Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah
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Description
Die koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo widmet sich in diesem Entwicklungsroman einem Frauenleben, das geprägt ist von Armut und der immensen Scham, mit Mitte 30 noch unverheiratet zu sein.
Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat. Sie wird ein einfaches, unerfülltes Leben führen, auch geprägt von der Demütigung, mit Mitte dreißig noch keine eigene Familie zu haben.
Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen soll. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen?
Book Information
Author Description
Cho Nam-Joo war neun Jahre lang als Drehbuchautorin fürs Fernsehen tätig. Ihr Roman »Kim Jiyoung, geboren 1982« hat sich weltweit über zwei Millionen Mal verkauft und war auch in Deutschland ein großer Bestseller. Cho Nam-Joo lebt in Korea.
Posts
Das Buch ist wie das Leben der Personen in ihm: trist, grau, hoffnungslos und frustrierend
Mani lebt noch mit Mitte 30 mit ihren Eltern in ihrem Elterhaus im ärmsten Viertel von Seoul, Südkorea. Ohne fließend warm Wasser, mit Kohleofen, ohne Job und ohne Perspektive. Die Familie kommt von Tag zu Tag über die Runden, ohne große Ereignisse, ohne grosse Sprünge. Bis eine Stadtsanierung für ihr Viertel geplant wird. Wird sie den Sprung in ein modernes Hochhaus schaffen? Ich fand das Buch frustrierend. Mani, die Protagonistin, hat sich gefügt in ihr eintöniges, langweiliges und bedeutungsloses Leben. Und das Buch ist einfach langweilig, grau und macht mir überhaupt keinen Spaß. Ist vielleicht Absicht. Aber mir gefällt es nicht.
Kann man lesen, muss man aber nicht. Den Schreibstil fand ich gut, im Gegensatz zu „Kim Jiyoung“ sogar etwas persönlicher, leichter und humoristischer. „Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben.“
Go Mani ist Mitte 30 und lebt mit ihren Elterm in eher prekären Verhältnissen in einem der ärmeren, unsanierten Stadtteile von Seoul. Als sie auch noch ihre Arbeit verliert, bleibt sie antriebslos zu Hause, während Immobilienunternehmen versuchen, die älteren Häuschen aufzukaufen und durch moderne Hochhäuser zu ersetzen - und ein solches Appartement ist der Traum von Manis Mutter. Parallel denkt Mani an ihre Kindheit zurück, als sie den Traum hatte, eine erfolgreiche Kunstturnerin zu werden, jedoch schon relativ früh daran gescheitert ist... Dies ist nach "Kim Jiyoung, geboren 1982" mein zweites Buch von Cho Nam-Joo, und wieder bin ich recht angetan. Aber während ich bei "Kim Jiyoung" eher das Gefühl hatte eine recht holzschnitthafte Geschichte zu lesen, in der Misogynie und patriarchales Verhalten im heutigen Südkorea beispielhaft an der Protagonistin dargestellt wurden (dennoch ein gutes und m.E. wichtiges Buch), wirkt Mani irgendwie individueller und nahbarer, vielleicht sogar ein bisschen sympathisch...auch wenn sie an ihrem Unglück durch ihr eher phlegmatisches Verhalten auch ein wenig selbst schuld ist.
Schlicht - aber doch so groß in seiner Bedeutung
Südkorea - heute und damals: Go Mani ist Mobbingopfer zu Zeiten, in denen es es dafür noch kein Wort gab. Auch als Erwachsene läuft es nicht ideal. Sie gehört einfach nie wirklich dazu. Allein ist sie dabei nicht, ihre Familie war und ist immer schon ein großer Teil ihres Lebens gewesen. Aber auch wer nicht allein ist, kann doch einsam sein. Die Geschichte ist eigentlich recht belanglos und doch irgendwie catchy. Das liegt vor allem am Aufbau und der greifbaren Hauptfigur. Die Autorin schreibt aus Sicht der südkoreanischen Hauptprotagonistin Go Mani - deren Name nicht nur für westeuropäische Ohren außergewöhnlich klingt. Sie wechselt zwischen Anekdoten aus Kindheit und Jetzt-Zeit. Dadurch zeigt sie, wie und warum aus Go Mani die Person wurde, die sie heute ist. „Wo ich wohne ist der Mond ganz nah“ ist für mich eine Mikrokosmos-Geschichte, die weder sonderlich spannend, noch außergewöhnlich gut geschrieben, auch nicht wirklich interessant ist, aber dennoch ein nachdenkliches, sinnierendes Gefühl bei mir hinterlassen hat. Ganz nebenbei geben die vielen alltäglichen Begebenheiten einen Einblick in die südkoreanische Kultur, was ich als bereichernd empfand. Wer meinen Instagram Account kennt, weiß, dass ich zu jedem Buch ein Zitat raussuche. Dabei wähle ich durchaus mit Bedacht. Aber in diesem Buch fiel mir die Auswahl absolut nicht leicht. Aus vielen detaillierten einzelnen Erfahrungen generiert die Autorin viele kluge Sätze, die zum Nachdenken anregen, ein Schmunzeln bewirken oder auch schlicht der Wahrheit entsprechen. Dieser Umstand macht wahrscheinlich den Charme dieses Buches aus. Es ist schlicht in seiner Geschichte und doch so groß in der Bedeutung.
Was für ein Buch! Ich freu mich so meinen Leseeindruck mit euch zu teilen. Wir begleiten Mani, Mitte 30, unverheiratet und nun kürzlich auch arbeitslos, durch ihr gewöhnliches Leben in Korea. Mani war schon immer ein bisschen anders als alle anderen. Hatte immer schon ein wenig weniger Glück als alle anderen… und so liest es sich auch. Wir begleiten eine Protagonistin, die in vielen Teilen unzulänglich ist. Was fühlt Mani wirklich? Wie geht es ihr damit, dass Träume nicht immer in Erfüllung gehen? Wie lebt es sich als jemand, der irgendwie in nichts so richtig talentiert ist? Mir hat das ungemein gut gefallen. Mal eine Figur zu lesen, die irgendwie so ganz und gar „normal“ ist (was auch immer das wieder heißen mag…). Ich mochte den schroffen und sarkastischen Ton, den das Buch durchzieht. Einige Lacher sind dadurch definitiv garantiert. Und auch wenn Mani sich so ein bisschen vor der Welt versteckt hat und uns so gar nicht gern in sich reingucken lässt, hat man zum Schluss das Gefühl sie nun doch besser verstehen zu können. Mir hat das Buch gut gefallen! 4/5 ⭐️ [selbst gekauft]

Ein aussergewöhnlicher Entwicklungsroman
„Wo ich wohne ist der Mond ganz nah“ von Cho Nam-Joo spielt im Viertel S-dong, einem der ärmsten Stadtteile in einem typischen Seouler Mondviertel. Mit den vielen kleinen Häuschen auf steilen Hügeln ist man „dem Mond ganz nahe“. Mani Go ist Mitte dreißig, unverheiratet und lebt immer noch bei ihrer Familie. Die ICH-Erzählerin träumte als kleines Mädchen davon, Turnerin zu werden. Leider hat das Mädchen im Vergleich zu anderen wenig Talent und erlebt ihre erste große Enttäuschung. Aus Scham verbreitet sie eine Lüge und verstrickt sich darin. Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Mani Go wurde von ihrem Arbeitgeber gekündigt, jahrelang war sie Manager Go und hat einfache Arbeiten verrichtet. Nun lebt sie mit der Scham, ihre Eltern nicht mehr unterstützen zu können, ihren Job verloren zu haben und unverheiratet zu sein. Im Mondscheinviertel kennt und redet man übereinander. Ihre Geburt war spektakulär : Die Mutter spürte nach 24 Stunden endlich etwas herauspurzeln und wollte wissen, was es nun sei. Ein Junge oder ein Mädchen? Der betagte Arzt resümierte: Es ist ein Kotklumpen. Ihre Mutter hatte Angst während der Schwangerschaft auf die Toilette zu gehen. Das Baby könnte herausfallen. Somit war die Verstopfung vorprogrammiert und sie hatte erstmal einen Haufen Kacke auf die Welt gebracht und dann erst Mani. Vielleicht hatte das Mädchen deshalb so Probleme mit der Hocktoilette und den Exkrementen. Und den Wunsch einen Mann mit Spültoilette zu heiraten. Der soziale Aufstieg blieb ihr verwehrt; geprägt von Armut und Trostlosigkeit schreibt die Autorin über das Frauenleben in Seoul. Die Hoffnungslosigkeit trotz Arbeit nicht aus diesem Slum zu entkommen. Entmutigt vertrödelt Mani den Tag vor dem Fernseher. Plötzlich erscheint ein Funken Hoffnung am Horizont; das Viertel soll saniert werden und ihr Vater hat einen Käufer für das Häuschen. Der Käufer hat noch nicht gehört, dass das Sanierungsprojekt abgeblasen werden soll. Sollen sie dem Käufer dieses Gerücht mitteilen? Kann die Familie ihr neues Leben auf einer Lüge beginnen? Ihre Ehrlichkeit für einen Neubeginn außerhalb Seoul aufgeben? Durch den sachlichen Erzählstil kann man trotz derber Schicksalsschläge der Protagonistin keine Bindung aufbauen. Als Leser ist man voller Mitgefühl und doch Unverständnis. Warum versucht die junge Frau nicht alles erdenkliche um ihr Leben zu verändern. Lustlos lebt Mani in den Tag, kein Anzeichen von Energie und Tatendrang. Ihr Leben verläuft trostlos, außer einigen Disputen mit ihrer Mutter ereignet sich kaum etwas. Die Autorin beschreibt das primitive, trostlose Leben der armen Menschen in Seoul, die Hoffnungslosigkeit und das Zerplatzen von Träumen. Mit einfachen, schlichten Worten schreibt Cho Nam-Joo über ein Leben ohne großartige Bildung, erdrückt in Scham und Misserfolgen. Und doch geht das Leben weiter - immer weiter und wir können es nicht überspringen. Gomani wird auch ein Hügel genannt; der Hügel dessen Überquerung >das Ende_< bedeutet. Wieso hatten Manis Eltern ihr so einen traurigen Namen gegeben? Ein außergewöhnlicher Entwicklungsroman über den freudlosen Frauenalltag in Südkorea.

