Sprache und Sein

Sprache und Sein

Hardback
4.3581
GerechtigkeitMigrationSolidaritätSachbuch-Bestenliste

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Description

Kübra Gümüşay beschreibt wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. „Ein beeindruckendes Buch, poetisch und politisch zugleich.“ Margarete Stokowski Dieses Buch folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt. Nach wirklich gemeinschaftlichem Denken in einer sich polarisierenden Welt. Kübra Gümüşay setzt sich seit langem für Gleichberechtigung und Diskurse auf Augenhöhe ein. In ihrem ersten Buch geht sie der Frage nach, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Sie zeigt, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer als Teil einer Gruppe gesehen werden – und sich nur als solche äußern dürfen. Doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen? Und wie können wir alle – in einer Zeit der immer härteren, hasserfüllten Diskurse – anders miteinander kommunizieren?

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
208
Price
20.60 €

Author Description

Kübra Gümüsay, geboren 1988 in Hamburg, ist eine der einflussreichsten Journalistinnen und politischen Aktivistinnen unseres Landes. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der Londoner School of Oriental and African Studies. 2011 wurde ihr Blog Ein Fremdwörterbuch für den Grimme Online Award nominiert. Sie war Kolumnistin der tageszeitung und stand mehrfach auf der TEDx-Bühne. Die von ihr mitbegründete Kampagne #ausnahmslos wurde 2016 mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet. Nach Jahren in Oxford lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn wieder in Hamburg.

Posts

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All
3

Kübra Gümüşay beginnt ihren Essay mit einem faszinierenden Blick darauf, wie verschiedene Sprachen unsere Wahrnehmung formen, das Sag- und Teilbare und das Wahrnehmbare – durch Begriffe, die Konzepte teilbar und definierbar machen. Besonders spannend fand ich ihre Beispiele , wie den indigenen Stamm, der nur die Gegenwartsform kennt und dadurch Vergangenheit und Zukunft kaum denkt, plant. Von diesen sprachphilosophischen Impulsen hätte ich mir mehr gewünscht. Der zweite, umfangreichere Teil widmet sich den politischen und gesellschaftlichen ‑ismen, der Macht von Kategorien und den Begrenzungen, die Sprache erzeugen kann. Wichtig und klug reflektiert – für meinen Geschmack aber zu ausführlich. Das letzte Viertel wirkte auf mich belehrend und ich musste mich überwinden es zu Ende zu hören. Die Hörbuchfassung spricht die Autorin selbst. Ihre Stimme ist angenehm, aber das sehr langsame, überdeutliche Sprechen nimmt der Sprache etwas Melodie. Mit erhöhter Geschwindigkeit ließ es sich gut hören. Ein insgesamt kluger Essay, der für mich jedoch mit einer anderen Schwerpunktsetzung noch überzeugender gewesen wäre.

4

Sehr informativ

Das Buch hatte ich jetzt schon eine ganze Weile im Schrank stehen und bin sehr froh, endlich dazu gegriffen zu haben. Es ist wirklich informativ und man hinterfragt beim Lesen sich selbst und sein Umfeld. Es thematisiert Sprache im Zusammenhang mit Gesellschaft, Stigmatisierung und Rassismus. Ich hab viel neues dazu gelernt und behalte mir die Autorin künftig im Hinterkopf.

5

Inspirierend und zum Nachdenken anregend 🧐

Sprache formt unser Denken und damit auch unsere Wahrnehmung von Identität, Zugehörigkeit und Macht beeinflusst. Mich hat das Buch dazu angeregt, mich kritisch mit meiner eigenen Sprache auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, wie meine Worte Menschen ausgrenzen oder in Kategorien pressen können. Das ist keine einfache Aufgabe 🥸 Drei zentrale Botschaften des Buches aus meiner Sicht: ✅ Sprache schafft Realität – Unsere Worte bestimmen, wie wir die Welt sehen und wie wir über andere Menschen denken. Wer keine eigenen Begriffe für seine Identität hat, bleibt oft unsichtbar oder wird von Fremdzuschreibungen definiert. ✅ Die Sprache der Dominanzgesellschaft – Oft setzen sich Begriffe und Erzählweisen durch, die von privilegierten Gruppen geprägt wurden. So wird zum Beispiel Migration meist aus Sicht der Mehrheitsgesellschaft beschrieben, wodurch andere Perspektiven unsichtbar bleiben. ✅ Freiheit durch eine neue Sprache – Eine Sprache, die nicht trennt, sondern verbindet – in der Menschen nicht auf ihre Herkunft, Religion oder Geschlecht reduziert werden. Das Buch zeigt Wege auf, wie wir bewusster sprechen und damit ein inklusiveres Miteinander schaffen können. Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie subtil Sprache Macht ausübt – und warum es wichtig ist, sich dieser Mechanismen bewusst zu werden. Ein Muss für alle, die Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern als gesellschaftliches Werkzeug verstehen wollen.

5

Mein erstes 5-Sterne-Buch in diesem Jahr. Starke Fomulierungen!

Mein erstes 5-Sterne-Buch in diesem Jahr. Starke Fomulierungen!
5

Einfluss von Sprache auf unsere Wahrnehmung und Gesellschaft

Ein sehr wichtiges Buch, das einem die Grenzen und Herausforderungen von Sprache in unserer Gesellschaft aufzeigt. Gerade als privilegierter weißer Mann ist es spannend und wichtig das Buch gelesen zu haben. Auch als jemand, der sich generell als sehr offen und woke versteht, zeigt Kübra Gümüşay einem die Grenzen der eigenen Wahrnehmung auf und hilft diese zu brechen. Ich bin gespannt wie das Buch mich und meine Wahrnehmung der Gesellschaft, Kategorien und Sprache in Zukunft beeinflusst haben wird!

3.5

Gute Anstöße, fehlt Tiefgang

Ich muss zugeben: ich bin mit einer anderen Erwartungshaltung über den Inhalt an dieses Buch gegangen. Die Autorin sagt es am Ende eigentlich sehr schön selbst: das Buch ist ein Anreiz. Es hat super Ansätze, bleibt mir aber an einigen Stellen leider zu oberflächlich.

Gute Anstöße, fehlt Tiefgang
5

Regt zum nachdenken an sich, seine Sprache und die Wichtigkeit von begrifflichkeiten zu hinterfragen.

Wenig Bücher die ich habe haben so viele Notizen und so viel Interesse hinterlassen. Seit dem ich dieses Buch gelesen habe, habe ich desöfteren Formulierungen und Begriffe hinterfragt die ich und mein Umfeld nutzen; aber auch wie Dinge im Alltag und im bürokratischen Prozess formuliert sind. Absolute 5/5 🫶🏼

5

Super wichtige Themen, sollte jeder gelesen haben!

