Mit den Jahren
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Description
Ein mitreißender wie nachdenklich stimmender Roman über die Fragen, die mit den Jahren immer drängender werden
Jettes Großmutter hat mal gesagt, es gebe »zwei Sorten von Menschen auf der Welt: die, die zu zweit sind, und die, die allein sind«. Im Roman prallen sie aufeinander: Jette hat sich mit Anfang 40 in ihrem kinderlosen Singleleben eingerichtet und hält sich mit prekären Jobs über Wasser. Eva und Lukas hingegen sind seit zwanzig Jahren ein Paar, sie haben zwei kleine Kinder, eine Eigentumswohnung, und Berufe, die sie ausfüllen.
Als Jette auf das Leben der beiden stößt, beginnt sie ihre eigenen Entscheidungen in Frage zu stellen. Aber auch Lukas und Eva zweifeln mit den Jahren zunehmend am eigenen Lebensentwurf – ob ein anderer besser passt, wird sich herausstellen.
»Ein Buch mit vielen Untertönen. Behutsam, sensibel, und bei all dem auch sehr unterhaltsam.« Martina Hefter
»Aus kleinen Momentaufnahmen setzt Janna Steenfatt drei ganze Leben zusammen und hält uns einen Spiegel vor. Was wir in diesem Roman erkennen, ist uns vertraut: die Sehnsucht, alles möge sich ändern. Oder doch so bleiben.« Mareike Fallwickl
Book Information
Author Description
Janna Steenfatt, geboren 1982 in Hamburg, hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert. Ihr Debütroman »Die Überflüssigkeit der Dinge« erschien 2020 und war für den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals nominiert. Sie erhielt zahlreiche Aufenthaltsstipendien und war 2025 Finalistin beim Alfred-Döblin-Preis. Steenfatt lebt und arbeitet als freie Autorin in Leipzig.
Posts
Dieses Buch lag über ein Jahr auf meinem SUB und desto länger es da lag, desto mehr dachte ich es würde mir nicht gefallen (Warum eigentlich?). Auch die anderen READO Bewertungen konnten mich nicht wirklich motivieren. Umso überraschter war ich als ich das Buch angefangen habe zu lesen und innerhalb kürzester Zeit durchhatte. „Mit den Jahren“ von Janna Steenfatt ist tolle und unterhaltsame Gegenwartsliteratur. In der Geschichte geht es um drei Protagonisten und ihr Alltags- und Innenleben. Wer also abseits der alltäglichen Herausforderungen und Gedanken einen spannungsgetriebenen Plot sucht, ist hier aus meiner Sicht falsch. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass das Leben in all seiner Komplexität gezeichnet wird, niemand ist nur „gut“ oder „böse“ und dahingehend, dass auch die familiären Verhältnisse beschrieben werden, kann man die Handlungen und Gedanken der Hauptfiguren immer besser nachvollziehen. Lest ihr gerne Bücher über das alltägliche Leben oder sucht ihr eher außergewöhnliche Geschichten aus?

Hat mich SO SEHR aufgeregt
✨Rezensionsexemplar✨ Zwischendurch zieht es mich immer mal zu Büchern hin, die ich selbst als bisher eher „unbekannt“ empfinde. Heute stelle ich Euch so ein Buch vor, es ist für mich auch das erste aus der Feder der Autorin. ✨Zitate „Sie hatte das Gefühl, die Welt nur noch unter Wasser zu ertragen.“ „… setzte sich im Dunkeln an den Küchentisch und dachte an die Anfänge. Weil man immer an die Anfänge dachte, wenn etwas zu Ende ging.“ ✨Inhalt Jette ist kinderloser Single. Lukas und Eva sind schon ewig verheiratet und haben zwei Kinder. Was passiert, wenn diese unterschiedlichen Lebensentwürfe aufeinandertreffen? ✨Meinung Diese Geschichte hat mich vor eine große Herausforderung gestellt, als es darum ging, mein Fazit dazu zu ziehen. Grundsätzlich lese ich sehr gern Bücher, die mitten aus dem Alltag heraus, Geschichten erzählen. Wir lernen alle drei Protagonisten durch ihre eigenen POVs näher kennen. Diese einzelnen, auch übrigens angenehm kurzen Kapitel, waren für mich sehr interessant geschrieben. Überhaupt ist der Schreibstil top. Ich habe viel viel mehr Zitate notieren können und kann zumindest einige Gedankengänge der Charaktere auch nachvollziehen. Jettes Aufwachsen ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben und nahe gegangen. Ab jetzt muss ich mich etwas „seltsam“ äußern, da ich nichts spoilern möchte (Ihr kennt es schon): Wie die Welten dann aufeinander prallen, war leider absolut nicht meins, dazu möchte ich mich auch nicht belesen und meine Sympathie für einige Figuren hat direkt massive Einbußen kassiert. Kurz vor der Hälfte gibt es dann einen massiven Turn der Events, die Spannung wird unerträglich und es war richtig heftig für mich, inklusive kaum atmen können. Was daraus wird und auch später das Ende sind für mich aber eher weird, um mich mal vorsichtig auszudrücken. Unterschiedliche Lebensentwürfe sind immer spannend und ich lese gern darüber. Es ist auch okay, sich für 5 min zu überlegen, was gewesen wäre, wenn. Das ist mehr als menschlich und überhaupt gilt, dass niemand perfekt ist. Ich mochte es, dass die Charaktere nicht schwarz/weiß gezeichnet waren. Aber, wenn Kinder involviert sind, dann fällt es mir ehrlich gesagt sehr sehr schwer, gewisse Erwachsene und deren Verhaltensweisen und Überlegungen auch nur zu tolerieren. ✨Fazit Es war eine schnelle und durchaus sogar spannende Geschichte. Schließlich ist es ja immer noch ein Gegenwartsroman und kein Thriller (deshalb klinge ich evtl. etwas zu überrascht angesichts der gebotenen Spannung 😅😅). Aber es war dennoch definitiv nicht meine Geschichte und ich hatte zum Teil große Probleme mit dem Verhalten der Akteure. Bewertet wird natürlich aber in erster Linie das Buch an sich und der gute Schreibstil und Spannungsbogen haben ein solides Endergebnis sichergestellt. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️

"Konnte man Zeit finden, wenn man danach suchte? Und durfte man sie sich dann nehmen, sodass man sie letztendlich doch besaß?" Das sind Fragen die sich Eva stellt, wenn sie sich eine Auszeit von ihren Kindern nimmt. Natürlich mit schlechtem Gewissen. So wie ihr auch ein schlechtes Gewissen von Menschen gemacht wird, die sie fragen, wie sie das denn machen könnte, auf Klassenfahrt fahren und ihre Kinder bei ihrem Mann lassen. Ein Mann wird sowas nicht gefragt. Auch ihr Mann, Lukas wird das nicht gefragt und auch sie selbst erduldet es seit Jahren, dass er als Künstler auch mal die Nächte durcharbeitet, oder abends noch in die Kneipe muss, als Ausgleich. Und das er es auch schon mal vergisst, die Kinder vom Kindergarten abzuholen. Dann ist da noch Jette, die ihre Lebenssituation ständig hinterfragt und immernoch die Kommentare der längst verstorbenen Oma im Ohr hat. Als Jette Lukas kennenlernt geht sie das erste mal eine Beziehung mit einem Mann ein. Ich fand es unheimlich spannend den dreien in ihrem Leben und Denken nahe sein zu können. Wie ein heimlicher Spion, der beobachtet, aber auch in die dunkelsten Gedanken mit eingeweiht zu werden, wie eine gute Freundin. Eva, wenn sie sich etwas ungeheuerliches vorstellt, die Familie einfach mal allein zu lassen, obwohl man nicht krank ist. Oder Lukas, der Tiere malt, weil er sich vor Menschen fürchtet, das behauptet zumindest seine Frau. Und schließlich noch Jette, die eigentlich Henriette heißt und nicht nur ihren Namen, sondern auch ihren Körper kleiner halten soll. Ich habe diesen Roman mit seiner feinen Ironie, der klaren Sprache und der Kritik des männlichen Narrativs sehr gerne gelesen.
Ein toller Beziehungsroman einer komplizierten Dreiecks Konstellation mit interessantem Twist.
