Adama

Adama

Hardback
3.819

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Description

Adama ist Familien- und Generationen-Roman, chronique scandaleuse von Israel, Polit-Thriller und Kriminalroman. Ein mitreißendes historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille.

1946 beginnt die junge Ruth, sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, getrieben von jugendlichen Idealen in einem Land, das ihr feindlich gesinnt ist. Sie ist eine ungarische Zionistin, die, anders als die meisten Mitglieder ihrer Familie, den Nazis in Budapest entkommen konnte. Ruth wird das Herz des Kibbuz Trashim, und für sie ist der Kibbuz heilig, heilige Erde, also »Adama«, seine Existenz ist ihre Lebensaufgabe. Wenn dafür knallharte Entscheidungen nötig sind, dann wird sie sie treffen, inklusive Gewalt und Mord.

Wir folgen Ruth und den Ihren durch die Jahre 1945 bis 2009. Und damit durch die Turbulenzen des Staates Israel – die Auseinandersetzung mit den Briten, die Vertreibung der Araber, der Sechs-Tage-Krieg und der Jom-Kippur-Krieg machen Ruth womöglich noch zäher und härter. Neben dem Porträt einer beeindruckenden Frauenfigur und ihrer Familie, schreibt Lavie Tidhar auch die Gewaltgeschichte Israels fort.

Book Information

Main Genre
Thriller
Sub Genre
Political & Legal
Format
Hardback
Pages
425
Price
22.70 €

Author Description

Lavie Tidhar, geb. 1976 in Israel, ist ein Superstar und gleichzeitig Enfant terrible der Science-Fiction und Fantasy. Ausgezeichnet u.a. mit dem World Fantasy Award und dem John W. Campbell Memorial Award. Seit 2013 lebt er in London. Maror wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2024 (2. Platz) ausgezeichnet und belegte Platz 1 der Jahres-Krimi-Bestenliste 2024.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
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Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
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N/A
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
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Pace

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Writing Style

Simple0%
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Posts

7
All
4.5

Adama bedeutet auf Hebräisch Land, kein Adama ohne dam, und dam bedeutet Blut. Die Geschichte von Ruth und ihrer Familie beginnt im Jahr 1945. Ruth hat als einzige ihrer Familie den Holocaust überlebt, die ungarische Zionistin möchte sich im Kibbuz Trashim in Palästina ein neues Leben aufbauen. Sie ist knallhart und geht über Leichen, um ihre Ziele zu erreichen. „Sie hatte etwas Kaltes, Grausames in sich. Einmal hatte sie einen Jungen verprügelt, weil er Shosh geärgert hatte. Sie hatte ihn so lange mit einem Stein geschlagen, bis er fast gestorben wäre. Aug um Aug, Zahn um Zahn, hatte sie immer gesagt. Das stand im zweiten Buch Mose.“ Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt von einem Jahrzehnt ins nächste. Zu Beginn lernen wir Ruths Enkel Lior kennen, der in Tel Aviv lebt. Er kehrt ins Kibbuz zurück, um an der Beerdigung seines besten Freundes Danny teilzunehmen. Danny soll sich das Leben genommen haben, doch Lior ist davon überzeugt, dass er ermordet wurde. Er erinnert sich wehmütig an die gemeinsame Kindheit im Kinderhaus des Kibbuz. Viel lieber als im Kinderhaus hätte er mit seinen Eltern zusammengelebt, er hat die Nähe zu ihnen schmerzlich vermisst. Ruths Schwester Shosh war nach dem Krieg eine Displaced Person „eine Vertriebene ohne Zuhause, in das sie zurückkehren, und auch ohne einen anderen Ort, an den sie gehen konnte.“ Aufgrund der vielen Charaktere und der Zeitsprünge war es nicht leicht, den Überblick zu behalten, wer mit wem verwandt und wer in wen verliebt ist. Ein Personenverzeichnis oder ein Stammbaum der beiden Schwestern wäre sehr hilfreich gewesen. Wir erhalten einen Einblick in die Geschichte des Staates Israels von der Gründung im Jahr 1948 bis heute und das Leben in der Gemeinschaft in einem Kibbuz. Der Titel, der das Wort Blut enthält, passt sehr gut, da in dem Thriller viel Blut fließt, für meinen Geschmack sogar zu viel. Shoshs Kinder und Enkel, die nach Amerika ausgewandert sind, waren mir sympathischer als Ruths Nachkommen, die genau wie sie für Adama über Leichen gegangen sind. Ich hätte mir mehr Empathie und Liebe für Ruth und ihre Familie gewünscht. Die Handlung war spannend, doch die Charaktere blieben mir fern. Für mich war es viel mehr ein Thriller als ein Familienroman.

