alles ein bisschen absurd
ich konnte und kann mit der pauschalen kritik am örr nichts anfangen, habe mich aber für die argumente der örr-kritiker interessiert. mit dem buch von teske erhält man einen sehr interessanten, nahbaren einblick hinter die kulissen der tagesschau. zusammengefasst kann man da in meinen augen sagen, dass das alles ein bisschen absurd ist: bspw. die arbeitsweise der tagesschau, die noch immer auf so föderalen strukturen fußt, als würden der deutsche flickenteppich nach wie vor existieren, oder der prozess, bei dem entschieden wird, welche beiträge in der tagesschau auftauchen und dann vor allem auch in welcher reihenfolge. zumindest ich habe mir das bisher alles ein wenig professioneller (oder zumindest anders?) vorgestellt. deshalb finde ich die kritik an diesen punkten sehr berechtigt und kann sie jetzt auch besser nachvollziehen – allein deswegen ist das buch definitiv lesenswert. gleichzeitig hat mich aber auch eine sache besonders gestört: mir scheint es so, als sei der autor so gekränkt, dass er das bedürfnis hatte, ein buch zu schreiben. jetzt kann man ihm dankbar sein, weil man dadurch einen sehr guten einblick erhält, aber diese persönliche kränkung zieht sich wirklich durch das ganze buch. das wird irgendwann anstrengend und ist dann auch nicht mehr so informativ. glücklicherweise differenziert er aber dennoch und versteht es, sich nicht übermäßig auf eine seite zu schlagen, sondern das ganze wirklich neutral angehen zu wollen. an anderer stelle scheint es zumindest für mich so, dass ihm irgendwie das gespür für das digitale zeitalter fehlt. das hat sich mit seinem kurzen hinweis auf seine kinder schon angedeutet, aber insbesondere zum ende hin gewinnt man den eindruck, teske versteht social media und seine mechanismen nicht, fühlt sich ihnen auch nicht verbunden, aber erlaubt sich dennoch ziemlich eindeutige (negative) kritik am social media-auftritt der tagesschau. auch das finde ich ein bisschen absurd. trotzdem ein sehr informatives buch, das sich sehr leicht lesen lässt und einen interessanten einblick gewährt.




