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Die andere Seite von Jane Eyre
Wenn du Jane Eyre kennst oder lesen willst, dann solltest du "Die weite Sargassosee" unbedingt auf dem Radar haben. Jean Rhys erzählt hier die Geschichte der Frau im Dachgeschoss – Antoinette Cosway, Mr. Rochesters erste Frau. Die, die in Charlotte Brontës Roman als “verrückt” abgestempelt und weggesperrt wird. Rhys gibt ihr eine Stimme, ein Leben, eine Vergangenheit. Und das hat mich fasziniert – aber auch verwirrt. "Die weite Sargassosee" ist kein einfacher Roman. Der Schreibstil ist sehr sprunghaft, Perspektiven wechseln ohne Vorwarnung und manchmal hatte ich das Gefühl, als hätte ich versehentlich Seiten überblättert. Die Erzählstruktur fordert Konzentration. Trotzdem: Das Buch hat Tiefe. Spannend ist der postkoloniale Blick: Wie wurden die sogenannten “weissen Kreolen” behandelt, nachdem die Sklaverei abgeschafft wurde? Was bedeutete es, als Frau (und Ehefrau) mit gemischtem kulturellen Hintergrund zwischen allen Fronten zu stehen? Rhys gibt Antoinette Raum, ihre psychische Entwicklung und die Zerstörung ihrer Identität nachzuzeichnen. Mein Leseeindruck: Ganz ehrlich? Das Buch war okay, aber hat mich nicht komplett überzeugt. Ich finde die Idee wichtig und spannend – besonders im Kontext zu Jane Eyre. Sprachlich ist es fordernd, die Perspektivwechsel sind nicht immer sauber erkennbar. Ich habe das Buch für meine Reading Around the World Challenge gelesen, denn für Dominica gibt es kaum andere ins deutsche übersetzte Werke von Autor:innen, die wirklich von dort stammen. In diesem Kontext war es für mich eine bereichernde Erfahrung – auch wenn es kein Lieblingsbuch geworden ist. Mein Fazit: "Die weite Sargassosee" ist kein Buch für zwischendurch, aber ein wertvolles Puzzlestück für alle, die Jane Eyre lieben, hinterfragen oder literarische Kontexte erforschen wollen. Wenn du bereit bist für einen Blick auf die “andere Seite” einer bekannten Geschichte, dann ist dieses Buch definitiv einen Versuch wert. Reading Around the World Challenge – Dominica

Jun 4, 2025
Die andere Seite von Jane Eyre
Wenn du Jane Eyre kennst oder lesen willst, dann solltest du "Die weite Sargassosee" unbedingt auf dem Radar haben. Jean Rhys erzählt hier die Geschichte der Frau im Dachgeschoss – Antoinette Cosway, Mr. Rochesters erste Frau. Die, die in Charlotte Brontës Roman als “verrückt” abgestempelt und weggesperrt wird. Rhys gibt ihr eine Stimme, ein Leben, eine Vergangenheit. Und das hat mich fasziniert – aber auch verwirrt. "Die weite Sargassosee" ist kein einfacher Roman. Der Schreibstil ist sehr sprunghaft, Perspektiven wechseln ohne Vorwarnung und manchmal hatte ich das Gefühl, als hätte ich versehentlich Seiten überblättert. Die Erzählstruktur fordert Konzentration. Trotzdem: Das Buch hat Tiefe. Spannend ist der postkoloniale Blick: Wie wurden die sogenannten “weissen Kreolen” behandelt, nachdem die Sklaverei abgeschafft wurde? Was bedeutete es, als Frau (und Ehefrau) mit gemischtem kulturellen Hintergrund zwischen allen Fronten zu stehen? Rhys gibt Antoinette Raum, ihre psychische Entwicklung und die Zerstörung ihrer Identität nachzuzeichnen. Mein Leseeindruck: Ganz ehrlich? Das Buch war okay, aber hat mich nicht komplett überzeugt. Ich finde die Idee wichtig und spannend – besonders im Kontext zu Jane Eyre. Sprachlich ist es fordernd, die Perspektivwechsel sind nicht immer sauber erkennbar. Ich habe das Buch für meine Reading Around the World Challenge gelesen, denn für Dominica gibt es kaum andere ins deutsche übersetzte Werke von Autor:innen, die wirklich von dort stammen. In diesem Kontext war es für mich eine bereichernde Erfahrung – auch wenn es kein Lieblingsbuch geworden ist. Mein Fazit: "Die weite Sargassosee" ist kein Buch für zwischendurch, aber ein wertvolles Puzzlestück für alle, die Jane Eyre lieben, hinterfragen oder literarische Kontexte erforschen wollen. Wenn du bereit bist für einen Blick auf die “andere Seite” einer bekannten Geschichte, dann ist dieses Buch definitiv einen Versuch wert. Reading Around the World Challenge – Dominica
Jun 4, 2025







