
Der Einstieg zu "Der Wunschbaum im Neonregen" von Julia Dankers fiel mir nicht ganz leicht. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam und ich brauchte einige Kapitel, um wirklich hineinzufinden. Erzählt wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven, wodurch man die Figuren nach und nach besser kennenlernt. Vor allem Loona steht dabei im Mittelpunkt. Sie ist eine Figur, die aneckt, Fehler macht und mit ihren Entscheidungen nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in ihrem Umfeld belastet. Gerade deshalb fand ich ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte spannend. Es gibt es immer wieder Passagen, in denen sehr viele Gedanken und Beobachtungen geschildert werden. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Handlung dadurch kurz auf der Stelle tritt. Wer gerne tief in die Gedankenwelt von Figuren eintaucht, wird daran vermutlich große Freude haben. Für mich hätte es stellenweise etwas straffer sein dürfen. Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre. Hamburg wird hier fast zu einer eigenen Figur. Die regennassen Straßen, die Bars und das nächtliche Stadtleben verleihen der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Dazu kommen spannende Momente, die mich immer wieder neugierig gemacht haben, wie alles zusammenhängt. „Der Wunschbaum im Neonregen“ ist kein rasanter Thriller und keine klassische Liebesgeschichte. Es ist ein ruhiger, stellenweise nachdenklicher Roman über Menschen, die ihren Platz suchen, Geheimnisse mit sich tragen und irgendwann nicht mehr vor der Wahrheit davonlaufen können.