2.5

Schöne Geschichte, aber handwerklich ausbaufähig

Die Thematik hat mich sehr interessiert, da ich bisher noch nicht viel über die Geschichte des Kibbuz gelesen hatte. Auch die Idee des Buches gefiel mir - Es wird die Familiengeschichte einer ungarisch-jüdischen Familie in den Jahren 1946 bis 2009 in Israel gezeigt. Allerdings haben die handwerklichen Fehler des Buches den Lesegenuss sehr eingetrübt. Die Geschichte startet in der „Gegenwart“ und ich habe mich auf den ersten gut 100 Seiten die ganze Zeit gefragt, worum es überhaupt geht. Kurz zusammengefasst: Es wird jemand ermordet….das hätte auch deutlich kürzer gefasst werden können. Erst ganz am Ende des Buches nach weiteren 300 Seiten!!! wird die Erzählung vom Anfang wieder aufgegriffen. In dem Teil dazwischen findet die Erzählung in der „Vergangenheit“ statt. Dieser Teil ist zwar deutlich spannender. Dennoch trifft die Bezeichnung „Thriller“ aus meiner Sicht nicht zu. Es handelt sich eher um einen Roman/Familienepos. Die deutsche Übersetzung führte leider außerdem an vielen Stellen zu Wortfehlern, wie Zeitfehler und Verwechselung von Namen. So etwas finde ich sehr schade, da es der Leistung der Autorin / des Autors nicht gerecht wird. Aus meiner Sicht, also keine uneingeschränkte Leseempfehlung, aber mach dir auf jeden Fall ein eigenes Bild 😉

4

Wie viel bleibt vom Ich, wenn alles der Gemeinschaft gehört? - Ein Familienroman, der Israels Geschichte geschickt einbindet

🇮🇱 Israel | ❤️ Emotional | 🫂Gemeinschaft 60 Jahre, vier Generationen, viele Schicksale – Adama von Lavie Tidhar ist nur oberflächlich ein Thriller. In Wahrheit erzählt der Roman von einer Familie, deren Leben wir über Jahrzehnte hinweg begleiten. Statt einer zentralen Handlung entfalten sich lose verbundene Episoden mit jeweils eigenem Schwerpunkt. Wir folgen den Angehörigen einer Familie, die in einem Kibbuz zusammenlebt – eine Geschichte voller Liebe, Verlust und Gewalt. Bedeutsame Ereignisse aus der Geschichte Israels werden clever als Hintergrundrauschen wahrnehmbar, sind aber nie das dominante Thema. Besonders bewegend sind die Szenen, die das Zusammenleben im Kibbuz zeigen. Sie eröffnen Einblicke in eine Welt, die mir zuvor völlig fremd war. Der Roman berührt viele zentrale Themen: den Konflikt zwischen Gemeinschaft und Individualität, das Eigene und das Fremde, Tradition und Moderne. Tidhar erschafft hochemotionale Szenen, besonders in der Darstellung des Verhältnisses zwischen Eltern und Kindern. Freude und Trauer liegen dicht beieinander – und werden immer wieder von Momenten schockierender Gewalt durchbrochen. Für fünf Sterne reicht es mir dennoch nicht: Durch die episodische Struktur wird die Erzählung immer wieder unterbrochen, und die Identifikation mit einzelnen Figuren bleibt begrenzt. Das Individuum geht hier – ganz wie im Kibbuz – in der Gemeinschaft unter. Adama ist damit ein gesellschaftlich und politisch hochrelevanter Roman, der Israels Geschichte mit beeindruckender Balance und ohne Schönfärberei erzählt.

