Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
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Description
London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Krieges jeder etwas zu verbergen hat.
Book Information
Author Description
Jessica Fellowes, bekannt durch ihre Begleitbücher zur weltberühmten Serie »Downton Abbey«, arbeitet als Journalistin und Referentin und war früher als stellvertretende Chefredakteurin von Country Life tätig. Sie ist die Nichte von Julian Fellowes, Schauspieler, Romanautor und Verfasser der »Downton Abbey«-Drehbücher. Jessica Fellowes lebt mit ihrer Familie, einem Labradoodle und zwei Hühnern in Oxfordshire.
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Wer Downton Abbey kennt und liebt sollte dieses Buch definitiv lesen. Die Autorin Jessica Fellowes ist die Nichte des Schöpfers von Downton Abbey und dementsprechend gibt es ein paar Parallelen, ohne dass das Buch wie eine Kopie erscheint. Wir starten hier im Jahr 1920. Louisa ist eine wundervolle Protagonistin und ich bin ihr gerne durch ihre Abenteuer gefolgt. Sie ist stark, loyal und hartnäckig . Ich hab sie sehr gemocht. Und Guy... Nun den muss man einfach liebhaben 🥰 Die Geschichte wird sachte erzählt, ist durchweg interessant und ich würde ihn in die Kategorie Cosy Crime packen, falls man eine Schublade benötigt. Und obwohl wir uns in der Nachkriegszeit vom ersten Weltkrieg bewegen und natürlich auch der Schreibstil dementsprechend ist wirkt die Geschichte weder staubig, noch zu geschwollen, noch verliert sich die Autorin in allzu vielen (unnötigen) Details. Durch Downton Abbey hatte ich natürlich eine gewisse Vorstellung, was für mich aber eher positiv, als nachteilig war 😇 Ähnlich aber nicht das selbe! Und dazu noch mit Crime... Ich hab's geliebt und werde sicher auch noch die anderen Teile lesen. Und mein Cosy Crime Herz hofft auf eine Verfilmung, idealerweise als Serie... Ein Spin-off wäre ein Traum❤️🥰🤭
Überraschung auf meinem SuB 🤩
Ein historischer Roman mit Familiendramen und Krimi-Elementen? Genau das bekommt man hier in diesem tollen Roman. Den Mord hatte ich relativ schnell durchschaut, jedoch blieb das Motiv für mich offen und es gab am Schluss einen guten Twist, der mich begeistern konnte. Auch eine Liebesgeschichte findet hier ihren Platz, jedoch kommt die ganz ohne Kitsch aus, was mich sehr gefreut hat. Die erste Schwester der Mitfords ist Nancy Mitford und sie war mir leider sehr unsympathisch, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie die älteste Tochter ist und dazu noch sehr verwöhnt durch das Geld ihrer Eltern. Das ist für mich jetzt aber kein Punkt, den ich in meine Sterne einfließen lasse, da es klar ist, dass Reiche sich so verhalten. Zu ihrem 18. Lebensjahr hin hat sie eine kleine Entwicklung durchgemacht und ist doch noch ein bisschen aus diesem Kindlichen rausgekommen. Auch der erste Weltkrieg spielt im Buch eine Rolle, jedoch in so einem Rahmen, in dem es mir nicht zu viel wurde. Insgesamt konnte mich der Roman sehr begeistern.

Überraschendes Krimi Highlight
Das Buch hat sich super leicht und flüssig gelesen. Einmal richtig drin, wollte ich am liebsten gar nicht aufhören zu lesen. Die Geschichte baut sich ruhig, aber sehr interessant auf und ist eher ein gemütlicher Krimi zum miträtseln. Man lernt die Familie auf Mitford Manor kennen und lebt sich bei ihnen mit Louisa ein. Was die junge Frau durchmacht, bis sie dort ankommt hat sie einem schnell ans Herz wachsen lassen. Man wünscht sich für Louisa einfach etwas schönes und einen neuen Anfang. Aber da ist ja der ungeklärte Mord der sie verfolgt und in den sie ungewollt verwickelt wird... Die Spannung fand ich für gemütliches Lesen genau richtig. Auch, wenn mir nicht alle Figuren rund um sympathisch waren, ist es insgesamt ein toller Cast und abwechslungsreich. Von denen man so einige Verdächtigen kann. Auf Band 2 und einen weiteren Krimi in der Welt von Mitford Manor freue ich mich.
Klappentext: London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Ersten Weltkrieges jeder etwas zu verbergen hat. [Quelle: Piper Verlag] Meine Meinung: Ich finde die 1920er Jahre schon immer sehr spannend. Und vor allem das Pompöse bei den reicheren Familien wirkt sehr anziehen, weil es wie eine ganz andere Welt wirkt. Und so konnte ich in diesem Buch diesbezüglich auf jeden Fall auf meine Kosten kommen. Es gibt immer wieder detaillierte Beschreibungen von Parties und von den Kleidern, die die Besucher tragen. Doch auch abseits dieser Auftritte hat dieses Buch einiges zu bieten und hat mich direkt vom ersten Moment an überzeugt. Die Geschichte dreht sich um Louisa, die gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Onkel in London lebt. Die Familie ist relativ arm und so muss Louisa ihrer Mutter schon in jungen Jahren bei der Arbeit helfen. Ihr Onkel lässt sich hingegen eher bedienen und rührt keinen Finger. Dass er Geld für die Wohnung oder das Essen gibt, ist nur ein Wunschdenken. Als Louisa von dem Job als Anstandsdame bei den Mitfords erfährt, tut sie alles, um dort hinzukommen und die Chance zu erhalten, sich zu beweisen. Und dieser Traum wird ihr erfüllt und sie zieht zu den Mitfords. Sie gewöhnt sich sehr schnell ein und hat vor allem zur ältesten Tochter, Nancy, ein sehr gutes Verhältnis. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass sie kaum älter als Nancy ist und sie somit schnell gemeinsame Themen finden. Louisa kann ihr Glück nicht fassen, genießt die Zeit bei den Mitfords und hofft, niemals wieder gehen zu müssen. Doch die Zeit wird durch die Ermordung von Florence Nightingale Shore überschattet, die eine Freundin der Familie war. Besonders Nancy scheint dieser Mord nicht mehr aus dm Kopf zu gehen und nach einigem Hin und Her überredet sie Louisa, diese Ermordung weiter zu untersuchen. Natürlich auf eigene Faust. Dass es hier zu Problemen kommen muss, ist abzusehen. Alles in allem war es wirklich ein tolles Buch. Wie eingangs schon beschrieben, hat mir vor allem das Setting der 1920er Jahre sehr gut gefallen. "Die älteren Damen trugen Diademe und dezente Kleider, wohingegen die Roben der Jüngeren Federn, Pailletten und mit Quasten versehene Gürtel um die Hüften zierten; dazu schmückten sie eng anliegende Halsketten und Strümpfe in allen möglichen Farben. Sie tänzelten auf ihren hohen Absätzen, schlangen sich verführerisch die Perlenketten um die Finger, entblößten ihre strahlend weißen Zähne, präsentierten ihre funkelnden Brillantohrringe." Auch die schnelle Freundschaft zwischen Louisa und Nancy war schön zu beobachten. Beide kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, finden aber trotzdem sehr schnell einen Draht zu einander. Dass Louisa eigentlich auch das Kindermädchen für Nancy sein sollte, tritt schnell in den Hintergrund. Für Louisa ist es trotzdem sehr schwer, ihren richtigen Platz zu finden, wenn sie mit Nancy zusammen ist. Ihr fällt es nicht leicht, sich als Kindermädchen zu sehen, sondern sieht sich eher als eine Freundin. Was Nancy auch befürwortet. Aber Louisa wird zwischendurch immer wieder klar, dass ihr Platz eigentlich ein anderer ist. Doch sie genießt die gemeinsame Zeit mit Nancy sehr, egal welche Pläne wieder geschmiedet werden. Nancy bezieht Louisa schnell mit ein und gibt ihr das Gefühl, eine gute Freundin zu sein. "„Ich weiß“, lenkte Nancy ein. „Und ich brauche dich hier. […]. Natürlich wollte ich früher aufs Internat, aber doch bloß, um der Hölle hier zu entkommen. Ich hatte niemanden, mit dem ich reden konnte. Aber dann bist du gekommen, und alles war plötzlich ganz anders.“" Ein weiteres Thema ist die Aufklärung des Mordes. Denn Nancy und Louisa versuchen zunächst, auf eigene Faust das Rätsel zu lösen und unterstützen im Verlauf des Buches die örtliche Polizei. Ohne zu viel vorweg zu nehmen, spielen bei der Aufklärung einige Ereignisse im ersten Weltkrieg eine große Rolle. Es ist spannend zu sehen, wie Louisa und Nancy kombinieren und glauben, den Schuldigen gefunden zu haben. Es ist unglaublich, wie verstrickt die Geschichte eigentlich ist und wie es die Autorin geschafft hat, die einzelnen Ereignisse zu verwickeln. Denn abseits der Geschichte an sich gibt es auch einige wahre Gegebenheiten, die hier in der Geschichte einen Platz gefunden haben. Was mir darüber hinaus noch gefallen hat, war das Setting des Buches. Es spielt in London und eine Woche, bevor ich es angefangen habe, war ich selbst im Urlaub dort und konnte dadurch einige Orte wiedererkennen. Das war besonders toll. Fazit: Es handelt sich hierbei um einen schönen und spannenden Roman, der mich dank Fellowes‘ Schreibstil zurück in die Goldenen Zwanziger geleitet und durch die Geschehnisse gezeigt hat, dass man immer auch hinter die Fassade der Menschen schauen sollte. Eine Leseempfehlung für jeden, den die 1920er Jahre interessieren und der es auch gern etwas spannender mag.
Überraschend gut. Ich hab irgendwie gar nichts erwartet und wurde dann echt überrascht. Es gab auch ernste Themen neben dem Mordfall aber auch viel Leichtigkeit. Hat mir gut gefallen. Allerdings hab ich irgendwie was anderes erwartet im Bezug auf die Familie Mitford. Also die Eltern kamen komplett unsympathisch rüber und wurden nicht gerade schillernd dargestellt. Nancy (wenn auch kindisch), Nanny Blor und Rosa haben mir aber gut gefallen, und Louisa und Guy auch. Die Hintergründe der Familie Mitford bzw. dass es sie wirklich gab war mir übrigens nicht bekannt und nun, nachdem ich mich grob informiert habe, hat die ganze Reihe für mich einen faden Beigeschmack leider. Ich verstehe zumindest nicht, warum die Faszination für diese Familie so groß war, dass man darüber Romane schreibt. Ich werde aber Band 2 noch lesen da ich die beiden gebraucht gekauft hier liegen habe.
Ein tolles Buch für Fans von Downtown Abbey und spannenden cozy Crime-Geschichten.
Als ihr Onkel Louisa für bestimmte Dienste anbieten will, um seine Schulden zu tilgen, flieht die junge Frau aus einem Zug und versucht, ihr Leben zum Besseren zu wenden, indem sie in Mitford Manor eine Stellung als Kindermädchen antritt. In eben jenem Zug wurde Florence Nightingale Shore ermordet, eine passionierte Krankenschwester, die im Krieg die Verwundeten gepflegt hat. Was zunächst nach zwei unabhängig voneinander verlaufenden Lebenssträngen klingt, soll sich bald schon überschneiden. Und Louisa, ihr Schützling Nancy und der Polizist Guy befinden sich recht schnell mittendrin in den Ermittlungen zu dem Tod von Florence.
