt, wie man einen Grill richtig bedient, oder wenn sie sich über seinen Berufsstand (Polizist - gehobener Dienst) abfällig äußert. Ola ist jedenfalls ordentlich auf Krawall gebürstet und sucht schon fast die Konfrontation. Amalia und Kata sind auf unterschiedliche, aber gleichermaßen ungesunde Weise, verhaftet in Mädchen- und Pärchen-Klischees. Ein permanentes Rollenspiel: Was muss ich tun, damit; wie muss ich gucken, wenn; was muss ich sagen, um. An-streng-end! Sie ignorieren konsequent, was sie selber wollen, weil einzig zählt, dem Partner zu gefallen. Vor allem Amalia scheint geradezu drum zu betteln: Bitte stopft mir doch rosa Watte in die Ohren und füttert mich mit Kreide, damit ich immer schön lieb und angepasst sein kann. Das für alle offensichtliche Fehlverhalten Christians wird nicht nur geduldet, Amalia ist an einer Tour damit beschäftigt, ihn zu beschwichtigen, Wogen zu glätten und sein Verhalten zu erklären und zu entschuldigen. Und das doch eigentlich nur, weil sie sich für ihn schämt. Ihre Scham ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Strategie des Überlebens in einer ungleichen Beziehung. Lediglich Ola bietet Christian die Stirn und auf einmal bricht auch Amalia aus ihrem engen Kokon aus. "Mir war nicht bewusst, dass das Fallen zum Fliegen dazugehört." (S. 245) Psychologisch dicht, wenn auch nicht wahnsinnig tief, stellt der Roman einiges an Fragen: Wann wird Nicht-Einmischung zur Komplizenschaft? Wie kann man sich aus einer selbstzerstörerischen Beziehung lösen? Und was bedeutet Solidarität im Angesicht toxischer Strukturen? Ola ist in dieser Konstellation nicht nur Störfaktor, sondern auch Katalysator. Ich mochte ihre Art, wie sie den anderen so ein subtil unangenehmes Gefühl vermittelt. Durch Ola brechen Muster auf, ihre Freunde stellen ihr eigenes Verhalten und ihre Beziehungen infrage. „Schöne Scham“ ist ein literarisches Kammerspiel, das mit wenigen Figuren die ganze Spannweite zwischen Anpassung, Scham und Befreiung auslotet. Nawrath rückt den schönen Schein ins grelle Licht, denn: "Disney hat uns einfach allen ins Hirn geschissen." (S. 98)
. Die Themen aus dem Buch sind So wichtig sie laut auszusprechen : Die toxische Beziehung, die Scham, die einen oft als Frau eingeredet wird, andere Menschen die aus Scham auch nichts unternehmen... Usw. Einfach brillant geschrieben , es wird immer jeweils aus der Sichtweise einer d3r 3 weiblichen Hauptfiguren erzählt und macht im Nachgang ein schamhaftes Gefühl, weil man schon mindestens eine der Denkweisen in der Vergangenheit war. So geht es mir zumindest. Als ich jung war hatte ich selbst so einen Christian und hätte mir im Nachhinein eine Ola gewünscht, und nicht eine Kata und einen Lenny, die sich auch nicht einmischen wollen Toller Roman!!!
Ein eindringliches, wichtiges und sehr bewegendes Buch, das lange im Kopf bleibt
Schöne Scham“ ist eines dieser Bücher, das nicht nur gelesen wird, sondern nachhallt. Es beleuchtet auf eine unglaublich feinfühlige und zugleich schonungslose Weise, wie Gewalt in Beziehungen entstehen und bestehen kann, ohne dass sie von außen sofort als solche erkannt wird. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass das Buch etwas sichtbar macht, das im echten Leben oft im Verborgenen bleibt: die leisen Verschiebungen, die kleinen Grenzüberschreitungen, das langsame Gewöhnen an etwas, das eigentlich nicht normal ist. Genau darin liegt für mich eine große Stärke dieses Buches. Es zeigt, wie schwer es für Betroffene sein kann, die Situation selbst klar zu erkennen, weil Gewalt selten plötzlich und offensichtlich beginnt. Besonders berührt hat mich auch die Perspektive auf das Umfeld. Das Buch macht deutlich, wie schwierig es für Außenstehende sein kann, richtig zu reagieren. Man spürt vielleicht, dass etwas nicht stimmt, aber Unsicherheit, Höflichkeit oder Angst, sich einzumischen, halten viele Menschen zurück. Gleichzeitig wird klar: Nicht zu reagieren ist letztlich auch keine Lösung. Für mich hat „Schöne Scham“ eine wichtige, fast aufklärerische Funktion. Es öffnet den Blick für Dynamiken, die oft übersehen werden, und zeigt, wie komplex und vielschichtig solche Situationen sind. Ich hätte mir gewünscht, ein Buch wie dieses früher gelesen zu haben – und ich wünsche mir, dass viele andere Menschen es lesen. Vielleicht hilft es manchen, Warnzeichen früher zu erkennen. Vielleicht ermutigt es andere, nicht wegzusehen.
