Nach der Flut das Feuer
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
»Baldwins Essays sind wie Brandbomben in Trump-Land.« Georg Diez, ›Der Spiegel‹
James Baldwin war zehn Jahre alt, als er zum ersten Mal Opfer weißer Polizeigewalt wurde. Dreißig Jahre später, 1963, brach ›Nach der Flut das Feuer ‒ The Fire Next Time‹ wie ein Inferno über die amerikanische Gesellschaft herein und wurde sofort zum Bestseller. Baldwin rief dazu auf, dem rassistischen Alptraum, der die Weißen ebenso plage wie die Schwarzen, gemeinsam ein Ende zu machen. Ein Ruf, der heute wieder sein ganzes provokatives Potenzial entlädt: »Die Welt ist nicht länger weiß, und sie wird nie mehr weiß sein.«
Mit einem Vorwort von Jana Pareigis
Book Information
Author Description
James Baldwin, 1924 geboren, ist einer der bedeutendsten US-amerikanischen Schriftsteller. Sein bereits zu Lebzeiten vielfach ausgezeichnetes Werk umfasst Essays, Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke. Er starb 1987 in Südfrankreich.
Posts
In der Regel können Schwarze sich nicht leisten anzunehmen, dass Weißen ihre Menschlichkeit näher ist als ihre Hautfarbe
Ein Essay aus dem Jahr 1963 in dem James Baldwin der weißen amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vorhält und auf ihren Rassismus hinweist. 60 Jahre später hat es nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Lesen!
Zeitlos und wichtig
Wahnsinn wenn man bedenkt das es in den 60ern geschrieben wurde, es könnte auch von letztem Monat sein. Die Blickwinkel, aus denen Baldwin über Rassismus und Diskriminierung schreibt, sind vielseitig und spannend. Seine Sprache wie immer mächtig. Ein interessantes, teils biografisches Werk, in den man stellenweiße die Bezüge oder Geschichten, aus seinen Romanen herausfiltern kann. 4 von 5

"Der Mensch hat es z.b nicht so schrecklich eilig gleich zu sein. -Wie wer oder was eigentlich?- Ist aber zu gern überlegen."
James Baldwin ist und war ein überaus beeindruckender Schriftsteller. Seine Stimme und seine Worte haben auch so viele Jahre später nichts von ihrer Kraft und Intensität eingebüßt. Rassismus (und das generelle Wesen dessen) Diskriminierung, Flucht in die Relegion, Verklärung, Befreiung bzw. der Begriff von Freiheit, und noch vieles vieles mehr bearbeitet Baldwin in einer für mich bisher so nicht vorgefunden Differenziertheit, Präzision und Sprachgewalt, die ihresgleichen sucht. Ich möchte gar nicht so viele Worte verlieren, da ich fürchte Baldwin ohnehin nicht gerecht werden zu können. Ich möchte nur sagen, dass jeder dieses Buch lesen sollte! Es ist ein großes Plädoyer für Menschlichkeit und Gewaltlosigkeit auch und besonders im Hinblick auf die, die nach uns kommen mögen. "Die Liebe nimmt uns Masken ab von denen wir fürchten, dass wir ohne sie nicht leben können und von denen wir wissen, dass wir hinter ihnen nicht leben können."
Das Vorwort von Jana Pareigis bringt es bereits auf den Punkt. Nach der Flut das Feuer von James Baldwin ist fast 60 Jahre alt – und doch brandaktuell. Wenn man sich nicht immer wieder vergegenwärtigt, wie alt diese Essays sind, neigt man schnell dazu, dies zu vergessen. James Baldwin war seiner Zeit voraus. Seine Essays sind kraftvoll, verstörend und doch hoffnungsvoll. Baldwins poetischer Schreibstil fesselt den*die Leser*in an dieses gerade etwa 100 Seiten kurze Werk. Er übt Kritik an Gewalt, gesellschaftlicher Unterdrückung und Rassismus und tut dies auf eine klare, nachdrückliche Art und Weise. Vieles spricht für sich selbst, es aber ein Buch, das ich definitiv noch häufiger lesen muss, um zu verstehen. Jede*r sollte es gelesen haben, jede*r sollte den Antrieb haben, sich weiterzubilden. Die Aktualität des Werkes ist gewaltig und gleichzeitig ein Armutszeugnis. „Wer andere erniedrigt, erniedrigt sich selbst.“ Es wird Zeit, dass auch der*die Letzte das versteht. Sucht Gespräche, weist auf rassistische Handlungsweisen und Sprache hin. Man muss kein*e Aktivist*in sein, um darüber zu sprechen, was richtig und was falsch ist. Mit Baldwins Worten: „Ich weiß, ich verlange Unmögliches. Doch in unserer Zeit, wie in jeder Zeit, ist das Unmögliche das Mindeste, was man verlangen kann […].“ 5* nicht, weil Baldwin das Rad neu erfindet, sondern weil das Rad seit 60 Jahren auf eine schmerzliche Art und Weise immer noch dasselbe ist.