Inhalt: Louisas Mutter ist krank und bettlägerig. Der Onkel hat sich nach dem Tod des Vaters bei der Familie eingenistet. Er verprasst sein Geld und trägt nichts zum Haushalt bei. Seine Lösung für seine Geldprobleme ist recht simpel. Er plant seine Nichte, Louisa, zu prostituieren. Louisa möchte nichts mehr, als diesem Albtraum entkommen. Als sie davon erfährt, dass die Familie Mitford ein neues Kindermädchen für deren Haushalt sucht, zögert sie nicht lange und schreibt eine Bewerbung. Gerade noch rechtzeitig erhält sie eine Antwort, denn ihr Onkel ist just im Begriff sie zu seinem pekuniären Nutzen zu verkuppeln. Zeitgleich mit Louisas Flucht ereignet sich in einem Zug auf der gleichen Strecke, die auch Louisa befährt, ein Mord. Später im Hause Mitford erfährt Louisa, dass es sich bei dem Opfer um eine Verwandte einer der Angestellten handelt. Bald schon befindet sich Louisa nicht nur auf der Flucht vor ihrem Onkel, sondern ist auch als freiberufliche Mordermittlerin unterwegs. Im Detail: Jessica Fellowes führt mit ihrem Reihenauftakt „Die Schwestern von Mitford Manor“ den Leser durch das England der zwanziger Jahre. Bei ihrer Protagonistin handelt es sich um die neunzehnjährige Louisa, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Der Onkel, der sich nach der Beerdigung des Vaters in dem kleinen Häuschen der Familie eingerichtet hat, macht ihr das Leben zur Hölle. Jeden Tag fürchtet sich Louisa davor, was er ihr antun könnte, nur um seine Schulden zu begleichen. Als sich für das junge Mädchen neue Zukunftschancen eröffnen, ist sie voller Hoffnung. Im Hause der Mitfords lernt sie zunächst die Angestellten, aber auch die Kinder der Familie kennen. Den Hausherren, Mr. und Mrs. Redesdale gilt es Respekt zu zeigen. Von ihrem Urteil und ihrer Stimmung hängt schließlich Louisas Zukunft ab. Im ersten Teil der Mitford Manor-Reihe bleiben die Kinder der Familie eher im Hintergrund. Man lernt sie namentlich kennen, begreift, dass es sich bei Tom um einen gut erzogenen Internatsschüler handelt und Pamela eher zurückhaltend wirkt. Der Fokus liegt hier aber im Wesentlichen auf der siebzehnjährigen Tochter der Familie. Nancy ist intelligent, neugierig, zielorientiert und weiß ihren Willen nur zu gut durchzusetzen. Bald schon entwickelt sich zwischen Louisa und Nancy eine Art Freundschaft. Wobei sich Louisa jederzeit bewusst ist, dass ihre Position stets die einer Angestellten bleiben wird. Als sich Nancys Neugierde auf den jüngsten Mordfall richtet, ist für das Mädchen klar, dass hier eigene Ermittlungen in Gang gesetzt werden müssen. Aus einer weiteren Perspektive, nämlich aus der Sicht des jungen Bahnpolizisten Guy, verfolgt der Leser, die Ermittlungen der Polizei. Diese scheint jedoch auf der Stelle zu treten. Der Fall wird bald ad acta gelegt. Guy, der sich in seiner Position nicht recht wohlfühlt und viel lieber für New Scotland Yard ermitteln würde, nimmt sich der Sache an. Mit Guy lernt der Leser einen typischen Bahnpolizisten kennen, der aufgrund seiner kleinen Börse noch bei seinen Eltern wohnt und von seinen Brüdern eher belächelt wird, als dass sie zu ihm aufblicken. Diese häusliche Situation, aber auch der Wunsch nach einer höheren Position, sind es, die Guy antreiben. Noch in den Anfängen der Geschichte treffen sich Guy und Louisa am Bahnhof. Guy möchte der jungen Frau, die in Schwierigkeiten steckt, unbedingt helfen. Er kauft ihr ein Ticket, damit sie noch rechtzeitig zu ihrem Termin gelangt, der ihr scheinbar so sehr am Herzen liegt. Und natürlich kommt es zu mehreren Annäherungen zwischen Guy und Louisa, eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich, die jedoch eher am Rande des Geschehens verläuft. Aber auch die Ermittlungen an dem Mordfall, schweißen sowohl Guy als auch Louisa zusammen. Diese Ermittlungen sind es, in die man als Leser während der Seiten immer mehr hineingezogen wird. Irgendwann beginnt man selbst die Details, die bereits gesammelt wurden, im Kopf zu verknüpfen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wer vielleicht der Täter dieses schrecklichen Zugmordes gewesen sein könnte. Fazit: Jessica Fellowes schreibt mit ihrem ersten Band der Mitford Manor-Reihe eine Geschichte, die britisches Kulturerbe mit seinen Bällen und Empfängen, dem aristokratischen Leben und der traditionelle Etikette, aber auch das britische Arbeitermilieu, in den Mittelpunkt rückt. Mit Louisa lernt der Leser eine sehr sympathische, außerordentlich tatkräftige und durchsetzungsfähige Persönlichkeit kennen. Schrullige Charaktere, wie der dörfliche Polizist Guy, der mit allen Mitteln versucht, den Täter dingfest zu machen, aber auch die selbstbewusste, neugierige und manchmal auch ein wenig störrische Nancy Mitford, verleihen der Geschichte einen besonderen Flair. Das Buch ist nach dem traditionellen Konstruktionsprinzip eines Kriminalromans gebaut. Diese klassische Form des Kriminalromans erzeugt Leserbindung durch die bis zum Schluss offen gehaltene Suche nach dem Täter. Die Schwestern von Mittwoch Manor – Unter Verdacht ist ein spannender und fesselnder Auftakt, der sich auch – aber nicht nur - für Fans erfolgreicher Kostümdramaproduktion à la Downton Abbey sicherlich lohnt.
Die 19-jährige Louisa lebt in London in den Nachwehen des Ersten Weltkriegs. Ihre Familie ist ebenfalls betroffen, wodurch sie von ihrem Onkel Stephen erpresst wird. Nur durch eine alte Bekanntschaft schafft sie es auf dem letzten Drücker zu entkommen und eine Anstellung im Haushalt der Mitfords zu erhalten. Doch die Vergangenheit holt Louisa ein, und im Gepäck hat sie einen Mordfall der Louisa näher geht als gedacht. „Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht“ wurde mit vom Verlag ans Herz gelegt, dabei wurde betont, dass es sich hier um eine Mischung aus Downton Abbey und Agatha Christie handelt, was natürlich sofort meine Neugier geweckt hat. Agatha Christie zählt seit ich klein bin zu meiner liebsten Krimi-Autorin und daher war ich umso gespannter auf dieses Schmuckstück. Die Protagonistin Louisa war mir schon auf den ersten Seiten sympathisch, sie lebt in schwierigen Verhältnissen und versucht dennoch das Beste daraus zu machen. Als wir sie kennenlernen ist sie quasi am Boden und versucht verzweifelt sich loszulösen von ihrem Onkel und seinen finsteren Machenschaften. Zudem wird zu Beginn auch von einem Mord berichtet, der scheinbar mit der Flucht von Louisa in Verbindung steht. Und mit diesen beiden Fäden, die zunächst lose wirken, entspinnt sich eine spannende und wunderbar geschriebene Geschichte, die den Leser wahrhaftig mitnimmt ins England der 1920er/1921er Jahre. Ich muss gestehen, dass mir die geteilte Handlung sehr gut gefallen hat. Zum einem ist da das Leben der Mitfords auf Mitford Manor, zudem Louisa ein Teil wird und wir somit abtauchen können in diese Welt. Ich fand es toll alle Mitford-Kinder kennenzulernen und dabei auch Einblicke in das Leben in einem solchen Haushalt zu erhalten. Ich finde diese Phase unserer Geschichte aufregend, man versuchte mit den Schwierigkeiten nachdem Ersten Weltkrieg klarzukommen, und dennoch ein normales Leben zu führen. Grade der Verlust der Männer, der natürlich auch im Buch angesprochen wird, hat die Familien belastet. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um den Mordfall und den jungen Polizisten Guy Sullivan, der durch einen Zufall bereits Louisa kennengelernt hat. Er wird mit der Ermittlung des Mordfalls betraut und scheint dabei in einer Sackgasse zustecken. Doch er beißt sich durch, einen Charakterzug, den ich an Guy total liebenswert finde, und lässt keine Gelegenheit aus zu erfahren wer Florence Nightingale Shore getötet hat. Guy ist dabei ein wirklich gelungener Charakter, er wirkt introvertiert und zurückhaltend, will sich aber eigentlich nur gegenüber seinen Brüdern und seinem Vater beweisen. Fazit: Der Vergleich zu Agatha Christie ist tadellos, man hat zeitweise, grade wenn der Kriminalfall im Vordergrund steht, wirklich das Gefühl in einem Miss Marple-Fall zu stecken. Auch die Mitfords sind eine spannende Geschichte. Die Kombination macht den Reiz von „Die Schwestern von Mitford Manor“ aus und hat mich die Lesestunden wirklich genießen lassen. Und natürlich gibt es noch ein fulminantes Ende, welches den Leser nicht loslässt.
Louisa lebt in London und wird von ihrem Onkel immer wieder in Schwierigkeiten gebracht. Über eine Freundin erfährt sie, daß die Familie Mitford ein Kindermädchen sucht und bewirbt sich dort. Nach abenteuerlichen Umständen schafft sie es die Stellung zu bekommen und freundet sich in Mitford Manor angekommen mit der ältesten Tochter Nancy an. Parallel dazu wird Florence Nightingale Shore auf dem Weg zu einer Freundin im Zug ermordet. In die Ermittlungen wird auch der Bahnpolizist Guy verwickelt, der sich mit dem offiziellen Ausgang der Ermittlungen nicht zufrieden gibt. Zusammen mit Louisa und Nancy beginnt er weiter zu ermitteln. Mir hat das Buch gut gefallen. Es war so richtig schön britisch, ein bisschen wie Downton Abbey. Kein Wunder, ist die Autorin ja wohl auch die Nichte des Autors von Downton Abbey. Die Ermittlungen stehen nicht unbedingt im Vordergrund, wir erfahren auch viel, was im Hause Mitford vor sich geht. Nancy fand ich manchmal ein wenig anstrengend in ihrer absoluten Selbstüberzeugtheit. Louisa hingegen war mir sehr sympathisch. Sie versucht etwas aus ihrem Leben zu machen und aus den Fängen ihres Onkels zu entkommen. Und auch Guy versucht alles um aus seinem Leben etwas zu machen. Gemeinsam schaffen sie es tatsächlich herauszufinden, was denn nun hinter dem mysteriösen Mord an Florence Nightingale Shore steckt. Zwischendrin hat es sich ein wenig gezogen, da ging es mehr um das Leben von Louise und Guy im allgemeinen und weniger um den Fall. Hier hätte das Ganze durchaus gestrafft werden können. Das Ende war hingegen noch einmal sehr spannend und auch ein wenig überraschend. Das Buch scheint das erste einer Reihe um die Mitford Schwestern zu sein, die in den dreißiger Jahren als Hitler -Fans zu Berühmtheit gelangten. In diesem Buch sind sie allerdings alle noch Kinder. Von mir gibt es durchaus eine Leseempfehlung für ein nettes, sehr britisches Buch, dass mich gut unterhalten hat und sich flüssig lesen lies.