4

Spannende Denkanstöße!

5

challenging, informative, inspiring, reflective

4.5

Klasse Auseinandersetzung zu gesellschaftlich notwendigen Themen!

In dem Buch spricht Gümüşay hoch aktuelle Themen an wie Rassismus, Diskriminierung, Feminismus und Sexismus. Sie regt sehr dazu an über sein eigenes Sprach- und Denkmuster nachzudenken. Sehr gut dargestellt und ein roter Faden zieht sich durch das Buch! Rezension//Unbezahlte Werbung//Buch selbst gekauft oder geliehen

4.5

wow - das Buch muss ich wirken lassen! Es erzählt unglaublich viel und umso mehr kann man daraus mitnehmen. Es ist inspirierend und bleibt im Kopf. Es erzählt davon, wie Sprache sein kann und wie sie wirkt. Unglaublich spannende Kapitel zeigen die Kraft und Macht der Sprache. Wer also etwas darüber lesen will, was die Sprache und die Entfaltung der Worte alles kann, dem sei dieses Buch sehr empfohlen!

4

Identität•Zugehörigkeit•soziale Gerechtigkeit

„Sprache und sein“ von Kübra Gümüşay ist eine fesselnde und tiefgründige Erkundung der Bedeutung von Sprache in unserer Gesellschaft. Gümüşay bringt ihre eigenen Erfahrungen als Aktivistin und Schriftstellerin ein, um die Macht der Worte zu untersuchen und wie sie unsere Wahrnehmung von Identität, Zugehörigkeit und sozialer Gerechtigkeit formen. Ihr Schreibstil ist zugänglich und gleichzeitig einfühlsam, was es dem:der Leser:in ermöglicht, sich in die komplexen Themen einzufühlen. Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für Sprache, Identitätspolitik und gesellschaftliche Veränderungen interessieren. Mit einer klaren 4/5 Bewertung empfehle ich es wärmstens.

5

Perspektivenwechsel auf Augenhöhe

Zugegeben: anders als erwartet. Aber ein sehr schön geschriebenes Buch. Ein Perspektivenwechsel auf Augenhöhe, ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen. Ein Denkanstoß, der für eine gerechtere Welt plädiert, mit dem Fokus auf Sprache, da Sprache bestimmt, wie wir die Welt wahrnehmen.

Perspektivenwechsel auf Augenhöhe
5

Faszinierend, augenöffnend, Grenzen aufzeigend

"Weil ich ein Bewusstsein für die Grenzen meines Wissens und meiner Wahrnehmung besitze. Wir Anderen erlernen diese Fähigkeit. Sie ist ein Geschenk. (S.164)" Dieses Buch handelt davon wie Sprache unsere Wahrnehmung prägt. Wie Sprache je nach Gebrauch, Grenzen in unseren Köpfen und in der Gesellschaft manifestiert, die dazu führen, dass andere Menschen, die wir mit unserer Sprache bezeichnen ohne sie mit einzubeziehen nur noch als Kategorien existieren, aber nicht als einzigartige wertgeschätzte Individuen und so Ausgrenzung und Hass erfahren. Die Autorin Kübra Gümüşay (geb. 1988) hat mit "Sprache und Sein" ein faszinierendes Sachbuch geschaffen. Über 10 Kapitel beschreibt sie in sanftem eindringlichen Ton, die zuweilen hier und da einen ironischen Unterton erhält, unsere Welt als Museum der Sprache, in dem es zwei Gruppen von Menschen gibt, die Benannten und die Unbenannten. Während die Unbenannten frei durch das Museum der Sprache schlendern, sind die Benannten als Kuriositäten eingesperrt in durchsichtige Käfige aus Sprache und müssen sich von den Unbenannten betrachten lassen: der Schwarze, die Frau, die Migrant*innen etc. Untermalt und auf den Punkt gebracht, werden die Beschreibungen und feinsinnigen Argumentationen durch in den Text eingelassene Zitate und viele viele Verweise auf Erlebnisse und wissenschaftliche Studien sowie Aussagen anderer Personen. Gerade an den letzten beiden Kapiteln hat mir gut gefallen, dass sie einen Ausblick geben, wie wir (die Gesellschaft) lernen können freier miteinander zu sprechen, ohne Kategorien und Absolutheiten, um einander als Menschen zu begegnen. Eine schöne Vorstellung! Auch mir hat das Buch vorhandene Grenzen in meinem Kopf und in meinem Sprachgebrauch aufgezeigt. Ich nehme diese Erkenntnisse als ersten Schritt zur Besserung frei nach dem obigen Zitat eben als Geschenk. Dieses Buch hat mich wirklich bereichert.

Faszinierend, augenöffnend, Grenzen aufzeigend
5

Wie bestimmt Sprache unser Denken, unser Handeln, unser Fühlen und, natürlich auch: die Politik. Ein sehr interessantes und wichtiges Sachbuch, das einem in mancher Hinsicht die Augen öffnet. 👍

5

"Aber ein Verlust, den ich erst später gespürt habe, ist meine Individualität, die ich am Schlauchboot am der Grenze Europas zurückgelassen habe." - Vinda Gouma. Dieses Buch stellt auf fundierte Weise die Macht von Sprache. Es beschreibt, welche Kämpfe marginalisierte Gruppe kämpfen, Energie, die Ihnen geraubt wird. Sie werden zu Pressesprecher*innen einer gesamten Gruppe gemacht, die aber doch aus so vielen Individuen besteht. Das Buch handelt vom Kampf um die eigene Identität, es geht um Hass und um Fehler. Es geht um das ersehnte "Frei sprechen" und gegenwärtige Strukturen, die dies verhindern. Absolut lesenswert!

"Aber ein Verlust, den ich erst später gespürt habe, ist meine Individualität, die ich am Schlauchboot am der Grenze Europas zurückgelassen habe." - Vinda Gouma. Dieses Buch stellt auf fundierte Weise die Macht von Sprache. Es beschreibt, welche Kämpfe marginalisierte Gruppe kämpfen, Energie, die Ihnen geraubt wird. Sie werden zu Pressesprecher*innen einer gesamten Gruppe gemacht, die aber doch aus so vielen Individuen besteht. Das Buch handelt vom Kampf um die eigene Identität, es geht um Hass und um Fehler. Es geht um das ersehnte "Frei sprechen" und gegenwärtige Strukturen, die dies verhindern. Absolut lesenswert!

