Ein warmherziger, lustiger und zugleich schmerzlicher Roman über Familie, Erinnerungen und das Loslassen.
Platzwechsel von André Herrmann ist ein Roman, der es schafft, Humor und Traurigkeit auf beeindruckende Weise miteinander zu verbinden. Immer wieder musste ich schmunzeln und lachen, denn Herrmann erzählt mit viel Witz, Charme und einem feinen Gespür für die Absurditäten des Alltags. Besonders berührt hat mich jedoch die Geschichte des Großvaters und sein Leben mit der Demenz. André Herrmann schildert eindringlich, wie die Krankheit nicht nur den Betroffenen selbst verändert, sondern das gesamte Umfeld vor enorme Herausforderungen stellt. Die Verunsicherung, die Hilflosigkeit und die Trauer darüber, einen geliebten Menschen Stück für Stück zu verlieren, werden dabei sehr authentisch und ohne falsches Pathos beschrieben. Gerade dieser Umgang mit Demenz macht das Buch so besonders. Es zeigt die schweren Momente, die Belastungen und die Konflikte, die eine solche Erkrankung für Familien mit sich bringt, verliert dabei aber nie den Blick für die Menschlichkeit und die kleinen, oft komischen Augenblicke, die selbst in schwierigen Zeiten bleiben. Dadurch entsteht eine Geschichte, die ebenso zum Lachen wie zum Nachdenken anregt. Nicht jede Passage konnte mich gleichermaßen fesseln, und an einigen Stellen hätte die Handlung etwas kompakter sein dürfen. Dennoch überwiegt der positive Eindruck deutlich. Die Mischung aus Humor, Familiengeschichte und dem sensiblen Blick auf die Auswirkungen einer Demenzerkrankung macht den Roman zu einer bewegenden Lektüre. Fazit: André Herrmann gelingt es, die Herausforderungen einer Demenzerkrankung für alle Beteiligten greifbar zu machen, ohne dabei die Leichtigkeit des Lebens aus den Augen zu verlieren. Vier Sterne für ein Buch, das zum Lachen bringt und gleichzeitig mitten ins Herz trifft.




