Blick ins Buch

Thriller

Adama

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Über das Buch

Adama ist Familien- und Generationen-Roman, chronique scandaleuse von Israel, Polit-Thriller und Kriminalroman. Ein mitreißendes historisches Epos über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod, über Loyalität und Behauptungswille.

1946 beginnt die junge Ruth, sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, getrieben von jugendlichen Idealen in einem Land, das ihr feindlich gesinnt ist. Sie ist eine ungarische Zionistin, die, anders als die meisten Mitglieder ihrer Familie, den Nazis in Budapest entkommen konnte. Ruth wird das Herz des Kibbuz Trashim, und für sie ist der Kibbuz heilig, heilige Erde, also »Adama«, seine Existenz ist ihre Lebensaufgabe. Wenn dafür knallharte Entscheidungen nötig sind, dann wird sie sie treffen, inklusive Gewalt und Mord.

Wir folgen Ruth und den Ihren durch die Jahre 1945 bis 2009. Und damit durch die Turbulenzen des Staates Israel – die Auseinandersetzung mit den Briten, die Vertreibung der Araber, der Sechs-Tage-Krieg und der Jom-Kippur-Krieg machen Ruth womöglich noch zäher und härter. Neben dem Porträt einer beeindruckenden Frauenfigur und ihrer Familie, schreibt Lavie Tidhar auch die Gewaltgeschichte Israels fort.

Editionen (3)

ISBN9783518783900
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum14.10.25
Seitenzahl425

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

7 Rezensionen

3,8

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  • magdas_buecherwelt
    magdas_buecherwelt

    666 Follower

    4,5

    Adama bedeutet auf Hebräisch Land, kein Adama ohne dam, und dam bedeutet Blut. Die Geschichte von Ruth und ihrer Familie beginnt im Jahr 1945. Ruth hat als einzige ihrer Familie den Holocaust überlebt, die ungarische Zionistin möchte sich im Kibbuz Trashim in Palästina ein neues Leben aufbauen. Sie ist knallhart und geht über Leichen, um ihre Ziele zu erreichen. „Sie hatte etwas Kaltes, Grausames in sich. Einmal hatte sie einen Jungen verprügelt, weil er Shosh geärgert hatte. Sie hatte ihn so lange mit einem Stein geschlagen, bis er fast gestorben wäre. Aug um Aug, Zahn um Zahn, hatte sie immer gesagt. Das stand im zweiten Buch Mose.“ Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern springt von einem Jahrzehnt ins nächste. Zu Beginn lernen wir Ruths Enkel Lior kennen, der in Tel Aviv lebt. Er kehrt ins Kibbuz zurück, um an der Beerdigung seines besten Freundes Danny teilzunehmen. Danny soll sich das Leben genommen haben, doch Lior ist davon überzeugt, dass er ermordet wurde. Er erinnert sich wehmütig an die gemeinsame Kindheit im Kinderhaus des Kibbuz. Viel lieber als im Kinderhaus hätte er mit seinen Eltern zusammengelebt, er hat die Nähe zu ihnen schmerzlich vermisst. Ruths Schwester Shosh war nach dem Krieg eine Displaced Person „eine Vertriebene ohne Zuhause, in das sie zurückkehren, und auch ohne einen anderen Ort, an den sie gehen konnte.“ Aufgrund der vielen Charaktere und der Zeitsprünge war es nicht leicht, den Überblick zu behalten, wer mit wem verwandt und wer in wen verliebt ist. Ein Personenverzeichnis oder ein Stammbaum der beiden Schwestern wäre sehr hilfreich gewesen. Wir erhalten einen Einblick in die Geschichte des Staates Israels von der Gründung im Jahr 1948 bis heute und das Leben in der Gemeinschaft in einem Kibbuz. Der Titel, der das Wort Blut enthält, passt sehr gut, da in dem Thriller viel Blut fließt, für meinen Geschmack sogar zu viel. Shoshs Kinder und Enkel, die nach Amerika ausgewandert sind, waren mir sympathischer als Ruths Nachkommen, die genau wie sie für Adama über Leichen gegangen sind. Ich hätte mir mehr Empathie und Liebe für Ruth und ihre Familie gewünscht. Die Handlung war spannend, doch die Charaktere blieben mir fern. Für mich war es viel mehr ein Thriller als ein Familienroman.