Dieses Buch zieht einen schnell in den Bann. Ich konnte recht schnell mit den ProtagonistInnen „relaten“ und mich in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Unter anderem, weil die Autorin gekonnt aus den jeweiligen Sichten der drei Hauptfiguren schreibt. Diese wären: Eva, Tochter einer Arbeiterklassen Familie aus der ehemaligen DDR, welche heute selbst Mutter zweier Kinder ist, und aufgrund ihrer weiblichen Prägung schwer gegen eine Erschöpfungsdepression ankämpft. Der Vater ihrer zwei Kinder und Ehemann ist Lukas. Er ist der Erstgeborene einer strengen, konservativen Akademiker Familie, welcher trotz, oder eben wegen dieser Prägung, Künstler geworden ist. Während Eva sich pflichtbewusst um die Kinder kümmert, genießt er doch auch gerne fröhliche Kneipen Abende und nimmt es mit dem Establishment und der Verantwortung nicht ganz so streng. Und dann wäre da noch Henriette, genannt Jette, welche Lukas in der Kneipe kennenlernt. Sie ist Autorin, arbeitet in einer Videothek, Single und (aufgrund Ihrer vermeintlichen, sexuellen Orientierung) bewusst kinderlos. Alle drei bringen ihre Päckchen und Erfahrungen aus ihren Familien & Vergangenheiten mit und zeitgleich stehen alle drei vor der Frage, wo sie im Leben stehen und wohin sie wollen. Sind sie glücklich? „Eigentlich, sagte Jette, ist Glück letzten Endes doch nichts als die Abwesenheit von Unglück. Eva nickte.“ (S.327) Mit der Affäre zwischen Lukas und Jette beginnt ein sehr interessantes, verstricktes Beziehungsgeflecht der dreien. Durch einen besonderen Vorfall lernen sich irgendwann auch Eva und Jette kennen und - Achtung Spoiler - die Geschichte der dreien verstrickt sich in ein ungewöhnliches Menage a trois. Ich mochte den Roman, weil er so realitätsnah begann und ich wollte wissen, wie sich die Geschichte mit diesen unterschiedliche Figuren & Sehnsüchten entwickeln würde. Allerdings ging mir ab einem gewissen Punkt, diese „realitätsnahe Glaubwürdigkeit“ der Story etwas verloren. Es wirkte auf mich etwas zu fiktiv und „zu gewollt“. Im letzten Drittel überschlugen sich dann die Ereignisse und Beziehungen für meinen Geschmack zu sehr, sodass es sich für mich nicht mehr stimmig las. Deswegen einen kleinen Abzug in meiner Bewertung. Dennoch ein gelungener, spannender Beziehungsroman!

Fühlen, wahrnehmen, anerkennen, wertschätzen 🧡❤️🩵
Eva und Lukas führen mit ihren beiden Kindern ein klassisches Familienleben - zumindest von außen betrachtet. Als Lehrerin und Künstler unterscheidet sich ihr beruflicher Alltag jedoch erheblich. Und *mit den Jahren* finden Unterschiede und Kontraste auch einen Weg in das Privatleben der beiden. Jette ist Single, einsam und steht auf Frauen - eigentlich. Denn als sie Lukas immer wieder in der gemeinsamen Stammkneipe über den Weg läuft, kommt sie ihm bald näher als erwartet. Alle drei sind irgendwie unzufrieden mit der aktuellen Situation und begeben sich auf dünnes Eis, bis der Zufall oder das Schicksal (wer weiß das schon so genau) ihr Leben komplett durcheinander bringt. ❤️🩵🧡 Wie gelingt es, sich als Paar nach 20 Jahren Beziehung und zwei gemeinsamen Kindern noch so zu lieben und zu schätzen, wie am ersten Tag? Warum schauen sich Menschen immer nach etwas Besserem um? Woher kommt die Frage an sich selbst, wie ein alternatives Leben ausgesehen hätte? Will man das, wonach man sich sehnt, immer noch genauso sehr, wenn man es schließlich bekommt? Ich habe diese Fragen geliebt, die Janna Steenfatt während des gesamten Romans immer wieder einfließen lässt. Eva, Lukas und Jette stoßen auf diese Fragen und müssen Antworten finden und irgendwie stellen wir uns doch alle im Laufe unseres Lebens hin und wieder ähnliche Fragen. Von außen betrachtet war für mich alles ganz klar. Ist es dann im eigenen Leben nicht auch? Die Autorin schafft es mit einer angenehmen und lebensnahen Sprache, die tiefen inneren Zerwürfnisse der drei Figuren aufzuzeigen. Das Seelenleben lag so offen dar, dass wir es als Lesende förmlich greifen konnten - das Verlangen, die Hintergründe, die Träume und Ängste. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass die beiden eigentlich so wunderbar zusammen passen, gerade wegen der Kontraste. Und schließlich ist es Jette, die die besten Seiten von Eva und Lukas wieder zurück ans Licht holt, sodass sie einander endlich wieder sehen können. Sehen im Sinne von fühlen, wahrnehmen, anerkennen, wertschätzen. Es passiert ansonsten nicht wahnsinnig viel auf den 352 Seiten, aber es war genau meins. So viele Emotionen, so viel Sehnsucht und Schmerz - so viel reflektieren, überdenken, resignieren und neu beginnen. Große Empfehlung für alle, die das Ergründen lieben!

In dem Roman 'Mit den Jahren' von Janna Steenfatt geht es um drei Menschen die durch ihre Unzufriedenheit mit ihrem momentanen Leben auf eine prekäre Dreiecksbeziehung zusteuern. Lukas ist Künstler und hat mit seiner Frau Eva zwei entzückende Kinder und im Grunde verläuft ihr Leben in angenehm 'normalen' Bahnen. Aber ist das wirklich alles, ist es das was einen erfüllt und glücklich macht? Lukas nimmt sich immer öfter eine Auszeit aus dem Familienleben und verbringt lange Abende alkoholisiert in Bars. Dort lernt er Jette kennen und die führt ein ganz anderes Leben. Singel, frei und ungebunden, selbstbestimmt. Es entspinnt sich das was nicht passieren sollte. Als dann noch Lukas Ehefrau Eva anfängt auszubrechen ist das Beziehungschaos perfekt. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen und empfand den Schreibstil als angenehm. Die Erzählung an sich konnte mich allerdings nicht so ganz für sich gewinnen. Ich kann gar nicht wirklich sagen was mich gestört hat...Es hat mich einfach nicht gepackt und ich habe mich dabei erwischt das ich einiges überflogen habe. Da die Sprache aber wirklich angenehm ist und ich schon einige begeisterte Stimmen zu dem Buch gelesen habe, empfehle ich das sich hier jeder seine eigene Meinung bilden sollte.

Eine Menage à trois etwas anders
Ich dachte eine ganze Zeit lang: ' Puh, wieder so eine deprimierende Beziehungsgeschichte' Ein bisschen zu viel Alkohol und schon landet MANN bei Singlefrau, während FRAU zuhause die Kinder hütet. Nach und nach entpuppt sich die Geschichte aber also viel vielschichtiger. Lukas und Eva, miteinander verheiratet, zwei Kinder, mitten im Leben, aber festgefahren in ihren Alltagen. Jette, alleinlebend, jobbt in einer Videothek, bisher in Beziehungen mit Frauen, schreibt bzw. versucht es. Irgendwie gelangt Jette in das Leben von Lukas und Eva. Dabei rüttelt etwas in ihnen wach, das vorher im Verborgenen schien. Auch die suchende Jette scheint etwas in sich selbst zu finden. Janna Steenfatt schreibt unaufgeregt aber doch so, dass ich immer weiterlesen möchte. Anfangs kann ich mich mit keiner der Figuren identifizieren, teilweise fällt es mir bisweilen sogar schwer, ihr Handeln nachzuvollziehen. Eva wirkt auf mich notorisch unzufrieden und depressiv, Jette naiv und adoleszent und Lukas ist der verkannte Künstler, der nicht erwachsen werden will. Allen dreien tue ich Unrecht, denn es ist einfach das Leben das mit ihnen passiert. Das Leben, das eben nicht geradlinig und vorhersehbar passiert. Das Leben, dass nicht immer das Glück bereithält, das es doch anfangs so verheißungsvoll dargeboten hat. Immer mehr verstehe ich vor allem Eva. Ich verstehe den Ausbruch aus der Beziehung und den Wunsch nach etwas Neuem. Ein wenig mehr Prickeln, ein wenig mehr Neugier, ein wenig mehr Spannung. Ich fühle so sehr mit, weil mir die Krise nur allzu vertraut ist. Die Krise genauso, wie die positive Wendung. 'Mit den Jahren' ist eine Hommage an das Leben, an jede Beziehungskrise, an die Hürden des Alltags. Das Dreiergespann zeigt Wege, nicht daran zu zerbrechen.