Ich habe zu Beginn des Buches den Fehler gemacht, es Abends im Bett zu lesen. Dafür ist es absolut nicht geeignet. Es hat ein sehr schnelles Tempo und wenn man wegen Müdigkeit eine Seite lang abschweift kann sich mal eben der gesamte Kontext geändert haben. Die zweite Hälfte habe ich dann jedoch tagsüber gelesen und ich war äußerst beeindruckt. Wie man in solchen Umständen immer noch einen so friedlichen Ansatz verfolgen kann wie James Baldwin ist bemerkenswert und ich habe mir viele Sätze und Fragen zu der menschlichen Natur markiert.
Nette Lektüre für zwischendurch.
Das Buch beinhaltet zwei Briefe, die Baldwin veröffentlicht hat. Der erste Brief ist relativ kurz und ist an seinen Neffen gerichtet. Emotional hat mich dieser Brief absolut abgeholt und mich zum Thema „racial injustice“ zum Nachdenken gebracht. Absolut lesenswert. Der zweite Brief handelt von Baldwins Erfahrungen in Harlem und das Thema Religion im Zusammenhang mit „racial injustice“ nimmt großen Raum ein. Insgesamt fand ich den zweiten Brief zu lang und die intensive Thamatisierung von Religion und Co hat mir nicht gefallen. Zum Ende hat Baldwin noch einige spannende Aussagen getroffen über die ich mit Sicherheit nachdenken werde.

Beeindruckend und immernoch aktuell
Ich bin mal wieder raus aus meiner Lese-Komfort-Zone und habe mich der Realität gestellt. 'Nach der Flut das Feuer' war mein erstes Werk von James Baldwin, aber ganz sicher nicht mein Letztes. Dieses Essay ist unbequem, brisant und immernoch aktuell. Dieses doch sehr persönliche Büchlein strotzt vor Kraft und hat mich wirklich beeindruckt. Baldwin bringt seine Gedanken in Form zweier Briefe zu Papier. Einen davon richtet er an seinen Neffen. Das macht dieses Essay noch persönlicher. Mit seinen autobiographischen Inhalten bekommt der Leser einen kleinen Blick auf Baldwin als Person. Mich hat sein Schreibstil, aber vor allem der Inhalt sehr beeindruckt. Baldwin wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft, aber auch auf sich selbst. Es geht um Rassismus, aber auch um Religion. Dieses Essay ist nicht in die Jahre gekommen, obwohl es bereits 1963 geschrieben wurde. Mich begleitetet das Büchlein gedanklich immernoch, denn Baldwin legt seinen Finger ordentlich in die Wunde, aber er ist auch sehr versöhnlich. Ich habe zuerst bezweifelt ob dieses Werk als Einstieg in die Literatur von Baldwin geeignet ist, aber ich glaube, es hätte nicht besser sein können. Ich durfte einen kleinen Blick über Baldwins Schulter werfen und habe mich ihm extrem nahe gefühlt. Es gibt nicht genug Worte um dieses Werk zu beschreiben. Ich könnte noch so viel mehr dazu sagen! In diesem Jahr wäre James Baldwin 100 Jahre alt geworden. Ein großartiger Schriftsteller, auf dessen weitere Werke ich jetzt nur um so gespannter bin! Ein Autor der sich ausgiebig mit den Themen Rassismus und Se&ualität beschäftigt hat. Ich kann dieses Essay, aber auch James Baldwin als Person, jedem Bücherfreund wirklich empfehlen!

Rassismus, Ausgrenzung und Übergriffe auf Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft oder Religion sind im Moment wieder aktueller in unseren Köpfen denn je, als am 25. Mai 2020 der 46-jährige Afroamerikaner George Perry Floyd durch seine gewaltsame Festnahme in Minneapolis ums Leben gekommen ist. Dabei sorgte dieser Vorfall nicht nur deswegen für weltweites Aufsehen, weil kurz darauf ein Video von dieser unfassbaren Tat im Internet veröffentlicht wurde, sondern löste auch großflächige Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in den Vereinigten Staaten sowie anderen Teilen der Welt aus. Instagram war voll von schwarzen Vierecken, weil Menschen ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung zum Ausdruck bringen wollten und der Hashtag #blacklivesmatter überflutete nicht nur die gängigen Social-Media-Plattformen, sondern war auch überall auf Plakaten und im TV zu sehen. Dass aber Proteste und Anteilnahme allein nicht reichen, sondern dringend auch die eigene Weiterbildung in Form von Büchern und Dokumentationen erfordern, ist ebenfalls in vielen Köpfen angekommen und dabei hat der dtv Verlag einen wunderbaren Beitrag geleistet, indem dieser das Buch Nach der Flut von James Baldwin für einen kurzen Zeitraum kostenlos als eBook zur Verfügung stellte. Ein Buch, das James Baldwin weltweit berühmt machte und auf das alle zeitgenössischen Bücher zum Thema Rassismus zurückgehen. Rassen sind konstruiert worden, um