Das Verschwinden der Erde
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Description
»Ein wunderreiches Debüt.« Klaus Brinkbäumer in ›DIE ZEIT‹
An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Wie eine düstere Wolke hängt der ungelöste Fall fortan über Kamtschatka und beeinflusst das Leben ganz unterschiedlicher Frauen in einer gespaltenen, männerdominierten Gesellschaft. Während das Netz zwischen den Einzelschicksalen dichter wird, hält die Suche nach den Mädchen die ganze Stadt in Aufruhr.
Brillant konstruiert und einfühlsam erzählt, entführt uns der Roman in eine extreme und faszinierende Welt am Rande der Welt: in die graue Stadt Petropawlowsk, die spektakulären Weiten der Tundra und die Schatten schneebedeckter Vulkane.
Book Information
Author Description
Julia Phillips, geboren 1988, lebt in Brooklyn, New York. ›Das Verschwinden der Erde‹ ist ihr erster Roman. Er stand auf der Shortlist des National Book Award 2019 und erscheint in 25 Ländern.
Posts
Interessant 🤓 Hier wird der Einfluss einer Entführung auf eine Männerdominierte Gesellschaft beschrieben 😶 Die Geschichte ist ein Kulturprotrait Russlands, das aufzeigt, wie das Leben den Frauen und indigenen Völker Steine in den Weg legt und die Unterdrückung nicht nur von d Regierung ausgeführt werden kann😉

Das Verschwinden der Erde habe ich mal wieder im Bücherregal zum Büchertausch entdeckt und es kurzerhand mitgenommen- da mich die Optik und der Titel angesprochen hatten. Das Buch ist eindeutig im falschen Genre eingestuft worden - und weckt so sicher bei Lesern falsche Hoffnungen. Zwei Mädchen verschwinden auf der Halbinsel Kamtschatka - und das Verschwinden nimmt Einfluss auf das Leben vieler Frauen in dieser Region. Besonders spannend hab ich es empfunden, als sich die Parallelen schlossen und Geschichten zueinander fanden. Für mich war auch das gesamte Buch über immer die Spannung da ob die Mädchen gefunden werden. Diese Frage muss jedoch durch das lesen beantwortet werden :)
Konstruiert Eine New Yorker Autorin schreibt über die Befindlichkeiten russischer Frauen auf Kamtschatka. Die Halbinsel lernte sie im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums kennen. Den im Klappentext erwähnten Thriller findet man auf den ersten und letzten 40 Seiten. Dazwischen viel Gähn. Den KritikerInnen gefällts. Kann man mögen, muss man aber nicht.
Das Anfang und das Ende waren spannend, zwischendurch habe ich leider die Lust am Lesen verloren. Ein roter Faden hat gefehlt.
Ein Buch über vermisste Mädchen, eine ebenfalls vermisste Jugendliche und die Realität der Frauen Kamtschatkas. Zwei Themen, die meiner Meinung nach besser in unterschiedliche Bücher gepasst hätten. Zu Beginn werden die Schwestern Aljona und Sofija entführt. Es wird eine Spannung aufgebaut, die in den folgenden Kapiteln immer weiter verloren geht und erst am Ende, als von ihrer Mutter erzählt wird und wie sie die Mädchen vermeintlich findet, wieder aufgebaut wird. Zwischendurch geht es um andere Frauen in Kamtschatka und ihre eigenen Geschichten. Der einzige Zusammenhang ist, dass immer wieder über die vermissten Schwestern oder Lilja, eine Indigene, die mit 18 Jahren verschwunden ist aber nie aktiv von der Polizei gesucht wurde, geredet wird. Allerdings gibt es bis kurz vor Schluss nie neue Informationen. Die Leben der anderen Protagonistinnen sollen die Realität der Frauen zeigen, sind aber teilweise irrelevant für die Geschichte der vermissten Mädchen. Ich musste mich deshalb zwischendurch zwingen, weiterzulesen. Vieles wird nur oberflächlich angeschnitten, was schade ist. Der Schreibstil war trotzdem super, alles wurde sehr bildlich und ausgeschmückt beschreiben. Außerdem war es sehr interessant, mehr über das Leben auf der russischen Halbinseln und auch über die indigenen Völker und deren Unterdrückung zu erfahren. Viele gute Ansätze aber meiner Meinung nach nicht optimal umgesetzt.