Was hält eine Ehe aus?
. Ein Roman über eine zufälligen Begegnung und eine Liebe, die leise vergeht… Ein Roman, so unberechenbar wie das Leben selbst… unvollkommen und manchmal überraschend. „Mit den Jahren“ entführt auf eine Reise hinter die glänzende Fassade des öffentlichen Lebens dreier Menschen und legt frei, was sonst verborgen bleibt. Unterhaltsam erzählt und doch blieb zwischen mir und den Protagonisten eine spürbare Distanz. 3/5 ⭐️ . Worum geht es genau… Jette, kinderloser Single hat sich mit Anfang 40 ihr Leben so eingerichtet, dass es passt. Eva und Lukas, seit 20 Jahren ein Paar mit zwei Kinder und scheinbar perfektem Leben. Alle drei stecken irgendwie fest und dies wird ihnen erst richtig deutlich als ihre Leben aufeinanderprallen. . In „Mit den Jahren“ begleiten wir die drei Protagonisten als Ich-Erzähler durch das Geschehen. Ihre Stimmen sind nah, beinahe schonungslos offen! Ihre Ecken und Kanten treten deutlich hervor, ihr Innenleben wird weit vor uns ausgebreitet. Und doch wollte sich bei mir keine wirkliche Sympathie einstellen. Wenn überhaupt, war mir Eva zwischenzeitlich noch am nächsten. Die Figuren wirken authentisch, ihr Handeln ist nachvollziehbar, wenn auch nicht immer klug oder förderlich für ihr eigenes Glück. . Der Roman zeichnet ein ehrliches Bild davon, was geschieht, wenn nach Jahren der Ehe und des Zusammenlebens Gewissheiten ins Wanken geraten und sich leise, aber eindringlich die Frage einschleicht: „Will ich das alles noch?“ . Eva und Lukas scheinen auf den ersten Blick in einer ganz anderen Lebensrealität zu stehen als Jette und doch verbindet sie mehr, als es zunächst den Anschein hat. Zweifel, Unruhe und der Wunsch nach Veränderung durchziehen ihre Gedanken gleichermaßen. Es ist durchaus reizvoll, ihren Perspektiven zu folgen, doch vermochten mich ihre inneren Monologe nicht wirklich zu fesseln. Zwar sorgen vereinzelte Wendungen für Momente der Überraschung, doch wirkt das Ende letztlich zu vorhersehbar, zu konstruiert. Die möglichen Erkenntnisse, die diese Figuren aus ihrem Erleben hätten ziehen können, bleiben seltsam blass. Große Fragen werden gestellt… die Antworten darauf erscheinen jedoch eher flüchtig als tiefgründig. . Was mich hingegen durch die Seiten getragen hat, ist Stennfatts Schreibstil… flüssig, zugänglich und stellenweise von einem feinen, auflockernden Humor durchzogen, der dem Roman eine angenehme Leichtigkeit verleiht. . Und dennoch blieb mir der Zugang zu den Figuren letztlich verwehrt. Nach dem Klappentext hatte ich mir mehr erhofft als eine Variation der klassischen Midlife- und Ehekrise. Die Anlage der Geschichte und das Potenzial ihrer Charaktere hätten, so scheint es mir, noch deutlich weiter ausgeschöpft werden können. . Nichtsdestotrotz habe ich es nicht bereut diesen Roman gelesen zu haben.

Leider enttäuschend
Okay. Dieses Buch hat mich überrascht. Nicht im positiven Sinne. Ich hatte einen Klappentext und eine Leseprobe, meine Erwartungen waren hoch. Ein sehr guter Schreibstil. Eine sympathische Autorin und dennoch war der Roman weit weg von meiner Erwartung. Ich hatte echt richtig bock auf dieses Buch. Es spielt in Leipzig und Berlin. Hatte direkt bei Leipzig alte Heimatgefühle. Der Inhalt vielversprechend. Leider hatte der Roman nicht die erwartete Tiefe. Wir lernen Lukas und Eva kennen. Ein ungleiches Paar mit Kindern. Er Künstler, wild, umtrieben, spontan. Eva Lehrerin und Mutter. Als Frau wahrgenommen fühlt sie sich schon lange nicht. Und dann wäre da noch Jette, fast 40 und frei. Kinderlos, zwanglos und irgendwie noch nicht angekommen. Das Paar ist schon lange nicht mehr glücklich, vegetiert vor sich hin und lässt den Alltag die gewohnte Bahn laufen. Während Eva in Ihrem Leben mehr zwanghaft drinhängt, gönnt sich Lukas gern Freiheiten. Er kommt spät oder meist erst in der Früh nach Hause, die Kinder sind wenig verpflichtend für ihn. Seine Kreativität muss fließen können und das geht nur so. Bei seinen all abendliche Ausschweifungen in Kellerclubs und Kneipen lernt er Jette kennen. Anfänglich ein One-Night-Stand. Sie mag Frauen, genießt aber dennoch den Sex mit Lukas. Das Buch ist was die Sexpassagen angeht, sehr ausführlich, falls das jemand nicht mag. Es ist direkt und offen formuliert. Die Story hat mir am Anfang echt gut gefallen, aber das letzte Drittel hat mich echt rausgehauen. Man hofft bis dahin auf etwas mehr tiefe, echte und tiefgründige Dialoge. Auf das endlich verbale Ausbrechen des Paares, auf mehr Echtheit. Ich wurde leider im letzten Drittel enttäuscht. Meine persönliche Meinung. Lukas nervt mich einfach. So oberflächlich und so unnütz als Partner und Charakter. Eva, der gefallene Schwan und Jette, die Gönnerin. Das Ende war einfach gar nichts für mich. Was echt schade ist, denn die Autorin hat, wie bereits erwähnt einen sehr guten Schreibstil, aber die Story hat sich für mich verloren und leider enttäuscht zurückgelassen.
Janna Steenfatt stellt in ihrem Buch "Mit den Jahren" drei Personen in den Mittelpunkt des Geschehens: Eva, die immer mehr an ihrer Ehe zweifelt, ihren Mann Lukas, der als Künstler lieber die Zeit im Atelier als mit seiner Familie verbringt und Jette, die bisher nicht wirklich viel in ihrem Leben erreicht hat und eine Affäre mit Lukas beginnt. Streng genommen ist das die komplette Story. Hier und da nimmt die Geschichte mal eine Abzweigung oder schmückt sie mit Details aus, aber im Großen und Ganzen dreht sich der komplette Plot um diese Dreiecksgeschichte. Bis ungefähr zu seiner Hälfte hat das Buch mich noch ganz gut unterhalten. Der Schreibstil ist angenehm direkt und schnörkellos und man arbeitet kontinuierlich auf die eine Frage hinaus: Trennung, oder an der Ehe arbeiten? Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die komplette Entwicklung an einem Punkt in der Geschichte stehen blieb. Alle Charaktere wirkten auf mich nervig und in ihren Handlungen zum Großteil nicht nachvollziehbar. Teilweise benahmen sich Personen mit Ende Dreißig / Anfang Vierzig wie unreflektierte Kinder. Da half es auch nicht, dass die Autorin versucht, dem Leser noch einmal eine ganz neue Perspektive auf Lukas und Eva zu geben, indem die jeweilige Beziehung zu den Eltern in den Fokus rückt. Etwa 100 Seiten vor dem Ende des Buchs habe ich tatsächlich überlegt die Lektüre abzubrechen, weil ich die Message, die bei mir angekommen ist, fürchterlich fand: Den Partner zu betrügen ist in Ordnung und Probleme werden einfach totgeschwiegen, anstatt an ihnen zu arbeiten. Das Buch hat am Ende 2,5 Sterne von 5 von mir bekommen, da ich es bis ca. zur Hälfte ganz gern gelesen habe. Die zweite Hälfte und vor allem das Ende konnten mich dann aber leider überhaupt nicht überzeugen.