Wie viel bleibt vom Ich, wenn alles der Gemeinschaft gehört? - Ein Familienroman, der Israels Geschichte geschickt einbindet
4

Adama“ erzählt die Geschichte von Ruth, einer jungen ungarischen Zionistin, die 1946 in Palästina ankommt und dort den Kibbutz Trashim aufbaut. Für sie ist dieser Boden – Adama (hebräisch für „Erde“) – heilig. Der Roman begleitet Ruth und spätere Generationen ihrer Gemeinschaft von der Staatsgründung Israels bis ins Jahr 2009. Dabei verknüpft Lavie Tidhar Familien- und Generationengeschichte mit politischen Ereignissen wie Konflikten mit britischen Truppen, Kriegen und gesellschaftlichen Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Als Thriller würde ich den Roman nicht beschreiben. Wenn man diesen Anspruch hat, dann wird man etwas enttäuscht. Es ist aber ein spannender Roman über eine Familiengeschichte vor dem Hintergrund politischer/ Geschichte Entwicklungen in Israel. Ich fand spannend und lehrreich.

3.5

Hochaktuell

Zum einen finde ich das Buch als Thriller zu vermarkten nicht richtig. Dies ist vielmehr ein Familienroman, ein Generationenroman und eine Chronologie eines israelischen Kibbuz. Die Geschichte wird achronologisch erzählt, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre, da es keinerlei Spannung hinzufügt. Obwohl hier durchaus Gewalt und waffen vorkommen, ist die Bezeichnung Thriller nicht sonderlich akkurat, wenn dann eher Politthriller. Die Sprache ist sehr verständlich und leicht zu lesen, wenn auch ziemlich poetisch an einigen Stellen. Das Thema Israel ist vielleicht momentan so hochaktuell, wie schon lange nicht mehr und dass der Autor Israeli ist, führt zwangsläufig dazu, dass es hier an einigen Stellen etwas zionistisch wird. Leider konnte mich das Buch nie wirklich überzeugen, da es mich selten mitfühlen lies und auch so selten Spannung erzeugt wurde.

4

Leben in Israel

Für mich ist dieser Roman kein Thriller,  sondern die Geschichte über ein Land und seine Menschen.  Stellvertretend hierfür wird die Geschichte von Ruth, ihren Geschwistern, Enkeln und Freunden erzählt.  Das geht leider nicht ohne Gewaltszenen und es zeigt auch, zu was Menschen fähig sind,  wenn es die Lebensumstände fordern, oder der Fanatismus. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sie spielen in verschiedenen Jahren und werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Sehr interessant fand ich die Schilderungen über das Leben im Kibbuz.  Es ist vom Gemeinschaftssinn geprägt. Die Kinder werden im Kinderhaus erzogen,  ihre Mütter sehen sie nur wenige Stunden am Tag. Alles wird geteilt,  es gibt kein Eigentum.  Man konzentriert sich auf das Wesentliche.  Dieses Leben gefällt nicht jedem. Der Schreibstil ist klar und präzise,  vielschichtige und bewegend. Ich habe zwar am Anfang ein bisschen gebraucht um rein zu kommen,  aber dann mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.  Vieles wird nicht ausformuliert,  man muss zwischen den Zeilen lesen und manches musste ich genauer recherchieren. Insgesamt ein sehr interessantes Buch,  dass zum Nachdenken angeregt. Allerdings sollten Leser,  die empfindlich auf Gewaltszenen reagieren,  Vorsicht walten lassen.

3

Eine Familiensaga über 4 Generationen über die Gründungszeit Israels. Hauptschauplatz ist ein Kibbuz als Versuch, eine „bessere“ Welt zu entwickeln. Obwohl häufig als Krimi oder Thriller kategorisiert, ist das Buch aus meiner Sicht keins davon. Die Geschichte war interessant, auch gut geschrieben, allerdings streckenweise etwas langatmig.

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