Wir sind anders!
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Description
Gibt es heute, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung, noch immer so etwas wie eine »Ost-Identität«? Die Historikerin Annette Schuhmann fügt der intensiven Debatte darüber eine besondere Sichtweise hinzu und geht der Frage nach, wie »anders« die Frauen der DDR sind. Hierfür versammelt sie 13 unterschiedliche Porträts: Künstlerinnen, Arbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen, Frauen, die in den Westen geflüchtet sind ebenso wie Frauen, die geblieben sind, nicht zuletzt Frauen der Nachwendegeneration. Auf spannende und zugleich tiefgründige Weise zeigt sie, wie Erfahrungen, Erinnerungen und Familienerzählungen nachwirken und welches Selbstverständnis aus der DDR-Sozialisation erwächst.
» Wir sind anders ist ein wichtiger Impulsgeber zur immer noch ausstehenden Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte.« WDR Westart Lesen
Book Information
Author Description
Annette Schuhmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) und dort seit 2008 leitende Redakteurin des Magazins zeitgeschichte.online. Zudem ist sie Lehrbeauftragte am FB Geschichts- und Kulturwissenschaften der FU Berlin. Ihre Beiträge zur Alltagsgeschichte der DDR und auch zu ihrer eigenen Biografie erscheinen in der ZEIT.
Posts
Was versteht man (heute) unter einer Ostdeutschen Identität? Hat sich die Meinung hierzu über die Jahre geändert? In der Wissenschaft beschäftigt man sich schon seit Jahren mit der Frage und bezieht hier vor allem die unterschiedlichen Erfahrungsräume ein. Worin bestehen die Unterschiede zwischen Ost- und West-Frauen, heute, 35 Jahre nach der Wende? Gibt es sie überhaupt noch? Im vorliegenden Buch geht es um die Lebenswege und Biographien von 13 Frauen mit ostdeutschem Hintergrund aus verschiedensten Regionen der damaligen DDR. Jene, die zwischen 1936 und 2001 geboren wurden. Ihr fragt euch sicherlich, warum 2001, da war die Mauer doch längst gefallen. Die Autorin hat hier auch Stimmen von Frauen einfließen lassen, die "mit ostdeutsch sozialisierten Personen aufgewachsen sind", sprich, deren Eltern in der DDR aufwuchsen. Gespannt war ich hier, ob und wie sich Erfahrungsmuster und Mentalitäten auf die nächste Generation übertragen. Wie wurde in den Familien über die DDR geredet? Wie stark ist die Prägung? Was sagen sie, wenn sie nach ihrer Herkunft gefragt werden? Wie war ihr Leben vor und nach dem Mauerfall? Sehen sie sich jetzt eher als Ost- oder West-Frau? Für mich persönlich war natürlich auch spannend zu sehen: Kann ich mich mit dem identifizieren, was hier berichtet wird? Wie habe ich das erlebt? Wie nehme ich mich wahr im Vergleich zu diesen Frauen? Die Autorin hat alle Frauen persönlich getroffen und interviewt und hat Geschichten gehört, die sie sich vermutlich zum großen Teil so nicht hat träumen lassen. Auch für mich waren diese Biographien unfassbar interessant, aber auch teilweise sehr erschreckend oder berührend. Eine gingen mir besonders nah und mir standen Tränen in den Augen. Für mich persönlich ein Highlight im Bereich Sachbuch und ich möchte das Buch jedem ans Herz legen, der sich für DDR-Geschichte und die Rolle der Frau interessiert!
Portraits 13 beeindruckender Frauen
Annette Schuhmann führte Interviews mit Frauen, die in der DDR lebten oder nach der Wende in einer ostdeutsch sozialisierten Umgebung aufwachsen. Als Ergebnis lernen wir 13 Frauen mit sehr unterschiedlichen Biographien kennen. Alle hatten spannende Geschichten zu erzählen, egal ob Künstlerin, Hebamme, Professorin oder Studentin. Eine, deren Fluchtversuch scheiterte und deren Biographie einen deutlichen Bruch durch den Gefängnisaufenthalt in Hoheneck erhielt. Eine andere, die als schwarzes Kind in der DDR aufwuchs und trotz der Proklamation der Völkerfreundschaft rassistischen Anfeindungen ausgesetzt war, die nach der Wende noch an Abscheulichkeit zugenommen haben. Annette Schuhmann ging es nicht darum zu zeigen: "So ist die ostdeutsche Frau!" Vielmehr stand die Individualität der Einzelnen im Fokus. In der Gesamtschau ergibt ich ein Mosaik, dass die Vielschichtigkeit des Lebens in der DDR und den Umgang mit den Veränderungen nach 1989 aufzeigt. Ich empfehle das Buch allen, die an ostdeutschen Biographien, ihren Brüchen und Widersprüchen interessiert sind. Mich haben die Geschichten sehr berührt.