emotionslos, wenig nachfühlbar, trocken
Der dritte hier im deutschsprachigen Raum erschienene Roman der Koreanerin Cho Nam-Joo: „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ Mani ist um die dreißig, wohnt bei ihren Eltern und ist arbeitslos – sie wollte mal Turnerin werden, wollte heiraten, hatte Pläne. Doch jetzt leben die Koreanerin und ihre Familie sehr bescheiden, in einem Armenviertel in Seoul. Es ist keine gute Gegend, aber man arrangiert sich. So lange Mani noch einen Job hatte, wog sich die Familie in Sicherheit und nun, da niemand der drei Geld ins Haus bringt, wird es schwierig. Die Familie erkennt eine Chance, als die Stadtregierung das Viertel umbauen will. Ein Roman der das Leben in Korea zeigt, wenn nichts klappt, wenn man scheitert und sich bloß über Wasser hält. Wenn Träume zerplatzen, wenn man irgendwann aufwacht und merkt, dass es nun fast zu spät ist. In einem relativ unbeeindruckten Ton beschreibt die Autorin all das aus der Sicht Manis. Wie auch schon in Romanen davor, schreibt Nam-Joo recht trocken und emotionslos. Und das, obwohl ich es sonst sehr mag, stört mich hier. Ich wurde nicht warm mit der Protagonistin. Mir kam ihr Handeln und Denken auf eine gewisse Art oberflächlich vor – oder vielleicht ist das Wort „ambitionslos“ hier besser. Da ich mich so schwer in sie hineinversetzen konnte, hat mich das Buch letztlich auch nicht abholen können. Eine Geschichte, die wunderbare Einblicke in prekäre Lebensumstände in einer koreanischen Großstadt gibt, mit für mich leider zu undifferenziert gezeichneten Charakteren.

Ein Leben im Blickpunkt. 🇰🇷
🌓 Um was geht’s? Mani Go lebt mit Mitte 30 noch bei ihren Eltern. Doch nicht in einem schicken Hochhaus-Appartement, sondern in einem kleinen Haus in einem der ärmsten Stadtviertel Seouls. Als Kind, es war die Zeit der Olympischen Spiele in Seoul, träumte sie von einer Karriere als Turnerin. Doch mangels Talent und Geld für professionellen Unterricht, ist dieser Traum schnell geplatzt. So nimmt sie nach dem Uniabschluss eine einfache Anstellung in einem Büro an. Mit dem Gehalt kann sie ihr Leben und auch das ihrer Eltern finanzieren. Aber dann verliert sie ihren Job und steht mit leeren Händen da. Kein Geld, kein Ehemann, nur Manis Eltern, die von ihrer Tochter enttäuscht sind. Nichts ist mehr, wie es war. Oder doch? Denn das Leben geht weiter… 🌓 Meine Meinung: Die ruhige Schilderung eines vor sich dahin plätschernden Lebens. Es geht um geplatzte Träume, Mobbing und Enttäuschungen. Dabei nimmt Mani das alles stoisch hin. Sie weint zwar auch mal oder schämt sich, aber im Grunde ist alles egal. „Vielleicht bedeutet Erwachsenwerden als solches, nach einem Scheitern sein Leben weiterzuleben.“ Diesen Satz aus dem Buch habe ich mir notiert. Die Protagonistin lebt einfach ihr Leben. Unspektakulär? Ja. Aber für den Leser trotzdem interessant, einen Einblick in ein solches Leben zu erhalten. Die Autorin arbeitet dabei oft mit Fäkalienvergleichen. Das ist Geschmackssache. Ich habe das Buch trotzdem oder genau deshalb sehr gern gelesen, zuweilen mit einem Schmunzeln. Für andere Lesende könnte es aber zu derb oder schlichtweg zu langweilig sein. - Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unabhängig. -

Das dritte Buch von Cho Nam-Joo, wieder ein Roman, erzählt die Geschichte von Go Mani, einer Frau in den Dreißigern, die in einem von Armut geprägten Viertel in Seoul aufwächst. Auch als Erwachsene lebt sie noch mit ihren Eltern in einer kleinen Zweizimmerwohnung, doch schon zu Beginn des Romans erfahren wir, dass sich bald einiges ändern wird. Go Mani hat ihren Job verloren und wird das Haus verlassen. In dem Rahmen lässt sie ihr bisheriges Leben Revue passieren: Eigentlich ist in dem Haus kein Platz für Träume, doch Go Mani setzt sich in den Kopf, eine weltberühmte Turnerin zu werden - so wie Nadia Comaneci, die 1976 als 14-Jährige die bisher höchste Punktzahl bei den Olympischen Spielen holte. Die Mutter der Protagonistin versucht sie nach bestem Gewissen zu unterstützen, doch durch Armut und Perspektivlosigkeit gesäte Selbstzweifel erschweren das Bestreben. Die Geschichte springt zwischen Kindheit und Gegenwart immer wieder hin und her und zeigt damit auf, dass es nahezu unmöglich ist, Armut zu entkommen. Damit einhergehend spielen auch Mobbing, Klassismus und Immobilienspekulationen eine große Rolle im Leben der Familie. Mir gefällt die unaufgeregte Erzählweise der Autorin, auch die Übersetzung ist mir mit einigen gut eingefädelten umgangssprachlichen Wörtern positiv aufgefallen. Obwohl Antriebslosigkeit und auch Perspektivlosigkeit schwer auf der Familie lasten, tauchen immer wieder unterhaltsame, belustigende Momente auf (Stichwort Toiletten). Auch die sehr enge Beziehung zwischen Tochter und Mutter nimmt viel Raum ein. Dagegen kamen mir manch andere Themen leider zu kurz, z.B. das Liebesleben der Protagonistin. Insgesamt ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe! Übersetzt von Jan Henrik Dirks. CN: Armut, Abl3ismus, Blut, Depr3ssion, M0bbing, Kindst0d
Unspektakulär aber wirklich gut
Eine schöne Geschichte über eine arme Familie, die am Ende doch noch ein ganz kleines bisschen Glück fand. Mir gefällt die Botschaft, die das Buch vermittelt. Die Autorin hat einen unaufgeregten Erzählstil und auch die Geschichte ist eher flach. Und trotzdem hängt sie einem nach.
Aufwachsen in Armut, das Erkennen von Klassenunterschieden und die Erlebnisse als (gemobbte) Außenseiterin wird in diesem Roman sehr dicht beschrieben.
Mir gefällt sehr gut, dass der Roman eine umfangreiche Beschreibung über das Leben in Armut und den Klassenunterschieden in Süd Korea beschreibt. Die Einarbeitung von zeitgemäßen popkulturellen Phänomenen, wie z.B. Songs oder Fernsehsendungen, haben die Erzählung um eine alltägliche Ebene noch erweitert. Es ist der zweite Roman, den ich von Cho Nam-Joo lese, wobei „Kim Jiyoung“ mich nach den ersten Seiten schon sehr gefesselt hatte. Diese Übersetzung wurde von einer koreanischen Übersetzerin (Ki-Hyang Lee) vorgenommen, bei „Wo ich wohne (…)“ hat ein (ich nehme an) deutscher Übersetzer (Jan Henrik Dirks) daran gearbeitet. Die Geschichte handelt von einer Familie, die in einem Armenviertel wohnen und selbst auch nicht sehr wohlhabend sind. Aus der Perspektive der Tochter Mani erfährt man über den Alltag zuhause, in der Schule, später in der Arbeit, dann als Arbeitslose wieder zuhause. Es ist eine trostlose Geschichte über das Aufwachen in Armut, von Mobbing in der Schule und als diskriminierte Frau in der männerdominierten Arbeitswelt. Zuhause gibt es wenig Trost und Zuneigung, die Eltern (vor allem die Mutter) ist auf Leistung und Druck aus, um dieser armen Klasse zu entkommen und setzt dabei voll auf die Leistung(en) ihrer Tochter als Turnerin. Dieser Traum platzt aber früh und die Familie entscheidet sich, das Haus zu verkaufen und außerhalb der Stadt in ein Hochhaus zu ziehen. Leider hat er mich das Buch und vor allem der Erzähl- bzw. Schreibstil ansonsten nicht abgeholt. Ich konnte die Hauptfigur Mani irgendwie nicht zu greifen bekommen, einzig die Mutter hat mich ständig wütend gemacht. Auch das Ende hat mich etwas enttäuscht zurückgelassen. Ich hätte mir eine emanzipierte Mani gewünscht, die aus diesem System ausbricht und ein Erfolgserlebnis haben kann. Das eigentliche Ende passt aber schon gut zur Story, indem es suggeriert, dass harte Arbeit zwar nicht immer zu Wohlstand, aber immerhin zu (Familien-)Glück und Harmonie führen kann (wobei ich nicht glaube, dass die Mutter endlich reflektiert). Mein gesamtes Leseerlebnis kann aber auch wegen der Übersetzung etwas mäßig sein und es könnte daran liegen, dass ich in koreanischer (Populär-)Kultur nicht sattelfest bin (meine zweite „Heimat“ im fernöstlichen ist ganz old-school Japan 😄) - aber im großen und ganzen ein Roman, der Denkanstöße liefert und an einigen Stellen schon wütend macht. Das passt.

Ein mega Comfort-Buch mit einer liebenswürdigen Protagonistin !
Ich hab mich jedes mal aufs Neue gefreut, wenn ich das Buch aufgeschlagen habe ! Wir begleiten die Protagonistin „Mani“ in ihrem Alltag in Seoul. Sie hat ein sehr großes Identifikationspotenzial und wurde mir gleich nach den ersten Seiten sympathisch. Sie ist manchmal so lustig und nahbar, dass ich teilweise laut auflachen musste. Trotz ihrer angespannten Lebensverhältnisse erzählt sie oft so echt, makaber aber auch nüchtern von verschiedenen Erfahrungen in ihrem Leben. Beispielsweise geht es um die Beziehung zu ihren Eltern, ihre alten Schulfreunde und ihre Sehnsucht nach dem Tanzen. Die Autorin schafft es mit dem Buch, die Lage von vielen Menschen in Südkorea perfekt zu beschreiben. Da die Protagonistin oft mit ihren Gedanken abschweift und auf andere Aspekte eingeht. Trotzdem hat man nie das Gefühl, nicht mitzukommen, da sie den Leser immer wieder mitnimmt! Auch der Übersetzter hat es geschafft, den Roman leicht verständlich zu machen und ihm die Lebensechtheit gegeben, die den Roman so toll macht! Alles in allem ein sehr gelungenes Buch und eines mein Highlights dieses Jahr.