Drei unterschiedliche Leben prallen aufeinander. Jette, 40 jähriger Dauersingle, angehende Autorin, jobbt in der Videothek und das Ehepaar Eva und Lukas, sie Lehrerin und er Künstler mit zwei Kindern, einer Eigentumswohnung, seit 20 Jahren zusammen. Mir hat die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere sehr gut gefallen, ebenso die Momentaufnahmen, individuellen Rückblicke und das Aufeinandertreffen der Drei. Leider hat mich das Ende nicht abgeholt.
Leider nur ein Naja ...
In "Mit den Jahren" von Janna Steenfatt wurde ich persönlich ein wenig enttäuscht. Die ersten 170 Seiten des Buches zogen sich für mich hin, und ich war mehrmals versucht, das Lesen abzubrechen, da mich die Handlung einfach nicht fesseln konnte. Es gab spannende Momente die eine packende Handlung eingeleitet hätten, wie etwa als Jette Leo zu Eva brachte oder als Lukas unangekündigt in Jettes Wohnung auftauchte, während Eva ebenfalls dort war. In diesen Augenblicken hoffte ich, dass das Buch endlich an Spannung gewinnen würde und diese auch halten würde. Leider erwiesen sich diese Momente nur als kurzlebige Höhepunkte, und die Handlung flachte danach entweder ab oder endete abrupt. Persönlich hätte ich es bevorzugt, wenn das Buch mehr Fokus auf die Dynamik zwischen den drei Hauptfiguren gelegt hätte, insbesondere nachdem sie sich am Ende des Buches arrangiert hatten. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie sich ihr neues Lebensarrangement entwickelt und ob es tatsächlich ein guter Neuanfang für sie ist oder nicht – oder irgendwas dazwischen.
Jette ist Single und hat sich in einem Leben mit Gelegenheitsjobs eingerichtet. Eines Abends trifft sie in einer Kneipe auf Lukas und beginnt eine Affäre mit ihm – und das, obwohl sie doch bisher nur an Frauen interessiert war. Lukas ist Künstler, in einer Schaffenskrise und eigentlich mit Eva verheiratet, mit der er zwei gemeinsame Kinder hat. Die ist zwar mit ihrem Beruf als Lehrerin ganz zufrieden, fragt sich aber im Privaten, ob das Leben mit ihrem Ehemann noch das ist, was sie sich einmal darunter vorgestellt hat. „Mit den Jahren“ ist der zweite Roman der Autorin Janna Steenfatt. Die Handlung springt stets zwischen den Perspektiven der drei Charaktere Jette, Eva und Lukas hin und her – mal erleben wir sie einzeln, mal in den verschiedensten Kombinationen. Lange Zeit wird hauptsächlich der Alltag der drei szenenhaft wiedergegeben: Jettes Verhältnis mit Lukas und ihre Arbeit in der Videothek, Lukas Ringen mit seinem neusten Gemälde und seine Versuche, sich in die eigene Familie einzufinden sowie Evas wachsende Frustration mit seiner ständigen Abwesenheit. An einem gewissen Punkt geschieht plötzlich alles auf einmal: Eva bricht aus der Familiensituation aus und trifft nur durch Zufall auf Jette, die ihr sofort sympathisch ist. Es scheint beinahe so, als hätten alle Beteiligten die Plätze getauscht. Lukas ist nun viel stärker in die Betreuung seiner Kinder eingebunden, Eva führt zum ersten Mal seit vielen Jahren so etwas wie ein Singleleben und Jette kann nun mehr Zeit mit Lukas verbringen. Aber ist es das, was alle drei tatsächlich wollen? Janna Steenfatt ist ein interessantes Porträt dreier Menschen gelungen, die zur gleichen Zeit Zweifel bekommen, ob das von ihnen gewählte Leben noch zu ihnen passt. Von Beginn an ist klar, dass sich hier ein Beziehungsdreieck entwickeln wird und ich muss zugeben, ich hätte mir das Dreieck als Linie gewünscht. Nicht, weil ich spießig bin, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass zwei Personen ohne die dritte vielleicht glücklicher wären – was gleichzeitig auch bedeutet, dass ich einen anderen Schluss für den Roman vorgezogen hätte.
Wendung des Lebens Wertschätzung des Lebens, dessen Höhen und Tiefen. Die unausweichlichen Hürden, die jegliche Beziehung in ihrem Lebenskreis durchgeht. Dies sind ein paar der im Roman aufgegriffenen Themen. Eva, Jette und Lukas sind solche Protagonisten, die einem zeigen, dass nicht alles so in seinen gewohnten Trott weiterhin verbleiben und voranschreiten muss. Wäre es besser wenn wir wissen würden, was unsere Entscheidungen für einen Einfluss auf unser Leben hätten? Würde dies uns vom Weg abbringen? Der Autorin gelingt es die Eigenheiten der Protagonisten, die zu Beginn noch liebenswürdig waren und mit voranschreitenden Jahren zu einer regelrechte Abneigung sich entwickeln, ohne großen Plott dafür mit unglaublich reichhaltigen und klar formulierten Dialogen darzustellen. Auch legt es die Frust dar, bei ständigen Diskussionen und wie sich dieser immer mehr zu einer Welle des Unmutes aufbaut - bis dann die Grenze erreicht und alles überschwemmt wird mit den Jahren an angestautem Frust. Auch ist es sehr wichtig zu betonen, dass in diesem Roman ein stetiger Wechsel der Perspektive der Protagonisten- Jette, Eva und Lukas- vorkommt, der den Leser stets mit seiner Abwechslung dazu verleitet weiterzulesen. Ein Großteil des Buches findet sich der Leser im alltäglichen Leben der Protagonisten wieder, was meiner Meinung nach dem Roman das Leben einhaucht, da die Themen doch sehr authentisch sind. Der Wendepunkt des Romans basiert auf dem Ausbruch Evas aus ihrer Familiensituation und ihrer folgenden Bekanntschaft mit Jette. Diese Veränderung im Alltag bewirkt etwas mit den Figuren. Doch die Frage ist sind alle mit den Veränderungen zufrieden und möchten sie so in ihrem Leben voranschreiten? Der Roman ist exzellent in der Darstellung der Zweifel, die die Romanfiguren sowie viele Menschen in der heutigen Gesellschaft haben. Denn ist der Weg den sie zu Beginn mit Freuden beschritten haben noch immer der, den sie weiterhin verfolgen möchten? Der Roman ist sehr lesenswert. Auch weil ich die Darstellung der Sehnsüchte und Verunsicherungen von Menschen mittleren Alters persönlich in solch einer Form selten gern gelesen habe.
Im Roman „Mit den Jahren“ von Janna Steenfatt begegnen wir den drei Personen: Jette, die als Single in einer Videothek arbeitet, Eva, einer Gymnasiallehrerin, und ihrem Ehemann Lukas, der als Maler tätig ist. Eva und Lukas sind seit vielen Jahren zusammen und haben zwei kleine Kinder. Doch Eva fühlt sich in ihrer Ehe zunehmend unwohl und beginnt, ihre Lebenssituation zu hinterfragen. Jette trifft Lukas in einer Kneipe und obwohl sie bisher nur an Frauen interessiert war, beginnen die beiden eine Affäre. Als Jette schließlich auch auf Eva trifft, beginnt auch sie, ihre Lebensweise in Frage zu stellen. Das Buch hat mich zunächst durch sein Cover angesprochen. Darauf sind drei Menschen abgebildet, die wie in einem Gemälde dargestellt sind und vermutlich die Hauptprotagonisten zeigen. Sie alle sehen traurig aus, schauen in unterschiedliche Richtungen und vermitteln so einen ersten Eindruck ihrer inneren Gefühlswelt. Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven von Jette, Eva und Lukas erzählt. Besonders gefallen hat mir dabei, wie gut ich mich in jede einzelne Person hineinversetzen konnte. Die Authentizität der Charaktere macht es leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Sie wirken echt und nahbar, und ihre Gedanken und Gefühle sind sehr nachvollziehbar geschildert. Ein Highlight für mich war, dass die Handlung in Leipzig spielt. Viele der beschriebenen Orte und Plätze kenne ich selbst, wodurch ich mich noch besser in die Geschichte hineinversetzen konnte. Obwohl die Story eher ruhig verläuft, schafft es der wunderschöne Schreibstil von Janna Steenfatt, die Spannung bis zum Schluss zu halten, sodass die Erzählung nie langweilig wird. „Mit den Jahren“ ist ein einfühlsam geschriebenes Buch, das die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen mit großer Feinfühligkeit beleuchtet.