So mittel... Nicht nur wegen des Alters der Hauptfiguren, die fast alle gerade dem Teenageralter entwachsen sind, kam mir das Buch anfangs vor wie ein Jugendbuch. Irgendwie waren mir die alle zu kindisch, Nancy Mitford ging mir die meiste Zeit ziemlich auf den Zeiger - so ein dummes, naives, verwöhntes Gör, neee! Gegen Ende nahm das Buch noch etwas Fahrt auf und war recht spannend, so dass es schon noch für 3 1/2 Sterne gereicht hat. Mehr Bücher aus der Reihe (Band 2 soll im Herbst 2019 auf Deutsch erscheinen ) werde ich aber eher nicht lesen, hat mich nicht wirklich überzeugt. Schade, denn da es ingesamt 7 Geschwister gibt auf Mitford Manor, sind vermutlich insgesamt 7 Bände dieser Reihe geplant, das wäre viel Lesestoff gewesen.
Als ich von dem Verlag gefragt wurde, ob ich nicht Interesse hätte, das neue Buch von Jessica Fellowes zu lesen, war ich anfangs etwas skeptisch. Ich muss gestehen, ich war noch nie ein großer Fan von historischen Romanen, tue ich mich – aus irgendeinem Grund – immer schwer damit, in diese Geschichten einzutauchen. Doch die Mischung aus Krimi und Historischer Roman machten mich neugierig. Außerdem hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, meinen literarischen Horizont zu erweitern und mich auch mal in unbekannte Gefilde zu begeben und Genres auszuprobieren, die ich bisher immer gemieden hatte. Ich griff also die Gelegenheit beim Schopfe, nahm die angebotene Kooperation des Verlages an und freute mich auf ein mir neues, unbekanntes Abenteuer. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass die Mitford Schwestern tatsächlich existierten und auch der Mord an Florence Nightingale Shore nicht vollends der Fantasie der Autorin entsprungen ist, sondern sich dieser tatsächlich im Jahre 1920 zugetragen hatte. Habt ihr schon mal ein Buch gelesen, das ein solch großes Interesse in euch geweckt hat, dass ihr, nachdem ihr es beendet hattet, stundenlang im Internet verbracht und recherchiert habt? Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht hat genau dieses Bedürfnis in mir ausgelöst. Sogar noch bevor ich das Buch beendet hatte, wollte ich mehr erfahren; wollte mehr wissen über die Familie Mitford, insbesondere über die sechs Töchter. Meine Befürchtungen, eventuell Schwierigkeiten sowohl mit dem Setting, als auch mit dem Schreibstil haben zu können, stellten sich bereits nach den ersten paar Seiten als unnötig heraus. Jessica Fellowes beschreibt alles ganz wunderbar bildhaft und lebendig. Wie ein Film spielen sich die Geschehnisse vor dem geistigen Auge ab und man sieht die schmutzigen und düsteren Gegenden Londons, das prachtvolle Anwesen der Mitfords, sowie die noblen Ferienorte an der Küste und die hübschen, kleinen, gemütlichen Cafés so deutlich vor sich, als wäre man selbst dort. Doch nicht nur die Orte und Geschehnisse beschreibt sie lebendig, auch die Emotionen der Menschen kommen so unglaublich gut rüber, dass es mir teilweise wirklich Gänsehaut verursachte, insbesondere die Gegensätze zwischen arm und reich, den Kriegsheimkehrern und den Daheimgebliebenen macht sie – dank offenbar intensiver Recherchen – in ihrer Geschichte um die Mitford-Schwestern sehr intensiv deutlich. Und obwohl ich glaubte, den Überblick über all die Figuren zu verlieren, was in einem Buch mit so unglaublich vielen, unterschiedlichen Figuren gar nicht so abwegig ist, stellte sich auch dies schon nach den ersten Kapitel als nicht zutreffend heraus, da aufgrund der detaillierten Beschreibungen und der Abgrenzungen der verschiedenen Handlungsstränge es keineswegs schwierig war, die Figuren auseinanderzuhalten und den Figuren zu folgen, zumal sämtliche von Ihnen ganz wunderbar ausgearbeitet und dargestellt sind, mit ihren Eigenarten und Liebenswürdigkeiten. Besonders angetan hat es mir hier Louisa, das Kindermädchen, das sich aufgrund ihrer Arbeit auf Mitford Manor ein besseres Leben erhofft. Nancy, die älteste der Mitford Töchter, ist nur zwei Jahre jünger als Louisa und möchte sie daher unbedingt als Freundin und Vertraute, statt als Kindermädchen und das obwohl sie, bis auf ihr Alter, nicht viel gemein haben. Die beiden jungen Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein, stammt Nancy aus einer ansehnlichen Familie, die auf so viele Bedienstete zurückgreifen kann, dass man es ihr nicht verübeln würde, würde sie all die Angestellten in ihrem Hause nicht mal beim Namen nennen. Louisa hingegen kommt aus ärmlichen Verhältnissen und teilte sich sogar ein Zimmer mit ihrer Mutter. Als Wäscherin ging sie ihrer Mutter zur Hand und versuchte so zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts beizutragen. „Ein bisschen kam es ihr so vor, als würden sie die Hände nacheinander ausstrecken, ohne sich ganz berühren zu können …“ Während ich Louisa unglaublich lieb gewonnen habe, hatte ich so meine Schwierigkeiten mit Nancy muss ich gestehen. Obwohl sie wohl anscheinend die umgänglichste der Mitford-Schwestern war, kam ich mit ihrem Charakter nur sehr schwer zurecht. Ich empfand sie als aufmüpfig, manchmal sogar als respektlos und frech. Wahrscheinlich ist es auch genau das, was sie auszeichnet, hat sie sich schon immer gruselige Geschichten ausgedacht und zum Spaß jeden in ihrer Umgebung, besonders ihre Geschwister, „auf die Schippe genommen“. Dennoch erschien sie mir für ihr Alter teilweise zu unreif, was mich stellenweise wirklich in den Wahnsinn trieb. Louisas Zweifel, ob sie sich nun tatsächlich auf eine Freundschaft zu ihr einlassen sollte oder nicht, konnte ich daher sehr gut nachempfinden. Auch ich war mir in manchen Situationen einfach unsicher, ob man Nancy vertrauen konnte oder nicht. Während Nancy also versucht, Louisa zu Dingen zu überreden, die sie ihren Job kosten könnten, und obwohl sie es tunlichst vermeiden möchte, ihre Stellung zu verlieren, lässt sie sich von Nancy doch zu den ein oder anderen Dingen überreden, was ihre Anstellung in Mitford Manor gefährdet. Und obwohl ich Louisa wirklich gleich von Beginn an in mein Herz geschlossen habe, war sie dennoch nicht mein Liebling der zahlreichen Figuren, die wir in dieser Geschichte begleiten dürfen. Mein Liebling und der wahre Held dieser Geschichte ist in meinen Augen Guy, der Bahnpolizist. Er ist hartnäckig und verfügt über echtes Durchsetzungsvermögen. Er ist hin und wieder etwas schüchtern, zurückhaltend irgendwie und vielleicht auch das ein oder andere Mal etwas ungeschickt, aber dennoch verfügt er über die Kämpfernatur eines Löwen. War er einer der Polizisten, die zum Tatort des schrecklichen Mordes an Florence Nightingale Shore gerufen wurden, wurde er späterhin von dem Fall abgezogen, lässt sich davon aber nicht unterkriegen, noch nicht einmal, als er bewusst die Grenzen überschreitet und das ein oder andere mal sogar gegen die polizeilichen Vorschriften verstößt. Auf eigene Faust ermittelt er weiter. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Mord an Florence Nightingale Shore aufzuklären, nicht nur, um ihr Gerechtigkeit zuzuführen, sondern auch, weil er davon träumt, dem Geheimdienst beizutreten und durch das Aufklären des Falls eben auf eine solche Stellung hofft, um endlich aus seinem Elternhaus ausziehen und sich eine eigene Wohnung leisten zu können, um letztendlich dann auch eine Frau zu finden. Der Mordfall der Florence Nightingale Share ist unglaublich komplex und im Laufe der Geschichte werden immer neue Aspekte aufgedeckt. So führt der Fall zum Beispiel zurück bis in den ersten Weltkrieg. Immer wieder tauchen neue Verdächtige auf, Motive und Alibis, in denen man sich als Leser nach einer Weile vollends verliert. Bis zuletzt lag ich mit meinen Vermutungen falsch. Ich war gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite, was nicht nur an dem wunderbar lebendigen Schreibstil der Autorin lag, sondern auch an dem überaus spannenden Plot und all den überraschenden Wendungen. Auch das Zusammenspiel der einzelnen Figuren, hat in mir das starke Bedürfnis geweckt, immer weiter zu lesen. Jessica Fellowes hat es mit ihrem Buch geschafft, mich in eine völlig fremde, neue Welt zu entführen, von der ich sehr gerne noch länger ein Teil geblieben wäre, denn obwohl das Buch mit seinen knapp 500 Seiten schon ein recht dicker Wälzer ist, hätte ich noch ewig darin weiter lesen und mich von der Geschichte der Familie Mitford berieseln lassen können. Ein richtiger Pageturner. Ich konnte es einfach nicht aus den Händen legen. LOHNT SICH DAS BUCH? Ein mysteriöser Mord, den es aufzuklären heißt, jede Menge Verwicklungen unter den Figuren, Krieg, Freundschaft und Liebe – dieses Buch hat alles, was ein Buch braucht, um den Leser von Anfang bis Ende zu unterhalten. Eine Familiensaga, die nicht nur brillant, sondern auch spannend und unterhaltsam umgesetzt ist. Schon jetzt freue ich mich auf die Folgebände. Jede der Schwestern wird ihr eigenes Buch bekommen. Und jetzt, nachdem wir wissen, dass ein paar der Schwestern sich tatsächlich zum Faschismus, sprich zu Adolf Hitler, hingezogen fühlten, bin ich noch neugieriger darauf, wie die Autorin dies umsetzen wird. In einem Interview sagte sie bereits, dass sie gerade hiervor sehr viel Respekt hat. Ich für meinen Teil kann gar nicht genug von den Mitford Geschwistern bekommen und habe mit diesem Genre nun auch ein neues Genre gefunden, in das ich in Zukunft sicherlich noch häufiger abtauchen werde, dank Jessica Fellowes, die es geschafft hat, mich absolut in ihren Bann zu ziehen. Im Übrigen ist der Mord an Florence Nightingale Shore, wie oben bereits erwähnt, tatsächlich passiert, im Gegensatz zu der Geschichte im Buch wurde er in Wirklichkeit allerdings leider nie aufgeklärt.