    17. Nov. 2025

  • crura
    crura

    128 Follower

    4,0

    Wie viel bleibt vom Ich, wenn alles der Gemeinschaft gehört? - Ein Familienroman, der Israels Geschichte geschickt einbindet

    🇮🇱 Israel | ❤️ Emotional | 🫂Gemeinschaft 60 Jahre, vier Generationen, viele Schicksale – Adama von Lavie Tidhar ist nur oberflächlich ein Thriller. In Wahrheit erzählt der Roman von einer Familie, deren Leben wir über Jahrzehnte hinweg begleiten. Statt einer zentralen Handlung entfalten sich lose verbundene Episoden mit jeweils eigenem Schwerpunkt. Wir folgen den Angehörigen einer Familie, die in einem Kibbuz zusammenlebt – eine Geschichte voller Liebe, Verlust und Gewalt. Bedeutsame Ereignisse aus der Geschichte Israels werden clever als Hintergrundrauschen wahrnehmbar, sind aber nie das dominante Thema. Besonders bewegend sind die Szenen, die das Zusammenleben im Kibbuz zeigen. Sie eröffnen Einblicke in eine Welt, die mir zuvor völlig fremd war. Der Roman berührt viele zentrale Themen: den Konflikt zwischen Gemeinschaft und Individualität, das Eigene und das Fremde, Tradition und Moderne. Tidhar erschafft hochemotionale Szenen, besonders in der Darstellung des Verhältnisses zwischen Eltern und Kindern. Freude und Trauer liegen dicht beieinander – und werden immer wieder von Momenten schockierender Gewalt durchbrochen. Für fünf Sterne reicht es mir dennoch nicht: Durch die episodische Struktur wird die Erzählung immer wieder unterbrochen, und die Identifikation mit einzelnen Figuren bleibt begrenzt. Das Individuum geht hier – ganz wie im Kibbuz – in der Gemeinschaft unter. Adama ist damit ein gesellschaftlich und politisch hochrelevanter Roman, der Israels Geschichte mit beeindruckender Balance und ohne Schönfärberei erzählt.

    Wie viel bleibt vom Ich, wenn alles der Gemeinschaft gehört? - Ein Familienroman, der Israels Geschichte geschickt einbindet

    18. Feb. 2026

  • sarahbuchling
    sarahbuchling

    54 Follower

    4,0

    Adama“ erzählt die Geschichte von Ruth, einer jungen ungarischen Zionistin, die 1946 in Palästina ankommt und dort den Kibbutz Trashim aufbaut. Für sie ist dieser Boden – Adama (hebräisch für „Erde“) – heilig. Der Roman begleitet Ruth und spätere Generationen ihrer Gemeinschaft von der Staatsgründung Israels bis ins Jahr 2009. Dabei verknüpft Lavie Tidhar Familien- und Generationengeschichte mit politischen Ereignissen wie Konflikten mit britischen Truppen, Kriegen und gesellschaftlichen Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Als Thriller würde ich den Roman nicht beschreiben. Wenn man diesen Anspruch hat, dann wird man etwas enttäuscht. Es ist aber ein spannender Roman über eine Familiengeschichte vor dem Hintergrund politischer/ Geschichte Entwicklungen in Israel. Ich fand spannend und lehrreich.

    12. Dez. 2025

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lavie Tidhar

Lavie Tidhar, geb. 1976 in Israel, ist ein Superstar und gleichzeitig Enfant terrible der Science-Fiction und Fantasy. Ausgezeichnet u.a. mit dem World Fantasy Award und dem John W. Campbell Memorial Award. Seit 2013 lebt er in London. Maror wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2024 (2. Platz) ausgezeichnet und belegte Platz 1 der Jahres-Krimi-Bestenliste 2024.

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