Menschen zu klassifizieren, zu hierarchisieren und zu unterdrücken. […] Hautfarbe ist keine menschliche oder persönliche Realität; sie ist eine politische Realität. (Seite 11) Nach der Flut enthält neben einem eindringlichen Vor- und Nachwort von Jana Pareigis auch den Brief Mein Kerker bebte, den Baldwin zum hundertsten Jahrestag der Sklavenbefreiung an seinen Neffen adressiert hat. Darin erinnert er den Jungen an die Bedeutung von „race“ in der amerikanischen Gesellschaft und wie die politische Differenzierung Schwarze brutal unterdrückt: Du wurdest geboren, wo Du geboren wurdest, mit Zukunftsaussichten, die Deine Aussichten waren, weil Du schwarz bist – aus keinem anderen Grund. (Seite 30) Und das Thema der Hautfarbe prägt auch den zweiten Aufsatz Vor dem Kreuz. Darin befasst sich der Autor mit seiner Entwicklung in der christlichen Gemeinde und seinem Werdegang eines leidenschaftlichen jungen Pastors, bis hin zu den damit verbundenen Enttäuschungen, die ihn schließlich dazu brachten, sich vollständig von der Kirche zurückzuziehen, weil sie seinem Verständnis von Menschlichkeit nicht nahekam. Dabei prangert er nicht nur die Weißen an, sondern schildert seine eigenen Erfahrungen in Bezug auf Anpassung, Diskriminierung, Zurückweisung und dem Bewusstwerden, an welcher Stelle man in der Welt steht. In Wörtern wie Akzeptanz und Integration liege das Verbrechen. Baldwin schreibt: Die schreckliche Wahrheit ist, mein Junge: Du musst sie akzeptieren. Das ist mein voller Ernst. Du musst sie akzeptieren, und zwar mit Liebe. Eine andere Hoffnung gibt es nicht für diese unschuldigen Menschen. Sie sind noch immer in einer Geschichte gefangen, die sie nicht verstehen; und solange sie die nicht verstehen, können sie auch nicht davon befreit werden. (Seite 31) Doch schreibt er auch für mich? Für uns? Ja, das tut er, auch wenn er eher über mich und uns schreibt. Er ermöglicht uns privilegierten Lesern eine Erfahrung, die weder angenehm noch tröstend ist, in der aber nichts als die Wahrheit steckt.
Diese Stimme hat hohen Wiedererkennungswert. Nachdem Thoreau in Walden die Sinnlichkeit so nieder gemacht hat, war ich ganz beglückt, dass Baldwin dies tatsächlich auch in seinem Essay aufgreift. Und so wie hier, wünsch ich mir überall über Religion zu lesen- mit all der Ambivalenz die dazu gehört. Oben drauf noch Wissenserweiterung: Elijah Muhammad kannte ich vorher nicht.
Leider habe ich nicht die kraftvollen Essays gefunden, die in so vielen Blogs und im Vorwort angekündigt wurden. Ich bin mit Baldwins Stil einfach nicht warm geworden. Die meiste Zeit weiß ich nicht, was er mir sagen will. Oh, die Grundthematik schon, aber mir scheint, dass ein Großteil seiner Botschaft in bildlicher Sprache und zwischen den Zeilen versteckt ist. Und dafür bin ich entweder nicht intelligent oder nicht neurotypisch genug. So bin ich nur verloren durch die beiden Texte geirrt, froh, wenn mal wieder ein Satz daher kam, der einerseits nicht nur Zierde war, andererseits seine Botschaft aber auch offen präsentierte. Ich wünschte, ich würde ihn verstehen. Ich wünschte, ich würde die kraftvollen Botschaften finden, die seit über 50 Jahren so viele Leute bewegen. Aber ich kann es einfach nicht. Mir fehlt einfach zu viel. Zu viel Wissen über das Christentum, auf dessen Zitaten und Geschichten vieles hier fußt, zu viel Wissen über Amerikanische Geschichte über ein paar bloße Schlagworte hinaus, zu viel Wissen um die Lebensrealität Schwarzer Menschen in den 60er Jahren, und zu viel Wissen über Baldwin selbst. Wie er Liebe definiert, zum Beispiel. Etwas, was sich als ein Kernthema bei ihm durchzieht. ‚Die Schwarzen kommen zum Weißen für ein Schreiben ans Gericht, der Weiße kommt zum Schwarzen für Liebe.‘ Das ist eine Stelle die hängen geblieben ist, und die ich absolut nicht verstehe, und bei der ich nicht weiß, ob das an einer versteckten Botschaft oder fehlenden Informationen liegt. Oder, dass er Liebe anders definiert. Anhand des Kontextes um den Satz herum würde ich denken, dass er nicht Armutsprostitution meint? Aber was dann? So zieht es sich durch. Ohne Lektüreschlüssel komm ich da nicht weiter. Es ist, als würde ich plötzlich nicht mehr lesen können. So viele Sätze ergeben für mich keinen Sinn - denn in Anbetracht der Reaktion auf seine Werke, muss ich ja einfach annehmen, dass das nicht nur leere Satzhülsen sind, sondern, dass da eine Bedeutung drin steckt. Nur wo? Und welche?