Wir in Fragmenten – Porträts, die nachklingen
Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses leise Ziehen im Bauch, das Bücher auslösen, die tiefer gehen als erwartet. Die Stimmen der dreizehn Frauen hallten in mir nach – jede auf ihre eigene Weise stark, leise, trotzig oder verletzlich. Es fühlte sich an, als würde ich an einem großen Küchentisch sitzen und ihnen zuhören, während draußen der Wind über alte Plattenbauten streicht. Viele Geschichten tragen etwas Rohes in sich, etwas, das sich nicht glatt erzählen lässt. Manche Frauen sind geblieben, andere gegangen, und wieder andere versuchen noch immer, irgendwo dazwischen zu leben. Diese Spannungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich besonders berührt. Ich konnte förmlich spüren, wie Erinnerungen und Erfahrungen durch Generationen weiterfließen – manchmal als Stolz, manchmal als leises Misstrauen. Manche Kapitel haben mich wütend gemacht, andere traurig. Aber am Ende blieb dieses Gefühl von Respekt, weil Annette Schuhmann es schafft, aus all diesen unterschiedlichen Lebenswegen ein Mosaik zu legen, das nie belehrend wirkt. Statt lauter Antworten gibt sie Raum für Zwischentöne – und genau das macht das Buch so stark. Vielleicht hätte ich mir an ein, zwei Stellen noch mehr Tiefe gewünscht, mehr Hintergrund, mehr Stimmen. Doch was bleibt, ist ein ehrlicher, feinsinniger Blick auf eine Generation, die zu selten selbst erzählen durfte. Ein Buch, das nachhallt – still, aber mit Nachdruck.

Wir sind anders! Ist eine Anthologie verschiedener Porträts von Frauen, geschrieben von Annette Schuhmann. Grundsätzlich haben diese Frauen alle etwas gemeinsam. Sie sind entweder in der damaligen DDR geboren, oder in dieser Region nach der Wende. Im zweiten Fall sind es die Eltern die durch die DDR geprägt waren. Annette Schuhmann beweist mit dieser Geschichte, das die Jahre der DDR die Menschen anders geprägt haben, also die gleiche Generation im Westen. Es ist nicht so einfach diese Personen über so viele Generationen zu finden. Schön finde ich, dass aus den Interviews schöne Texte entstanden sind, die ausreichend Aussagekraft haben, aber dennoch nicht wertend oder beurteilend wirken. An manchen Stellen fehlt mir etwas der Tiefgang, aber es ist nicht so präsent , dass es mich wirklich stört. Auch wird hier nicht im Dialogstil geschrieben. Annette Schuhmann schreibt nach dem Interview die Geschichte über die Person, setzt die Informationen in einen schönen Text zusammen. Man bekommt eher den Eindruck das die Autorin die Personen hat einfach erzählen lassen und das Ganze dann im Nachgang niedergeschrieben hat. Somit hat man einen Textaufbau der angenehm zu lesen und nachzuvollziehen ist. Ab und an sind lediglich die Zeitsprünge der Personen etwas wild, wenn man versucht die Verbindungen von damals zu heute zu schlagen. Insgesamt war mir fast jede der Personen doch irgendwie nah und ich fühlte mich auch mit den Frauen verbunden. Die interviewten Frauen sind im Grundsatz verschieden und dennoch haben Sie unfassbar viele Parallelen, in denen sich vermutlich sehr viele Frauen aus der damaligen Zeit bis zu ihren Nachkommen finden. Es ist schwierig dies zu beschreiben ohne zu viel zu verraten deshalb denke ich, das Buch sollte einfach jeder lesen der selbst aus der Region kommt, oder auch einfach sich für die Menschen aus dieser Region Deutschlands interessiert. Ich selbst habe mich in vielen Dingen sehr wiedergefunden, konnte dadurch manche Dinge nachvollziehen und manchen meiner Prägungen auch einfach ein bisschen eine Herkunft geben.
