21. Jan.
Bewertung:5

Schwerer Stoff. Es geht um das Leben, die Geschichte des Kongo, um die Menschen, die dort leben und die eines gemeinsam haben: Leid. Unermesslich viel Leid hat das Volk dort erfahren. Die Autorin reist durch das Land, mehrfach, trifft Militärs, Chorleiter, Minenarbeiter, Künstler, Ärzte, Gotteskinder und Hexenkinder. In Sammeltaxen, auf Motorrädern oder in russischen Flugzeugen ist es definitiv kein Erholungsurlaub. Schüsse fallen. Täglich. Das ist Alltag im Kongo. Wie viele unterschiedliche ethnische, politische und religiöse Gruppierungen es im Kongo gibt ist kaum zählbar, und ihre Ansichten driften teilweise massiv voneinander ab. Das führt immer wieder zu Gewaltverbrechen überall im Land. Es herrscht kein Frieden im Kongo. 2011 beschäftigt sich die westliche Welt mit iPads und sozialen Netzwerken. Im Kongo hofft man stattdessen auf friedliche, freie und faire Wahlen. Die Geschichte dieses Landes ist eine Chronologie von Helden, die nicht siegen konnten, und Siegern, die sich als Teufel entpuppten. Jahrhundertelang. Und trotzdem hat das Volk, so verschieden es sein mag, eine wichtige Lektion sehr viel besser begriffen als wir: Es geht weiter. Es wird immer einen neuen Tag geben. Und solange es weiter geht, gibt es Hoffnung. An manchen Tagen gibt es nichts außer Hoffnung.

Gott und die Krokodile
Gott und die Krokodilevon Andrea BöhmPantheon