
Manchmal sind es nicht die Monster im Dunkeln, die einem Angst machen, sondern die Abgründe im ganz normalen Alltag – genau damit spielt @bodo.staudacher auf eine intensive Weise. In dieser Sammlung warten fünf völlig unterschiedliche Horrorkurzgeschichten darauf, einen langsam in den Wahnsinn zu ziehen. Vor allem die erste Geschichte „Ein Tag wie jeder andere“ konnte mich komplett überzeugen. Dieser psychologische Wahn, das schleichende Kippen der Realität und die bedrückende Stimmung haben mich sofort gepackt. Definitiv eines meiner Highlights der Sammlung. Auch die titelgebende Geschichte „Der König der Spinnen“ hat bei mir genau den richtigen Nerv getroffen, besonders, wenn man wie ich ohnehin kein Fan von Spinnen ist. Ekelig, unangenehm und atmosphärisch dicht. „Cave 66“ fand ich solide und durchaus spannend, auch wenn sie mich nicht ganz so abholen konnte wie die anderen. Trotzdem hatte die Geschichte etwas Nostalgisches und hat mich tatsächlich ein wenig an frühere Partyzeiten erinnert. Ein weiteres großes Highlight war für mich „Das Leben des Bill MacKilby“. Die längste Geschichte des Buches hebt sich deutlich vom Rest ab und bringt einen historischen Touch mit hinein, den ich unglaublich spannend fand. Der Horror entwickelt sich hier viel subtiler und entfaltet seine Wirkung erst nach und nach, gerade das Ende hat bei mir nochmal einiges ausgelöst. Die letzte Geschichte „Das dunkle Loch“ war dagegen leider nicht meins. Ich konnte damit wenig anfangen und irgendwie hat sie mich emotional komplett verloren. Aber genau das ist bei Kurzgeschichtensammlungen eben oft der Fall: Nicht jede Geschichte trifft den eigenen Geschmack gleichermaßen. Insgesamt ist dieses Buch für mich aber ein starker Mix aus psychologischem Horror, Wahnsinn und düsteren menschlichen Abgründen gewesen. Wer Horror mag, der eher unter die Haut geht als auf billige Schockmomente zu setzen, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.