Beschreibung Die Krankenschwester Florance Nightingale Shore diente ihrem Land im ersten Weltkrieg und freut sich nun auf einen angenehmen Ruhestand. Auf dem Weg zu einer Freundin wird Florance am hellichten Tag in einem Zugabteil ermordet. Zur gleichen Zeit erfüllt sich für die neunzehnjährige Louisa ein großer Traum, als sie eine Anstellung bei der angesehenen und glamourösen Familie Mitford erhält. Der Mordfall um Florance Nightingale Shore zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Bahnpolizei und der Öffentlichkeit auf sich, sondern weckt auch die Neugier der siebzehnjährigen Nancy Mitford. Gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Louisa stellt sie Ermittlungen zu dem außergewöhnlichen Fall an. Meine Meinung Jessica Fellowes ist die Nichte von Julian Fellowes, der bekanntermaßen die Drehbücher zu einer meiner Lieblingsserien, “Downton Abbey”, verfasst hat, und so flossen bereits einige Begleitbücher zur Serie aus ihrer Feder. Ihr Roman “Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht” wird unter einer Mischung aus der Gesellschaftsserie Downton Abbey und einem Kriminalroman von Agatha Christie beworben. Meine Neugier war diesem Roman also schon im ersten Augenblick sicher! Ich finde es immer besonders spannend, wenn Schriftsteller sich von wahren Begebenheiten oder Persönlichkeiten zu einer Geschichte inspirieren lassen. Genau das ist bei dem vorliegenden Roman von Jessica Fellowes der Fall. Schon der Titel verrät, dass sich die Autorin mit der geschichtsträchtigen Familie Mitford, um genauer zu sein mit den Schwestern der Familie, befasst hat. Außerdem handelt es sich bei dem Mord an der Krankenschwester Florance Nightingale Shore um einen realen Fall. In der Realität konnte der Mordfall allerdings im Gegensatz zur fiktiven Geschichte von Jessica Fellowes nicht gelöst werden. Die Titelauswahl “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich dazu verleitet, daran zu glauben dass diese Mädchen der Mitfords bzw. zumindest Nancy Mitford, die älteste der Schwestern, eine Hauptrolle in der Geschichte übernimmt. Doch in dieser Hinsicht hat sich der Roman in eine andere Richtung entwickelt. Das Kindermädchen Louisa bildet das perfekt passende Bindeglied zwischen den beiden Handlungssträngen Kriminalfall und Gesellschaftsroman. Zum einen lernen wir durch Louisas Rolle im Haushalt der Mitfords in Oxfordshire das Leben in einer gut betuchten Familie in den 1920er Jahren kennen, und zum anderen knüpft Louisa durch einen Zufall mit dem Bahnhofspolizist Guy einen Kontakt der eine größere Sichtweise auf den Mordfall an Florance Nightingale Shore eröffnet. Durch diese Herangehensweise und die Erzählperspektive aus Louisas Blickwinkel wird natürlich die Rolle von Nancy Mitford als Hauptprotagonistin ausgestochen. Nancy fungiert in der Geschichte vor allem als Beispiel dafür, wie sehr sich eine junge Dame in ihrer gesellschaftlichen Stellung eine Freundin herbeisehnt. Mit ihren siebzehn Jahren ist Nancy noch nicht in die Gesellschaft eingeführt worden und sieht in ihrem neuen Kindermädchen, das gerade einmal zwei Jahre älter ist, die perfekte Freundin und Verbündete für ihre Geschichten und ihren Schabernack. Louisa ist für mich die eigentliche Hauptprotagonistin der Geschichte und steht im erheblichen Kontrast zu Nancy Mitford. Als Tochter einer Wäscherin steht ihr ein mittelloses Leben in den schlechtesten Ecken Londons bevor. Ihr größter Traum geht mit ihrer Anstellung bei den Mitfords in Erfüllung. Dementsprechend ist Louisa darauf bedacht ihren Job nicht durch die Freundschaft zu Nancy Mitford leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Jessica Fellowes hat ihre Figuren mit feinen Pinselstrichen gezeichnet und einen Hauch der Atmosphäre der 1920er Jahre zwischen den Buchseiten eingefangen. Wie zu Beginn bereits erwähnt, hat es mir sehr gefallen, dass sich die Autorin von realen Persönlichkeiten inspirieren lies und einige passende Charaktereigenschaften mit verarbeitet hat. Die Protagonistin Nancy im Buch hat ihre Freude an Geschichten und liebt es vor allem gruseliges nieder zu schreiben und ihren kleinen Geschwistern vorzulesen. Im realen Leben war Nancy Mitford tatsächlich Schriftstellerin. Außerdem hat es Jessica Fellowes tatsächlich geschafft etwas Downton Abbey Flair heraufzubeschwören. Die Geschichte eignet sich also perfekt für alle die sich noch die Wartezeit bis zum Kinofilm überbrücken möchten. Die Spannung kommt ganz nach Agatha Christie Manier ins Spiel. Gleich zu Beginn der Geschichte ereignet sich der Mordfall und Jessica Fellowes lässt dem Leser einen gewissen Spielraum um gewisse Protagonisten näher unter die Lupe zu nehmen und mitzurätseln. An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen was für einen tollen Charakter Jessica Fellowes mit Guy Sullivan erschaffen hat. Der freundliche und hilfsbereite Bahnhofspolizist ist ein makelloses Beispiel für seinen Berufsstand und war mir mit seinem starken Gerechtigkeitsempfinden auf Anhieb sympathisch. Der erste Teil aus der Reihe “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich gut unterhalten und durch den gekonnten Spannungsaufbau fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Neugierig bin ich nun vor allem auf die nächsten Bände und wie die Autorin vor allem mit den faschistischen Hintergründen einiger Schwestern umgeht. Fazit: Ein absolut gelungener Reihenauftakt der Lust auf mehr macht! Rästelhafte Krimispannung gepaart mit dem Flair der 1920er Jahre – hier ist gute Unterhaltung garantiert.
Beschreibung Die Krankenschwester Florance Nightingale Shore diente ihrem Land im ersten Weltkrieg und freut sich nun auf einen angenehmen Ruhestand. Auf dem Weg zu einer Freundin wird Florance am hellichten Tag in einem Zugabteil ermordet. Zur gleichen Zeit erfüllt sich für die neunzehnjährige Louisa ein großer Traum, als sie eine Anstellung bei der angesehenen und glamourösen Familie Mitford erhält. Der Mordfall um Florance Nightingale Shore zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Bahnpolizei und der Öffentlichkeit auf sich, sondern weckt auch die Neugier der siebzehnjährigen Nancy Mitford. Gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Louisa stellt sie Ermittlungen zu dem außergewöhnlichen Fall an. Meine Meinung Jessica Fellowes ist die Nichte von Julian Fellowes, der bekanntermaßen die Drehbücher zu einer meiner Lieblingsserien, “Downton Abbey”, verfasst hat, und so flossen bereits einige Begleitbücher zur Serie aus ihrer Feder. Ihr Roman “Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht” wird unter einer Mischung aus der Gesellschaftsserie Downton Abbey und einem Kriminalroman von Agatha Christie beworben. Meine Neugier war diesem Roman also schon im ersten Augenblick sicher! Ich finde es immer besonders spannend, wenn Schriftsteller sich von wahren Begebenheiten oder Persönlichkeiten zu einer Geschichte inspirieren lassen. Genau das ist bei dem vorliegenden Roman von Jessica Fellowes der Fall. Schon der Titel verrät, dass sich die Autorin mit der geschichtsträchtigen Familie Mitford, um genauer zu sein mit den Schwestern der Familie, befasst hat. Außerdem handelt es sich bei dem Mord an der Krankenschwester Florance Nightingale Shore um einen realen Fall. In der Realität konnte der Mordfall allerdings im Gegensatz zur fiktiven Geschichte von Jessica Fellowes nicht gelöst werden. Die Titelauswahl “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich dazu verleitet, daran zu glauben dass diese Mädchen der Mitfords bzw. zumindest Nancy Mitford, die älteste der Schwestern, eine Hauptrolle in der Geschichte übernimmt. Doch in dieser Hinsicht hat sich der Roman in eine andere Richtung entwickelt. Das Kindermädchen Louisa bildet das perfekt passende Bindeglied zwischen den beiden Handlungssträngen Kriminalfall und Gesellschaftsroman. Zum einen lernen wir durch Louisas Rolle im Haushalt der Mitfords in Oxfordshire das Leben in einer gut betuchten Familie in den 1920er Jahren kennen, und zum anderen knüpft Louisa durch einen Zufall mit dem Bahnhofspolizist Guy einen Kontakt der eine größere Sichtweise auf den Mordfall an Florance Nightingale Shore eröffnet. Durch diese Herangehensweise und die Erzählperspektive aus Louisas Blickwinkel wird natürlich die Rolle von Nancy Mitford als Hauptprotagonistin ausgestochen. Nancy fungiert in der Geschichte vor allem als Beispiel dafür, wie sehr sich eine junge Dame in ihrer gesellschaftlichen Stellung eine Freundin herbeisehnt. Mit ihren siebzehn Jahren ist Nancy noch nicht in die Gesellschaft eingeführt worden und sieht in ihrem neuen Kindermädchen, das gerade einmal zwei Jahre älter ist, die perfekte Freundin und Verbündete für ihre Geschichten und ihren Schabernack. Louisa ist für mich die eigentliche Hauptprotagonistin der Geschichte und steht im erheblichen Kontrast zu Nancy Mitford. Als Tochter einer Wäscherin steht ihr ein mittelloses Leben in den schlechtesten Ecken Londons bevor. Ihr größter Traum geht mit ihrer Anstellung bei den Mitfords in Erfüllung. Dementsprechend ist Louisa darauf bedacht ihren Job nicht durch die Freundschaft zu Nancy Mitford leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Jessica Fellowes hat ihre Figuren mit feinen Pinselstrichen gezeichnet und einen Hauch der Atmosphäre der 1920er Jahre zwischen den Buchseiten eingefangen. Wie zu Beginn bereits erwähnt, hat es mir sehr gefallen, dass sich die Autorin von realen Persönlichkeiten inspirieren lies und einige passende Charaktereigenschaften mit verarbeitet hat. Die Protagonistin Nancy im Buch hat ihre Freude an Geschichten und liebt es vor allem gruseliges nieder zu schreiben und ihren kleinen Geschwistern vorzulesen. Im realen Leben war Nancy Mitford tatsächlich Schriftstellerin. Außerdem hat es Jessica Fellowes tatsächlich geschafft etwas Downton Abbey Flair heraufzubeschwören. Die Geschichte eignet sich also perfekt für alle die sich noch die Wartezeit bis zum Kinofilm überbrücken möchten. Die Spannung kommt ganz nach Agatha Christie Manier ins Spiel. Gleich zu Beginn der Geschichte ereignet sich der Mordfall und Jessica Fellowes lässt dem Leser einen gewissen Spielraum um gewisse Protagonisten näher unter die Lupe zu nehmen und mitzurätseln. An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen was für einen tollen Charakter Jessica Fellowes mit Guy Sullivan erschaffen hat. Der freundliche und hilfsbereite Bahnhofspolizist ist ein makelloses Beispiel für seinen Berufsstand und war mir mit seinem starken Gerechtigkeitsempfinden auf Anhieb sympathisch. Der erste Teil aus der Reihe “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich gut unterhalten und durch den gekonnten Spannungsaufbau fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Neugierig bin ich nun vor allem auf die nächsten Bände und wie die Autorin vor allem mit den faschistischen Hintergründen einiger Schwestern umgeht. Fazit: Ein absolut gelungener Reihenauftakt der Lust auf mehr macht! Rästelhafte Krimispannung gepaart mit dem Flair der 1920er Jahre – hier ist gute Unterhaltung garantiert.
Description
London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Krieges jeder etwas zu verbergen hat.
