2. Jan.
Bewertung:4

Luise Rinser (1911-2002) war eine deutsche Schriftstellerin, 1941 erschien ihre erste Erzählung beim Fischer-Verlag. 1944 kam sie in ein nationalsozialistisches Frauengefängnis, weil eine Freundin sie wegen Hochverrats denunziert hatte. Rinser schreibt selbst in ihrem Vorwort, dass ihr Tagebuch, das sie heimlich im Gefängnis schrieb, kaum ihre Emotionen zeigt, sondern dass sie einfach aufschrieb, was passierte, weil ihr das damals richtig und wichtig erschien. Aber sie kommt unter diesen schweren Umständen doch zu einigen Erkenntnissen über die Menschen. Dabei ertappt sie sich auch gelegentlich selbst bei Boshaftigkeit, Gehässigkeit und Skrupellosigkeit. Manchmal geschieht das aber auch unertappt und das macht sie menschlich. Ein wichtiges Zeitdokument, das man aufmerksam lesen sollte und das trotz der Authentizität nicht zu sehr belastet.

Gefängnistagebuch
Gefängnistagebuchvon Luise RinserFISCHER Taschenbuch