Es leben alle nur fleißig ihr Leben.
In diesem Buch begleitet man die 30-jährige Mani in Seoul, die unverheiratet und beruflich gescheitert mit ihren Eltern in ärmlichen Verhältnissen lebt. Man lernt ihre Eltern kennen, wie sie leben und mit welchen Herausforderungen sie täglich konfrontiert sind. Mani denkt viel über ihre Kindheit und ihren damaligen Traum, eine Turnerin bei Olympia zu werden, nach. Die Erzählung ist sehr klar und anschaulich geschrieben. Trotzdem hat mich das Buch leider nicht wirklich berührt, da die Erzählung so daher plätschert. Es hat mich nicht wirklich mitreißen können und eher etwas pessimistisch gestimmt. „Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben“. Die letzten beiden Sätze beschreiben sehr gut das Buch - eine neutrale Gefühlslage trotz schwerer Themen. Ein Buch mit einem sehr farbenfrohem Cover, aber einer Geschichte voller Scham, Demut, Armut und wenig Hoffnung.
Ich wollte es so gern mögen, aber nichts zu machen 🥴
Ich habe das Buch etwa bis zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen, weil ich einfach keinen Zugang gefunden habe. Und ich hatte es bereits schon mal angefangen zu lesen, monatelabg beiseite gelegt und gedacht, dass ich einfach eine Leseflaute hatte. Turns out: it's not me, it's the book 🥲 Die Geschichte um Mani, die mit Mitte 30 arbeitslos bei ihren Eltern lebt und deren Kindheitstraum von einer Karriere in der Sportgymnastik früh zerplatzt ist, hat für mich keinen Spannungsbogen aufgebaut. Stattdessen reihen sich Alltagsszenen, Erinnerungen und Beobachtungen aneinander, die zwar gesellschaftliche Probleme andeuten, aber ohne wirkliche Entwicklung oder Dynamik bleiben. Mani bleibt lange passiv, sie verharrt in ihrer Situation und handelt kaum. Das mag bewusst so angelegt sein, aber es hat es mir schwer gemacht, mit ihr mitzufühlen oder mich von der Handlung tragen zu lassen. Auch der Handlungsstrang um die mögliche Sanierung des Viertels deutete sich zwar an, aber hat mich wirklich sehr gelangweilt. Am Ende hatte ich eher das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Für Leser:innen, die eine dichte Handlung, klare Figurenentwicklung oder eine zugespitzte Gesellschaftskritik erwarten, ist das Buch vermutlich frustrierend. Mir persönlich fehlte genau das, deshalb nur zwei Sterne.
Ein Leben geprägt von Armut
Mit ihrem aktuellen Titel präsentiert uns Cho Nam-Joo einen Roman, der sich von ihren bisherigen Werken unterscheidet. Statt mehrerer Kurzgeschichten konzentriert sich die Autprin hier auf das Schicksal von Mani, einer 36-jährigen Frau, die gerade arbeitslos geworden ist und bei ihren Eltern lebt. In Rückblenden wird von Manis Kindheit berichtet, wo sie noch den Traum hatte eine erfolgreiche Turnierin zu werden. Mani erzählt von Mobbing, ihren gescheiterten Beziehungen sowie ihrem insgesamt eher trostlos verlaufendem und von Armut geprägtem Leben. Grundsätzlich ist die Geschichte tiefgründig, aber leider dreht sie sich oft im Kreis. Die finanziellen Probleme der Familie und Manis unerfüllte Träume verleihen dem Roman eine melancholische Atmosphäre, die mich beim Lesen eher bedrückt hat, anstatt mich für die Geschichte zu begeistern. Die Gesellschaftskritik, die ich an der Autorin so sehr schätze, kam für meinen Geschmack zu kurz. Obwohl sie ihre charakteristische und für asiatische Literatur typische ruhige Schreibweise beibehält, konnte mich die Geschichte nicht vollständig überzeugen und hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck.
Irgendwie lässt das Buch mich ein wenig ratlos zurück. Es liest sich wunderbar und man ist schnell drin in der Geschichte von Mani, die mit Mitte 30 noch bei ihren Eltern in einem armen Viertel von Seoul wohnt und als Kind beschlossen hatte, Profiturnerin zu werden, um dann zu merken, dass das nichts ist, was man einfach so beschließen kann. Von Manis Mutter, die sich ein besseres Leben und eine Wohnung in einem der Hochhäuser wünscht, dass die Menschen aus ihrem Viertel vertreibt. Und Manis Vater, dessen Supermarkt und später Imbiss bereits so gut wie der Gentrifizierung zum Opfer gefallen ist. Und trotzdem ist mir nicht ganz klar, was Cho Nam-Joo mit dem Buch vermitteln bzw. sagen will. Genau so plötzlich wie man in das Leben der Familie von Mani eintaucht, verlässt man sie nämlich am Ende wieder. Das Buch endet dann mit den Sätzen „Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig Ihr Leben." Und ehrlicherweise lässt mich diese Message etwas niedergeschlagen und traurig zurück. Weshalb ich sie vielleicht auch einfach nicht so recht wahrhaben will.
Zu trocken und emotionslos
"Wo ich wohne ist der Mond ganz nahe" ist der zweite Roman, den ich von Cho Nam-Joo gelesen habe. Nachdem mich "Kim Jiyoung, geboren 1982" absolut umgehauen hat und ich das Buch deshalb in zwei Tagen verschlungen habe, war dieser Roman etwas enttäuschend. Es fehlte an der Gesellschaftskritik und Tiefe, die mir so gut gefallen hat. Es wirkte teilweise emotionslos und trocken. Gut gefallen haben mir die vielen Alltagsmomente aus dem Leben von Go Mani. Das runde Ende hat es für mich ebenso rausgerissen.
Schon seit 36 Jahren lebt Mani mit ihren Eltern in demselben Haus im Seouler Viertel S-dong, doch nun steht ein Umzug an und damit die Hoffnung, von der Armut der Unterschicht in die Mittelschicht aufzusteigen. Mani als Frau trägt neben den Makeln des fehlenden Geldes und ihrer Arbeitslosigkeit noch einen weiteren: sie ist unverheiratet und wohnt noch immer mit ihren Eltern zusammen. Wird der Umzug in ein neues Viertel wirklich die gewünschte Veränderung bringen? „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ ist der zweite, auf Deutsch erschienene Roman der südkoreanischen Autorin Cho Nam-Joo; die Übersetzung stammt von Jan Henrik Dirks. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Protagonistin Mani in der Ich- und Vergangenheitsform. Der Titel des Romans ergibt schon bald einen Sinn, denn das Viertel S-dong befindet sich auf steilen Hügeln, die sich dem Mond entgegen recken. Hier träumte Mani seit ihrer Kindheit von einer Karriere als Kunstturnerin, doch dieser Traum sollte sich aufgrund der fehlenden Mittel und, ehrlich gesagt, auch ihrer fehlenden Begabung nicht erfüllen. Diese Erfahrung hat ihr Leben geprägt und zwar deutlicher, als die im Klappentext erwähnte Schande des Unverheiratet-Seins. Hier hätte ich mir einen etwas stärkeren Blick auf die Rolle der Frau in Korea und speziell die Erwartungen an junge Frauen gewünscht. Das zweite zentrale Thema ist die Armut der Familie. Der Vater bemüht sich, Frau und Tochter zu ernähren, doch die Zeiten haben sich geändert und sein Imbiss hat nicht mehr so viele Kunden wie früher. Manis Job hingegen wurde von ihrer Firma gestrichen, um Geld zu sparen und die Mutter kann selbst nicht arbeiten. Als der Familie ein Angebot gemacht wird, ihr Haus an einen Investor zu verkaufen, klammert sich die Familie an diese Hoffnung, doch es scheint, als wollte man sie betrügen – kann ihr Traum noch wahr werden oder sind all ihre Ersparnisse verloren? Fazit: Ein nüchterner Roman über Armut und verlorene Träume, der sich so auch in einem deutschen Plattenbau abgespielt haben könnte. Cho Nam-Joos vorangegangene Bücher konnten mich mehr abholen.
"Das Viertel S-dong, ein typisches Seouler »Mondviertel«, kleine Häuschen auf steilen Hügeln, »dem Mond nahe«, mein Zuhause." - Buchzitat (S. 25) Cho Nam-Joo, die erfolgreiche Autorin von "Kim Jiyoung, geboren 1982", begleitet die Leser:innen in "Wo ich wohne ist der Mond ganz nah" durch das Leben von Mani, einer Frau aus einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Geprägt von Armut, unerfüllten Träumen und dem Druck, mit Mitte dreißig noch unverheiratet zu sein, wirft der Roman einen Blick auf die alltäglichen Herausforderungen einer Frau, die in den Schatten der Gesellschaft steht. Der Roman schafft es, einen einfühlsamen Einblick in Manis Leben zu geben. Die Darstellung ihrer Träume, Enttäuschungen und der Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens bietet Raum für Empathie. Die Beschreibung von Manis Apathie nach ihrer Entlassung und die ruppige Kommunikation in der Familie vermitteln einen realistischen Einblick in die Lebensrealität der Protagonistin. Die Rückblicke auf Manis Leben, geprägt von geplatzten Träumen und demütigenden Erlebnissen, bieten eine schonungslose Darstellung der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist. Die kurzen, prägnanten Kapitel und der klare Schreibstil Cho Nam-Joos sorgen für einen flüssigen Lesefluss. Die Entscheidungssituation bezüglich des Hausverkaufs und die ethischen Dilemmata, vor die die Familie gestellt wird, verleihen der Geschichte eine gewisse Spannung und regen zum Nachdenken an. Die Erwartungen, die durch den vorherigen Bestseller geweckt wurden, konnten dennoch leider nicht erfüllt werden. Im Vergleich zu "Kim Jiyoung, geboren 1982" fehlte es diesem Werk an Tiefe und der gewohnten Gesellschaftskritik. Die Geschichte zog sich in ihrer Handlung für mich in die Länge, und die Protagonistin Mani blieb mir zu distanziert. Anders als im vorherigen Werk wurden die Erzählungen nicht durch Fakten über Korea oder relevante gesellschaftliche Kontexte gestützt (Verweise auf Studien und Daten, die in "Kim Jiyoung, geboren 1982" präsent waren). Fußnoten lieferten kulturelle Kontextinformationen (Pop- und FIlmkultur der 1980er,1990er Jahre), aber keine tiefergehenden Einblicke in die Armut in Korea oder weitere relevante Themen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das fehlende Gendern, das mir besonders im Kontext der aktuellen Diskussion rund um inklusivere Sprache sehr wichtig ist. Die Erzählstruktur, die zwischen verschiedenen Zeiten springt, erschwerte meine Verbindung zur Hauptfigur. Die Rückblicke auf Manis Leben, geprägt von geplatzten Träumen und demütigenden Erlebnissen, blieben an der Oberfläche und ermöglichten keine wirkliche Nähe zu den Figuren. Die gewohnte Gesellschaftskritik von Cho Nam-Joo kam zu kurz. Die Familie Manis und ihre Reaktionen auf Herausforderungen wurden zwar beschrieben, doch es fehlte die tiefgehende Analyse der psychologischen Motive. Auch nach dem Abschluss der Geschichte gab es keine Analyse, Veränderung oder einen klaren Handlungsabschluss. "Wo ich wohne ist der Mond ganz nah" mag versuchen, das Alltagsleben derer zu spiegeln, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dennoch konnte die Geschichte meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllen. Aber vielleicht waren diese auch zu hoch und der Autorin ging es darum, die Banalität des Lebens aufzuzeigen. Dies kommt für mich jedenfalls in den zwei ausgewählten Textstellten klar raus: "Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben." und "Dann wird eine Nacht geschlafen und am nächsten Morgen in aller Frühe wieder begonnen. Das ist bei Zügen nicht anders als bei Menschen. Arbeiten und schlafen und wieder arbeiten. So ist das Leben." erahnen. Mir bleibt das Buch ale eine eher zähe Reise durch das Leben von Mani in Erinnerung. Ich vergebe daher 3 von 5 Sternen. Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Dies hat die Bewertung/Rezension jedoch in keiner Weise beeinflusst.