Ein Kaleidoskop der weiblichen Realität_ _ Hier handelt es sich um einen Episodenroman. Das Verschwinden von Sofija und Aljona wird zum verbindenden Element für kurze – wenn auch glasklare und intensive! – Einblicke in die Leben verschiedener Mädchen und Frauen. Jede hat davon gehört, hat ihre eigene Meinung dazu oder ist sogar irgendwie in die Geschichte involviert._ _ Doch auch wenn die Entführung stets unterschwellig präsent ist in den Gedanken der verschiedenen Protagonistinnen, geht es meines Erachtens vor allem um die verschiedenen Formen von Gewalt, mit denen sich Frauen konfrontiert sehen – auch wenn es sich dabei vielleicht ‘nur’ um Diskrimierung, Sexismus, Erniedrigung, Unterdrückung oder Ausgrenzung handelt oder sie sich dessen selber nicht bewusst sind._ _ Lange wird nicht klar, was mit den verschwundenen Kindern geschehen ist, und du kannst nur bangen und hoffen, dass sie nicht zum mahnenden Beispiel für die extremste (möglicherweise sexuelle) Form von Gewalt geworden sind. Aber oft habe ich sie geradezu aus den Augen verloren, weil ich in jeder Episode vor allem gefesselt war vom Leben der Frauen, die gerade im Zentrum standen._ _ Wenn der Spannungsbogen doch mal durchhing, fand ich trotzdem immer etwas, das ich für mich aus der Erzählung herausziehen konnte. Denn das Leben auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka war für mich tatsächlich komplettes Neuland!_ _ Manche der Charaktere kommen in verschiedenen Episoden vor. Oft spielt die Frau, durch deren Augen wir eben noch geblickt haben, in einem späteren Kapitel nur noch eine Nebenrolle, und gerade dadurch sehen Leser:innen, wie Frauen verschiedene Rollen in diesem gesellschaftlichen Spiel einnehmen können._ _ Ganz viel passiert hier nur unterschwellig oder wird vom Umfeld der Frauen normalisiert, obwohl es nicht normal sein sollte. Erzwungene Anpassung an unfaire gesellschaftliche Erwartungen. Beiläufiger Rassismus. Deckelung vermeintlich ‘niederer’ Gesellschaftsschichten durch hochmütiges Überlegenheitsdenken. Dabei sind es hier durchaus auch Frauen, die anderen Frauen diese Strukturen der Unterdrückung aufzwingen – meist vertretbar gemacht durch unterbewusstes Othering: diese Frau gehört nicht zu uns, sie ist anders, das ist nicht das Gleiche._ _ Beziehungen sind in diesem Buch oft Fluchtmöglichkeit oder Lebensversicherung, weil die Frau für sich keine andere Wahl sieht, Schwangerschaften entweder Fessel oder Pfand. Das ideale Leben der idealen Frau wird zum Kerker._ _ Ein wichtiges Thema ist die gesellschaftliche Akzeptanz oder Ablehnung indigener Menschen in Kamtschatka. Natürlich liegt auch hier das Augenmerk besonders auf den indigenen Frauen, die in einer ohnehin männerdominierten Welt die doppelte Bürde tragen. Ich war bestürzt, wie sehr sie von manchen Kreisen geradezu entmenschlicht werden._ _ Auch Fremdarbeiter werden in einer Episode thematisiert, und da offenbaren sich direkt zwei Seiten des Rassismus. Während einige Menschen sie als gefährliche Wilde ablehnen, erotisiert die Frau, die in diesem Abschnitt die Hauptrolle spielt, sie mit genau den gleichen Vorurteilen – und sieht sie dadurch weniger als Menschen als als reine Sexualobjekte._ _ Ich war erschrocken, wie groß die Gefahr für homosexuelle Menschen in Kamtschatka anscheinend immer noch ist. In einer Episode, in der eine junge Frau mit ihrer Sexualität hadert, wird ersichtlich, dass Homosexualität nicht nur verboten ist, sondern dass es durchaus oft vorkommt, dass eine homosexuelle Person getötet wird._ _ Julia Phillips schreibt packend und atmosphärisch dicht, mit eindringlichen Bildern, und gerade deswegen musste ich manchmal eine Pause machen und durchatmen. Allzu hart und grau sind die Schicksale vieler dieser Frauen, doch zweifele ich nicht daran, dass das weibliche Leben in Kamtschatka wirklich so ist._ _ Fazit:_ _ An der Küste Kamtschatkas werden zwei kleine Mädchen entführt. Das Ereignis zieht sich als verbindendes Element durch diesen Episodenroman, in dem die Handlung von einer weiblichen Perspektive zur nächsten springt. Tatsächlich geht es weniger um die Entführung der Kinder als um die weibliche Lebensrealität, wobei auch verschiedene Arten von Gewalt und Unterdrückung thematisiert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf den Frauen der indigenen Bevölkerung._ _ Viele der Charaktere hätte ich gerne noch länger begleitet, bei manchen war ich froh, ihnen auf Nimmerwiedersehen sagen zu können – aber interessant und glaubhaft fand ich sie alle. Ich konnte immer zumindest ein Stück weit nachvollziehen, wenn auch nicht zwangsläufig gutheißen, warum sie tun, was sie tun._ _ Die Spannung ergab sich für mich daher auch eher aus den gesellschaftlichen und sozialen Differenzen, die sich in einem Panoptikum diverser Perspektiven präsentieren, als aus der Kindesentführung._ _ Für mich ist “Das Verschwinden der Erde” ein sehr lohnendes Buch, das ich gerne gelesen habe und das mir viel vermittelt hat, was mir bis dato unbekannt war._ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-julia-phillips-das-verschwinden-der-erde/
Bei diesem Buch habe ich mich von der Werbung verführen lassen. Ein großartiger Debütroman, ein packender Thriller um zwei verschwundene Mädchen - das klang sehr verlockend. Aber ich muss zugeben, dass mich das Buch nicht vollkommen überzeugen konnte. Ja, es werden zu Beginn des Buches 2 kleine Mädchen entführt. Und diesen Einstieg war ich wirklich gelungen, denn er baut direkt Spannung auf. Doch die geht unheimlich schnell wieder verloren. Die Mädchen werden zwar immer wieder erwähnt und dienen als Rahmen und sehr lockerer roter Faden, aber im Grunde genommen ist das Buch eine Sammlung ganz unterschiedlicher Leben. Es geht immer um Frauen, die in Petropawlowsk, einer Stadt in Kamtschatka, leben und dort nicht wirklich glücklich sind. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, manche Personen kennen sich, andere nicht. Das Buch liest sich gut. Ich mochte den Schreibstil der Autorin gern, und es ist ihr gelungen, vor allem die Landschaft, aber auch die politische und gesellschaftliche Situation in Kamtschatka, sehr gut darzustellen. Doch es gab in meinen Augen keinen Spannungsaufbau, und auch der roten Faden war für mein Empfinden zu locker, um die Frauenschicksale wirklich miteinander zu verbinden. Sprachlich toll, aber inhaltlich konnte es mich nicht überzeugen.