ich muss gar nicht viel dazu sagen, war das erste was ich von Baldwin gelesen habe, freue mich mega auf seine fiction aber diese zwei Essays sind leider Gottes noch immer super wichtig Eine Diskussion über Race, Religion und Identity mid-20th century Amerika Sehr ehrlich, ohne unnötig tamtam, gleichzeitig toll geschrieben Hier sind ein paar quotes die ich mochte „Angst abzuwehren garantiert nur, dass man eines Tages von ihr besiegt wird; Ängsten muss man sich stellen.“ „Der schleichende und tödliche Sinneswandel, der sich dann vielleicht voll zieht, rührt von der Erkenntnis, dass eine Zivilisation nicht von Bösewichtern zerstört wird; der Mensch braucht nicht böse zu sein, nur rückgratlos.“ „Die Zeit holt Königreiche ein und zermalmt sie, schlägt ihre Zähne in Glaubenssätze und zerfleischt sie; die Zeit entblößt die Fundamente, auf denen ein Königreich fußt (…)“
„Nach der Flut das Feuer“ von James Baldwin ist thematisch gerade wieder sehr aktuell, daher kam ich auch zu diesem Buch. Ich kann es jedem wirklich nur ans Herz legen, denn meiner Meinung nach sollte sich jeder mit dieser Thematik auseinander setzen und ein Bewusstsein dafür bekommen, was Rassismus bedeutet und wie es die Menschen erleben, die betroffen sind. Auch wenn Baldwins Werk älter ist, ist es doch hochaktuell und zeigt, wie grausam und furchtbar die Gesellschaft (auch noch heute!!!) sein kann und das finde ich einfach traurig und es macht mich so so wütend! Denn jeder Mensch ist gleich! Ganz egal welche Hautfarbe er hat, zu welchem Geschlecht er sich hingezogen fühlt oder was er trägt, ob er Kilos zu viel oder zu wenig hat, ob er Lila als Haarfarbe total gern mag oder was auch immer... Wichtig ist das, was den Menschen ausmacht und das sind sicher keine Äußerlichkeiten, denn letztlich zählen die inneren Werte. Viel wichtiger und ausschlaggebender ist doch, wie ein Mensch andere Menschen und Lebewesen im allgemeinen behandelt, wie er mit der Natur umgeht, wie er liebt und in dieser bunten Welt lebt und eben auch leben lässt!
Packend, beeindruckend und erschütternd. Baldwin schreibt einen Brief an seinen Neffen und setzt sich tiefgründig mit Rassismus, Religion und Identität auseinander. Die Tatsache, dass die Geschichte auch heute nichts an Aktualität eingebüsst hat, macht die Lektüre umso beklemmender und zwingender. Empfehlung!
"Solange wir im Westen der Hautfarbe eine solche Bedeutung beimessen, machen wir es der Masse unmöglich, sich nach irgendwelchen anderen Kriterien zusammenzuschließen. Hautfarbe ist keine menschliche oder persönliche Realität; sie ist eine politische Realität. Das allerdings ist eine so extrem schwierige Differenzierung, dass der Westen es noch nicht geschafft hat, sie vorzunehmen." - Buchzitat (S. 111) "Nach der Flut das Feuer" von James Baldwin ist ein Buch, das ich spontan entschlossen hab in der Bibliothek einzupacken, nachdem ich es im Regal entdeckt hab. Es war aber auch höchste Zeit, da ich schon in vielen Büchern auf ihn gestoßen bin und er als einer der Ikonen im Kamp gegen Rassismus ist. Baldwin, auch einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, hat mit diesem Buch ein zeitloses Meisterwerk geschaffen, das Rassismus, schwarze Identität und die Kraft der Versöhnung thematisiert. Das Buch besteht aus zwei Essays: Einem kurzen, der an Baldwins Neffen James gerichtet ist, und einem längeren, der die tief verwurzelten Probleme der amerikanischen Gesellschaft seziert. Baldwin schreibt mit einer Klarheit und Eindringlichkeit, die kaum zu übertreffen ist. Seine Beobachtungen und Überlegungen sind so aktuell wie vor sechzig Jahren und werfen ein grelles Licht auf die anhaltenden Rassismus-Probleme – nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa. Besonders eindrucksvoll ist, wie Baldwin den kollektiven Schmerz der Schwarzen in Amerika beschreibt. Die Grausamkeiten der Vergangenheit und die fortwährende Unterdrückung treffen tief ins Herz. Doch anstatt Rache oder Wut zu propagieren, sieht Baldwin in Liebe und Versöhnung den einzigen Weg zur Heilung. Seine Worte sind ein eindringlicher Appell an uns alle, uns für eine gerechtere und menschlichere Welt einzusetzen. "Nach der Flut das Feuer" ist nicht immer leicht zu lesen, aber schwer zu vergessen. Baldwins kraftvolle Sprache und seine unerschütterliche Hoffnung auf Versöhnung und Verbundenheit trotz den vielen negativen Erlebnissen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und erwecken Hoffnung. Dieses Buch ist ein eindrucksvolles Zeugnis der menschlichen Würde und ein unverzichtbarer Beitrag zur Diskussion über Rassismus und soziale Gerechtigkeit. Ein Muss für jede:n, die/der sich mit diesen wichtigen Themen auseinandersetzen möchte. "Wir tragen Verantwortung für das Leben: Es ist das kleine Signalfeuer in der beängstigenden Dunkelheit, aus der wir kommen und in die wir zurückkehren werden. Diese Reise müssen wir so würdevoll wie möglich unter- nehmen, und zwar um derer willen, die nach uns kommen." - Buchzitat (S. 100/101)
Description
»Baldwins Essays sind wie Brandbomben in Trump-Land.« Georg Diez, ›Der Spiegel‹
James Baldwin war zehn Jahre alt, als er zum ersten Mal Opfer weißer Polizeigewalt wurde. Dreißig Jahre später, 1963, brach ›Nach der Flut das Feuer ‒ The Fire Next Time‹ wie ein Inferno über die amerikanische Gesellschaft herein und wurde sofort zum Bestseller. Baldwin rief dazu auf, dem rassistischen Alptraum, der die Weißen ebenso plage wie die Schwarzen, gemeinsam ein Ende zu machen. Ein Ruf, der heute wieder sein ganzes provokatives Potenzial entlädt: »Die Welt ist nicht länger weiß, und sie wird nie mehr weiß sein.«
Mit einem Vorwort von Jana Pareigis
Book Information
Author Description
James Baldwin, 1924 geboren, ist einer der bedeutendsten US-amerikanischen Schriftsteller. Sein bereits zu Lebzeiten vielfach ausgezeichnetes Werk umfasst Essays, Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke. Er starb 1987 in Südfrankreich.
