23. Sept.
Bewertung:4

Die Tochter des Optimisten von Eudora Welty spielt im US-Bundesstaat Mississippi. Richter McKelva ist an den Folgen einer Augen-OP gestorben. Zu den Trauernden gehört seine Tochter Laurel, deren Mutter bereits einige Jahre zuvor starb. Daneben ist Fay, McKelvas zweite Frau und deutlich jünger als Laurel. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Gaben sich beide am Anfang noch Mühe, miteinander auszukommen, so brechen nun Konflikte offen aus. Und Laurel sinnt über ihr Leben, den Tod ihrer Eltern und den ihres Mannes nach. Stilistisch wird Eudora Welty mit William Faulkner, dem ebenfalls aus Mississippi stammenden Literaturnobelpreisträger verglichen. Diesem Vergleich kann ich nicht ganz zustimmen, denn Faulkners Stil finde ich sehr viel komplexer. Dennoch mochte ich dieses Buch, besonders in der zweiten Hälfte. Laurel ist sehr gut beschrieben, es fiel mir leicht, mich in sie hineinzuversetzen. Das Buch hat genau die richtige Länge, für weiteres Ausholen bräuchte man vermutlich tatsächlich einen Faulkner.

Die Tochter des Optimisten
Die Tochter des Optimistenvon Eudora WeltyROWOHLT Repertoire