27. Jan.
Rezension zu „Das Erbe der Polarfüchse“ von Anna Lisa Kiesel
Bewertung:4.5

Rezension zu „Das Erbe der Polarfüchse“ von Anna Lisa Kiesel

Das Erbe der Polarfüchse ist ein berührendes Kinderbuch, das Naturwissen und eine emotionale Geschichte sehr gelungen miteinander verbindet. Die arktische Landschaft wird eindrucksvoll beschrieben und bildet eine stimmungsvolle Kulisse für eine Erzählung über Anderssein, Ausgrenzung und Selbstannahme. Besonders stark ist die Figur des Polarfuchses Grischa. Seine Erfahrung, von der eigenen Familie abgewertet zu werden, ist schmerzhaft, aber kindgerecht erzählt. Die Reise, auf die er sich begibt, ist nicht nur eine Wanderung durch Eis und Schnee, sondern auch eine innere Entwicklung. Dass er später selbst Vater wird und sich bewusst vornimmt, es besser zu machen, gibt der Geschichte eine schöne Tiefe und eine wichtige Botschaft. Die Mischung aus erzählerischer Handlung und sachlichen Wissenselementen funktioniert sehr gut. Kinder lernen viel über die Arktis und ihre Tiere, ohne dass es belehrend wirkt. Die Schwarz-Weiß-Illustrationen unterstreichen die Stimmung der Geschichte und passen hervorragend zum ernsten, ruhigen Ton des Buches. Insgesamt ist es ein einfühlsames, lehrreiches und hochwertig gestaltetes Kinderbuch, das sowohl zum Nachdenken anregt als auch Wissen vermittelt. Kleine Längen oder vereinzelte sehr direkte Botschaften fallen kaum ins Gewicht. Ein Buch, das man Kindern ab etwa acht Jahren guten Gewissens ans Herz legen kann – und das auch Erwachsene nicht kaltlässt.

Das geheime Leben der Tiere (Arktis) - Das Erbe der Polarfüchse
Das geheime Leben der Tiere (Arktis) - Das Erbe der Polarfüchsevon Anna Lisa KieselLoewe