Posts
In der Regel können Schwarze sich nicht leisten anzunehmen, dass Weißen ihre Menschlichkeit näher ist als ihre Hautfarbe
Ein Essay aus dem Jahr 1963 in dem James Baldwin der weißen amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vorhält und auf ihren Rassismus hinweist. 60 Jahre später hat es nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Lesen!
Zeitlos und wichtig
Wahnsinn wenn man bedenkt das es in den 60ern geschrieben wurde, es könnte auch von letztem Monat sein. Die Blickwinkel, aus denen Baldwin über Rassismus und Diskriminierung schreibt, sind vielseitig und spannend. Seine Sprache wie immer mächtig. Ein interessantes, teils biografisches Werk, in den man stellenweiße die Bezüge oder Geschichten, aus seinen Romanen herausfiltern kann. 4 von 5

"Der Mensch hat es z.b nicht so schrecklich eilig gleich zu sein. -Wie wer oder was eigentlich?- Ist aber zu gern überlegen."
James Baldwin ist und war ein überaus beeindruckender Schriftsteller. Seine Stimme und seine Worte haben auch so viele Jahre später nichts von ihrer Kraft und Intensität eingebüßt. Rassismus (und das generelle Wesen dessen) Diskriminierung, Flucht in die Relegion, Verklärung, Befreiung bzw. der Begriff von Freiheit, und noch vieles vieles mehr bearbeitet Baldwin in einer für mich bisher so nicht vorgefunden Differenziertheit, Präzision und Sprachgewalt, die ihresgleichen sucht. Ich möchte gar nicht so viele Worte verlieren, da ich fürchte Baldwin ohnehin nicht gerecht werden zu können. Ich möchte nur sagen, dass jeder dieses Buch lesen sollte! Es ist ein großes Plädoyer für Menschlichkeit und Gewaltlosigkeit auch und besonders im Hinblick auf die, die nach uns kommen mögen. "Die Liebe nimmt uns Masken ab von denen wir fürchten, dass wir ohne sie nicht leben können und von denen wir wissen, dass wir hinter ihnen nicht leben können."
Das Vorwort von Jana Pareigis bringt es bereits auf den Punkt. Nach der Flut das Feuer von James Baldwin ist fast 60 Jahre alt – und doch brandaktuell. Wenn man sich nicht immer wieder vergegenwärtigt, wie alt diese Essays sind, neigt man schnell dazu, dies zu vergessen. James Baldwin war seiner Zeit voraus. Seine Essays sind kraftvoll, verstörend und doch hoffnungsvoll. Baldwins poetischer Schreibstil fesselt den*die Leser*in an dieses gerade etwa 100 Seiten kurze Werk. Er übt Kritik an Gewalt, gesellschaftlicher Unterdrückung und Rassismus und tut dies auf eine klare, nachdrückliche Art und Weise. Vieles spricht für sich selbst, es aber ein Buch, das ich definitiv noch häufiger lesen muss, um zu verstehen. Jede*r sollte es gelesen haben, jede*r sollte den Antrieb haben, sich weiterzubilden. Die Aktualität des Werkes ist gewaltig und gleichzeitig ein Armutszeugnis. „Wer andere erniedrigt, erniedrigt sich selbst.“ Es wird Zeit, dass auch der*die Letzte das versteht. Sucht Gespräche, weist auf rassistische Handlungsweisen und Sprache hin. Man muss kein*e Aktivist*in sein, um darüber zu sprechen, was richtig und was falsch ist. Mit Baldwins Worten: „Ich weiß, ich verlange Unmögliches. Doch in unserer Zeit, wie in jeder Zeit, ist das Unmögliche das Mindeste, was man verlangen kann […].“ 5* nicht, weil Baldwin das Rad neu erfindet, sondern weil das Rad seit 60 Jahren auf eine schmerzliche Art und Weise immer noch dasselbe ist.
