23. Sept.
Bewertung:4

Guter Start in Italien und Deutschland

Ich habe es also wieder getan – eine neue Reihe angefangen. Diesmal die Laura-Gottberg-Reihe. Der Start war, sagen wir mal, eher seicht, mit leichten Ausschlägen nach oben. Wir begleiten Kommissarin Laura Gottberg, die von Italien aus zu Hilfe gerufen wird: Eine deutsche Frau ist in Siena ums Leben gekommen – oder ehrlicher gesagt, ermordet worden. Laura ist die Einzige, die Italienisch spricht, also wird sie kurzerhand in diesen Fall hineingezogen. Parallel gibt es auch in Deutschland eine Tote – eine Frau wurde in die Isar gestoßen. Von Beginn an hatte ich das Gefühl, dass beide Fälle irgendwie miteinander verwoben sind. Die Spannung blieb dabei meist auf einem mittleren Level, mit kleinen, aber schönen Ausschlägen nach oben, die mich immer wieder bei der Stange hielten. Ganz besonders berührt hat mich, wie der italienische Kollege mit einem behinderten Verdächtigen umgegangen ist: voller Respekt, Schutz und Menschlichkeit – und das sogar vor den eigenen Kollegen. Diese Szene hat für mich die eigentliche Aussage des Buches spürbar gemacht: Es geht nicht nur um Mord und Aufklärung, sondern auch darum, wie wir mit Menschen umgehen, die anders sind und Schutz brauchen. Die Auflösung selbst kam für mich ziemlich überraschend, fast wie aus dem Nichts – aber genau das hat das Ende nochmal aufgewertet. Alles in allem war es für mich ein lohnender Start in eine Reihe, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Mal sehen, was Laura Gottberg noch so alles erlebt.

Nacht der Stachelschweine: Laura Gottbergs erster Fall
Nacht der Stachelschweine: Laura Gottbergs erster Fallvon Felicitas MayallROWOHLT Taschenbuch