2

Ich hatte mir ein Buch über Sprache und deren interkulturelle Vielfalt versprochen. Welche Wörter gibt es in anderen Nationen, die es weltweit nicht gibt (also deren Bedeutung) und welchen Zusammenhang die soziolinguistischen und gesellschaftlichen Bereiche aufweisen könnenn. Die ersten Seiten lasen sich auch nach einem guten Buch für mich. Doch das ist nur der Aufhänger. Letztlich ist es ein politisches Buch über Muslime vs Deutsche und allgemein Einwanderer und deren Schicksal, welches stets exakt gleich verläuft - so hat es den Anschein. Mich störten daran (neben der Enttäuschung, was anderes zu bekommen, als erwartet), der Stil und die Argumentationen. Der Stil ist zu oft "Also ich kannte mal eine, die meinte mal..." - in einer Biografie vollkommen legitim, aber nicht in einem Buch, welches als (populär)wissenschaftliches Werk verstanden werden will. Ein andernmal werden Beispiele aus dem 15. Jahrhundert aufgeführt, obwohl es um das 21. Jhd. geht. Mich stört sowas, da man stets das Gefühl hat, dass alles zusammengepresst wird, was kaum miteinander in Beziehung steht, nur um die eigene Meinung glaubhafter zu gestalten. Die Argumentation ist immerzu verallgemeinernd. Genau das, was die Autorin anprangert, macht sie selber. Ein Unding, welches immer deutlicher zu sehen ist: Rechts, Links oder wer auch sonst, alle haben die gleichen Argumentationen bzw. Phrasen. Nur das Feindbild ist jeweils ein anderes. Man kann die Kluft nie überwinden, wenn man in diesem verallgemeinernden Modus bleibt. Es ist kein richtiges Sachbuch, es ist keine richtige Biografie - es ist eine Kolummne. Leute die an Sprache interessiert sind oder linguistikbegeistert, sollten erstmal in das Buch reinschauen und nicht wie ich blind kaufen.

5

Ein Buch, das Sprache nicht erklärt – sondern fühlbar macht

Sprache und Sein hat mich tief beeindruckt. Kübra Gümüşay schreibt klug, zugänglich und mit großer Sensibilität. Sie schafft es, theoretische Gedanken mit persönlicher Erfahrung zu verbinden, ohne belehrend zu wirken. Beim Lesen wurde mir immer wieder bewusst, wie stark Sprache unsere Wahrnehmung prägt – von Menschen, von Identitäten, von Welt. Und wie sehr Sprache begrenzt – wenn sie nicht frei ist, wenn sie Menschen festlegt, benennt, beschränkt. Gümüşay schreibt über das Sprechen, ohne dass man sich verbiegen muss. Über das Sehen, ohne sofort zu beurteilen. Über Räume, in denen Menschen nicht nur funktionieren, sondern ganz sie selbst sein dürfen. Was mich besonders berührt hat: die Ruhe, mit der sie schreibt. Kein Lautwerden, kein Gegenangriff. Sondern ein kluges, offenes Nachdenken. Und genau deshalb wirkt dieses Buch so stark. 5 von 5 Punkten – weil es die Art, wie ich über Sprache denke, verändert hat. #SpracheUndSein #KübraGümüşay #DenkenMitHerz #WorteUndWirkung #BücherDieVerändern #SpracheIstNichtNeutral

3

Unpopular Opinion - - - Auf vielen Blogs und Rezensionsportalen wird „Sprache und Sein“ von Kübra Gümüşay als eines der wichtigsten Bücher aus dem Jahr 2020 gehandelt. Der Klappentext verspricht eine Diskussion über „das Potenzial, das Sprache und Sprechen innewohnt“ – immer in Bezug auf (Alltags)Rassismen, Schubladendenken, Vorurteile und Missverständnisse. - - - Unabhängig von meinen nachfolgenden Kritikpunkten ist „Sprache und Sein“ ein enorm wichtiges Buch: Politisch, aufklärend, brandaktuell. Aufgrund seiner klaren Sprache und des flüssigen Schreibstils perfekt geeignet für Einsteiger*innen in die o.g. Themenkomplexe. Kommen wir nun zum berühmten ‚aber‘: Die Gewichtung sprachlicher Aspekte fiel nicht aus, wie von mir erwartet. Von einem Buch mit diesem Titel hätte ich viel mehr linguistische Backgrounds erwartet. Die ersten Kapitel erfüllen diese Prämisse noch, dann allerdings nimmt der wissenschaftliche Anteil immer stärker ab, das (von mir erwartete) Sachbuch las sich mehr und mehr wie ein emotionaler Essay. Die Dringlichkeit und damit auch meine „Okay, krass, danke für den Hinweis“-Momente gingen bis zum Ende nahezu komplett verloren. Meine Erwartungshaltung, über den Zusammenhang zwischen Sprache und internalisierten Rassismen aufgeklärt zu werden und Strategien zu deren Überwindung präsentiert zu bekommen, wurde demnach enttäuscht. Gestört habe ich mich auch an dem repetitiven Charakter einiger Aussagen. Ich _glaube_ verstehen zu können, dass der Autorin die entspr. Themen sehr am Herzen liegen und daher oft wiederholt (also in unser Leserhirn eingehämmert) werden sollten, aber da unterschätzt sie ihre aufmerksamen und wissbegierigen Leser einfach und erzeugte bei mir eher ein genervtes „Ich hab’s verstanden!“. Was ich am meisten vermisste – und was die hochintelligente Autorin sicherlich hätte leisten können – ist der sprichwörtl. nächste Schritt. Das Buch bleibt über lange Strecken hinweg leider sehr oberflächlich. Ein gewisses „Geschmäckle“ kam spätestens an dem Punkt auf, als über Beamt*innen hergezogen und damit genau die Art Pauschalisierung bemüht wird, gegen die die Autorin sich in ihrem Werk so vehement ausspricht.

