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„Curious Tides“ von Pascalle Lacelle ist der Auftakt der „Drowned Gods“-Trilogie. Im Onlinehandel ist zwar von der Gezeiten-Dilogie die Rede, aber da die Autorin auf Goodreads bereits den dritten Teil angekündigt hat, gehe ich nun mit dem Originaltitel der Reihe. Es handelt sich hierbei um ein Fantasy-Jugendbuch im Dark Academia Stil. Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Basil (kurz: Baz) und Emory. Beide verbindet der Verlust einer geliebten Person, denn Romy, Baz‘ Schwester und Emorys beste Freundin, war eine der 8 Studenten, die bei einer Mutprobe ertrunken sind. Unsere beiden Erzähler haben Grund zu der Vermutung, dass hinter dem tragischen Unglück noch mehr steckt und gehen dem Rätsel auf den Grund. Basil war mir dabei auf Anhieb sympathisch. Auf den ersten Blick ein tragischer Charakter: aufgrund seiner Magie lebt er als Ausgestoßener am Rande der Gesellschaft. Er lebt in ständiger Angst vor seinen eigenen Kräften und kapselt sich deshalb zusätzlich noch selbst ab. Regeln und Grenzen geben ihm eine Struktur, die er so dringend benötigt, was ihm zuweilen vor ein moralisches Dilemma stellt, wenn er sich dann mit der Frage konfrontiert sieht, wie weit er für seine Lieben gehen würde. Ein Konflikt, der hier sehr schön ausgearbeitet wird. Seine Entwicklung ist fantastisch. Auch Emory macht jede Menge durch – ihre Entwicklung verläuft allerdings erst mal frei nach dem Motto: schlimmer geht immer. Sie ist so krankhaft unsicher, dass selbst in ihren sich ewig im Kreis drehenden Gedanken um ihre verstorbene Freundin ihre Eifersucht durchschimmert. Sie ist so darauf bedacht, endlich eigenständig Aufmerksamkeit zu kriegen, nun da sie nicht mehr Romies Schatten sein kann, dass sie blind selbst gegenüber der offensichtlichsten Manipulation ist. Da sie parallel selbst – und das ganz bewusst – jeden gutmütigen Menschen in ihrem Umfeld (inlusive Basil) selbst manipuliert, um ihren Willen durchzusetzen, hielt sich mein Mitgefühl in Grenzen. Trotz meiner Antipathie gilt es doch lobend zu erwähnen, dass Lacelle keine 0-8-15 Charaktere geschrieben hat, die dazu auch noch ihrem Alter entsprechend agieren. Mit Anfang 20 war ich auch noch nicht so reflektiert wie heute und habe einige fragwürdige und nicht immer nette Dinge gesagt oder getan. Diese Version von mir würde ich heute definitiv auch nicht mögen. Zum Glück macht die mysteriöse Geschichte auch fast all meine Probleme, die ich mit Emory hatte, wieder wett. Lacelle kreiert hier eine ausgeklügeltes, komplexes und vor allem recht originelles Magiesystem, durch das man sich erst einmal durcharbeiten muss. Doch jeder Fantasy-Leser weiß, dass diese „Arbeit“ dazugehört und so eine Fantasy-Welt erst richtig zum Leben erwachen kann. Wir erfahren viel über die Geschichte dieser Welt, über die Kultur, die verschiedenen Glaubensvertreter und natürlich die Magie selbst. Alles im Rahmen einer Legende, die vielleicht oder vielleicht auch nicht wahr sein könnte. Ich tippe ja darauf, dass viel Wahres drin steckt, aber die Metaphern in dieser Fabel sich als etwas ganz anderes entpuppen als man erwarten würde. Das spannungsgeladene Ende wird all jene trösten, denen der Grundton der Handlung etwas zu ruhig war, und macht dann auch so richtig Lust auf die Fortsetzung „Stranger Skies“. So ist „Curious Tides“ lange nicht perfekt, aber es verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit als es bislang bekommt: 4/5 Sterne.