Book Information
Author Description
Jessica Fellowes, bekannt durch ihre Begleitbücher zur weltberühmten Serie »Downton Abbey«, arbeitet als Journalistin und Referentin und war früher als stellvertretende Chefredakteurin von Country Life tätig. Sie ist die Nichte von Julian Fellowes, Schauspieler, Romanautor und Verfasser der »Downton Abbey«-Drehbücher. Jessica Fellowes lebt mit ihrer Familie, einem Labradoodle und zwei Hühnern in Oxfordshire.
Posts
Wer Downton Abbey kennt und liebt sollte dieses Buch definitiv lesen. Die Autorin Jessica Fellowes ist die Nichte des Schöpfers von Downton Abbey und dementsprechend gibt es ein paar Parallelen, ohne dass das Buch wie eine Kopie erscheint. Wir starten hier im Jahr 1920. Louisa ist eine wundervolle Protagonistin und ich bin ihr gerne durch ihre Abenteuer gefolgt. Sie ist stark, loyal und hartnäckig . Ich hab sie sehr gemocht. Und Guy... Nun den muss man einfach liebhaben 🥰 Die Geschichte wird sachte erzählt, ist durchweg interessant und ich würde ihn in die Kategorie Cosy Crime packen, falls man eine Schublade benötigt. Und obwohl wir uns in der Nachkriegszeit vom ersten Weltkrieg bewegen und natürlich auch der Schreibstil dementsprechend ist wirkt die Geschichte weder staubig, noch zu geschwollen, noch verliert sich die Autorin in allzu vielen (unnötigen) Details. Durch Downton Abbey hatte ich natürlich eine gewisse Vorstellung, was für mich aber eher positiv, als nachteilig war 😇 Ähnlich aber nicht das selbe! Und dazu noch mit Crime... Ich hab's geliebt und werde sicher auch noch die anderen Teile lesen. Und mein Cosy Crime Herz hofft auf eine Verfilmung, idealerweise als Serie... Ein Spin-off wäre ein Traum❤️🥰🤭
Überraschung auf meinem SuB 🤩
Ein historischer Roman mit Familiendramen und Krimi-Elementen? Genau das bekommt man hier in diesem tollen Roman. Den Mord hatte ich relativ schnell durchschaut, jedoch blieb das Motiv für mich offen und es gab am Schluss einen guten Twist, der mich begeistern konnte. Auch eine Liebesgeschichte findet hier ihren Platz, jedoch kommt die ganz ohne Kitsch aus, was mich sehr gefreut hat. Die erste Schwester der Mitfords ist Nancy Mitford und sie war mir leider sehr unsympathisch, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie die älteste Tochter ist und dazu noch sehr verwöhnt durch das Geld ihrer Eltern. Das ist für mich jetzt aber kein Punkt, den ich in meine Sterne einfließen lasse, da es klar ist, dass Reiche sich so verhalten. Zu ihrem 18. Lebensjahr hin hat sie eine kleine Entwicklung durchgemacht und ist doch noch ein bisschen aus diesem Kindlichen rausgekommen. Auch der erste Weltkrieg spielt im Buch eine Rolle, jedoch in so einem Rahmen, in dem es mir nicht zu viel wurde. Insgesamt konnte mich der Roman sehr begeistern.

Überraschendes Krimi Highlight
Das Buch hat sich super leicht und flüssig gelesen. Einmal richtig drin, wollte ich am liebsten gar nicht aufhören zu lesen. Die Geschichte baut sich ruhig, aber sehr interessant auf und ist eher ein gemütlicher Krimi zum miträtseln. Man lernt die Familie auf Mitford Manor kennen und lebt sich bei ihnen mit Louisa ein. Was die junge Frau durchmacht, bis sie dort ankommt hat sie einem schnell ans Herz wachsen lassen. Man wünscht sich für Louisa einfach etwas schönes und einen neuen Anfang. Aber da ist ja der ungeklärte Mord der sie verfolgt und in den sie ungewollt verwickelt wird... Die Spannung fand ich für gemütliches Lesen genau richtig. Auch, wenn mir nicht alle Figuren rund um sympathisch waren, ist es insgesamt ein toller Cast und abwechslungsreich. Von denen man so einige Verdächtigen kann. Auf Band 2 und einen weiteren Krimi in der Welt von Mitford Manor freue ich mich.
Klappentext: London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Ersten Weltkrieges jeder etwas zu verbergen hat. [Quelle: Piper Verlag] Meine Meinung: Ich finde die 1920er Jahre schon immer sehr spannend. Und vor allem das Pompöse bei den reicheren Familien wirkt sehr anziehen, weil es wie eine ganz andere Welt wirkt. Und so konnte ich in diesem Buch diesbezüglich auf jeden Fall auf meine Kosten kommen. Es gibt immer wieder detaillierte Beschreibungen von Parties und von den Kleidern, die die Besucher tragen. Doch auch abseits dieser Auftritte hat dieses Buch einiges zu bieten und hat mich direkt vom ersten Moment an überzeugt. Die Geschichte dreht sich um Louisa, die gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Onkel in London lebt. Die Familie ist relativ arm und so muss Louisa ihrer Mutter schon in jungen Jahren bei der Arbeit helfen. Ihr Onkel lässt sich hingegen eher bedienen und rührt keinen Finger. Dass er Geld für die Wohnung oder das Essen gibt, ist nur ein Wunschdenken. Als Louisa von dem Job als Anstandsdame bei den Mitfords erfährt, tut sie alles, um dort hinzukommen und die Chance zu erhalten, sich zu beweisen. Und dieser Traum wird ihr erfüllt und sie zieht zu den Mitfords. Sie gewöhnt sich sehr schnell ein und hat vor allem zur ältesten Tochter, Nancy, ein sehr gutes Verhältnis. Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass sie kaum älter als Nancy ist und sie somit schnell gemeinsame Themen finden. Louisa kann ihr Glück nicht fassen, genießt die Zeit bei den Mitfords und hofft, niemals wieder gehen zu müssen. Doch die Zeit wird durch die Ermordung von Florence Nightingale Shore überschattet, die eine Freundin der Familie war. Besonders Nancy scheint dieser Mord nicht mehr aus dm Kopf zu gehen und nach einigem Hin und Her überredet sie Louisa, diese Ermordung weiter zu untersuchen. Natürlich auf eigene Faust. Dass es hier zu Problemen kommen muss, ist abzusehen. Alles in allem war es wirklich ein tolles Buch. Wie eingangs schon beschrieben, hat mir vor allem das Setting der 1920er Jahre sehr gut gefallen. "Die älteren Damen trugen Diademe und dezente Kleider, wohingegen die Roben der Jüngeren Federn, Pailletten und mit Quasten versehene Gürtel um die Hüften zierten; dazu schmückten sie eng anliegende Halsketten und Strümpfe in allen möglichen Farben. Sie tänzelten auf ihren hohen Absätzen, schlangen sich verführerisch die Perlenketten um die Finger, entblößten ihre strahlend weißen Zähne, präsentierten ihre funkelnden Brillantohrringe." Auch die schnelle Freundschaft zwischen Louisa und Nancy war schön zu beobachten. Beide kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, finden aber trotzdem sehr schnell einen Draht zu einander. Dass Louisa eigentlich auch das Kindermädchen für Nancy sein sollte, tritt schnell in den Hintergrund. Für Louisa ist es trotzdem sehr schwer, ihren richtigen Platz zu finden, wenn sie mit Nancy zusammen ist. Ihr fällt es nicht leicht, sich als Kindermädchen zu sehen, sondern sieht sich eher als eine Freundin. Was Nancy auch befürwortet. Aber Louisa wird zwischendurch immer wieder klar, dass ihr Platz eigentlich ein anderer ist. Doch sie genießt die gemeinsame Zeit mit Nancy sehr, egal welche Pläne wieder geschmiedet werden. Nancy bezieht Louisa schnell mit ein und gibt ihr das Gefühl, eine gute Freundin zu sein. "„Ich weiß“, lenkte Nancy ein. „Und ich brauche dich hier. […]. Natürlich wollte ich früher aufs Internat, aber doch bloß, um der Hölle hier zu entkommen. Ich hatte niemanden, mit dem ich reden konnte. Aber dann bist du gekommen, und alles war plötzlich ganz anders.“" Ein weiteres Thema ist die Aufklärung des Mordes. Denn Nancy und Louisa versuchen zunächst, auf eigene Faust das Rätsel zu lösen und unterstützen im Verlauf des Buches die örtliche Polizei. Ohne zu viel vorweg zu nehmen, spielen bei der Aufklärung einige Ereignisse im ersten Weltkrieg eine große Rolle. Es ist spannend zu sehen, wie Louisa und Nancy kombinieren und glauben, den Schuldigen gefunden zu haben. Es ist unglaublich, wie verstrickt die Geschichte eigentlich ist und wie es die Autorin geschafft hat, die einzelnen Ereignisse zu verwickeln. Denn abseits der Geschichte an sich gibt es auch einige wahre Gegebenheiten, die hier in der Geschichte einen Platz gefunden haben. Was mir darüber hinaus noch gefallen hat, war das Setting des Buches. Es spielt in London und eine Woche, bevor ich es angefangen habe, war ich selbst im Urlaub dort und konnte dadurch einige Orte wiedererkennen. Das war besonders toll. Fazit: Es handelt sich hierbei um einen schönen und spannenden Roman, der mich dank Fellowes‘ Schreibstil zurück in die Goldenen Zwanziger geleitet und durch die Geschehnisse gezeigt hat, dass man immer auch hinter die Fassade der Menschen schauen sollte. Eine Leseempfehlung für jeden, den die 1920er Jahre interessieren und der es auch gern etwas spannender mag.
Überraschend gut. Ich hab irgendwie gar nichts erwartet und wurde dann echt überrascht. Es gab auch ernste Themen neben dem Mordfall aber auch viel Leichtigkeit. Hat mir gut gefallen. Allerdings hab ich irgendwie was anderes erwartet im Bezug auf die Familie Mitford. Also die Eltern kamen komplett unsympathisch rüber und wurden nicht gerade schillernd dargestellt. Nancy (wenn auch kindisch), Nanny Blor und Rosa haben mir aber gut gefallen, und Louisa und Guy auch. Die Hintergründe der Familie Mitford bzw. dass es sie wirklich gab war mir übrigens nicht bekannt und nun, nachdem ich mich grob informiert habe, hat die ganze Reihe für mich einen faden Beigeschmack leider. Ich verstehe zumindest nicht, warum die Faszination für diese Familie so groß war, dass man darüber Romane schreibt. Ich werde aber Band 2 noch lesen da ich die beiden gebraucht gekauft hier liegen habe.
Ein tolles Buch für Fans von Downtown Abbey und spannenden cozy Crime-Geschichten.
Als ihr Onkel Louisa für bestimmte Dienste anbieten will, um seine Schulden zu tilgen, flieht die junge Frau aus einem Zug und versucht, ihr Leben zum Besseren zu wenden, indem sie in Mitford Manor eine Stellung als Kindermädchen antritt. In eben jenem Zug wurde Florence Nightingale Shore ermordet, eine passionierte Krankenschwester, die im Krieg die Verwundeten gepflegt hat. Was zunächst nach zwei unabhängig voneinander verlaufenden Lebenssträngen klingt, soll sich bald schon überschneiden. Und Louisa, ihr Schützling Nancy und der Polizist Guy befinden sich recht schnell mittendrin in den Ermittlungen zu dem Tod von Florence.
