
Zu wenig Nahbarkeit, Tiefe und Gefühl. Ich bin bereits skeptisch an dieses Buch herangegangen, da es sich hierbei um einen Einzelband mit einem Umfang von nur knapp 300 Seiten handelt, was im Fantasybereich in meinen Augen meistens problematisch ist und leider wurden meine Bedenken bestätigt. Wie sooft kam hier etwas zu kurz oder vielmehr alles ein bisschen. Vanessa Krust adaptiert hier eine gängige Idee, die per se aber definitiv nicht schlecht ist, zumal ich gerne Geschichten mit und über Engel lese, jedoch lässt die Ausarbeitung des vorgestellten Worldbuildings meines Erachtens zu wünschen übrig. Man wird als Leser:in vor vollendete Tatsachen gestellt und die Hintergründe bleiben dabei schwammig. Es wird wenig bis gar nichts erklärt und manches ergab für mich so einfach keinen Sinn. Die Autorin hat es sich hier meiner Meinung nach an vielen Stellen zu leicht gemacht. Generell geht hier alles sehr schnell und leicht über die Bühne, was wiederholt für ein paar Seiten mehr plädiert. Viele Handlungen der Charaktere sind zu hinterfragen und die Problemlösungen fallen zu fix und einfach aus. Trotzdem ist der Spannungsbogen insgesamt eher flach, wobei ich mich jetzt auch nicht gelangweilt habe, dazu ist diese Geschichte viel zu kurzweilig und schnelllebig - Und naja, eben auch schnell vorbei. Das größte Manko besteht für mich persönlich aber definitiv in der hier fehlenden emotionalen Tiefe, welche gerade bei dieser Geschichte so, so wichtig gewesen wäre. Theoretisch ist die Handlung dieses Buches hoch emotional und ergreifend, praktisch hat sie allerdings so gut wie nichts in mir ausgelöst, was mir geradezu grotesk erscheint. Ich habe nicht mitgefühlt, mitgefiebert oder mitgelitten. Obwohl die Geschichte aus der Sicht von Thea und Natalis erzählt wird, habe ich mich den Charakteren nicht nahe gefühlt. Beide Protagonist:innen wirkten auf mich eindimensional, blass und seltsam leer. In ihnen war kein Leben, kein Gefühl und keine Persönlichkeit zu erkennen. Ich konnte weder sie selbst noch ihre Gedanken und Gefühle so richtig fassen. Ihr Beziehungsaufbau kam für mich überstürzt und irgendwie auch zu gestellt daher. Ich konnte ihre Liebesgeschichte nicht nachvollziehen und glauben, habe ihnen ihre Gefühle füreinander nicht abgenommen. Trotz Innensicht hat mich diese Geschichte schlicht und ergreifend nicht erreicht, was bei dieser Thematik für mich das Ende bedeutete, zumal es so viele gefühlvollere Inszenierungen ähnlicher Geschichten gibt. Der Schreibstil war mir persönlich ebenfalls viel zu kalt, distanziert und emotionsarm. Die Worte der Autorin haben mich nicht erreicht oder ergriffen, sondern sich für mich vielmehr holprig und gestelzt angefühlt. Ich hätte mir mehr Leben, Tiefe, Intensität und Gefühl gewünscht. Das Ende kam dann sehr schnell und war für mich leider auch unzufriedenstellend. Der abrupte Abschluss wirft eine Vielzahl neuer Fragen auf, welche anschließend natürlich nicht mehr beantwortet wurden. Für mich war dieses Buch insgesamt leider eine große Enttäuschung und ich hoffe sehr, dass es euch mehr überzeugen kann als mich! 2/ 5 Sterne ⭐️






