Klasse Buch
Es handelt sich hier um einen Thriller, der sich eindrucksvoll von der Masse abhebt — ein Buch, das einen lange nach der letzten Seite nicht loslässt. Mir ging es auf jeden Fall so. Die Geschichte beginnt mit einer beklemmenden Prämisse: 24 Menschen erwachen in Zellen ohne Erinnerung, ohne Licht, nur begleitet von einer kalten Stimme, die ihr Schicksal diktiert. Was wie ein perfides Spiel erscheint, entwickelt sich zu einem tiefpsychologischen Albtraum voller Fragen über Schuld, Gerechtigkeit und menschliche Abgründe. Was diesen Thriller auch besonders macht, ist der enorme Spannungsbogen, der auf keiner Seite kleiner wird, ganz im Gegenteil. Es wird immer spannender und spannender, man muss einfach wissen, wie es weitergeht. 24 Protagonisten eine eigene Geschichte, eine eigene Schuld, und im Verlauf des Thrillers werden diese Schicksale miteinander verwoben, ohne dass man den roten Faden verliert. Die Szenen sind brutal und unbequem (nichts für schwache Nerven, wirklich nicht), aber nie oberflächlich — sie fordern emotional heraus, statt nur zu schockieren. Es hat mich mehr wie einmal geschüttelt und ich musste mehr als einmal das Buch zu Seite legen und durchatmen Der Schreibstil ist kraftvoll und eindringlich; der vielfache Perspektivwechsel sorgt für ein hohes Tempo, das die Spannung permanent aufrecht erhält und einen regelrecht durch die Seiten jagt. Bereits nach wenigen Kapiteln konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ein weiterer Pluspunkt ist die thematische Tiefe: Hinter der packenden Thrillerebene schimmert eine gesellschaftliche Botschaft — über Verantwortung und systemische Kontrolle, die zum Nachdenken anregt und lange im Kopf bleibt. Und dann natürlich vom Leser zum Autor. Bernd Kroll. Was er hier geleistet hat, hat jeden Respekt verdient. Er reiht sich in den Schreibstil von Jörg Piesker so problemlos ein, als hätte er vorher nichts anderes gemacht. Applaus an dich und ich hoffe, wir lesen hier und da noch ein bisschen mehr. Ein Buch, was mich zu hundert Prozent abgeholt hat, von daher eine klare Leseempfehlung meinerseits.