Inhalt: Louisas Mutter ist krank und bettlägerig. Der Onkel hat sich nach dem Tod des Vaters bei der Familie eingenistet. Er verprasst sein Geld und trägt nichts zum Haushalt bei. Seine Lösung für seine Geldprobleme ist recht simpel. Er plant seine Nichte, Louisa, zu prostituieren. Louisa möchte nichts mehr, als diesem Albtraum entkommen. Als sie davon erfährt, dass die Familie Mitford ein neues Kindermädchen für deren Haushalt sucht, zögert sie nicht lange und schreibt eine Bewerbung. Gerade noch rechtzeitig erhält sie eine Antwort, denn ihr Onkel ist just im Begriff sie zu seinem pekuniären Nutzen zu verkuppeln. Zeitgleich mit Louisas Flucht ereignet sich in einem Zug auf der gleichen Strecke, die auch Louisa befährt, ein Mord. Später im Hause Mitford erfährt Louisa, dass es sich bei dem Opfer um eine Verwandte einer der Angestellten handelt. Bald schon befindet sich Louisa nicht nur auf der Flucht vor ihrem Onkel, sondern ist auch als freiberufliche Mordermittlerin unterwegs. Im Detail: Jessica Fellowes führt mit ihrem Reihenauftakt „Die Schwestern von Mitford Manor“ den Leser durch das England der zwanziger Jahre. Bei ihrer Protagonistin handelt es sich um die neunzehnjährige Louisa, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Der Onkel, der sich nach der Beerdigung des Vaters in dem kleinen Häuschen der Familie eingerichtet hat, macht ihr das Leben zur Hölle. Jeden Tag fürchtet sich Louisa davor, was er ihr antun könnte, nur um seine Schulden zu begleichen. Als sich für das junge Mädchen neue Zukunftschancen eröffnen, ist sie voller Hoffnung. Im Hause der Mitfords lernt sie zunächst die Angestellten, aber auch die Kinder der Familie kennen. Den Hausherren, Mr. und Mrs. Redesdale gilt es Respekt zu zeigen. Von ihrem Urteil und ihrer Stimmung hängt schließlich Louisas Zukunft ab. Im ersten Teil der Mitford Manor-Reihe bleiben die Kinder der Familie eher im Hintergrund. Man lernt sie namentlich kennen, begreift, dass es sich bei Tom um einen gut erzogenen Internatsschüler handelt und Pamela eher zurückhaltend wirkt. Der Fokus liegt hier aber im Wesentlichen auf der siebzehnjährigen Tochter der Familie. Nancy ist intelligent, neugierig, zielorientiert und weiß ihren Willen nur zu gut durchzusetzen. Bald schon entwickelt sich zwischen Louisa und Nancy eine Art Freundschaft. Wobei sich Louisa jederzeit bewusst ist, dass ihre Position stets die einer Angestellten bleiben wird. Als sich Nancys Neugierde auf den jüngsten Mordfall richtet, ist für das Mädchen klar, dass hier eigene Ermittlungen in Gang gesetzt werden müssen. Aus einer weiteren Perspektive, nämlich aus der Sicht des jungen Bahnpolizisten Guy, verfolgt der Leser, die Ermittlungen der Polizei. Diese scheint jedoch auf der Stelle zu treten. Der Fall wird bald ad acta gelegt. Guy, der sich in seiner Position nicht recht wohlfühlt und viel lieber für New Scotland Yard ermitteln würde, nimmt sich der Sache an. Mit Guy lernt der Leser einen typischen Bahnpolizisten kennen, der aufgrund seiner kleinen Börse noch bei seinen Eltern wohnt und von seinen Brüdern eher belächelt wird, als dass sie zu ihm aufblicken. Diese häusliche Situation, aber auch der Wunsch nach einer höheren Position, sind es, die Guy antreiben. Noch in den Anfängen der Geschichte treffen sich Guy und Louisa am Bahnhof. Guy möchte der jungen Frau, die in Schwierigkeiten steckt, unbedingt helfen. Er kauft ihr ein Ticket, damit sie noch rechtzeitig zu ihrem Termin gelangt, der ihr scheinbar so sehr am Herzen liegt. Und natürlich kommt es zu mehreren Annäherungen zwischen Guy und Louisa, eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich, die jedoch eher am Rande des Geschehens verläuft. Aber auch die Ermittlungen an dem Mordfall, schweißen sowohl Guy als auch Louisa zusammen. Diese Ermittlungen sind es, in die man als Leser während der Seiten immer mehr hineingezogen wird. Irgendwann beginnt man selbst die Details, die bereits gesammelt wurden, im Kopf zu verknüpfen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wer vielleicht der Täter dieses schrecklichen Zugmordes gewesen sein könnte. Fazit: Jessica Fellowes schreibt mit ihrem ersten Band der Mitford Manor-Reihe eine Geschichte, die britisches Kulturerbe mit seinen Bällen und Empfängen, dem aristokratischen Leben und der traditionelle Etikette, aber auch das britische Arbeitermilieu, in den Mittelpunkt rückt. Mit Louisa lernt der Leser eine sehr sympathische, außerordentlich tatkräftige und durchsetzungsfähige Persönlichkeit kennen. Schrullige Charaktere, wie der dörfliche Polizist Guy, der mit allen Mitteln versucht, den Täter dingfest zu machen, aber auch die selbstbewusste, neugierige und manchmal auch ein wenig störrische Nancy Mitford, verleihen der Geschichte einen besonderen Flair. Das Buch ist nach dem traditionellen Konstruktionsprinzip eines Kriminalromans gebaut. Diese klassische Form des Kriminalromans erzeugt Leserbindung durch die bis zum Schluss offen gehaltene Suche nach dem Täter. Die Schwestern von Mittwoch Manor – Unter Verdacht ist ein spannender und fesselnder Auftakt, der sich auch – aber nicht nur - für Fans erfolgreicher Kostümdramaproduktion à la Downton Abbey sicherlich lohnt.
Die 19-jährige Louisa lebt in London in den Nachwehen des Ersten Weltkriegs. Ihre Familie ist ebenfalls betroffen, wodurch sie von ihrem Onkel Stephen erpresst wird. Nur durch eine alte Bekanntschaft schafft sie es auf dem letzten Drücker zu entkommen und eine Anstellung im Haushalt der Mitfords zu erhalten. Doch die Vergangenheit holt Louisa ein, und im Gepäck hat sie einen Mordfall der Louisa näher geht als gedacht. „Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht“ wurde mit vom Verlag ans Herz gelegt, dabei wurde betont, dass es sich hier um eine Mischung aus Downton Abbey und Agatha Christie handelt, was natürlich sofort meine Neugier geweckt hat. Agatha Christie zählt seit ich klein bin zu meiner liebsten Krimi-Autorin und daher war ich umso gespannter auf dieses Schmuckstück. Die Protagonistin Louisa war mir schon auf den ersten Seiten sympathisch, sie lebt in schwierigen Verhältnissen und versucht dennoch das Beste daraus zu machen. Als wir sie kennenlernen ist sie quasi am Boden und versucht verzweifelt sich loszulösen von ihrem Onkel und seinen finsteren Machenschaften. Zudem wird zu Beginn auch von einem Mord berichtet, der scheinbar mit der Flucht von Louisa in Verbindung steht. Und mit diesen beiden Fäden, die zunächst lose wirken, entspinnt sich eine spannende und wunderbar geschriebene Geschichte, die den Leser wahrhaftig mitnimmt ins England der 1920er/1921er Jahre. Ich muss gestehen, dass mir die geteilte Handlung sehr gut gefallen hat. Zum einem ist da das Leben der Mitfords auf Mitford Manor, zudem Louisa ein Teil wird und wir somit abtauchen können in diese Welt. Ich fand es toll alle Mitford-Kinder kennenzulernen und dabei auch Einblicke in das Leben in einem solchen Haushalt zu erhalten. Ich finde diese Phase unserer Geschichte aufregend, man versuchte mit den Schwierigkeiten nachdem Ersten Weltkrieg klarzukommen, und dennoch ein normales Leben zu führen. Grade der Verlust der Männer, der natürlich auch im Buch angesprochen wird, hat die Familien belastet. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um den Mordfall und den jungen Polizisten Guy Sullivan, der durch einen Zufall bereits Louisa kennengelernt hat. Er wird mit der Ermittlung des Mordfalls betraut und scheint dabei in einer Sackgasse zustecken. Doch er beißt sich durch, einen Charakterzug, den ich an Guy total liebenswert finde, und lässt keine Gelegenheit aus zu erfahren wer Florence Nightingale Shore getötet hat. Guy ist dabei ein wirklich gelungener Charakter, er wirkt introvertiert und zurückhaltend, will sich aber eigentlich nur gegenüber seinen Brüdern und seinem Vater beweisen. Fazit: Der Vergleich zu Agatha Christie ist tadellos, man hat zeitweise, grade wenn der Kriminalfall im Vordergrund steht, wirklich das Gefühl in einem Miss Marple-Fall zu stecken. Auch die Mitfords sind eine spannende Geschichte. Die Kombination macht den Reiz von „Die Schwestern von Mitford Manor“ aus und hat mich die Lesestunden wirklich genießen lassen. Und natürlich gibt es noch ein fulminantes Ende, welches den Leser nicht loslässt.
Louisa lebt in London und wird von ihrem Onkel immer wieder in Schwierigkeiten gebracht. Über eine Freundin erfährt sie, daß die Familie Mitford ein Kindermädchen sucht und bewirbt sich dort. Nach abenteuerlichen Umständen schafft sie es die Stellung zu bekommen und freundet sich in Mitford Manor angekommen mit der ältesten Tochter Nancy an. Parallel dazu wird Florence Nightingale Shore auf dem Weg zu einer Freundin im Zug ermordet. In die Ermittlungen wird auch der Bahnpolizist Guy verwickelt, der sich mit dem offiziellen Ausgang der Ermittlungen nicht zufrieden gibt. Zusammen mit Louisa und Nancy beginnt er weiter zu ermitteln. Mir hat das Buch gut gefallen. Es war so richtig schön britisch, ein bisschen wie Downton Abbey. Kein Wunder, ist die Autorin ja wohl auch die Nichte des Autors von Downton Abbey. Die Ermittlungen stehen nicht unbedingt im Vordergrund, wir erfahren auch viel, was im Hause Mitford vor sich geht. Nancy fand ich manchmal ein wenig anstrengend in ihrer absoluten Selbstüberzeugtheit. Louisa hingegen war mir sehr sympathisch. Sie versucht etwas aus ihrem Leben zu machen und aus den Fängen ihres Onkels zu entkommen. Und auch Guy versucht alles um aus seinem Leben etwas zu machen. Gemeinsam schaffen sie es tatsächlich herauszufinden, was denn nun hinter dem mysteriösen Mord an Florence Nightingale Shore steckt. Zwischendrin hat es sich ein wenig gezogen, da ging es mehr um das Leben von Louise und Guy im allgemeinen und weniger um den Fall. Hier hätte das Ganze durchaus gestrafft werden können. Das Ende war hingegen noch einmal sehr spannend und auch ein wenig überraschend. Das Buch scheint das erste einer Reihe um die Mitford Schwestern zu sein, die in den dreißiger Jahren als Hitler -Fans zu Berühmtheit gelangten. In diesem Buch sind sie allerdings alle noch Kinder. Von mir gibt es durchaus eine Leseempfehlung für ein nettes, sehr britisches Buch, dass mich gut unterhalten hat und sich flüssig lesen lies.