Ich habe zu Beginn des Buches den Fehler gemacht, es Abends im Bett zu lesen. Dafür ist es absolut nicht geeignet. Es hat ein sehr schnelles Tempo und wenn man wegen Müdigkeit eine Seite lang abschweift kann sich mal eben der gesamte Kontext geändert haben. Die zweite Hälfte habe ich dann jedoch tagsüber gelesen und ich war äußerst beeindruckt. Wie man in solchen Umständen immer noch einen so friedlichen Ansatz verfolgen kann wie James Baldwin ist bemerkenswert und ich habe mir viele Sätze und Fragen zu der menschlichen Natur markiert.
Nette Lektüre für zwischendurch.
Das Buch beinhaltet zwei Briefe, die Baldwin veröffentlicht hat. Der erste Brief ist relativ kurz und ist an seinen Neffen gerichtet. Emotional hat mich dieser Brief absolut abgeholt und mich zum Thema „racial injustice“ zum Nachdenken gebracht. Absolut lesenswert. Der zweite Brief handelt von Baldwins Erfahrungen in Harlem und das Thema Religion im Zusammenhang mit „racial injustice“ nimmt großen Raum ein. Insgesamt fand ich den zweiten Brief zu lang und die intensive Thamatisierung von Religion und Co hat mir nicht gefallen. Zum Ende hat Baldwin noch einige spannende Aussagen getroffen über die ich mit Sicherheit nachdenken werde.

Beeindruckend und immernoch aktuell
Ich bin mal wieder raus aus meiner Lese-Komfort-Zone und habe mich der Realität gestellt. 'Nach der Flut das Feuer' war mein erstes Werk von James Baldwin, aber ganz sicher nicht mein Letztes. Dieses Essay ist unbequem, brisant und immernoch aktuell. Dieses doch sehr persönliche Büchlein strotzt vor Kraft und hat mich wirklich beeindruckt. Baldwin bringt seine Gedanken in Form zweier Briefe zu Papier. Einen davon richtet er an seinen Neffen. Das macht dieses Essay noch persönlicher. Mit seinen autobiographischen Inhalten bekommt der Leser einen kleinen Blick auf Baldwin als Person. Mich hat sein Schreibstil, aber vor allem der Inhalt sehr beeindruckt. Baldwin wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft, aber auch auf sich selbst. Es geht um Rassismus, aber auch um Religion. Dieses Essay ist nicht in die Jahre gekommen, obwohl es bereits 1963 geschrieben wurde. Mich begleitetet das Büchlein gedanklich immernoch, denn Baldwin legt seinen Finger ordentlich in die Wunde, aber er ist auch sehr versöhnlich. Ich habe zuerst bezweifelt ob dieses Werk als Einstieg in die Literatur von Baldwin geeignet ist, aber ich glaube, es hätte nicht besser sein können. Ich durfte einen kleinen Blick über Baldwins Schulter werfen und habe mich ihm extrem nahe gefühlt. Es gibt nicht genug Worte um dieses Werk zu beschreiben. Ich könnte noch so viel mehr dazu sagen! In diesem Jahr wäre James Baldwin 100 Jahre alt geworden. Ein großartiger Schriftsteller, auf dessen weitere Werke ich jetzt nur um so gespannter bin! Ein Autor der sich ausgiebig mit den Themen Rassismus und Se&ualität beschäftigt hat. Ich kann dieses Essay, aber auch James Baldwin als Person, jedem Bücherfreund wirklich empfehlen!

Rassismus, Ausgrenzung und Übergriffe auf Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft oder Religion sind im Moment wieder aktueller in unseren Köpfen denn je, als am 25. Mai 2020 der 46-jährige Afroamerikaner George Perry Floyd durch seine gewaltsame Festnahme in Minneapolis ums Leben gekommen ist. Dabei sorgte dieser Vorfall nicht nur deswegen für weltweites Aufsehen, weil kurz darauf ein Video von dieser unfassbaren Tat im Internet veröffentlicht wurde, sondern löste auch großflächige Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in den Vereinigten Staaten sowie anderen Teilen der Welt aus. Instagram war voll von schwarzen Vierecken, weil Menschen ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung zum Ausdruck bringen wollten und der Hashtag #blacklivesmatter überflutete nicht nur die gängigen Social-Media-Plattformen, sondern war auch überall auf Plakaten und im TV zu sehen. Dass aber Proteste und Anteilnahme allein nicht reichen, sondern dringend auch die eigene Weiterbildung in Form von Büchern und Dokumentationen erfordern, ist ebenfalls in vielen Köpfen angekommen und dabei hat der dtv Verlag einen wunderbaren Beitrag geleistet, indem dieser das Buch Nach der Flut von James Baldwin für einen kurzen Zeitraum kostenlos als eBook zur Verfügung stellte. Ein Buch, das James Baldwin weltweit berühmt machte und auf das alle zeitgenössischen Bücher zum Thema Rassismus zurückgehen. Rassen sind konstruiert worden, um