Ungeschönte Einblicke in die Denkmuster und Verhaltensweisen der Hauptangeklagten der Nürnberger Prozesse. Der Gerichtspsychologe Gilbert begleitet die Angeklagten während des gesamten Prozesses, konfrontiert diese mit ihrem Weltbild und versucht die Beweggründe für ihre Greueltaten zu ermitteln.
Die Angeklagten versuchen in unterschiedlichem Maß, sich selbst zu retten, und offenbaren dabei vertraute Muster von Einschüchterung, Verleumdung, Hetze, Lüge sowie angeblicher Unwissenheit über nahezu alles, was die Nazis je getan haben. Die wohlbekannte Kirsche auf dem Eisbecher bildet schließlich das ständig wiederholte Argument, man hätte gehandelt, wenn man früher gewusst hätte, was für ein Verbrecher, Lügner, Mörder und Psychopath Hitler tatsächlich war. Im Hinblick auf die aktuelle politische Lage und vorhandene Kenntnisse der Fehler aus der Vergangenheit in Deutschland, ist es besonders frustrierend, dass die Vorhut dieser ekelhaften Weltansicht wieder auf dem Vormarsch ist. Sehr aufwühlend und keine leichte Kost, vorallem bedingt durch detaillierte Beschreibungen der Greueltaten und Abläufe von bestimmten Vorfällen. Das Buch ist sehr zu empfehlen für jemanden der wirklich tief in die Psyche des Personenkreises um Hitler eintauchen möchte.