5

Die Komplexität von Sprache

Bevor ich mein nächstes Buch beende, möchte ich noch gerne „Sprache und Sein“ besprechen, denn ich würde es gerne weiterempfehlen. Ich war beeindruckt von Kübra Gümüşays Ausdruckskraft und ihrer Leidenschaft für ihre Sache. Das Buch ist nicht so dick, relativ schnell gelesen, und gab mir einen guten Einblick in die Situation, wie es ist, als Teil einer Minderheit (in Deutschland) zu leben. Sie wirbt für Verständnis, Aufeinanderzugehen und den behutsamen Umgang mit Sprache. Sprache eröffnet (oder verschließt auch) Welten und Dank des Buches möchte ich mich sehr gerne weiter mit der Faszination und Wichtigkeit von Sprache beschäftigen. „Lassen Sie uns Sprache als einen Ort denken. Als ein ungeheuer großes Museum, in dem uns die Welt da draußen erklärt wird. Wochen, Monate, Jahre, ein ganzes Leben können sie in diesem Museum verbringen. Je mehr Zeit sie dort verbringen, desto mehr Dinge begreifen Sie. Sie können eintauchen in Welten, die sie nie selbst erlebt haben, die geordnet und kategorisiert aufbereitet sind, begreiflich gemacht in Namen und Definitionen. Sie finden Objekte, Lebewesen und Pflanzen aus allen Kontinenten, aber auch Ideen und Theorien, Gedanken und Gefühle, Fantasien und Träume. Längst Vergangenes, aber auch Hochaktuelles.“

5

Kann ich nur empfehlen!!! Sehr gut geschrieben 👏

5

W O W

Dieses Buch hat mich verändert. Nicht in einem pathetischen, überzogenen Sinn, sondern tief, leise und nachhaltig. „Sprache und Sein“ hat mir nicht einfach neue Gedanken mitgegeben, es hat meine Wahrnehmung für das, was ich als selbstverständlich empfand, verschoben. Kübra Gümüşay schreibt mit einer sprachlichen Klarheit und poetischen Präzision, die selten geworden ist. Ihre Worte dringen nicht nur ins Bewusstsein, sie schreiben sich ein wie Markierungen. Und markiert habe ich viel. Sehr viel. Fast auf jeder Seite blieb ich hängen, las Sätze zwei-, dreimal, unterstrich sie, weil sie etwas in mir berührten. Das Buch ist in verschiedene Kapitel gegliedert, jedes einzelne widmet sich einem Oberthema, das für sich steht aber miteinander verwoben ergibt sich ein feines, mächtiges Gewebe: über Sprache und Macht, über Sichtbarkeit, Zuschreibungen, Diskriminierung, Identität, Erinnerung, Schweigen und Widerstand. Diese Struktur ermöglicht es, die Tiefe der einzelnen Themen greifbar zu machen, ohne sich in theoretischer Abstraktion zu verlieren. Ich habe beim Lesen gespürt, wie tiefgreifend Sprache unsere Vorstellung davon formt, wer dazugehören darf und wer nicht einmal “ich” sagen darf, ohne damit etwas erklären, relativieren oder entschuldigen zu müssen. Es ist kein Buch, das man einfach liest und beiseitelegt. Es ist ein Buch, das bleibt – in Gesprächen, im Alltag, im Blick auf andere. Es ist unbequem, weil es ehrlich ist. Es ist schön, weil es Hoffnung gibt. Und es ist notwendig, weil es die Geschichten erzählt, die sonst zu oft überhört werden. Und ganz ehrlich: Ich wünsche mir, dass dieses Buch Pflichtlektüre wird – in Schulen/ Universitäten. Aber vor allem: im Herzen derer, die glauben, schon alles zu wissen. Denn Kübra Gümüşay zeigt uns, wie viel wir noch nicht sehen und wie dringend wir lernen müssen, hinzuschauen.

W O W
5

Vor einer halben Ewigkeit gelesen, geliebt und großen Bammel vor der Rezension gehabt. Wie soll ich dieses großartige Sachbuch gescheit rezensieren? Als ich „Sprache und Sein“ von Kübra Gümüşay im Bloggerportal angefragt habe, wusste ich eigentlich, auf was ich mich da einlasse. Anfang 2021 habe ich das Hörbuch dazu bereits gehört und mir war sofort klar: Das brauche ich unbedingt auch in gedruckter Form in meinem Regal. So klug, so treffend. „Sprache und Sein“ dreht sich – wer hätte es ahnen können – um die Themen Sprache und Sein. Doch hinter und zwischen den Begriffen steckt so viel mehr, das Kübra Gümüşay in ihrem Buch aufdeckt und miteinander verwebt. Ich gebe euch zumindest mal einen kleinen Vorgeschmack: Benannte und Benennende, Bürde der Repräsentation, ewige Dankbarkeit und „Gast“-sein, Andersartigkeit, Sprache als Existenzräume, Zugehörigkeit, Rechtsextremismus und Hass ist keine Meinung, Absolutheitsglaube (zu denken, dass man einen Menschen in seiner ganzen Komplexität verstehen kann) und die Verantwortung der Medien - und eben viel, viel mehr. „Wir, die Fremden, wachsen auf in einer Sprache, in der wir als Sprechende nicht vorgesehen sind. In einer Sprache, in der unsere Perspektiven nicht vorkommen, sondern nur die Perspektiven derer, die über uns sprechen. In deren Macht es steht, uns zu kategorisieren, zu markieren, auszusortieren.“ (S. 42). Zu vielem habe ich mich mit einer Freundin ausgetauscht, mit der ich schon öfter Gespräche über Erfahrungen geführt habe, die sie oder ihre muslimischen Freundinnen machen mussten. Sie konnte sich in alldem so gut wiederfinden und war froh, dass Kübra Gümüşay Worte für das gefunden hat, was in ihr vorging und sie selbst erlebt hat. Wie wertvoll! Und da geht es eben genau *nicht* um meine Meinung, sondern um die der davon betroffenen Personen. Daher mache ich den Mund zu und lasse ihr Wort stehen. Auch sprachlich war es ein Genuss. Ich erlebe selten, dass ein Sachbuch nicht nur informativ und gehaltvoll daherkommt, sondern auch so viel Freude bereitet zu lesen. Ich habe es von vorne bis hinten geliebt.

4

Sehr informativ!

Sehr interessant und informativ für Personen, die sich mit der Sprache auseinandersetzen wollen! Vor allem der Anfang ist sehr gut gewesen, da habe ich mir unfassbar viel markiert, da viele interessante neue Aspekte bezüglich der Vielfalt von Sprachen aufgeführt werden. Was ich mir noch gewünscht hätte, wären mehr Ansätze, was man machen kann, um bewusster mit der Sprache umzugehen. Am Ende vom Buch kamen ein paar Ideen, aber da hätte ich mir gern noch mehr praktisches gewünscht.

5

Das Buch ist unglaublich wichtig und ich bin einfach traurig darüber, dass ich es nicht schon viel eher gelesen habe.. Obwohl das Buch nur knapp 200 Seiten umfasst, ist es dafür sehr informativ und lehrreich - jeder sollte es gelesen haben!