Menschen zu klassifizieren, zu hierarchisieren und zu unterdrücken. […] Hautfarbe ist keine menschliche oder persönliche Realität; sie ist eine politische Realität. (Seite 11) Nach der Flut enthält neben einem eindringlichen Vor- und Nachwort von Jana Pareigis auch den Brief Mein Kerker bebte, den Baldwin zum hundertsten Jahrestag der Sklavenbefreiung an seinen Neffen adressiert hat. Darin erinnert er den Jungen an die Bedeutung von „race“ in der amerikanischen Gesellschaft und wie die politische Differenzierung Schwarze brutal unterdrückt: Du wurdest geboren, wo Du geboren wurdest, mit Zukunftsaussichten, die Deine Aussichten waren, weil Du schwarz bist – aus keinem anderen Grund. (Seite 30) Und das Thema der Hautfarbe prägt auch den zweiten Aufsatz Vor dem Kreuz. Darin befasst sich der Autor mit seiner Entwicklung in der christlichen Gemeinde und seinem Werdegang eines leidenschaftlichen jungen Pastors, bis hin zu den damit verbundenen Enttäuschungen, die ihn schließlich dazu brachten, sich vollständig von der Kirche zurückzuziehen, weil sie seinem Verständnis von Menschlichkeit nicht nahekam. Dabei prangert er nicht nur die Weißen an, sondern schildert seine eigenen Erfahrungen in Bezug auf Anpassung, Diskriminierung, Zurückweisung und dem Bewusstwerden, an welcher Stelle man in der Welt steht. In Wörtern wie Akzeptanz und Integration liege das Verbrechen. Baldwin schreibt: Die schreckliche Wahrheit ist, mein Junge: Du musst sie akzeptieren. Das ist mein voller Ernst. Du musst sie akzeptieren, und zwar mit Liebe. Eine andere Hoffnung gibt es nicht für diese unschuldigen Menschen. Sie sind noch immer in einer Geschichte gefangen, die sie nicht verstehen; und solange sie die nicht verstehen, können sie auch nicht davon befreit werden. (Seite 31) Doch schreibt er auch für mich? Für uns? Ja, das tut er, auch wenn er eher über mich und uns schreibt. Er ermöglicht uns privilegierten Lesern eine Erfahrung, die weder angenehm noch tröstend ist, in der aber nichts als die Wahrheit steckt.
Diese Stimme hat hohen Wiedererkennungswert. Nachdem Thoreau in Walden die Sinnlichkeit so nieder gemacht hat, war ich ganz beglückt, dass Baldwin dies tatsächlich auch in seinem Essay aufgreift. Und so wie hier, wünsch ich mir überall über Religion zu lesen- mit all der Ambivalenz die dazu gehört. Oben drauf noch Wissenserweiterung: Elijah Muhammad kannte ich vorher nicht.
Leider habe ich nicht die kraftvollen Essays gefunden, die in so vielen Blogs und im Vorwort angekündigt wurden. Ich bin mit Baldwins Stil einfach nicht warm geworden. Die meiste Zeit weiß ich nicht, was er mir sagen will. Oh, die Grundthematik schon, aber mir scheint, dass ein Großteil seiner Botschaft in bildlicher Sprache und zwischen den Zeilen versteckt ist. Und dafür bin ich entweder nicht intelligent oder nicht neurotypisch genug. So bin ich nur verloren durch die beiden Texte geirrt, froh, wenn mal wieder ein Satz daher kam, der einerseits nicht nur Zierde war, andererseits seine Botschaft aber auch offen präsentierte. Ich wünschte, ich würde ihn verstehen. Ich wünschte, ich würde die kraftvollen Botschaften finden, die seit über 50 Jahren so viele Leute bewegen. Aber ich kann es einfach nicht. Mir fehlt einfach zu viel. Zu viel Wissen über das Christentum, auf dessen Zitaten und Geschichten vieles hier fußt, zu viel Wissen über Amerikanische Geschichte über ein paar bloße Schlagworte hinaus, zu viel Wissen um die Lebensrealität Schwarzer Menschen in den 60er Jahren, und zu viel Wissen über Baldwin selbst. Wie er Liebe definiert, zum Beispiel. Etwas, was sich als ein Kernthema bei ihm durchzieht. ‚Die Schwarzen kommen zum Weißen für ein Schreiben ans Gericht, der Weiße kommt zum Schwarzen für Liebe.‘ Das ist eine Stelle die hängen geblieben ist, und die ich absolut nicht verstehe, und bei der ich nicht weiß, ob das an einer versteckten Botschaft oder fehlenden Informationen liegt. Oder, dass er Liebe anders definiert. Anhand des Kontextes um den Satz herum würde ich denken, dass er nicht Armutsprostitution meint? Aber was dann? So zieht es sich durch. Ohne Lektüreschlüssel komm ich da nicht weiter. Es ist, als würde ich plötzlich nicht mehr lesen können. So viele Sätze ergeben für mich keinen Sinn - denn in Anbetracht der Reaktion auf seine Werke, muss ich ja einfach annehmen, dass das nicht nur leere Satzhülsen sind, sondern, dass da eine Bedeutung drin steckt. Nur wo? Und welche?
