
Eigentlich hatten mein Mann und ich vor, dieses Jahr nach Georgien zu reisen - das haben wir aber aufgrund des Krieges erstmal auf Eis gelegt. Wie kann man sonst noch reisen, wenn nicht physisch? Genau - mit Hilfe von Büchern. Und das ist doch auch eine der wunderbarsten Arten zu reisen. Wie passend, dass ich hier ein Buch aus Georgien zur Hand hatte. 🥰 Mit „Die Stadt auf dem Wasser“ hat mich die georgische Autorin Salome Benidze vollkommen verzaubern können - fantastisch und absolut passend sind auch die Illustrationen von Tatia Nadareischwili. Dieses kurze, schmale Buch habe ich unglaublich gerne gelesen. Hier verschwimmen die Grenzen von Wahrheit und Fiktion, die Grenze flirrt wie ein Fiebertraum, wie Asphalt an zu heißen Tagen. Ich fühlte mich während des Lesens wie in einem völlig verdrehten und irgendwie bedrückenden Traum. Genial! Salome Benidze erzählt die Geschichten von Frauen. Die Wege dieser Frauen treffen sich, kreuzen sich - mal nur ganz kurz, kaum bemerkbar; mal etwas länger und intensiv. Ich mochte dieses Spiel zwischen kurzen Bekanntschaften und langen Freundschaften. Dann ist da noch das Überthema Wasser, das alle Geschichten miteinander verbindet. Und wenn ich das Buch mit einem Wort beschreiben sollte, dann ist es definitiv melancholisch. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für „Die Stadt auf dem Wasser“ von Salome Benidze. Aus dem Georgischen übersetzt von Iunona Guruli, Taschenbuch, 160 Seiten, 16€, erschienen im September 2017 im AvivA Verlag.
