17. Juli
Bewertung:2

Was war das denn? 🙈

Was zur Hölle?!? Normalerweise starte ich mit einer kurzen Inhaltsangabe, aber ganz ehrlich: Nach dem Lesen bin ich auch nicht viel schlauer. Vielleicht so: Querelle, ein skrupelloser Mörder, ist sich seiner Anziehungskraft bewusst und lebt seine ersten homosexuellen Erfahrungen aus. Klingt spannend? Ist es aber nicht. Denn das Buch besteht eher aus einer Sammlung poetischer Psychogramme. Die Wechsel zwischen den Figuren sind fließend. Kapitel gibt es nicht. Der Text wird nur durchbrochen durch Tagebucheinträge von Querelles heißblütigstem Verehrer. Das kleine dünne Buch hat es in sich. Jede Seite ist vollgestopft bis an den Rand, die Schrift ist klein und Absätze sind auf vielen Seiten gar nicht vorhanden. Die 220 Seiten sind also gefühlt 400. Jeder Sprachwissenschaftler wird wohl seine Freude haben - insbesondere in der Originalsprache. Bereits auf Seite 1 erstreckt sich ein Satz über knapp 20 Zeilen, vollgestopft mit Metaphern und Vergleichen. Ich bewundere wirklich, wie Genet mit Sprache spielt, aber für mich persönlich war es kein Lesevergnügen! Vielleicht versuch ich’s mal mit dem Film, der soll genauso crazy sein 😅 Die Thematik war insbesondere zum Zeitpunkt der Veröffentlichung absolut modern und fast schon skandalös, quasi Thriller, Dark Romance, LGBTQ. Hilft aber auch nichts, wenn die Handlung größtenteils fehlt. Fazit: Ich bin schon froh, dass ich dieses außergewöhnliche Buch gelesen habe. Aber auch, dass es endlich fertig ist.

Querelle
Querellevon Jean GenetROWOHLT Taschenbuch