Ich bin mit gemischten Gefühlen an diesen Roman gegangen, weil ich zuvor so viele unzufriedene Stimmen zu dem Buch gehört hatte. Nach der Lektüre dieser außerordentlichen Geschichte komme ich der Unzufriedenheit auf die Spur, die sich offensichtlich bei den meisten daran festmacht, dass der Verlag die Gattungszuschreibung "Thriller" auf das Cover gedruckt und dadurch die Lesererwartungen in eine bestimmte Richtung gelenkt hat, die der Roman nicht erfüllt und auch nicht erfüllen will. Wenn man es schafft, seine Gattungserwartung loszulassen und sich mit allen Sinnen auf diesen Roman einzulassen, wird man mit einem besonderen Stück Erzählkunst belohnt, das ganz nebenbei auch noch einen Eindruck von der Abgeschiedenheit, der Einsamkeit, der Natur und der Kultur von Kamtschatka und vom dortigen Lebensstil vermittelt. Aufhänger der Geschichte ist das Verschwinden zweier junger Schwestern, die trotz groß angelegter Suche und vielfältigen Theorien unauffindbar bleiben. Statt sich konsequent der Aufklärung des Falls zu widmen, berichtet der Roman in seinen Kapiteln jeweils von einem anderen Frauenleben, das aber stets auf irgendeine Weise von der Suche nach oder der Entführung der Schwestern berührt wird. Alle Frauen des Romans sind wiederum mit der ein oder anderen weiteren Frauenfigur verknüpft und so fließen die Schicksale an den Rändern ineinander. Der Text ist sehr lesbar, mit einem angenehmen Erzählfluss geschrieben und die einzelnen Kapitel sind in sich außerordentlich gut beobachtet und spannend. Die Autorin versteht es ausgesprochen gut, die verschiedensten Gefühlslagen der Frauen aus unterschiedlichen Altersgruppen überzeugend auszuleuchten. Der Roman hat mich nicht nur ungemein gut unterhalten, mir hat auch sein außergewöhnliches Setting und seine Erzählart ausgesprochen gut gefallen. Die Art und Weise wie die Erzählfäden hier verwoben werden, hat mich sehr angesprochen. Ich mag dieses Buch sehr.
Als Leser*in kann man nichts tun, als die zwei jungen Mädchen gutgläubig in einen fremden Wagen steigen. So ergeht es uns wie den Figuren im Buch. Julia Phillips erzählt in monatlichen Abständen in 13 Geschichten von Frauen und Mädchen, die in irgendeiner Form mit dem Verschwinden in Berührung gekommen sind. Ein Roman, der mit seiner ruhigen Sprache den Einfluss einer Entführung auf eine männerdominierte Gesellschaft aufzeigt und durch verschiedene Frauen einen Einblick in ein Leben in der weiten Tundra Russlands gewährt. Ein Kulturportrait Russlands, das aufzeigt, wie das Leben den Frauen und indigenen Völker Steine in den Weg legt und wie Unterdrückung nicht nur von der Regierung ausgeführt werden kann. Jede hat ihre Geschichte und wenn wir zusammenhalten, überstehen wir alles.
Was für ein unerwartet guter Lesegenuß!
Ich weiß nicht mehr wann ich mir das Buch gekauft habe und was mich damals bewogen hat, jedenfalls habe ich dann die eher schlechten Bewertungen gesehen und hatte schon keine großen Erwartungen als ich es begonnen habe. Ich wurde so positiv überrascht, an dem Buch hat mir einfach Alles gefallen. Die Episoden die jeweils eine eigene kleine Geschichte über das Leben von Frauen in Kamtschatka beschreiben und die sich gegen Ende immer mehr miteinander verweben und ein Bild zeichnen das eben diese Frauen in ihrer Rolle politisch und vor Allem gesellschaftlich abbilden. Im Hintergrund bleibt aber immer die erste Geschichte in der es um 2 entführte Mädchen geht. Diese Entführung wird in der Geschichte behandelt, wie die Mädchen /Frauen selbst. Man schenkt dem keine große Beachtung , hier und da taucht die Geschichte von der Entführung wieder auf, aber erst am Ende als die Frauen und einige Dorfbewohner ihre Kräfte bündeln kann etwas erreicht werden, dazwischen scheinen alle Bemühungen so aussichtslos wie die Situationen der Frauen, vor Allem der Indigenen Frauen. Ich hätte bis auf 2 Episoden aber gerne noch in jeder Episode weitergelesen. Das waren ja eigentlich Geschichten in der Geschichte und ich war jedesmal ein wenig traurig wenn sie zu Ende war, die meisten Protagonisten hätte ich gerne länger begleitet. Ansonsten wurde zum Inhalt des Buches in anderen Rezensionen schon viel und ausführlich berichtet, so das ich mir das hier spare. Ich würde das Buch nochmal lesen und es auch weiter empfehlen.