Ruhig, nachdenklich, atmosphärisch aber auch ein wenig langweilig
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman. Angefixt durch „Mrs Kim weiß Bescheid“ wanderte dieses Buch mit aus der Bibliothek zu mir nach Hause. Diesmal folgen wir nur einer Protagonistin. Sie ist Mitte 30 und kann den gesellschaftlichen Erwartungen ohne Job, und ohne verheiratet zu sein, nicht gerecht werden. Wir erleben auch Rückblicke in ihre Kindheit und Jugend. Dadurch erhalten wir Einblicke in soziale Themen woe bspw. Mobbing und die Rolle der Frau, eingebettet in eine realistische Lebensgeschichte. Die ruhige Erzählweise der Autorin mochte ich in dem vorherigen Buch sehr. Hier war es mir jedoch zwischendurch auch etwas langweilig. Der Klappentext verrät, ein wenig den Plot. Dieser nimmt am Ende noch einmal Fahrt auf. „Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter , entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch nicht betrübt Es leben alle nur fleißig ihr Leben.“
Eines meiner frühen Jahreshighlights und ich kann leider die schlechten Bewertungen nicht verstehen. Go Mani und ihre Familie leben in einer der ärmlichen Gegenden in Seoul und den Einblick in dieses Leben fand ich super spannend zu lesen. Ein Leben, in dem viele dicht an dicht wohnen und alles voneinander mitbekommen und urteilen, aber auch gleichzeitig jeder versucht sein eigenes Leben zu leben und seine Situation auf verschiedenste Art zu verbessern. Mani wird als sehr antriebslos beschrieben und das war für mich auf eine Art erfrischend. Diese Begeisterung, die sie als Kind für das Turnen hatte, aber dann auch nicht nachverfolgen konnte und der Kontrast zu ihrem Erwachsenenleben, in dem sie nur die Jahre an sich vorbeigehen lassen ohne einen konkreten Plan. Für mich muss eine Figur nicht sympathisch sein, damit ich von ihr lesen will, sondern es muss etwas geben, was ich noch nicht gelesen habe, oder mich irgendwie catcht. Auch die Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater, ist nicht lieblos, aber es plätschert dahin und ist einfach da. So wie die Situation, in der die Familie lebt einfach da ist, ohne die große Perspektive, dass sich was ändert. Was mir an dem Buch wirklich gut gefallen hat, war die sozialkritische Beschreibung der Gesellschaft, der Sanierungsvorhaben, die ohne Rücksicht auf die betroffenen Menschen durchgeführt wurden und wie komplett entkoppelt diese Schicht an Menschen ist. Ich wäre gespannt zu lesen, wie sich diese Viertel bis heute hin entwickelt haben. Der Schreibstil von Cho Nam-joo sagt mir sehr zu und ich werde auch weitere Bücher von ihr noch lesen. Empfehlung für alle, die Geschichten aus unbekannteren Perspektiven mögen oder sich für Korea interessieren. Das dritte Buch der A
Erster Eindruck: Der Schreibstil wirkt auf mich anfangs sehr blumig. Es war erwachsener und realer als ich es als vorwiegend Fantasy-Leserin gewohnt war. Das fand ich gar nicht mal so schlecht. Protagonistin: Die Protagonistin Mani, die wir überwiegend durch ihre frühen Erinnerungen begleiten, erzählt uns von einem Leben, das alles andere als komfortabel ist. Manis Träume sind groß, doch ihre Möglichkeiten begrenzt. Wir erleben die Gedanken der 9-jährigen Mani und die der Erwachsenen unverheirateten Mani, die viel Verantwortungen auf ihren Schultern trägt. Meine Meinung: Oft habe ich mich noch nicht an das Genre des Gesellschaftsroman getraut, aber hier wurde ich neugierig hinter die Kulissen eines Lebens zu blicken, das anders als das ist das ich kenne. Es liest sich etwas wie ein Tagebuch, aber viel flüssiger. Die Autorin erzählt in einem nüchternen, ja fast schon resignierten Ton von den Lebensumständen. Es wird nichts ausgeschmückt und das regt etwas zum nachdenken an, wie unterschiedlich die Leben in einer Stadt wie Seoul sein können. Die Zwischentöne beim Lesen lassen einen als Leser*in selbst bestimmen, welche Gefühle dies in einem auslöst. Cho Nam-Joo beschreibt für mich ein Leben, das fernab vom Glanz der Großstadt ist, obwohl sie nur eine kurze Fahrt entfernt ist. Das Ende war eines das viel ungesagt und Fragen offen ließ. Doch eine hat mich die ganze Zeit nicht losgelassen: „Wieviele Manis es wohl im Jahr 2024 da draussen noch so gibt?“ und wie schwer es sein muss, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Mani wollte immer rhythmische Sportgymnastin werden. Obwohl ihre Eltern arm sind, bemühen sie sich ihr diesen Traum zu ermöglichen, auch wenn Mani kein besonderes Talent dafür zeigt. Mit Mitte dreißig fühlt sie sich unerfüllt, hat keinen besonderen Beruf und ist nicht verheiratet. Die Familie wohnt noch immer in dem ärmlichen Haus in einem der ärmeren Stadtteile Seouls. Da erhalten sie die Nachricht einer Stadtsanierung und erhalten die Chance, ihr Haus gewinnbringend zu verkaufen – dafür müssen sie jedoch ihre Karten richtig ausspielen und die Wahrheit verschweigen. Ich habe von der Autorin im letzten Jahr „Kim Jiyoung, geboren 1982“ gelesen und fand es unglaublich gut. Aus diesem Grund habe ich mich nun auf dieses neue Buch von ihr gefreut. Doch auch wenn dieses einige interessante Aspekte bietet, bin ich doch leider nicht davon überzeugt. „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ zeigt insbesondere den Alltag der von Armut betroffenen Menschen in Südkorea. Manis Eltern versuchen, ihrer Tochter ihre Träume zu ermöglichen, doch es scheitert immer wieder daran, dass entweder zu wenig Geld vorhanden ist oder Mani dies nicht mit dem nötigen Talent kompensieren kann. Während reichere Kinder etwa bereits in jungen Jahren die nötige Förderung für eine gymnastische Laufbahn erhalten, kann Mani diese erst deutlich später wahrnehmen und schafft es auch nicht, diesen Rückschritt wieder auszugleichen. Auch dass die Familie später zwar die Möglichkeit hat, aus ihrer wirtschaftlichen Lage auszubrechen, dies jedoch nur möglich ist, indem sie jemand anderen täuschen, ist ein interessantes ethisches Dilemma und zeigt die Schwierigkeiten dabei, aus der Armut auszubrechen. Das alles hätte ein sehr gutes, gesellschaftskritisches Buch ergeben können. Leider habe ich die Umsetzung als eher schwach empfunden. Die Erzählung wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, oft ohne dies erkennbar zu machen. Ich war davon mehrfach verwirrt und nicht sicher, in welcher Zeitebene sich die Handlung befand. Auch generell folgte die Handlung eher einem ungeordneten Gedankenstrom und plätscherte dadurch manchmal ohne erkennbares Ziel vor sich hin. Generell blieben insbesondere die Charaktere eher distanziert und ich fand es sehr schwer, diese zu greifen. Regelmäßig war ich nicht sicher, welche Motive hinter ihren Handlungen steckte. Insbesondere am Ende des Buches fehlte mir ein klarer Abschluss. Es wirkte eher so, als würde die Handlung weiterplätschern und die Autorin hatte einfach entschieden, an diesem Punkt nicht weiterzuschreiben. Ich denke, ein Abschluss, der etwa noch einmal die Botschaften des Buches auf den Punkt gebracht hätte, hätte das Ganze besser abgerundet. Fazit: „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ enthält einige interessante, gesellschaftskritische Botschaften. Leider kommen diese aufgrund der vor sich hinplätschernden Erzählweise nicht so gut rüber, wie ich mir dies gewünscht hätte.
Description
Die koreanische Bestsellerautorin Cho Nam-Joo widmet sich in diesem Entwicklungsroman einem Frauenleben, das geprägt ist von Armut und der immensen Scham, mit Mitte 30 noch unverheiratet zu sein.
Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Ihr Vater arbeitet in einem Imbiss und ihre Mutter ist erwerbslos. Als kleines Mädchen träumte Mani davon, rhythmische Sportgymnastin zu werden, inspiriert durch Fernsehbilder der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. Als Kind fängt sie mit dem Turnen an, muss aber schnell einsehen, dass sie im Vergleich zu anderen kein Talent hat. Sie wird ein einfaches, unerfülltes Leben führen, auch geprägt von der Demütigung, mit Mitte dreißig noch keine eigene Familie zu haben.