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Gibt es heute, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung, noch immer so etwas wie eine »Ost-Identität«? Die Historikerin Annette Schuhmann fügt der intensiven Debatte darüber eine besondere Sichtweise hinzu und geht der Frage nach, wie »anders« die Frauen der DDR sind. Hierfür versammelt sie 13 unterschiedliche Porträts: Künstlerinnen, Arbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen, Frauen, die in den Westen geflüchtet sind ebenso wie Frauen, die geblieben sind, nicht zuletzt Frauen der Nachwendegeneration. Auf spannende und zugleich tiefgründige Weise zeigt sie, wie Erfahrungen, Erinnerungen und Familienerzählungen nachwirken und welches Selbstverständnis aus der DDR-Sozialisation erwächst.
» Wir sind anders ist ein wichtiger Impulsgeber zur immer noch ausstehenden Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte.« WDR Westart Lesen
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Annette Schuhmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) und dort seit 2008 leitende Redakteurin des Magazins zeitgeschichte.online. Zudem ist sie Lehrbeauftragte am FB Geschichts- und Kulturwissenschaften der FU Berlin. Ihre Beiträge zur Alltagsgeschichte der DDR und auch zu ihrer eigenen Biografie erscheinen in der ZEIT.
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Was versteht man (heute) unter einer Ostdeutschen Identität? Hat sich die Meinung hierzu über die Jahre geändert? In der Wissenschaft beschäftigt man sich schon seit Jahren mit der Frage und bezieht hier vor allem die unterschiedlichen Erfahrungsräume ein. Worin bestehen die Unterschiede zwischen Ost- und West-Frauen, heute, 35 Jahre nach der Wende? Gibt es sie überhaupt noch? Im vorliegenden Buch geht es um die Lebenswege und Biographien von 13 Frauen mit ostdeutschem Hintergrund aus verschiedensten Regionen der damaligen DDR. Jene, die zwischen 1936 und 2001 geboren wurden. Ihr fragt euch sicherlich, warum 2001, da war die Mauer doch längst gefallen. Die Autorin hat hier auch Stimmen von Frauen einfließen lassen, die "mit ostdeutsch sozialisierten Personen aufgewachsen sind", sprich, deren Eltern in der DDR aufwuchsen. Gespannt war ich hier, ob und wie sich Erfahrungsmuster und Mentalitäten auf die nächste Generation übertragen. Wie wurde in den Familien über die DDR geredet? Wie stark ist die Prägung? Was sagen sie, wenn sie nach ihrer Herkunft gefragt werden? Wie war ihr Leben vor und nach dem Mauerfall? Sehen sie sich jetzt eher als Ost- oder West-Frau? Für mich persönlich war natürlich auch spannend zu sehen: Kann ich mich mit dem identifizieren, was hier berichtet wird? Wie habe ich das erlebt? Wie nehme ich mich wahr im Vergleich zu diesen Frauen? Die Autorin hat alle Frauen persönlich getroffen und interviewt und hat Geschichten gehört, die sie sich vermutlich zum großen Teil so nicht hat träumen lassen. Auch für mich waren diese Biographien unfassbar interessant, aber auch teilweise sehr erschreckend oder berührend. Eine gingen mir besonders nah und mir standen Tränen in den Augen. Für mich persönlich ein Highlight im Bereich Sachbuch und ich möchte das Buch jedem ans Herz legen, der sich für DDR-Geschichte und die Rolle der Frau interessiert!
Portraits 13 beeindruckender Frauen
Annette Schuhmann führte Interviews mit Frauen, die in der DDR lebten oder nach der Wende in einer ostdeutsch sozialisierten Umgebung aufwachsen. Als Ergebnis lernen wir 13 Frauen mit sehr unterschiedlichen Biographien kennen. Alle hatten spannende Geschichten zu erzählen, egal ob Künstlerin, Hebamme, Professorin oder Studentin. Eine, deren Fluchtversuch scheiterte und deren Biographie einen deutlichen Bruch durch den Gefängnisaufenthalt in Hoheneck erhielt. Eine andere, die als schwarzes Kind in der DDR aufwuchs und trotz der Proklamation der Völkerfreundschaft rassistischen Anfeindungen ausgesetzt war, die nach der Wende noch an Abscheulichkeit zugenommen haben. Annette Schuhmann ging es nicht darum zu zeigen: "So ist die ostdeutsche Frau!" Vielmehr stand die Individualität der Einzelnen im Fokus. In der Gesamtschau ergibt ich ein Mosaik, dass die Vielschichtigkeit des Lebens in der DDR und den Umgang mit den Veränderungen nach 1989 aufzeigt. Ich empfehle das Buch allen, die an ostdeutschen Biographien, ihren Brüchen und Widersprüchen interessiert sind. Mich haben die Geschichten sehr berührt.