Description
Ein mitreißender wie nachdenklich stimmender Roman über die Fragen, die mit den Jahren immer drängender werden
Jettes Großmutter hat mal gesagt, es gebe »zwei Sorten von Menschen auf der Welt: die, die zu zweit sind, und die, die allein sind«. Im Roman prallen sie aufeinander: Jette hat sich mit Anfang 40 in ihrem kinderlosen Singleleben eingerichtet und hält sich mit prekären Jobs über Wasser. Eva und Lukas hingegen sind seit zwanzig Jahren ein Paar, sie haben zwei kleine Kinder, eine Eigentumswohnung, und Berufe, die sie ausfüllen.
Als Jette auf das Leben der beiden stößt, beginnt sie ihre eigenen Entscheidungen in Frage zu stellen. Aber auch Lukas und Eva zweifeln mit den Jahren zunehmend am eigenen Lebensentwurf – ob ein anderer besser passt, wird sich herausstellen.
»Ein Buch mit vielen Untertönen. Behutsam, sensibel, und bei all dem auch sehr unterhaltsam.« Martina Hefter
»Aus kleinen Momentaufnahmen setzt Janna Steenfatt drei ganze Leben zusammen und hält uns einen Spiegel vor. Was wir in diesem Roman erkennen, ist uns vertraut: die Sehnsucht, alles möge sich ändern. Oder doch so bleiben.« Mareike Fallwickl
Book Information
Author Description
Janna Steenfatt, geboren 1982 in Hamburg, hat am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert. Ihr Debütroman »Die Überflüssigkeit der Dinge« erschien 2020 und war für den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals nominiert. Sie erhielt zahlreiche Aufenthaltsstipendien und war 2025 Finalistin beim Alfred-Döblin-Preis. Steenfatt lebt und arbeitet als freie Autorin in Leipzig.
Posts
Dieses Buch lag über ein Jahr auf meinem SUB und desto länger es da lag, desto mehr dachte ich es würde mir nicht gefallen (Warum eigentlich?). Auch die anderen READO Bewertungen konnten mich nicht wirklich motivieren. Umso überraschter war ich als ich das Buch angefangen habe zu lesen und innerhalb kürzester Zeit durchhatte. „Mit den Jahren“ von Janna Steenfatt ist tolle und unterhaltsame Gegenwartsliteratur. In der Geschichte geht es um drei Protagonisten und ihr Alltags- und Innenleben. Wer also abseits der alltäglichen Herausforderungen und Gedanken einen spannungsgetriebenen Plot sucht, ist hier aus meiner Sicht falsch. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass das Leben in all seiner Komplexität gezeichnet wird, niemand ist nur „gut“ oder „böse“ und dahingehend, dass auch die familiären Verhältnisse beschrieben werden, kann man die Handlungen und Gedanken der Hauptfiguren immer besser nachvollziehen. Lest ihr gerne Bücher über das alltägliche Leben oder sucht ihr eher außergewöhnliche Geschichten aus?

Hat mich SO SEHR aufgeregt
✨Rezensionsexemplar✨ Zwischendurch zieht es mich immer mal zu Büchern hin, die ich selbst als bisher eher „unbekannt“ empfinde. Heute stelle ich Euch so ein Buch vor, es ist für mich auch das erste aus der Feder der Autorin. ✨Zitate „Sie hatte das Gefühl, die Welt nur noch unter Wasser zu ertragen.“ „… setzte sich im Dunkeln an den Küchentisch und dachte an die Anfänge. Weil man immer an die Anfänge dachte, wenn etwas zu Ende ging.“ ✨Inhalt Jette ist kinderloser Single. Lukas und Eva sind schon ewig verheiratet und haben zwei Kinder. Was passiert, wenn diese unterschiedlichen Lebensentwürfe aufeinandertreffen? ✨Meinung Diese Geschichte hat mich vor eine große Herausforderung gestellt, als es darum ging, mein Fazit dazu zu ziehen. Grundsätzlich lese ich sehr gern Bücher, die mitten aus dem Alltag heraus, Geschichten erzählen. Wir lernen alle drei Protagonisten durch ihre eigenen POVs näher kennen. Diese einzelnen, auch übrigens angenehm kurzen Kapitel, waren für mich sehr interessant geschrieben. Überhaupt ist der Schreibstil top. Ich habe viel viel mehr Zitate notieren können und kann zumindest einige Gedankengänge der Charaktere auch nachvollziehen. Jettes Aufwachsen ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben und nahe gegangen. Ab jetzt muss ich mich etwas „seltsam“ äußern, da ich nichts spoilern möchte (Ihr kennt es schon): Wie die Welten dann aufeinander prallen, war leider absolut nicht meins, dazu möchte ich mich auch nicht belesen und meine Sympathie für einige Figuren hat direkt massive Einbußen kassiert. Kurz vor der Hälfte gibt es dann einen massiven Turn der Events, die Spannung wird unerträglich und es war richtig heftig für mich, inklusive kaum atmen können. Was daraus wird und auch später das Ende sind für mich aber eher weird, um mich mal vorsichtig auszudrücken. Unterschiedliche Lebensentwürfe sind immer spannend und ich lese gern darüber. Es ist auch okay, sich für 5 min zu überlegen, was gewesen wäre, wenn. Das ist mehr als menschlich und überhaupt gilt, dass niemand perfekt ist. Ich mochte es, dass die Charaktere nicht schwarz/weiß gezeichnet waren. Aber, wenn Kinder involviert sind, dann fällt es mir ehrlich gesagt sehr sehr schwer, gewisse Erwachsene und deren Verhaltensweisen und Überlegungen auch nur zu tolerieren. ✨Fazit Es war eine schnelle und durchaus sogar spannende Geschichte. Schließlich ist es ja immer noch ein Gegenwartsroman und kein Thriller (deshalb klinge ich evtl. etwas zu überrascht angesichts der gebotenen Spannung 😅😅). Aber es war dennoch definitiv nicht meine Geschichte und ich hatte zum Teil große Probleme mit dem Verhalten der Akteure. Bewertet wird natürlich aber in erster Linie das Buch an sich und der gute Schreibstil und Spannungsbogen haben ein solides Endergebnis sichergestellt. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️

"Konnte man Zeit finden, wenn man danach suchte? Und durfte man sie sich dann nehmen, sodass man sie letztendlich doch besaß?" Das sind Fragen die sich Eva stellt, wenn sie sich eine Auszeit von ihren Kindern nimmt. Natürlich mit schlechtem Gewissen. So wie ihr auch ein schlechtes Gewissen von Menschen gemacht wird, die sie fragen, wie sie das denn machen könnte, auf Klassenfahrt fahren und ihre Kinder bei ihrem Mann lassen. Ein Mann wird sowas nicht gefragt. Auch ihr Mann, Lukas wird das nicht gefragt und auch sie selbst erduldet es seit Jahren, dass er als Künstler auch mal die Nächte durcharbeitet, oder abends noch in die Kneipe muss, als Ausgleich. Und das er es auch schon mal vergisst, die Kinder vom Kindergarten abzuholen. Dann ist da noch Jette, die ihre Lebenssituation ständig hinterfragt und immernoch die Kommentare der längst verstorbenen Oma im Ohr hat. Als Jette Lukas kennenlernt geht sie das erste mal eine Beziehung mit einem Mann ein. Ich fand es unheimlich spannend den dreien in ihrem Leben und Denken nahe sein zu können. Wie ein heimlicher Spion, der beobachtet, aber auch in die dunkelsten Gedanken mit eingeweiht zu werden, wie eine gute Freundin. Eva, wenn sie sich etwas ungeheuerliches vorstellt, die Familie einfach mal allein zu lassen, obwohl man nicht krank ist. Oder Lukas, der Tiere malt, weil er sich vor Menschen fürchtet, das behauptet zumindest seine Frau. Und schließlich noch Jette, die eigentlich Henriette heißt und nicht nur ihren Namen, sondern auch ihren Körper kleiner halten soll. Ich habe diesen Roman mit seiner feinen Ironie, der klaren Sprache und der Kritik des männlichen Narrativs sehr gerne gelesen.
Ein toller Beziehungsroman einer komplizierten Dreiecks Konstellation mit interessantem Twist.