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»Ein wunderreiches Debüt.« Klaus Brinkbäumer in ›DIE ZEIT‹
An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Wie eine düstere Wolke hängt der ungelöste Fall fortan über Kamtschatka und beeinflusst das Leben ganz unterschiedlicher Frauen in einer gespaltenen, männerdominierten Gesellschaft. Während das Netz zwischen den Einzelschicksalen dichter wird, hält die Suche nach den Mädchen die ganze Stadt in Aufruhr.
Brillant konstruiert und einfühlsam erzählt, entführt uns der Roman in eine extreme und faszinierende Welt am Rande der Welt: in die graue Stadt Petropawlowsk, die spektakulären Weiten der Tundra und die Schatten schneebedeckter Vulkane.
Book Information
Author Description
Julia Phillips, geboren 1988, lebt in Brooklyn, New York. ›Das Verschwinden der Erde‹ ist ihr erster Roman. Er stand auf der Shortlist des National Book Award 2019 und erscheint in 25 Ländern.
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Interessant 🤓 Hier wird der Einfluss einer Entführung auf eine Männerdominierte Gesellschaft beschrieben 😶 Die Geschichte ist ein Kulturprotrait Russlands, das aufzeigt, wie das Leben den Frauen und indigenen Völker Steine in den Weg legt und die Unterdrückung nicht nur von d Regierung ausgeführt werden kann😉

Das Verschwinden der Erde habe ich mal wieder im Bücherregal zum Büchertausch entdeckt und es kurzerhand mitgenommen- da mich die Optik und der Titel angesprochen hatten. Das Buch ist eindeutig im falschen Genre eingestuft worden - und weckt so sicher bei Lesern falsche Hoffnungen. Zwei Mädchen verschwinden auf der Halbinsel Kamtschatka - und das Verschwinden nimmt Einfluss auf das Leben vieler Frauen in dieser Region. Besonders spannend hab ich es empfunden, als sich die Parallelen schlossen und Geschichten zueinander fanden. Für mich war auch das gesamte Buch über immer die Spannung da ob die Mädchen gefunden werden. Diese Frage muss jedoch durch das lesen beantwortet werden :)
Konstruiert Eine New Yorker Autorin schreibt über die Befindlichkeiten russischer Frauen auf Kamtschatka. Die Halbinsel lernte sie im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums kennen. Den im Klappentext erwähnten Thriller findet man auf den ersten und letzten 40 Seiten. Dazwischen viel Gähn. Den KritikerInnen gefällts. Kann man mögen, muss man aber nicht.
Das Anfang und das Ende waren spannend, zwischendurch habe ich leider die Lust am Lesen verloren. Ein roter Faden hat gefehlt.
Ein Buch über vermisste Mädchen, eine ebenfalls vermisste Jugendliche und die Realität der Frauen Kamtschatkas. Zwei Themen, die meiner Meinung nach besser in unterschiedliche Bücher gepasst hätten. Zu Beginn werden die Schwestern Aljona und Sofija entführt. Es wird eine Spannung aufgebaut, die in den folgenden Kapiteln immer weiter verloren geht und erst am Ende, als von ihrer Mutter erzählt wird und wie sie die Mädchen vermeintlich findet, wieder aufgebaut wird. Zwischendurch geht es um andere Frauen in Kamtschatka und ihre eigenen Geschichten. Der einzige Zusammenhang ist, dass immer wieder über die vermissten Schwestern oder Lilja, eine Indigene, die mit 18 Jahren verschwunden ist aber nie aktiv von der Polizei gesucht wurde, geredet wird. Allerdings gibt es bis kurz vor Schluss nie neue Informationen. Die Leben der anderen Protagonistinnen sollen die Realität der Frauen zeigen, sind aber teilweise irrelevant für die Geschichte der vermissten Mädchen. Ich musste mich deshalb zwischendurch zwingen, weiterzulesen. Vieles wird nur oberflächlich angeschnitten, was schade ist. Der Schreibstil war trotzdem super, alles wurde sehr bildlich und ausgeschmückt beschreiben. Außerdem war es sehr interessant, mehr über das Leben auf der russischen Halbinseln und auch über die indigenen Völker und deren Unterdrückung zu erfahren. Viele gute Ansätze aber meiner Meinung nach nicht optimal umgesetzt.
