23. Sept.
Bewertung:2

Dies ist ein Roman, den ich trotz durchwachsener Rezensionen unbedingt selbst lesen wollte, weil ich das Cover ganz wunderbar finde und auch sehr gespannt auf die argentinisch-schweizerisch-salzburgischen Verstrickungen war. Gehofft hatte ich auf eine rasante Geschichte mit Intrigen, persönlichen Verletzungen, einer Dreiecksbeziehung und einem wirklich faszinierenden Geheimnis um das Vermächtnis Enriettas. Bekommen habe ich einen Roman, mit spannendem und vielversprechendem Auftakt, der all das zu halten schien, dann aber leider ab der Hälfte zunehmend verflachte und nur noch gemächlich und fast schon behäbig dahinplätscherte. Im Grunde war nach 50% des Textes das gesamte Spannungspulver bereits verschossen und außer zwischenmenschlichen Selbstfindungstrips (inkl. Neustart, Selbstverwirklichung und neuer Liebe), die in ihrer Aufmachung und Konzeption aber so konventionell ausgestaltet waren, dass sie eher langweilten als begeisterten, passierte nicht mehr viel. Die einzigen Überraschungen bestanden in plötzlichen, sich nicht deutlich abzeichnenden Entwicklungen der Figuren, die dadurch, dass sie aus heiterem Himmel zu kommen schienen, nicht überzeugen konnten. Das titelgebende Vermächtnis wurde gar nur zur Randerscheinung und Rahmenbedingung, da wäre doch sehr viel mehr drin gewesen - besonders, da es sich bei Enrietta doch augenscheinlich um eine sehr interessante Persönlichkeit gehandelt zu haben scheint. Im zweiten Teil konnten mich lediglich die Salzburg-Beschreibungen noch mitreißen, ansonsten wurde es eine eher mühsame, da etwas langweilige Lektüre, was sehr schade ist, da der Roman insgesamt gut geschrieben ist.

Enriettas Vermächtnis
Enriettas Vermächtnisvon Sylvia MadsackPendragon