Dieses Buch zieht einen schnell in den Bann. Ich konnte recht schnell mit den ProtagonistInnen „relaten“ und mich in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Unter anderem, weil die Autorin gekonnt aus den jeweiligen Sichten der drei Hauptfiguren schreibt. Diese wären: Eva, Tochter einer Arbeiterklassen Familie aus der ehemaligen DDR, welche heute selbst Mutter zweier Kinder ist, und aufgrund ihrer weiblichen Prägung schwer gegen eine Erschöpfungsdepression ankämpft. Der Vater ihrer zwei Kinder und Ehemann ist Lukas. Er ist der Erstgeborene einer strengen, konservativen Akademiker Familie, welcher trotz, oder eben wegen dieser Prägung, Künstler geworden ist. Während Eva sich pflichtbewusst um die Kinder kümmert, genießt er doch auch gerne fröhliche Kneipen Abende und nimmt es mit dem Establishment und der Verantwortung nicht ganz so streng. Und dann wäre da noch Henriette, genannt Jette, welche Lukas in der Kneipe kennenlernt. Sie ist Autorin, arbeitet in einer Videothek, Single und (aufgrund Ihrer vermeintlichen, sexuellen Orientierung) bewusst kinderlos. Alle drei bringen ihre Päckchen und Erfahrungen aus ihren Familien & Vergangenheiten mit und zeitgleich stehen alle drei vor der Frage, wo sie im Leben stehen und wohin sie wollen. Sind sie glücklich? „Eigentlich, sagte Jette, ist Glück letzten Endes doch nichts als die Abwesenheit von Unglück. Eva nickte.“ (S.327) Mit der Affäre zwischen Lukas und Jette beginnt ein sehr interessantes, verstricktes Beziehungsgeflecht der dreien. Durch einen besonderen Vorfall lernen sich irgendwann auch Eva und Jette kennen und - Achtung Spoiler - die Geschichte der dreien verstrickt sich in ein ungewöhnliches Menage a trois. Ich mochte den Roman, weil er so realitätsnah begann und ich wollte wissen, wie sich die Geschichte mit diesen unterschiedliche Figuren & Sehnsüchten entwickeln würde. Allerdings ging mir ab einem gewissen Punkt, diese „realitätsnahe Glaubwürdigkeit“ der Story etwas verloren. Es wirkte auf mich etwas zu fiktiv und „zu gewollt“. Im letzten Drittel überschlugen sich dann die Ereignisse und Beziehungen für meinen Geschmack zu sehr, sodass es sich für mich nicht mehr stimmig las. Deswegen einen kleinen Abzug in meiner Bewertung. Dennoch ein gelungener, spannender Beziehungsroman!

Fühlen, wahrnehmen, anerkennen, wertschätzen 🧡❤️🩵
Eva und Lukas führen mit ihren beiden Kindern ein klassisches Familienleben - zumindest von außen betrachtet. Als Lehrerin und Künstler unterscheidet sich ihr beruflicher Alltag jedoch erheblich. Und *mit den Jahren* finden Unterschiede und Kontraste auch einen Weg in das Privatleben der beiden. Jette ist Single, einsam und steht auf Frauen - eigentlich. Denn als sie Lukas immer wieder in der gemeinsamen Stammkneipe über den Weg läuft, kommt sie ihm bald näher als erwartet. Alle drei sind irgendwie unzufrieden mit der aktuellen Situation und begeben sich auf dünnes Eis, bis der Zufall oder das Schicksal (wer weiß das schon so genau) ihr Leben komplett durcheinander bringt. ❤️🩵🧡 Wie gelingt es, sich als Paar nach 20 Jahren Beziehung und zwei gemeinsamen Kindern noch so zu lieben und zu schätzen, wie am ersten Tag? Warum schauen sich Menschen immer nach etwas Besserem um? Woher kommt die Frage an sich selbst, wie ein alternatives Leben ausgesehen hätte? Will man das, wonach man sich sehnt, immer noch genauso sehr, wenn man es schließlich bekommt? Ich habe diese Fragen geliebt, die Janna Steenfatt während des gesamten Romans immer wieder einfließen lässt. Eva, Lukas und Jette stoßen auf diese Fragen und müssen Antworten finden und irgendwie stellen wir uns doch alle im Laufe unseres Lebens hin und wieder ähnliche Fragen. Von außen betrachtet war für mich alles ganz klar. Ist es dann im eigenen Leben nicht auch? Die Autorin schafft es mit einer angenehmen und lebensnahen Sprache, die tiefen inneren Zerwürfnisse der drei Figuren aufzuzeigen. Das Seelenleben lag so offen dar, dass wir es als Lesende förmlich greifen konnten - das Verlangen, die Hintergründe, die Träume und Ängste. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass die beiden eigentlich so wunderbar zusammen passen, gerade wegen der Kontraste. Und schließlich ist es Jette, die die besten Seiten von Eva und Lukas wieder zurück ans Licht holt, sodass sie einander endlich wieder sehen können. Sehen im Sinne von fühlen, wahrnehmen, anerkennen, wertschätzen. Es passiert ansonsten nicht wahnsinnig viel auf den 352 Seiten, aber es war genau meins. So viele Emotionen, so viel Sehnsucht und Schmerz - so viel reflektieren, überdenken, resignieren und neu beginnen. Große Empfehlung für alle, die das Ergründen lieben!

In dem Roman 'Mit den Jahren' von Janna Steenfatt geht es um drei Menschen die durch ihre Unzufriedenheit mit ihrem momentanen Leben auf eine prekäre Dreiecksbeziehung zusteuern. Lukas ist Künstler und hat mit seiner Frau Eva zwei entzückende Kinder und im Grunde verläuft ihr Leben in angenehm 'normalen' Bahnen. Aber ist das wirklich alles, ist es das was einen erfüllt und glücklich macht? Lukas nimmt sich immer öfter eine Auszeit aus dem Familienleben und verbringt lange Abende alkoholisiert in Bars. Dort lernt er Jette kennen und die führt ein ganz anderes Leben. Singel, frei und ungebunden, selbstbestimmt. Es entspinnt sich das was nicht passieren sollte. Als dann noch Lukas Ehefrau Eva anfängt auszubrechen ist das Beziehungschaos perfekt. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen und empfand den Schreibstil als angenehm. Die Erzählung an sich konnte mich allerdings nicht so ganz für sich gewinnen. Ich kann gar nicht wirklich sagen was mich gestört hat...Es hat mich einfach nicht gepackt und ich habe mich dabei erwischt das ich einiges überflogen habe. Da die Sprache aber wirklich angenehm ist und ich schon einige begeisterte Stimmen zu dem Buch gelesen habe, empfehle ich das sich hier jeder seine eigene Meinung bilden sollte.

Eine Menage à trois etwas anders
Ich dachte eine ganze Zeit lang: ' Puh, wieder so eine deprimierende Beziehungsgeschichte' Ein bisschen zu viel Alkohol und schon landet MANN bei Singlefrau, während FRAU zuhause die Kinder hütet. Nach und nach entpuppt sich die Geschichte aber also viel vielschichtiger. Lukas und Eva, miteinander verheiratet, zwei Kinder, mitten im Leben, aber festgefahren in ihren Alltagen. Jette, alleinlebend, jobbt in einer Videothek, bisher in Beziehungen mit Frauen, schreibt bzw. versucht es. Irgendwie gelangt Jette in das Leben von Lukas und Eva. Dabei rüttelt etwas in ihnen wach, das vorher im Verborgenen schien. Auch die suchende Jette scheint etwas in sich selbst zu finden. Janna Steenfatt schreibt unaufgeregt aber doch so, dass ich immer weiterlesen möchte. Anfangs kann ich mich mit keiner der Figuren identifizieren, teilweise fällt es mir bisweilen sogar schwer, ihr Handeln nachzuvollziehen. Eva wirkt auf mich notorisch unzufrieden und depressiv, Jette naiv und adoleszent und Lukas ist der verkannte Künstler, der nicht erwachsen werden will. Allen dreien tue ich Unrecht, denn es ist einfach das Leben das mit ihnen passiert. Das Leben, das eben nicht geradlinig und vorhersehbar passiert. Das Leben, dass nicht immer das Glück bereithält, das es doch anfangs so verheißungsvoll dargeboten hat. Immer mehr verstehe ich vor allem Eva. Ich verstehe den Ausbruch aus der Beziehung und den Wunsch nach etwas Neuem. Ein wenig mehr Prickeln, ein wenig mehr Neugier, ein wenig mehr Spannung. Ich fühle so sehr mit, weil mir die Krise nur allzu vertraut ist. Die Krise genauso, wie die positive Wendung. 'Mit den Jahren' ist eine Hommage an das Leben, an jede Beziehungskrise, an die Hürden des Alltags. Das Dreiergespann zeigt Wege, nicht daran zu zerbrechen.
