9. Apr.
Bewertung:3

Wir haben schon die „Lesen nervt“-Reihe gelesen, die uns wirklich viel Spaß gemacht hat – deshalb waren die Erwartungen an „Mathe nervt! – Mathe? Ohne mich!“ ziemlich hoch. Kurz gesagt geht’s wieder um den ganz normalen Schulwahnsinn, diesmal mit Fokus auf Mathe, gemischt mit Rätseln und einer etwas schrägen Story. Die Rechenrätsel fanden wir auch echt gelungen und teilweise richtig knifflig – das hat Spaß gemacht. Allerdings konnte uns die Story diesmal nicht so richtig packen. Irgendwie war der Humor anders als in den anderen Büchern, und wir mussten deutlich seltener schmunzeln. Auch die Aufgaben haben sich teilweise wiederholt, was ein bisschen schade war. Und die Kakerlake kam bei uns längst nicht so gut an wie damals die Spinne Kneberwecht. Was uns aber wieder gefallen hat: Die Illustrationen sind total süß gemacht und definitiv ein Pluspunkt. Insgesamt ganz okay, aber im Vergleich zu den anderen Teilen leider nicht ganz so überzeugend.

Rechnen NERVT! – Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)
Rechnen NERVT! – Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)von Jens SchumacherarsEdition
19. Jan.
Bewertung:5

Zugänglich und leicht

Oh mein Gott – kann ein Kinderbuch über Mathe wirklich Freude machen? Ich war ehrlich skeptisch. „Rechnen nervt“ klingt ja erstmal wie ein ehrlicher Seufzer aus dem Kinderzimmer. Nach dem Lesen dachte ich allerdings: Genau so muss man es machen. Was dieses Buch so besonders macht, ist sein wunderbar leichter Zugang. Es fühlt sich nicht nach „Jetzt lernen wir Mathe“ an, sondern nach „Komm, wir schauen mal gemeinsam“. Die Geschichte trägt ganz unaufgeregt durch die Seiten, ohne Druck, ohne Belehrung, ohne erhobenen Zeigefinger. Alles ist kindgerecht, locker und mit einem feinen Gespür dafür geschrieben, wie Kinder denken und fühlen. Dazu kommen richtig schöne Illustrationen – nicht überladen, aber voller kleiner Details, die zum Hinschauen und Verweilen einladen. Und dann die Aufgaben: Das sind eben nicht nur klassische Plus-und-Minus-Rechnungen, sondern auch Kombinatorik, genaues Hinsehen, aufmerksames Zählen, Mitdenken. Mathe wird hier nicht als starres Regelwerk präsentiert, sondern als etwas Spielerisches, fast Neugieriges. Genau das macht den Reiz aus. Man merkt beim Lesen, dass Kinder ernst genommen werden – und dass Lernen auch leicht sein darf. Für mich war sofort klar: Dieses Buch schreit förmlich danach, im Unterricht eingesetzt zu werden. Besonders im Rahmen eines Lese- oder Lernangebots, bei dem Rechnen nebenbei passiert, ohne dass es sich schwer anfühlt. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Kinder freiwillig darin blättern – einfach, weil es Spaß macht und nicht überfordert. Perfekt ist „Rechnen nervt“ für Kinder, die Mathe eher skeptisch gegenüberstehen, für Eltern, die Lernen entspannter begleiten wollen, und für Lehrkräfte, die nach niedrigschwelligen, liebevollen Materialien suchen. Weniger geeignet ist es vielleicht für Kinder, die reine Zahlenübungen erwarten oder gezielt trainieren wollen. Ein Satz, der beim Lesen in mir hängen geblieben ist – auch ohne ihn wörtlich zu zitieren: Mathe darf leicht sein, wenn man sie lässt. Ich würde dieses Buch meinen Schülern und ganz ehrlich auch den Elternhäusern mit gutem Gefühl empfehlen. Nicht laut, nicht missionarisch – sondern so, wie man einer Freundin beim Kaffee davon erzählt: Schau mal rein, das könnte euch richtig gut tun.

Rechnen NERVT! – Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)
Rechnen NERVT! – Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)von Jens SchumacherarsEdition