Wir in Fragmenten – Porträts, die nachklingen
Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses leise Ziehen im Bauch, das Bücher auslösen, die tiefer gehen als erwartet. Die Stimmen der dreizehn Frauen hallten in mir nach – jede auf ihre eigene Weise stark, leise, trotzig oder verletzlich. Es fühlte sich an, als würde ich an einem großen Küchentisch sitzen und ihnen zuhören, während draußen der Wind über alte Plattenbauten streicht. Viele Geschichten tragen etwas Rohes in sich, etwas, das sich nicht glatt erzählen lässt. Manche Frauen sind geblieben, andere gegangen, und wieder andere versuchen noch immer, irgendwo dazwischen zu leben. Diese Spannungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben mich besonders berührt. Ich konnte förmlich spüren, wie Erinnerungen und Erfahrungen durch Generationen weiterfließen – manchmal als Stolz, manchmal als leises Misstrauen. Manche Kapitel haben mich wütend gemacht, andere traurig. Aber am Ende blieb dieses Gefühl von Respekt, weil Annette Schuhmann es schafft, aus all diesen unterschiedlichen Lebenswegen ein Mosaik zu legen, das nie belehrend wirkt. Statt lauter Antworten gibt sie Raum für Zwischentöne – und genau das macht das Buch so stark. Vielleicht hätte ich mir an ein, zwei Stellen noch mehr Tiefe gewünscht, mehr Hintergrund, mehr Stimmen. Doch was bleibt, ist ein ehrlicher, feinsinniger Blick auf eine Generation, die zu selten selbst erzählen durfte. Ein Buch, das nachhallt – still, aber mit Nachdruck.

Wir sind anders! Ist eine Anthologie verschiedener Porträts von Frauen, geschrieben von Annette Schuhmann. Grundsätzlich haben diese Frauen alle etwas gemeinsam. Sie sind entweder in der damaligen DDR geboren, oder in dieser Region nach der Wende. Im zweiten Fall sind es die Eltern die durch die DDR geprägt waren. Annette Schuhmann beweist mit dieser Geschichte, das die Jahre der DDR die Menschen anders geprägt haben, also die gleiche Generation im Westen. Es ist nicht so einfach diese Personen über so viele Generationen zu finden. Schön finde ich, dass aus den Interviews schöne Texte entstanden sind, die ausreichend Aussagekraft haben, aber dennoch nicht wertend oder beurteilend wirken. An manchen Stellen fehlt mir etwas der Tiefgang, aber es ist nicht so präsent , dass es mich wirklich stört. Auch wird hier nicht im Dialogstil geschrieben. Annette Schuhmann schreibt nach dem Interview die Geschichte über die Person, setzt die Informationen in einen schönen Text zusammen. Man bekommt eher den Eindruck das die Autorin die Personen hat einfach erzählen lassen und das Ganze dann im Nachgang niedergeschrieben hat. Somit hat man einen Textaufbau der angenehm zu lesen und nachzuvollziehen ist. Ab und an sind lediglich die Zeitsprünge der Personen etwas wild, wenn man versucht die Verbindungen von damals zu heute zu schlagen. Insgesamt war mir fast jede der Personen doch irgendwie nah und ich fühlte mich auch mit den Frauen verbunden. Die interviewten Frauen sind im Grundsatz verschieden und dennoch haben Sie unfassbar viele Parallelen, in denen sich vermutlich sehr viele Frauen aus der damaligen Zeit bis zu ihren Nachkommen finden. Es ist schwierig dies zu beschreiben ohne zu viel zu verraten deshalb denke ich, das Buch sollte einfach jeder lesen der selbst aus der Region kommt, oder auch einfach sich für die Menschen aus dieser Region Deutschlands interessiert. Ich selbst habe mich in vielen Dingen sehr wiedergefunden, konnte dadurch manche Dinge nachvollziehen und manchen meiner Prägungen auch einfach ein bisschen eine Herkunft geben.