Die Nachricht von der Stadtteilsanierung lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, gleichzeitig erfährt Manis Familie zufällig, dass die Sanierung abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen oder ihn täuschen soll. Ihr ganzes Leben lang haben sie sich an das Prinzip der Ehrlichkeit gehalten. Welche Entscheidung werden sie treffen, wenn sie vor dem größten Dilemma ihres Lebens stehen?
Book Information
Author Description
Cho Nam-Joo war neun Jahre lang als Drehbuchautorin fürs Fernsehen tätig. Ihr Roman »Kim Jiyoung, geboren 1982« hat sich weltweit über zwei Millionen Mal verkauft und war auch in Deutschland ein großer Bestseller. Cho Nam-Joo lebt in Korea.
Posts
Das Buch ist wie das Leben der Personen in ihm: trist, grau, hoffnungslos und frustrierend
Mani lebt noch mit Mitte 30 mit ihren Eltern in ihrem Elterhaus im ärmsten Viertel von Seoul, Südkorea. Ohne fließend warm Wasser, mit Kohleofen, ohne Job und ohne Perspektive. Die Familie kommt von Tag zu Tag über die Runden, ohne große Ereignisse, ohne grosse Sprünge. Bis eine Stadtsanierung für ihr Viertel geplant wird. Wird sie den Sprung in ein modernes Hochhaus schaffen? Ich fand das Buch frustrierend. Mani, die Protagonistin, hat sich gefügt in ihr eintöniges, langweiliges und bedeutungsloses Leben. Und das Buch ist einfach langweilig, grau und macht mir überhaupt keinen Spaß. Ist vielleicht Absicht. Aber mir gefällt es nicht.
Kann man lesen, muss man aber nicht. Den Schreibstil fand ich gut, im Gegensatz zu „Kim Jiyoung“ sogar etwas persönlicher, leichter und humoristischer. „Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben.“
Go Mani ist Mitte 30 und lebt mit ihren Elterm in eher prekären Verhältnissen in einem der ärmeren, unsanierten Stadtteile von Seoul. Als sie auch noch ihre Arbeit verliert, bleibt sie antriebslos zu Hause, während Immobilienunternehmen versuchen, die älteren Häuschen aufzukaufen und durch moderne Hochhäuser zu ersetzen - und ein solches Appartement ist der Traum von Manis Mutter. Parallel denkt Mani an ihre Kindheit zurück, als sie den Traum hatte, eine erfolgreiche Kunstturnerin zu werden, jedoch schon relativ früh daran gescheitert ist... Dies ist nach "Kim Jiyoung, geboren 1982" mein zweites Buch von Cho Nam-Joo, und wieder bin ich recht angetan. Aber während ich bei "Kim Jiyoung" eher das Gefühl hatte eine recht holzschnitthafte Geschichte zu lesen, in der Misogynie und patriarchales Verhalten im heutigen Südkorea beispielhaft an der Protagonistin dargestellt wurden (dennoch ein gutes und m.E. wichtiges Buch), wirkt Mani irgendwie individueller und nahbarer, vielleicht sogar ein bisschen sympathisch...auch wenn sie an ihrem Unglück durch ihr eher phlegmatisches Verhalten auch ein wenig selbst schuld ist.
Schlicht - aber doch so groß in seiner Bedeutung
Südkorea - heute und damals: Go Mani ist Mobbingopfer zu Zeiten, in denen es es dafür noch kein Wort gab. Auch als Erwachsene läuft es nicht ideal. Sie gehört einfach nie wirklich dazu. Allein ist sie dabei nicht, ihre Familie war und ist immer schon ein großer Teil ihres Lebens gewesen. Aber auch wer nicht allein ist, kann doch einsam sein. Die Geschichte ist eigentlich recht belanglos und doch irgendwie catchy. Das liegt vor allem am Aufbau und der greifbaren Hauptfigur. Die Autorin schreibt aus Sicht der südkoreanischen Hauptprotagonistin Go Mani - deren Name nicht nur für westeuropäische Ohren außergewöhnlich klingt. Sie wechselt zwischen Anekdoten aus Kindheit und Jetzt-Zeit. Dadurch zeigt sie, wie und warum aus Go Mani die Person wurde, die sie heute ist. „Wo ich wohne ist der Mond ganz nah“ ist für mich eine Mikrokosmos-Geschichte, die weder sonderlich spannend, noch außergewöhnlich gut geschrieben, auch nicht wirklich interessant ist, aber dennoch ein nachdenkliches, sinnierendes Gefühl bei mir hinterlassen hat. Ganz nebenbei geben die vielen alltäglichen Begebenheiten einen Einblick in die südkoreanische Kultur, was ich als bereichernd empfand. Wer meinen Instagram Account kennt, weiß, dass ich zu jedem Buch ein Zitat raussuche. Dabei wähle ich durchaus mit Bedacht. Aber in diesem Buch fiel mir die Auswahl absolut nicht leicht. Aus vielen detaillierten einzelnen Erfahrungen generiert die Autorin viele kluge Sätze, die zum Nachdenken anregen, ein Schmunzeln bewirken oder auch schlicht der Wahrheit entsprechen. Dieser Umstand macht wahrscheinlich den Charme dieses Buches aus. Es ist schlicht in seiner Geschichte und doch so groß in der Bedeutung.
Was für ein Buch! Ich freu mich so meinen Leseeindruck mit euch zu teilen. Wir begleiten Mani, Mitte 30, unverheiratet und nun kürzlich auch arbeitslos, durch ihr gewöhnliches Leben in Korea. Mani war schon immer ein bisschen anders als alle anderen. Hatte immer schon ein wenig weniger Glück als alle anderen… und so liest es sich auch. Wir begleiten eine Protagonistin, die in vielen Teilen unzulänglich ist. Was fühlt Mani wirklich? Wie geht es ihr damit, dass Träume nicht immer in Erfüllung gehen? Wie lebt es sich als jemand, der irgendwie in nichts so richtig talentiert ist? Mir hat das ungemein gut gefallen. Mal eine Figur zu lesen, die irgendwie so ganz und gar „normal“ ist (was auch immer das wieder heißen mag…). Ich mochte den schroffen und sarkastischen Ton, den das Buch durchzieht. Einige Lacher sind dadurch definitiv garantiert. Und auch wenn Mani sich so ein bisschen vor der Welt versteckt hat und uns so gar nicht gern in sich reingucken lässt, hat man zum Schluss das Gefühl sie nun doch besser verstehen zu können. Mir hat das Buch gut gefallen! 4/5 ⭐️ [selbst gekauft]

Ein aussergewöhnlicher Entwicklungsroman
„Wo ich wohne ist der Mond ganz nah“ von Cho Nam-Joo spielt im Viertel S-dong, einem der ärmsten Stadtteile in einem typischen Seouler Mondviertel. Mit den vielen kleinen Häuschen auf steilen Hügeln ist man „dem Mond ganz nahe“. Mani Go ist Mitte dreißig, unverheiratet und lebt immer noch bei ihrer Familie. Die ICH-Erzählerin träumte als kleines Mädchen davon, Turnerin zu werden. Leider hat das Mädchen im Vergleich zu anderen wenig Talent und erlebt ihre erste große Enttäuschung. Aus Scham verbreitet sie eine Lüge und verstrickt sich darin. Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Mani Go wurde von ihrem Arbeitgeber gekündigt, jahrelang war sie Manager Go und hat einfache Arbeiten verrichtet. Nun lebt sie mit der Scham, ihre Eltern nicht mehr unterstützen zu können, ihren Job verloren zu haben und unverheiratet zu sein. Im Mondscheinviertel kennt und redet man übereinander. Ihre Geburt war spektakulär : Die Mutter spürte nach 24 Stunden endlich etwas herauspurzeln und wollte wissen, was es nun sei. Ein Junge oder ein Mädchen? Der betagte Arzt resümierte: Es ist ein Kotklumpen. Ihre Mutter hatte Angst während der Schwangerschaft auf die Toilette zu gehen. Das Baby könnte herausfallen. Somit war die Verstopfung vorprogrammiert und sie hatte erstmal einen Haufen Kacke auf die Welt gebracht und dann erst Mani. Vielleicht hatte das Mädchen deshalb so Probleme mit der Hocktoilette und den Exkrementen. Und den Wunsch einen Mann mit Spültoilette zu heiraten. Der soziale Aufstieg blieb ihr verwehrt; geprägt von Armut und Trostlosigkeit schreibt die Autorin über das Frauenleben in Seoul. Die Hoffnungslosigkeit trotz Arbeit nicht aus diesem Slum zu entkommen. Entmutigt vertrödelt Mani den Tag vor dem Fernseher. Plötzlich erscheint ein Funken Hoffnung am Horizont; das Viertel soll saniert werden und ihr Vater hat einen Käufer für das Häuschen. Der Käufer hat noch nicht gehört, dass das Sanierungsprojekt abgeblasen werden soll. Sollen sie dem Käufer dieses Gerücht mitteilen? Kann die Familie ihr neues Leben auf einer Lüge beginnen? Ihre Ehrlichkeit für einen Neubeginn außerhalb Seoul aufgeben? Durch den sachlichen Erzählstil kann man trotz derber Schicksalsschläge der Protagonistin keine Bindung aufbauen. Als Leser ist man voller Mitgefühl und doch Unverständnis. Warum versucht die junge Frau nicht alles erdenkliche um ihr Leben zu verändern. Lustlos lebt Mani in den Tag, kein Anzeichen von Energie und Tatendrang. Ihr Leben verläuft trostlos, außer einigen Disputen mit ihrer Mutter ereignet sich kaum etwas. Die Autorin beschreibt das primitive, trostlose Leben der armen Menschen in Seoul, die Hoffnungslosigkeit und das Zerplatzen von Träumen. Mit einfachen, schlichten Worten schreibt Cho Nam-Joo über ein Leben ohne großartige Bildung, erdrückt in Scham und Misserfolgen. Und doch geht das Leben weiter - immer weiter und wir können es nicht überspringen. Gomani wird auch ein Hügel genannt; der Hügel dessen Überquerung >das Ende_< bedeutet. Wieso hatten Manis Eltern ihr so einen traurigen Namen gegeben? Ein außergewöhnlicher Entwicklungsroman über den freudlosen Frauenalltag in Südkorea.

