Tomas Espedal macht es einem schon nicht leicht. Sein autobiographisches Schreiben sagt mir zu großen Teilen sehr zu. Gerade der Verlust seiner Mutter, seiner Frau Agnete war in "Wider die Kunst" bereits gut bearbeitet. In "Das Jahr" geht es wiederum mehr um verlorene Liebe, den Verlust seiner langjährigen Freundin Janne, von der er nicht loskommt. Meinetwegen hätte er den Petrarca-Intertext durch das ganze Buch ziehen können, aber leider entfernt er sich stark davon. "Das Jahr" umfasst auch gar kein ganzes Jahr, lediglich die Zeit zwischen dem 06. April und dem 12. November - zwei Daten, die enorm wichtig sind für die Geschichte, aber irgendwie hatte ich auf "mehr" gehofft. Sprachlich mochte ich es meist sehr gern, aber die gebrochenen Zeilen ergeben nicht durchgehend Sinn. Vielleicht finde ich da Deutsch als Sprache auch nur zu schnöde.. ich weiß auch nicht. ;) Eine kurzweilige, mitunter sehr schmerzhafte Lektüre.
1. Sept.1. Sept. 2022
Das Jahrvon Tomas EspedalMatthes & Seitz Berlin