Aug 23, 2025
„Curious Tides“ von Pascalle Lacelle ist der Auftakt der „Drowned Gods“-Trilogie. Im Onlinehandel ist zwar von der Gezeiten-Dilogie die Rede, aber da die Autorin auf Goodreads bereits den dritten Teil angekündigt hat, gehe ich nun mit dem Originaltitel der Reihe. Es handelt sich hierbei um ein Fantasy-Jugendbuch im Dark Academia Stil. Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Basil (kurz: Baz) und Emory. Beide verbindet der Verlust einer geliebten Person, denn Romy, Baz‘ Schwester und Emorys beste Freundin, war eine der 8 Studenten, die bei einer Mutprobe ertrunken sind. Unsere beiden Erzähler haben Grund zu der Vermutung, dass hinter dem tragischen Unglück noch mehr steckt und gehen dem Rätsel auf den Grund. Basil war mir dabei auf Anhieb sympathisch. Auf den ersten Blick ein tragischer Charakter: aufgrund seiner Magie lebt er als Ausgestoßener am Rande der Gesellschaft. Er lebt in ständiger Angst vor seinen eigenen Kräften und kapselt sich deshalb zusätzlich noch selbst ab. Regeln und Grenzen geben ihm eine Struktur, die er so dringend benötigt, was ihm zuweilen vor ein moralisches Dilemma stellt, wenn er sich dann mit der Frage konfrontiert sieht, wie weit er für seine Lieben gehen würde. Ein Konflikt, der hier sehr schön ausgearbeitet wird. Seine Entwicklung ist fantastisch. Auch Emory macht jede Menge durch – ihre Entwicklung verläuft allerdings erst mal frei nach dem Motto: schlimmer geht immer. Sie ist so krankhaft unsicher, dass selbst in ihren sich ewig im Kreis drehenden Gedanken um ihre verstorbene Freundin ihre Eifersucht durchschimmert. Sie ist so darauf bedacht, endlich eigenständig Aufmerksamkeit zu kriegen, nun da sie nicht mehr Romies Schatten sein kann, dass sie blind selbst gegenüber der offensichtlichsten Manipulation ist. Da sie parallel selbst – und das ganz bewusst – jeden gutmütigen Menschen in ihrem Umfeld (inlusive Basil) selbst manipuliert, um ihren Willen durchzusetzen, hielt sich mein Mitgefühl in Grenzen. Trotz meiner Antipathie gilt es doch lobend zu erwähnen, dass Lacelle keine 0-8-15 Charaktere geschrieben hat, die dazu auch noch ihrem Alter entsprechend agieren. Mit Anfang 20 war ich auch noch nicht so reflektiert wie heute und habe einige fragwürdige und nicht immer nette Dinge gesagt oder getan. Diese Version von mir würde ich heute definitiv auch nicht mögen. Zum Glück macht die mysteriöse Geschichte auch fast all meine Probleme, die ich mit Emory hatte, wieder wett. Lacelle kreiert hier eine ausgeklügeltes, komplexes und vor allem recht originelles Magiesystem, durch das man sich erst einmal durcharbeiten muss. Doch jeder Fantasy-Leser weiß, dass diese „Arbeit“ dazugehört und so eine Fantasy-Welt erst richtig zum Leben erwachen kann. Wir erfahren viel über die Geschichte dieser Welt, über die Kultur, die verschiedenen Glaubensvertreter und natürlich die Magie selbst. Alles im Rahmen einer Legende, die vielleicht oder vielleicht auch nicht wahr sein könnte. Ich tippe ja darauf, dass viel Wahres drin steckt, aber die Metaphern in dieser Fabel sich als etwas ganz anderes entpuppen als man erwarten würde. Das spannungsgeladene Ende wird all jene trösten, denen der Grundton der Handlung etwas zu ruhig war, und macht dann auch so richtig Lust auf die Fortsetzung „Stranger Skies“. So ist „Curious Tides“ lange nicht perfekt, aber es verdient definitiv mehr Aufmerksamkeit als es bislang bekommt: 4/5 Sterne.
Aug 23, 2025