emotionslos, wenig nachfühlbar, trocken
Der dritte hier im deutschsprachigen Raum erschienene Roman der Koreanerin Cho Nam-Joo: „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ Mani ist um die dreißig, wohnt bei ihren Eltern und ist arbeitslos – sie wollte mal Turnerin werden, wollte heiraten, hatte Pläne. Doch jetzt leben die Koreanerin und ihre Familie sehr bescheiden, in einem Armenviertel in Seoul. Es ist keine gute Gegend, aber man arrangiert sich. So lange Mani noch einen Job hatte, wog sich die Familie in Sicherheit und nun, da niemand der drei Geld ins Haus bringt, wird es schwierig. Die Familie erkennt eine Chance, als die Stadtregierung das Viertel umbauen will. Ein Roman der das Leben in Korea zeigt, wenn nichts klappt, wenn man scheitert und sich bloß über Wasser hält. Wenn Träume zerplatzen, wenn man irgendwann aufwacht und merkt, dass es nun fast zu spät ist. In einem relativ unbeeindruckten Ton beschreibt die Autorin all das aus der Sicht Manis. Wie auch schon in Romanen davor, schreibt Nam-Joo recht trocken und emotionslos. Und das, obwohl ich es sonst sehr mag, stört mich hier. Ich wurde nicht warm mit der Protagonistin. Mir kam ihr Handeln und Denken auf eine gewisse Art oberflächlich vor – oder vielleicht ist das Wort „ambitionslos“ hier besser. Da ich mich so schwer in sie hineinversetzen konnte, hat mich das Buch letztlich auch nicht abholen können. Eine Geschichte, die wunderbare Einblicke in prekäre Lebensumstände in einer koreanischen Großstadt gibt, mit für mich leider zu undifferenziert gezeichneten Charakteren.

Ein Leben im Blickpunkt. 🇰🇷
🌓 Um was geht’s? Mani Go lebt mit Mitte 30 noch bei ihren Eltern. Doch nicht in einem schicken Hochhaus-Appartement, sondern in einem kleinen Haus in einem der ärmsten Stadtviertel Seouls. Als Kind, es war die Zeit der Olympischen Spiele in Seoul, träumte sie von einer Karriere als Turnerin. Doch mangels Talent und Geld für professionellen Unterricht, ist dieser Traum schnell geplatzt. So nimmt sie nach dem Uniabschluss eine einfache Anstellung in einem Büro an. Mit dem Gehalt kann sie ihr Leben und auch das ihrer Eltern finanzieren. Aber dann verliert sie ihren Job und steht mit leeren Händen da. Kein Geld, kein Ehemann, nur Manis Eltern, die von ihrer Tochter enttäuscht sind. Nichts ist mehr, wie es war. Oder doch? Denn das Leben geht weiter… 🌓 Meine Meinung: Die ruhige Schilderung eines vor sich dahin plätschernden Lebens. Es geht um geplatzte Träume, Mobbing und Enttäuschungen. Dabei nimmt Mani das alles stoisch hin. Sie weint zwar auch mal oder schämt sich, aber im Grunde ist alles egal. „Vielleicht bedeutet Erwachsenwerden als solches, nach einem Scheitern sein Leben weiterzuleben.“ Diesen Satz aus dem Buch habe ich mir notiert. Die Protagonistin lebt einfach ihr Leben. Unspektakulär? Ja. Aber für den Leser trotzdem interessant, einen Einblick in ein solches Leben zu erhalten. Die Autorin arbeitet dabei oft mit Fäkalienvergleichen. Das ist Geschmackssache. Ich habe das Buch trotzdem oder genau deshalb sehr gern gelesen, zuweilen mit einem Schmunzeln. Für andere Lesende könnte es aber zu derb oder schlichtweg zu langweilig sein. - Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Meine Meinung ist davon unabhängig. -

Das dritte Buch von Cho Nam-Joo, wieder ein Roman, erzählt die Geschichte von Go Mani, einer Frau in den Dreißigern, die in einem von Armut geprägten Viertel in Seoul aufwächst. Auch als Erwachsene lebt sie noch mit ihren Eltern in einer kleinen Zweizimmerwohnung, doch schon zu Beginn des Romans erfahren wir, dass sich bald einiges ändern wird. Go Mani hat ihren Job verloren und wird das Haus verlassen. In dem Rahmen lässt sie ihr bisheriges Leben Revue passieren: Eigentlich ist in dem Haus kein Platz für Träume, doch Go Mani setzt sich in den Kopf, eine weltberühmte Turnerin zu werden - so wie Nadia Comaneci, die 1976 als 14-Jährige die bisher höchste Punktzahl bei den Olympischen Spielen holte. Die Mutter der Protagonistin versucht sie nach bestem Gewissen zu unterstützen, doch durch Armut und Perspektivlosigkeit gesäte Selbstzweifel erschweren das Bestreben. Die Geschichte springt zwischen Kindheit und Gegenwart immer wieder hin und her und zeigt damit auf, dass es nahezu unmöglich ist, Armut zu entkommen. Damit einhergehend spielen auch Mobbing, Klassismus und Immobilienspekulationen eine große Rolle im Leben der Familie. Mir gefällt die unaufgeregte Erzählweise der Autorin, auch die Übersetzung ist mir mit einigen gut eingefädelten umgangssprachlichen Wörtern positiv aufgefallen. Obwohl Antriebslosigkeit und auch Perspektivlosigkeit schwer auf der Familie lasten, tauchen immer wieder unterhaltsame, belustigende Momente auf (Stichwort Toiletten). Auch die sehr enge Beziehung zwischen Tochter und Mutter nimmt viel Raum ein. Dagegen kamen mir manch andere Themen leider zu kurz, z.B. das Liebesleben der Protagonistin. Insgesamt ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe! Übersetzt von Jan Henrik Dirks. CN: Armut, Abl3ismus, Blut, Depr3ssion, M0bbing, Kindst0d
Unspektakulär aber wirklich gut
Eine schöne Geschichte über eine arme Familie, die am Ende doch noch ein ganz kleines bisschen Glück fand. Mir gefällt die Botschaft, die das Buch vermittelt. Die Autorin hat einen unaufgeregten Erzählstil und auch die Geschichte ist eher flach. Und trotzdem hängt sie einem nach.
Aufwachsen in Armut, das Erkennen von Klassenunterschieden und die Erlebnisse als (gemobbte) Außenseiterin wird in diesem Roman sehr dicht beschrieben.
Mir gefällt sehr gut, dass der Roman eine umfangreiche Beschreibung über das Leben in Armut und den Klassenunterschieden in Süd Korea beschreibt. Die Einarbeitung von zeitgemäßen popkulturellen Phänomenen, wie z.B. Songs oder Fernsehsendungen, haben die Erzählung um eine alltägliche Ebene noch erweitert. Es ist der zweite Roman, den ich von Cho Nam-Joo lese, wobei „Kim Jiyoung“ mich nach den ersten Seiten schon sehr gefesselt hatte. Diese Übersetzung wurde von einer koreanischen Übersetzerin (Ki-Hyang Lee) vorgenommen, bei „Wo ich wohne (…)“ hat ein (ich nehme an) deutscher Übersetzer (Jan Henrik Dirks) daran gearbeitet. Die Geschichte handelt von einer Familie, die in einem Armenviertel wohnen und selbst auch nicht sehr wohlhabend sind. Aus der Perspektive der Tochter Mani erfährt man über den Alltag zuhause, in der Schule, später in der Arbeit, dann als Arbeitslose wieder zuhause. Es ist eine trostlose Geschichte über das Aufwachen in Armut, von Mobbing in der Schule und als diskriminierte Frau in der männerdominierten Arbeitswelt. Zuhause gibt es wenig Trost und Zuneigung, die Eltern (vor allem die Mutter) ist auf Leistung und Druck aus, um dieser armen Klasse zu entkommen und setzt dabei voll auf die Leistung(en) ihrer Tochter als Turnerin. Dieser Traum platzt aber früh und die Familie entscheidet sich, das Haus zu verkaufen und außerhalb der Stadt in ein Hochhaus zu ziehen. Leider hat er mich das Buch und vor allem der Erzähl- bzw. Schreibstil ansonsten nicht abgeholt. Ich konnte die Hauptfigur Mani irgendwie nicht zu greifen bekommen, einzig die Mutter hat mich ständig wütend gemacht. Auch das Ende hat mich etwas enttäuscht zurückgelassen. Ich hätte mir eine emanzipierte Mani gewünscht, die aus diesem System ausbricht und ein Erfolgserlebnis haben kann. Das eigentliche Ende passt aber schon gut zur Story, indem es suggeriert, dass harte Arbeit zwar nicht immer zu Wohlstand, aber immerhin zu (Familien-)Glück und Harmonie führen kann (wobei ich nicht glaube, dass die Mutter endlich reflektiert). Mein gesamtes Leseerlebnis kann aber auch wegen der Übersetzung etwas mäßig sein und es könnte daran liegen, dass ich in koreanischer (Populär-)Kultur nicht sattelfest bin (meine zweite „Heimat“ im fernöstlichen ist ganz old-school Japan 😄) - aber im großen und ganzen ein Roman, der Denkanstöße liefert und an einigen Stellen schon wütend macht. Das passt.

Ein mega Comfort-Buch mit einer liebenswürdigen Protagonistin !
Ich hab mich jedes mal aufs Neue gefreut, wenn ich das Buch aufgeschlagen habe ! Wir begleiten die Protagonistin „Mani“ in ihrem Alltag in Seoul. Sie hat ein sehr großes Identifikationspotenzial und wurde mir gleich nach den ersten Seiten sympathisch. Sie ist manchmal so lustig und nahbar, dass ich teilweise laut auflachen musste. Trotz ihrer angespannten Lebensverhältnisse erzählt sie oft so echt, makaber aber auch nüchtern von verschiedenen Erfahrungen in ihrem Leben. Beispielsweise geht es um die Beziehung zu ihren Eltern, ihre alten Schulfreunde und ihre Sehnsucht nach dem Tanzen. Die Autorin schafft es mit dem Buch, die Lage von vielen Menschen in Südkorea perfekt zu beschreiben. Da die Protagonistin oft mit ihren Gedanken abschweift und auf andere Aspekte eingeht. Trotzdem hat man nie das Gefühl, nicht mitzukommen, da sie den Leser immer wieder mitnimmt! Auch der Übersetzter hat es geschafft, den Roman leicht verständlich zu machen und ihm die Lebensechtheit gegeben, die den Roman so toll macht! Alles in allem ein sehr gelungenes Buch und eines mein Highlights dieses Jahr.