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3

Auf der einen Seite ist dieses Buch sehr poetisch geschrieben, aber gleichzeitig verbindet die Autorin auch Themen wie Politik und Sprache darin. Es ist interessant zu lesen wie Sprache unser Weltbild formt und unsere Wahrnehmung verändert. Es zeigt wie wichtig der richtige Umgang mit Sprache ist. Damit wir durch Sprache andere Menschen nicht länger ausgrenzen oder in bestimmte Kategorien stecken, sondern eine Gemeinschaft erschaffen. Das fängt schon bei unseren Worten an.

4.5

Große Leseempfehlung

Ich habe mich schon lange auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die Autorin beschreibt sehr plakativ und gut verständlich, wie Sprache unser Denken und Handeln beeinflusst. Einen halben Punkt Abzug gibt es nur, da es gegen Ende sehr persönlich wird, was prinzipiell OK ist, in diesem Sachbuch aber meiner Meinung nach nichts zu suchen hat, und ich mir mehr Beispiele gewünscht hätte.

5

Super wichtiges Thema

Progressiv und nahbar zugleich. Beschreibt wie wir alle geprägt sind von Worten aus unserem Sprachgebrauch, wie die Gesellschaft uns unterbewusst beeinflusst hierbei und welche Probleme hierdurch entstehen. Kann ich sehr empfehlen!

5

„Eine Frau mit Kopftuch, die an einer Schule putzt, führe zu keiner Grundsatz-Debatte. Eine Frau mit Kopftuch, die an einer Schule unterrichten möchte, werde hingegen als ein Problem empfunden.“ – Kübra Gümüşay gemäß El-Mafaalani in „Sprache und Sein“ Als ich dieses Buch zur Hand genommen habe, hatte ich Erwartungen, für deren Höhe ich nicht einmal den genauen Grund kannte. Andere Rezensionen, die dafür die Verantwortung hätten tragen können, hatte ich nicht gelesen. Da war nur dieses Gefühl, dass dieses Buch irgendetwas in mir auslösen würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Wer heutzutage mit offenen Augen durch die Welt geht, kommt nicht umhin, die durch Diskriminierung entstehenden Missstände zu bemerken – selbst, wenn man davon, wie in meinem Fall, glücklicherweise nicht direkt betroffen zu sein scheint. Doch das Werk von Kübra Gümüşay gab mir einen neuen Blickwinkel und machte deutlich, was eigentlich jedem klar sein sollte: Diskriminierung geht uns alle an. Wir alle gehören zu dem dunklen Spinnennetz, dass sich manchmal deutlicher, manchmal weniger deutlich durch die Gesellschaft zieht. Wir sind es, die im Bezug darauf jeden Tag Entscheidungen treffen – es aber vielleicht nicht einmal bemerken. Kübra Gümüşay hat sich mit ihrem Werk geradewegs in mein Herz geschrieben, hat Hebel in Bewegung gesetzt, Gedanken und Gefühle angestoßen, von denen ich im Nachhinein beinahe enttäuscht bin, dass ich sie nicht schon zuvor hatte. Mir wurde bewiesen, dass auch offene Augen blinde Flecken tragen können. Aber jetzt habe ich das Gefühl, ein Stück weit klarer zu sehen. Und ich wünschte wirklich, ich könne dieses neue Sehvermögen auch jedem anderen mit auf den Weg geben. Jeder Mensch, mit dem ich mich in den letzten Tagen unterhalten habe, durfte bereits von diesem Buch erfahren. Die Botschaften, die auf diesen Seiten zu finden sind, sollten nicht nur gelesen werden: Sie MÜSSEN gelesen werden. Dieses Buch lehrt einen so viel… Toleranz und Akzeptanz, Nächstenliebe, Verständnis, Bewusstsein und Offenheit. Und ich hoffe, dass ein paar von euch sich ebenfalls zwischen diese Seiten wagen, um zu hören, was Kübra Gümüşay zu sagen hat.

5

Habe es als Hörbuch gehört . Ich habe soviel gelernt und finde das sollte jeder Lesen/Hören.

5

Meine Meinung Dieses Buch ist viel mehr als die meisten Leser*innen sich wahrscheinlich davon versprechen. Denn im ersten Moment hat man vielleicht die Vorstellung, es würde hier in erster Linie um die Sprache im engeren Sinne gehen. Doch weit gefehlt. Die Autorin schreibt hier nicht nur über Worte und Sprachbildung, sondern über die Anwendung einer Sprache, über Unterschiede von Sprachen, über die Bedeutung von Unterschieden, über Auswirkung von Sprache, von Sprache, die Hass ausdrückt, Morddrohungen ausspricht, ausgrenzt, Menschen fremd fühlen lässt. Das alles und noch viel mehr, vervollständigt mit Beispielen, die zum Teil auch autobiografisch sind. Menschen, die mehrsprachig aufgewachsen sind, verstehen manchmal besser wie Sprache verändern kann. Auch mir geht es so, dass andere mich anders empfinden, wenn ich nicht Deutsch sprechen. Auch ich kann dieses Gefühl bestätigen, da ich es bereits öfters bei Menschen erlebt habe, die ich sehr gut kenne und die ich erlebt habe, wie sie sind und wie sie sprechen, wenn sie in einer anderen Sprache reden. Sprache kann verbinden, trösten, übergehen aber auch wehtun, schmerzen, wenn sie den gegenüber hasserfüllt wie Pfeile treffen. Ein ausgesprochenes Wort kann nicht mehr zurückgenommen werden. Diesen Spruch kennt jeder und der*die eine oder andere hat das selbst schon zu sprüren bekommen. Sprache wandelt sich und passt sich der Zeit und der Gesellschaft an, nach und nach. So gibt es Wörter, die man früher häufig benutzt hat, die heute wiederum kaum bis gar nicht mehr verwendet werden. Sprachbedeutungen verändern sich über die Zeit. Wörter, die früher eine neutrale Bedeutung hatten werden heute nicht mehr aufgrund von ihrer negativen Bedeutung durch andere, neue ersetzt. Heute gibt es Zeichen, wie z.B. die Gender-Sternchen (*), die geschlechtergerechte Schreibung im Deutschen Personen sichtbar machen soll, um auch nicht binäre Personen einzubeziehen. Über dies und noch viel mehr schreibt Kübra Gümüşay. Sie setzt sich damit auseinander und zeigt auch auf, wie unterschiedlich wir Sprachen und Sprachkenntnisse bewerten. Spricht jemand Englisch, Französisch oder Schwedisch fließend, sind wir begeistert. Doch ist es beispielsweise Türkisch, Arabisch oder Perisch, finden wir daran nichts besonderes. Und das lassen wir diese Muttersprachler*innen spüren. So erzählt die Autorin davon, wie sie damals in ihren Bewerbungsschreiben Türkisch bei den Sprachkenntnissen wegließ. Türkisch ist keine Sprache, mit der man sich rühmt, so lernen es die Türkisch sprechenden Kinder von klein auf. Fasziniert hat mich, als die Autorin Erfahrungen anspricht, für die es keinen Ausdruck gibt, die somit für andere nicht wahrnehmbar sind, wie z.B. sexuelle Belästigung in den 1960er Jahren. Wie sollte sich eine Frau wehren und von ihrem Erlebten erzählen wenn sie am Arbeitsplatz von ihrem Chef oder Kollegen sexuell belästigt wurde, wenn es für dies zu dieser Zeit in dieser Form in der Gesellschaft keine richtige Beschreibung und Missbilligung gab? Wie verändern Rechte unsere Sprache und ihre Bedeutung? Auch das können wir heutzutage leider miterleben. Wir waren Zeugen, wie Trump vier lange Jahre versuchte aus Lügen Wahrheit zu machen, wie er echten Fakten alternative Fakten und Wahrheiten gegenüberstellte. Wir erleben seit Jahren, wie die AfD das früher Unsagbare laut und permanent ausspricht, bis sich die Ohren daran gewöhnt haben und die Gefühle für die Bedeutung solcher Worte abschwächt. Wie oft hören wir derzeit „Das wird man doch noch sagen dürfen!“ Menschen werden durch Sprache kategorisiert und damit gebrandmarkt und ausgeschlossen. Sie werden zu Fremden gemacht. Ich kann gar nicht wiedergeben, wie viel mir dieses Buch zum Nachdenken gegeben hat. Sprache und ihre Anwendung untereinander, ihre Bedeutung in der Politik, ihre Entmenschlichung von Personen, Sprache, eine Waffe, die uns alle ins Herz treffen kann! „Erst wenn wir uns von unserem Absolutheitsanspruch verabschieden; erst wenn keine Perspektive über andere Perspektiven herrscht, diese strukturell unterordnet und unterdrückt; erst dann können alle Menschen unabhängig von Herkunft, Ethnie, Körper, Religion, Sexualität, Geschlecht, Nationalität frei sprechen. Erst dann werden wir alle sein.“ (Buch S. 166) Fazit Ein Buch, für das ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche, weil Sprache uns immer und überall was angeht, weil wir über die Bedeutung und Benutzung von Worten und Sprache so viel Gutes und so viel Schlechtes anrichten können und uns deshalb darüber bewusst werden müssen. Weil wir uns alle sensibilisieren und erkennen müssen, was Sprache mit Rassismus zu tun hat.

