Platzwechsel

Platzwechsel

Taschenbuch
4.127
DemenzHochzeitElternGeneration Y

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Beschreibung

Eigentlich hatte André gedacht, endlich den Absprung aus seiner Heimat in der Provinz Sachsen-Anhalts geschafft zu haben. Weg von Klassentreffen, Hochzeiten und Thermomixen. Wären da nicht sein Großvater, der an Demenz erkrankt ist, ins Heim zieht und jeden Tag ein bisschen mehr den Anschluss an die Welt verliert, und sein bester Kumpel Maik, der auf die furchtbar grandiose Idee kommt, André einen Job in der Heimat zu besorgen ...

Buchinformationen

Haupt-Genre
Humor
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
304
Preis
20.50 €

Autorenbeschreibung

André Herrmann ist Schriftsteller und Comedy-Autor. Er ist Gründungsmitglied der Lesebühnen "Schkeuditzer Kreuz" in Leipzig sowie "Fuchs & Söhne" in Berlin und war Teil des legendären "Team Totale Zerstörung", das 2011 und 2012 die deutsch-sprachigen Meisterschaften im Poetry Slam gewann. Er konzipiert Comedy-Programme und schreibt u.a. für das "Neo Magazin Royal" (ZDF), "Olaf macht Mut" (ARD), "[sla(m]dr)" und "Comedy mit Karsten" (MDR). 2015 erschien sein Debütroman "Klassenkampf" bei Voland & Quist.

Beiträge

5
Alle
4

„Platzwechsel“ ist ein humorvoller und zugleich berührender Roman, der ernste Themen in eine unterhaltsame Familiengeschichte einbettet.

Ich habe „Platzwechsel“ direkt nach „Klassenkampf“ gelesen und war gespannt, wie es mit André und seiner Familie weitergeht. Auch diesmal gelingt es Herrmann, die Rückkehr in die ostdeutsche Provinz mit viel Humor, aber auch einer großen Portion Ernsthaftigkeit zu erzählen. Schon nach den ersten Seiten war ich wieder mitten drin im lauten, manchmal chaotischen Familienleben, das so typisch für Herrmanns Stil ist. Was mich besonders beeindruckt hat: Trotz der vielen lustigen und schrägen Szenen – zum Beispiel, wenn die Familie beim Essen wieder mal völlig aneinander vorbeiredet oder André seiner Mutter einen Joint schenkt, werden die ernsten Themen nie ausgespart. Der Umgang mit dem demenzkranken Großvater, die Auseinandersetzung mit Tod, Krankheit, Behinderung und sogar Abtreibung sind sehr präsent und werden mit viel Feingefühl in die Geschichte eingebaut. Das Buch bleibt dabei nie oberflächlich, sondern trifft immer wieder einen nachdenklichen Ton, der mich als Leser berührt hat. Besonders gelungen finde ich, wie Herrmann den Spagat zwischen Komik und Tragik schafft. Manchmal musste ich wirklich laut lachen, im nächsten Moment war ich dann wieder nachdenklich oder sogar traurig – zum Beispiel, wenn es um die Hilflosigkeit der Familie angesichts der Krankheit des Großvaters geht. Die Dialoge sind lebendig und oft herrlich überdreht, aber trotzdem erkennt man in vielen Szenen das echte Leben wieder. Der Protagonist André ist auch in diesem Buch nicht immer mein Sympathieträger, aber gerade das macht ihn glaubwürdig. Ich konnte seine Gefühle und seine Überforderung gut nachvollziehen, dass Hin- und Hergerissensein zwischen alter Heimat und neuem Leben, zwischen Verantwortung und dem Wunsch nach Freiheit. Insgesamt ist „Platzwechsel“ für mich eine gelungene Fortsetzung, die mehr Tiefe hat als der Vorgänger. Wer Familiengeschichten mit Witz und Herz mag und keine Scheu vor ernsten Themen hat, wird hier auf jeden Fall fündig.

4

Ein warmherziger, lustiger und zugleich schmerzlicher Roman über Familie, Erinnerungen und das Loslassen.

Platzwechsel von André Herrmann ist ein Roman, der es schafft, Humor und Traurigkeit auf beeindruckende Weise miteinander zu verbinden. Immer wieder musste ich schmunzeln und lachen, denn Herrmann erzählt mit viel Witz, Charme und einem feinen Gespür für die Absurditäten des Alltags. Besonders berührt hat mich jedoch die Geschichte des Großvaters und sein Leben mit der Demenz. André Herrmann schildert eindringlich, wie die Krankheit nicht nur den Betroffenen selbst verändert, sondern das gesamte Umfeld vor enorme Herausforderungen stellt. Die Verunsicherung, die Hilflosigkeit und die Trauer darüber, einen geliebten Menschen Stück für Stück zu verlieren, werden dabei sehr authentisch und ohne falsches Pathos beschrieben. Gerade dieser Umgang mit Demenz macht das Buch so besonders. Es zeigt die schweren Momente, die Belastungen und die Konflikte, die eine solche Erkrankung für Familien mit sich bringt, verliert dabei aber nie den Blick für die Menschlichkeit und die kleinen, oft komischen Augenblicke, die selbst in schwierigen Zeiten bleiben. Dadurch entsteht eine Geschichte, die ebenso zum Lachen wie zum Nachdenken anregt. Nicht jede Passage konnte mich gleichermaßen fesseln, und an einigen Stellen hätte die Handlung etwas kompakter sein dürfen. Dennoch überwiegt der positive Eindruck deutlich. Die Mischung aus Humor, Familiengeschichte und dem sensiblen Blick auf die Auswirkungen einer Demenzerkrankung macht den Roman zu einer bewegenden Lektüre. Fazit: André Herrmann gelingt es, die Herausforderungen einer Demenzerkrankung für alle Beteiligten greifbar zu machen, ohne dabei die Leichtigkeit des Lebens aus den Augen zu verlieren. Vier Sterne für ein Buch, das zum Lachen bringt und gleichzeitig mitten ins Herz trifft.

4.5

Aus dem Leben, ehrlich und emotional

3

Hat mich gut unterhalten, auch wenn ich den ersten besser fand. Aber es werden halt auch ernstere Themen angesprochen (z.B. Alzheimer und Tod)

5

Superwitzig, aber auch stellenweise rührend.

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