ich muss gar nicht viel dazu sagen, war das erste was ich von Baldwin gelesen habe, freue mich mega auf seine fiction aber diese zwei Essays sind leider Gottes noch immer super wichtig Eine Diskussion über Race, Religion und Identity mid-20th century Amerika Sehr ehrlich, ohne unnötig tamtam, gleichzeitig toll geschrieben Hier sind ein paar quotes die ich mochte „Angst abzuwehren garantiert nur, dass man eines Tages von ihr besiegt wird; Ängsten muss man sich stellen.“ „Der schleichende und tödliche Sinneswandel, der sich dann vielleicht voll zieht, rührt von der Erkenntnis, dass eine Zivilisation nicht von Bösewichtern zerstört wird; der Mensch braucht nicht böse zu sein, nur rückgratlos.“ „Die Zeit holt Königreiche ein und zermalmt sie, schlägt ihre Zähne in Glaubenssätze und zerfleischt sie; die Zeit entblößt die Fundamente, auf denen ein Königreich fußt (…)“
„Nach der Flut das Feuer“ von James Baldwin ist thematisch gerade wieder sehr aktuell, daher kam ich auch zu diesem Buch. Ich kann es jedem wirklich nur ans Herz legen, denn meiner Meinung nach sollte sich jeder mit dieser Thematik auseinander setzen und ein Bewusstsein dafür bekommen, was Rassismus bedeutet und wie es die Menschen erleben, die betroffen sind. Auch wenn Baldwins Werk älter ist, ist es doch hochaktuell und zeigt, wie grausam und furchtbar die Gesellschaft (auch noch heute!!!) sein kann und das finde ich einfach traurig und es macht mich so so wütend! Denn jeder Mensch ist gleich! Ganz egal welche Hautfarbe er hat, zu welchem Geschlecht er sich hingezogen fühlt oder was er trägt, ob er Kilos zu viel oder zu wenig hat, ob er Lila als Haarfarbe total gern mag oder was auch immer... Wichtig ist das, was den Menschen ausmacht und das sind sicher keine Äußerlichkeiten, denn letztlich zählen die inneren Werte. Viel wichtiger und ausschlaggebender ist doch, wie ein Mensch andere Menschen und Lebewesen im allgemeinen behandelt, wie er mit der Natur umgeht, wie er liebt und in dieser bunten Welt lebt und eben auch leben lässt!
Packend, beeindruckend und erschütternd. Baldwin schreibt einen Brief an seinen Neffen und setzt sich tiefgründig mit Rassismus, Religion und Identität auseinander. Die Tatsache, dass die Geschichte auch heute nichts an Aktualität eingebüsst hat, macht die Lektüre umso beklemmender und zwingender. Empfehlung!
"Solange wir im Westen der Hautfarbe eine solche Bedeutung beimessen, machen wir es der Masse unmöglich, sich nach irgendwelchen anderen Kriterien zusammenzuschließen. Hautfarbe ist keine menschliche oder persönliche Realität; sie ist eine politische Realität. Das allerdings ist eine so extrem schwierige Differenzierung, dass der Westen es noch nicht geschafft hat, sie vorzunehmen." - Buchzitat (S. 111) "Nach der Flut das Feuer" von James Baldwin ist ein Buch, das ich spontan entschlossen hab in der Bibliothek einzupacken, nachdem ich es im Regal entdeckt hab. Es war aber auch höchste Zeit, da ich schon in vielen Büchern auf ihn gestoßen bin und er als einer der Ikonen im Kamp gegen Rassismus ist. Baldwin, auch einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, hat mit diesem Buch ein zeitloses Meisterwerk geschaffen, das Rassismus, schwarze Identität und die Kraft der Versöhnung thematisiert. Das Buch besteht aus zwei Essays: Einem kurzen, der an Baldwins Neffen James gerichtet ist, und einem längeren, der die tief verwurzelten Probleme der amerikanischen Gesellschaft seziert. Baldwin schreibt mit einer Klarheit und Eindringlichkeit, die kaum zu übertreffen ist. Seine Beobachtungen und Überlegungen sind so aktuell wie vor sechzig Jahren und werfen ein grelles Licht auf die anhaltenden Rassismus-Probleme – nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa. Besonders eindrucksvoll ist, wie Baldwin den kollektiven Schmerz der Schwarzen in Amerika beschreibt. Die Grausamkeiten der Vergangenheit und die fortwährende Unterdrückung treffen tief ins Herz. Doch anstatt Rache oder Wut zu propagieren, sieht Baldwin in Liebe und Versöhnung den einzigen Weg zur Heilung. Seine Worte sind ein eindringlicher Appell an uns alle, uns für eine gerechtere und menschlichere Welt einzusetzen. "Nach der Flut das Feuer" ist nicht immer leicht zu lesen, aber schwer zu vergessen. Baldwins kraftvolle Sprache und seine unerschütterliche Hoffnung auf Versöhnung und Verbundenheit trotz den vielen negativen Erlebnissen hinterlassen einen bleibenden Eindruck und erwecken Hoffnung. Dieses Buch ist ein eindrucksvolles Zeugnis der menschlichen Würde und ein unverzichtbarer Beitrag zur Diskussion über Rassismus und soziale Gerechtigkeit. Ein Muss für jede:n, die/der sich mit diesen wichtigen Themen auseinandersetzen möchte. "Wir tragen Verantwortung für das Leben: Es ist das kleine Signalfeuer in der beängstigenden Dunkelheit, aus der wir kommen und in die wir zurückkehren werden. Diese Reise müssen wir so würdevoll wie möglich unter- nehmen, und zwar um derer willen, die nach uns kommen." - Buchzitat (S. 100/101)






