Es leben alle nur fleißig ihr Leben.
In diesem Buch begleitet man die 30-jährige Mani in Seoul, die unverheiratet und beruflich gescheitert mit ihren Eltern in ärmlichen Verhältnissen lebt. Man lernt ihre Eltern kennen, wie sie leben und mit welchen Herausforderungen sie täglich konfrontiert sind. Mani denkt viel über ihre Kindheit und ihren damaligen Traum, eine Turnerin bei Olympia zu werden, nach. Die Erzählung ist sehr klar und anschaulich geschrieben. Trotzdem hat mich das Buch leider nicht wirklich berührt, da die Erzählung so daher plätschert. Es hat mich nicht wirklich mitreißen können und eher etwas pessimistisch gestimmt. „Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben“. Die letzten beiden Sätze beschreiben sehr gut das Buch - eine neutrale Gefühlslage trotz schwerer Themen. Ein Buch mit einem sehr farbenfrohem Cover, aber einer Geschichte voller Scham, Demut, Armut und wenig Hoffnung.
Ich wollte es so gern mögen, aber nichts zu machen 🥴
Ich habe das Buch etwa bis zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen, weil ich einfach keinen Zugang gefunden habe. Und ich hatte es bereits schon mal angefangen zu lesen, monatelabg beiseite gelegt und gedacht, dass ich einfach eine Leseflaute hatte. Turns out: it's not me, it's the book 🥲 Die Geschichte um Mani, die mit Mitte 30 arbeitslos bei ihren Eltern lebt und deren Kindheitstraum von einer Karriere in der Sportgymnastik früh zerplatzt ist, hat für mich keinen Spannungsbogen aufgebaut. Stattdessen reihen sich Alltagsszenen, Erinnerungen und Beobachtungen aneinander, die zwar gesellschaftliche Probleme andeuten, aber ohne wirkliche Entwicklung oder Dynamik bleiben. Mani bleibt lange passiv, sie verharrt in ihrer Situation und handelt kaum. Das mag bewusst so angelegt sein, aber es hat es mir schwer gemacht, mit ihr mitzufühlen oder mich von der Handlung tragen zu lassen. Auch der Handlungsstrang um die mögliche Sanierung des Viertels deutete sich zwar an, aber hat mich wirklich sehr gelangweilt. Am Ende hatte ich eher das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Für Leser:innen, die eine dichte Handlung, klare Figurenentwicklung oder eine zugespitzte Gesellschaftskritik erwarten, ist das Buch vermutlich frustrierend. Mir persönlich fehlte genau das, deshalb nur zwei Sterne.
Ein Leben geprägt von Armut
Mit ihrem aktuellen Titel präsentiert uns Cho Nam-Joo einen Roman, der sich von ihren bisherigen Werken unterscheidet. Statt mehrerer Kurzgeschichten konzentriert sich die Autprin hier auf das Schicksal von Mani, einer 36-jährigen Frau, die gerade arbeitslos geworden ist und bei ihren Eltern lebt. In Rückblenden wird von Manis Kindheit berichtet, wo sie noch den Traum hatte eine erfolgreiche Turnierin zu werden. Mani erzählt von Mobbing, ihren gescheiterten Beziehungen sowie ihrem insgesamt eher trostlos verlaufendem und von Armut geprägtem Leben. Grundsätzlich ist die Geschichte tiefgründig, aber leider dreht sie sich oft im Kreis. Die finanziellen Probleme der Familie und Manis unerfüllte Träume verleihen dem Roman eine melancholische Atmosphäre, die mich beim Lesen eher bedrückt hat, anstatt mich für die Geschichte zu begeistern. Die Gesellschaftskritik, die ich an der Autorin so sehr schätze, kam für meinen Geschmack zu kurz. Obwohl sie ihre charakteristische und für asiatische Literatur typische ruhige Schreibweise beibehält, konnte mich die Geschichte nicht vollständig überzeugen und hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck.
Irgendwie lässt das Buch mich ein wenig ratlos zurück. Es liest sich wunderbar und man ist schnell drin in der Geschichte von Mani, die mit Mitte 30 noch bei ihren Eltern in einem armen Viertel von Seoul wohnt und als Kind beschlossen hatte, Profiturnerin zu werden, um dann zu merken, dass das nichts ist, was man einfach so beschließen kann. Von Manis Mutter, die sich ein besseres Leben und eine Wohnung in einem der Hochhäuser wünscht, dass die Menschen aus ihrem Viertel vertreibt. Und Manis Vater, dessen Supermarkt und später Imbiss bereits so gut wie der Gentrifizierung zum Opfer gefallen ist. Und trotzdem ist mir nicht ganz klar, was Cho Nam-Joo mit dem Buch vermitteln bzw. sagen will. Genau so plötzlich wie man in das Leben der Familie von Mani eintaucht, verlässt man sie nämlich am Ende wieder. Das Buch endet dann mit den Sätzen „Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig Ihr Leben." Und ehrlicherweise lässt mich diese Message etwas niedergeschlagen und traurig zurück. Weshalb ich sie vielleicht auch einfach nicht so recht wahrhaben will.
Zu trocken und emotionslos
"Wo ich wohne ist der Mond ganz nahe" ist der zweite Roman, den ich von Cho Nam-Joo gelesen habe. Nachdem mich "Kim Jiyoung, geboren 1982" absolut umgehauen hat und ich das Buch deshalb in zwei Tagen verschlungen habe, war dieser Roman etwas enttäuschend. Es fehlte an der Gesellschaftskritik und Tiefe, die mir so gut gefallen hat. Es wirkte teilweise emotionslos und trocken. Gut gefallen haben mir die vielen Alltagsmomente aus dem Leben von Go Mani. Das runde Ende hat es für mich ebenso rausgerissen.
Schon seit 36 Jahren lebt Mani mit ihren Eltern in demselben Haus im Seouler Viertel S-dong, doch nun steht ein Umzug an und damit die Hoffnung, von der Armut der Unterschicht in die Mittelschicht aufzusteigen. Mani als Frau trägt neben den Makeln des fehlenden Geldes und ihrer Arbeitslosigkeit noch einen weiteren: sie ist unverheiratet und wohnt noch immer mit ihren Eltern zusammen. Wird der Umzug in ein neues Viertel wirklich die gewünschte Veränderung bringen? „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ ist der zweite, auf Deutsch erschienene Roman der südkoreanischen Autorin Cho Nam-Joo; die Übersetzung stammt von Jan Henrik Dirks. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Protagonistin Mani in der Ich- und Vergangenheitsform. Der Titel des Romans ergibt schon bald einen Sinn, denn das Viertel S-dong befindet sich auf steilen Hügeln, die sich dem Mond entgegen recken. Hier träumte Mani seit ihrer Kindheit von einer Karriere als Kunstturnerin, doch dieser Traum sollte sich aufgrund der fehlenden Mittel und, ehrlich gesagt, auch ihrer fehlenden Begabung nicht erfüllen. Diese Erfahrung hat ihr Leben geprägt und zwar deutlicher, als die im Klappentext erwähnte Schande des Unverheiratet-Seins. Hier hätte ich mir einen etwas stärkeren Blick auf die Rolle der Frau in Korea und speziell die Erwartungen an junge Frauen gewünscht. Das zweite zentrale Thema ist die Armut der Familie. Der Vater bemüht sich, Frau und Tochter zu ernähren, doch die Zeiten haben sich geändert und sein Imbiss hat nicht mehr so viele Kunden wie früher. Manis Job hingegen wurde von ihrer Firma gestrichen, um Geld zu sparen und die Mutter kann selbst nicht arbeiten. Als der Familie ein Angebot gemacht wird, ihr Haus an einen Investor zu verkaufen, klammert sich die Familie an diese Hoffnung, doch es scheint, als wollte man sie betrügen – kann ihr Traum noch wahr werden oder sind all ihre Ersparnisse verloren? Fazit: Ein nüchterner Roman über Armut und verlorene Träume, der sich so auch in einem deutschen Plattenbau abgespielt haben könnte. Cho Nam-Joos vorangegangene Bücher konnten mich mehr abholen.