ein buch, das jede:r lesen sollte! ich habe respekt vor sachbüchern, habe ein bisschen angst, dass es sich anfühlt, wie einen text für die uni zu lesen, und ich dadurch das interesse und die freude am buch verliere. die angst hätte ich mir sparen können!! kübra gümüşay schreibt so poetisch, einfühlsam und klar, dass mir das lesen wirklich viel spaß gemacht hat. ich habe dazu gelernt und über gelerntes und erlebtes reflektiert, über sprache, kultur, politik und gesellschaft. ein buch, das mir im kopf bleiben wird! und anderen hoffentlich auch!

Sehr lehrreich

Wie viele Sprachen sprecht ihr? Im Herbst 2020 habe ich eine Lesung von Kübra Gümüsay und Shida Bazyar besucht und danach entschieden, „Sprache und Sein“ sofort zu lesen. Ja. Im Mai 2023 war dann „sofort“ – dafür aber in einem wie immer wundervollen Buddyread mit @eissturmzeilen! Das Buch beschäftigt sich damit, wie Sprache an sich, aber eben auch Sprachen im Speziellen einen Einfluss auf die eigene Persönlichkeit und die Wahrnehmung innerhalb der Gesellschaft sowie auch auf die Gesamtgesellschaft, die diese Sprache spricht, nimmt. Dabei ist es unterteilt in verschiedene Kapitel, die Namen tragen wie „Die intellektuelle Putzfrau“, „Wissen ohne Wert“ oder auch „Der Absolutheitsglaube“. Überall erzählt die Autorin nicht nur von ihren eigenen Erlebnissen und Ansichten, sondern zitiert viele Studien, Statistiken und andere Personen, vor allem aus der Sprachwissenschaft und verschiedenen Sozialwissenschaften. Dadurch entsteht eine sehr fundierte Übersicht. Wie es bei Sachbüchern immer ist, sind manche Punkte interessanter als andere. Ich war beispielsweise überrascht zu lesen, dass es eine Sprache gibt, in der es keine Vergangenheit gibt – was dazu führt, dass die Menschen sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr erinnern und sogar ihre eigenen Großeltern vergessen. Natürlich geht es auch um den Aspekt, dass manche Sprachen angesehener sind als andere (->“Prestigesprachen“), eine Tatsache, die nicht erst in der modernen Zeit entstanden ist, aber immer schon unlogisch war. Über die Mehrsprachenkenntisse geht es weiter zu den Werten, die mit einer Sprache verbunden sind. Dabei stellt sich natürlich die Frage, beeinflusst Sprache Werte oder beeinflussen Werte Sprache? Was glaubt ihr? Übergeordnetes Thema ist immer auch die Gleichberechtigung innerhalb von und durch Sprache. Insgesamt hatte das Buch so einige interessante Punkte, die es sich auch zu vertiefen lohnen würde, allerdings kamen mir für die vergleichsweise wenigen Seiten zu viele Aspekte zu oft vor. Manche Sachen habe ich auch als so offensichtlich empfunden, dass es dazu keine halbe Seite, sondern nur einen halben Satz benötigt hätte. An manchen (wenigen) Stellen hatte ich aber auch den Eindruck, dass einige Erlebnisse oder Fremdtexte falsch interpretiert wurden. Dennoch eine lehrreiche Lektüre!

