2. Okt.

Puh, es fällt mir schwer, eine Bewertung für diese Kurzgeschichtensammlung zu finden... Die Ausgabe ist sehr hochwertig und hübsch. Es gibt einen kurzen Abriss über die Zeit, zu der Tsuge diese Geschichten veröffentlicht hat - die 68er mit all ihren Umbrüchen, auch in Japan. Dann geht es auch schon los, mit Stories unterschiedlicher Länge, oft mit sexuellem Inhalt (Triggerwarnung wird auch vom Verlag ausgesprochen), auf jeden Fall immer absurd. Tsuge hat hier viele seiner Träume als Manga umgesetzt und daher finde ich den Inhalt auch nie verstörend. Denn so träumen Menschen nun einmal. Aber mir hat sich fast nie der Sinn ergeben. Immer wenn ich dachte, jetzt offenbart sich die Prämisse, war die Geschichte auch schon vorbei und hat mich ratlos zurückgelassen. Am Ende des Bandes gibt es weitere Infos zu jeder Geschichte; Aussagen von Tsuge, welche Bilder namenhafter Künstler von ihm umgesetzt wurden und warum er Geschichten auf diese Art erzählt. Das allein hat mir dieses Werk nähergebracht und zum ersten Mal kam ich mir nicht verhohnepipelt vor sondern war tief beeindruckt. Für mich persönlich gilt letztlich aber: wenn sich der Sinn einer Kunst für mich nicht von allein offenbart, dann ist sie vielleicht nicht für mich gemacht. Herausforderung hin oder her.

Yoshios Jugend
Yoshios Jugendvon Yoshiharu TsugeReprodukt