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Adama bedeutet auf Hebräisch Land, kein Adama ohne dam, und dam bedeutet Blut. Die Geschichte von Ruth und ihrer Familie beginnt im Jahr 1945. Ruth hat als einzige ihrer Familie den Holocaust überlebt, die ungarische Zionistin möchte sich im Kibbuz Trashim in Palästina ein neues Leben aufbauen. Sie ist knallhart und geht über Leichen, um ihre Ziele zu erreichen. „Sie hatte etwas Kaltes, Grausames in sich. Einmal hatte sie einen Jungen verprügelt, weil er Shosh geärgert hatte. Sie hatte ihn so lange mit einem Stein geschlagen, bis er fast gestorben wäre. Aug um Aug, Zahn um Zahn, hatte sie immer gesagt. Das stand im zweiten Buch Mose.“ Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt von einem Jahrzehnt ins nächste. Zu Beginn lernen wir Ruths Enkel Lior kennen, der in Tel Aviv lebt. Er kehrt ins Kibbuz zurück, um an der Beerdigung seines besten Freundes Danny teilzunehmen. Danny soll sich das Leben genommen haben, doch Lior ist davon überzeugt, dass er ermordet wurde. Er erinnert sich wehmütig an die gemeinsame Kindheit im Kinderhaus des Kibbuz. Viel lieber als im Kinderhaus hätte er mit seinen Eltern zusammengelebt, er hat die Nähe zu ihnen schmerzlich vermisst. Ruths Schwester Shosh war nach dem Krieg eine Displaced Person „eine Vertriebene ohne Zuhause, in das sie zurückkehren, und auch ohne einen anderen Ort, an den sie gehen konnte.“ Aufgrund der vielen Charaktere und der Zeitsprünge war es nicht leicht, den Überblick zu behalten, wer mit wem verwandt und wer in wen verliebt ist. Ein Personenverzeichnis oder ein Stammbaum der beiden Schwestern wäre sehr hilfreich gewesen. Wir erhalten einen Einblick in die Geschichte des Staates Israels von der Gründung im Jahr 1948 bis heute und das Leben in der Gemeinschaft in einem Kibbuz. Der Titel, der das Wort Blut enthält, passt sehr gut, da in dem Thriller viel Blut fließt, für meinen Geschmack sogar zu viel. Shoshs Kinder und Enkel, die nach Amerika ausgewandert sind, waren mir sympathischer als Ruths Nachkommen, die genau wie sie für Adama über Leichen gegangen sind. Ich hätte mir mehr Empathie und Liebe für Ruth und ihre Familie gewünscht. Die Handlung war spannend, doch die Charaktere blieben mir fern. Für mich war es viel mehr ein Thriller als ein Familienroman.
Nov 17, 2025
Adama bedeutet auf Hebräisch Land, kein Adama ohne dam, und dam bedeutet Blut. Die Geschichte von Ruth und ihrer Familie beginnt im Jahr 1945. Ruth hat als einzige ihrer Familie den Holocaust überlebt, die ungarische Zionistin möchte sich im Kibbuz Trashim in Palästina ein neues Leben aufbauen. Sie ist knallhart und geht über Leichen, um ihre Ziele zu erreichen. „Sie hatte etwas Kaltes, Grausames in sich. Einmal hatte sie einen Jungen verprügelt, weil er Shosh geärgert hatte. Sie hatte ihn so lange mit einem Stein geschlagen, bis er fast gestorben wäre. Aug um Aug, Zahn um Zahn, hatte sie immer gesagt. Das stand im zweiten Buch Mose.“ Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt von einem Jahrzehnt ins nächste. Zu Beginn lernen wir Ruths Enkel Lior kennen, der in Tel Aviv lebt. Er kehrt ins Kibbuz zurück, um an der Beerdigung seines besten Freundes Danny teilzunehmen. Danny soll sich das Leben genommen haben, doch Lior ist davon überzeugt, dass er ermordet wurde. Er erinnert sich wehmütig an die gemeinsame Kindheit im Kinderhaus des Kibbuz. Viel lieber als im Kinderhaus hätte er mit seinen Eltern zusammengelebt, er hat die Nähe zu ihnen schmerzlich vermisst. Ruths Schwester Shosh war nach dem Krieg eine Displaced Person „eine Vertriebene ohne Zuhause, in das sie zurückkehren, und auch ohne einen anderen Ort, an den sie gehen konnte.“ Aufgrund der vielen Charaktere und der Zeitsprünge war es nicht leicht, den Überblick zu behalten, wer mit wem verwandt und wer in wen verliebt ist. Ein Personenverzeichnis oder ein Stammbaum der beiden Schwestern wäre sehr hilfreich gewesen. Wir erhalten einen Einblick in die Geschichte des Staates Israels von der Gründung im Jahr 1948 bis heute und das Leben in der Gemeinschaft in einem Kibbuz. Der Titel, der das Wort Blut enthält, passt sehr gut, da in dem Thriller viel Blut fließt, für meinen Geschmack sogar zu viel. Shoshs Kinder und Enkel, die nach Amerika ausgewandert sind, waren mir sympathischer als Ruths Nachkommen, die genau wie sie für Adama über Leichen gegangen sind. Ich hätte mir mehr Empathie und Liebe für Ruth und ihre Familie gewünscht. Die Handlung war spannend, doch die Charaktere blieben mir fern. Für mich war es viel mehr ein Thriller als ein Familienroman.
Nov 17, 2025