„Das Wort Fremdscham war zum Beispiel neu für mich. Ich kannte es aus der polnischen Sprache nicht und verstand so mehr und mehr, dass ich mich in eine Kultur integrierte, in der den Menschen die eigene Scham nicht reicht, sodass sie sich sogar für andere mitschämen.“ Fünf Freund:innen verbringen ein Wochenende in einem Sommerhaus an der Ostsee. Was erst ganz entspannt beginnt, schaukelt sich schnell hoch und es entstehen Konflikte. Hat Lenny Kata mit seiner Ex betrogen? Wie bringt sich Ola als Neue der Gruppe ein? Und was ist eigentlich Christians Problem? Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich auf Bianca Nawraths Buch hiiiingefiebert habe. Autorin, Cover, Klappentext — hat mich alles abgeholt und auch nicht enttäuscht. Die Geschichte rund um Kata, Ola, Amalia, Christian und Lenny wird abwechselnd aus den Perspektiven der weiblichen Figuren erzählt. Das und ihre ganz verschiedenen Charakter machen das Erzählte abwechslungsreich. Wie der Titel suggeriert, ist das übergreifende Motiv die Scham. Und das sowohl im s*xuellen Sinn als auch in weiteren patriarchalen Mustern: Welche unterschiedliche Scham existiert zwischen den Gendern und woher stammt sie? Wie weit pushen patriarchale Strukturen unsere Scham? Was Bianca Nawrath hier gut gelingt, ist, sowohl strukturelle als auch individuelle Gründe für Scham aufzuzeigen und welche (extremen) Auswirkungen diese haben kann. Dabei werden die Themen Herkunft, Sozialisierung, Klasse, mental health und Familie behandelt. Und auf die schönste Weise schafft es der Roman, das alles mit Humor zu erzählen. Ich möchte euch allen dieses ganz ganz tolle Buch ans Herz legen, lest es und lacht und leidet mit den Protagonist:innen. Ihr werdet ne super Zeit haben. 🦋🧈
Schöne Scham von Bianca Nawrath ist ein starkes, eindringliches Buch über emotionale und körperliche Gewalt in Beziehungen. Es zeigt, wie subtil Missbrauch beginnen kann und wie schwer es ist, sich daraus zu lösen. Besonders berührend und interessant fand ich die Frage nach der Verantwortung der Menschen im Umfeld , Freundinnen, Bekannte, die etwas ahnen, aber schweigen. Nawrath schreibt klar, direkt und ohne Pathos, was das Ganze nur noch näher gehen lässt. Ein wichtiges, schmerzhaft ehrliches Buch.
Ich hatte was anderes erwartet, wurde aber mit dem worum es letztlich ging keineswegs enttäuscht. Ich mochte die kurzen Abschnitte und dass das Buch aus der Sichtweise der drei Frauen geschrieben wurde.
Es folgen Spoiler: Puh, das Buch hat mich sehr überrascht. Mit der Thematik hatte ich nicht gerechnet, aber es hat mir sehr gefallen. Ich wünsche mir mehr Olas auf dieser Welt. Und ich wünsche mir das die Lennys und Katas dieser Welt aufhören wegzuschauen und den Olas Glauben. Und vor allem das die Amalias dieser Welt unterstützt werden, denn ihnen gehört unser Rückhalt. Und an die Christians dieser Welt: Schämt euch!!! Die Scham muss die Seite wechseln! Im Buch wird dieses Zitat ebenfalls erwähnt. Es ist mehr als nicht in Ordnung Gewalt anzuwenden, Gewalt in jeglicher Hinsicht. Und auch hier geht es um eine strukturelle Gewalt. Diese Gewalt ist kein Einzelfall, und vor allem: SIE DARF NICHT PRIVAT BLEIBEN! Das ewige "man darf sich nicht in die Beziehung anderer einmischen" ist ein Problem. Man muss, man sollte sich einmischen wenn man sowas mitbekommt. Diese Scham müssen wir ablegen. Diese Scham dazu keine Stellung zu beziehen! Und noch eine Ergänzung: Christian wird hier zunächst als netten Mann dargestellt, hat einen 'angesehenen' Beruf, war in der Schule beliebt, macht seiner Partnerin Geschenke und sagt sie sei die beste. Dennoch ist er Gewalttätig. Es sind auch die netten Männer. Man kann ihnen nicht ansehen was sie zuhause machen, was in geschlossenen Zimmern passiert. Frauen verdienen es das man ihnen glaubt, auch wenn der Mann doch so nett zu sein scheint. Denn der Schein trügt. Vielleicht auch weil sie sich nicht schämen, weil es so einfach ist mit allem durch zu kommen. Weil es so einfach ist wenn man doch nach außen hin nett ist und sich zu benehmen weis.