So mittel... Nicht nur wegen des Alters der Hauptfiguren, die fast alle gerade dem Teenageralter entwachsen sind, kam mir das Buch anfangs vor wie ein Jugendbuch. Irgendwie waren mir die alle zu kindisch, Nancy Mitford ging mir die meiste Zeit ziemlich auf den Zeiger - so ein dummes, naives, verwöhntes Gör, neee! Gegen Ende nahm das Buch noch etwas Fahrt auf und war recht spannend, so dass es schon noch für 3 1/2 Sterne gereicht hat. Mehr Bücher aus der Reihe (Band 2 soll im Herbst 2019 auf Deutsch erscheinen ) werde ich aber eher nicht lesen, hat mich nicht wirklich überzeugt. Schade, denn da es ingesamt 7 Geschwister gibt auf Mitford Manor, sind vermutlich insgesamt 7 Bände dieser Reihe geplant, das wäre viel Lesestoff gewesen.
Als ich von dem Verlag gefragt wurde, ob ich nicht Interesse hätte, das neue Buch von Jessica Fellowes zu lesen, war ich anfangs etwas skeptisch. Ich muss gestehen, ich war noch nie ein großer Fan von historischen Romanen, tue ich mich – aus irgendeinem Grund – immer schwer damit, in diese Geschichten einzutauchen. Doch die Mischung aus Krimi und Historischer Roman machten mich neugierig. Außerdem hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, meinen literarischen Horizont zu erweitern und mich auch mal in unbekannte Gefilde zu begeben und Genres auszuprobieren, die ich bisher immer gemieden hatte. Ich griff also die Gelegenheit beim Schopfe, nahm die angebotene Kooperation des Verlages an und freute mich auf ein mir neues, unbekanntes Abenteuer. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass die Mitford Schwestern tatsächlich existierten und auch der Mord an Florence Nightingale Shore nicht vollends der Fantasie der Autorin entsprungen ist, sondern sich dieser tatsächlich im Jahre 1920 zugetragen hatte. Habt ihr schon mal ein Buch gelesen, das ein solch großes Interesse in euch geweckt hat, dass ihr, nachdem ihr es beendet hattet, stundenlang im Internet verbracht und recherchiert habt? Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht hat genau dieses Bedürfnis in mir ausgelöst. Sogar noch bevor ich das Buch beendet hatte, wollte ich mehr erfahren; wollte mehr wissen über die Familie Mitford, insbesondere über die sechs Töchter. Meine Befürchtungen, eventuell Schwierigkeiten sowohl mit dem Setting, als auch mit dem Schreibstil haben zu können, stellten sich bereits nach den ersten paar Seiten als unnötig heraus. Jessica Fellowes beschreibt alles ganz wunderbar bildhaft und lebendig. Wie ein Film spielen sich die Geschehnisse vor dem geistigen Auge ab und man sieht die schmutzigen und düsteren Gegenden Londons, das prachtvolle Anwesen der Mitfords, sowie die noblen Ferienorte an der Küste und die hübschen, kleinen, gemütlichen Cafés so deutlich vor sich, als wäre man selbst dort. Doch nicht nur die Orte und Geschehnisse beschreibt sie lebendig, auch die Emotionen der Menschen kommen so unglaublich gut rüber, dass es mir teilweise wirklich Gänsehaut verursachte, insbesondere die Gegensätze zwischen arm und reich, den Kriegsheimkehrern und den Daheimgebliebenen macht sie – dank offenbar intensiver Recherchen – in ihrer Geschichte um die Mitford-Schwestern sehr intensiv deutlich. Und obwohl ich glaubte, den Überblick über all die Figuren zu verlieren, was in einem Buch mit so unglaublich vielen, unterschiedlichen Figuren gar nicht so abwegig ist, stellte sich auch dies schon nach den ersten Kapitel als nicht zutreffend heraus, da aufgrund der detaillierten Beschreibungen und der Abgrenzungen der verschiedenen Handlungsstränge es keineswegs schwierig war, die Figuren auseinanderzuhalten und den Figuren zu folgen, zumal sämtliche von Ihnen ganz wunderbar ausgearbeitet und dargestellt sind, mit ihren Eigenarten und Liebenswürdigkeiten. Besonders angetan hat es mir hier Louisa, das Kindermädchen, das sich aufgrund ihrer Arbeit auf Mitford Manor ein besseres Leben erhofft. Nancy, die älteste der Mitford Töchter, ist nur zwei Jahre jünger als Louisa und möchte sie daher unbedingt als Freundin und Vertraute, statt als Kindermädchen und das obwohl sie, bis auf ihr Alter, nicht viel gemein haben. Die beiden jungen Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein, stammt Nancy aus einer ansehnlichen Familie, die auf so viele Bedienstete zurückgreifen kann, dass man es ihr nicht verübeln würde, würde sie all die Angestellten in ihrem Hause nicht mal beim Namen nennen. Louisa hingegen kommt aus ärmlichen Verhältnissen und teilte sich sogar ein Zimmer mit ihrer Mutter. Als Wäscherin ging sie ihrer Mutter zur Hand und versuchte so zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts beizutragen. „Ein bisschen kam es ihr so vor, als würden sie die Hände nacheinander ausstrecken, ohne sich ganz berühren zu können …“ Während ich Louisa unglaublich lieb gewonnen habe, hatte ich so meine Schwierigkeiten mit Nancy muss ich gestehen. Obwohl sie wohl anscheinend die umgänglichste der Mitford-Schwestern war, kam ich mit ihrem Charakter nur sehr schwer zurecht. Ich empfand sie als aufmüpfig, manchmal sogar als respektlos und frech. Wahrscheinlich ist es auch genau das, was sie auszeichnet, hat sie sich schon immer gruselige Geschichten ausgedacht und zum Spaß jeden in ihrer Umgebung, besonders ihre Geschwister, „auf die Schippe genommen“. Dennoch erschien sie mir für ihr Alter teilweise zu unreif, was mich stellenweise wirklich in den Wahnsinn trieb. Louisas Zweifel, ob sie sich nun tatsächlich auf eine Freundschaft zu ihr einlassen sollte oder nicht, konnte ich daher sehr gut nachempfinden. Auch ich war mir in manchen Situationen einfach unsicher, ob man Nancy vertrauen konnte oder nicht. Während Nancy also versucht, Louisa zu Dingen zu überreden, die sie ihren Job kosten könnten, und obwohl sie es tunlichst vermeiden möchte, ihre Stellung zu verlieren, lässt sie sich von Nancy doch zu den ein oder anderen Dingen überreden, was ihre Anstellung in Mitford Manor gefährdet. Und obwohl ich Louisa wirklich gleich von Beginn an in mein Herz geschlossen habe, war sie dennoch nicht mein Liebling der zahlreichen Figuren, die wir in dieser Geschichte begleiten dürfen. Mein Liebling und der wahre Held dieser Geschichte ist in meinen Augen Guy, der Bahnpolizist. Er ist hartnäckig und verfügt über echtes Durchsetzungsvermögen. Er ist hin und wieder etwas schüchtern, zurückhaltend irgendwie und vielleicht auch das ein oder andere Mal etwas ungeschickt, aber dennoch verfügt er über die Kämpfernatur eines Löwen. War er einer der Polizisten, die zum Tatort des schrecklichen Mordes an Florence Nightingale Shore gerufen wurden, wurde er späterhin von dem Fall abgezogen, lässt sich davon aber nicht unterkriegen, noch nicht einmal, als er bewusst die Grenzen überschreitet und das ein oder andere mal sogar gegen die polizeilichen Vorschriften verstößt. Auf eigene Faust ermittelt er weiter. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Mord an Florence Nightingale Shore aufzuklären, nicht nur, um ihr Gerechtigkeit zuzuführen, sondern auch, weil er davon träumt, dem Geheimdienst beizutreten und durch das Aufklären des Falls eben auf eine solche Stellung hofft, um endlich aus seinem Elternhaus ausziehen und sich eine eigene Wohnung leisten zu können, um letztendlich dann auch eine Frau zu finden. Der Mordfall der Florence Nightingale Share ist unglaublich komplex und im Laufe der Geschichte werden immer neue Aspekte aufgedeckt. So führt der Fall zum Beispiel zurück bis in den ersten Weltkrieg. Immer wieder tauchen neue Verdächtige auf, Motive und Alibis, in denen man sich als Leser nach einer Weile vollends verliert. Bis zuletzt lag ich mit meinen Vermutungen falsch. Ich war gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite, was nicht nur an dem wunderbar lebendigen Schreibstil der Autorin lag, sondern auch an dem überaus spannenden Plot und all den überraschenden Wendungen. Auch das Zusammenspiel der einzelnen Figuren, hat in mir das starke Bedürfnis geweckt, immer weiter zu lesen. Jessica Fellowes hat es mit ihrem Buch geschafft, mich in eine völlig fremde, neue Welt zu entführen, von der ich sehr gerne noch länger ein Teil geblieben wäre, denn obwohl das Buch mit seinen knapp 500 Seiten schon ein recht dicker Wälzer ist, hätte ich noch ewig darin weiter lesen und mich von der Geschichte der Familie Mitford berieseln lassen können. Ein richtiger Pageturner. Ich konnte es einfach nicht aus den Händen legen. LOHNT SICH DAS BUCH? Ein mysteriöser Mord, den es aufzuklären heißt, jede Menge Verwicklungen unter den Figuren, Krieg, Freundschaft und Liebe – dieses Buch hat alles, was ein Buch braucht, um den Leser von Anfang bis Ende zu unterhalten. Eine Familiensaga, die nicht nur brillant, sondern auch spannend und unterhaltsam umgesetzt ist. Schon jetzt freue ich mich auf die Folgebände. Jede der Schwestern wird ihr eigenes Buch bekommen. Und jetzt, nachdem wir wissen, dass ein paar der Schwestern sich tatsächlich zum Faschismus, sprich zu Adolf Hitler, hingezogen fühlten, bin ich noch neugieriger darauf, wie die Autorin dies umsetzen wird. In einem Interview sagte sie bereits, dass sie gerade hiervor sehr viel Respekt hat. Ich für meinen Teil kann gar nicht genug von den Mitford Geschwistern bekommen und habe mit diesem Genre nun auch ein neues Genre gefunden, in das ich in Zukunft sicherlich noch häufiger abtauchen werde, dank Jessica Fellowes, die es geschafft hat, mich absolut in ihren Bann zu ziehen. Im Übrigen ist der Mord an Florence Nightingale Shore, wie oben bereits erwähnt, tatsächlich passiert, im Gegensatz zu der Geschichte im Buch wurde er in Wirklichkeit allerdings leider nie aufgeklärt.