Sehr lehrreich
4

Ein Aufzeigen von Missständen und wie unsere Sprache diese beeinflusst. Ein Anreiz rücksichtsvoller zu sprechen und denken. Keine Lösung wie wir konkret unsere Sprache ändern sollten

Das Buch ist nicht ganz das was ich erwartet habe. Was sicherlich auch daran liegt dass ich die Autorin und ihre Themen nicht kannte und mich bis auf den Klappentext und die paar Rezensionen nicht weiter informiert habe. Erwartet habe ich ein Buch das mehr über die Definition der Sprache und wie & was Sprache (be)wirkt. Erwartet habe ich auch eine Art Lösung wie wir inklusiver und besser sprechen können. Ich glaube vor allem die Fragen auf der Buch Rückseite haben mich gelockt dass ich dazu im Buch eine Antwort bekomme. Was ich aus dem Buch dann mitnehmen konnte war eher ein Anreiz und ein Aufzeigen von Missständen und wie sie in unserer (alltäglichen) Sprache sich verfestigten und was für Auswirkungen dies eigentlich hat. Viele interessante Punkte zu Themen der Ungerechtigkeit zwischen Minderheiten und der Mehrheit, vor allem in Bezug auf Einwanderung und den hiermit verbundenen Gefühlen, wurden dargelegt. Sehr gut gefallen hat mir die Abgrenzung zwischen dem psychologischen in Mustern denken zu wollen -wie es der Mensch naturell gerne tut- und dies aber nicht bedeuten muss (&soll!) dass wir über Menschen in Kategorien denken, nicht auf Augenhöhe denken und diese damit entmenschlichen. Mit Sprache so wie ich dachte hatte es also weniger zu tun. Eher ging es um Begriffe und ihre „wahre“ Bedeutung und das wir uns dessen bewusst sein sollten, aber auch die Möglichkeit einfordern dürfen frei und unperfekt reden zu können. Insgesamt ein sehr schön geschriebenes Buch.

Ein Aufzeigen von Missständen und wie unsere Sprache diese beeinflusst. Ein Anreiz rücksichtsvoller zu sprechen und denken. Keine Lösung wie wir konkret unsere Sprache ändern sollten
4.5

Dieses Buch ebnet den Weg zu einer gerechteren, inklusiven Sprache und zeigt Probleme unserer aktuellen Sprachmuster auf.

2.5

Interessantes Buch mit vielen Denkanstößen und Sichtweisen verschiedenster Personengruppen zu den Missständen unserer Gesellschaft und deren Lösungsansätzen. Daher aber auch nur 2,5 Sterne. Die Lösungen wurden nur angerissen. Mir hätte eine detailliertere Ausarbeitung mehr zugesagt.

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In der Sprache zu sein, überhaupt frei zu sein, ist in einer von Diskrepanz vorherrschenden Gesellschaft wie unserer, leider ein Privileg.

Kübra Gümüşay setzt sich für eine gleichberechtigte Sprache und ein starkes Miteinander ein, in dem Pluralität selbstverständlich ist. Unsere Sprache wird von unserer Wahrnehmung geprägt, und wir von unserer Sprache. Wobei hier besonders marginalisierte Personen betroffen sind. Die Symptome einer kranken Gesellschaft zeigen sich subtil bis sehr ausgeprägt in unserem Alltag. «Sprache und Sein» habe ich ein zweites Mal gelesen und ich bin noch immer sehr begeistert von dem weitreichenden Inhalt, der sich in Kübra Gümüşays Worten findet. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Es ist wichtig, dass wir uns für ein sensibilisiertes Handeln einsetzen, für eine gerechte Welt, in der alle Menschen «sein» und «frei» sprechen dürfen. Es ist absolut ein Buch, das ich noch ein drittes Mal lesen würde.

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Das Buch hat mich sofort gefesselt, weil es für mich das Thema Sprache noch einmal ganz neu umfasst hat. Es ging nicht wie ich erwartet habe, um das große Thema „Gendern“, sondern um so unglaublich viel mehr. Die Beispiele und Zitate waren perfekt gewählt, sodass ich den Punkten im Buch leicht und verständlich folgen konnte und sie auch umfassen „nachvollziehen“ konnte. Ich konnte meinen Markier Stift kaum aus der Hand nehmen, da mich so viele Aussagen inspiriert und auch zum nachdenken angeregt haben. Meiner Meinung nach sollte jeder und jede dieses Buch in einer freien Minute lesen!

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Ich fange mit dem Positiven an: Das Buch von Kübra Gümüsay behandelt interessante Sachverhalte rund um die großen Themenbereiche Soziologie und Sprachwissenschaft. Wer macht die Sprache? Wer gibt sie vor? Woher kommen die Neuschöpfungen an Wörter? Wer benennt andere Menschen und wer befindet sich nur in der Rolle des Benannten? Die Sprache der Autorin ist klar und flüssig, sie umnebelt sich nicht mit Fachbegriffen, so dass das Buch gut geeignet ist für Einsteiger/innen zu diesen Themenkomplexen. Wo bestimmte Sachbücher über Rassismus und sprachlicher Unterdrückung pauschalisieren, versucht sie durchaus reflektiert und situationsabhängig zu argumentieren, z.B. bei der Frage einer weißen Person nach der Herkunft eines Gegenüber, welcher offensichtlich andere Wurzeln hat. Gümüsay brachte auch manche Aspekte zur Sprache, die ich vorher noch nie unter ihrem Gesichtspunkt betrachtet hatte. Mir fällt da insbesondere das Beispiel der dummen Gauland-Aussage über Jerome Boateng ein: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Rassistisch, keine Frage. Aber warum nehmen TV-Sender diese Aussage auf, führen Straßeninterviews durch, in dem sie Menschen die Frage stellen, ob sie gerne Boateng als Nachbarn hätten? Fragen ehemalige Nachbarn Boatengs, wie es denn so war, als Nachbar mit ihm. Man nimmt die Sprache der Rechten auf, versucht sie satirisch zu bearbeiten, aber hält dadurch die rassistische Aussage immer wieder in den Köpfen der Menschen präsent. Sprache beeinflusst tatsächlich unsere Wahrnehmung. Im Grunde kann man aber sagen, dass das Buch nicht viel Neues bietet, trotz einer Buchtitel-Verpackung, die an ein philosophisches Essay erinnert. Kernaussage ist: habt euch mehr lieb, respektiere die Andersartigkeit deines Mitmenschen, seid tolerant, seid weltoffen und überlegt ab und zu mal, was ihr so unbedacht zu anderen Menschen sagt. Finde ich alles richtig und wichtig. Könnte aber auch so von Pater Anselm Grün kommen. Die Autorin nennt die Probleme, aber hat keine konkreten Ideen, wie eine Lösung geschafft werden kann. Gegen Ende wird es dann nebulös, wenn die Forderung nach einem Raum für eine neue Sprache gestellt wird. Schön, Problem erkannt, aber wie soll dieser Raum aussehen? Wie lässt sich Sprache verändern, wenn die Bereitschaft bei einem Großteil der Bevölkerung dafür fehlt, wenn man überhaupt nicht verstehen kann, warum es in feministischen Kreisen jetzt einen Streit über Binnen-I und Gender-* entsteht? Die Forderung nach einem Wegfall von Kategorisierungen und Pauschalisierungen ist verständlich, aber die Missachtung dieses Gebots allzu menschlich. Da ist auch die Autorin nicht gefeit vor, denn nachdem sie sich in mehreren Passagen dafür stark gemacht hat, dass sie als Kopftuchträgerin in Talkshows nicht für ALLE Frauen mit Kopftuch sprechen kann, schreibt sie über die Polizei: "Damals konnten die Beamten mit dem Internet noch viel weniger anfangen als heute." Dieser Satz stellt für mich fast alles in Frage, was sie sich so mühsam auf den ersten 100 Seiten aufgebaut hat. Kein Beamter ist so dumm, dass er über einen Zeitabschnitt noch weniger weiß, wie zuvor. Keine Berufsgruppe hat es verdient, pauschal so diskriminiert zu werden. Und warum gendert sie nicht diesen Satz, wo sie doch versucht bei allem Positiven das generische Maskulin nicht gelten zu lassen und konsequenterweise über Beamt*innen ihre Aussage treffen muss? Und so gab es auch noch weitere Beispiele, wo ihr Blickwinkel sehr verengt ist.