Unterhaltsames Hörbuch, wichtige Thematik, die mehr Raum finden sollte, konnte mich jedoch nicht ganz abholen. Ich kann gar nicht so genau benennen, was mir gefehlt hat. Ich habe lange auf dieses Buch hingefiebert und war dann leider etwas enttäuscht von der Umsetzung. Vielleicht hätten ein paar mehr Seiten der Geschichte gut getan und für eine noch tiefere Auseinandersetzung mit der Thematik gesorgt.
Grandios geschrieben!
Worum geht’s? Zwei Paare, bestehend aus langjährigen Freunden, machen gemeinsam Urlaub in einem Ferienhaus an der Ostsee. Zum ersten Mal ist Ola als einzige Single dabei und wird schon während der Autofahrt zum „Störfaktor“ für Christian. Christian, der die perfekte Beziehung mit Amalia führt und dies in großen Worten und Gesten überbetonen muss. Kata und Lenny sind in der Paarkonstellation eingespielt, finden Olas Spitzen irritierend, doch bevor sie reflektieren, ob an ihren Bemerkungen vielleicht etwas dran sein könnte, sind sie schon eifrig am Beschwichtigen. Unter der freundlichen Oberfläche beginnt es zu brodeln, zwischen den Freunden, aber auch innerhalb der Paarbeziehungen. Mein Leseeindruck: Grandios. Das Buch ist grandios geschrieben, mit sprachlichen Bildern, die einem das Herz öffnen, und Charakteren, die so greifbar werden, als wäre man tatsächlich mit ihnen bekannt. Ola ist, wer hätte es gedacht, meine Lieblingsfigur. Feministin, gesellschaftskritisch, viele ihrer Kommentare hätten von mir sein können. Ihre Beobachtungen wären mir vermutlich genauso ins Auge gesprungen. Auf eindringliche Art wirft Bianca Nawrath immer wieder die Frage auf: Wann ist es angemessen, sich der eigenen Scham zu stellen, in anderer Leute Beziehung einzudringen, Unfairness aufzudecken, Kontra zu geben und wann ist es für die Situation besser, den Mund zu halten? Durch die verschiedenen POVs wird deutlich, dass Scham für jeden etwas anderes bedeutet. Zugleich stellt Bianca die Mechanismen einer toxischen Beziehung so real dar, dass ich mich an eigene und Erfahrungen von Freundinnen erinnert fühlte. Zu guter Letzt wird weibliche Solidarität in den Fokus gerückt und mit der Bezeichnung Hexe gespielt. Als Eigen- und Fremdbezeichnung wird das Wort Hexe zunehmend mit Kraft gefüllt, und ich liebe es.Wieso auf dem Cover Butter und ein Schmetterling abgebildet sind – dafür müsst und solltet ihr das Buch lesen. Oder das Hörbuch von Bianca selbst gelesen hören – es ist eine Wonne.

Schnell und leicht an einem Tag durchgehört.
5 Freunde fahren gemeinsam in den Urlaub, 2 Paare, 1 Singlefrau. Es tun sich verschiedene Charaktere und Beziehungsdynamiken auf. Schnell wird deutlich wie patriarchale Strukturen einige der Beziehungen untereinander prägen. Es scheint als wäre Ola, die Single ist, die einzige, die das sieht und eine Problematik erkennt. Könnte das ein Grund dafür sein, dass sie Single ist? Insgesamt habe ich nach Lesen des Klappentext tatsächlich etwas mehr von dem Buch erwartet. Ich weiß aber nicht genau was, vielleicht einen größeren Wowfaktor? Letztlich ist das Hörbuch mit knapp fünfeinhalb Stunden Recht kurz und kann meine Erwartungen vermutlich nicht erfüllen. Kurzweiliges Hörbuch, was patriarchale Muster aufdeckt und zum nachdenken anregen kann, wenn man sich noch nie mit diesen Themen beschäftigt hat. Für mich war tatsächlich nichts neues dabei. Dennoch würde ich das Buch empfehlen.
Macht vs. Selbstverantwortung
2 Paare, eine Singlefreundin und ein Wochenende, das seicht beginnt, aber schnell an Fahrt aufnimmt. Für mich fast schon eine Art Kammerspiel, in dem nach und nach die Masken fallen und wichtige Themen wie toxische Beziehungen, Macht und vor allem eben auch Scham freigelegt werden. Die Geschichte entwickelt sich langsam, steigert sich aber zum Ende hin deutlich. Definitiv lesens- bzw. hörenswert!




















