Was hält eine Ehe aus?
. Ein Roman über eine zufälligen Begegnung und eine Liebe, die leise vergeht… Ein Roman, so unberechenbar wie das Leben selbst… unvollkommen und manchmal überraschend. „Mit den Jahren“ entführt auf eine Reise hinter die glänzende Fassade des öffentlichen Lebens dreier Menschen und legt frei, was sonst verborgen bleibt. Unterhaltsam erzählt und doch blieb zwischen mir und den Protagonisten eine spürbare Distanz. 3/5 ⭐️ . Worum geht es genau… Jette, kinderloser Single hat sich mit Anfang 40 ihr Leben so eingerichtet, dass es passt. Eva und Lukas, seit 20 Jahren ein Paar mit zwei Kinder und scheinbar perfektem Leben. Alle drei stecken irgendwie fest und dies wird ihnen erst richtig deutlich als ihre Leben aufeinanderprallen. . In „Mit den Jahren“ begleiten wir die drei Protagonisten als Ich-Erzähler durch das Geschehen. Ihre Stimmen sind nah, beinahe schonungslos offen! Ihre Ecken und Kanten treten deutlich hervor, ihr Innenleben wird weit vor uns ausgebreitet. Und doch wollte sich bei mir keine wirkliche Sympathie einstellen. Wenn überhaupt, war mir Eva zwischenzeitlich noch am nächsten. Die Figuren wirken authentisch, ihr Handeln ist nachvollziehbar, wenn auch nicht immer klug oder förderlich für ihr eigenes Glück. . Der Roman zeichnet ein ehrliches Bild davon, was geschieht, wenn nach Jahren der Ehe und des Zusammenlebens Gewissheiten ins Wanken geraten und sich leise, aber eindringlich die Frage einschleicht: „Will ich das alles noch?“ . Eva und Lukas scheinen auf den ersten Blick in einer ganz anderen Lebensrealität zu stehen als Jette und doch verbindet sie mehr, als es zunächst den Anschein hat. Zweifel, Unruhe und der Wunsch nach Veränderung durchziehen ihre Gedanken gleichermaßen. Es ist durchaus reizvoll, ihren Perspektiven zu folgen, doch vermochten mich ihre inneren Monologe nicht wirklich zu fesseln. Zwar sorgen vereinzelte Wendungen für Momente der Überraschung, doch wirkt das Ende letztlich zu vorhersehbar, zu konstruiert. Die möglichen Erkenntnisse, die diese Figuren aus ihrem Erleben hätten ziehen können, bleiben seltsam blass. Große Fragen werden gestellt… die Antworten darauf erscheinen jedoch eher flüchtig als tiefgründig. . Was mich hingegen durch die Seiten getragen hat, ist Stennfatts Schreibstil… flüssig, zugänglich und stellenweise von einem feinen, auflockernden Humor durchzogen, der dem Roman eine angenehme Leichtigkeit verleiht. . Und dennoch blieb mir der Zugang zu den Figuren letztlich verwehrt. Nach dem Klappentext hatte ich mir mehr erhofft als eine Variation der klassischen Midlife- und Ehekrise. Die Anlage der Geschichte und das Potenzial ihrer Charaktere hätten, so scheint es mir, noch deutlich weiter ausgeschöpft werden können. . Nichtsdestotrotz habe ich es nicht bereut diesen Roman gelesen zu haben.

Leider enttäuschend
Okay. Dieses Buch hat mich überrascht. Nicht im positiven Sinne. Ich hatte einen Klappentext und eine Leseprobe, meine Erwartungen waren hoch. Ein sehr guter Schreibstil. Eine sympathische Autorin und dennoch war der Roman weit weg von meiner Erwartung. Ich hatte echt richtig bock auf dieses Buch. Es spielt in Leipzig und Berlin. Hatte direkt bei Leipzig alte Heimatgefühle. Der Inhalt vielversprechend. Leider hatte der Roman nicht die erwartete Tiefe. Wir lernen Lukas und Eva kennen. Ein ungleiches Paar mit Kindern. Er Künstler, wild, umtrieben, spontan. Eva Lehrerin und Mutter. Als Frau wahrgenommen fühlt sie sich schon lange nicht. Und dann wäre da noch Jette, fast 40 und frei. Kinderlos, zwanglos und irgendwie noch nicht angekommen. Das Paar ist schon lange nicht mehr glücklich, vegetiert vor sich hin und lässt den Alltag die gewohnte Bahn laufen. Während Eva in Ihrem Leben mehr zwanghaft drinhängt, gönnt sich Lukas gern Freiheiten. Er kommt spät oder meist erst in der Früh nach Hause, die Kinder sind wenig verpflichtend für ihn. Seine Kreativität muss fließen können und das geht nur so. Bei seinen all abendliche Ausschweifungen in Kellerclubs und Kneipen lernt er Jette kennen. Anfänglich ein One-Night-Stand. Sie mag Frauen, genießt aber dennoch den Sex mit Lukas. Das Buch ist was die Sexpassagen angeht, sehr ausführlich, falls das jemand nicht mag. Es ist direkt und offen formuliert. Die Story hat mir am Anfang echt gut gefallen, aber das letzte Drittel hat mich echt rausgehauen. Man hofft bis dahin auf etwas mehr tiefe, echte und tiefgründige Dialoge. Auf das endlich verbale Ausbrechen des Paares, auf mehr Echtheit. Ich wurde leider im letzten Drittel enttäuscht. Meine persönliche Meinung. Lukas nervt mich einfach. So oberflächlich und so unnütz als Partner und Charakter. Eva, der gefallene Schwan und Jette, die Gönnerin. Das Ende war einfach gar nichts für mich. Was echt schade ist, denn die Autorin hat, wie bereits erwähnt einen sehr guten Schreibstil, aber die Story hat sich für mich verloren und leider enttäuscht zurückgelassen.
Janna Steenfatt stellt in ihrem Buch "Mit den Jahren" drei Personen in den Mittelpunkt des Geschehens: Eva, die immer mehr an ihrer Ehe zweifelt, ihren Mann Lukas, der als Künstler lieber die Zeit im Atelier als mit seiner Familie verbringt und Jette, die bisher nicht wirklich viel in ihrem Leben erreicht hat und eine Affäre mit Lukas beginnt. Streng genommen ist das die komplette Story. Hier und da nimmt die Geschichte mal eine Abzweigung oder schmückt sie mit Details aus, aber im Großen und Ganzen dreht sich der komplette Plot um diese Dreiecksgeschichte. Bis ungefähr zu seiner Hälfte hat das Buch mich noch ganz gut unterhalten. Der Schreibstil ist angenehm direkt und schnörkellos und man arbeitet kontinuierlich auf die eine Frage hinaus: Trennung, oder an der Ehe arbeiten? Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die komplette Entwicklung an einem Punkt in der Geschichte stehen blieb. Alle Charaktere wirkten auf mich nervig und in ihren Handlungen zum Großteil nicht nachvollziehbar. Teilweise benahmen sich Personen mit Ende Dreißig / Anfang Vierzig wie unreflektierte Kinder. Da half es auch nicht, dass die Autorin versucht, dem Leser noch einmal eine ganz neue Perspektive auf Lukas und Eva zu geben, indem die jeweilige Beziehung zu den Eltern in den Fokus rückt. Etwa 100 Seiten vor dem Ende des Buchs habe ich tatsächlich überlegt die Lektüre abzubrechen, weil ich die Message, die bei mir angekommen ist, fürchterlich fand: Den Partner zu betrügen ist in Ordnung und Probleme werden einfach totgeschwiegen, anstatt an ihnen zu arbeiten. Das Buch hat am Ende 2,5 Sterne von 5 von mir bekommen, da ich es bis ca. zur Hälfte ganz gern gelesen habe. Die zweite Hälfte und vor allem das Ende konnten mich dann aber leider überhaupt nicht überzeugen.