"Das Viertel S-dong, ein typisches Seouler »Mondviertel«, kleine Häuschen auf steilen Hügeln, »dem Mond nahe«, mein Zuhause." - Buchzitat (S. 25) Cho Nam-Joo, die erfolgreiche Autorin von "Kim Jiyoung, geboren 1982", begleitet die Leser:innen in "Wo ich wohne ist der Mond ganz nah" durch das Leben von Mani, einer Frau aus einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Geprägt von Armut, unerfüllten Träumen und dem Druck, mit Mitte dreißig noch unverheiratet zu sein, wirft der Roman einen Blick auf die alltäglichen Herausforderungen einer Frau, die in den Schatten der Gesellschaft steht. Der Roman schafft es, einen einfühlsamen Einblick in Manis Leben zu geben. Die Darstellung ihrer Träume, Enttäuschungen und der Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens bietet Raum für Empathie. Die Beschreibung von Manis Apathie nach ihrer Entlassung und die ruppige Kommunikation in der Familie vermitteln einen realistischen Einblick in die Lebensrealität der Protagonistin. Die Rückblicke auf Manis Leben, geprägt von geplatzten Träumen und demütigenden Erlebnissen, bieten eine schonungslose Darstellung der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist. Die kurzen, prägnanten Kapitel und der klare Schreibstil Cho Nam-Joos sorgen für einen flüssigen Lesefluss. Die Entscheidungssituation bezüglich des Hausverkaufs und die ethischen Dilemmata, vor die die Familie gestellt wird, verleihen der Geschichte eine gewisse Spannung und regen zum Nachdenken an. Die Erwartungen, die durch den vorherigen Bestseller geweckt wurden, konnten dennoch leider nicht erfüllt werden. Im Vergleich zu "Kim Jiyoung, geboren 1982" fehlte es diesem Werk an Tiefe und der gewohnten Gesellschaftskritik. Die Geschichte zog sich in ihrer Handlung für mich in die Länge, und die Protagonistin Mani blieb mir zu distanziert. Anders als im vorherigen Werk wurden die Erzählungen nicht durch Fakten über Korea oder relevante gesellschaftliche Kontexte gestützt (Verweise auf Studien und Daten, die in "Kim Jiyoung, geboren 1982" präsent waren). Fußnoten lieferten kulturelle Kontextinformationen (Pop- und FIlmkultur der 1980er,1990er Jahre), aber keine tiefergehenden Einblicke in die Armut in Korea oder weitere relevante Themen. Ein weiterer Kritikpunkt ist das fehlende Gendern, das mir besonders im Kontext der aktuellen Diskussion rund um inklusivere Sprache sehr wichtig ist. Die Erzählstruktur, die zwischen verschiedenen Zeiten springt, erschwerte meine Verbindung zur Hauptfigur. Die Rückblicke auf Manis Leben, geprägt von geplatzten Träumen und demütigenden Erlebnissen, blieben an der Oberfläche und ermöglichten keine wirkliche Nähe zu den Figuren. Die gewohnte Gesellschaftskritik von Cho Nam-Joo kam zu kurz. Die Familie Manis und ihre Reaktionen auf Herausforderungen wurden zwar beschrieben, doch es fehlte die tiefgehende Analyse der psychologischen Motive. Auch nach dem Abschluss der Geschichte gab es keine Analyse, Veränderung oder einen klaren Handlungsabschluss. "Wo ich wohne ist der Mond ganz nah" mag versuchen, das Alltagsleben derer zu spiegeln, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dennoch konnte die Geschichte meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllen. Aber vielleicht waren diese auch zu hoch und der Autorin ging es darum, die Banalität des Lebens aufzuzeigen. Dies kommt für mich jedenfalls in den zwei ausgewählten Textstellten klar raus: "Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter, entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch niemand betrübt. Es leben alle nur fleißig ihr Leben." und "Dann wird eine Nacht geschlafen und am nächsten Morgen in aller Frühe wieder begonnen. Das ist bei Zügen nicht anders als bei Menschen. Arbeiten und schlafen und wieder arbeiten. So ist das Leben." erahnen. Mir bleibt das Buch ale eine eher zähe Reise durch das Leben von Mani in Erinnerung. Ich vergebe daher 3 von 5 Sternen. Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Dies hat die Bewertung/Rezension jedoch in keiner Weise beeinflusst.
Ruhig, nachdenklich, atmosphärisch aber auch ein wenig langweilig
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman. Angefixt durch „Mrs Kim weiß Bescheid“ wanderte dieses Buch mit aus der Bibliothek zu mir nach Hause. Diesmal folgen wir nur einer Protagonistin. Sie ist Mitte 30 und kann den gesellschaftlichen Erwartungen ohne Job, und ohne verheiratet zu sein, nicht gerecht werden. Wir erleben auch Rückblicke in ihre Kindheit und Jugend. Dadurch erhalten wir Einblicke in soziale Themen woe bspw. Mobbing und die Rolle der Frau, eingebettet in eine realistische Lebensgeschichte. Die ruhige Erzählweise der Autorin mochte ich in dem vorherigen Buch sehr. Hier war es mir jedoch zwischendurch auch etwas langweilig. Der Klappentext verrät, ein wenig den Plot. Dieser nimmt am Ende noch einmal Fahrt auf. „Aus kleinen Handlungen entsteht das Leben, aus vielen Leben entsteht die Welt. Ernste Gesichter , entschlossene Blicke. Niemand ist glücklich, doch auch nicht betrübt Es leben alle nur fleißig ihr Leben.“
Eines meiner frühen Jahreshighlights und ich kann leider die schlechten Bewertungen nicht verstehen. Go Mani und ihre Familie leben in einer der ärmlichen Gegenden in Seoul und den Einblick in dieses Leben fand ich super spannend zu lesen. Ein Leben, in dem viele dicht an dicht wohnen und alles voneinander mitbekommen und urteilen, aber auch gleichzeitig jeder versucht sein eigenes Leben zu leben und seine Situation auf verschiedenste Art zu verbessern. Mani wird als sehr antriebslos beschrieben und das war für mich auf eine Art erfrischend. Diese Begeisterung, die sie als Kind für das Turnen hatte, aber dann auch nicht nachverfolgen konnte und der Kontrast zu ihrem Erwachsenenleben, in dem sie nur die Jahre an sich vorbeigehen lassen ohne einen konkreten Plan. Für mich muss eine Figur nicht sympathisch sein, damit ich von ihr lesen will, sondern es muss etwas geben, was ich noch nicht gelesen habe, oder mich irgendwie catcht. Auch die Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater, ist nicht lieblos, aber es plätschert dahin und ist einfach da. So wie die Situation, in der die Familie lebt einfach da ist, ohne die große Perspektive, dass sich was ändert. Was mir an dem Buch wirklich gut gefallen hat, war die sozialkritische Beschreibung der Gesellschaft, der Sanierungsvorhaben, die ohne Rücksicht auf die betroffenen Menschen durchgeführt wurden und wie komplett entkoppelt diese Schicht an Menschen ist. Ich wäre gespannt zu lesen, wie sich diese Viertel bis heute hin entwickelt haben. Der Schreibstil von Cho Nam-joo sagt mir sehr zu und ich werde auch weitere Bücher von ihr noch lesen. Empfehlung für alle, die Geschichten aus unbekannteren Perspektiven mögen oder sich für Korea interessieren. Das dritte Buch der A
Erster Eindruck: Der Schreibstil wirkt auf mich anfangs sehr blumig. Es war erwachsener und realer als ich es als vorwiegend Fantasy-Leserin gewohnt war. Das fand ich gar nicht mal so schlecht. Protagonistin: Die Protagonistin Mani, die wir überwiegend durch ihre frühen Erinnerungen begleiten, erzählt uns von einem Leben, das alles andere als komfortabel ist. Manis Träume sind groß, doch ihre Möglichkeiten begrenzt. Wir erleben die Gedanken der 9-jährigen Mani und die der Erwachsenen unverheirateten Mani, die viel Verantwortungen auf ihren Schultern trägt. Meine Meinung: Oft habe ich mich noch nicht an das Genre des Gesellschaftsroman getraut, aber hier wurde ich neugierig hinter die Kulissen eines Lebens zu blicken, das anders als das ist das ich kenne. Es liest sich etwas wie ein Tagebuch, aber viel flüssiger. Die Autorin erzählt in einem nüchternen, ja fast schon resignierten Ton von den Lebensumständen. Es wird nichts ausgeschmückt und das regt etwas zum nachdenken an, wie unterschiedlich die Leben in einer Stadt wie Seoul sein können. Die Zwischentöne beim Lesen lassen einen als Leser*in selbst bestimmen, welche Gefühle dies in einem auslöst. Cho Nam-Joo beschreibt für mich ein Leben, das fernab vom Glanz der Großstadt ist, obwohl sie nur eine kurze Fahrt entfernt ist. Das Ende war eines das viel ungesagt und Fragen offen ließ. Doch eine hat mich die ganze Zeit nicht losgelassen: „Wieviele Manis es wohl im Jahr 2024 da draussen noch so gibt?“ und wie schwer es sein muss, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Mani wollte immer rhythmische Sportgymnastin werden. Obwohl ihre Eltern arm sind, bemühen sie sich ihr diesen Traum zu ermöglichen, auch wenn Mani kein besonderes Talent dafür zeigt. Mit Mitte dreißig fühlt sie sich unerfüllt, hat keinen besonderen Beruf und ist nicht verheiratet. Die Familie wohnt noch immer in dem ärmlichen Haus in einem der ärmeren Stadtteile Seouls. Da erhalten sie die Nachricht einer Stadtsanierung und erhalten die Chance, ihr Haus gewinnbringend zu verkaufen – dafür müssen sie jedoch ihre Karten richtig ausspielen und die Wahrheit verschweigen. Ich habe von der Autorin im letzten Jahr „Kim Jiyoung, geboren 1982“ gelesen und fand es unglaublich gut. Aus diesem Grund habe ich mich nun auf dieses neue Buch von ihr gefreut. Doch auch wenn dieses einige interessante Aspekte bietet, bin ich doch leider nicht davon überzeugt. „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ zeigt insbesondere den Alltag der von Armut betroffenen Menschen in Südkorea. Manis Eltern versuchen, ihrer Tochter ihre Träume zu ermöglichen, doch es scheitert immer wieder daran, dass entweder zu wenig Geld vorhanden ist oder Mani dies nicht mit dem nötigen Talent kompensieren kann. Während reichere Kinder etwa bereits in jungen Jahren die nötige Förderung für eine gymnastische Laufbahn erhalten, kann Mani diese erst deutlich später wahrnehmen und schafft es auch nicht, diesen Rückschritt wieder auszugleichen. Auch dass die Familie später zwar die Möglichkeit hat, aus ihrer wirtschaftlichen Lage auszubrechen, dies jedoch nur möglich ist, indem sie jemand anderen täuschen, ist ein interessantes ethisches Dilemma und zeigt die Schwierigkeiten dabei, aus der Armut auszubrechen. Das alles hätte ein sehr gutes, gesellschaftskritisches Buch ergeben können. Leider habe ich die Umsetzung als eher schwach empfunden. Die Erzählung wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, oft ohne dies erkennbar zu machen. Ich war davon mehrfach verwirrt und nicht sicher, in welcher Zeitebene sich die Handlung befand. Auch generell folgte die Handlung eher einem ungeordneten Gedankenstrom und plätscherte dadurch manchmal ohne erkennbares Ziel vor sich hin. Generell blieben insbesondere die Charaktere eher distanziert und ich fand es sehr schwer, diese zu greifen. Regelmäßig war ich nicht sicher, welche Motive hinter ihren Handlungen steckte. Insbesondere am Ende des Buches fehlte mir ein klarer Abschluss. Es wirkte eher so, als würde die Handlung weiterplätschern und die Autorin hatte einfach entschieden, an diesem Punkt nicht weiterzuschreiben. Ich denke, ein Abschluss, der etwa noch einmal die Botschaften des Buches auf den Punkt gebracht hätte, hätte das Ganze besser abgerundet. Fazit: „Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah“ enthält einige interessante, gesellschaftskritische Botschaften. Leider kommen diese aufgrund der vor sich hinplätschernden Erzählweise nicht so gut rüber, wie ich mir dies gewünscht hätte.










































