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Ich habe vor einigen Jahren Brené Browns Rising Strong gelesen und war davon sehr angetan. Ich kann mich immer noch positiv an ihr Storytelling und ihre Verletzlichkeit erinnern, die sie als wirkungsvolle Mittel einsetzte, um den Leser mehr mit sich selbst in Einklang zu bringen. Sicherlich waren daher meine Erwartungen hoch, aber bestimmt nicht übersteigert. Braving the Wilderness ist ein eher schmaler Band mit nur etwas mehr als 160 Fließtextseiten, dessen wesentliches Anliegen das Zugehörigkeitsgefühl ist. Zugehörigkeit hat nichts mit Anpassung zu tun, es ist wichtig, dass man sich selbst gehört, sich selbst gegenüber treu ist, auch wenn man damit andere verärgert. Wenn man dies schafft, dann geht es einem gut. Das ist die zugegebenermaßen sehr vereinfachte und heruntergebrochene Message des Buchs. Leider ist dieser Ansatz so gar nicht neu. Die Aufforderung, sich selbst gegenüber loyal zu sein, findet sich schon bei Shakespeare und auch alle Ausführungen, die dazu dienen, diese Idee auszuschmücken und zu untermauern, erscheinen bei Brené Brown dieses Mal sehr oberflächlich, irgendwie unzusammenhängend und nicht sehr überzeugend. Das Buch zeugt deutlich von seinem Entstehungskontext kurz nach der Trump-Wahl 2016/17 und versucht auf nicht-politische Weise die Zerrissenheit, die unter den Amerikanern besteht, mit Achtsamkeit und Bezügen auf den Buddhismus zu kitten. Immer wieder wirkt es, als ob Brown an den gesunden Menschenverstand appelliert und dabei hofft, ihre Leser zu gelasseneren Menschen und zu einem besseren Miteinander zu erziehen. Insgesamt war der Text zeitweise durchaus interessant, aber er sprach mich einfach nicht persönlich an. Es gab ein paar nette Ideen, aber diese wurden nicht so plausibel dargelegt, dass man sie sofort und dauerhaft umsetzen wollen würde.
Sep 23, 2022
Ich habe vor einigen Jahren Brené Browns Rising Strong gelesen und war davon sehr angetan. Ich kann mich immer noch positiv an ihr Storytelling und ihre Verletzlichkeit erinnern, die sie als wirkungsvolle Mittel einsetzte, um den Leser mehr mit sich selbst in Einklang zu bringen. Sicherlich waren daher meine Erwartungen hoch, aber bestimmt nicht übersteigert. Braving the Wilderness ist ein eher schmaler Band mit nur etwas mehr als 160 Fließtextseiten, dessen wesentliches Anliegen das Zugehörigkeitsgefühl ist. Zugehörigkeit hat nichts mit Anpassung zu tun, es ist wichtig, dass man sich selbst gehört, sich selbst gegenüber treu ist, auch wenn man damit andere verärgert. Wenn man dies schafft, dann geht es einem gut. Das ist die zugegebenermaßen sehr vereinfachte und heruntergebrochene Message des Buchs. Leider ist dieser Ansatz so gar nicht neu. Die Aufforderung, sich selbst gegenüber loyal zu sein, findet sich schon bei Shakespeare und auch alle Ausführungen, die dazu dienen, diese Idee auszuschmücken und zu untermauern, erscheinen bei Brené Brown dieses Mal sehr oberflächlich, irgendwie unzusammenhängend und nicht sehr überzeugend. Das Buch zeugt deutlich von seinem Entstehungskontext kurz nach der Trump-Wahl 2016/17 und versucht auf nicht-politische Weise die Zerrissenheit, die unter den Amerikanern besteht, mit Achtsamkeit und Bezügen auf den Buddhismus zu kitten. Immer wieder wirkt es, als ob Brown an den gesunden Menschenverstand appelliert und dabei hofft, ihre Leser zu gelasseneren Menschen und zu einem besseren Miteinander zu erziehen. Insgesamt war der Text zeitweise durchaus interessant, aber er sprach mich einfach nicht persönlich an. Es gab ein paar nette Ideen, aber diese wurden nicht so plausibel dargelegt, dass man sie sofort und dauerhaft umsetzen wollen würde.
Sep 23, 2022