Drei unterschiedliche Leben prallen aufeinander. Jette, 40 jähriger Dauersingle, angehende Autorin, jobbt in der Videothek und das Ehepaar Eva und Lukas, sie Lehrerin und er Künstler mit zwei Kindern, einer Eigentumswohnung, seit 20 Jahren zusammen. Mir hat die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere sehr gut gefallen, ebenso die Momentaufnahmen, individuellen Rückblicke und das Aufeinandertreffen der Drei. Leider hat mich das Ende nicht abgeholt.
Leider nur ein Naja ...
In "Mit den Jahren" von Janna Steenfatt wurde ich persönlich ein wenig enttäuscht. Die ersten 170 Seiten des Buches zogen sich für mich hin, und ich war mehrmals versucht, das Lesen abzubrechen, da mich die Handlung einfach nicht fesseln konnte. Es gab spannende Momente die eine packende Handlung eingeleitet hätten, wie etwa als Jette Leo zu Eva brachte oder als Lukas unangekündigt in Jettes Wohnung auftauchte, während Eva ebenfalls dort war. In diesen Augenblicken hoffte ich, dass das Buch endlich an Spannung gewinnen würde und diese auch halten würde. Leider erwiesen sich diese Momente nur als kurzlebige Höhepunkte, und die Handlung flachte danach entweder ab oder endete abrupt. Persönlich hätte ich es bevorzugt, wenn das Buch mehr Fokus auf die Dynamik zwischen den drei Hauptfiguren gelegt hätte, insbesondere nachdem sie sich am Ende des Buches arrangiert hatten. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie sich ihr neues Lebensarrangement entwickelt und ob es tatsächlich ein guter Neuanfang für sie ist oder nicht – oder irgendwas dazwischen.
Jette ist Single und hat sich in einem Leben mit Gelegenheitsjobs eingerichtet. Eines Abends trifft sie in einer Kneipe auf Lukas und beginnt eine Affäre mit ihm – und das, obwohl sie doch bisher nur an Frauen interessiert war. Lukas ist Künstler, in einer Schaffenskrise und eigentlich mit Eva verheiratet, mit der er zwei gemeinsame Kinder hat. Die ist zwar mit ihrem Beruf als Lehrerin ganz zufrieden, fragt sich aber im Privaten, ob das Leben mit ihrem Ehemann noch das ist, was sie sich einmal darunter vorgestellt hat. „Mit den Jahren“ ist der zweite Roman der Autorin Janna Steenfatt. Die Handlung springt stets zwischen den Perspektiven der drei Charaktere Jette, Eva und Lukas hin und her – mal erleben wir sie einzeln, mal in den verschiedensten Kombinationen. Lange Zeit wird hauptsächlich der Alltag der drei szenenhaft wiedergegeben: Jettes Verhältnis mit Lukas und ihre Arbeit in der Videothek, Lukas Ringen mit seinem neusten Gemälde und seine Versuche, sich in die eigene Familie einzufinden sowie Evas wachsende Frustration mit seiner ständigen Abwesenheit. An einem gewissen Punkt geschieht plötzlich alles auf einmal: Eva bricht aus der Familiensituation aus und trifft nur durch Zufall auf Jette, die ihr sofort sympathisch ist. Es scheint beinahe so, als hätten alle Beteiligten die Plätze getauscht. Lukas ist nun viel stärker in die Betreuung seiner Kinder eingebunden, Eva führt zum ersten Mal seit vielen Jahren so etwas wie ein Singleleben und Jette kann nun mehr Zeit mit Lukas verbringen. Aber ist es das, was alle drei tatsächlich wollen? Janna Steenfatt ist ein interessantes Porträt dreier Menschen gelungen, die zur gleichen Zeit Zweifel bekommen, ob das von ihnen gewählte Leben noch zu ihnen passt. Von Beginn an ist klar, dass sich hier ein Beziehungsdreieck entwickeln wird und ich muss zugeben, ich hätte mir das Dreieck als Linie gewünscht. Nicht, weil ich spießig bin, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass zwei Personen ohne die dritte vielleicht glücklicher wären – was gleichzeitig auch bedeutet, dass ich einen anderen Schluss für den Roman vorgezogen hätte.
Wendung des Lebens Wertschätzung des Lebens, dessen Höhen und Tiefen. Die unausweichlichen Hürden, die jegliche Beziehung in ihrem Lebenskreis durchgeht. Dies sind ein paar der im Roman aufgegriffenen Themen. Eva, Jette und Lukas sind solche Protagonisten, die einem zeigen, dass nicht alles so in seinen gewohnten Trott weiterhin verbleiben und voranschreiten muss. Wäre es besser wenn wir wissen würden, was unsere Entscheidungen für einen Einfluss auf unser Leben hätten? Würde dies uns vom Weg abbringen? Der Autorin gelingt es die Eigenheiten der Protagonisten, die zu Beginn noch liebenswürdig waren und mit voranschreitenden Jahren zu einer regelrechte Abneigung sich entwickeln, ohne großen Plott dafür mit unglaublich reichhaltigen und klar formulierten Dialogen darzustellen. Auch legt es die Frust dar, bei ständigen Diskussionen und wie sich dieser immer mehr zu einer Welle des Unmutes aufbaut - bis dann die Grenze erreicht und alles überschwemmt wird mit den Jahren an angestautem Frust. Auch ist es sehr wichtig zu betonen, dass in diesem Roman ein stetiger Wechsel der Perspektive der Protagonisten- Jette, Eva und Lukas- vorkommt, der den Leser stets mit seiner Abwechslung dazu verleitet weiterzulesen. Ein Großteil des Buches findet sich der Leser im alltäglichen Leben der Protagonisten wieder, was meiner Meinung nach dem Roman das Leben einhaucht, da die Themen doch sehr authentisch sind. Der Wendepunkt des Romans basiert auf dem Ausbruch Evas aus ihrer Familiensituation und ihrer folgenden Bekanntschaft mit Jette. Diese Veränderung im Alltag bewirkt etwas mit den Figuren. Doch die Frage ist sind alle mit den Veränderungen zufrieden und möchten sie so in ihrem Leben voranschreiten? Der Roman ist exzellent in der Darstellung der Zweifel, die die Romanfiguren sowie viele Menschen in der heutigen Gesellschaft haben. Denn ist der Weg den sie zu Beginn mit Freuden beschritten haben noch immer der, den sie weiterhin verfolgen möchten? Der Roman ist sehr lesenswert. Auch weil ich die Darstellung der Sehnsüchte und Verunsicherungen von Menschen mittleren Alters persönlich in solch einer Form selten gern gelesen habe.
Im Roman „Mit den Jahren“ von Janna Steenfatt begegnen wir den drei Personen: Jette, die als Single in einer Videothek arbeitet, Eva, einer Gymnasiallehrerin, und ihrem Ehemann Lukas, der als Maler tätig ist. Eva und Lukas sind seit vielen Jahren zusammen und haben zwei kleine Kinder. Doch Eva fühlt sich in ihrer Ehe zunehmend unwohl und beginnt, ihre Lebenssituation zu hinterfragen. Jette trifft Lukas in einer Kneipe und obwohl sie bisher nur an Frauen interessiert war, beginnen die beiden eine Affäre. Als Jette schließlich auch auf Eva trifft, beginnt auch sie, ihre Lebensweise in Frage zu stellen. Das Buch hat mich zunächst durch sein Cover angesprochen. Darauf sind drei Menschen abgebildet, die wie in einem Gemälde dargestellt sind und vermutlich die Hauptprotagonisten zeigen. Sie alle sehen traurig aus, schauen in unterschiedliche Richtungen und vermitteln so einen ersten Eindruck ihrer inneren Gefühlswelt. Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven von Jette, Eva und Lukas erzählt. Besonders gefallen hat mir dabei, wie gut ich mich in jede einzelne Person hineinversetzen konnte. Die Authentizität der Charaktere macht es leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Sie wirken echt und nahbar, und ihre Gedanken und Gefühle sind sehr nachvollziehbar geschildert. Ein Highlight für mich war, dass die Handlung in Leipzig spielt. Viele der beschriebenen Orte und Plätze kenne ich selbst, wodurch ich mich noch besser in die Geschichte hineinversetzen konnte. Obwohl die Story eher ruhig verläuft, schafft es der wunderschöne Schreibstil von Janna Steenfatt, die Spannung bis zum Schluss zu halten, sodass die Erzählung nie langweilig wird. „Mit den Jahren“ ist ein einfühlsam geschriebenes Buch, das die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen mit großer Feinfühligkeit beleuchtet.





