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A very intersting and insightful book. There were so many things I never thought about. So grateful the author worte this book and shared all these experiences with us. I underlined so many passages and will definetly reread this book several times. Can highly recommend.

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Jeder, der die Macht der Sprache und der Worte, die aus uns sprudeln kennenlernen möchte, sollte dieses Buch lesen.. Wie die Worte das Leben von uns und unseren Mitmenschen beeinflussen.. wie sich unsere Gedanken, unser Lebensstil, unser Verhalten gegenüber den „anderen“ und das Bild der „anderen“ dadurch manipuliert werden.. wie unser Sein durch unsere Sprache eingegrenzt wird.. wie Minderheiten in der Gesellschaft dadurch entstehen.. wie „wir“ uns fühlen, fühlten und immer fühlen werden, wenn sich in Zukunft nichts ändern wird.. Kübra Gümüşay schreibt in diesem Buch ebenso über alltägliche Situationen und Emotionen, die ich als eine 3-Fach Betroffene; eine Person mit Migrationshintergrund, Muslimin und obendrein eine Frau, 1:1 nachempfinden konnte.. daher hat mich dieses Buch nicht nur eines neuen Bewusstseins für die Sprache gelehrt, sondern meine Haltung, dass Mensch gleich Mensch ist, egal welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welcher Abstammung, welches Glaubens und welcher Sprache, bestärkt! Viel Spaß beim Lesen ♥️

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Ein wunderbares Buch über die Bedeutung der Sprache - es hat mir vor Augen geführt, wie sehr Sprache die Realität nicht nur beschreibt, sondern diese auch formt.

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Ich LIEBE dieses Buch. Es ist so klug und groß und wunderbar, ich will es umarmen. Kübras Beobachtungen sind so treffend, dass es auch in 50 Jahren noch aktuell sein wird. Ich würde es ausnahmslos jedem empfehlen.

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Eins dieser Bücher, dessen Inhalte ich hinausschreien möchte in die Welt und das ich in den nächsten Wochen allen meinen Bekannten ins Gesicht halten werde. Gedanken und Ideen, von denen ich überzeugt bin, dass sie als Pflichtlektüre in den Schulen zu einer besseren Welt beitragen könnten. Absolute Leseempfehlung. Einige (für mich) überraschende Einsichten und Dinge, die sich mir eingeprägt haben: - Gümüşays Aufteilung in Unbenannte und Benannte: die Unbenannten, die Mehrheit, versucht die Minderheit zu beschreiben, Unterschiede zu erkennen und zu labeln. Durch dieses Vorgehen werden bestimmte Gruppen zu Benannten. Sie werden wie ein Zootier in einen Ausstellungskasten gesperrt, in dem sie betrachtet werden und aus dem sie nur schwer ausbrechen können. Das Labeln ist ein menschliches Vorgehen - wir leben in einer abstrakten Welt und navigieren uns unter anderem durch diese hindurch, indem wir Kategorien bilden. - Das Bewusstsein der Existenz von negativen Annahmen über die eigene soziale Gruppe hat Einfluss auf die Leistungsfähigkeit - selbst, wenn das Thema nie offen diskutiert wurde. Stereotype wirken somit einfach deshalb, weil sie in der Gesellschaft existieren und die Betroffenen davon wissen (s. S. 103 f) - Die Funktion von Rassismus nach Toni Morrison: Ablenkung. Rassismus lässt dich immer wieder den Grund deiner Existenz erklären - egal, welche rassistische Aussage: du versuchst diese zu negieren, sie als nicht haltbar zu entlarven, dich zu erklären. Und verbringst damit 20 Jahre deines Lebens. Nichts davon ist notwendig, denn es wird immer noch eine weitere Absurdität geben, derer du deine Lebenszeit opfern könntest (s. S. 105) - All das, was für Minderheiten, Menschen, die als "anders" markiert wurden, trauriger Alltag ist, wird für die Masse erst zugänglich, sobald es massiv eskaliert. Wir sollten besser zuhören und hinschauen, was im Schatten geschieht - als Seismograf für die Gefährdung unserer Demokratie (s. S. 108) - Die Gesellschaft sagt: Als Mensch, der leidet, sollst du dein Leid nicht allzu deutlich zeigen. Alles, was davon abhält, das Leben zu genießen, soll denen nicht zur Last fallen, die es problemlos können. So lernen einige Menschen, ihre Sorgen zu kaschieren - und erschaffen dadurch eine Illusion von Zugehörigkeit (s. S. 111 f) - Ein Muster in der Mehrheitsgesellschaft: die politische Agenda wird mehr und mehr von Rechten und Rechtsextremen diktiert. Sie geben die Themen vor, wir reagieren. Wenn also immer mehr junge Menschen Freitags auf die Straße gehen, dann rebellieren sie nicht nur gegen den Klimawandel, sondern auch gegen die Aufmerksamkeitsdiktatur der Rechten (s. S. 130) - In öffentlichen Diskussion fehlt oft die Möglichkeit, gemeinsam nachzudenken und auf die Suche nach Lösungen zu gehen. Im Mittelpunkt steht viel mehr der Anspruch, zu "gewinnen". Ein gesunder Dialog gelingt nur selten (s. S. 177) 5/5 - I absolutely loved it

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Ein Überraschungshit! Must read!

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A very intersting and insightful book. There were so many things I never thought about. So grateful the author worte this book and shared all these experiences with us. I underlined so many passages and will definetly reread this book several times. Can highly recommend.

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