Beschreibung Die Krankenschwester Florance Nightingale Shore diente ihrem Land im ersten Weltkrieg und freut sich nun auf einen angenehmen Ruhestand. Auf dem Weg zu einer Freundin wird Florance am hellichten Tag in einem Zugabteil ermordet. Zur gleichen Zeit erfüllt sich für die neunzehnjährige Louisa ein großer Traum, als sie eine Anstellung bei der angesehenen und glamourösen Familie Mitford erhält. Der Mordfall um Florance Nightingale Shore zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Bahnpolizei und der Öffentlichkeit auf sich, sondern weckt auch die Neugier der siebzehnjährigen Nancy Mitford. Gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Louisa stellt sie Ermittlungen zu dem außergewöhnlichen Fall an. Meine Meinung Jessica Fellowes ist die Nichte von Julian Fellowes, der bekanntermaßen die Drehbücher zu einer meiner Lieblingsserien, “Downton Abbey”, verfasst hat, und so flossen bereits einige Begleitbücher zur Serie aus ihrer Feder. Ihr Roman “Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht” wird unter einer Mischung aus der Gesellschaftsserie Downton Abbey und einem Kriminalroman von Agatha Christie beworben. Meine Neugier war diesem Roman also schon im ersten Augenblick sicher! Ich finde es immer besonders spannend, wenn Schriftsteller sich von wahren Begebenheiten oder Persönlichkeiten zu einer Geschichte inspirieren lassen. Genau das ist bei dem vorliegenden Roman von Jessica Fellowes der Fall. Schon der Titel verrät, dass sich die Autorin mit der geschichtsträchtigen Familie Mitford, um genauer zu sein mit den Schwestern der Familie, befasst hat. Außerdem handelt es sich bei dem Mord an der Krankenschwester Florance Nightingale Shore um einen realen Fall. In der Realität konnte der Mordfall allerdings im Gegensatz zur fiktiven Geschichte von Jessica Fellowes nicht gelöst werden. Die Titelauswahl “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich dazu verleitet, daran zu glauben dass diese Mädchen der Mitfords bzw. zumindest Nancy Mitford, die älteste der Schwestern, eine Hauptrolle in der Geschichte übernimmt. Doch in dieser Hinsicht hat sich der Roman in eine andere Richtung entwickelt. Das Kindermädchen Louisa bildet das perfekt passende Bindeglied zwischen den beiden Handlungssträngen Kriminalfall und Gesellschaftsroman. Zum einen lernen wir durch Louisas Rolle im Haushalt der Mitfords in Oxfordshire das Leben in einer gut betuchten Familie in den 1920er Jahren kennen, und zum anderen knüpft Louisa durch einen Zufall mit dem Bahnhofspolizist Guy einen Kontakt der eine größere Sichtweise auf den Mordfall an Florance Nightingale Shore eröffnet. Durch diese Herangehensweise und die Erzählperspektive aus Louisas Blickwinkel wird natürlich die Rolle von Nancy Mitford als Hauptprotagonistin ausgestochen. Nancy fungiert in der Geschichte vor allem als Beispiel dafür, wie sehr sich eine junge Dame in ihrer gesellschaftlichen Stellung eine Freundin herbeisehnt. Mit ihren siebzehn Jahren ist Nancy noch nicht in die Gesellschaft eingeführt worden und sieht in ihrem neuen Kindermädchen, das gerade einmal zwei Jahre älter ist, die perfekte Freundin und Verbündete für ihre Geschichten und ihren Schabernack. Louisa ist für mich die eigentliche Hauptprotagonistin der Geschichte und steht im erheblichen Kontrast zu Nancy Mitford. Als Tochter einer Wäscherin steht ihr ein mittelloses Leben in den schlechtesten Ecken Londons bevor. Ihr größter Traum geht mit ihrer Anstellung bei den Mitfords in Erfüllung. Dementsprechend ist Louisa darauf bedacht ihren Job nicht durch die Freundschaft zu Nancy Mitford leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Jessica Fellowes hat ihre Figuren mit feinen Pinselstrichen gezeichnet und einen Hauch der Atmosphäre der 1920er Jahre zwischen den Buchseiten eingefangen. Wie zu Beginn bereits erwähnt, hat es mir sehr gefallen, dass sich die Autorin von realen Persönlichkeiten inspirieren lies und einige passende Charaktereigenschaften mit verarbeitet hat. Die Protagonistin Nancy im Buch hat ihre Freude an Geschichten und liebt es vor allem gruseliges nieder zu schreiben und ihren kleinen Geschwistern vorzulesen. Im realen Leben war Nancy Mitford tatsächlich Schriftstellerin. Außerdem hat es Jessica Fellowes tatsächlich geschafft etwas Downton Abbey Flair heraufzubeschwören. Die Geschichte eignet sich also perfekt für alle die sich noch die Wartezeit bis zum Kinofilm überbrücken möchten. Die Spannung kommt ganz nach Agatha Christie Manier ins Spiel. Gleich zu Beginn der Geschichte ereignet sich der Mordfall und Jessica Fellowes lässt dem Leser einen gewissen Spielraum um gewisse Protagonisten näher unter die Lupe zu nehmen und mitzurätseln. An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen was für einen tollen Charakter Jessica Fellowes mit Guy Sullivan erschaffen hat. Der freundliche und hilfsbereite Bahnhofspolizist ist ein makelloses Beispiel für seinen Berufsstand und war mir mit seinem starken Gerechtigkeitsempfinden auf Anhieb sympathisch. Der erste Teil aus der Reihe “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich gut unterhalten und durch den gekonnten Spannungsaufbau fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Neugierig bin ich nun vor allem auf die nächsten Bände und wie die Autorin vor allem mit den faschistischen Hintergründen einiger Schwestern umgeht. Fazit: Ein absolut gelungener Reihenauftakt der Lust auf mehr macht! Rästelhafte Krimispannung gepaart mit dem Flair der 1920er Jahre – hier ist gute Unterhaltung garantiert.
Beschreibung Die Krankenschwester Florance Nightingale Shore diente ihrem Land im ersten Weltkrieg und freut sich nun auf einen angenehmen Ruhestand. Auf dem Weg zu einer Freundin wird Florance am hellichten Tag in einem Zugabteil ermordet. Zur gleichen Zeit erfüllt sich für die neunzehnjährige Louisa ein großer Traum, als sie eine Anstellung bei der angesehenen und glamourösen Familie Mitford erhält. Der Mordfall um Florance Nightingale Shore zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Bahnpolizei und der Öffentlichkeit auf sich, sondern weckt auch die Neugier der siebzehnjährigen Nancy Mitford. Gemeinsam mit ihrem Kindermädchen Louisa stellt sie Ermittlungen zu dem außergewöhnlichen Fall an. Meine Meinung Jessica Fellowes ist die Nichte von Julian Fellowes, der bekanntermaßen die Drehbücher zu einer meiner Lieblingsserien, “Downton Abbey”, verfasst hat, und so flossen bereits einige Begleitbücher zur Serie aus ihrer Feder. Ihr Roman “Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht” wird unter einer Mischung aus der Gesellschaftsserie Downton Abbey und einem Kriminalroman von Agatha Christie beworben. Meine Neugier war diesem Roman also schon im ersten Augenblick sicher! Ich finde es immer besonders spannend, wenn Schriftsteller sich von wahren Begebenheiten oder Persönlichkeiten zu einer Geschichte inspirieren lassen. Genau das ist bei dem vorliegenden Roman von Jessica Fellowes der Fall. Schon der Titel verrät, dass sich die Autorin mit der geschichtsträchtigen Familie Mitford, um genauer zu sein mit den Schwestern der Familie, befasst hat. Außerdem handelt es sich bei dem Mord an der Krankenschwester Florance Nightingale Shore um einen realen Fall. In der Realität konnte der Mordfall allerdings im Gegensatz zur fiktiven Geschichte von Jessica Fellowes nicht gelöst werden. Die Titelauswahl “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich dazu verleitet, daran zu glauben dass diese Mädchen der Mitfords bzw. zumindest Nancy Mitford, die älteste der Schwestern, eine Hauptrolle in der Geschichte übernimmt. Doch in dieser Hinsicht hat sich der Roman in eine andere Richtung entwickelt. Das Kindermädchen Louisa bildet das perfekt passende Bindeglied zwischen den beiden Handlungssträngen Kriminalfall und Gesellschaftsroman. Zum einen lernen wir durch Louisas Rolle im Haushalt der Mitfords in Oxfordshire das Leben in einer gut betuchten Familie in den 1920er Jahren kennen, und zum anderen knüpft Louisa durch einen Zufall mit dem Bahnhofspolizist Guy einen Kontakt der eine größere Sichtweise auf den Mordfall an Florance Nightingale Shore eröffnet. Durch diese Herangehensweise und die Erzählperspektive aus Louisas Blickwinkel wird natürlich die Rolle von Nancy Mitford als Hauptprotagonistin ausgestochen. Nancy fungiert in der Geschichte vor allem als Beispiel dafür, wie sehr sich eine junge Dame in ihrer gesellschaftlichen Stellung eine Freundin herbeisehnt. Mit ihren siebzehn Jahren ist Nancy noch nicht in die Gesellschaft eingeführt worden und sieht in ihrem neuen Kindermädchen, das gerade einmal zwei Jahre älter ist, die perfekte Freundin und Verbündete für ihre Geschichten und ihren Schabernack. Louisa ist für mich die eigentliche Hauptprotagonistin der Geschichte und steht im erheblichen Kontrast zu Nancy Mitford. Als Tochter einer Wäscherin steht ihr ein mittelloses Leben in den schlechtesten Ecken Londons bevor. Ihr größter Traum geht mit ihrer Anstellung bei den Mitfords in Erfüllung. Dementsprechend ist Louisa darauf bedacht ihren Job nicht durch die Freundschaft zu Nancy Mitford leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Jessica Fellowes hat ihre Figuren mit feinen Pinselstrichen gezeichnet und einen Hauch der Atmosphäre der 1920er Jahre zwischen den Buchseiten eingefangen. Wie zu Beginn bereits erwähnt, hat es mir sehr gefallen, dass sich die Autorin von realen Persönlichkeiten inspirieren lies und einige passende Charaktereigenschaften mit verarbeitet hat. Die Protagonistin Nancy im Buch hat ihre Freude an Geschichten und liebt es vor allem gruseliges nieder zu schreiben und ihren kleinen Geschwistern vorzulesen. Im realen Leben war Nancy Mitford tatsächlich Schriftstellerin. Außerdem hat es Jessica Fellowes tatsächlich geschafft etwas Downton Abbey Flair heraufzubeschwören. Die Geschichte eignet sich also perfekt für alle die sich noch die Wartezeit bis zum Kinofilm überbrücken möchten. Die Spannung kommt ganz nach Agatha Christie Manier ins Spiel. Gleich zu Beginn der Geschichte ereignet sich der Mordfall und Jessica Fellowes lässt dem Leser einen gewissen Spielraum um gewisse Protagonisten näher unter die Lupe zu nehmen und mitzurätseln. An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen was für einen tollen Charakter Jessica Fellowes mit Guy Sullivan erschaffen hat. Der freundliche und hilfsbereite Bahnhofspolizist ist ein makelloses Beispiel für seinen Berufsstand und war mir mit seinem starken Gerechtigkeitsempfinden auf Anhieb sympathisch. Der erste Teil aus der Reihe “Die Schwestern von Mitford Manor” hat mich gut unterhalten und durch den gekonnten Spannungsaufbau fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Neugierig bin ich nun vor allem auf die nächsten Bände und wie die Autorin vor allem mit den faschistischen Hintergründen einiger Schwestern umgeht. Fazit: Ein absolut gelungener Reihenauftakt der Lust auf mehr macht! Rästelhafte Krimispannung gepaart mit dem Flair der 1920er Jahre – hier ist gute Unterhaltung garantiert.


























