Dunkle Schatten über der Idylle
Lennart Ipsen, Chef der Kripo von Bornholm, freut sich auf ein paar entspannte Tage im Herbst, er muss ja leider für den Segelschein noch einiges lernen. Leichtsinnigerweise hat er versprochen, den zusammen mit seiner Tochter Ida zu machen. Doch wieder einmal kommt ihm das Leben dazwischen: In Sichtweite seiner Wohnung in Rønne kommt es zu einer Protestaktion von Vogelschützern gegen einen bei Bornholm entstehenden Offshore-Windpark. Als das Gesicht der Aktivisten Anna Steenberg plötzlich verschwindet, führen die Ermittlungen Lennart auch auf die nahegelegenen „Erbseninseln“, von denen Anna stammt. Wegen eines Sturmes muss er dort übernachten und bekommt mit, dass auch in dieser Idylle Neid und Hass existieren… Mit dem vierten Teil seiner Bornholm-Krimireihe hat der Autor Michael Kobr wieder ein Buch geschaffen, das mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt hat. Im ist es gelungen, viele Themen geschickt in die Story zu integrieren, ohne diese zu überladen. So zum Beispiel die Kontroverse zwischen den Befürwortern von „Grüner Energie“, die die Umwelt schützen sowie die Wirtschaftskraft der Insel stärken kann, und den Vogelschützern, die genau das Gegenteil befürchten, aber auch die Abhängigkeit der modernen Menschen von der Technik. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass der Autor die Positionen der rivalisierenden Gruppen nicht in schwarz-weiß zeichnet, sondern dem Für und Wider Raum gibt. Tja, und nicht zuletzt haben mich bei all den ernsten Themen die mir einem Augenzwinkern erzählten persönlichen „Problemen“ von Lennart und seinem Vater Karl immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Meister Kobr, bitte rasch ans Werk für Band fünf!