Ein Kaleidoskop der weiblichen Realität_ _ Hier handelt es sich um einen Episodenroman. Das Verschwinden von Sofija und Aljona wird zum verbindenden Element für kurze – wenn auch glasklare und intensive! – Einblicke in die Leben verschiedener Mädchen und Frauen. Jede hat davon gehört, hat ihre eigene Meinung dazu oder ist sogar irgendwie in die Geschichte involviert._ _ Doch auch wenn die Entführung stets unterschwellig präsent ist in den Gedanken der verschiedenen Protagonistinnen, geht es meines Erachtens vor allem um die verschiedenen Formen von Gewalt, mit denen sich Frauen konfrontiert sehen – auch wenn es sich dabei vielleicht ‘nur’ um Diskrimierung, Sexismus, Erniedrigung, Unterdrückung oder Ausgrenzung handelt oder sie sich dessen selber nicht bewusst sind._ _ Lange wird nicht klar, was mit den verschwundenen Kindern geschehen ist, und du kannst nur bangen und hoffen, dass sie nicht zum mahnenden Beispiel für die extremste (möglicherweise sexuelle) Form von Gewalt geworden sind. Aber oft habe ich sie geradezu aus den Augen verloren, weil ich in jeder Episode vor allem gefesselt war vom Leben der Frauen, die gerade im Zentrum standen._ _ Wenn der Spannungsbogen doch mal durchhing, fand ich trotzdem immer etwas, das ich für mich aus der Erzählung herausziehen konnte. Denn das Leben auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka war für mich tatsächlich komplettes Neuland!_ _ Manche der Charaktere kommen in verschiedenen Episoden vor. Oft spielt die Frau, durch deren Augen wir eben noch geblickt haben, in einem späteren Kapitel nur noch eine Nebenrolle, und gerade dadurch sehen Leser:innen, wie Frauen verschiedene Rollen in diesem gesellschaftlichen Spiel einnehmen können._ _ Ganz viel passiert hier nur unterschwellig oder wird vom Umfeld der Frauen normalisiert, obwohl es nicht normal sein sollte. Erzwungene Anpassung an unfaire gesellschaftliche Erwartungen. Beiläufiger Rassismus. Deckelung vermeintlich ‘niederer’ Gesellschaftsschichten durch hochmütiges Überlegenheitsdenken. Dabei sind es hier durchaus auch Frauen, die anderen Frauen diese Strukturen der Unterdrückung aufzwingen – meist vertretbar gemacht durch unterbewusstes Othering: diese Frau gehört nicht zu uns, sie ist anders, das ist nicht das Gleiche._ _ Beziehungen sind in diesem Buch oft Fluchtmöglichkeit oder Lebensversicherung, weil die Frau für sich keine andere Wahl sieht, Schwangerschaften entweder Fessel oder Pfand. Das ideale Leben der idealen Frau wird zum Kerker._ _ Ein wichtiges Thema ist die gesellschaftliche Akzeptanz oder Ablehnung indigener Menschen in Kamtschatka. Natürlich liegt auch hier das Augenmerk besonders auf den indigenen Frauen, die in einer ohnehin männerdominierten Welt die doppelte Bürde tragen. Ich war bestürzt, wie sehr sie von manchen Kreisen geradezu entmenschlicht werden._ _ Auch Fremdarbeiter werden in einer Episode thematisiert, und da offenbaren sich direkt zwei Seiten des Rassismus. Während einige Menschen sie als gefährliche Wilde ablehnen, erotisiert die Frau, die in diesem Abschnitt die Hauptrolle spielt, sie mit genau den gleichen Vorurteilen – und sieht sie dadurch weniger als Menschen als als reine Sexualobjekte._ _ Ich war erschrocken, wie groß die Gefahr für homosexuelle Menschen in Kamtschatka anscheinend immer noch ist. In einer Episode, in der eine junge Frau mit ihrer Sexualität hadert, wird ersichtlich, dass Homosexualität nicht nur verboten ist, sondern dass es durchaus oft vorkommt, dass eine homosexuelle Person getötet wird._ _ Julia Phillips schreibt packend und atmosphärisch dicht, mit eindringlichen Bildern, und gerade deswegen musste ich manchmal eine Pause machen und durchatmen. Allzu hart und grau sind die Schicksale vieler dieser Frauen, doch zweifele ich nicht daran, dass das weibliche Leben in Kamtschatka wirklich so ist._ _ Fazit:_ _ An der Küste Kamtschatkas werden zwei kleine Mädchen entführt. Das Ereignis zieht sich als verbindendes Element durch diesen Episodenroman, in dem die Handlung von einer weiblichen Perspektive zur nächsten springt. Tatsächlich geht es weniger um die Entführung der Kinder als um die weibliche Lebensrealität, wobei auch verschiedene Arten von Gewalt und Unterdrückung thematisiert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf den Frauen der indigenen Bevölkerung._ _ Viele der Charaktere hätte ich gerne noch länger begleitet, bei manchen war ich froh, ihnen auf Nimmerwiedersehen sagen zu können – aber interessant und glaubhaft fand ich sie alle. Ich konnte immer zumindest ein Stück weit nachvollziehen, wenn auch nicht zwangsläufig gutheißen, warum sie tun, was sie tun._ _ Die Spannung ergab sich für mich daher auch eher aus den gesellschaftlichen und sozialen Differenzen, die sich in einem Panoptikum diverser Perspektiven präsentieren, als aus der Kindesentführung._ _ Für mich ist “Das Verschwinden der Erde” ein sehr lohnendes Buch, das ich gerne gelesen habe und das mir viel vermittelt hat, was mir bis dato unbekannt war._ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-julia-phillips-das-verschwinden-der-erde/
Bei diesem Buch habe ich mich von der Werbung verführen lassen. Ein großartiger Debütroman, ein packender Thriller um zwei verschwundene Mädchen - das klang sehr verlockend. Aber ich muss zugeben, dass mich das Buch nicht vollkommen überzeugen konnte. Ja, es werden zu Beginn des Buches 2 kleine Mädchen entführt. Und diesen Einstieg war ich wirklich gelungen, denn er baut direkt Spannung auf. Doch die geht unheimlich schnell wieder verloren. Die Mädchen werden zwar immer wieder erwähnt und dienen als Rahmen und sehr lockerer roter Faden, aber im Grunde genommen ist das Buch eine Sammlung ganz unterschiedlicher Leben. Es geht immer um Frauen, die in Petropawlowsk, einer Stadt in Kamtschatka, leben und dort nicht wirklich glücklich sind. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, manche Personen kennen sich, andere nicht. Das Buch liest sich gut. Ich mochte den Schreibstil der Autorin gern, und es ist ihr gelungen, vor allem die Landschaft, aber auch die politische und gesellschaftliche Situation in Kamtschatka, sehr gut darzustellen. Doch es gab in meinen Augen keinen Spannungsaufbau, und auch der roten Faden war für mein Empfinden zu locker, um die Frauenschicksale wirklich miteinander zu verbinden. Sprachlich toll, aber inhaltlich konnte es mich nicht überzeugen.
