Wie ein Puzzle ohne Vorlage 🫣🧩📚🎨🍇🏰✝️🔥
Ich habe das Buch eher zufällig als Mängelexemplar bei der Thalia Taschenbuchjagd mitgenommen, ohne überhaupt den Klappentext zu lesen. Ausschlaggebend war allein, dass ich schon seit längerem „Seltsame Sally Diamond“ von der Autorin lesen will. Da das Buch aber seit Monaten überall vergriffen ist und ich einfach an keine Taschenbuchausgabe für mein Bücherregal rankomme, war ich umso neugieriger auf Nugents Debütroman „Die Sünden meiner Väter“, in der Hoffnung auf eine angemessene Alternative. 🤭 Besonders gut haben mir die kurzen Kapitel und der angenehm lockere Schreibstil gefallen, wobei ich besonders gelungen fand, dass sich der Stil je nach Erzählperspektive spürbar verändert. Das gibt den verschiedenen Stimmen einfach eine gewisse Eigenständigkeit und macht das Lesen abwechslungsreich und besonders. 🥰 Am passendsten erscheint es mir, das Buch als ein Puzzle ohne Vorlage zu beschreiben. Man bekommt immer nur kleine Informationshäppchen, die zunächst kaum zusammenpassen wollen, und so hat man als Leser eine lange Zeit keine klare Vorstellung davon, worauf die Geschichte überhaupt hinauslaufen soll. Das erzeugt auf eine ungewöhnliche Art und Weise Neugier, erschwert allerdings auch den Einstieg in das Buch und den Lesefluss. Auch die Zeitsprünge innerhalb der einzelnen Kapitel haben den gleichen Effekt… Die Auflösung war für mich am Ende stimmig und rund, auch wenn der Weg dorthin nicht immer vollkommen mitreißend war. Besonders der Epilog hat mir aber richtig gut gefallen und dem Ganzen nochmal einen starken Abschluss gegeben.🫶🏻 Der Lesefluss wurde meiner Meinung nach zudem auch dadurch gebremst, dass ich mich stellenweise so gefühlt habe, als würde ich einen historischen Roman lesen, was mir persönlich nicht so wirklich gefallen hat. Dadurch hat die Geschichte zwischendurch etwas an Tempo verloren. Spannung kommt unabhängig davon allerdings nur punktuell auf. Es handelt sich bei „Die Sünden meiner Väter“ weniger um einen klassischen Thriller, sondern um ein eher ruhiges, schrittweises Zusammensetzen einer dramatischen Familiengeschichte. Trotzdem bleibt es aber auf eine gewisse Weise interessant genug, um weiterlesen zu wollen. Insgesamt war das Buch also absolut solide und lesbar, hat mich aber nicht komplett abgeholt. Ich bereue den Spontankauf nicht, bin jetzt aber vor allem gespannt, ob die anderen Bücher von Liz Nugent meinen Geschmack noch besser treffen. ❤️✨