Ich bin mit gemischten Gefühlen an diesen Roman gegangen, weil ich zuvor so viele unzufriedene Stimmen zu dem Buch gehört hatte. Nach der Lektüre dieser außerordentlichen Geschichte komme ich der Unzufriedenheit auf die Spur, die sich offensichtlich bei den meisten daran festmacht, dass der Verlag die Gattungszuschreibung "Thriller" auf das Cover gedruckt und dadurch die Lesererwartungen in eine bestimmte Richtung gelenkt hat, die der Roman nicht erfüllt und auch nicht erfüllen will. Wenn man es schafft, seine Gattungserwartung loszulassen und sich mit allen Sinnen auf diesen Roman einzulassen, wird man mit einem besonderen Stück Erzählkunst belohnt, das ganz nebenbei auch noch einen Eindruck von der Abgeschiedenheit, der Einsamkeit, der Natur und der Kultur von Kamtschatka und vom dortigen Lebensstil vermittelt. Aufhänger der Geschichte ist das Verschwinden zweier junger Schwestern, die trotz groß angelegter Suche und vielfältigen Theorien unauffindbar bleiben. Statt sich konsequent der Aufklärung des Falls zu widmen, berichtet der Roman in seinen Kapiteln jeweils von einem anderen Frauenleben, das aber stets auf irgendeine Weise von der Suche nach oder der Entführung der Schwestern berührt wird. Alle Frauen des Romans sind wiederum mit der ein oder anderen weiteren Frauenfigur verknüpft und so fließen die Schicksale an den Rändern ineinander. Der Text ist sehr lesbar, mit einem angenehmen Erzählfluss geschrieben und die einzelnen Kapitel sind in sich außerordentlich gut beobachtet und spannend. Die Autorin versteht es ausgesprochen gut, die verschiedensten Gefühlslagen der Frauen aus unterschiedlichen Altersgruppen überzeugend auszuleuchten. Der Roman hat mich nicht nur ungemein gut unterhalten, mir hat auch sein außergewöhnliches Setting und seine Erzählart ausgesprochen gut gefallen. Die Art und Weise wie die Erzählfäden hier verwoben werden, hat mich sehr angesprochen. Ich mag dieses Buch sehr.
Als Leser*in kann man nichts tun, als die zwei jungen Mädchen gutgläubig in einen fremden Wagen steigen. So ergeht es uns wie den Figuren im Buch. Julia Phillips erzählt in monatlichen Abständen in 13 Geschichten von Frauen und Mädchen, die in irgendeiner Form mit dem Verschwinden in Berührung gekommen sind. Ein Roman, der mit seiner ruhigen Sprache den Einfluss einer Entführung auf eine männerdominierte Gesellschaft aufzeigt und durch verschiedene Frauen einen Einblick in ein Leben in der weiten Tundra Russlands gewährt. Ein Kulturportrait Russlands, das aufzeigt, wie das Leben den Frauen und indigenen Völker Steine in den Weg legt und wie Unterdrückung nicht nur von der Regierung ausgeführt werden kann. Jede hat ihre Geschichte und wenn wir zusammenhalten, überstehen wir alles.
Was für ein unerwartet guter Lesegenuß!
Ich weiß nicht mehr wann ich mir das Buch gekauft habe und was mich damals bewogen hat, jedenfalls habe ich dann die eher schlechten Bewertungen gesehen und hatte schon keine großen Erwartungen als ich es begonnen habe. Ich wurde so positiv überrascht, an dem Buch hat mir einfach Alles gefallen. Die Episoden die jeweils eine eigene kleine Geschichte über das Leben von Frauen in Kamtschatka beschreiben und die sich gegen Ende immer mehr miteinander verweben und ein Bild zeichnen das eben diese Frauen in ihrer Rolle politisch und vor Allem gesellschaftlich abbilden. Im Hintergrund bleibt aber immer die erste Geschichte in der es um 2 entführte Mädchen geht. Diese Entführung wird in der Geschichte behandelt, wie die Mädchen /Frauen selbst. Man schenkt dem keine große Beachtung , hier und da taucht die Geschichte von der Entführung wieder auf, aber erst am Ende als die Frauen und einige Dorfbewohner ihre Kräfte bündeln kann etwas erreicht werden, dazwischen scheinen alle Bemühungen so aussichtslos wie die Situationen der Frauen, vor Allem der Indigenen Frauen. Ich hätte bis auf 2 Episoden aber gerne noch in jeder Episode weitergelesen. Das waren ja eigentlich Geschichten in der Geschichte und ich war jedesmal ein wenig traurig wenn sie zu Ende war, die meisten Protagonisten hätte ich gerne länger begleitet. Ansonsten wurde zum Inhalt des Buches in anderen Rezensionen schon viel und ausführlich berichtet, so das ich mir das hier spare. Ich würde das Buch nochmal lesen und es auch weiter empfehlen.
















